469
Interpellation Ziegler
Verfahren von 4476 Personen, davon für 3893 Personen mit negativem Ausgang, abgeschlossen worden. Die Beschwer- den von 314 Personen führten zu einer ganzen oder teilwei- sen Gutheissung im Beschwerdeverfahren, jene von 269 Personen sind zurückgezogen worden. Die Beschwerden von 5533 Personen waren Ende 1985 noch hängig.
Per Ende Dezember 1985 waren die Gesuche von 15 387 Asylbewerbern erstinstanzlich noch nicht entschieden. Zusammen mit den pendenten Beschwerden von 5533 Per- sonen waren somit gesamthaft die Gesuche von 20 920 Personen hängig.
Die Frage nach den im vergangenen Jahr erfolgten Ausrei- sen und Ausschaffungen kann nicht beantwortet werden. Eine systematische Erfassung aller Vollzugsmeldungen der Kantone wurde hingegen anlässlich der Realisierung eines grösseren EDV-Projektes im Bundesamt für Polizeiwesen jetzt eingeführt, so dass im Verlaufe dieses Jahres exakte zahlenmässige Angaben hinsichtlich des Vollzuges der Entscheide gemacht werden können. Im weiteren ist vorge- sehen, mit den Kantonen im Bereich der Vollzugskontrolle enger zusammenzuarbeiten.
Was die Zahl der freiwillig Ausgereisten betrifft, ist allerdings auch zukünftig mit Unsicherheiten zu rechnen. Da dem Verfügungsadressaten vorerst eine Frist zur Erfüllung seiner Pflicht gesetzt wird, ist in Kauf zu nehmen, dass viele Aus- länder unser Land ohne eigentliche Abmeldung und anschliessende Grenzkontrolle verlassen. Scheint in diesen Fällen eine tatsächlich erfolgte Ausreise aufgrund der Re- cherchen des Kantons (an der Wohnadresse, bei den Für- sorgebehörden usw.) sehr wahrscheinlich zu sein, wird der betreffende Ausländer als Ausgereister vermerkt. Liegen hingegen keine entsprechenden Hinweise vor, kann auch nichts Endgültiges über seinen Aufenthaltsort gesagt wer- den. Analoge Schwierigkeiten treten bekanntlich auch in anderen Bereichen, so etwa im Bereich Arbeitsmarkt (Zahl der illegal Arbeitenden), auf.
Ausländer, die im Jahre 1985 in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht haben, nach Staatsangehörigkeit
Gesamttotal
9703
EUROPA
4501
AFRIKA
1132
AMERIKA
360
ASIEN
3706
STAATENLOS
4
EUROPA
4501
Jugoslawien
138
Polen
199
Rumänien
103
Tschechoslowakei
96
Türkei
3844
Ungarn
93
Gaz d'échappement. Normes applicables
Uebrige
28
aux véhicules utilitaires lourds
AFRIKA
1132
Aethiopien
101
Angola
371
Ghana
103
Zaire
442
Zentralafrikanische Rep.
21
Uebrige
94
AMERIKA
360
Chile
El Salvador
Peru
Uebrige
ASIEN
Afghanistan
28
Texte de l'interpellation du 26 septembre 1985
Bangladesh
Indien
Irak
Iran
162
Kampuchea
9
Libanon
107
Pakistan Sri Lanka
2764
Syrien
29
Tibet
16
Vietnam
116
Uebrige
29
STAATENLOS
4
Ausländer, die im Jahre 1985 in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht haben, nach Kantonen
Schweiz
9703
Zürich
893
Bern
1340
Luzern
365
Uri
11
Schwyz
37
Obwalden
IN
Glarus
36
Zug
56
Freiburg
304
Solothurn
109
Basel-Stadt
1767
Basel-Landschaft
270
Schaffhausen
47
Appenzell A.Rh.
9
Appenzell I.Rh.
7
St. Gallen
337
Graubünden
301
Aargau
350
Thurgau
97
Tessin
583
Waadt
1517
Wallis
216
Neuenburg
127
Genf
583
Jura
339
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.
85.577
Interpellation Ziegler
Wortlaut der Interpellation vom 26. September 1985
Kürzlich hat der Bundesrat beschlossen, für Personenwa- gen verschärfte Abgasgrenzwerte (US-Norm 83) auf den 1. Oktober 1987 einzuführen. Für leichte Nutzfahrzeuge (Gesamtgewicht bis 3500 kg) gilt die entsprechende US- Norm 83 ab dem 1. Oktober 1988.
322 5 In diesem Zusammenhang erbitte ich vom Bundesrat Aus- kunft auf folgende Frage:
16 Auf welchen Zeitpunkt gedenkt der Bundesrat, auch für 17 · schwere Nutzfahrzeuge entsprechende Abgasnormen und Partikelvorschriften einzuführen?
3706
34 Le Conseil fédéral a décidé récemment d'abaisser les .
114 valeurs limites des gaz d'échappement valables pour les
12 voitures de tourisme (prescriptions «US-Federal 83"); ces
2
Nidwalden
286
Abgasnormen für schwere Nutzfahrzeuge
N
21 mars 1986
470
Interpellation Wyss
normes entreront en vigueur le 1er octobre 1987. Quant aux véhicules utilitaires légers, dont le poids total n'excède pas 3500 kg, des prescriptions analogues (cf. «US-Federal 83») seront applicables à partir du 1er octobre 1988.
Je prie donc le Conseil fédéral de répondre à la question suivante:
Pour quelle date entend-il abaisser également les valeurs limites des gaz d'échappement s'appliquant aux véhicules utilitaires lourds et introduire des prescriptions limitant les émissions de particules par ces véhicules?
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 2. Dezember 1985
Rapport écrit du Conseil fédéral du 2 décembre 1985 Schwere Motorwagen sind heute praktisch ausschliesslich mit Dieselmotoren ausgerüstet. Der Bundesrat hat bereits am 22. Mai 1985 (Antwort auf die Interpellation der LdU/ EVP-Fraktion vom 22. März 1985; Dieselfahrzeuge. Emis- sionsbegrenzung) über den Stand der Dinge betreffend Abgas- und Partikelvorschriften für Dieselfahrzeuge infor- miert.
Der Bundesrat wird Umfang und Zeitpunkt des Inkrafttre- tens der Abgasnormen für schwere Dieselfahrzeuge voraus- sichtlich 1986 festlegen.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt.
85.950 Interpellation Wyss Volksinitiativen. Karenzfristen Initiatives populaires. Délais d'attente
Wortlaut der Interpellation vom 10. Dezember 1985
Am 1. Dezember 1985 haben Volk und Stände die Volksin- itiative «für die Abschaffung der Vivisektion» massiv verwor- fen. Bereits am 3. Dezember 1985 lancierten zwei Ver- einigungen von Vivisektionsgegnern eine neue, noch radi- kalere Volksinitiative «zur Abschaffung der Tierversuche und der Vivisektion».
Generell ist eine zunehmende Tendenz unterlegener Initian- ten festzustellen, selbst klare Volksentscheide nicht mehr anzuerkennen und stattdessen sogleich neue Volksinitiati- ven mit gleicher oder ähnlicher Stossrichtung zu lancieren. Die rechtsstaatliche Demokratie wird auf diese Weise ausge- höhlt. Natürlich darf das wichtige Recht der Volksinitiative nicht eingeschränkt, aber offensichtlicher Missbrauch muss verhindert werden.
Ich frage daher den Bundesrat an, ob es nicht angebracht wäre, die Frage erneut abzuklären, wie Volksinitiativen mit einer Karenzfrist belegt werden könnten, deren Dauer und Modalitäten im einzelnen festzulegen wären.
Texte de l'interpellation du 10 décembre 1985
Le 1er décembre 1985, le peuple et les cantons ont repoussé catégoriquement l'initiative populaire «pour la suppression de la vivisection». Or, le 3 décembre 1985 déjà, deux grou- pements d'adversaires de cette pratique ont lancé une nou- velle initiative populaire encore plus radicale, «pour l'aboli- tion de l'expérimentation animale et de la vivisection».
Sur un plan général, les auteurs d'initiatives rejetées ont de plus en plus tendance à ne plus accepter des verdicts pourtant fort nets du souverain; bien au contraire, ils sont enclins à lancer aussitôt de nouvelles initiatives populaires allant dans le même sens ou dans une direction voisine. De
cette façon-là, le système démocratique de l'Etat fondé sur le droit est vidé de sa substance. Bien entendu, l'institution fondamentale que constitue le droit d'initiative populaire doit demeurer intangible; mais il faut quand même empê- cher tout abus manifeste.
C'est pourquoi je demande au Conseil fédéral s'il ne serait pas indiqué d'envisager une fois encore quels voies et moyens permettraient d'assortir les initiatives populaires d'un délai d'attente, la durée et les modalités de celui-ci devant encore être fixées en détail.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aliesch, Ammann-Bern, Aregger, Aubry, Auer, Basler, Berger, Blocher, Blunschy, Bonnard, Bonny, Bremi, Bühler-Tschappina, Bürer-Walen- stadt, Candaux, Cavadini, Cevey, de Chastonay, Chopard, Cincera, Columberg, Cottet, Cotti Flavio, Cotti Gianfranco, Couchepin, Coutau, Darbellay, Dirren, Dubois, Dünki, Dupont, Eggenberg-Thun, Eggli-Winterthur, Eggly-Genève, Eisenring, Eng, Eppenberger-Nesslau, Etique, Feigenwinter, Fischer-Hägglingen, Fischer-Sursee, Flubacher, Frei- Romanshorn, Frey-Neuchâtel, Früh, Gautier, Geissbühler, Giger, Giudici, Graf, Grassi, Hess, Hofmann, Hösli, Houmard, Humbel, Hunziker, Jeanneret, Jung, Keller, Kohler Raoul, Koller Arnold, Kühne, Künzi, Landolt, Loretan, Lüchinger, Maitre-Genève, Massy, Mühlemann, Müller-Scharnachtal, Müller-Meilen, Nebiker, Nef, Neuenschwander, Nussbaumer, Oester, Ogi, Perey, Pfund, Pini, Reich, Revaclier, Rime, Risi- Schwyz, Rubi, Rutishauser, Rüttimann, Sager, Salvioni, Savary-Fribourg, Savary-Vaud, Schärli, Schmidhalter, Schnyder-Bern, Schüle, Schwarz, Segmüller, Seiler, Soldini, Spälti, Spoerry, Stamm Judith, Steinegger, Stucky, Thévoz, Tschuppert, Uhlmann, Villiger, Wagner, Wanner, Weber- Schwyz, Wellauer, Widmer, Zwingli (115)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Februar 1986
Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 février 1986
Nach dem klaren Wortlaut des Artikels 118 der Bundes- verfassung ist deren Revision jederzeit möglich. Das bedeu- tet, dass eine von Volk und Ständen entschiedene Verfas- sungsfrage zu jedem Zeitpunkt wieder aufgegriffen und erneut zur Abstimmung gebracht werden kann.
Gelegentlich werden Stimmen laut, die eine Art Rechts- ruhe fordern, eine Sperr- oder Karenzfrist, die verhindern soll, dass Entscheide des Souveräns in Frage gestellt wer- den, bevor eine gewisse Zeit verstrichen ist. Die vorliegende Interpellation zielt in die gleiche Richtung. Ihr schwebt eine - noch zu definierende - Karenzfrist vor, allerdings bloss für Volksinitiativen, nicht auch für Verfassungsvorlagen der Bundesversammlung. Soll dem Anliegen entsprochen werden?
a) Eine Karenzfrist könnte nur durch Revision der Bundes- verfassung eingeführt werden; deren Artikel 118 liesse ein anderes Ergebnis nicht zu. Solange dieser Artikel unverän- dert besteht, geht es nicht an, den Umstand als Missachtung des Volkswillens oder gar als Missbrauch eines Volksrechts zu brandmarken, dass immer wieder und in rascher Folge neue Initiativen in der gleichen Sache lanciert werden. Eine andere Frage ist, ob ein solches Vorgehen in jedem Fall politisch klug ist, ob es den Stimmbürger nicht ermüdet und von ihm nicht als Zwängerei empfunden wird.
b) Es kann nicht zweifelhaft sein, dass das Volksrecht der Verfassungsinitiative durch Einführung einer Karenzfrist empfindlich eingeschränkt würde. Was in breiten Kreisen gefordert wird, ist aber nicht eine Beschneidung dieses Volksrechts, sondern sein Ausbau.
c) Kantonsverfassungen müssen von Bundesrechts wegen jederzeit revidierbar sein, «wenn die absolute Mehrheit der Bürger es verlangt» (Art. 6 Abs. 2 Bst. c BV). Diese Vorschrift könnte kaum mehr aufrechterhalten werden, wenn die jederzeitige Revidierbarkeit der Bundesverfassung einge- schränkt würde.
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1986
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I
Volume
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Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
85.577
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 21.03.1986 - 08:00
Date
Data
Seite
469-470
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Pagina
Ref. No
20 014 228
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