Politique extérieure. Interventions personnelles
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E 5 décembre 1990
90.330 Interpellation Huber Aussenpolitische und aussenwirtschaftliche Lage der Schweiz Politique et économie extérieures. Situation de la Suisse
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90.331 Interpellation Jagmetti Aktive Rolle der Schweiz in der europäischen Entwicklung Rôle actif joué par la Suisse dans le devenir de l'Europe
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90.367 Interpellation Gadient EG-Beitritt Adhésion à la CE
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Diskussion - Discussion
Huber: Ich bin dem Herrn Präsidenten sehr dankbar, dass er uns die Möglichkeit gibt, den Faden dort wiederaufzunehmen, wo er durch die Hypozinsrunde, deretwegen die Diskussion nicht stattfinden konnte, abgerissen ist.
Ich habe diese Interpellation am 7. Februar 1990 eingereicht und den Bundesrat gebeten, zwei Fragen zu beantworten, die Lagebeurteilung für Mittel- und Osteuropa und die grossen Entwicklungslinien der Integrationspolitik. Damals war gerade die berühmte Rede von Herrn Delors aktuell, insbesondere die Beziehungen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und der Efta. Am 8. März hat Herr Bundesrat Felber die Interpella- tion beantwortet, und wir haben die Diskussion ausgesetzt.
Niemand, der bewusst in unserer Zeit lebt, wird bestreiten kön- nen, dass beide aussenpolitischen Themen heute und jetzt und in dieser Stunde gleich dringend sind und uns gleich be- schäftigen wie damals. Die Gelegenheit ist ausserordentlich gut, alles zu aktualisieren: Sie, Herr Bundesrat Felber, kom- men zurück aus Moskau. Sie werden über die Situation in Mit- tel- und Osteuropa neue Erkenntnisse gewonnen haben, etwa über die politische Situation gegenwärtig in der UdSSR als Gesamtstaat. Sie haben sich - wie man der Presse entnehmen konnte, meiner Meinung nach zu Recht - im humanitären Be- reich für die Hilfe an die UdSSR engagiert.
Und schliesslich stellt sich für uns alle doch die Frage: Wie kann dieses Heranführen des ehemaligen Warschauer Paktes oder der ehemaligen Kernlande und des Einflussbereichs der UdSSR an das Europäische Haus, an Europa geschehen?
Welchen Beitrag können wir als neutrale Schweiz hiezu lei- sten?
Das sind die aktuellen Fragen, die mich in bezug auf Mittel- und Osteuropa vordringlich beschäftigen. Es ist die Frage nach der Beurteilung der politischen Situation und der Not- wendigkeit der humanitären Hilfe und schliesslich die Frage des Beitrags der Neutralen in Richtung Hilfestellung für die Einbindung in gesamteuropäische Strukturen.
Was die EG und die Efta angeht, so möchte ich aus meiner per- sönlichen Sicht herzlich danken, dass die Information über dieses Geschäft seit Februar 1990 ausserordentlich intensi- viert wurde. Man hat den Eindruck, dass das alte griechische Wort panta rhei, alles ist im Fluss, im Prinzip auf die Beziehun- gen zwischen der EG und der Efta im Hinblick auf die Aus- handlung des Europäischen Wirtschaftsraumes gilt. Manch- mal gelangt man jedoch wieder zur Ueberlegung, ob es nicht zu Blockierungen dieser Verhandlungstätigkeit kommt. So wäre meines Erachtens heute und hier für uns aktuell, ob der Bundesrat über die Botschaft hinaus, die er uns in den letzten Tagen ergänzend vorgelegt hat, eine Lagebeurteilung über die Verhandlungen zwischen der EG und der Efta geben kann, und insbesondere auch, cb er die Frage beantworten kann, ob die Zeiterwartungen, die Zeitachse, die seinerzeit angespro- chen wurde, heute aufrechterhalten werden kann oder ob wir damit zu rechnen haben, dass noch lange jene fundamentale Unsicherheit über den Weg der Schweiz bestehen bleibt, der sich aufgrund dieser Verhandlungen ergibt.
Ich bin Ihnen dankbar, wenn Sie einen Aktualisierungsprozess in etwa dieser Richtung vornehmen.
Jagmetti: «Wie kann die Mitbestimmung der Schweiz und ih- rer Bürger an der Gestaltung des Wirtschaftsraumes und an den unser Land betreffenden politischen Entscheidungen im fortgeschrittenen Stadium der westeuropäischen Einigung si- chergestellt werden?» Das war die erste Frage, die ich seiner- zeit gestellt habe. Ihr folgte eine zweite über unsere politischen Beziehungen zu clen osteuropäischen Staaten und die dritte zur Neudefinition der Neutralitätspolitik.
Zwischen der Begründung der Interpellation und ihrer Beant- wortung am 8. März dieses Jahres und der heutigen Diskus- sion darüber hat sich die Welt wesentlich verändert. Es ist hin- sichtlich aller drei Fragestellungen eine neue Situation da. Ich wäre deshalb dankbar - und ich richte mich damit auch an den Herrn Präsidenten -, wenn uns Herr Bundesrat Felber, noch bevor wir die allgemeine Debatte führen, über den heutigen Stand orientieren könnte, damit wir auf gesicherter Basis dis- kutieren, wenn er also nicht erst am Schluss das Wort ergreifen würde.
Von den drei Themen möchte ich aber nicht alle drei nochmals aufgreifen, obwohl sie der Diskussion wert wären, sondern möchte mich dem ersten, nämlich der Mitbestimmung der Schweiz im westeuropäischen Einigungsprozess, kurz zu- wenden.
Wir kennen dank des neuen Berichtes die Lage. Wir erfahren auch, welche Schwierigkeiten und Probleme sich bei diesen Verhandlungen urn den EWR ergeben. Zwei Arten von Proble- men sind es, von denen mich eigentlich die zweite Art noch mehr beschäftigt als die erste.
Die eine: Wir haben mit unseren Vorbehalten nicht das Echo gefunden, das wir erhofft hatten. Aber ich bin der Meinung, dass wir in dieser Beziehung bei den Vorbehalten eine ge- wisse Flexibilität wahren müssen und uns nicht abkapseln können von einer europäischen Entwicklung, die nun einfach voranschreitet und von der wir Kenntnis nehmen müssen.
Ich nehme bloss das Beispiel des freien Personenverkehrs, bei dem wir im Hinblick auf unsere Einwanderungspolitik ver- ständlicherweise Vorbehalte anmelden, bei dem wir uns aber doch vergegenwärtigen müssen, dass es nicht um die welt- weite Migration geht, sondern um den Kontakt unter Europä- ern. Wir sollten hier nicht nur Befürchtungen haben, sondern in diesem freien Personenverkehr auch eine Chance für Wis- senschaft und Wirtschaft sehen.
Wir brauchen qualifizierte Persönlichkeiten aus den verschie- denen europäischen Staaten. Und wir wünschen uns auch, dass die Schweizer - ich denke vor allem an die jungen
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Schweizer - den Weg ins Ausland finden und entsprechende Kontakte aufbauen können. Ich muss Ihnen aus meiner beruf- lichen Erfahrung sagen, dass Studenten heute an diesem in- ternationalen Geschehen sehr intensiv Anteil nehmen und daran interessiert sind. Der Zusatzinformationsbedarf in den Vorlesungen ist gerade in diesen Bereichen immer gross. Heute gehört die Darstellung der internationalen Verflechtung selbstverständlich zum Unterricht; und immer wieder kommt der Wunsch nach noch mehr Informationen. Bei der Jugend ist also das Interesse für die Oeffnung zu Europa und gegen- über diesem Geschehen gross, und ich würde es sehr begrüs- sen, wenn diese Annäherung an die EG für unsere jungen Schweizer die Möglichkeit bieten würde, auch ausserhalb un- seres Landes aktiv zu sein und sich entfalten zu können. Ich glaube, dass dieser Kontakt sehr wertvoll ist. Natürlich ver- kenne ich damit nicht, dass wir Vorbehalte anbringen müssen und dass wir es mit diesen Vorbehalten auch innenpolitisch nicht leicht haben werden.
Aber mich erfüllt mit der grösseren Sorge das Zweite, nämlich die Frage unserer Mitbestimmung in diesem europäischen Ei- nigungsprozess: Wir wissen, dass man von uns die Ueber- nahme des Acquis communautaire erwartet, und zwar nicht des Acquis communautaire in seinem heutigen Zustand, zu dessen Uebernahme wir uns verpflichten könnten, sondern in seinem jeweiligen Gehalt. Wir müssen uns also gleichzeitig verpflichten, die Weiterentwicklung des Acquis communau- taire zu übernehmen. Man hat uns in Brüssel aber erklärt, dass auf das Begehren nach Mitbestimmung nicht eingetreten werde; dass wir zwar konsultiert würden, aber die Mitentschei- dung würde uns verwehrt. Und da kommt nun mein Hauptbe- denken: Kann sich die Schweiz in EWR-Verhandlungen auf eine Situation einlassen, bei der wir uns verpflichten, künftiges europäisches Recht in der Schweiz anzuwenden, zu dem wir dann nicht mehr unsere Meinung sagen können, das uns aber bindet? Es gilt dann entweder in der Richtlinienform, bei der wir die Umsetzung im nationalen Recht vornehmen müssen, oder gar als Verordnung, die unmittelbar anwendbar ist. Es würde mich sehr interessieren, welches die Position des Bun- desrates in dieser Beziehung ist. Können wir noch irgendei- nen Vorbehalt machen? Denn ich habe die grösste Schwierig- keit, anzunehmen, dass wir als Parlament und dass die stimm- berechtigten Schweizer Bürger einer Verpflichtung gegen- über der Europäischen Gemeinschaft zustimmen werden, nach der wir künftiges Recht anzuwenden haben, ohne dass wir an diesem künftigen Recht ein Mitbestimmungsrecht hät- ten. Ich glaube, dort liegt die entscheidende Schwelle in die- sen EWR-Verhandlungen, und ich wäre sehr dankbar, wenn wir darüber noch etwas hören könnten.
Gestatten Sie, Herr Präsident, noch eine Schlussbemerkung: Wir empfinden ein Unbehagen, das keinen Vorwurf an den Bundesrat darstellt, aber ein Unbehagen über die Beteiligung des Parlaments an diesen Entscheidungen ist. Wir leben in ei- ner Zeit, in der sich unser Parlament nicht mehr nur mit natio- nalem Recht befassen kann, weil wir in eine weltweite - insbe- sondere natürlich europäische - Entwicklung einbezogen sind. Wenn wir gestalten wollen, können wir nicht mehr nur na- tional gestalten, sondern wir müssen einen Weg finden, bei dem das Parlament in geeigneter Weise am internationalen Geschehen einen aktiveren Anteil nehmen kann. Als vorläu- fige Lösung sehe ich die Bildung einer Delegation für die Aus- senpolitik, ähnlich wie wir sie für die Finanzpolitik haben, damit ein kleinerer Kreis von Parlamentariern unmittelbar am Ge- schehen Anteil nehmen kann, vielleicht auch in Vertragsver- handlungen miteinbezogen werden kann, damit der Konnex zwischen dem Geschehen auf der internationalen Ebene und der Uebernahme im Parlament nachher besser zustande kommt.
Wenn wir einfach am Schluss der Verhandlungen ein Ergebnis zur Genehmigung präsentiert erhalten, dann ist es im Grunde genommen zu spät. Es gibt dann keinerlei Gestaltungsmög- lichkeit, wie wir sie beim nationalen Recht haben, wo wir die Beschlüsse hier ausformulieren können. Bei den internationa- len Abkommen aber gilt: «C'est à prendre ou à laisser». Hier das Parlament früher einzuschalten und mindestens in Form einer Delegation unmittelbar Anteil zu nehmen am Gesche-
hen, das scheint mir im Hinblick auf das Gewicht dieser Fra- gen von grosser Bedeutung.
Gadient: Nach allem, was wir in neuester Zeit in diesem Hause an Vergangenheitsbewältigung betrieben haben, und nach unseren Bemühungen um das Geschehene bietet der heutige Vormittag die offenbar seltener gewordene Gelegen- heit, uns mit den Problemen der Zukunft unseres Landes zu befassen.
Der fundamentale europäische Wandel setzt sich fort, wenn wir uns allein den Ablauf der Geschehnisse seit der letzten grösseren aussenpolitischen Debatte im März dieses Jahres vergegenwärtigen. Insbesondere mit dem sich rasant fortent- wickelnden Umbruch in der Sowjetunion, in den osteuropäi- schen, aber auch in den westeuropäischen Staaten, in Eng- land und Norwegen, mit der Vereinigung Deutschlands, der Golfkrise, dem prioritär auf Vertiefung ausgerichteten EG-Pro- gramm - um diese Entwicklungen nur anzudeuten - wird sichtbar, mit welchen Problemen die europäische Standort- und Kursbestimmung auch für die Schweiz verbunden ist.
Wir wissen um die grenzüberschreitende und globale Vernet- zung unseres Landes und um die Notwendigkeit, den europäi- schen Anschluss zu finden, uns aber auch intensiver am Auf- bau Europas zu beteiligen. Ich beschränke mich darauf, die Zielrichtung meines im Februar 1990 eingebrachten Vorstos- ses in Erinnerung zu rufen. Ich gab damals der Befürchtung Ausdruck, dass eine Verständigung im Sinne einer unserer Mitbestimmung hinreichend gewährleisteten Regelung bei der Schaffung eines Europäischen Wirtschaftsraums als kei- neswegs gesichert gelten könne. Es sei unverkennbar, dass die EG eine Beschneidung ihrer Entscheidungsautonomie nicht akzeptieren werde. Deshalb die damalige Folgerung, dass alle Massnahmen zur Stärkung der Efta als vollwertiger Partner in einem EWR zu ergreifen seien, um eine Satellisie- rung unseres Landes zu vermeiden, dass ein Beitritt der Schweiz zur EG dann aber zwingend werden dürfte, wenn es in absehbarer Zeit nicht gelingen sollte, einen für die Schweiz annehmbaren EWR-Vertrag auszuhandeln, und dass demzu- folge die Voraussetzungen und Auswirkungen über EG-Beitritt oder -Nichtbeitritt der Schweiz zu klären seien. Das Verständ- nis für die internationalen Zusammenhänge und die Informa- tion seien landesweit nachhaltig zu fördern; und schliesslich sei eine Neukonzeption der Aufgabenverteilung zwischen Bundesrat und Bundesversammlung in den auswärtigen An- gelegenheiten dringlich.
Inzwischen haben sich die Rahmenbedingungen erheblich verändert. Der Efta ist es offensichtlich nicht gelungen, ihr han- delspartnerschaftliches Gewicht als wichtigster Absatzmarkt für die EG zu nutzen, obschon von deren Gesamtausfuhren 1988 immerhin 26,4 Prozent in Efta-Länder flossen. Die Efta hat Schlagseite bekommen. Ohne jede Vorankündigung wur- den die Efta-Partner vom Donnerschlag des angeblich vorzu- bereitenden EG-Beitrittsgesuchs Schwedens überrascht, wo- bei in einem solchen Falle das Gleichziehen Norwegens und Finnlands wohl zu erwarten wäre. Wir haben in der Efta-Parla- mentarierdelegation ein sehr gutes und offenes Verhältnis. Wir arbeiten grenzüberschreitend auch mit dem Ministerkomitee konstruktiv und regelmässig zusammen.
Als wir in jüngster Zeit, in der ersten Novemberhälfte, an einer Sitzung mit der Kommission für Aussenbeziehungen der EG, der Kommission Rex, in Luxemburg teilzunehmen hatten, tra- fen wir uns vorgängig im Efta-Parlamentarierkomitee, um möglichst eine gemeinsame Verhandlungsposition zu erar- beiten und festzulegen.
Einmal mehr, auch das darf bei dieser Gelegenheit gesagt werden, wurde die Schweizer Delegation von Staatssekretär Blankart und von Botschafter von Tscharner mit grosser Um- sicht auf die Verhandlung vorbereitet. Es ist in dieser wichtig- sten Phase gelungen, für sämtliche Efta-Delegationen den ge- meinsamen Nenner zu finden, nämlich dass der EWR die Prio- rität aller Efta-Staaten geniesst. Deshalb stellt der Bundesrat in seiner Information zum neuesten Bericht vom 26. November 1990 zu Recht fest, dass die Aussichten auf den Abschluss ei- nes guten EWR-Vertrages noch intakt sind, wenn die Verhand- Jungen auch eine ausgesprochene Verhärtung erfahren ha-
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ben und alles andere als einfacher geworden sind. Dass dem so ist, möchte ich am Beispiel des so oft zitierten Schwedens aufzeigen, das aus der Zeit nach der Ankündigung seines EG- Beitrittswillens stammt: Die schwedische Delegation betonte - wie sämtliche übrige Efta-Delegationen - in Luxemburg in aller Form und liess dazu eine Mitteilung des schwedischen Aus- senministeriums zirkulieren, dass Schweden in hohem Masse an einem EWR-Vertrag zwischen Efta und EG interessiert bleibt und dass keinerlei Widerspruch weder im Grundsatze noch im Vorgehen besteht zwischen dem effektiven Ab- schluss der EWR-Verhandlungen und künftigen Diskussionen um die Mitgliedschaft. Die schwedische Regierung «wird sich energisch einsetzen für die Erreichung des politischen Durch- bruchs in den EWR-Verhandlungen noch im laufenden Jahr». Freilich blieben diese früheren Aeusserungen den EG-Ver- handlungspartnern nicht verborgen, so wie man uns Schwei- zern von dieser Seite vorhielt und uns fragte, wie lange wir denn mit Blick auf die in unserem Lande bereits laufende EG- Beitritts-Initiative unsere Verhandlungsposition noch aufrecht- zuerhalten gedenkten. Diese Initiative mag sachlich zu recht- fertigen sein, aber die Initianten tragen ohne Zweifel eine hohe Mitverantwortung an der Schwächung der schweizerischen EWR-Verhandlungsposition. Ich meine, dass es gerade in die- ser Phase viel mehr darauf ankommt, dem Bundesrat den Rücken zu stärken und seitens des Parlamentes sichtbar zu machen, dass wir willens sind, den EWR als sinnreiche und in- nenpolitisch realistische Binnenmarktoption zu verwirklichen. Dass dabei die Voraussetzungen und die Auswirkungen eines EG-Beitrittes beziehungsweise -Nichtbeitrittes der Schweiz umfassend zu klären sind, ist mit Blick auf die damals ange- führte Begründung zwingend. Der Bundesrat ist diesen Auffor- derungen im übrigen auch ohne Initiative nachgekommen. Diese Arbeit war und ist im Zusammenhang mit der Erarbei- tung des EWR-Vertrages zwingend. Ich erinnere lediglich daran, dass die Efta-Länder und die EG inzwischen gemein- sam den relevanten Acquis, das heisst 30 Jahre EG-Rechts- vorschriften in 1400 Rechtsakten von über 10 000 Seiten, iden- tifiziert haben, der im Vertrag als gemeinsame rechtliche Basis des EWR verankert werden soll. Die schweizerische Parlamen- tarierdelegation hat in Luxemburg in sorgfältiger Abstimmung mit der bundesrätlichen Position Bereitschaft zu einem Entge- genkommen im substantiellen Teil eines EWR-Vertrages be- kundet, gleichzeitig aber um Verständnis dafür gebeten, dass wir ohne Mitbestimmung bei der Entscheidfindung nicht wer- den zustimmen können.
Der Schwierigkeiten sind viele. Der EWR scheint vorweg nach wie vor nicht die Priorität der Prioritäten für die EG zu sein, und das EG-Parlament wurde bis anhin offensichtlich viel zu wenig informiert, obgleich die Kompetenz zur Genehmigung von As- soziationsverträgen bei ihm liegt. Man scheint in diesem Kreise wenig geneigt, neuen EWR-Instanzen mehr Kompeten- zen einzuräumen, als man selber hat. Kleiner Lichtblick in die- ser Situation: Sie haben die gestrige Ankündigung vernom- men, wonach die italienische Delegation neue Vorschläge in die aktuelle Verhandlung einbringt, Vorschläge, welche auch auf die Efta-Position Rücksicht nehmen sollen. Weiterer Hin- weis in diesem Zusammenhang: In der Presse war heute mor- gen zu lesen, dass die EG die Efta-Minister am 19. Dezember zu einem Treffen in Brüssel einlädt. Am Tag zuvor wollen sich die EG-Aussenminister darauf vorbereiten, und zwar mit dem Willen, einen entscheidenden Durchbruch in den EWR-Ver- handlungen zu erreichen.
In dieser schwierigen Phase und heiklen Situation möchte ich namens der Efta-Parlamentarierdelegation, welche in diesem Jahre in erheblichem Masse in das Frontgeschehen einbezo- gen war, dem Bundesrat und den von ihm eingesetzten Ver- handlungsdelegationen für die mit grosser Umsicht und eben- solchem Einsatz geleistete Arbeit danken, ihm das Vertrauen aussprechen und ihn darin bestärken, seine Arbeit mit Zielrich- tung EWR fortzusetzen. Sollten diese Anstrengungen nicht zum Erfolge führen, wird über das weitere Vorgehen zu befin- den sein. Ich darf feststellen, dass die von mir seinerzeit ange- regte Auslegeordnung für Folgen eines Beitritts oder Nichtbei- tritts zur EG im Werden begriffen ist und dass auch im Bereich der Information bereits einiges geschehen ist.
Dafür danke ich dem Bundesrat wie auch dafür, dass er Punkt 4 meiner Interpellation vom Februar 1990, der auf eine Neukonzeption der Aufgabenverteilung zwischen Bundesrat und Bundesversammlung in den auswärtigen Angelegenhei- ten abzielt, weiternin verfolgt -- in Uebereinstimmung also mit dem abschliessend geäusserten Gedanken von Herrn Kol- lege Jagmetti.
M. Felber, conseiller fédéral: C'est un exercice difficile que vous me demandez de faire. Ou bien je parle de l'ensemble du problème et je répondrai aux questions de détail s'il y en a, mais je ne peux pas résumer la position. Celle-ci est la suivante et elle répond à la question essentielle posée tout à l'heure par M. Gadient.
Le Conseil fédéral maintient et soutient que son objectif priori- taire est la négociation sur un Espace économique européen et l'aboutissement de cette négociation dans un accord inter- national correct, satisfaisant et acceptable par les pays de l'AELE et la Suisse. Nous estimons, en particulier, que la négo- ciation d'un Espace économique européen n'enlève rien aux préoccupations qui sont celles de nos concitoyens, des partis politiques, des associations, de vouloir ouvrir le débat sur une éventuelle adhésion de la Suisse à la Communauté. Il s'agit d'un problème différent. Actuellement, nous sommes enga- gés dans des négociations et nous devons les poursuivre jusqu'au bout.
Lors de la première réponse aux trois interpellations en mars de cette année, la Suisse et les partenaires de l'AELE et la Communauté en étaient encore à discuter du cadre d'une fu- ture négociation. C'était la phase exploratoire, où on recon- naissait l'acquis communautaire. Aujourd'hui, et cela depuis le 20 juin 1990, nous som mes en négociations. La discussion d'aujourd'hui nous permet donc de répondre avec plus de précision aux préoccupations exprimées par les trois interpel- lateurs, cela d'autant plus que le Conseil fédéral a adopté, le 26 novembre dernier, un rapport d'information sur l'intégra- tion européenne qui est le résultat d'une réflexion approfondie sur notre politique d'information et en même temps la descrip- tion de la situation actuelle.
Des progrès substantiels ont été réalisés depuis l'ouverture des négociations formelles du 20 juin dernier. Les pays de l'AELE et la Communauté sont parvenus aux résultats sui- vants: Premièrement, le travail d'identification, le travail de cla- rification de l'acquis communautaire pertinent à inclure dans le futur traité est pratiquement terminé. Monsieur Gadient vous citiez tout à l'heure des chiffres impressionnants, et je rappelle le dernier, que nous connaissions aussi, ce sont les dix mille pages de texte qu'il a fallu passer en revue et plusieurs dizai- nes de lois fédérales qui devront éventuellement être modi- fiées. Les difficultés que la reprise de l'acquis va susciter du côté des pays de l'AELE sont connues. Actuellement, les né- gociations qui sont très difficiles - le Conseil fédéral ne le nie pas - se trouvent dans une phase cruciale. A l'initiative des pays de l'AELE, ces derniers et la Communauté européenne ont convenu d'essayer de réaliser ce que vous venez de men- tionner, une percée politique d'ici la fin de l'année, c'est-à-dire tenter de se mettre d'accord sur les grandes lignes du futur traité, non pas au niveau des négociateurs mais au niveau des représentants des gouvernements et des ministres.
La réunion qui devrait permettre cette percée est prévue pour le 19 décembre prochain. c'est pratiquement décidé. Nous constatons donc à ce stade de la négociation, la volonté de nos partenaires de la Communauté aussi d'aboutir si possible à un traité et à des accords acceptables par les pays de l'AELE. Ensuite, nous savons, en effet, que quelles que soient les vo- lontés politiques exprimées par certains pays de l'AELE - l'Au- triche qui a déposé une demande d'adhésion, la Suède qui a annoncé qu'elle discuterait sa future adhésion ··· il n'est de toute manière pas question pour la Communauté d'entrer en matière et d'entrer en négociations sur des adhésions avant 1993 au plus tôt. C'est un fait acquis. Puis viendront les années de négociations. Par conséquent, les pays de l'AELE, sans ac- cord sur l'Espace économique, se trouveraient à l'ouverture du marché unique européen sans possibilité d'y participer. C'est ce fait que nous vou ons particulièrement souligner, en
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disant que nous devons aboutir dans cette première négocia- tion.
Enfin, rien aujourd'hui ne permet d'affirmer que, dès 1993 ou les années suivantes, la Communauté s'élargira ni dans quelle mesure elle s'élargira. Les contacts que nous avons très régu- lièrement avec les pays de la Communauté nous posent au- tant de points d'interrogation qu'ils nous apportent de répon- ses. Récemment, le président en exercice de la Communauté nous disait: «Elargissement, oui mais, et le reste de l'Europe?» Sera-t-il vraiment nécessaire d'élargir encore la Communauté, ou ne devrons-nous pas trouver d'autres structures qui per- mettront de résoudre les problèmes de l'ensemble des pays du continent, et pas seulement l'adhésion de quelques pays à la Communauté? Ce sont des questions qu'il faut se poser. Les pays de l'AELE ont fait une proposition à la Communauté, pour réaliser la percée politique dont nous parions.
Tout d'abord, les négociateurs recommandent à leurs gouver- nements respectifs de retirer les demandes d'exception per- manente pour les remplacer par des périodes transitoires et des clauses de sauvegarde. Tous les pays de l'AELE ont fait cet exercice. Il était bien entendu que certaines de nos excep- tions demeuraient en vigueur et ne pouvaient pas être retirées. Il s'agit en particulier du transit routier - c'est valable pour la Suisse mais aussi pour l'Autriche - ou, pour l'Islande, des in- vestissements directs dans le secteur de la pêche. Nous avons posé ces nouveaux prémices de négociation à la Commu- nauté, à la condition que celle-ci nous offre une solution satis- faisante en ce qui concerne le processus de décision du futur Espace économique européen. La balle est actuellement dans le camp de la Communauté. Nous avons fait le premier pas et nous avons maintenu nos exigences sur le deuxième volet, celui des institutions.
Au vu des concessions que nous sommes disposés à faire, nous sommes en droit d'attendre de la Communauté une offre institutionnelle satisfaisante, qui doit aller au-delà des princi- pes avancés jusqu'ici par la Commission, c'est-à-dire informa- tion, puis consultation, mais pas de co-décision. Cette offre devrait être présentée au plus tard jusqu'à la fin de ce mois. Personnellement, j'ai entendu le président de la Commission, M. Delors, me rassurer dans une certaine mesure, à Paris il y a quelques semaines, en me disant: «Nous trouverons une solu- tion, nous devons et nous voulons trouver une solution pour la conclusion des négociations sur l'Espace économique euro- péen.»
Reconnaissons que cette négociation est très difficile, que les perspectives de réaliser cette percée sont incertaines, mais quoi qu'il en soit la Suisse, qui préside l'AELE jusqu'à la fin de cette année, fera tout ce qui est en son pouvoir pour assurer le succès de l'opération.
Je reprends les développements qui rendent la négociation difficile. Premièrement, l'obstacle le plus important c'est, vous l'avez relevé, le processus de décision du futur Espace écono- mique européen. Nous souhaitons, avec tous les pays de l'AELE, la création d'un mécanisme de décision commun con- duisant à l'adoption commune des règles de l'Espace écono- mique, sans qu'une partie contractante puisse être mise de- vant un fait accompli.
Je crois, Monsieur Jagmetti, qu'on ne peut mieux définir que vous ne l'avez fait ce qui nous préoccupe. Ce n'est pas la con- clusion du traité - on accepte ou bien on refuse tout ce qui nous est proposé et l'acquis communautaire - c'est la suite qui pose un problème, c'est-à-dire l'évolution de ce droit ac- quis, de ce droit de l'Espace économique, auquel ni les parle- ments ni même les gouvernements des pays de l'AELE ne pourraient plus participer. On nous l'imposerait par des déci- sions émanant de la Communauté. Nous savons que la Com- munauté continue d'insister, elle, sur le maintien intégral de son autonomie de décision. C'est le problème le plus impor- tant.
Soyons honnêtes et soulignons que les pays de la Commu- nauté ont quelques bonnes raisons de défendre leur point de vue. Leur raisonnement est en fait le suivant: «Nous avons fait des sacrifices, pendant trente ans nous avons tous limité notre autonomie, et aujourd'hui vous nous demandez, vous qui ne prenez malgré tout qu'une partie de notre droit, de pouvoir
l'élaborer et le décider avec nous!» C'est la réponse qui nous est donnée.
La deuxième difficulté, c'est la question des clauses de sauve- garde et des périodes transitoires qui pourraient remplacer, à condition que les institutions soient réglées, les exceptions permanentes dans des domaines d'intérêt vital. Pour la Suisse, les deux points principaux - indépendamment du tra- fic routier que nous négocions en dehors du traité - sont la po- litique des étrangers, c'est-à-dire la libre circulation des per- sonnes, et tous les problèmes liés à ce que nous nommons tous, parce que nous nous comprenons, la Lex Friedrich, c'est-à-dire les acquisitions de biens immobiliers par des étrangers. Nous tentons de ne pas imposer une exception per- manente mais de pouvoir, le cas échéant, obtenir une clause de sauvegarde qui nous permettrait, politiquement d'assumer notre responsabilité. C'est un élément de la discussion qui est également extrêmement difficile.
Comme vous l'avez dit, Messieurs les Conseillers aux Etats, nous ne craignons pas, dans le cas de la libre circulation des personnes, une invasion de la Suisse par les citoyens des pays de la Communauté. Nous sommes persuadés que cette libre circulation des personnes est aussi pour notre pays un avantage important: échanges culturels, possibilité pour nos concitoyens de s'établir et de se rendre à l'étranger, possibilité - vous avez bien fait de le souligner - pour les étudiants de se déplacer facilement, entraînement en Suisse d'une unification des études également.
Troisième problème, les récentes demandes de la Commu- nauté en matière agricole. C'est une difficulté supplémentaire qui est venue s'ajouter à nos négociations. L'ampleur et la por- tée de ces demandes dépassent toute attente et ne sont pas de nature à faciliter l'aboutissement des négociations. Nous pensons que ces demandes doivent être traitées à l'intérieur des règles qui échoiront au GATT.
Enfin, quatrième difficulté, la position prise récemment par la Suède qui affaiblit indiscutablement la position des pays de l'AELE. En réalité, comme l'a souligné M. Gadient, la Suède exige aussi d'aller jusqu'au bout de la négociation, elle est fi- dèle dans ses engagements, mais en annonçant d'ores et déjà que l'année prochaine elle envisagera éventuellement une demande d'adhésion, elle incite nos partenaires négocia- teurs de la Communauté à se montrer plus exigeants. En effet, s'ils sont convaincus que les pays de l'AELE vont de toute fa- çon adhérer un jour ou l'autre à la Communauté, peu importe que le traité ne soit pas tout à fait satisfaisant: ce n'est qu'un palliatif, un instrument transitoire qui sera observé pendant quelques années par les pays de l'AELE, lesquels pourront ensuite adhérer à la Communauté. Il y a là un affaiblissement de notre position de négociation, même si la Suède affirme qu'elle est déterminée à soutenir les positions de l'AELE dans la négociation.
Toutes ces difficultés ne doivent pas nous décourager. Il est peut-être un peu tôt pour en tirer les conséquences pour notre politique d'intégration et pour changer de monture. La mise en place d'un Espace économique européen global et structuré reste, je le répète, l'objectif prioritaire de notre politique d'inté- gration. C'est à notre avis l'option d'intégration qui, actuelle- ment, est la plus proche des courants d'opinion dans notre pays et qui en même temps est capable de tenir compte de l'accélération du processus d'intégration européenne.
En ce qui concerne le renforcement de l'AELE, dès le début des pourparlers sur l'Espace économique européen, la Suisse a appuyé les mesures destinées à renforcer cette asso- ciation et à lui donner une plus grande cohésion. Nous avons adopté une structure multilatérale, les pays membres se ren- contrent souvent, arrêtent leur position et la défendent dans les négociations. Nous voulons toutefois rappeler que, pour le Conseil fédéral, l'objectif d'un Espace économique est impor- tant à la condition que le traité qui le concrétise soit équilibré. Cela signifie, sur le plan institutionnel, un traité qui garantisse à notre pays une participation au processus de décision, pour le développement ultérieur. Le Conseil fédéral examinera la via- bilité du traité en se fondant sur l'ensemble des résultats de la négociation, étant entendu que l'aspect institutionnel jouera dans ce contexte un rôle très important. Si le résultat de notre
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examen devait s'avérer insatisfaisant, nous pourrions être en- traînés à choisir d'autres options ou à refuser purement et sim- plement de proposer au Parlement la ratification d'un tel traité. Nous tenons à dire qu'un traité faible ne sera pas nécessaire- ment un mauvais traité. Ce que nous désirons, c'est un traité ambitieux. S'il devait être réduit, nous pourrions encore l'ac- cepter à la condition qu'il soit intéressant, même réduit, mais qu'il ne mette pas en cause les volontés que nous avons claire- ment exprimées ici.
Enfin, nous avons fait une première analyse des options qui se présentaient au Conseil fédéral, c'est-à-dire l'adhésion ou la solution pragmatique isolée, traité par traité, matière par ma- tière. Nous croyons que le Conseil fédéral, tout comme le Par- lement et le peuple suisse doivent se poser ces questions. Nous ne croyons pas à l'acte de foi euphorique, nous savons pertinemment qu'un débat sur l'adhésion de la Suisse à la Communauté entraînera toute une série de questions et de problèmes qu'il faudra résoudre. Nous voulons avoir le droit et la possibilité de les examiner, de les analyser et d'en discuter aussi avec le Parlement, bien évidemment.
J'en viens ici aux propositions que nous ont faites MM. Jag- metti et Gadient, conseillers aux Etats, concernant la participa- tion du Parlement à ce processus d'intégration. Devant l'ou- verture de nouvelles possibilités éventuelles, il est évident qu'une délégation du Parlement, ou des commissions réu- nies, ou les groupes constitués - la Délégation à l'AELE, la Dé- légation parlementaire à la Communauté - devraient pouvoir être informés dès le début des premières propositions que nous devrions élaborer. Actuellement, dans le cadre de la né- gociation en cours - nous vous l'avions déjà dit au mois de mars, Monsieur Gadient - évidemment la difficulté est plus grande. On ne peut pas intégrer ou du moins très difficilement, le Parlement ou des parties de celui-ci à cette négociation. No- tre but est donc de vous renseigner au fur et à mesure des diffi- cultés que nous rencontrerons. Autre chose sera, le moment venu, la conclusion, où nous devrons vous associer étroite- ment et enfin, les autres options que nous devrons analyser.
La neutralité, nous y reviendrons tout à l'heure puisqu'il y a d'autres interpellations.
Nous voudrions simplement répondre, en terminant, aux quel- ques questions posées par M. Huber concernant l'Europe centrale et l'Europe de l'Est.
Depuis une année, moment qu'on a appelé «la nouvelle distri- bution démocratique en Europe», l'évolution dans les pays d'Europe centrale et d'Europe de l'Est sur le plan des institu- tions politiques a été très rapide. Pratiquement tous les pays qui ont opéré une réforme de leurs structures sont capables d'adhérer au Conseil de l'Europe, ce qui signifie qu'ils ont ac- quis des structures démocratiques comparables aux nôtres sur le plan économique. La réforme des structures mises en place soulève et suscite des problèmes considérables. On dé- couvre brutalement le vieillissement, l'âge des installations de production, on découvre brutalement que la collectivisation des biens de production, y compris dans le domaine agricole des terres nationalisées et de la création de ce qu'on appelait en Union soviétique kolkhozes et sovkhozes, se traduit par des effets pervers; au moment même où l'on choisit de privati- ser, certaines de ces institutions n'acceptant pas la privatisa- tion. Les plus riches d'entre elles refusent aujourd'hui de livrer leurs produits dans les villes, d'où les problèmes d'alimenta- tion dans les grandes villes d'Union soviétique. On a assisté dans ces pays à une apparition soudaine et grave du chô- mage, notion qui était - vous le savez - totalement capitaliste jusqu'en 1989, il n'y avait pas de chômage dans les pays à économie planifiée. Il y a aujourd'hui des taux de chômage ex- trêmement importants et il n'y a aucune réserve financière pour soutenir les chômeurs. Ce sont des éléments qui appa- raissent sur le plan humain.
Deuxième élément extrêmement grave, la situation financière de ces pays. Leur monnaie n'est pas convertible, il faut donc des milliards pour la stabiliser et pour la rendre convertible dans le marché intérieur de chacun de ces pays - ce que nous avons fait pour la Pologne, ce que nous allons faire pour la Tchécoslovaquie, ce que nous allons probablement devoir faire pour l'Union soviétique. Les dettes contractées par ces
pays sont énormes. L'Union soviétique doit s'attendre à traver- ser deux années extrêmement difficiles, 1991 et 1992, qui sont des années d'échéance de dettes importantes contractées par l'Etat via les structures économiques planifiées vis-à-vis des fournisseurs étrangers, qui ne sont pas des Etats, mais des entreprises qui exigent leur paiement. La Suisse, par exemple, qui est encore bien servie, a en Union soviétique une créance de 300 millions de francs. Mais certaines petites entreprises de notre pays -- nous devons le savoir - doivent re- noncer à livrer si elles n'ont pas été payées pour leurs derniè- res fournitures. C'est une situation extrêmement difficile sur le plan financier. L'Union soviétique imagine devoir entrer aussi au Fonds monétaire international et bénéficier des structures de ce fonds pour les réajustements économiques.
Enfin, sur le plan politique, les fractions de population qui su- bissent les transformations des structures, c'est-à-dire les chômeurs, certains paysans, certains habitants des grandes villes qui ne trouvent plus de nourriture, sont évidemment, déjà aujourd'hui, en train de se poser la question de savoir si elles ont gagné ou perdu en accédant à la liberté. Je ne vous referai pas le discours du président de la Fédération tchèque et slovaque, M. Havel, qui nous disait sa crainte de voir un re- tournement de la situatior, pour revenir à des traditions qui n'étaient pas très généreuses et pas très libérales mais qui permettaient à tout le monde d'avoir quelque chose à acheter tous les jours, qui mettaient chacun à l'abri du chômage et qui permettaient à chacun de recevoir un salaire, même modeste, à la fin du mois. C'est à ce niveau-là que nous devons égale- ment apporter notre soutien, sur le plan humanitaire.
En Union soviétique, le problème des nationalités se pose d'une manière extrêmement aiguë. Chacune des républiques, les plus riches, les plus occidentales - je ne parle pas des ré- publiques asiatiques - imagine, souhaite, demande d'accé- der à une autonomie politique et économique, ce qui détruirait l'ensemble de l'Union soviétique, mais ce qui entraînerait aussi, pour chacune de ces républiques, une situation écono- mique insupportable. La décentralisation soviétique est l'illus- tration de ce qu'on ne doit pas faire, c'est-à-dire spécialiser chacune des républiques dans la production de biens déter- minés. De ce fait, elles n'ont pas d'économie qui soit complé- mentaire, elles ont besoin nécessairement les unes des au- tres. Aujourd'hui en Union soviétique, ce à quoi nous assis- tons, c'est précisément à l'émergence de cette volonté politi- que des diverses républiques qui veulent atteindre un stade d'indépendance le plus élevé possible et qui bloquent simple- ment les livraisons de leurs produits vers les autres républi- ques et vers les grandes vi les, ce qui fait que tout le système de production en Union soviétique est aujourd'hui paralysé.
Le Soviet suprême, qui se réunira cette semaine, devra discu- ter d'un nouveau Traité de l'Union. Il réglera les formes de coo- pération entre les républiques et l'union centrale. Selon les renseignements qui m'ont été communiqués la semaine der- nière, il semble que les responsables de ces diverses républi- ques mesurent tout de même les difficultés qu'il y aurait à vou- loir absolument être entièrement indépendantes et accepte- ront que ce traité soit signé, en leur laissant - comme cela ne s'est jamais vu en Union soviétique - une assez large autono- mie, y compris en matière c'affaires étrangères. Resteront à la centrale la monnaie, les finances, les lois de l'économie géné- rale et la défense.
Nous avons constaté que les grandes villes d'Union soviéti- que, Moscou et Leningrad, sont dépourvues de tous biens ali- mentaires, de tous médicaments (il n'y a même pas d'aspiri- nes) et les dirigeants soviétiques que j'ai rencontrés m'ont très clairement dit qu'il n'y avait pas d'orgueil ni d'amour-propre à respecter, et qu'ils avaient besoin d'une aide occidentale afin de traverser cet hiver. C'est ce que le Conseil fédéral examine actuellement.
Ces grandes villes sont les victimes immédiates des luttes internes entre les diverses républiques soviétiques. Le maire de Moscou me déclarait vendredi soir: «il serait beau d'être maire de Moscou si je n'étais pas responsable du pain que vont manger mes concitoyens demain matin». Moscou compte 9 millions d'habitants; chaque jour, 1,5 million de tra- vailleurs viennent de l'extérieur mais s'approvisionnent et
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mangent dans la capitale, plus 3 millions de visiteurs. Au total, environ 14 millions d'habitants se nourrissent à Moscou qui n'est plus approvisionnée. En outre vous le savez, dans de telles circonstances, le marché noir fleurit; il y a toujours des malins. Le racket organisé sévit aussi dans divers magasins et le pauvre peuple trinque. Il faut également compter avec une transformation et une hausse des prix, non seulement à cause de la rareté des produits, mais aussi parce que l'on adapte pe- tit à petit les prix aux coûts réels des marchandises en fonction de la productivité, et cela devient extrêmement difficile, en par- ticulier en ce qui concerne les deux grandes villes susmention- nées qui n'ont pratiquement pas d'arrière-pays et sont entière- ment approvisionnées par les campagnes environnantes ap- partenant à des républiques.
Excusez-moi, j'ai été un peu long, mais de nombreux problè- mes étaient posés et cela me permettait de donner plusieurs indications complémentaires.
Rhinow: Wir befinden uns zweifellos in einer hochinteressan- ten Phase unserer Geschichte. Wir stehen vor grundlegenden Entscheidungen über die Zukunft unseres Landes. Dabei dür- fen wir aber die Augen nicht davor verschliessen, dass unser Entscheidungsspielraum kleiner ist, als manche meinen mö- gen, und dass wir so oder so gewisse Entwicklungen in Eu- ropa und der Welt teilweise nachzuvollziehen haben oder de- ren Auswirkungen zu spüren bekommen.
Wir stehen letztlich vor zwei entscheidenden, existentiellen Grundfragen. Die eine ist mehr mentaler Art, berührt unsere Grundbefindlichkeit, unsere Einstellung und unsere Haltung. Die andere betrifft die Strategie unseres Handelns, unser Selbstverständnis, unsere Identität morgen und in der Zu- kunft.
Zur ersten Frage: Sind wir fähig, sind wir bereit, die auf uns zu- kommenden, ja die schon drängenden Herausforderungen anzunehmen, mit Zuversicht anzupacken, aus einer gewissen Lethargie, aus dem grassierenden helvetischen Pessimismus auszubrechen? Bringen wir neuen Mut auf, Entscheidungen trotz ihrer Risiken zu fällen, bei Veränderungen primär die Chancen und nicht nur die Gefahren in den Vordergrund zu rücken? Können wir vor lauter Bedenken noch denken, vor lauter Händeln noch handeln? Gelingt es, die im Uebermass vorhandenen Bremsmechanismen zu lösen, die Schweiz in Fahrt zu bringen? Ich hoffe es, ich wünsche es! Denn unser schlimmstes Schicksal bestünde im lähmenden Zuwarten, im zögerlichen Verharren, in der führungslosen Unentschlossen- heit. Der berühmte Europäer Robert Schuman drückte diesen Gedanken 1950 wie folgt aus: «Nous aurons à convaincre les sceptiques qui ne voient que les risques et qui pensent à tort que le moindre risque consiste toujours à ne rien faire.»
Hier erwarte ich auch vom Bundesrat, dass er vorangeht, seine Absichten deklariert. Gerade ein Land, das aufgrund sei- ner langen Fixierung auf die Maxime der Neutralität aussenpo- litisch unterentwickelt ist, bedarf der Führung in dieser unsi- cheren Zeit.
Die zweite strategische Frage lautet einfach, doch ihre Beant- wortung ist folgenschwer. Soll die Schweiz ihren bisherigen Kurs beibehalten, sich Integrationsgelüsten und -versuchen mann- respektive frauhaft entgegenstemmen, mit Einzelab- kommen das Nötigste tun oder gar den Alleingang mit all sei- nen Konsequenzen wählen? Oder soll sie bei einer europäi- schen Integration mitwirken, sich einbeziehen lassen oder gar eine sich verändernde Europäische Gemeinschaft aktiv mitge- stalten? Es ist letztlich diese Alternative, die zur Entscheidung ansteht. Oft ist auch in den Reden von Bundesräten die Rede von drei Varianten: Alleingang, EWR oder EG. Vorerst wurden die EG-Anhänger als unüberlegte «Stürmi» abqualifiziert; jetzt scheinen die Alleingänger in Verruf zu kommen, und den EG- Anhängern steht wohl eine allmähliche und stillschweigende Rehabilitierung ins Haus.
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EWR und EG sind keine eigentlichen Alternativen. Angesichts der aktuellen Entwicklung in den nordischen Staaten sind es wohl eher zeitlich gestaffelte Untervarianten: Wir haben die Wahl, direkt ein Beitrittsgesuch für die EG zu stellen, eine sich noch entwickelnde Gross-EG, oder wir beharren auf dem jetzi-
gen Weg, zuerst ein Vorzimmer EWR zu betreten, sofern diese Verhandlungen zu einem akzeptablen Ergebnis führen.
Ich habe mehrfach gesagt, dass ich mich einem akzeptablen EWR in jedem Falle anschliessen kann, ihn auch befürworten werde, trotz meiner Sympathien für einen späteren Beitritt zur EG. Nicht verstehen kann ich aber die Ausführungen unseres sehr geschätzten Herrn Kollegen Gadient zur Euro-Initiative. Wir dürfen doch, ja, wir sollten sogar in diesem Lande über die Ausrichtung unserer Europapolitik, vor allem auch nach allfäl- ligen EWR-Verhandlungen, diskutieren und Anstösse dazu geben.
Die Initiative wendet sich nicht gegen den EWR, auch wenn einzelne Unterzeichner diesem EWR vielleicht nicht gut ge- sinnt sind. Die Initiative als solche will unter anderem die Auf- nahme von Beitrittsverhandlungen, um dann in diesem Ver- fahren auf eine zukünftige EG Einfluss nehmen zu können. Bis es zur Abstimmung über diese Initiative kommt, vergehen Jahre; jedenfalls ist bis dann das Schicksal des EWR längst besiegelt, so oder so. Wenn etwas die Verhandlungsposition der Efta geschwächt haben sollte, war es doch wohl die Tatsa- che, dass ein Mitglied der Efta bereits ein EG-Beitrittsgesuch gestellt hat und nordische Staaten sich nun auf dem gleichen Wege befinden. Ich danke Herrn Bundesrat Felber, dass er dies vorhin klar gesagt hat.
Wir Initianten nehmen uns jedenfalls nicht so wichtig, wie wir jetzt hingestellt worden sind. Die Lancierung einer Volksinitia- tive ist nicht mit der offiziellen Regierungshaltung gleichzuset- zen. Wenn wir die Frage unseres weiteren Vorgehens prüfen, sollten wir die Nachteile eines EG-Beitritts und der EG nicht im- mer in den schwärzesten Farben an die Wand malen. ~ 'ne auch die Chancen zu sehen, die Optionen zu suchen und un- sere Stärken zu betonen. Dabei stehen fünf Erwägungen voran:
Wenn wir Alleingang oder EG-Beitritt vergleichen, dann dür- fen wir nicht den Status quo ins Auge fassen. Eine EG, die sich von der 12er-Gemeinschaft zur 19er- oder gar 24er-Gemein- schaft wandelt, muss sich auch intern strukturell verändern. Wir werden nie in die Lage kommen, einer EG in genau der heutigen Form beizutreten.
Die heutige EG ist zentralistisch und wenig demokratisch strukturiert, das ist richtig. Sie ist immer noch vor allem eine Wirtschaftsgemeinschaft, das ist auch richtig. Aber vergessen wir nicht, dass die Schaffung eines einheitlichen Wirtschafts- raums auch bei der Gründung unseres Bundesstaates und übrigens auch anderer Staatswesen ein vorrangiges Ziel und Motiv darstellte. Der Vorgang ist in der Geschichte so einmalig nicht. Es ist jetzt die Zeit gekommen, aus einer Wirtschaftsge- meinschaft auch ein kulturelles Europa zu schaffen; denn letzt- lich sind es ja Geschichte und Kulturen, welche Europa aus- machen, ihm seine Form, sein Gepräge geben.
Wenn wir Vergleiche anstellen, dürfen wir auch nicht die Schweiz von heute oder gar ein Wunschbild von gestern zu- grunde legen. Wir müssen uns fragen, wie eine Solo-Schweiz das Abseitsstehen ertragen würde. Wenn wir wieder in die Ge- schichte zurückblicken, so ist anzunehmen, dass der schwei- zerische Staatenbund in der ersten Hälfte des letzten Jahrhun- derts früher oder später auseinandergebrochen wäre, hätte er nicht 1848 durch einen revolutionären Akt den Sprung zum Bundesstaat geschafft.
Wenn die Efta-Staaten alle, oder doch fast alle, Beitrittsge- suche stellen, dann eröffnen sich grosse Chancen, über die Gestalt der künftigen EG mitzubestimmen. Es gilt doch jetzt, Einfluss zu nehmen, Ideen einzubringen, an vorderster Front mit dabeizusein, zusammen mit Verbündeten die Stimme der Kleinen in Europa zu Gehör zu bringen. Wir wollen doch nicht erst ein Beitrittsgesuch stellen, wenn - entschuldigen Sie den Ausdruck - der europäische Mist schon geführt ist, und zwar am helvetischen Stall vorbei.
Wir haben doch auch etwas zu sagen - ohne Ueberheblich- keit und ohne Sendungsbewusstsein haben wir etwas einzu- bringen: unsere föderalistischen Erfahrungen etwa, unsere demokratischen Gepflogenheiten, überhaupt unsere Raison d'être. Schaffen wir nicht den Ständerat ab, schaffen wir einen zweiten in Europa!
Lassen Sie mich zum Abschluss noch einen zweiten Europäer
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5 décembre 1990
zitieren, den Erfinder der Europäischen Gemeinschaft, Jean Monnet: «Faire l'Europe c'est faire la paix.»
Rüesch: Die politische Entwicklung in Europa ruft in unserem Lande immer mehr eruptive Kräfte in Richtung Oeffnung auf den Plan, insbesondere bei der Jugend, aber auch im Parla- ment. Dazu gehört der wachsende Wunsch vieler Parlamenta- rier zur verstärkten Mitwirkung in der Aussenpolitik. Dieser Wunsch hat aber noch eine andere Wurzel, nämlich in der heu- tigen Mentalität, alles transparent zu machen, und im Bereiche der Aussenpolitik ist eben manches nicht transparent wie im Bereiche der Militärpolitik auch nicht, weil man mit der Trans- parenz in gewissem Sinne die Sache unwirksam macht, weil man gewisse Dinge, um wirksam zu sein, in aller Stille tun muss und nicht in der Oeffentlichkeit breitschlagen kann.
Das Departement Felber hat auf alle Fälle im Irak viele Geiseln frei bekommen, in aller Stille und in guter Wirksamkeit, bevor andere Leute daraus ein Showgeschäft gemacht haben. Mei- nes Erachtens ist darum eine gewisse Kritik an der Aussenpoli- tik des Bundesrates und am Departement nicht angebracht, auf alle Fälle, Herr Bundesrat, mein Vertrauen haben Sie!
Heute wird nun zum Zwecke der verbesserten Mitarbeit in der Aussenpolitik eine parlamentarische Delegation analog der Fi- nanzdelegation vorgeschlagen. Eine weitere Delegation soll im Sektor Geheimsphäre, im Bereich Staatsschutz entstehen, und für den Bereich unseres militärischen Nachrichtendien- stes ist ein ähnliches Organ postuliert. Nun ist aber zu beach- ten, dass die Finanzdelegation und auch die vorgeschlagenen Delegationen im Geheimbereich reine Kontrollorgane sind. Die Finanzdelegation kontrolliert, ob der Bundesrat, die De- partemente und Bundesämter die Gesetze und Finanzbe- schlüsse einhalten. Die Finanzdelegation macht keine Finanz- politik, sie ist ein Kontrollorgan. Eine aussenpolitische Delega- tion wäre zweifellos nicht nur ein Kontrollorgan, sondern hätte ja nur einen Sinn, wenn sie auf die Aussenpolitik Einfluss nähme; darin sehe ich aus meiner Sicht eine Gefahr, die Ge- fahr einer Nebenregierung. Und wir sollten uns im Parlament hüten, Nebenregierungen zu bilden, sei es in diesem oder in jenem Bereich. Ich bin der Meinung, dass das Parlament sei- nen Einfluss in der Aussenpolitik über die aussenpolitischen Kommissionen und über unsere Delegationen bei der Efta, beim Europarat usw. ausüben muss. So wie ich auch der Mei- nung bin, dass ein frühzeitiger, präventiver Einfluss des Parla- mentes, etwa in der Militärpolitik, vermehrt über die Militärkom- missionen gestaltet werden sollte, was ihr Wunsch ist, und we- niger über gewisse öffentliche Diskussionen und ausserparla- mentarische Uebungen.
Ich warne Sie vor dem Einsatz von Nebenregierungen. Sie werden eine Regierung, einen Bundesrat niemals aufwerten, indem sie ihn mit Nebenregierungen abwerten: Hingegen wäre es notwendig, dass wir im Rahmen der Aussenpolitik die Arbeit der aussenpolitischen Kommissionen und unserer De- legationen bei Efta, Europarat usw. (Zwischenruf Miville: Wir sind einfach immer wieder «und so weiter» bei ihm!) vermehrt koordinieren. Im Rahmen dieser Koordination sollte das Ge- spräch mit dem Bundesrat geführt werden. Auf diese Art sollte das Parlament Einfluss nehmen.
Ich glaube, dass hier die Lösung zu vermehrtem Einfluss liegt und nicht in neuen Delegationen oder in der öffentlichen Aus- breitung der Aussenpolitik, bevor überhaupt Entscheidungen fallen. Eine solche Ausbreitung könnte später dem Bundesrat entsprechende Schwierigkeiten bereiten. Letzten Endes muss immer noch der Bundesrat mit uns im Hintergrund verhandeln und nicht wir direkt nach aussen.
M. Roth: J'insiste sur la pertinence des questions posées par M. Gadient et sur la justesse de ses prévisions dans la brève analyse que contient son interpellation écrite.
Nous voulons bien croire que nous devons ranger au vestiaire le pessimisme ambiant qui règne autour des négociations re- latives à l'Espace économique européen. Il n'en est pas moins vrai qu'au fur et à mesure de la progression des négociations il reste dans la bouche de chacun de nos négociateurs des pro- pos qui se veulent certes rassurants, mais qui ne peuvent plus masquer les abîmes séparant nos positions.
Très sincèrement, je ne souhaite pas l'échec de ces négocia- tions, mais je n'aimerais pas que, si un tel revers devait interve- nir d'ici l'an prochain, nctre réflexe et celui du peuple suisse soient celui du repli, frustrés que nous aurions pu être par le cours de ces négociations, ce qui serait, à mon sens, pure- ment suicidaire pour le pays.
C'est la raison pour laquelle il m'apparaît que la seule alterna- tive à explorer est celle de l'adhésion de la Suisse à la Commu- nauté européenne. Certes, elle ne doit pas intervenir «la tête dans un sac», comme pis-aller à une situation que nous n'au- rions pas pu faire aboutir. Elle doit au contraire faire l'objet d'une vaste négociation tenant compte des intérêts spécifi- ques de notre pays, sur laquelle notre Parlement et le peuple suisse doivent, par étapes importantes, être tenus informés et, in fine, consultés.
L'opinion publique doit être préparée à cette éventualité. C'est aussi en prévision de cela que j'ai déposé, avec quelques col- lègues de ce conseil, une initiative parlementaire qui demande l'adhésion, et également qu'avec d'autres parlementaires une initiative populaire a été lancée, et ce hors de toute volonté de court-circuitage des négociations entre l'AELE et la Commu- nauté européenne, simplement parce que nous sommes con- vaincus que dès à présent cette voie doit être explorée sans plus attendre.
Tout va vite, dans ce processus de la construction de l'Europe, et nous ne devons pas rater le train en la matière. Nous devons nous y préparer en explorant aussi l'alternative quasi incon- tournable et qui se posera un jour ou l'autre de l'urgence de l'adhésion de notre pays à la Communauté européenne.
Frau Meier Josi: Ich spreche zum Thema europäische Integra- tion. Als die EG beschloss, bis Ende 1992 den Binnenmarkt zu verwirklichen, war noch nicht vorauszusehen, welch unge- heure Beschleunigung die Integration Europas durch die Ent- wicklung im Osten (1989) erfahren würde. Inzwischen hat die UdSSR den Bankrott ihres wirtschaftlichen und politischen Sy- stems selbst zugeben müssen und sucht Kontakte aller Art mit dem Westen; Deutschlard wurde aus der Pfandhaft der bei- den Supermächte befreit und, einmal vereinigt, setzte es ··· al- lein schon um seine Partner zu beruhigen -- betont auf die eu- ropäische Trumpfkarte. Das Drucken von politischen Karten anderseits wird zum Risikogeschäft, da sie über Nacht zu ver- alten drohen.
Die EG steht damit nicht nur wirtschaftlich, sondern auch poli- tisch zunehmend unter Erfolgszwang. Bei allen Szenarien, die Mitte der achtziger Jahre entworfen wurden: Keines war so dramatisch und revolutionär wie die Wirklichkeit. Als 1988 Herr Delors die Efta-Staaten zu gemeinsamem Tun aufrief und da- mit die EWR-Verhandlungen instradierte, dachte noch nie- mand an solche Veränderungen in Europa, Veränderungen, die sogar unsere Neutralitätspolitik in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Zeichen der Ungeduld bis hin zu einer EG- Initiative sind sicher dieser sich überstürzenden Entwicklung zuzuschreiben. Wir haben natürlich mitzudenken, denn: Wer zu spät kommt, sagte Gorbatschow vor einem guten Jahr, den bestraft das Leben. Wo Volk und Parlament jahrzehntelang kaum Interesse für grenzüberschreitende Fragen zeigten und manche überängstlich jede Oeffnung vereitelten, zeichnet sich allerdings heute die Gefahr eines gegenteiligen Pendel- schlages ab. Wir müssen jetzt aufpassen, dass das Pendel nicht aus der Halterung springt. Die Folgen der verschiedenen Optionen sind trotz Zeitdruck sorgfältig zu prüfen. Schliesslich wollen wir durch eine Volksabstimmung kommen, also muss das Volk die Gewissheit haben, dass es gerade seine Volks- rechte nicht für ein Linsen mus verschenkt.
Es stand von Anfang an fest, dass die EWR-Verhandlungen kein Sonntagsspaziergang sein würden. Bevor wir die Ver- handlungsergebnisse beurteilen, sollten diese feststehen, und bevor es soweit ist, will ich dem Bundesrat nicht in den Rücken fallen. Ich will ihm vielmehr ebenfalls den Rücken stär- ken, vorausgesetzt, dass er selbst den Willen zeigt, weiterhin aufrecht zu gehen, und sofern die Marschrichtung klar bleibt. Ich will das tun, weil die Variante EWR die schrittweise Integra- tion ermöglicht und weil sie neutralitätsrechtlich unbedenklich
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ist. Das hindert uns nicht daran, Zwischenresultate zu beurtei- len, Verhandlungsrichtungen zu empfehlen und auch die Fol- gen eines Beitritts oder einer freigewählten Isolation - die ich persönlich ausschliesse - laufend zu evaluieren.
Die immer häufigeren Kontakte zwischen Bundesrat und Par- lament zu diesem Zwecke sind dienlich und unbedingt nötig. Zweierlei scheint mir dabei besonders wichtig. Nachdem die Aussenpolitik im Europabereich endgültig zur Innenpolitik ge- worden ist, muss - da stimme ich mit Kollege Gadient und sei- ner seinerzeitigen Interpellationsbegründung überein - die Aufgabenteilung zwischen Bundesrat und Parlament neu überdacht werden. Es geht sicher nicht um Kontrollaufgaben - da hat Kollege Rüesch recht -, es geht um Uebermittlungs- riemen zum Volk, es geht auch um Synergien zwischen den Gewalten. Der Beizug von Parlamentarierdelegationen ist si- cher genauso möglich wie der Beizug von Leuten des Vororts. Ich halte ihn in bestimmten Fragen für genauso wichtig und notwendig wie den Beizug von Leuten aus den kantonalen Re- gierungen und anderen Körperschaften und Organisationen, dies im Hinblick auf die heutigen Organisationsformen in un- serem Lande.
Heute schon sollten auch vermehrt Kontakte zwischen Parla- mentariern der Schweiz und Europaparlamentariern stattfin- den. Es geht bei solchen Kontakten darum, vermehrt um Ver- ständnis für unsere Position, vor allem bei Verkehrs- und Um- weltanliegen, zu werben. Das (und nicht etwa die Freizügigkeit oder die Lex Friedrich) sind für mich jene beiden Ecksteine, bei denen ich mich nicht mit befristeten Regelungen abfinden kann, wenn uns nicht ganz massive Gegenleistungen im Be- reiche der Mitbestimmung offeriert werden. Ferner können wir auch bei Europaparlamentariern werben für eine möglichst einverständliche und nicht von der EG einseitig diktierte Wil- lensbildung bei der Weiterentwicklung des europäischen Rechtes innerhalb des EWR.
Die gegenseitige Unterstützung von Bundesrat und Parlament war mein erstes Anliegen. Meine zweite Bitte richte ich an un- ser Büro. Es muss der Europadebatte in Zukunft bewusst re- gelmässig Platz einräumen. Wir können uns in dieser Sache nicht mehr hinter elitärem Effizienzdenken verschanzen. Es reicht nicht aus, wenn wir etwas wissen. Wir müssen uns dem Volk offen stellen. Es will wissen, woran es mit uns ist; es hat zwar nie einen «Führer» gewollt, aber es erwartet zu Recht eine Führungsrolle von Bundesrat und Parlament in der Integra- tionsfrage.
Eine Schlussbemerkung zu unserer Integrationsphilosophie: Wir haben Europa mehr zu bieten als bloss wirtschaftliche Po- tenzen oder den schnellsten Weg zwischen Norden und Sü- den. Wir haben ihm etwas anderes zu bieten, vor allem die Er- fahrung mit dem engen, multikulturellen Zusammenleben, mit der institutionellen Einheit in der Vielfalt und schliesslich noch die Erfahrung im institutionellen Umgang mit dem Prinzip der Subsidiarität.
Unsere Verfassung hat 1848 Unabhängigkeit einerseits und Mehrung der Wohlfahrt andererseits zu Zielen der Eidgenos- senschaft erklärt. Die Wohlfahrt lässt sich durch eine starke In- tegrationsform sicher mehren. Die Debatte wird sich daher auf das Thema Unabhängigkeit konzentrieren. Es wird vornehm- lich darum gehen, dem Volk verständlich zu machen, dass ein blosser, faktisch erzwingbarer Nachvollzug fremder Regeln mit Unabhängigkeit nichts mehr zu tun hat. Es wird aufzuzei- gen sein, dass es wichtiger ist, unsere Eigenheit im Rahmen eines europäisch gültigen Subsidiaritätsprinzips hochzuhal- ten. Wir sollten uns auch vor jener europäischen Wirklichkeit nicht verschliessen, in der Frankreich nach wie vor Frankreich geblieben ist, Deutschland Deutschland bleibt und Italien Ita- lien zu bleiben gedenkt.
Im übrigen werden wir mit gezielten Einsätzen im Osten alles daransetzen müssen, damit von dort her nicht der Rauhreif über die Entwicklung im Westen fällt. Die humanitäre Aktion mit Lebensmitteltransporten nach Moskau begrüsse ich in die- sem Sinne, das gehört zu solch gezielten Massnahmen, so- fern die Kleinverteilung zuverlässig gesichert ist. Darin wird das Problem liegen. Was wir heute brauchen, ist meines Erachtens in erster Linie Mut zur Unvollkommenheit.
Miville: Ich befasse mich in meinem Votum nicht mit den gros- sen Linien der Integrationspolitik, die bereits von Herrn Bun- desrat Felber und von mehreren Votanten in einleuchtender Weise dargestellt worden sind, sondern ich befasse mich mit einigen Details. Diese Details sind mir in besonderer Erinne- rung geblieben aus den Verhandlungen der Delegation der eidgenössischen Räte beim EG-Parlament mit der Delegation des EG-Parlamentes betreffend die Schweiz. Diese Verhand- lungen haben am 6. und 7. November in Luxemburg stattge- funden. Die eidgenössischen Räte entsenden ja 3 Delegatio- nen ins Ausland. Sie wirken im Sinne von Gremien, die mit aus- ländischen Instanzen Kontakt pflegen beziehungsweise Mit- gliedschaftsrechte ausüben. Es sind dies die Delegation zum Europarat, zur Parlamentarischen Versammlung des Europa- rates, die Delegation Efta und die Delegation EG. Das ist die, welche Herr Rüesch als «und so weiter» zu bezeichnen pflegt. Mit «und so weiter» hat er uns gemeint. (Zwischenruf Rüesch: Nicht disqualifizierend!) Um so besser!
Ich habe das Bedürfnis, einmal über einige Eindrücke zu be- richten, die sich in diesem Zusammenhang am 6. und 7. No- vember in Luxemburg bei mir ergeben haben.
Mein wichtigster Eindruck war, dass die Delegation des EG- Parlamentes zur Schweiz mit wenigen Ausnahmen uns ge- genüber grosses Verständnis für unsere Probleme an den Tag gelegt hat.
Als wir uns mit ihnen über die einzelnen Probleme, die zwi- schen uns und der EG bestehen und über die Herr Bundesrat Felber orientiert hat, unterhalten haben, sagte eine Luxembur- gerin, wir sollten doch bitte Verständnis für die EG haben, die ja nicht nur ihre Probleme mit der Efta habe. Es gebe auch Pro- bleme mit dem europäischen Osten - Mittel- und Osteuropa-, mit dem Bemühen, diesen auf einen weltmarktfähigen Stand zu bringen, der es ermöglicht, so bald als möglich einen wirt- schaftlichen Austausch zu pflegen, ihnen aus ihrer wirtschaftli- chen Notlage herauszuhelfen. Wir sollten doch nicht überse- hen, dass die EG-Länder im Bestreben der Schaffung des Bin- nenmarktes auch untereinander noch gewaltige Differenzen zu überwinden hätten.
Frau Luling sagte, wir sollten uns einmal vorstellen, dass sie die europäische Mehrwertsteuer einführen müssten und noch nicht einmal im Besitze von Uebergangslösungen für jedes Land seien, wie sie zu dieser Mehrwertsteuer gelangen soll- ten.
Weiter blieb mir die Attacke eines holländischen Abgeordne- ten gegen uns in Erinnerung. Er sagte, dass wir nach dem Zu- sammenbruch einer österreichischen Autobahnbrücke nicht einmal temporär einen 40-Tonnen-Korridor zur Verfügung ge- stellt hätten; das sei doch das Mindeste gewesen, was man von eidgenössischer Solidarität Europa gegenüber hätte er- warten können, und das sei von uns nicht geboten worden. Jetzt kommt etwas Interessantes. Bevor wir noch in der Lage waren, auf diesen Angriff zu antworten, hat Herr Günter Topp- man - Präsident der mit uns verhandelnden EG-Delegation und Präsident des Verkehrsausschusses im EG-Parlament - diesem Holländer die Antwort gegeben. Er hat diesem Hollän- der gesagt, man solle EG-seitig einmal damit aufhören, auf uns wegen dieser 40 Tonnen herumzureiten. Wer in der Schweiz gewesen sei und wer die Verhältnisse beziehungs- weise die engen Täler, um die es sich handelt, gesehen habe, wisse, dass davon ernstlich keine Rede sein könne. Und die- ser Holländer möge zur Kenntnis nehmen, dass die deutsche Regierung heute vollkommen auf diesem Standpunkt stehe und dass die EG-Verkehrskommission uns Schweizer «als Pioniere des Umdenkens ansehe». Pioniere des Umdenkens in bezug auf den kombinierten Verkehr eben, den wir Europa bieten wollen! Von einem in diesen Fragen so kompetenten Mann habe ich das für eine sehr zuversichtliche Aeusserung erachtet.
Ein nächster konkreter Punkt: die Migration. Im Laufe der Ver- handlungen habe ich den EG-Leuten die Frage gestellt, wie sich das eigentlich in einem integrierten europäischen Markt, sei es EG, sei es EWR, verhalte: Man werde bei uns in jedem Podiumsgespräch und nach jedem Vortrag über solche The- men gefragt, wie sich das verhalte, ob es wirklich so sei, dass der Angehörige eines EG- oder EWR-Staates, wenn er in einen
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anderen Staat dieser Art reise, dort innert 3 Monaten eine Ar- beitsbewilligung und eine Arbeitsstelle gefunden haben müsse, und wenn das nicht zutreffe, werde er wieder heimge- schickt. Vielleicht wissen Sie das alles nicht alle. Ich habe es auch nicht gewusst. Mir wurde nämlich die interessante Ant- wort erteilt: jawohl, das gelte bis 31. Dezember 1992. Ab 1993 habe man indessen damit zu rechnen, dass dann ein Angehö- riger der betreffenden Staaten, der sich in einem anderen Staat aufhält, auch nach drei Monaten, in denen er weder Ar- beitsbewilligung noch Arbeitsstelle findet, nicht zurückge- schickt werden kann, nur dürfe er der öffentlichen Fürsorge des aufgesuchten Landes nicht zur Last fallen. Wenn er in der Lage sei, sich mit Leistungen seiner heimatlichen Sozialversi- cherung oder kraft seines Vermögens oder kraft anderer finan- zieller Mittel ohne öffentliche Fürsorge über Wasser zu halten, könne er auch nach drei Monaten nicht aus dem Gastland ge- wiesen werden. Ich erachte das als eine wichtige Mitteilung, weil ich mir die praktischen Schwierigkeiten vorstellen kann - wir kennen das heute schon bei den Asylbewerbern -, in ei- nem solchen Fall wirklich Leute loszuwerden, die man loswer- den möchte.
Ich legte Wert darauf, einmal jemandem, ausser einigen ganz wenigen Zeitungsleuten, die mich nach meiner Heimkehr be- fragt haben, über diese Verhandlungen in Luxemburg Bericht zu erstatten.
Frau Weber: Erlauben Sie mir die Bemerkung: Unser schwei- zerisches System - so lieb wir es haben, und ich habe es sehr lieb - tendiert dazu, dass wir uns von der Bewegung eher dis- pensieren, eher abseits davon stehen. Es scheint mir auch, dass wir unsere Probleme von Denkpause zu Denkpause schleppen - man könnte im Moment auch sagen: von Puk zu Puk. Man kann auch sagen, unser Staatswesen leide etwas unter einem Entscheidungsmanko. Diese Mentalität führt uns nicht dazu, aktiv an einem grösseren Gebilde mitgestalten zu wollen.
Ich bin aber der Meinung, dass es sehr wichtig ist, dass wir im- mer wieder betonen, dass wir uns im Grunde genommen in ei- nem grossen, europäischen Prozess befinden, der abläuft, ob wir wollen oder nicht. Wir befinden uns im Herzen von Europa und sind von diesem Prozess tangiert, ob wir wollen oder nicht. Ich bin davon überzeugt, dass Europa auf uns zukommt und dass wir in diesem Europa selbstverständlich auch als Schweiz eine Zukunft haben. Mitgestalten würde aber heis- sen, dass wir uns vielleicht an grössere Massstäbe gewöhnen müssten, und ich meine, dass diese Vergrösserung der Mass- stäbe uns auch gar nicht schlecht bekäme. Die europaweit ge- meinsamen Probleme - Fragen der Umwelt, der Migration usw., vor allem die Frage Migration - werden auch uns dazu zwingen, integriert in diesem Europa mitzumachen. Es ist wichtig, dass wir dabei aktiv mitmachen.
Unser Kollege, Herr Ständerat Gadient, hat gesagt, dass die Initianten der Euro-Initiative eigentlich eine Mitverantwortung an der Schwächung der EWR-Verhandlungen tragen. Ich muss das verneinen. Ich bin der Meinung, dass die Initianten - abgesehen davon, dass es das gute Recht jeder Schweizerin und jedes Schweizers ist, einen Gedanken zu haben und ihn in einer Initiative zu formulieren - im Grunde genommen ge- nau in die gleiche Richtung gehen wie der Bundesrat. Mit Inter- esse habe ich nämlich den Zusatzbericht des Bundesrates ge- lesen; auf Seite 62 steht: «Längerfristig ist indessen nur der Beitritt die wirklich entscheidende Alternative zu unserer bis- herigen Integrationspolitik, wie wir dies schon in unserem Be- richt vom August 1988 hervorgehoben haben.» Es ist mir auch aufgefallen, dass seit der Begründung dieser Initiativen im März der Tonfall der offiziellen Stellen des Bundesrates etwas anders geworden ist.
Herr Blankart hat in einem Interview am Fernsehen davon ge- sprochen, dass er daran ist, «eine Kurve zu nehmen», und Herr Bundesrat Felber hat auch gesagt, dass wir uns mit der Frage Beitritt beschäftigen müssen. Ich finde es ganz vernünftig, dass der Bundesrat das in der Oeffentlichkeit sagt, weil es ganz entscheidend ist. Damit komme ich auf die Initiative zu- rück: Es ist ganz entscheidend, dass das Schweizervolk mitzu- denken beginnt. Dazu muss der Bundesrat aufrufen, und ich
finde es völlig richtig, dass sich hier ein Weg abzuzeichnen be- ginnt.
Die Initiative hat also vor a lem den Sinn, die Diskussion zu för- dern und in Gang zu bringen, und das ist eine ganz wichtige Sache. Auch wenn man in zwei Jahren nur über den EWR-Ver- trag abstimmen will, ist es nötig, dass die Diskussion beim Bür- ger jetzt anläuft. Es ist unmöglich, dass der Bundesrat zwei Monate vor der Abstimmung einfach sagt: Jetzt muss das Schweizervolk ja sagen zu diesem EWR-Vertrag. Dann wird es nämlich falsch aufgenommen. Es ist sehr wichtig, vorher eine Diskussion einzuleiten.
Ohne gross auf die wirtschafts-, agrar- und sozialpolitischen Fragen einzugehen, möchte ich dazu sagen, dass ich eigent- lich der Meinung bin, dass das normale politische Fragen sind, die sich uns stellen, über die wir verhandeln und reden müssen und die am Schluss ein Ergebnis bringen werden; ich betrachte sie also als nicht so problematisch.
Wir haben gesehen, dass man anfänglich, als man vom EWR sprach, gemeint hat, verschiedene Themen könnten ausge- klammert werden. Diese Themen, z. B. die Agrarpolitik, sind jetzt trotzdem Gegenstand der Diskussion; d. h. wir werden genau wie die EG durch die Gatt-Verhandlungen herausgefor- dert. Problematisch ist wahrscheinlich die politische Frage. Hier meine ich nun, sollten wir auch beginnen, laut zu reden. Ein politisches Europa wird wahrscheinlich kommen. Wie die- ses Europa aussieht, wissen wir noch nicht genau; wir wissen heute nur, dass im Moment die EG der Hauptakteur ist. Wenn dieses Europa kommt, scheint es mir selbstverständlich zu sein, dass ihm auch eine verfassungsmässige Struktur gege- ben werden muss.
Dass wir unsere Schweiz nicht einfach untergehen lassen wol- len, sondern als Staat bestehen bleiben wollen, scheint mir auch klar zu sein. Aber dieser Wunsch besteht auch in ande- ren Ländern, wir stehen nicht allein damit.
Auch der Weg zu einem politischen Europa ist ein Prozess, und ich bitte Sie, sich daran zu erinnern, dass unser Bundes- staat 1848 auch nicht der gleiche war, den wir heute haben. Er war damals weniger demokratisch ausgestaltet als heute; ei- nige Dinge kamen später dazu und haben uns erst dann mehr Demokratie gebracht. Ich schliesse daraus: Auch wenn sich ein politisches Europa ergibt, ist dies die Gestaltung einer Zu- kunft, und es kann nicht von Anfang an schon alles enthalten sein. Ich meine also, dass wir mit unserer politischen Kultur ... die demokratisch-föderalistisch ist und für die ich voll eintrete - die Frage einer europäischen Verfassung aktiv in die euro- päische Diskussion einbringen sollten. Es scheint mir klar zu sein, dass ein Europa, wenn es Bestand haben will, wenn es überhaupt bestehen karın, hochföderal gestaltet werden muss. Und dazu nun me ne Frage: Wieweit macht sich der Bundesrat Gedanken, wie er auf verschiedenen Wegen unser Gedankengut bezüglich unserer Strukturen im hochföderalen Sinne einbringen könnte?
Ich bin der Meinung, dass die Diskussion bezüglich dieser Frage im EG-Raum bereits zum Teil läuft: Man spricht bereits vom Subsidiaritätsprinzip, von der gegenseitigen Anerken- nung, von einer Länderkarnmer. Das sind Ansätze in Richtung föderales Europa. Wenn w r diese Diskussion mitmachen oder weiter initiieren würden, hätten wir wahrscheinlich gute Ver- bündete, insbesondere auch in verschiedenen kleinen Bevöl- kerungsgruppen. Ich denke an die Basken, Bretonen, Waliser, Bayern, Südfranzosen. Sie alle könnten sich wahrscheinlich auch eher begeistern für ein solches Europa, das den Regio- nen und Ländern, den Traditionen und der Geschichte Rech- nung trägt.
Ich komme zum Schluss.
Es scheint mir sehr wichtig zu sein, dass sich die Diskussion öffnet, dass der Bundesrat es weiterhin wagt zu sagen · · viel- leicht noch ein bisschen klarer -, was er denkt, damit der Bür- ger versteht, dass wir in einem Prozess sind, dass wir alle mit- denken müssen.
Ich hoffe, dass der Bundesrat ein Konzept macht, das auf- zeigt, wie man aktiver an den Strukturen dieses kommenden Europas mitarbeiten könnte und wie wir unsere politische Kul- tur mit unserer Erfahrung in diesen Prozess mit einbringen könnten.
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Aussenpolitik. Persönliche Vorstösse
M. Delalay: Actuellement, toutes les forces et les énergies des négociateurs suisses sont investies dans le traité sur l'Espace économique européen.
Je soutiens ce choix qui est aujourd'hui celui du Conseil fédé- ral et du Parlement, et qui consiste à privilégier une approche de la Communauté européenne de concert avec nos partenai- res de l'AELE. Cette forme de rapprochement avec l'Europe communautaire est la seule pour l'heure à même de trouver une majorité populaire. Elle contribue à éviter un isolement de la Suisse et nous permet de faire valoir les exceptions que nous jugeons indispensables à la sauvegarde de notre auto- nomie. Mais nous savons aujourd'hui - et on l'a répété ce ma- tin, vous l'avez confirmé, Monsieur le Conseiller fédéral - com- bien ces négociations sont difficiles, surtout en ce qui con- cerne le droit de codécision que nous réclamons dans le traité sur l'EEE.
Dès lors, même s'il n'est pas indiqué de «changer de monture au milieu du gué», pour reprendre une expression de notre mi- nistre de l'économie publique, l'idée d'une adhésion se pré- cise, d'autant plus que des initiatives parlementaires et popu- laires sont en cours. Il me paraît normal que le Conseil fédéral ne change pas de tactique au beau milieu d'une négociation où nous sommes d'ailleurs engagés avec les autres membres de l'AELE qui sont nos partenaires.
J'observe que lorsqu'on aborde en public notre adhésion à la Communauté, la réaction est souvent très positive et favora- ble. Mais quand les conséquences sont évoquées en rapport avec, par exemple, la présence étrangère en Suisse, la vente d'immeubles aux étrangers, l'ouverture des routes aux véhicu- les de 40 tonnes, l'agriculture, l'environnement, voire avec la cession d'une part de notre souveraineté dans d'autres do- maines, l'enthousiasme pour l'adhésion diminue sensible- ment et les citoyens deviennent plus critiques.
Dans ces conditions, j'estime que l'information du public doit être intensifiée. Puisque l'acquis communautaire a été évalué dans les détails par les responsables de nos négociations, il s'agit aujourd'hui de montrer de manière simple et complète les conséquences d'une adhésion de la Suisse à la Commu- nauté européenne. J'imagine que, dans cette hypothèse, il n'y aura plus aucune exception possible pour nous.
C'est du moins ce qu'affirme le récent rapport du Conseil fédé- ral qui rappelle que l'adhésion ne nous permettrait plus de conduire une politique agricole autonome, l'agriculture étant d'ailleurs un domaine où l'intégration est très poussée dans la Communauté économique européenne. Des domaines comme l'harmonisation fiscale, surtout en ce qui concerne les impôts indirects, l'abolition total des contrôles aux frontières, l'union douanière devraient être repris dans leur totalité. Une adhésion nous obligerait à accepter non seulement le droit existant mais aussi les futurs développements de ce droit, adoptés d'ailleurs de plus en plus à la majorité. Nous devrions, en cas d'adhésion, accepter aussi la finalité politique de la Communauté économique européenne, qui est la création d'une union politique.
Je souhaite donc que le Conseil fédéral, après le rapport de qualité qu'il vient de nous remettre sur l'Espace économique européen et sur notre politique de neutralité, présente une in- formation générale sous la forme d'un inventaire précis des modifications législatives en cas d'adhésion à la Communauté européenne. Cela permettrait aux citoyens de comparer de fa- çon plus correcte les effets pratiques d'une adhésion et de se former leur propre opinion sur cette alternative. Une telle com- paraison constituerait donc un intéressant apport dans le dé- bat ouvert aujourd'hui sur la forme de notre rapprochement avec l'Europe. Je souhaite que le Conseil fédéral donne cette information au Parlement, à la population et aux citoyens.
Gadient: Eine wirklich ganz kurze Replik: Wir sind uns absolut einig darüber, dass wir uns nach den Erfordernissen der Zu- kunft auszurichten haben und dass eine realistische Betrach- tungsweise die Grundlage des Vorgehens bilden muss.
Dass in einem EG-Beitrittsgesuch - wie das Herr Rhinow ge- sagt hat - kein Gegensatz zum EWR-Konzept zu liegen braucht, ist das in letzter Zeit oft gehörte Standardargument. Es mag im Grundsatz auch durchaus zutreffen, aber daneben
müssen wir die Realität der Verhandlungsfront einbeziehen und entsprechend würdigen.
In diesem Zusammenhang habe ich Ihnen vorhin von meinen persönlichen Wahrnehmungen berichtet; diese sind entspre- chend, man kann sie nicht beschönigen. Ich zweifle nicht daran, dass die Initiative die Diskussion - wie Sie das wollen - im Grunde der Dinge fördern wird und dass diese Anstösse auch grundsätzlich nicht schädlich sind; auf der andern Seite sind es aber die konkreten Verhandlungserfordernisse, die zu berücksichtigen sind.
Es ist naheliegend, dass hochqualifizierte Verhandlungspart- ner, die professionell zu negoziieren pflegen, jede Schwach- stelle zu orten und auch auszuwerten wissen. Das ist nun of- fensichtlich auch geschehen. Man kann den EWR als Vorzim- mer, als Passage obligé auffassen, wie das Oesterreich und Schweden tun. Es gibt jedoch auch eine längerfristige Per- spektive, deren Verwirklichung allerdings stark vom Zusam- menhalt der Efta abhängen wird. Die bezügliche Skepsis habe auch ich zum Ausdruck gebracht.
Aber noch einmal ist festzuhalten, dass uns allen - was immer nun auch diese Auffassung über die mögliche Funktion des Europäischen Wirtschaftsraumes ist - prioritär an der Verwirk- lichung des EWR gelegen sein muss, weil er auch innenpoli- tisch einen gangbaren, realistischen Weg bereitet: Unsere Neutralität würde weit weniger betroffen als bei einem EG-Bei- tritt; unsere föderativen Strukturen würden weniger betroffen; es könnten wesentliche Teile der Agrarpolitik ausgeklammert werden; es wäre möglich, wesentliche Teile einer autonomen Aussenhandelspolitik fortzusetzen. Deshalb mein Aufruf zur Solidarität mit dem Bundesrat und zur Stärkung seiner Stel- lung.
Ob es im Rahmen von Beitrittsverfahren - wie das Herr Kollege Rhinow erwähnte - gelingen wird, die Anliegen der Kleinen einzubringen, und ob da mit der nötigen Rücksichtnahme ge- rechnet werden kann, das möchte ich aufgrund der gemach- ten Erfahrungen mindestens in Frage stellen. Nehmen Sie das Beispiel Oesterreich, die kategorische Antwort, die Oester- reich von EG-Seite erhielt auf das Sonderbegehren in bezug auf den Neutralitätsstatus, dann werden Sie erkennen, wo die Grenzen solcher Prätentionen liegen. In diesem, für das Land hochsensiblen Bereich war die Antwort absolut abschlägig. Es gibt auch dort ein «c'est à prendre ou à laisser»: Man tritt ein und übernimmt die Bedingungen, wie sie dort vorliegen.
Es bleibt die Hoffnung - und Anzeichen sind dafür vorhanden -, dass die EG selber den Weg finden wird, mehr zu werden als eine Wirtschaftsmaschine, eine starke Organisation mit Sen- sorium für die Kraft föderativer Strukturen, in Besinnung auf den Grundtatbestand, dass auch Europa letztlich aus dem Fö- deralismus emporgewachsen und im Föderalismus erstarkt ist.
M. Felber, conseiller fédéral: Je répondrai brièvement parce que je tiens compte du fait que beaucoup de vos prises de po- sition étaient des prises de position personnelles dans ce dé- bat qui est ouvert devant vous, au Parlement et devant le peu- ple suisse et les cantons.
Les quelques questions précises qui ont été posées me per- mettent simplement de réaffirmer ceci: priorité du Conseil fé- déral, négociations sur l'Espace économique européen à me- ner jusqu'au bout; puis, appréciation du résultat, signature s'il est valable, et discussion devant le Parlement.
Deuxième élément important, le Conseil fédéral n'oppose pas cet EWR ou cet EEE à toute autre discussion qui aurait lieu concernant l'intégration de la Suisse à l'Europe. Il s'agit d'au- tre chose. La discussion sur l'adhésion aura lieu. Il y a une ini- tiative, une initiative parlementaire, des motions et une motion a d'ores et déjà chargé le Conseil fédéral d'analyser l'option adhésion. Nous répondons donc ainsi à certaines questions, y compris à celle de M. Delalay: il y aura un rapport du Conseil fédéral sur la signification de l'adhésion de la Suisse à la Com- munauté, quant à sa législation, ses structures, ses institu- tions, sa neutralité, etc. Il est de notre devoir de donner ici une réponse. Nous analyserons également, économétriquement, politiquement, les effets d'une position isolée, de manière à pouvoir maîtriser aussi les arguments à ce sujet. Nous ne refu-
Politique extérieure. Interventions personnelles
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sons donc absolument pas l'ouverture de l'analyse, mais nous donnons cette priorité importante à l'Espace économique eu- ropéen, qui nous permettra de nous engager, beaucoup plus calmement, dans d'autres discussions parce qu'on aura ob- tenu un premier résultat. Nous sommes d'accord qu'au- jourd'hui, membres ou non de la Communauté, les Etats euro- péens modifient, même sans le vouloir exactement ou expres- sément, ou adaptent leurs lois et leur législation en fonction de la législation communautaire. Ils cherchent à signer toute une série d'accords qui, bon gré mal gré, modifient aussi le droit national de chacun des pays signataires en particulier.
Tels sont les éléments que nous voulions encore ajouter après cette discussion.
L'Europe, avec la Suisse, s'enrichirait-elle d'expériences? Sans doute, Madame Weber, sans doute. La Suisse apportera son expérience comme l'Allemagne a apporté la sienne. Nous sommes aussi confiants dans le fait que l'Europe va se deve- lopper vers une structure politique qui sera probablement plus fédéraliste que centralisatrice et nous sommes persuadés que l'Europe deviendra aussi une Europe des régions et non pas une Europe des Etats. C'est là un élément important pour no- tre réflexion future.
Huber: Ich habe die Erklärung, dass ich von der Antwort des Bundesrates befriedigt bin, schon vor längerer Zeit abgege- ben. Ich gebe sie hiermit nochmals ab, auch bezüglich des- sen, was in Ergänzung heute vorgetragen wurde.
Präsident: Herr Jagmetti erklärt sich von der Antwort ebenfalls befriedigt.
Gadient: Von der Antwort des Bundesrates bin ich natürlich auch befriedigt.
90.702
Interpellation Onken Schweizerische Neutralitätspolitik Politique suisse de neutralité
Wortlaut der Interpellation vom 19. September 1990 Eine vergleichsweise lange Phase konstanter Neutralitätsin- terpretation geht zu Ende. Der Umbruch, in dem sich die Schweiz befindet, hat auch die «Immerwährende» eingeholt. Eine gewandelte Auslegung und Instrumentierung ist erfor- derlich: mit Blick auf das zusammenwachsende Europa und unsere Stellung in der Weltgemeinschaft. Mit den Wirtschafts- sanktionen gegen den Irak hat der Bundesrat ein erstes Signal gesetzt. Der singuläre Entscheid begründet jedoch noch keine neuangelegte, kohärente Politik und wirft Fragen auf:
Wie gedenkt der Bundesrat dem kontinental und global grundlegend veränderten Umfeld in neutralitätspolitischer Hinsicht Rechnung zu tragen? Welche Anpassungen und Dif- ferenzierungen sind möglich oder erforderlich, um unserer Neutralität wieder ein zeitgemässes Profil zu geben?
Nach welchen Richtlinien will der Bundesrat inskünftig bei ähnlich gelagerten, aber vielleicht nicht völlig identischen Fäl- len wie dem Irak über neutralitätsrelevante Massnahmen ent- scheiden? Beabsichtigt er etwa, stets einen einstimmigen Uno-Sicherheitsrat zum Gradmesser zu nehmen? Welche Pa- rameter gelten sonst?
Im Falle des Irak sind schweizerische Wirtschaftsinteressen insgesamt nur geringfügig getroffen worden. Ist der Bundesrat gewillt, unter vergleichbaren Voraussetzungen auch dort kon- sequent zu sein, wo die wirtschaftlichen Folgen einschnei- dend sind?
Die schweizerische Zurückhaltung war nicht immer ein Ab- seitsstehen, sondern bot uns vielfach die Möglichkeit, mit Gu-
ten Diensten zu vermitteln. Wie beurteilt der Bundesrat die Chancen, diese Rolle trotz eines nuancierteren aussenpoliti- schen Engagements der Schweiz auch in Zukunft wahrneh- men zu können?
Texte de l'interpellation du 19 septembre 1990
Une période relativement longue, durant laquelle nous avons fait preuve de constance clans l'interprétation de notre neutra- lité, touche à sa fin. Les changements auxquels la Suisse doit faire face à l'heure actuelle entraînent aussi une remise en question de cette interprétation. Le processus d'intégration européenne et notre position au sein du concert des nations nécessitent une redéfinition de notre neutralité ainsi que des changements dans l'application de ce principe. En décrétant des sanctions économiques à l'encontre de l'Irak, le Conseil fédéral est sorti des sentiers battus. Cette décision isolée, qui ne traduit pas encore la mise en oeuvre d'une nouvelle politi- que cohérente, suscite diverses questions:
Comment le Conseil fédéral entend-il prendre en considera- tion, dans sa politique de neutralité, les profonds change- ments qui se sont produits en Europe et dans le monde ? Dans quelle mesure la politique de neutralité de la Suisse peut-elle ou doit-elle être adaptée et nuancée afin de tenir compte des nouvelles réalités?
Selon quels critères le Conseil fédéral compte-t-il doréna- vant prendre des décisions touchant notre politique de neutra- lité lorsque se présenteront des cas similaires à celui de l'Irak? A-t-il l'intention de prendre dorénavant comme référence l'unanimité du Conseil de sécurité de l'ONU? Quels autres cri- tères entrent en ligne de compte?
Dans le cas de l'Irak, les intérêts économiques de la Suisse ont été, dans l'ensemble, faiblement affectés. Sous réserve d'un contexte similaire, le Conseil fédéral est-il prêt à être tout aussi conséquent dans des cas susceptibles d'entraîner de lourdes répercussions économiques?
Si la Suisse a montré jusqu'ici une certaine retenue, ce n'était pas pour faire bande à part; au contraire, cette attitude lui a souvent permis d'agir comme intermédiaire en offrant ses bons offices. De l'avis du Conseil fédéral, quelles sont les chances pour que la Suisse puisse continuer à jouer ce rôle, malgré son engagement plus marqué en politique étrangère? 5. Quels problèmes le Conseil fédéral perçoit-il pour ce qui est de notre politique de neutralité a. vu notre intention de partici- per à l'EEE, b. dans la perspective d'une adhésion éventuelle de la Suisse à la CE et c. en cas de mise en place d'un système collectif de sécurité dans le cadre de la CSCE? Le cas échéant, à quelles adaptations conviendrait-il de procéder?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bührer, Cottier, Dobler, Flückiger, Jaggi, Jelmini, Meier Josi, Miville, Piller, Rhinow, Roth, Seiler, Simmen, Zimmerli (14)
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Gadient EG-Beitritt Interpellation Gadient Adhésion à la CE
In
Dans
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Jahr
1990
Année
Anno
Band
V
Volume
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Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
07
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.367
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Numero dell'oggetto
Datum
05.12.1990 - 09:00
Date
Data
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978-988
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