Postulat Weder-Basel
703
pourraient vraisemblablement assumer elles-mêmes de telles tâches avec succès. L'on trouve une telle tradition à l'étranger, alors que l'exemple suisse le plus récent remonte à 50 ans, lorsque le dernier diplomate suisse répondant à ce profil - Carl J. Burckhardt - était en poste à Dantzig.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Bär, Bäum- lin Ursula, Bodenmann, Brügger, Bundi, Carobbio, Danuser, Diener, Eggenberg-Thun, Fetz, Hafner Ursula, Haller, Herc- zog, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Ledergerber, Leuenberger- Solothurn, Leuenberger Moritz, Leutenegger Oberholzer, Lon- get, Mauch Ursula, Meier-Glattfelden, Morf, Neukomm, Ott, Rechsteiner, Reimann Fritz, Stappung; Stocker, Thür, Uchten- hagen, Vollmer (35) .
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Zur Begründung vier Beispiele:
Wäre der Bundesrat nicht bereit, als Sofortmassnahme je ei- nen Kulturattaché nach Bukarest und nach Tirana zu entsen- den?
Es versteht sich von selbst, dass die Aufgabe der Konfliktlö- sung durch Kulturvermittlung besser erfüllt werden kann, wenn der Sprachenfrage grösste Wichtigkeit zugemessen wird.
Der Fundamentalismus des Islam bereitet vielen Menschen grosse Sorgen (obwohl diese Geisteshaltung sich auch bei uns auf dem Vormarsch befindet). Schweizerische Kulturat- tachés in den arabischen Städten müssten uns diesen Funda- mentalismus aus Geschichte, Kultur und Religion erklären, müssten uns auf Auseinandersetzungen und zukünftige Ent- wicklungen aufmerksam machen und als wichtigstes den Dia- log zwischen Menschenrechten und Fundamentalismus füh- ren.
In Jugoslawien, in der Sowjetunion und in vielen anderen Staaten müssten Schweizer Kulturattachés vertiefte Kennt- nisse über Föderalismus oder Sprachenvielfalt besitzen.
Zahlreiche Konflikte in Afrika und in anderen Teilen der Drit- ten Welt ergaben sich aus der Spannung zwischen eigener kultureller Vergangenheit und der Verarbeitung der Kolonial- zeit.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 21. Februar 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 21 février 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
89.638
Postulat Weder-Basel Aenderung der Giftverordnung Postulat Weder-Bâle Toxiques. Révision de l'ordonnance
Wortlaut des Postulates vom 2. Oktober 1989
Der Bundesrat wird eingeladen, Artikel 4 der Giftverordnung vom 19. September 1983 (Giftklasseneinteilung) unverzüglich zu revidieren und den europäischen Normen (3 Giftklassen anstatt 5) anzupassen.
Texte du postulat du 2 octobre 1989
Le Conseil fédéral est invité à réviser sans tarder l'article 4 de l'ordonnance du 19 septembre 1983 sur les toxiques (classes de toxicité) pour l'adapter aux normes européennes (3 classes au lieu de 5).
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Diener, Dünki, Grendel- meier, Hafner Rudolf, Jaeger, Maeder, Meier-Glattfelden, Schmid, Stocker, Thür, Wiederkehr, Zwygart (13)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Als praktisch einziges Land kennt die Schweiz für toxische Substanzen eine Einteilung in fünf Giftklassen. Die Giftklas- seneinteilung beruht auf einem Routineversuch, dem LD50-Test an Labortieren. Gemäss Definition ist bei diesem Test eine Substanz dann hochtoxisch, wenn innerhalb von 14 Tagen mindestens die Hälfte der Gruppe weisser Ratten von 200 bis 500 g Körpergewicht an einer einzigen Dosis von 50 mg pro kg Körpergewicht stirbt. Die Substanzen müssen oral verabreicht werden. Um eine Einteilung in fünf Giftklassen vor- zunehmen, ist eine wiederholte Verabreichung in steigenden Dosen nötig.
Aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen wird der LD50-Test schon seit Jahren heftig kritisiert. Er ruft bei den be- troffenen Tieren unter Umständen starke Schmerzen hervor und liefert sie einem qualvollen Tod aus.
Aus wissenschaftlicher Sicht besitzt der Test wenig Aussage- wert und sollte so rasch als möglich durch genauere und wis- senschaftlich relevantere Abklärung zur akuten Toxizität er- setzt werden. Nach G. Zbinden «Acute Toxicity Testing, Public Responsibility and Scientific Challenges» / Benchmarcks «Al- ternative Methods in Toxicology» (Princeton, N.J., 1989), weist der LD50-Test u. a. folgende Mängel auf:
Er ist keine biologische Konstante, sondern wird durch eine Reihe innerer und äusserer Faktoren beeinflusst.
LD50-Werte von Tieren besitzen zur Abschätzung tödlicher Giftdosen für den Menschen kaum Aussagewert.
LD50-Werte stellen für weitergehende Toxizitätsstudien keine ausreichende Basis dar.
LD50-Werte als Basis für die Einteilung gefährlicher Substan- zen in Giftklassen sind unspezifisch und lassen wesentliche Eigenschaften einer Substanz ausser acht.
Es ist somit offensichtlich, dass der LD50-Test unzureichend ist und sobald als möglich durch ein relevanteres Testsystem er- setzt werden sollte (inkl. Alternativmethoden). Die wissen- schaftlichen und administrativen Absprachen sind gegenwär- tig im Gang. Als Sofortmassnahme sollte die Schweiz unver- züglich wenigstens eine Anpassung an die internationalen Normen vornehmen (3 Giftklassen). Die Beibehaltung von fünf Giftklassen auf der Basis eines veralteten Tests ist unsinnig und unverantwortlich, denn er führt nur zu einem sinnlosen Verschleiss von Labortieren. Damit verstösst die Giftverord- nung gegen Artikel 14 Absatz 1 des Tierschutzgesetzes: «Tier- versuche sind auf das unerlässliche Mass zu beschränken.»
Postulat Carobbio
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N 23 mars 1990
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 21. Februar 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 21 février 1990 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
89.651 Postulat Carobbio Gefährliche Substanzen am Arbeitsplatz
Postulato Carobbio Sostanze pericolose per la salute. Valori limite sul posto di lavoro Postulat Carobbio Substances nocives sur les lieux de travail
Wortlaut des Postulates vom 4. Oktober 1989
Die Grenzwerte der Arbeitsplatzkonzentration von Stickstoff- monoxid (NO), Stickstoffdioxid (NO2), Schwefeldioxid (SO2) und Ozon (O3), die von der Schweizerischen Unfallversiche rungsanstalt (Suva) gestützt auf Artikel 50 Absatz 3 der Verord- nung des Bundesrates vom 19. Dezember 1983 über die Ver- hütung von Unfällen und Berufskrankheiten festgesetzt wur- den und seit Dezember 1988 in Kraft sind, liegen beträchtlich höher als die von der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) festge- setzten Grenzwerte. Selbst wenn man sich bewusst ist, dass die beiden Grenzwerte unterschiedliche Funktionen haben, scheint uns der Unterschied - auch wenn man die Ausgangs- werte in vergleichbare Werte umsetzt - übertrieben und kaum haltbar zu sein.
Die Unterzeichner verlangen, dass der Bundesrat das Pro- blem untersucht und prüft, wie die Suva-Grenzwerte den LRV- Grenzwerten soweit wie möglich angenähert werden können. Insbesondere soll der Bundesrat die Suva darum ersuchen, die im Dezember 1988 erlassenen Bestimmungen in diesem Sinne zu überprüfen.
Testo del postulato del 4 ottobre 1989
I valori limite di esposizione, sul posto di lavoro, al monossido di azoto (NO), al biossido di azoto (NO2), all'anidride solforosa (SO2) e all'ozono (O3) fissati dall'Istituto Nazionale Svizzero contro gli infortuni in base all'articolo 50 capoverso 3 dell'ordi- nanza del Consiglio Federale del 19 dicembre 1983 sulla pre- venzione degli infortuni e delle malattie professionali e in vi- gore dal dicembre 1988 sono molto più alti dei valori limite fis- sati dall'Ordinanza contro l'inquinamento atmosferico (OIAt). Pur tenendo conto delle diverse funzioni dei due limiti la diffe- renza, tradotta in valori analoghi, appare esagerata e difficil- mente accettabile.
I sottoscritti chiedono al Consiglio Federale di esaminare la questione e studiare quali misure adottare per modificare i li- miti INSAI in modo da avvicinarli il più possibile ai limiti del- l'OIAt in particolare invitando l'INSAI a rivedere in tale senso le disposizioni emanate nel dicembre 1988.
Texte du postulat du 4 octobre 1989
Les valeurs limites d'exposition, au poste de travail, au mo- noxyde d'azote (NO), au bioxyde d'azote (NO2), à l'anhydride sulfureux (SO2) et à l'ozone (O3), fixées par la Caisse nationale suisse d'assurance en cas d'accidents (CNA) conformément à l'article 50, 3ème alinéa, de l'ordonnance du Conseil fédéral du 19 décembre 1983 sur la prévention des accidents et des maladies professionnelles, et en vigueur depuis décembre 1988, sont beaucoup plus hautes que les limites fixées par l'or- donnance sur la protection de l'air. Même, compte tenu des di-
verses fonctions de ces deux sortes de limites, la différence, traduite en valeurs analogues, paraît exagérée et difficilement acceptable.
Les soussignés demandent au Conseil fédéral d'examiner la question et d'étudier les mesures à adopter aux fins de modi- fier les limites de la CNA de façon à les rapprocher le plus pos- sible des limites établies par l'OAT, en invitant notamment la CNA à revoir dans ce sens les dispositions édictées en décem- bre 1988.
Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Aguet, Am- mann, Bäumlin Richard, Bäumlin Ursula, Béguelin, Boden- mann, Borel, Braunschweig, Brügger, Danuser, Fankhauser, Hafner Ursula, Haller, Jeanprêtre, Longet, Matthey, Neu- komm, Ott, Pitteloud, Rechsteiner, Ruffy, Stappung, Zbinden Hans, Züger (24)
Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit
In applicazione dell'ordinanza del Consiglio federale del 19 di- cembre 1983 sulla prevenzione degli infortuni e delle malattie professionali, articolo 50 capoverso 3, l'Istituto Nazionale Sviz- zero contro gli infortuni determina i valori limite delle sostanze pericolose sul posto di lavoro.
Secondo l'edizione 1988 dei valori limiti di esposizione alle so- stanze pericolose sul posto di lavoro per l'anidride solforosa (SO2), il monossido di azodo (NO) il biossido di azoto (NO2) e l'ozono (O3) tali valori limite, a partire dal dicembre 1988, sono stati così fissati:
Monossido di azoto (NO): 30 ppm = 30 000 microgrammi/m3 Biossido di azoto (NO2): 3 ppm = 5640 microgrammi/m3 Anidride solforosa (SO2): 2 ppm = 5320 microgrammi/m3 Ozono (O3): 0,1 pmm = 200 microgrammi/m3
Si tratta delle concentrazioni medie nell'aria per un'esposi- zione della durata di 42 ore settimanali in ragione di 8 ore al giorno per lunghi periodi.
L'ordinanza contro l'inquinamento atmosferico (OIAt) per le stesse sostanze fissa per contro i seguenti valori limite:
NO 8 microgrammi/m3, media su 24 ore 1 volta all'anno
NO2 80 microgrammi/m3, media su 24 ore 1 volta all'anno
SO2 100 microgrammi/m3, media su 24 ore 1 volta all'anno
O3 120 microgrammi/m3, media di 1 ora 1 volta all'anno
I limiti OlAt sono i più alti citabili, dato che il valore medio an- nuo è molto più basso.
Il confronto dei due valori limite, anche se con funzioni diverse, indica una differenza notevole fra i valori limite di esposizione sul posto di lavoro fiassati dall'INSAI e quelli fissati dall'OIAt. I primi risultano particolarmente elevati. Questo a maggior ra- gione se si tiene conto che si tratta di limiti che riguardano l'esposizione di lavoratori agli effetti delle sostanze pericolose. Si impone un riesame degli stessi in vista di una loro riduzione per avvicinarli il più possibile ai valori limite dell'OIAt.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 24. Januar 1990 Dichiarazione scritta del Consiglio federale del 24 gennaio 1990 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 24 janvier 1990 Il Consiglio federale è disposto ad accettare il postulato.
Ueberwiesen - Transmis
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Weder-Basel Aenderung der Giftverordnung Postulat Weder-Bâle Toxiques. Révision de l'ordonnance
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Dans
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Jahr
1990
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 89.638
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 23.03.1990 - 08:00
Date
Data
Seite
703-704
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Pagina
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