19 décembre 1986
2056
N
Interpellation Hess
86.549
Interpellation Rechsteiner Rassendiskriminierung. Uebereinkommen Discrimination raciale. Convention
Wortlaut der Interpellation vom 20. Juni 1986
Teilt der Bundesrat die Besorgnis über das Wiederaufle- ben rassistischer und fremdenfeindlicher Tendenzen in Europa, wie sie z. B. in der Erklärung der Organe der Euro- päischen Gemeinschaft vom 11. Juni 1986 zum Ausdruck gekommen ist?
Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass angesichts der Zunahme rassistischer Tendenzen ein Beitritt zum Ueberein- kommen über die Beseitigung aller Formen von Rassendis- kriminierungen möglichst rasch erfolgen sollte?
Texte de l'interpellation du 20 juin 1986
Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions sui- vantes:
S'inquiète-t-il lui aussi de la recrudescence du racisme et de la xénophobie en Europe, telle qu'elle apparaît dans la déclaration des organes de la Communauté européenne du 11 juin 1986, par exemple?
Estime-t-il lui aussi qu'il conviendrait, en regard de l'im- portance croissante des tendances racistes, d'adhérer dans les plus brefs délais à la Convention internationale sur l'élimination de toutes les formes de discrimination raciale ?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Blunschy, Braunschweig, Carobbio, Cho- pard, Clivaz, Fankhauser, Fehr, Gloor, Günter, Gurtner, Herczog, Hubacher, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Leuen- berger Moritz, Maeder-Appenzell, Mauch, Morf, Nauer, Pitte- loud, Reimann, Renschler, Robbiani, Ruffy, Stamm Judith, Stamm Walter, Stappung, Vannay, Weber-Arbon, Zwygart (33)
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 17. September 1986
Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 septembre 1986
Der Bundesrat teilt die Besorgnis, wie sie von den Staaten der Europäischen Gemeinschaften in ihrer Erklärung vom 11. Juni 1986 über Rassismus und Fremdenhass zum Aus- druck gebracht worden ist, und die mit Nachdruck jegliche Form von Intoleranz, Feindseligkeit und Anwendung von Gewalt gegen Personen oder Gruppen wegen rassischer, religiöser, kultureller, sozialer oder nationaler Unterschiede verurteilt. Es sei auch daran erinnert, das der Ministerrat des Europarates am 14. Mai 1981 in seiner «Erklärung über Intoleranz - eine Bedrohung für die Demokratie» jegliche Form von Intoleranz, welches auch immer deren Ursprung, Beweggründe oder Ziele sind, scharf verurteilt hat. Im weite- ren bekräftigt der Bundesrat bei dieser Gelegenheit seine Unterstützung für die «Erklärung über die Beseitigung aller Formen von Intoleranz und Diskriminierung aufgrund der Religion oder der Ueberzeugung», die am 25. November 1981 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet worden ist. Wie andere Staaten hat sich auch unser Land in den vergangenen Jahren zweimal in der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen zur Anwendung dieser wichtigen Erklärung geäussert, was zu konkreten Schritten führte, indem die Kommission dieses Jahr beschlossen hat, einen speziellen Berichterstatter zu beauftragen, die Anwendung der Bestimmungen der Erklä- rung durch die Staaten zu überprüfen.
Wie schon in der Beantwortung der Motion Ziegler-Genf vom 16. Juni 1983 und der Einfachen Anfrage Petitpierre vom 19. Dezember 1985 ausgeführt, hat der Bundesrat in seinem Bericht über die schweizerische Menschenrechtspo-
litik vom 2. Juni 1982 die Absicht geäussert, das Ueberein- kommen vom 21. Dezember 1965 über die Beseitigung aller Formen von Rassendiskriminierungen zu ratifizieren (BBI 1982 || 758 ff. und 789).
Die Haltung des Bundesrates hat sich in dieser Frage nicht geändert. Eine Ratifizierung des Uebereinkommens bedingt aber eine Teilrevision des Strafgesetzes, die mit der nötigen Sorgfalt vorbereitet werden muss. Ueberdies mussten in den vergangenen Jahren andern Revisionsbestrebungen des Strafgesetzes Priorität eingeräumt werden (Gewaltverbre- chen, strafbare Handlungen gegen Leib und Leben, Familie, Sittlichkeit und Vermögen, Insidergeschäfte, Gesamtrevi- sion des Allgemeinen Teils).
Der Bundesrat beabsichtigt, dem Parlament in der nächsten Legislaturperiode eine Botschaft über die Ratifizierung die- ses Uebereinkommens und über eine Teilrevision des Straf- gesetzes zu unterbreiten.
Le président: L'interpellant est satisfait de la réponse du Conseil fédéral.
86.585
Interpellation Hess Staatliche Kulturförderung Aide publique à la culture
Wortlaut der Interpellation vom 29. September 1986 An der Abstimmung vom 28. September 1986 haben Volk und Stände sowohl die «Eidgenössische Kulturinitiative» als auch den Gegenvorschlag der Bundesversammlung verwor- fen. Ungewöhnlich hoch war bei beiden Vorlagen der Anteil der Leerstimmen.
Während für das Scheitern der «Eidgenössischen Kulturin- itiative» vorwiegend das «Kulturprozent» verantwortlich war, muss die Ablehnung des Gegenvorschlags der Bundes- versammlung nebst abstimmungstaktischen Gründen wohl darauf zurückgeführt werden, dass viele Mitbürgerinnen und Mitbürger keine Notwendigkeit verspüren, einen Kultur- artikel in die Bundesverfassung aufzunehmen. Die Beratun- gen im Parlament, die Diskussionen im Vorfeld der Abstim- mung und der hohe Neinstimmenanteil lassen jedoch den Schluss zu, dass der Abstimmungsausgang nicht als Votum gegen jegliche staatliche Kulturförderung gewertet werden darf.
Ist der Bundesrat bereit, zu bestätigen:
dass er auch in Zukunft die Bemühungen zur Erhaltung und Förderung der kulturellen Vielfalt des Landes zumin- dest im bisherigen Rahmen fortsetzen wird;
dass die Ablehnung der Aufnahme eines Kulturartikels in die Bundesverfassung keine Begründung dafür sein darf, das finanzielle Engagement des Bundes im Bereich der Kulturförderung einzuschränken?
Texte de l'interpellation du 29 septembre 1986
Lors de la votation fédérale du 28 septembre 1986, le peuple et les cantons ont repoussé aussi bien l'initiative populaire pour la culture que le contre-projet du Parlement. La part des bulletins blancs a été singulièrement élevée, tant pour l'un que pour l'autre objet.
Alors que l'échec de l'initiative est d'abord imputable à la disposition qui prévoyait que un pour-cent du budget serait affecté aux activités culturelles, le rejet du contre-projet voté par l'Assemblée fédérale est dû, à coup sûr (les considéra- tions de tactique du vote étant mises de côté), au fait qu'un grand nombre de citoyens, hommes et femmes, ne voyaient pas la nécessité d'insérer un article sur la culture dans la Constitution fédérale. Les délibérations au Parlement, les discussions qui ont précédé la votation et même le pourcen-
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Datum 19.12.1986 - 08:00
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