Postulat Gurtner
454
N
21 mars 1986
85.104 Postulat Meier Fritz Nationalhymne. Ersatz Nouvel hymne national
Wortlaut des Postulates vom 20. Dezember 1985 Der Bundesrat wird ersucht zu prüfen, ob die gegenwärtige Nationalhymne durch «Roulez tambours» von F. Amiel ersetzt werden könnte.
Es ist an der Zeit, eine Hymne von unseren französisch sprechenden Miteidgenossen einzuführen.
Texte du postulat du 20 décembre 1985
Le Conseil fédéral est invité à examiner s'il ne serait pas possible de remplacer notre actuel hymne national par «Roulez tambours» de F. Amiel.
Il serait temps que la Suisse adoptât un hymne composé par un romand.
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 19. Februar 1986 Rapport écrit du Conseil fédéral du 19 février 1986
Nach einer insgesamt zwanzigjährigen Versuchsphase, in deren Verlauf verschiedene Befragungen durchgeführt wur- den, hat der Bundesrat am 1. April 1981 entschieden, den «Schweizerpsalm» von Zwyssig/Widmer in der originalen langen Fassung für die Armee sowie für den Einflussbereich der diplomatischen Vertretungen unseres Landes definitiv als offizielle schweizerische Landeshymne zu bezeichnen. Da der Bund keine rechtliche Kompetenz besitzt, um die von ihm gewählte Landeshymne in den einzelnen Kantonen für verbindlich zu erklären, lud die Landesregierung die Kan- tone ein, in ihrem Zuständigkeitsgebiet in gleichem Sinne zu entscheiden. Dieser Entscheid, der sich unter anderem auf eine Empfehlung der Schweizerischen Chorvereinigung, des Dachverbandes der Laienchöre aller drei Chorgattun- gen unseres Landes stützte, fand in der Oeffentlichkeit eine gute Aufnahme. Der Text des «Schweizerpsalms» ist seit langem in allen vier Landessprachen in Gebrauch. Aus die- sen Erwägungen geht hervor, dass kein Anlass besteht, auf den Entscheid des Bundesrates vom 1. April 1981 betreff- fend die schweizerische Landeshymne zurückzukommen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
Abgelehnt - Rejeté
85.948 Postulat Gurtner Menschenhandel mit ausländischen Frauen und Prostitutionstourismus Traite de femmes étrangères et tourisme sexuel
Wortlaut des Postulates vom 19. Dezember 1985 Der Bundesrat wird gebeten, Massnahmen und rechtliche Grundlagen auszuarbeiten, um
gegen Touristikunternehmen vorzugehen, die mehr oder weniger offen mit Prostitution in Entwicklungsländern wer- ben, sie ermöglichen oder vermitteln;
gegen Heiratsvermittlungsinstitute vorzugehen, die unter Ausnutzung der Notlage der Frauen in der Dritten Welt Ehen vermitteln, bei denen die Frauen aufgrund ihrer Herkunft, Sprache, Kultur und ihres Bildungsstands in Abhängigkeit von Männern geraten und entsprechend leicht ausgenutzt werden können;
die «Einfuhr» von ausländischen Mädchen und Frauen aus Entwicklungsländern für Vergnügungslokale und Bor- dellbetriebe in der Schweiz zu stoppen;
im Rahmen eines Pilotversuchs eine Informationskam- pagne über die Zusammenhänge von Sextourismus, Prosti- tution, Heiratsvermittlung und sozialer Not in einem von diesen Problemen stark betroffenen Land Südostasiens, Afrikas oder Lateinamerikas durchzuführen. Die Ergebnisse sollen veröffentlicht werden und als Grundlage dienen für weitere diesbezügliche Projekte.
Texte du postulat du 19 décembre 1985
Le Conseil fédéral est invité à prévoir des mesures et à élaborer des bases légales dans le dessein de:
S'attaquer aux entreprises et agences de tourisme qui font plus ou moins ouvertement de la publicité pour la prostitution dans les pays en développement, qui facilitent cette pratique ou s'entremettent en sa faveur; 2. S'en pren- dre aux agences matrimoniales qui, exploitant la détresse des femmes du tiers monde, arrangent des mariages dans lesquels ces femmes sont sous la coupe ou la dépendance d'hommes en raison de leur origine, de leur langue, de leur culture et du niveau de leur instruction ou formation et qui, de ce fait, peuvent d'autant plus aisément être exploitées; 3. Bloquer l'«importation» de jeunes filles et femmes étran- gères venant de pays en développement, qui sont intro- duites dans notre pays à l'intention d'établissements tels que cabarets et boîtes de nuit, ainsi que de maisons de débauche et de prostitution;
Entreprendre et poursuivre une campagne d'information, dans le cadre d'un essai pilote, sur les rapports entre le tourisme à motivation sexuelle, la prostitution, les agences spécialisées dans la conclusion de mariages, d'une part, et d'autre part, le dénuement ou la détresse sociale qui règne dans un des pays d'Asie du Sud-Est, d'Afrique ou d'Améri- que latine, les plus touchés par ces problèmes. Les résultats en seront rendus publics; ils devront aussi servir de base à d'autres projets du même ordre.
Mitunterzeichnerin - Cosignataire: Fetz (1)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Immer mehr werden Frauen und Mädchen, besonders aus Entwicklungsländern, zum Objekt menschenverachtender Geschäftemacherei in Industrieländern - auch in der Schweiz. Einschlägige, profitorientierte Unternehmen spre- chen gezielt Unsicherheit und Minderwertigkeitskomplexe, aber auch sexistische und rassistische Instinkte an und nutzen sie aus, um Kunden für ihr gewinnträchtiges, aber menschenverachtendes Gewerbe zu finden.
Die Tourismusindustrie trägt dazu bei, die Erniedrigung und sexuelle Ausbeutung der Drittweltfrauen zu verstärken. So besuchten 1964 noch 212 000 ausländische Besucher Thai- land, 1984 waren es über 2 Millionen, darunter rund 25 000 Schweizer. Nach Schätzungen fallen rund 80 Prozent in die Kategorie Sextourismus.
Heute sind vor allem die folgenden drei Geschäftspraktiken gang und gäbe:
Der Prostitutionstourismus, hauptsächlich in die Länder Südostasiens, Afrikas oder Lateinamerikas;
Heiratsvermittlung von ausländischen Mädchen und Frauen durch Agenten, die durch ihre Vermarktungsmetho- den die menschliche Würde der betroffenen Frauen ver- letzen;
«Einfuhr» von ausländischen Mädchen und Frauen aus Entwicklungsländern für Vergnügungslokale und Bordellbe- triebe in der Schweiz.
Diejenigen Personen, die solche Geschäfte betreiben, nüt- zen die Armut und Not von Mädchen und Frauen in diesen
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Postulat Meier Fritz Nationalhymne. Ersatz Postulat Meier Fritz Nouvel hymne national
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Jahr
1986
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 85.104
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
21.03.1986 - 08:00
Date
Data
Seite
454-454
Page
Pagina
Ref. No
20 014 206
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