Interpellation Weber Monika
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N 21 mars 1986
85.904 Interpellation Weber Monika Neue Technologien. Weiterbildung Nouvelles technologies. Perfectionnement professionnel
Wortlaut der Interpellation vom 3. Oktober 1985
Die neuen Technologien bzw. die technologische Revolu- tion im Produktions- sowie im Dienstleistungssektor haben auch unser Land erreicht. Eine der grössten Herausforde- rungen liegt dabei sicher im menschlichen Bereich. Kurz- wie mittelfristig ist eine gigantische Umschulung zu bewälti- gen, ohne die eine Lösung der durch die neuen Techniken entstehenden Probleme und die Wahrnehmung der sich abzeichnenden Chancen nicht zu bewerkstelligen sind.
Es ist damit zu rechnen, dass jährlich etwa 100 000 Ange- stellte umgeschult werden müssen (wie aus einem Beitrag in der Weltwoche vom 29. August 1985 zu erfahren war). Diese Entwicklung bedingt direkte und indirekte (Gehaltszahlun- gen) Kosten von sicher einer Milliarde Franken im Jahr. Ich frage den Bundesrat an:
Ist er der Meinung, dass die Umschulung von den Unter- nehmen bestritten werden muss? Oder soll alles auf den Arbeitnehmern lasten?
Wo sieht der Bundesrat mittelfristig sein Engagement in Sachen Weiterbildung bzw. Umschulung?
Ist der Bundesrat bereit, sich Gedanken zu machen über die mittel- bzw. längerfristige Entwicklung im Aus-, Weiter- bildungs- bzw. Umschulungsbereich? Und sollten, um einen umfassenden, zukunftsorientierten Meinungsbildungspro- zess einzuleiten, nicht die Sozialpartner frühzeitig beigezo- gen werden?
Sollte nicht so etwas wie ein Impulsprogramm für diesen gewaltigen Wandel bereitgestellt bzw. entwickelt werden?
Texte de l'interpellation du 3 octobre 1985
Notre pays est également touché par les nouvelles technolo- gies ou, autrement dit, par la révolution technologique dans les secteurs secondaire et tertiaire. L'un des plus grands défis concerne sans doute l'homme. A court et à moyen terme, il va falloir mettre en oeuvre un gigantesque pro- gramme de réadaptation professionnelle, sans laquelle on ne parviendra pas à résoudre les problèmes découlant des nouvelles techniques ni à exploiter les possibilités qui s'of- frent à notre pays.
On s'attend à ce que, chaque année, environ 100 000 sala- riés doivent se recycler en dehors des filières habituelles de l'enseignement (comme cela ressort d'un article paru dans la Weltwoche du 29 août 1985). Cette évolution entraînera des coûts directs et indirects (paiement du salaire) qui atteindront certainement un milliard de francs par an.
Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions sui- vantes:
Estime-t-il que les frais de reconversion professionnelle doivent être supportés par les entreprises? Ou doivent-ils être mis entièrement à la charge des salariés ?
Que pense-t-il, à moyen terme, en matière de perfection- nement et de reconversion professionnels?
Est-il prêt à examiner quelle sera l'évolution à moyen et à long terme dans le domaine de la formation, du perfection- nement et de la reconversion professionnels? Ne convien- drait-il pas, si l'on veut aboutir à une analyse complète et prospective de la question, d'associer suffisamment tôt à ces travaux les partenaires sociaux ?
Ne faudrait-il pas préparer en quelque sorte un pro- gramme portant sur cette mutation gigantesque?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Biel, Bircher, Blunschy, Bremi, Chopard, Dünki, Grendelmeier, Günter, Jaeger, Jaggi, Keller, Künzi, Longet, Maeder-Appenzell, Mühlemann,
Müller-Bachs, Neukomm, Oester, Reimann, Renschler, Schüle, Stamm Judith, Uchtenhagen, Weber-Schwyz, Weder-Basel, Widmer, Zehnder, Zwygart (28)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. März 1986
Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 mars 1986
Die aufgeworfenen Fragen stellen auch nach Ansicht des Bundesrates ein zentrales Problem der aktuellen und zukünftigen Entwicklung dar. Dazu nimmt er wie folgt Stel- lung:
Die Umschulung ist eine dauernde und gemeinsame Auf- gabe der Sozialpartner. Da sowohl Sachmittel wie Zeit inve- stiert werden müssen, ist eine dem wirtschaftlichen Nutzen der Massnahme angepasste Beteiligung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer angezeigt.
Das Engagement des Bundes in bezug auf Weiterbildung beziehungsweise Umschulung bewegt sich vor allem im Rahmen der Möglichkeiten gemäss dem Bundesgesetz vom 19. April 1978 über die Berufsbildung (BBG) bzw. dem Bun- desgesetz vom 25. Juni 1982 über die Arbeitslosenversiche rung (AVIG).
Der Bundesrat und die Bundesverwaltung stehen in Fra- gen der Aus- und Weiterbildung sowie der Umschulung in dauerndem Kotakt mit den Sozialpartnern. Eine von Verant- wortung getragene Berufsbildungspolitik kommt ohne eine auf die mittel- und längerfristige Entwicklung ausgerichtete Betrachtungsweise nicht aus.
Die Weiterbildungserfordernisse im Zusammenhang mit den neuen Technologien sind sehr unterschiedlich. Für das Gros der Weiterzubildenden genügt in der Regel eine anwendungsbezogene Schulung von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen Dauer. Das entsprechende Kursangebot ist heute schon vorhanden. Anders verhält es sich mit der Weiterbildung von Kurslehrern und -instruktoren sowie von Spezialisten im Entwicklungs- und Wartungsbereich, die über ein umfassenderes und einem schnelleren Wandel ausgesetztes Wissen verfügen müssen. Der Bundesrat schliesst Sondermassnahmen, insbesondere im Dienstlei- stungssektor, nicht aus. Es wird darüber zu befinden sein, wenn Erfahrungen mit dem zur Zeit den Räten unterbreite- ten Programm zur Förderung der Ingenieurwissenschaften und -ausbildung vorliegen.
Weiter sei auf die Massnahmen hingewiesen, die gegen- wärtig vom BIGA vorbereitet werden, um der Intensiv-Fort- bildung für Berufsschullehrer fachkundlicher Richtung zusätzliche Impulse zu geben, wie es die von beiden Räten überwiesene Motion (Fachlehrer an Berufsschulen. Weiter- bildung, vom 19. April 1983) der Wirtschaftskommission des Nationalrates fordert.
Der Bundesrat beabsichtigt darüber hinaus, eine einge- hende Beurteilung der bisherigen Erfahrungen auf dem Gebiet der Weiterbildung und Umschulung vorzunehmen. Das damit verfolgte Ziel besteht darin, die verbleibenden Lücken möglichst rasch festzustellen und gemeinsam mit den Sozialpartnern und den übrigen als Träger der Weiter- bildung und Umschulung in Frage kommenden Institutio- nen praktikable und angemessene Lösungen zu entwickeln.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
76 Stimmen 0 Stimmen
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Jahr
1986
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Band
I
Volume
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Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 85.904
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
21.03.1986 - 08:00
Date
Data
Seite
490-490
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20 014 247
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