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Interpellation Pitteloud
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 27. Mai 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 mai 1987
Es ist richtig, dass nur rund ein Viertel der im Jahre 1985 kontrollierten medizinischen Röntgenanlagen in allen Teilen den gesetzlichen Vorschriften entsprachen. Im Jahre 1986 hat sich die Situation nicht wesentlich verändert.
Die einzelnen Beanstandungen haben unterschiedliche Ursachen und Auswirkungen, die individuell betrachtet und gewichtet werden müssen. Ein Teil der Beanstandungen bezieht sich auf formale oder administrative Mängel, wie fehlende Aufschriften am Gerät und fehlende Protokollie- rung der Expositionsdaten, ein anderer Teil auf technische Mängel wie z. B. fehlende Schutzvorrichtungen.
Technische Mängel und ungenügende bauliche Schutz- massnahmen können zu unnötigen Bestrahlungen von Patienten, Bedienungspersonal oder Drittpersonen führen. Da der Strahlenschutz eine Bundesaufgabe ist, kontrolliert das Bundesamt für Gesundheitswesen periodisch den Betrieb der etwa 13 000 medizinischen Röntgenanlagen in der Schweiz. Es überwacht gegebenenfalls, ob die Mängel innerhalb der verfügten Fristen (in der Regel sechs Monate) behoben werden. Das Intervall zwischen zwei Inspektionen beträgt gegenwärtig 8 bis 10 Jahre, angestrebt werden 5 Jahre. Durch eine Intensivierung der Inspektionen und die Veröffentlichung der Resultate sollen einerseits die Verbes- serung des Zustandes der Anlagen erreicht und andererseits die Anlagebesitzer, die grundsätzlich für ihre Anlagen haft- bar sind, für eine bessere Wartung sensibilisiert werden. Das Bundesamt für Gesundheitswesen steht zurzeit im Gespräch mit der Verbindung der Schweizer Aerzte (FMH) über Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation. Mit der Schaffung einer zusätzlichen Inspektorenstelle im Bundes- amt für Gesundheitswesen wurde ein weiterer Schritt getan. Es ist vorgesehen, den Personalbestand für die Inspektions- tätigkeit in nächster Zeit noch weiter auszubauen.
Le président: L'interpellateur est satisfait de la réponse du Conseil fédéral.
86.199
Interpellation Pitteloud UN-Asylpolitik. Erklärung von Herrn Hocke und Haltung der Schweiz Politique d'asile. Déclaration de M. Hocké (HCR) et attitude de la Suisse
Wortlaut der Interpellation vom 18. Dezember 1986 Anlässlich der 37. Session des Exekutivkomitees des Hoch- kommissariates für Flüchtlinge hat Herr Hocke in Erinne- rung gerufen, auf welche Grundlagen eine auf dem Prinzip der Menschlichkeit beruhende Asylpolitik sich stützen sollte und welche Verpflichtungen die industrialisierten Länder auf diesem Gebiet auf sich zu nehmen hätten.
Unter anderem führte er aus, dass das Flüchtlingsproblem untrennbar mit der Gesamtheit der politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Drit- ten Welt verbunden sei.
Die Definition des Flüchtlings in der Konvention von 1951 kann seiner Meinung nach den heutigen Realitäten nicht mehr gerecht werden. Denn wenn sich - so Hocké - Kon- flikte und Gewalt deutlich als Ursachen der Flucht ausma- chen liessen, wenn Menschen von ihrer Gesellschaft ausge- schlossen würden und wenn die einzige Möglichkeit, dem Tod zu entkommen, darin bestehe, Flüchtling zu werden, könne man sich nicht mehr hinter der Konvention verschan- zen. Das sei eine legalistische, eher doktrinäre als dem Recht verpflichtete Denkweise. Das Recht solle nicht dazu
herhalten, die Wirklichkeit zu negieren oder menschliche Prinzipien aufzugeben.
Hocké unterstrich, dass mehrere der ärmsten Länder der Welt in beispielhafter Weise - trotz leerem Tisch - diesen Flüchtlingen, die vor dem allgemein herrschenden Klima der Gewalt geflohen sind («réfugiés de la violence»), ihre Gast- freundschaft gewähren und 82 Prozent davon unterhalten (d. h. insgesamt 9 467 400 von 11 613 300 festgestellten Flüchtlingen). Die industrialisierte Welt müsse die Aufgabe mittragen, jene bei sich aufzunehmen, die ausserhalb ihrer Region um Asyl nachsuchen, sagte er, denn die Staaten dürften ihre Verpflichtungen nicht als erfüllt betrachten, wenn sie ihre Beiträge an die humanitären Programme leisten. Regierungen, die bisher stets die Rechte der Flücht- linge respektiert hätten, reagierten heute mit einer protektio- nistischen Politik, die von Grundsätzen der Abschreckung bestimmt sei. Auch wenn es für die Staaten nötig sei, die eigentlichen Flüchtlinge von jenen zu unterscheiden, die ihr. Land aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen verlassen, sollten sie keine Massnahmen treffen, die unterschiedslos beide Gruppen betreffen.
Darüberhinaus sollten die Flüchtlinge, die nicht unter die Konvention fallen, unbedingt eine humanitäre Behandlung erfahren und temporäres Asyl für die Zeit erhalten, die nötig sei, bis eine aufeinander abgestimmte, internationale Anstrengung zu einer Lösung führe, die es ihnen erlaube, in Sicherheit und Würde nach Hause zurückzukehren.
Wie stellt sich der Bundesrat ganz allgemein zu diesen Aeusserungen? Wie sieht er die gegenwärtige Entwicklung im Bereich der Probleme, welche die Uebernahme der Flüchtlinge durch die Staatengemeinschaft stellt?
Ist der Bundesrat nicht der Meinung, dass durch die 2. Revision des Asylgesetzes die Schweiz noch mehr den Weg der Abschreckung wählt, der der Oeffnung und Ueber- nahme von Verantwortung, wie sie das HCR wünscht, zuwi- derläuft?
Ist der Bundesrat nicht der Meinung, dass die bestehende Praxis und Anwendung des Asylgesetzes kennzeichnend ist für eine doktrinär-legalistische Haltung, die die humanitären Aspekte des Problems nicht in Betracht zieht?
Welches ist die Haltung des Bundesrates gegenüber dem Begriff «réfugiés de la violence» ? Sieht er eine Beteiligung an den Anstrengungen vor, nach neuen Wegen und Lösun- gen zu suchen, um die neuen Probleme auf humanitärer Grundlage zu bewältigen?
Wie beurteilt er schliesslich auf dem Hintergrund der Soli- darität, die zu den grundlegenden Prinzipien unserer Aus- senpolitik gehört, die Tatsache, dass die Last von 82 Prozent der festgestellten Flüchtlinge von den Ländern der Dritten Welt getragen wird?
Texte de l'interpellation du 18 décembre 1986
Au cours de la 37ème session du comité exécutif du Haut Commissariat aux Réfugiés, M. Hocké a rappelé quels devraient être les fondements d'une politique d'asile basée sur le principe d'humanité et quelles étaient les responsabi- lités des pays industrialisés dans ce domaine.
Il a déclaré, entre autres, que le phénomène des réfugiés était inséparable de l'ensemble des problèmes politiques, sociaux, culturels et économiques que connaissent les pays du tiers-monde.
La définition de la Convention de 1951 ne peut plus, d'après lui, suffire à appréhender les réalités présentes car, lorsque les conflits et la violence peuvent être clairement identifiés comme la raison de la fuite, quand des êtres humains sont rejetés de leurs sociétés et que devenir un réfugié devient la seule façon d'éviter la mort, on ne peut se retrancher der- rière la Convention. Ce serait une approche légaliste, doctri- naire plutôt que doctrinale et le droit ne devrait pas être utilisé pour nier la réalité ou abandonner les principes humains. M. Hocké a souligné le fait que ces «réfugiés de la violence» sont accueillis de façon exemplaire par certains des pays les moins prospères du monde, qui leur offrent l'hospitalité malgré une table vide et supportent le 82 pour cent d'entre eux (soit un total de 9 467 400 sur 11 613 300
Interpellation Gurtner
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19 juin 1987
réfugiés répertoriés). Le monde industrialisé doit également partager la charge d'accepter ceux d'entre eux qui cher- chent asile à l'extérieur de leur région, a-t-il dit, car les Etats ne peuvent pas considérer qu'ils ont rempli leurs obligations en contribuant aux programmes humanitaires. Or les gou- vernements qui ont toujours fait respecter les droits des réfugiés réagissent aujourd'hui en adoptant des politiques protectionnistes, déterminées par les impératifs de la dis- suasion. Malgré les besoins qu'ont les Etats d'identifier les réfugiés de bonne foi de ceux qui quittent leurs pays pour des raisons socio-économiques, ils ne doivent pas prendre de mesures qui peuvent toucher sans discrimination ces deux groupes.
De plus les réfugiés «hors Convention» devraient absolu- ment recevoir un traitement humanitaire et un asile tempo- raire le temps nécessaire pour qu'un effort international concerté aboutisse à une solution leur permettant de rentrer chez eux dans la sécurité et la dignité.
Comment le Conseil fédéral se situe-t-il de façon générale face à ces déclarations? Comment apprécie-t-il l'évolution en cours autour des problèmes posés par la prise en charge par la communauté internationale des réfugiés?
Le Conseil fédéral ne pense-t-il pas qu'en mettant en oeuvre la 2ème révision de la loi d'asile, il engagera encore plus la Suisse dans un processus de dissuasion contraire au mou- vement d'ouverture et de responsabilité souhaité par le HCR?
Ne pense-t-il pas que l'actuelle pratique et application de la loi d'asile reflète typiquement une attitude légaliste doctri- naire ne prenant pas en compte les aspects humains du problème ?
Comment le Conseil fédéral se situe-t-il face à la notion de «réfugiés de la violence» ? Envisage-t-il de participer aux efforts qui visent à trouver des cadres et solutions nouvelles pour faire face aux problèmes nouveaux en tenant compte du principe d'humanité ?
Enfin, en relation avec le principe de base de notre politique étrangère de solidarité, comment appréhende-t-il le fait que ce sont les pays du tiers-monde qui supportent le 82 pour cent des réfugiés répertoriés ?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Borel, Braunschweig, Carobbio, Christinat, Deneys, Fankhauser, Friedli, Gloor, Hubacher, Jaggi, Leuen- berger-Solothurn, Leuenberger Moritz,
Longet, Ott, Rechsteiner, Renschler, Robbiani, Ruffy, Uchtenhagen, Van- nay
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Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce à développer son intervention mais demande une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral
Le mandat du HCNUR, conformément à la Convention relative au statut des réfugiés du 28 juillet 1951 (RS 0.142.30) et au statut de l'Office du Haut Commissaire des Nations Unies pour les réfugiés du 14 décembre 1950, s'étend uni- quement aux personnes ayant qualité de réfugiés au sens de la Convention du statut ou susceptible de l'acquérir (requé- rants d'asile), mais pas à celles qui quittent leur patrie pour des raisons indépendantes de l'asile, notamment d'ordre économique, social ou politique. L'extension de la notion de réfugié et un élargissement de la compétence correspon- dante du HCNUR supposerait une révision de la Convention relative aux réfugiés. Une telle révision n'est toutefois pas envisagée à l'heure actuelle.
Il n'est pas exact qu'avec la seconde révision de la loi sur l'asile une politique dissuasive de réfugiés potentiels soit poursuivie. Il sera plutôt davantage tenu compte des chan- gements intervenus et plus particulièrement des engage- ments humanitaires de notre pays. L'objectif majeur de cette révision est de rendre plus efficace la procédure d'asile dans son ensemble, de sorte que, malgré un nombre croissant de requêtes, chaque demande puisse faire l'objet d'une déci-
sion dans un délai raisonnable. La conception actuelle du réfugié ne permet pas d'octroyer l'asile à des requérants qui n'en remplissent pas les conditions. L'extension de la notion de réfugié ne contribuerait d'ailleurs en rien à résoudre les problèmes de politique intérieure de certains Etats.
La loi sur l'asile n'est pas l'instrument approprié pour prendre en considération les motifs d'asile qui prévalent aujourd'hui. La loi sur l'asile a pour seul but d'octroyer la protection nécessaire aux personnes persécutées en raison de leur conviction religieuse ou politique ou de leur apparte- nance à un groupe social ou ethnique déterminé. L'admis- sion en Suisse n'entre en ligne de compte, toutefois, qu'en dernier ressort et comme mesure provisoire. Au préalable, il convient d'effectuer tous les efforts nécessaires pour inté- grer les réfugiés dans leur région.
Le Conseil fédéral est aussi conscient du fait que les motifs de fuite ont considérablement changé au cours des derniers temps et qu'il y a lieu d'en tenir compte dans la politique générale en faveur des étrangers. L'admission provisoire introduite avec la révision de la loi fédérale sur le séjour et l'établissement des étrangers (LSEE) constitue la base légale d'un instrument qui doit permettre de maîtriser ces changements et les problèmes humains qui en résultent. Les dispositions relatives à l'admission provisoire prévoient que les étrangers, et aussi les requérants dont la demande a été rejetée, ne seraient plus rapatriés si cela apparaît comme incompatible avec les conditions régnant dans leur pays ou avec la situation qu'ils se sont personnellement créée en Suisse.
Les nouvelles prescriptions ne seraient toutefois applicables que si la révision de la LFSEE entre également en vigueur. 5. Le fait qu'un grand nombre de réfugiés aient trouvé refuge dans des pays du tiers monde est dû à ce que ces pays sont voisins de ceux d'où ils proviennent pour la plupart. En participant sur place à l'aide au développement et à l'aide humanitaire, ainsi que la solidarité internationale l'exige, la Suisse contribue déjà largement à résoudre le problème des réfugiés.
C'est l'objectif que poursuit l'aide au retour accordée aux requérants d'asile déboutés, qui constitue une part essen- tielle de la révision de la loi. L'ensemble de ces mesures permet de mieux prendre en considération les aspects humanitaires de la problématique des réfugiés.
Le président: L'interpellatrice n'est pas satisfaite de la réponse du Conseil fédéral.
87.310
Interpellation Gurtner Neues Asylgesetz. Ausführungsbestimmungen Nouvelle loi sur l'asile. Dispositions d'exécution
Wortlaut der Interpellation vom 3. März 1987 In der «Wochenzeitung» («WoZ») Nr. 1 bis 3 vom 16. Januar 1987 wurde der Zwischenbericht des EJPD zum neuen Asyl- verfahren auszugsweise veröffentlicht. Dieser vom 27. November 1986 datierte Bericht wurde nur den 26 Kan- tonsregierungen zugänglich gemacht und ansonsten geheimgehalten. Einer Kopie, die der «WoZ» zugespielt wurde, ist zu entnehmen, dass wesentliche Grundzüge über neue Verordnungen und die Handhabung des neuen Asyl- gesetzes im Falle einer Annahme der noch bevorstehenden Abstimmung bereits feststehen. Der endgültige Bericht und Vorschlag für die Verordnung wird spätestens Ende Januar 1987 fertiggestellt sein.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Pitteloud UN-Asylpolitik. Erklärung von Herrn Hocké und Haltung der Schweiz Interpellation Pitteloud Politique d'asile. Déclaration de M. Hocké (HCR) et attitude de la Suisse
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
In
Jahr
1987
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 86.199
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 19.06.1987 - 08:00
Date
Data
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1019-1020
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