N
515
Motion Weder-Basel
z. B. Nitrat im Gemüse ist ebenfalls Gegenstand laufender Untersuchungen. Diese wenigen Hinweise erhellen die Pro- blematik der Stickstoffdüngung. Der Bundesrat ist sich der Bedeutung des Problems namentlich auch hinsichtlich der. Auswirkungen auf die Umwelt bewusst.
Teilaspekte dieser Thematik werden von den Eidgenössi- schen landwirtschaftlichen Forschungsanstalten seit länge- rer Zeit bearbeitet und die Ergebnisse der Praxis laufend zugeleitet (Beratungstätigkeit). Weitere Arbeiten auf diesem Gebiet werden an Universitäts- und Hochschulinstituten sowie im Rahmen des Nationalen Forschungsprogrammes NFP 22 - Nutzung des Bodens in der Schweiz - durchge- führt. Eine Erweiterung und Zusammenfassung dieser Arbeiten im Sinne der vom Motionär verlangten Studie wäre an sich erwünscht. Es ist aber kaum zu erwarten, dass neue und rasch umsetzbare Vorschläge zur Bewältigung des Grundproblems erarbeitet und den eidgenössischen Räten zur Entscheidung unterbreitet werden können. Zudem hat der Bundesrat die heute gefestigten Erkenntnisse in entsprechenden Bestimmungen der Stoffverordnung zum Umweltschutzgesetz berücksichtigt. Aus diesem Grund beantragt der Bundesrat, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
86.135
Motion Weder-Basel Tierschutzgesetz und -verordnung Motion Weder-Bâle Protection des animaux. Révision de la loi et de l'ordonnance
Wortlaut der Motion vom 11. Dezember 1986
Das bestehende Tierschutzgesetz bietet den Tieren in ver- schiedenen wichtigen Belangen nicht den notwendigen Schutz vor Leiden, Schmerzen, Angst und Schäden gemäss Artikel 2 Absatz 3 (Grundsätze). Das gilt besonders für die Versuchstiere und für die Nutztiere in der Landwirtschaft. Es wird deshalb eine Anpassung von Tierschutzgesetz bzw. -verordnung gefordert, so dass folgende tierschützerische Belange gemäss Artikel 2 verwirklicht werden:
Vorschrift zum praktischen Einsatz tierversuchsfreier Ersatzmethoden anstelle von Tierversuchen, sobald sie aus der Fachliteratur oder durch deren Anwendung in irgendei- nem Land bekannt geworden sind.
Abschaffung der toxikologischen Tests an Tieren und deren Ersatz durch die bereits mehrfach vorhandenen tierver- suchsfreien Untersuchungsmethoden sowie Verpflichtung der betreffenden Industriebetriebe bzw. Forschungslabora- torien, weitere tierversuchsfreie Methoden selbst zu entwik- keln und anzuwenden.
Vorschrift von Haltungssystemen für Versuchstiere, die genau den untenstehenden Forderungen für Nutztiere in der Landwirtschaft entsprechen sowie regelmässige Kontrollen
dieser Haltungssysteme in den betreffenden Industriebetrie- ben bzw. Forschungslaboratorien.
In diesem Sinne sind folgende Mindestforderungen zu er- füllen:
Verbot von Medizinalfutter (ausser für therapeutische Zwecke) und synthetischen Wachstumsförderern;
Ermöglichung von arteigenen Bewegungsabläufen und artgemässer Beschäftigung (Pflegeverhalten) der Nutztiere sowie zumindest zeitweise von deren Aufenthalt im Freien;
Einrichtung von Gehegen und Ställen, welche die Gesund- heit und das Wohlbefinden der Nutztiere nicht beeinträchti- gen und das Tageslicht zulassen;
Verbot der Züchtung von Rassen, die gesundheitlich geschwächt oder geschädigt sind;
Verbot von Vollspaltenböden;
Verbot von Anbindehaltung bei Schweinen, Rindern und Kälbern sowie von Käfighaltung bei Ferkeln und Hallenhal- tung bei Hühnern;
Verbot des Schnabel- und Krallenkürzens bei Hühnern;
Verbot von Kaninchenhaltung in Gitterkäfigen ohne Ein- streu;
Gewährleistung von entsprechenden Kontrollen.
Texte de la motion du 11 décembre 1986
La loi sur la protection des animaux, en vigueur actuelle- ment, ne protège pas suffisamment, à bien des égards, les animaux contre les douleurs, les maux ou les dommages ainsi que l'anxiété (art. 2 3e al. principes). C'est tout particu- lièrement le cas pour les animaux de laboratoire et le bétail de rente dans l'agriculture.
C'est pourquoi le Conseil fédéral est chargé de préparer une révision de la loi et de l'ordonnance sur la protection des animaux de sorte que les objectifs suivants puissent être atteints conformément à l'article 2:
Il faut édicter des prescriptions sur la mise en oeuvre de méthodes de substitution, destinées à remplacer les expé- riences sur les animaux, dès que l'on a connaissance de ces nouvelles méthodes, soit par des publications spécialisées soit par leur application dans un pays quelconque.
Il faut supprimer les tests toxicologiques sur les animaux et les remplacer par les diverses méthodes d'examen, n'utili- sant pas d'animaux, qui existent déjà. Il faut en outre obliger les entreprises ainsi que les laboratoires de recherche concernés à développer eux-mêmes et à appliquer des méthodes n'exigeant pas une expérimentation animale.
Il faut édicter des prescriptions sur la détention d'animaux d'expérience, qui correspondent exactement aux conditions ci-dessous fixées pour la détention de bétail de rente dans l'agriculture. Il convient d'introduire des contrôles réguliers de ces systèmes de détention dans les entreprises et labora- toires de recherche qui les appliquent.
N 20 mars 1987
516
Motion Bühler-Tschappina
Dans cette optique, il faut imposer les exigences minimales suivantes:
Interdiction d'aliments médicamenteux (sauf dans un but thérapeutique) et de stimulateurs synthétiques de crois- sance;
Possibilité donnée aux animaux de rente de se mouvoir et de se comporter de la manière propre à leur espèce ainsi que de rester en plein air, au moins par moments;
Installation d'enclos et d'étables qui ne portent pas atteinte
à la santé et au bien-être des animaux de rente et qui reçoivent la lumière du jour;
Interdiction de sélectionner des espèces qui soient affai- blies ou atteintes dans leur santé;
Interdiction des sols recouverts de caillebotis;
Interdiction de la stabulation entravée pour les porcs, les bovins et les veaux ainsi que de la détention en cage pour les porcelets et de l'élevage des poules en halle;
Interdiction du rognage du bec et des griffes des poules;
Interdiction d'élever des lapins en cage sans litière;
Exécution des contrôles nécessaires.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Grendelmeier, Günter, Jaeger, Maeder-Appenzell, Müller-Bachs, Oehen (6)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Motionär verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 2. März 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 2 mars 1987
Durch die Entgegennahme verschiedener Postulate hat der Bundesrat bereits seine Bereitschaft demonstriert, die 1981 in Kraft getretene Tierschutzgesetzgebung zu überprüfen und nötigenfalls abzuändern. Dabei ist zu bedenken, dass noch nicht einmal alle neuen Vorschriften in Kraft getreten sind. Die längsten Uebergangsfristen dauern noch bis zum 31. Dezember 1991. Die Arbeit der Prüfstellen für Stallein- richtungen im Bundesamt für Veterinärwesen (Prüfung serienmässig hergestellter Aufstallungssysteme und Stall- einrichtungen) zeigt nach der Aufbauphase Resultate, wel- che es erlauben, die Forderungen nach Verschärfung der Vorschriften auf wissenschaftlich fundierten Grundlagen zu beurteilen. Eine Ueberprüfung der Bestimmungen über Tier- versuche und den Schutz der Nutztiere ist durch andere Vorstösse bereits ausgelöst worden. Die Anliegen der Motion können darin eingeschlossen werden.
Zu bedenken ist indessen, dass die Tierschutzgesetzgebung des Bundes das Resultat der politischen Auseinanderset- zung zwischen unterschiedlich gelagerten Interessen ist. Sie stellt daher - wie die gesetzliche Ordnung in anderen Berei- chen auch - einen Mittelweg zwischen verschiedenen Standpunkten dar, den der Bundesrat im übrigen nach wie vor als gangbar erachtet.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
86.171
Motion Bühler-Tschappina Elektrizitätsgesetz. Haftpflichtbestimmungen Loi sur l'électricité. Dispositions sur la responsabilité civile
Wortlaut der Motion vom 16. Dezember 1986
Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine Revi- sion der Haftpflichtbestimmungen des Elektrizitätsgesetzes vom 24. Juni 1902 in dem Sinne zu unterbreiten, dass die Haftung der Inhaber bzw. Betreiber von Schwach- und Starkstromanlagen ausgeweitet wird. Insbesondere sollen auch Schäden, die durch höhere Gewalt oder durch Dritte ausgelöst werden, ähnlich dem Kernenergiehaftpflichtrecht, miteinbezogen werden.
Texte de la motion du 16 décembre 1986
Le Conseil fédéral est chargé de soumettre au Parlement un projet de révision des dispositions sur la responsabilité civile contenues dans la loi du 24 juin 1902 sur l'électricité, afin que soit étendue la responsabilité de l'exploitant d'installa- tions électriques à faible et à fort courant. Il faudra notam- ment inclure les dommages dus à une force majeure ou à la faute de tiers, comme c'est le cas dans la loi sur la responsa- bilité civile en matière nucléaire.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Basler, Bundi, Cantieni, Columberg, Dirren, Dünki, Eppenberger-Nesslau, Hari, Lon- get, Maeder-Appenzell, Müller-Wiliberg, Nebiker, Oester, Vannay (14)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Artikel 27 des Elektrizitätsgesetzes bestimmt, dass die Betreiber von Schwach- oder Starkstromanlagen nur dann für Schäden an Sachen und Personen haften, wenn sie nicht nachweisen können, dass der Schaden durch höhere Gewalt oder durch Dritte verursacht wurde.
In der Praxis ist es leider so, dass z. B. beim Einsturz einer Starkstromleitung infolge von Lawinenniedergang, Sturm usw. recht grosse Schäden entstehen können. Für den Schaden, der dabei entsteht, wird gemäss den Haftpflichtbe- stimmungen im Elektrizitätsgesetz der Betreiber einer sol- chen Leitung keine Haftung zu übernehmen haben, weil es sich um höhere Gewalt handelt. Diese Regelung erscheint z. B. für Gemeinden oder Private insbesondere dann völlig ungerecht, wenn sich diese gegen den Bau einer Hochspan- nungsleitung ausgesprochen und zur Wehr gesetzt haben und über den Weg der Enteignung dann doch zur Duldung einer solchen Anlage gezwungen wurden. Dass sie nebst der Duldung der Anlage sogar noch selber allfällige Schä- den tragen müssen, ist wohl höchst unverständlich. Einzig im Kernenergiebereich haben wir bisher die strenge Kausal- haftung als fortschrittliche Lösung realisiert. Der Bundesrat hat sich in bezug auf die Haftpflicht bei Schäden infolge von Staumauer- und Dammbrüchen bereit erklärt (Postulat Van- nay und Interpellation Dirren), im Zuge einer Gesamtüber- prüfung des Haftpflichtrechts den berechtigten Anliegen der Berggebiete besser Rechnung zu tragen.
Bisher nicht diskutiert wurde die Verschärfung der Haft- pflichtbestimmungen für Anlagen wie Hochspannungslei- tungen und dergleichen. Mit der Revision der Haftpflichtbe- stimmungen im Elektrizitätsgesetz könnte diese Lücke geschlossen werden.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 25. Februar 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 25 février 1987 Nach Artikel 27 des Elektrizitätsgesetzes haftet der Betriebs-
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Motion Weder-Basel Tierschutzgesetz und -Verordnung Motion Weder-Bâle Protection des animaux. Révision de la loi et de l'ordonnance
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Dans
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1987
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
86.135
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
20.03.1987 - 08:00
Date
Data
Seite
515-516
Page
Pagina
Ref. No
20 015 255
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