Postulat du groupe radical-démocratique
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N 22 mars 1985
Wiliberg, Nef, Neuenschwander, Nussbaumer, Oehler, Ogi, Reichling, Reimann, Risi-Schwyz, Röthlin, Rubi, Ruckstuhl, Rutishauser, Rüttimann, Schmidhalter, Schnider-Luzern, Seiler, Stappung, Tschuppert, Uhlmann, Wellauer, Ziegler, Zwingli (44)
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 4. März 1985
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 4 mars 1985 Der Bundesrat empfiehlt, das Postulat entgegenzunehmen.
Präsident: Herr Schärli verlangt Diskussion. Diskussion verschoben - Discussion renvoyée
84.314
Postulat der freisinnig-demokratischen Fraktion Wehrgerechtigkeit und Gesamtverteidigung Postulat du groupe radical-démocratique Obligations de servir et défense du pays
Wortlaut des Postulates vom 5. März 1984
In einer eindrücklichen Willenskundgebung hat das Schwei- zervolk die Initiative «Zivildienst durch Tatbeweis» abge- lehnt. Dies muss als klares Bekenntnis zur allgemeinen Wehrpflicht, zur Milizarmee und zur Verteidigungsbereit- schaft gewertet werden.
In den Verhandlungen der eidgenössischen Räte, wie auch in den öffentlichen Veranstaltungen, haben die Gegner des Volksbegehrens zum Ausdruck gebracht, dass man nach dem Volksentscheid nach neuen Wegen suchen müsse. Wir vertreten die Auffassung, dass man für Wehrpflichtige, die aus achtenswerten Gewissensgründen den Militärdienst ver- weigern, für sinnvolle Einsatzmöglichkeiten sorgen muss. Nachdem erfreulicherweise bereits eine Expertenkommis- sion an der Arbeit ist, könnte deren Auftrag erweitert werden.
Wir bitten darum den Bundesrat um Bericht und Antrag zu nachfolgenden Punkten:
Überprüfung der Grundsätze für die Einteilung im waf- fenlosen Militärdienst (Verordnung vom 24. Juni 1981).
Schaffung von Einsatzmöglichkeiten für Dienstverweige- rer aus religiösen und ethischen Gewissensgründen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Gesamtverteidigung.
Einführung der differenzierten Diensttauglichkeit unter Einbezug der versicherungstechnischen Fragen zwischen Militärversicherung/Invalidenversicherung/Unfall- und Kran- kenversicherung.
Texte du postulat du 5 mars 1984
Affirmant très clairement sa volonté, le peuple suisse a rejeté l'initiative «pour un authentique service civil fondé sur la preuve par l'acte». Il s'est donc prononcé nettement en faveur de l'obligation générale de servir, de l'armée de milice et de la défense du pays.
Lors des débats aux Chambres fédérales aussi bien que dans les réunions publiques, les opposants à l'initiative ont demandé qu'une fois le verdict populaire connu, on cherche de nouvelles solutions. Nous estimons qu'il faut prévoir des possibilités judicieuses d'engagement pour les personnes qui, étant astreintes à servir, refusent d'effectuer le service militaire pour des raisons honorables de conscience. Puis- qu'une commission d'experts est déjà au travail - ce dont nous ne pouvons que nous féliciter - il serait possible d'élargir son mandat.
C'est pourquoi nous prions le Conseil fédéral de présenter
aux Chambres un rapport et des propositions portant sur les points suivants:
Réexamen des principes régissant l'incorporation pour le service militaire sans arme (ordonnance du 24 juin 1981). .
Création de possibilités d'engagement pour les objec- teurs invoquant des raisons de conscience de nature reli- gieuse ou morale, possibilités qui tiennent compte des besoins de la défense générale.
Introduction d'un régime différencié d'aptitude au ser- vice, les questions techniques touchant l'assurance mili- taire/l'assurance-invalidité/l'assurance-accidents et maladie devant également être prises en considération.
Sprecher - Porte-parole: Weber-Schwyz
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Eine erweiterte und beweglichere Einteilungspraxis für den waffenlosen Dienst ist notwendig. Nachteilig wirkt sich vor allem die Bestimmung aus, dass nur bei der Rekrutie- rung und nach vollendeter Rekrutenschule eine Einteilung im waffenlosen Dienst möglich ist. Besonders während der Rekrutenschule bietet sich für die Beurteilung von Sonder- fällen eine ideale Beobachtungsperiode.
Nur Dienstverweigerer aus religiösen oder ethischen Gewissensgründen, die bereit sind, einen verlängerten Ersatzdienst zu leisten, haben Anspruch auf Entkriminalisie- rung. Die vom Nationalrat erheblich erklärte Kommissions- motion für die Revision des Militärstrafgesetzes ist ein Weg. Die Einsatzmöglichkeiten sind unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Gesamtverteidigung zu suchen (Zivilschutz, koordinierter Sanitätsdienst, usw.). Es wären entsprechende Modelle zu erarbeiten, und die Dienstdauer ist entsprechend festzulegen. Die Ausbildung und der organisatorische Ein- bezug für die nationale Notwehr muss für alle einsatzfähigen Kräfte gewährleistet sein.
Mit der Einführung der differenzierten Diensttauglichkeit könnten verschiedene wünschbare Ziele erreicht werden. Vorab würden diskriminierende Einteilungsbegriffe besei- tigt, und einsatzwillige Behinderte könnten für unsere Gesamtverteidigung unschätzbare Dienste leisten.
Es gilt auch, die Lücken des «blauen Ausmusterungsweges» zu schliessen. Man hat oft den Eindruck, dass aus tech- nisch-finanziellen Versicherungsüberlegungen zu schnell für Militärdienstbefreiung entschieden wird. Bei den Divi- sionsgerichten kommen überaus viele Fälle von verminder- ter Zurechnungsfähigkeit zur Beratung, die auf dem «sanita- rischen Dienstweg» zu entscheiden wären.
Nicht unerwähnt lassen möchten wir die zu grosse Zahl von «Wohlstands-Dienstverweigerern», die den blauen Ausmu- sterungsweg entdeckt haben und unter medizinischen Vor- wänden die Wehrpflicht umgehen. Mit der Einführung der differenzierten Diensttauglichkeit könnte man diese Fälle besser verhindern.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 4. Juni 1984
Rapport écrit du Conseil fédéral du 4 juin 1984
Angesichts dieser Sachlage kann vom Bundesrat vernünfti- gerweise nicht erwartet werden, dass er unverzüglich die Initiative für eine neue Verfassungsvorlage ergreift.
Interpellation Oester
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Einerseits wird angestrebt, echte Militärdienstverweigerer aus Gewissensgründen nicht mehr kriminalisieren zu müs- sen, was in Erfüllung der Motion der nationalrätlichen Kom- mission (ursprünglich Motion Segmüller) eine Revision des Militärstrafgesetzes nach sich ziehen würde.
Andererseits wird die vom Bundesrat am 1. Januar 1982 in Kraft gesetzte befristete Regelung des waffenlosen Militär- dienstes im Lichte der seither gemachten Erfahrungen auf Gesetzesstufe verankert werden müssen. Insbesondere wer- den die Zulassungskriterien zu überprüfen sein. Formell wird es sich um eine Teilrevision des Bundesgesetzes über die Militärorganisation handeln.
Die eidgenössischen Räte werden somit in naher Zukunft über konkrete Vorschläge in diesen beiden Bereichen zu befinden haben. Der Bundesrat ist sich selbstverständlich bewusst, dass der Handlungsspielraum nicht unbegrenzt ist. Auch wenn dieser voll ausgeschöpft wird, wird es nicht möglich sein, ohne entsprechende Verfassungsänderung einen umfassenden Zivildienst einzuführen. Immerhin soll- ten für die Dienstverweigerer aus echten Gewissensgründen Erleichterungen gefunden und mit der Weiterführung des waffenlosen Militärdienstes eine zumutbare Alternative auf Gesetzesstufe verankert werden können.
Am Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht ist festzuhal- ten; die Zulassung zum Zivildienst soll die Ausnahme bleiben
Glaubhaftmachen eines religiös oder ethisch begründe- ten Gewissenskonflikts für die Zulassung zum Zivildienst.
Schriftliches und mündliches Bewilligungsverfahren.
Tatbeweis.
Weitestmögliche Gleichwertigkeit der Anforderungen von Militärdienst und Zivildienst.
Einsatz der Zivildienstleistenden im Rahmen der Bundes- zwecke.
Schriftliche Erklärung des Bundesrats Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat der FdP-Fraktion entgegenzunehmen.
Präsident: Die Urheber verlangen Diskussion.
Diskussion verschoben - Discussion renvoyée
84.912 Interpellation Oester Zerstörung der Donau-Auen. Verletzung internationaler Konventionen Destruction des forêts alluviales du Danube. Violation de conventions internationales
Wortlaut der Interpellation vom 12. Dezember 1984 Der Bundesrat wird um Beantwortung der folgenden Fragen ersucht:
Steht der Bundesrat nach wie vor hinter der Auffassung, dass die Donau-March-Auen zu Recht zum Inventar der internationalen Ramsar-Konvention gehören?
Erachtet er die geplante Zerstörung dieser Auen allein als innerösterreichische Sache?
Ist der Bundesrat bereit
entsprechend den Bestimmungen der Ramsar-Konven- tion von seinem Recht als Vertragspartner Gebrauch zu machen und das Büro der Ramsar-Konvention wegen der geplanten Zerstörung eines durch die Konvention geschütz- ten Gebietes anzurufen;
im Falle des verletzten Berner Übereinkommens den dafür zuständigen Europarat anzurufen?
Texte de l'interpellation du 12 décembre 1984
Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions sui- vantes:
Est-il toujours d'avis que c'est à juste titre que les forêts alluviales du Danube, situées près de la frontière autri- chienne, sont inscrites sur la liste de la Convention interna- tionale de Ramsar?
Estime-t-il que la destruction prévue de ces forêts allu- viales est un affaire relevant exclusivement de la souverai- neté autrichienne?
Le Conseil fédéral est-il prêt
à faire usage du droit qui est le sien en vertu de la Convention de Ramsar - à laquelle la Suisse est Partie contractante - et de faire appel au bureau de ladite Conven- tion en raison de la destruction prévue d'une zone pro- tégée?
à faire appel au Conseil de l'Europe, compétent en la matière, s'il s'avérait qu'il y a violation de la Convention de Berne?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St.Gallen, Biel, Bircher, Blunschy, Borel, Brelaz, Bundi, Carobbio, Chopard, Christinat, Clivaz, Darbellay, Deneys, Dünki, Eggenberg- Thun, Eppenberger-Nesslau, Euler, Fankhauser, Friedli, Grendelmeier, Günter, Hari, Hegg, Jaeger, Landolt, Lanz, Longet, Loretan, Maeder-Appenzell, Mauch, Meyer-Bern, Müller-Aargau, Müller-Bachs, Müller-Scharnachtal, Nebiker, Nef, Neukomm, Nussbaumer, Oehen, Ogi, Petitpierre, Pidoux, Pitteloud, Rebeaud, Robert, Ruckstuhl, Ruffy, Sager, Schnider-Luzern, Schüle; Segmüller, Seiler, Soldini, Stamm Judith, Stamm Walter, Vannay, Weber Monika, Weder-Basel, Wick, Zwingli, Zwygart (61)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Das grosse Auwaldgebiet bei Hainburg an der Donau ist das letzte dieser Art in Mitteleuropa. Für viele bedrohte Tierarten Europas sind die Donau-Auen von unersetzlichem Wert, und für die Erhaltung dieses Gebietes wurden auch Schweizer Naturschutzgelder eingesetzt. Die Donau-March-Auen sind wegen ihrer besonderen Bedeutung ausdrücklich ins Inven- tar der internationalen Ramsar-Konvention aufgenommen worden; ebenso geschützt sind sie durch das internationale Berner Artenschutzübereinkommen. Zur Respektierung bei- der Abkommen haben sich sowohl Österreich als auch die
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat der freisinnig-demokratischen Fraktion Wehrgerechtigkeit und Gesamtverteidigung Postulat du groupe radical-démocratique Obligations de servir et défense du pays
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1985
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
84.314
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 22.03.1985 - 08:00
Date
Data
Seite
732-733
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Pagina
Ref. No
20 013 270
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