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Session commémorative
Zweite Sitzung - Deuxième séance
Freitag, 3. Mai 1991, Vormittag Vendredi 3 mai 1991, matin
09.00 h
Vorsitz - Présidence: Herr Bremi
Präsident: Die Fraktionspräsidentenkonferenz und das Büro des Ständerates haben unseren Kollegen Sigmund Widmer gebeten, die Festrede zu halten.
Widmer: Auf Initiative des Basler Aufklärers Isaak Iselin publi- zierte Johann Heinrich Gleser (1734-1773) - natürlich auch ein Basler - 1760 seine Entdeckung eines bis dahin unbekannten lateinischen Bundesbriefes der Eidgenossen aus dem Jahre 1291. Das Dokument hatte im Archiv der Schwyzer fast ein hal- bes Jahrtausend unbeachtet überlebt.
Gleser selbst brachte die Publikation wenig Erfolg. Die erhoffte Berufung zum Professor an die Universität Basel blieb ihm ver- sagt, und er kehrte bald wieder in seinen angestammten väter- lichen Beruf eines Weissbrotbäckers zurück. Immerhin, er wurde dann noch Schreiber in seiner Bäckerzunft. Auch nahm die Oeffentlichkeit von Glesers Entdeckung kaum Kenntnis. Für die historisch Interessierten jedoch hatte er die Eidgenos- senschaft, deren ältesten Bund man bis dahin auf 1315 ange- setzt hatte, um 24 Jahre älter gemacht. Das gilt auch für uns. Zwar ist im Bundesbrief von 1291 ausdrücklich von einem noch älteren Bündnis die Rede. Doch wurde es bis heute lei- der nie gefunden. Nicht einmal ein Fälschungsversuch liegt vor.
Natürlich hatten die Verbündeten von 1291 keine Demokratie heutigen Zuschnitts vor Augen. Doch schufen sie den Nu- kleus, aus dem mit vielen Rückschlägen das entstand, was wir heute die Schweiz nennen. In formeller Hinsicht gibt es des- halb keinen Ausweg: das 700jährige Bestehen der Eidgenos- senschaft ist auf «Anfang August» 1991 anzusetzen.
Vor 700 Jahren gab es in Mitteleuropa die verschiedensten Städtebündnisse und auch manchen Bauernbund. Keiner hat bis heute überlebt. Wieso dann die Schweiz?
Als wesentlicher Schritt muss vermerkt werden, dass sich die Leute aus den Waldstätten, diese Viehzüchter, Säumer, Schiff- leute und Grundbesitzer, mit Städten, namentlich mit den freien Reichsstädten Zürich und Bern, zu verbünden verstan- den. Kraft schöpften diese Länder und Städte aus der gemein- samen Abkehr vom umliegenden Adel. Man war materiell wie kulturell arm, dafür auf eine störrische Art republikanisch selbstbewusst. Vor allem aber war man militärisch tüchtig und empfand den Solddienst als ehrbaren Nebenberuf. So formte man ein kleines, lockeres Bündnis, das von der Umwelt wegen seiner Raublust als störend empfunden wurde. Rasch ver- schaffte man sich einzeln oder gemeinsam Untertanenge- biete, die flächenmässig bald das ursprüngliche Bundesge- biet bei weitem übertrafen. Meist traten die Eidgenossen in die Rechte des vertriebenen Adels ein. Geduldet wurden die neuen Herren deshalb, weil sie dem Volk mehr Sicherheit als der oft desinteressierte Adel boten.
Immerhin muss auch ein kritischer Blick auf diese Expansion festhalten, dass sich die Eidgenossen bemühten, ihr kriegeri- sches Dasein durch ethische Normen einzugrenzen. Schritt- weise gelang es, den Alltag zu humanisieren und interne Strei- tigkeiten mit Verhandlungen statt mit den Waffen beizulegen. Die Expansion an den zentraleuropäischen Sprachgrenzen führte dazu, dass sich der junge Staat in vier verschiedene Sprachgebiete ausdehnte. Damit wurde die Schweiz zum Sonderfall. Und - obwohl das für manche Ohren heute unan- genehm tönt - die Schweiz ist auch heute noch ein Sonderfall. Doch konnte in der Alten Eidgenossenschaft von einer Gleich- berechtigung der Sprachen kaum die Rede sein. Erst die Hel- vetik verhalf dieser Staatsidee zum Durchbruch. Und erst mit
der jüngsten europäischen Integrationsbewegung wurde die Viersprachigkeit zu einer Art Mythos.
Im historischen Ablauf steht das Ausgreifen in das italienische Sprachgebiet an der Spitze. Unter Führung der Urner und Schwyzer drang man bis in die Po-Ebene vor. Seien wir auch hier realistisch: die Eidgenossen betrachteten das heutige Tessin als Untertanengebiet. Zudem waren die staatspoliti- schen Fähigkeiten der Vögte - höflich ausgedrückt - von un- terschiedlicher Qualität. Dennoch, die italienischsprachigen Täler entwickelten ihre eigene Kultur und verschmolzen gleichzeitig mit der übrigen Schweiz.
Resistendo alla tentazione, dettata da sentimenti romantici ampiamente diffusi presso gli svizzeri d'oltralpe, vorrei rinun- ciare a rendere omaggio al bel Ticino come terra di villeggia- tura e di simpatico idioma. Credo che occorra piuttosto espri- mere il nostro rispetto nei confronti della consapevolezza che la minoranza italofona ha dei propri valori. Citerò a questo pro- posito due esempi dell'attuale vitalità ticinese.
Quando Francesco Chiesa, uomo d'impegno poetico e poli- tico-culturale fra i maggiori del nostro secolo, compì i settan- t'anni, il suo editore gli propose di pubblicare, come omaggio conclusivo, la sua opera completa. Chiesa rifiutò, e cominciò a parlare delle opere che intendeva pubblicare nei trenta anni successivi. I suoi progetti si realizzarono, ed egli proseguì la sua attività creativa fino in punto di morte, a quasi centodue anni.
Ma, ancora più attuale: compiendo passi da gigante Mario Botta è divenuto l'architetto svizzero piu conosciuto al mondo. Qualora anche lui superasse i cento anni d'età, è molto proba- bile che tutti i continenti pulluleranno di edifici bottiani.
Noch viel bedeutungsvoller war die Ausweitung der Eidgenos- senschaft in das französische Sprachgebiet.
Quant à la Suisse française, le Suisse allemand qui se penche sur elle ne cessera d'être étonné par la richesse de ses as- pects culturels et leur impact sur notre histoire. Un Zurichois se doit toutefois de constater que nous devons à l'art politique consommé de la Berne patricienne cette expansion vers les contrées occidentales et méridionales de notre pays, et leur in- tégration dans un ensemble étatique équilibré.
Je pense d'ailleurs que nous devrions renoncer, en tant que Suisses allemands, à utiliser l'expression «Romandie» lorsque nous parlons de cette partie de notre Patrie.
Que serait en effet la Suisse, vue dans son intégrité, sans -tou- jours comme exemple - l'abbaye de St-Maurice, l'antique Agaunum, d'où partirent, nous dit la tradition chrétienne, les saints personnages Verena, Felix, Regula, pour répandre leur message de paix dans les contrées situées au nord des Alpes? Que serait la Suisse sans le canton de Vaud qui sait unir l'ur- gent besoin de liberté d'un major Davel à la fière conscience d'un Etat solidement structuré?
Que serait la Suisse sans les personnalités de rayonnement européen, liées au nom de Genève, telles qu'un Jean Calvin, un Jean-Jacques Rousseau, un Pictet de Rochemont, un gé- néral Dufour, un Henri Dunant?
Que serait la Suisse sans l'enthousiasme qui s'empara de l'âme helvétique, lors des menaces de la Prusse, en 1856, fer- veur patriotique dont le durable résultat fut qu'un Le Corbu- sier, un Blaise Cendrars, natifs de La Chaux-de-Fonds, sont non pas sujets du roi de Prusse, mais citoyens de la Républi- que et Canton de Neuchâtel?
Et que serait la Suisse sans Jean Tinguely, ce Fribourgeois as- tucieux, dont l'agréable malignité dévoile avec humour les fai- blesses de notre époque?
Enfin, que serait la Suisse sans le nouveau venu, le canton du Jura, dont la genèse et le développement démontrent que no- tre époque est toujours capable de résoudre par l'effort politi- que les délicats problèmes de convivialité?
Die Hochachtung gegenüber der romanischsprachigen Min- derheit sei mit einem kleinen Gedicht von Andri Peer, mit dem ich viele Jahre freundschaftlich verbunden war, ausgedrückt - auf dass auch einmal ein wenig Poesie in diesem Saal zu Wort komme:
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Jubiläumssession
FLUORS CHADAINA
Il vent as piglia in svoul cur ch'el voul, cha vus nu savais ingio cha vus gias
(LÖWENZAHNLICHTER
Im Flug, wann er will, nimmt euch der Wind und trägt euch fort, und keines weiss die Stunde, den Ort.)
Nach diesem Ausblick in die Viersprachigkeit unseres Landes zurück zur historischen Entwicklung: Zur sprachlich-kulturel- len Vielfalt gesellte sich im 16. Jahrhundert die Glaubensspal- tung. Sie lehrte die Schweiz religiöse und weltanschauliche Toleranz.
Die einst so expansive Eidgenossenschaft wandelte sich im 16. Jahrhundert zu einem Staat, der in sich selbst genügsam wurde. Die aggressiven Bedürfnisse konnten in Form geregel- ter Solddienste exportiert werden. Die Schweiz wurde zu ei- nem Staat, der in der europäischen Völkerfamilie seinen fe- sten, unbestrittenen Platz einnahm. Freilich, diese Schweiz er- starrte im 18. Jahrhundert. Dafür zahlte man 1798 einen hohen Preis. Und doch erholte sich das Land wieder, um 1848 eine Form zu finden, die im wesentlichen bis heute zu bestehen ver- mochte.
Seither genoss die Schweiz den Vorzug grosser Stabilität und wachsenden materiellen Wohlstand. Dabei sei nicht überse- hen, dass unser Land die Rivalität der Grossmächte mit einer seltsamen Mischung von Glück und Klugheit zu nützen ver- stand.
Indessen, die langandauernde Gunst der Verhältnisse hat allzu vieles selbstverständlich werden lassen. Gerade im Zu- sammenhang mit der 700-Jahr-Feier meldeten sich Unbeha- gen und Kritik. Missmut breitet sich aus. Manche behaupten, sie hätten nichts zu feiern. Das neue Wort «Trauerarbeit» ist zum Modewort geworden. Die Oekologen sind traurig, weil im- mer mehr Autos in Verkehr gesetzt werden. Die Divisionäre sind traurig, weil sie zu wenig Waffenplätze und Flugzeuge ha- ben. Die Bauern sind unmutig, weil die Schutzzölle zu ver- schwinden drohen. Die Parlamentarier sind ungehalten, weil sie immer mehr Sondersessionen abhalten müssen, und so fort.
Im Vorfeld der letztjährigen 1 .- August-Feier berief sich Fried- rich Dürrenmatt, der in diesem Haus besonders wohl gelitten ist, stolz darauf, dass er schon 1946 gesagt habe, die Schweiz könne sich eines Tages wie ein Stück Zucker in einem Glas Wasser auflösen.
Einer solchen Behauptung sei nicht ausgewichen. Die Antwort soll jedoch nicht mit einer Flucht ins Pathos erfolgen, sondern mit dem Hinweis auf nüchterne geschichtliche Erkenntnisse. Staaten sind Organismen. Sie wachsen, schrumpfen und wandeln sich. Vor allem aber: je älter sie werden, um so zäher werden sie. Ein Staat, der mehrere hundert Jahre alt ist, ver- schwindet nicht einfach von der Landkarte. Das hat die Schweiz schon einmal bewiesen. 1798 wurde sie das Opfer der französischen Revolutionsarmeen -jedoch 1815 war sie in alter Grösse und mit kompakteren Grenzen wieder erstanden. Das gilt im Grundsatz auch für die Gegenwart.
Eine solche Behauptung ruft nach näherer Begründung. Alle Staaten sind - von einigen skurrilen Ausnahmen abgesehen - auf die gleiche Art entstanden. Eine Bevölkerungsgruppe hat eine andere Gruppe unterworfen oder vertrieben und sich im eroberten Gebiet festgesetzt. Gelang es, sich über längere Zeit im selben Gebiet an der Macht zu halten, so verblasste das Stigma der Usurpation; die neue Herrschaft wurde legitim. Im Denken der Völker spielen deshalb die Zeit und die Gewöh- nung eine enorme, vielfach unbewusste Rolle.
Sie alle waren Zeugen für diese Tatsache. Als Deutschland nach einem selbst entfachten Krieg 1945 endlich niedergerun- gen war, wurde es offiziell verurteilt, gevierteilt und ein für alle- mal als souveräner Staat von der Landkarte gestrichen. Sie alle haben aber auch erlebt, wie schon knappe fünfzig Jahre später dieses Urteil wieder aufgehoben wurde. Die Wiederver- einigung vollzog sich nicht etwa im Versteckten, sondern unter einem die halbe Welt erfassenden Begeisterungssturm. Bes- ser kann man die unwiderstehliche Wucht der geschichtlichen Kräfte nicht zeigen.
Und um diese Theorie durch ein Gegenbeispiel von ebenso grosser Aktualität zu belegen: Die Kurden sind ein Volk von rund 20 Millionen, mit eigener Sprache und Kultur, sehr ähn- lich wie die Schweiz im Gebirge beheimatet und in die Ebenen ausgreifend. Es gelang ihnen jedoch nie, ihre Herrschaftsan- sprüche so lange zu halten, dass sie die Zeitschwelle der Legi- timation zu überschreiten vermochten. Deshalb sind sie bis heute tragischer Spielball ihrer Nachbarn geblieben.
Weil alle Staaten ein dumpfes Wissen von der grossen Bedeu- tung ihres Alters haben, verlegte man seit jeher die eigene Staatsgründung in möglichst ferne Vorzeiten. Ueberall feiert man eine möglichst weit zurückliegende Geburt des eigenen Staates mit viel Aufwand, um sich und der Welt die Legitimität des eigenen Staates zu beweisen. Und noch etwas: Aus die- ser Einsicht ergibt sich zwingend, dass, wer seinen Staat - aus welchen Gründen auch immer - aufheben will, sich instinktiv gegen eine Jubelfeier zur Wehr setzen muss.
Das alles gilt auch für die Schweiz. Dabei ist festzustellen, dass unser Land die Schwelle zur Legitimität längst überschritten hat - spätestens 1648 durch die formelle Loslösung aus dem Deutschen Reich. Wenn heute dennoch behauptet wird, unser Staat bestehe nicht mehr allzu lange, so meinen jene Stimmen eigentlich nicht, die Schweiz werde demnächst von den Land- karten verschwinden. Sie meinen, dass unsere heutigen Herr- schaftsverhältnisse durch andere abgelöst werden sollen.
Nun ist es tatsächlich so, dass jede herrschende Schicht in al- len Staaten immer nur eine begrenzte Lebenschance, freilich von sehr unterschiedlicher Dauer, hat. Nicht alle Familien ver- hielten sich so geschickt wie die englische Königsfamilie. Sie gab Schritt für Schritt Machtanteile ab. Heute übt sie zwar keine Macht mehr aus, doch führt sie, sofern man materiellen Wohlstand und ständige Präsenz in der Regenbogenpresse als Lebensinhalt empfindet, ein beneidenswertes Dasein.
Ueberall ist es das gleiche: die herrschende Schicht kam ir- gend einmal an die Macht; sie verliert aber dann an Leistungs- kraft. Das gilt auch für die Schweiz. Der Freisinn erkämpfte sich 1848 im Rahmen der demokratischen Staatsordnung eine ab- solute Machtstellung. Schrittweise musste er seither Machtan- teile abgeben. Erstmals 1891, zur 600-Jahr-Feier der Eidge- nossenschaft, wurde im Sinn der Versöhnung den Katho- lisch-Konservativen ein Bundesratssitz abgetreten. In den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts rückte die heutige SVP nach, und 1943, angesichts der Kriegsbedrohung, wurde die Sozialdemokratie erstmals in die Regierung aufgenom- men.
Charakteristisch für unser Land ist die enorme Langsamkeit im Ablauf des Machtwechsels. Die Bevölkerung zog aus dieser politischen Stabilität grossen Nutzen. Es regen sich jedoch neue Kreise, die finden, sie hätten nur ungenügende Machtan- teile. Gleichzeitig lernten die Regierungsparteien eine origi- nelle Kunst: Sie begannen abwechselnd und erfolgreich so- wohl die Rolle der Regierung wie der Opposition zu spielen. Das wirkte einige Jahrzente lang gut und originell, wird aber heute von manchen Leuten als überholt empfunden. Immer lauter erschallt der Ruf nach Veränderung.
Die unmittelbare Zukunft wird deshalb und noch mehr als Folge des stürmischen Wandels in Europa von Veränderun- gen gekennzeichnet sein. Unsere Aufgabe besteht also darin, die richtigen und nicht die falschen Veränderungen vorzuneh- men.
Als ideales Thema bietet sich die Totalrevision der Bundesver- fassung an. Erfahrene Beobachter glauben, diese von Wandel nur so funkelnde Arbeit an der Schweiz biete die sicherste Ge- währ dafür, dass in unserem Land eine gefährliche Verände- rung vermieden werden könnte. Unausweichlich scheint der Wandel auf dem Gebiet der Aussenpolitik. Durch die Integra- tion in der EG, die Destabilisierung in Osteuropa und durch die deutsche Wiedervereinigung wird die Schweiz in einen schmerzvollen Anpassungsprozess gezwungen. Die Zeiten, da man unausgesprochen davon träumte, die beste Aussen- politik sei es, keine Aussenpolitik treiben zu müssen, sind vor- läufig vorbei.
Irgendwie müssen wir auf die Fragen antworten, die uns ein in- tegriertes Europa stellt. Wer hofft, gescheiterte EWR-Pläne seien gleichbedeutend mit dem Entschluss zum Alleingang,
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und damit sei das Thema Aussenpolitik vom Tisch, der täuscht sich. Die Abschottung würde aussenpolitisch viel höhere An- forderungen stellen als die heute noch so ungeliebten Ver- handlungen mit der EG. Es bedurfte eines so widersprüchli- chen und genialen Denkers wie Denis de Rougemont, um als einer der ersten die Idee von einem Europa der Regionen zu lancieren. Der Einsatz für ein solch föderalistisches Europa dürfte das lohnendste Ziel einer neuen schweizerischen Aus- senpolitik sein.
Dass damit auch die Neutralität neu zu umschreiben ist und auf diese Weise allen Veränderungshungrigen ein weiterer schmackhafter Happen vorgeworfen werden kann, versteht sich.
Im übrigen ist die Schweiz bestens dafür gerüstet, die füh- rende Nation im Rahmen der Blauhelmkontingente zu wer- den. Jahrhundetelang leisteten Schweizer aufgrund strenger vertraglicher Regeln Dienst in aller Herren Länder. Ausdrück- lich durften diese Schweizer nur zu defensiven Zwecken ein- gesetzt werden.
Als ich vor einem Vierteljahrhundert angesichts des damaligen Zypernkonfliktes sagte, ich wäre bereit, mit meinem Regiment den Widerholungskurs in Zypern zu absolvieren, da löste dies bei meinen militärischen Vorgesetzten Entsetzen, bei meinen Soldaten vergnügtes Lächeln aus. Heute ist die Zeit reif - sa- gen wir: fast reif - für solche Ideen.
Zentraler Punkt in einer von Wandel ergriffenen Aussenpolitik ist der Ausbau unserer humanitären Rolle innerhalb der Völ- kerfamilie. Zu hoffen ist, dass sich der Schweizer nicht nur sei- nes materiellen Wohlstandes, sondern auch seines Egoismus bewusst wird.
Uns allen sind die Bilder der auf der Flucht erfrorenen oder ver- hungerten Kurdenkinder noch gegenwärtig. Sie sind aber nur das gerade aktuellste Beispiel für die Armut der Welt im Ver- gleich zu unserem Wohlergehen. Auch um unseres eigenen Glücks willen haben wir das Unglück der verarmten Völker zu bekämpfen.
Als letztes Stichwort zur Veränderung sei gleichsam pro me- moria an den unbestrittenen Zwang zur Oekologisierung der Wirtschaft erinnert.
Nach so viel Veränderungsfreude soll belegt werden, dass in jedem Staat zum Wandel auch die Konstanz gehört. Zu den Konstanten zählt der Schutz der Minderheiten. Lassen Sie mich diese Tradition an einem Beispiel anschaulich machen. Sie können es selbst überprüfen. Die Fraktionen der Regie- rungsparteien wählen derzeit ihre Vorsitzenden aus Minder- heiten, aus einstigen Untertanenländern: Die Herren Couche- pin und Darbellay kommen aus dem Unterwallis, Frau Mauch und Herr Fischer-Hägglingen aus dem Aargau. Nicht viel an- ders steht es bei den Parteipräsidenten. Da jeder von Ihnen ir- gendwie eine Minderheit vertritt, könnte man dieses Spiel über 246 Namen weiterführen. Nur die Kostbarkeit Ihrer Zeit verbie- tet mir diesen kleinen Wachhalteappell. Doch sei mir eine per- sönliche Bemerkung erlaubt: Die Bescheidenheit zwingt mich zur Vermutung, dass mir die Ehre, dieses Referat zu halten, natürlich nur deshalb zufiel, weil ich einer besonders kleinen parteipolitischen Minderheit angehöre und zudem ein friedli- cher alter Mann bin, der als ganz ungefährlich gilt. (Heiterkeit) Als Hauptsache bleibt: Die Schweiz besteht nur aus Minder- heiten. Sie würde eine ihrer besten Tugenden verlieren, ver- gässe sie ihre Sorge für die Minderheiten.
Eng hängt damit das Ja zur Kleinräumigkeit zusammen. Es ist nicht leicht, sich zu einem Kleinstaat zu bekennen. Man ver- zichtet dabei auf vieles, auf Ruhm und Ehre, auf den Umgang mit den sogenannten Grossen der Welt. Für stark geltungsbe- dürftige Intellektuelle war dieser Verzicht immer schon recht anspruchsvoll. Karl Schmid hat dieses für die Schweiz so be- zeichnende Problem schon 1963 in seinem Buch «Unbeha- gen im Kleinstaat» umfassend abgehandelt.
Minderheiten und kleinräumiger Föderalismus stellen sich im Ständerat dar. Wenn vorhin unbeschwert von Totalrevision der Verfassung gesprochen wurde, so muss nun beigefügt wer- den: Alles mögliche mag man abschaffen, nur bitte eines nicht, den Ständerat. (Teilweiser Beifall) Das schliesst nicht aus, der Kleinen Kammer, wie in den USA, besondere Kompe- tenzen einzuräumen.
Lange Zeit zeichnete sich die Schweiz, namentlich in den puri- tanisch reformierten Kantonen, durch eine demonstrativ einfa- che Lebenshaltung aus. Man durfte wohl vermöglich sein, doch sollte man seinen Reichtum nicht zeigen. Vielmehr galt, dass man Wohltätigkeit übte, ohne davon viel Aufhebens zu machen. Der wirtschaftlich Starke nahm sich der Schwäche- ren an. Das war christliche Lebensgestaltung, verbunden mit politischer Klugheit; auch für die Gegenwart sehr empfehlens- wert.
Zu solchen zurzeit als altmodisch eingestuften Verhaltensfor- men gehört die Treue. Welche Grösse auch immer eine ` Gruppe von Menschen hat, ihre gemeinsame Ueberlebens- chance wächst, wenn die Betroffenen einander Treue halten. Die Beziehung zur eigenen Heimat darf nicht zu einem Weg- werfartikel verkommen.
Damit gelangen wir zu einer Konstante von grösster Bedeu- tung. Seit 700 Jahren stehen an der Spitze unseres wichtig- sten staatlichen Dokumentes die Worte: «Im Namen Gottes des Allmächtigen!» Natürlich bin ich mir bewusst, dass diese Anrufung Gottes heute Widerstände weckt. Dennoch, diese Beziehung zum Schöpfer unserer Welt gehört zu unserem Staatswesen. Als man vor zwanzig Jahren daranging, eine neue Verfassung auszuarbeiten, da versuchte man, die Anru- fung Gottes zeitgemäss - und wie mir schien sinnvoll - zu kon- kretisieren, indem man schrieb: «Im Willen, den Bund der Eid- genossen zu erneuern; gewiss, dass frei nur bleibt, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen; eingedenk der Grenzen aller staatli- chen Macht und der Pflicht, mitzuwirken am Frieden der Welt.» Das ist die heutige Interpretation der Formel in der Bundesver- fassung.
Das führt zur abschliessenden Bemerkung, zu dem, was ich die unsichtbare Schweiz nennen will. Wir alle blicken auf an- dere Menschen. Wir machen uns - obwohl wir das nicht tun sollten - zudem ein Bild von diesen Menschen. Dabei verges- sen wir leicht, dass jedes Individuum neben seinen Eigen- schaften, die wir wahrnehmen, noch andere hat, die wir nicht zu erkennen vermögen.
So geht es uns auch mit der Schweiz. Wohl können wir vors Haus treten und sehen dann die Schweiz unserer Tage. Dane- ben gibt es aber auch eine viel wichtigere, unsichtbare Schweiz. Da sind die Leistungen und Werke, die Siege und Niederlagen, die Zerwürfnisse und Versöhnungen, Verzichte und Opfer unserer Vorfahren. Unsere Kräfte wachsen bei wei- tem nicht nur aus dem, was sichtbar vor uns steht. Wir haben uns auch auf die unsichtbare Schweiz zu stützen. Es darf nicht sein, dass die Leiden und Opfer früherer Generationen verges- sen werden.
Es darf nicht umsonst gewesen sein, dass sich Jörg Supersa- xos Frau Margareta Lehner, als sie ihr 24. Kind erwartete, aus dem Wallis über die schon winterlichen Pässe nach Luzern an die Tagsatzung schleppte, um hier für die Befreiung ihres Mannes aus der Freiburger Kerkerhaft zu bitten.
Es darf nicht sein, dass der Solothurner Schultheiss Niklaus Wengi umsonst vor die Mündung eines Geschützes trat, um zu verhindern, dass sich Eidgenossen verschiedenen Glau- bens töteten.
Es darf nicht sein, dass die Tränen der Nidwaldnerinnen, die ihre Männer und Söhne im Kampf gegen die Franzosen ster- ben sahen, umsonst vergossen wurden.
Es darf nicht sein, dass die Bitternis des alternden, verlachten Heinrich Pestalozzi, die unsägliche Einsamkeit Henri Dunants, vergessen werden.
Es darf nicht sein, dass Gertrud Kurz umsonst auf den Mont Pélerin pilgerte, um Bundesrat von Steiger mehr Menschlich- keit gegenüber Flüchtlingen abzutrotzen.
Alle diese Opfer und noch unzählige andere wurden im Dienste unseres Landes erbracht. Als unsichtbare Schweiz sind sie auch in diesem Saal gegenwärtig. Diese unsichtbare Schweiz ruft uns auf, unser Bestes einzusetzen für die Zukunft, für unsere Zukunft und für die Zukunft unserer Kinder. (Gros- ser Beifall)
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Sur l'initiative du philosophe bâlois Isaak Iselin, un autre ressor- tissant de la cité rhénane, Johann Heinrich Gleser (1734-1773), publia en 1760 le texte latin jusque-là inconnu d'un pacte conclu par les Confédérés en 1291. Ce document gisait, ou- blié, depuis presque un demi-millénaire dans les archives du canton de Schwyz.
La publication de Gleser ne suscita guère d'écho et son auteur n'obtint pas la charge de professeur à l'université de Bâle qu'il escomptait, de sorte qu'il ne tarda pas à retourner au métier de boulanger qu'il avait repris de son père. Pourtant, aux yeux des historiens, et de tous ceux qui s'intéressent à l'histoire de notre pays, la découverte de Gleser eut le mérite de faire reculer de 24 ans l'origine de la Confédération à 1315. D'ailleurs le texte de 1291 fait expressément allusion à un pacte encore plus an- cien, malheureusement jamais retrouvé. On ne connaît même pas de tentative de falsification.
Il va de soi que les confédérés de 1291 n'avaient nullement en tête un projet de démocratie moderne telle que nous la connais- sons. Ils n'en ont pas moins constitué le noyau du pays qui prit par la suite, après maintes vicissitudes, le nom de Suisse. Du point de vue formel, donc, il n'existe aucune échappatoire: le 700e anniversaire de la Confédération doit être situé «début août 1991». Il est vrai que l'Europe centrale connut, il y a sept siècles, une multiplicité d'alliances entre Etats, ainsi qu'entre communautés agricoles. Pourtant, aucune d'entre elles n'a sur- vécu jusqu'à nos jours. Pourquoi donc la Confédération a-t-elle fait exception?
Tout d'abord, il faut noter que les habitants des «cantons fores- tiers», les Waldstätten, quoique se recrutant surtout parmi les paysans, les bûcherons, les bateliers et les propriétaires ter- riens, surent établir des alliances avec les villes franches qu'étaient Zurich et Berne. Les campagnes comme les villes avaient en commun la volonté de se libérer de la tutelle de la no- blesse environnante. On était certes pauvre, matériellement et culturellement, mais on n'en manifestait pas moins une volonté obstinée d'indépendance républicaine. On était surtout doué pour l'art militaire, et on considérait le métier de soldat comme une honorable profession d'appoint. On créa donc une alliance très souple, qui fut vite jugée dérangeante par les voisins, en rai- son de l'enthousiasme expansif et conquérant qu'elle soulevait. Les alliés se firent rapidement, ensemble ou séparément, des pays sujets, étendant ainsi leur influence à une zone qui dépas- sait de loin en superficie le territoire originaire de la Confédéra- tion. La plupart du temps, ils s'appropriaient les droits des no- bles qu'ils en avaient chassés. Ces nouveaux maîtres furent souvent tolérés, car ils apportaient au peuple une plus grande sécurité que la noblesse, souvent peu soucieuse du sort de ses sujets.
Si critique que soit le regard que l'on jette sur cette époque, force est d'admettre que les confédérés s'efforcèrent de modé- rer leur ardeur guerrière par des normes éthiques, de telle sorte - qu'ils parvinrent progressivement à humaniser la vie quoti- dienne et à régler les conflits internes par la négociation plutôt que par la force des armes.
L'expansion à travers les frontières linguistiques amena l'Etat embryonnaire à s'étendre sur quatre régions culturelles diffé- rentes. C'est ainsi que la Suisse est devenue un cas particulier. Même si certains détestent cette expression, la Suisse n'en reste pas moins, même de nos jours, un cas à part. Pourtant on ne pouvait nullement parler de parité des langues dans l'An- cienne Confédération. Ce n'est qu'à partir de la République Helvétique qu'une telle égalité fut affirmée. Et il fallut attendre l'intégration européenne pour que le plurilinguisme apparaisse comme un bien désirable.
Historiquement, l'expansion se fit surtout en direction de l'Italie. Emmenés par les Uranais et les Schwytzois, les anciens confé- dérés débouchèrent jusque dans la plaine du Pô. Soyons réa- listes: nos ancêtres considéraient l'actuel Tessin comme un pays sujet. En outre, les qualités politiques et administratives des baillis variaient fortement de l'un à l'autre. Malgré tout, les vallées italophones parvinrent à préserver et à développer leur propre culture, tout en s'associant progressivement à la Confé- dération.
Résistant à l'habituel lyrisme des Suisses découvrant le Sud des Alpes, je renoncerai à célébrer le beau canton du Tessin comme une terre de villégiature à l'idiome sympathique. Je crois qu'il convient plutôt d'exprimer notre respect pour l'atta- chement de la communauté italophone à ses propres valeurs. J'aimerais citer à ce propos deux exemples illustrant la vitalité actuelle du peuple tessinois.
Alors que Francesco Chiesa, qui fut à la fois poète et animateur de la vie culturelle et qui figure à ces titres parmi les plus grands de notre siècle, fêtait ses 70 ans, son éditeur lui proposa, en guise d'hommage, de publier ses oeuvres complètes. Chiesa refusa, évoquant les oeuvres qu'il comptait publier durant les 30 prochaines années .... projet qui se réalisa puisqu'il poursui- vit son activité créatrice jusqu'à sa mort, survenue dans sa cent-deuxième année.
Plus près de nous dans le temps, Mario Botta est probablement l'architecte suisse contemporain le plus connu dans le monde. S'il devient lui aussi centenaire, nul doute que l'on trouvera ses oeuvres sur tous les continents.
Quant à l'attachement que nous avons pour notre minorité rhéto-romane, je l'exprimerai avec un brin de poésie en langue romanche due à la plume d'Andri Peer, avec lequel j'ai été lié d'amitié pendant de nombreuses années:
FLUORS CHADAINA (GRAINES DE DENT-DE-LION
Il vent as piglia
in svoul
cur ch'el voul,
Emportées par le vent dans son vol imprévisible,
cha vus nu savais
nul ne sait quand
ingio cha vus gias
et nul ne sait où)
Mais retournons à notre histoire: à la diversité linguistique vint s'ajouter au 16e siècle le clivage confessionnel, qui obligea la Suisse à apprendre la tolérance religieuse.
C'est aussi pendant ce siècle que la Confédération commença à modérer sa politique expansionniste pour devenir un Etat se suffisant à lui-même. Les visées conquérantes furent rempla- cées par le service à l'étranger. La Suisse acquit ainsi une place durable et incontestée dans la famille des nations européen- nes. Pourtant, figé dans ses structures, notre pays connut un ré- veil brutal en 1798, finissant par trouver, en 1848, une forme qui a perduré dans ses grandes lignes jusqu'à nos jours.
Depuis lors, la Suisse a connu le privilège d'une grande stabilité liée à une prospérité matérielle croissante. On ne doit pas igno- rer, à ce propos, que c'est grâce à une heureuse combinaison de chance et d'habileté que notre pays a échappé aux rivalités entre les grandes puissances.
Il est vrai que la longue période de tranquillité dont a joui la Suisse incite à tenir beaucoup de choses pour acquises. Est-ce pour cela que la célébration du 700e anniversaire suscite tant de critiques? Certains parlent de malaise. D'autres affirment qu'ils n'ont rien à fêter. L'humeur semble plutôt à la «sinistrose». Les écologistes sont tristes parce que l'invasion de l'automo- bile semble s'accélérer. Les divisionnaires sont moroses et se plaignent de manquer de places d'armes et d'avions de com- bat. Les paysans sont découragés parce qu'ils craignent un dé- mantèlement des subsides agricoles. Et les députés ronchon- nent parce que les sessions extraordinaires se multiplient ... L'an dernier, à l'approche du Premier Août, Friedrich Dürren- matt, particulièrement apprécié dans cette auguste enceinte, rappelait fièrement avoir déclaré en 1946 que la Suisse pourrait bien se dissoudre comme un morceau de sucre dans l'eau. Difficile d'ignorer une telle affirmation. Toutefois, il ne sert à rien de vouloir tout dramatiser. Il vaut mieux rappeler les réalités his- toriques qui ont présidé à la formation de notre pays. Les na- tions sont des organismes vivants. Elles naissent, grandissent ou dépérissent, évoluant constamment. En vieillissant, elles de- viennent plus solides. Un Etat vieux de plusieurs siècles ne sau- rait disparaître purement et simplement de la carte. La Suisse l'a prouvé en 1798: engloutie par la Révolution française, elle est réapparue en 1815, dans des frontières mieux définies. Et nous
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pouvons être sûrs qu'elle saura encore s'affirmer, dans le pré- sent comme à l'avenir.
Une telle assertion mérite sans doute d'être étayée. Tous les Etats, à quelques rares exceptions près, se sont constitués de la même manière. Une population commence par soumettre ou chasser les habitants d'un territoire pour s'y établir. Si les conquérants réussissent à maintenir leur pouvoir pendant une période prolongée, ils finissent par ne plus passer pour usur- pateurs. Leur souveraineté devient légitime. Le temps qui s'écoule et le renforcement des habitudes ont toujours joué un rôle déterminant dans la conscience collective des peu- ples.
Nous avons été récemment témoins d'événements dramati- ques. Après une guerre qu'elle avait elle-même provoquée, l'Al- lemagne défaite en 1945 fut mise au ban des nations, divisée, et rayée de la carte en tant qu'Etat unitaire. Nous avons vu com- ment ce jugement a été annulé, moins d'un demi-siècle plus tard. Et qui plus est, la réunification ne s'est pas faite subreptice- ment, mais dans un élan d'enthousiasme qui a stupéfait le monde entier. Il n'est guère possible de mieux illustrer la puis- sance irrésistible des forces historiques.
Illustrons cette théorie par un contre-exemple, tout aussi actuel. Les Kurdes, au nombre de quelque 20 millions, forment un peu- ple, avec une langue et une culture propres. Comme les Suis- ses, ce sont surtout des montagnards. Maintes fois, ils ont tenté d'étendre leur emprise sur les plaines. Pourtant, ils n'ont jamais réussi à s'y établir de manière suffisamment durable pour attein- dre le seuil de la légitimité. Ils sont restés, jusqu'à nos jours, un exemple tragique de population ballottée entre des voisins plus puissants.
Tout Etat, conscient de l'importance de la durée, cherche à se donner une histoire remontant aussi loin que possible dans le temps. On s'efforce de fêter des événements aussi anciens que possible, afin de prouver, à soi-même et au monde, la légitimité de la patrie. Il en résulte que quiconque veut contester l'Etat, pour quelque motif que ce soit, s'oppose instinctivement à toute fête commémorative.
Il en va de même chez nous, même si notre pays a depuis long- temps atteint le seuil de sa légitimité (ne serait-ce qu'en 1648, lors de la rupture formelle avec l'Empire germanique). Si cer- tains prétendent encore que notre Etat n'est pas appelé à durer, ils ne veulent pas dire par là que la Suisse sera prochainement rayée de la carte. Ils croient plutôt que notre souveraineté ac- tuelle sera remplacée par une autre.
Il est vrai que, dans tout Etat, la classe dominante ne maintient son hégémonie que pendant une période limitée, plus ou moins longue. Elle n'a pas toujours su se maintenir au pouvoir avec autant d'habileté que la famille royale d'Angleterre, par exemple, laquelle a abandonné progressivement tous les as- pects du pouvoir, sans renoncer aux privilèges de la richesse et de la célébrité.
Le phénomène historique est toujours semblable: un groupe dominant parvient au pouvoir, puis commence à perdre pro- gressivement sa puissance. Ceci est vrai en Suisse, où les radi- caux sont parvenus à une position de force dans l'ordre démo- cratique de 1848. Puis, petit à petit, ils ont dû abandonner des parcelles de leur pouvoir. En 1891, pour la première fois, à l'oc- casion du 600e anniversaire de la Confédération, un poste de conseiller fédéral fut cédé aux catholiques conservateurs, en guise de réconciliation. Au cours des années 20, ce fut au tour des agrariens (les précurseurs de l'actuelle UDC), et en 1943, devant la menace de guerre, la social-démocratie fut enfin ac- cueillie au sein du gouvernement.
Notre pays se caractérise cependant par l'extrême lenteur du changement. Une telle stabilité politique profite à la population en général. Il n'en reste pas moins que de nouveaux groupes apparaissent, qui estiment leur part du pouvoir insuffisante. Les partis gouvernementaux ont appris à perfectionner l'art de tenir à la fois le rôle du gouvernement et de l'opposition. Cette for- mule a bien fonctionné pendant plusieurs décennies. Actuelle- ment, elle est jugée plutôt ennuyeuse par beaucoup de gens. Les voix qui réclament des changements se font de plus en plus stridentes.
L'avenir sera immanquablement caractérisé par le change- ment, dans le sillage des bouleversements récents qui ont se-
coué l'Europe. Notre tâche consiste à opérer, sans nous trom- per, les changements qui iront dans le sens de l'Histoire.
Une révision totale de notre Constitution fédérale serait un ex- cellent moyen de marquer notre volonté de renouveau. Des ob- servateurs chevronnés de la vie politique pensent qu'une telle entreprise serait le meilleur moyen d'éviter que notre pays s'en- gage dans des voies périlleuses.
La politique extérieure est particulièrement sensible à ces bou- leversements. L'intégration européenne, la déstabilisation en Europe de l'Est, la réunification de l'Allemagne, entraîneront inévitablement notre pays dans un processus douloureux d'adaptation. Les temps où l'on croyait que la meilleure politi- que étrangère était l'absence de politique sont définitivement révolus.
Nous sommes contraints de relever les défis que nous lance une Europe en voie d'intégration. Quiconque espère que l'échec des négociations sur l'Espace économique européen signifierait un retour à l'isolement de la Suisse se fait des illu- sions. Un tel échec soumettrait la Suisse à des exigences beau- coup plus lourdes que celles auxquelles elle doit faire face ac- tuellement dans ses négociations avec la Communauté. Le penseur génial qu'a été Denis de Rougemont a eu le mérite d'être parmi les premiers à lancer l'idée d'une Europe des ré- gions. L'engagement en faveur d'une Europe fédérée devrait être l'objectif le plus gratifiant d'une nouvelle politique exté- rieure de la Suisse.
Il va de soi que dans ce contexte la neutralité sera elle aussi à redéfinir, ce qui devrait mobiliser tous ceux qui sont avides de changement.
Au demeurant, la Suisse est bien préparée pour participer aux contingents de casques bleus de l'ONU. Pendant des siècles, des Suisses se sont mis, sur la base de conventions précises, au service des nations les plus diverses. Une des conditions ex- presses était de n'oeuvrer qu'à des fins défensives.
Lorsque, il y a un quart de siècle, j'affirmais, à l'occasion du conflit de Chypre, que j'étais prêt à effectuer avec mon régi- ment un cours de répétition sur cette île, j'ai provoqué l'indigna- tion de mes supérieurs et le sourire sceptique de mes soldats. Depuis, les temps ont changé, et les esprits sont - presque - mûrs pour de telles idées.
L'objectif primordial de notre politique extérieure, dans un monde en pleine mutation, est le développement de notre action humanitaire au sein de la communauté des peuples. Il faut espé- rer que les Suisses prendront conscience que leur prospérité matérielle tend à s'accompagner d'un égoïsme croissant.
Les images des enfants kurdes morts de faim et de froid durant leur fuite sont encore présentes dans nos esprits, mais ce n'est là que l'exemple le plus récent de l'insupportable misère du monde, par contraste avec notre opulence. En fin de compte, c'est aussi pour notre propre bonheur que nous devons lutter contre la misère des peuples démunis.
Toujours sous le signe du changement, il faut encore mention- ner, ne serait-ce que pour mémoire, les contraintes écologi- ques toujours plus fortes auxquelles l'économie est soumise. Parmi les constantes de notre pays figure en bonne place le res- pect des minorités. Permettez-moi d'illustrer cette tradition par un exemple emprunté à votre propre situation. Il arrive fréquem- ment qu'un organe parlementaire élise à sa présidence un re- présentant d'une minoirté linguistique, donc un ressortissant des anciens pays sujets, même si ceci ne concerne que les partis gouvernementaux. Ainsi, MM. Couchepin et Darbellay viennent du Bas-Valais, Mme Mauch et M. Fischer-Hägglingen d'Argovie. Il en va de même des chefs de partis. Et comme cha- cun d'entre vous représente en quelque sorte une minorité, on pourrait se livrer à ce petit jeu avec 246 noms. Mais votre temps est trop précieux, de sorte que je me contenterai de faire une remarque personnelle. La modestie me porte à croire que si vous m'avez fait l'honneur de me choisir pour tenir cette allocu- tion, c'est sans doute aussi parce que j'appartiens à une petite minorité politique, et peut-être parce que, étant donné ma per- sonnalité de vieil homme paisible, on m'a jugé particulièrement inoffensif.
Une conclusion s'impose: la Suisse est faite de minorités. Elle perdrait une de ses principales vertus si elle oubliait de se préoccuper du sort de ses communautés les plus petites.
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Jubiläumssession
Notre pays se caractérise aussi par son goût pour les ensem- bles de faible dimension. Il n'est pas facile de s'identifier à un petit Etat. Il nous oblige à renoncer à d'excessives prétentions à la gloire. Pour les intellectuels particulièrement ambitieux, ce renoncement n'est guère facile. Karl Schmid en a fait une ana- lyse à la fois psychologique et politique dans son ouvrage de 1963 sur le «complexe du petit Etat».
Respect des minorités et fédéralisme sous-tendent tout spécia- lement le Conseil des Etats. Je faisais allusion tout à l'heure à la révision totale de la constitution. Or, une chose en tout cas me paraît souhaitable: le maintien de la chambre des cantons. On pourrait même, à l'instar des Etats-Unis d'Amérique, confier à notre «sénat» des attributions spécifiques.
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Pendant longtemps, la Suisse, tout particulièrement dans les cantons réformés, à tradition puritaine, on a cultivé la simplicité des moeurs. La quête du bien-être n'est certes pas condamna- ble, mais on ne devrait pas faire étalage de sa richesse. Au con- traire, il faut soutenir les oeuvres de bienfaisance, avec discré- tion. Ainsi, les classes favorisées assurent le bien-être des dému- nis, associant ainsi charité chrétienne et savoir-faire politique. Parmi les vertus jugées un peu démodées, il y a la fidélité. Quelle que soit la force numérique d'une communauté, ses chances de survie sont d'autant meilleures que ses membres font preuve de constance. Le lien qui est le nôtre avec notre pe- tite patrie ne doit pas devenir un article de consommation jeta- ble après emploi.
Et nous touchons ici à l'un des fondements de notre pays. De- puis 700 ans, nous avons fait figurer en tête de nos principaux documents les mots «Au nom de Dieu Tout-Puissant». Je sais bien que cette invocation suscite aujourd'hui des critiques. Pourtant, cet appel au Créateur de l'Univers fait partie inté- grante de notre nation. Lorsqu'on voulut, il y a une vingtaine d'années, élaborer une nouvelle constitution, on s'efforça de reformuler l'invocation d'une manière plus contemporaine, et, je crois, particulièrement judicieuse: «Le peuple et les cantons de la Suisse, résolus à renouveler l'alliance des Confédérés, conscients que seul restera libre celui qui use de sa liberté, sa- chant que la force d'une communauté se mesure au bien-être du plus faible de ses membres, reconnaissant les limites du pouvoir de l'Etat, soucieux du devoir qui leur incombe, de contribuer à la paix du monde, ont arrêté la Constitution que voici» (préambule au projet de constitution de 1977).
Ceci m'amène à une remarque finale sur la Suisse «invisible». Nous jetons tous, que nous le voulions ou non, un certain re- gard sur nos semblables. Nous nous faisons d'eux une image. Ce faisant, nous oublions facilement que chaque individu pos- sède, outre ses caractéristiques manifestes, accessibles à tous, d'autres, qui restent secrètes.
Il en va de même de notre pays. Nous avons tous une certaine image de la Suisse contemporaine. Or, derrière elle, il y a une autre Suisse, invisible, mais essentielle, constituée par l'ensem- ble des travaux et des accomplissements, des victoires autant que des défaites, des querelles mais aussi des réconciliations, enfin des renoncements et des sacrifices de nos ancêtres. Nos forces ne jaillissent pas seulement de la Suisse contemporaine, telle qu'elle apparaît à nos yeux, mais aussi de cette Suisse invi- sible que je viens d'évoquer. Il ne faut pas que les souffrances et les épreuves des générations qui nous ont précédés soient oubliées.
Il ne faut pas que Margareta Lehner, épouse de Jörg Super- saxo, enceinte de son vingt-quatrième enfant, soit venue en vain du Valais à la Diète de Lucerne, pour demander la libéra- tion de son mari détenu dans une prison fribourgeoise.
Il ne faut pas que l'avoyer soleurois Niklaus Wengi se soit planté devant la bouche d'un canon pour éviter que les confédérés de confession différente se massacrent mutuellement; ni que les larmes des femmes de Nidwald, qui virent leurs maris et leur fils mourir au combat contre les troupes françaises, aient été ver- sées en vain.
Il ne faut pas que l'amertume d'Henri Pestalozzi vieillissant et accablé par les railleries de ses contemporains, et la solitude d'Henri Dunant, tombent dans l'oubi; ni que Gertrud Kurz ait es- caladé en vain le Mont-Pélerin pour demander au Conseiller fé- déral von Steiger de faire preuve de plus d'humanité à l'égard des réfugiés.
Tous ces efforts et ces sacrifices, parmi tant d'autres, furent ac- complis pour la patrie qui est la nôtre. Ils appartiennent à cette Suisse invisible, qui n'en est pas moins présente dans cette au- guste enceinte. Cette Suisse invisible nous appelle, elle nous invite à donner le meilleur de nous-mêmes pour construire l'avenir, le nôtre et celui de nos enfants.
Su iniziativa dell'illuminista basilese Isaak Iselin, Johann Hein- rich Gleser (1734-1773), anche lui basilese, ha pubblicato nel 1790 una lettera in latino, fino ad allora sconosciuta, della lega dei cantoni forestali datata del 1291. Il documento era rimasto, per quasi mezzo secolo, nell'archivio svittese senza evocare at- tenzione.
A Gleser la pubblicazione non portò molti frutti. Gli fu negata la sperata nomina di professore all'Università di Basilea. Non gli restò altro che ritornare ad esercitare il mestiere di suo padre: panettiere di pane bianco. Diventò pur sempre scrittore nella corporazione dei panettieri. Anche la collettività non prestò molta attenzione alla scoperta di Gleser. Per gli amanti della sto- ria questo documento invecchiava la Confederazione di 24 anni, il patto più antico era allora datato del 1315. Questo fatto concerne pure noi. Nel patto del 1291 viene chiaramente fatto allusione ad una precedente lega; finora, purtroppo, non dispo- niamo di prove e neppure di una contraffazione.
Coloro che avevano stipulato il patto non disponevano di un esempio democratico come ai nostri giorni. Diedero nascita, dopo molti contraccolpi, al nucleo chiamato Svizzera. Finora dunque non esistono delle prove per confutare che il 700° della Confederazione cade all'inizio di agosto.
700 anni orsono nell'Europa centrale si stipularono parecchie leghe tra le città come pure tra i contadini; nessuna è sopravvis- suta fino ad oggi. Come mai la Svizzera rappresenta un'ecce- zione?
Bisogna ricordare che gli abitanti dei tre cantoni forestali, che erano degli allevatori, degli orlatori, dei navigatori e dei proprie- tari terrieri, avevano stipulato delle alleanze con città libere del- l'impero in particolare con Zurigo e Berna. Queste regioni e queste città attingevano la forza dal loro allontanamento dalla vi- cina nobilità. Erano poveri sia materialmente che a livello cultu- rale, ma erano dei repubblicani convinti. Erano pure degli abili soldati e il soldo rappresentava un'occupazione secondaria de- gna di stima. E' così che prese forma questa alleanza la cui sete di estensione fu vista con disturbo dai vicini. I cantoni forestali cercarono subito delle regioni da sottomettere e col passare del tempo la superficie di queste regioni superava quella dei 3 cantoni. Quasi sempre i confederati adottavano i diritti della no- bilità scacciata. I nuovi signori venivano tollerati perché accor- davano alla popolazione più sicurezza della nobilità spesso di- sinteressata.
Uno sguardo critico verso questa espansione deve anche tener conto del fatto che i confederati si sforzavano, in caso di guerra, di adottare delle norme etiche. Gradualmente riuscirono a dare un senso umano alla vita quotidiana e a risolvere le discussioni interne con negoziati al posto di prendere le armi.
L'espansione territoriale fece si che nel giovane Stato fossero presenti quattro diverse regioni linguistiche. E così la Svizzera divenne un caso a parte, e anche se molti non lo vogliono am- mettere, la Svizzera è tutt'ora un caso a parte. All'epoca non si poteva parlare di uguaglianza linguistica. Solo l'Elvezia diede avvio a questo concetto, e con l'avvento del più giovane movi- mento di integrazione europea le quattro lingue nazionali diven- tarono una specie di mito.
Nel corso della storia la regione di lingua italiana era territorial- mente la più vasta. Si inoltrava fino alla pianura del Po ed era sotto il protettorato svittese e urano. Ma restiamo realisti: i con- federati consideravano il Ticino un suddito. Inoltre le capacità politiche dei balivi, gentilmente espresso, potevano variare. Ciò nonostante le vallate di lingua italiana svilupparono la loro cul- tura e si unirono al resto della Svizzera.
Ancora più significativa fu l'espansione dei confederati nella re- gione romanda. Lo svizzero tedesco che volge la sua atten- zione sulla Svizzera romanda non smetterà di essere meravi- gliato dalla ricchezza dei suoi aspetti culturali e dell'impatto che ha avuto sulla nostra storia. Uno zurighese constaterà che gra-
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Session commémorative
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zie alla politica consumata dalla Berna patrizia, ha avuto luogo l'espansione verso le contrade occidentali e meridionali del no- stro Paese e la loro integrazione in un insieme statale equili- brato.
Penso d'altronde che dovremmo rinunciare, in qualità di sviz- zeri tedeschi, a utilizzare l'espressione «Romandie» quando parliamo di questa parte della nostra patria.
Che cosa sarebbe la Svizzera, vista nella sua integrità, senza l'abbazia di St-Maurice, l'antico Agaunum, da dove partirono, come ci dice la tradizione cristiana, santa Verena, san Felix e santa Regula per diffondere il loro messaggio di pace nelle con- trade situate a nord delle Alpi?
Che cosa sarebbe la Svizzera senza il Canton Vaud che sa unire l'urgente bisogno di libertà di un maggior Davel alla fiera co- scienza di uno Stato solidamente strutturato?
Che cosa sarebbe la Svizzera senza Jean Calvin, Jean-Jacques Rousseau, Pictet de Rochemont, il generale Dufour o Henri Du- nant, personalità che irradiano l'Europa?
Che cosa sarebbe la Svizzera senza l'entusiasmo che s'impa- dronì dell'anima elvetica, al momento delle minacce della Prus- sia nel 1856, il cui fervore patriota fece si che Le Corbusier, Blaise Cendrars, nativi di La Chaux-de-Fonds, non fossero sog- getti al re di Prussia ma cittadini della Repubblica e Canton di Neuchâtel?
Che cosa sarebbe la Svizzera senza Jean Tinguely, questo fri- burghese astuto la cui simpatica malignità svela con umore le debolezze della nostra epoca? E per concludere che cosa sa- rebbe la Svizzera senza il suo ultimo venuto, il Canton Giura, la cui genesi e il cui sviluppo mostrano che ancora oggi siamo ca- paci di risolvere, con l'aiuto dello sforzo politico, i delicati pro- bloemi di convivenza?
La stima verso le minoranze linguistiche latine viene espressa in questa corta poesia di Anri Peer, un amico di lunga data, che porterà una ventata di poesia in questa sala:
FLUORS CHADAINA
(SOFFIONE
Il vent as piglia in svuol
In volo, quando vuole, vi prende il vento
cur ch'el voul,
e vi porta lontano
cha vus nu savais ingio cha vus gias
senza che nessuno sappia l'ora e il posto)
Dopo questa parentesi dedicata alle quattro regioni linguistiche del nostro Paese passiamo ora al decorso storico. Oltre alla molteplicità linguistica-culturale nel 16º secolo ebbe luogo lo scisma. Quest'ultimo insegnò alla Svizzera la tolleranza reli- giosa e ideologica.
La Confederazione, sempre in via d'espansione, si trasformò nel 16º secolo in uno Stato di poche pretese. L'aggressività ve- niva esportata con il soldo. La Svizzera diventò uno Stato che occupò un posto indiscusso nella famiglia europea. Si irrigidì nel 18º secolo e nel 1798 dovette farne le spese. Ma lo Stato si riprese nel 1848 e la forma di allora è tuttora presente.
Da allora la Svizzera gode di una grande stabilità e di un benes- sere materiale in continuo aumento. Non bisogna ignorare che la Svizzera seppe far fronte alla rivalità delle grandi potenze me- scolando la saggezza alla fortuna. Nel frattempo l'attuale stabi- lità è vista come una normalità.
Proprio adesso, nell'ambito dei festeggiamenti per il 700°, si annuncia malessere e critica. Il malumore si propaga. Molti af- fermano che non hanno motivo di unirsi ai festeggiamenti. II neologismo «Trauerarbeit» è diventato in. Gli ecologisti sono tri- sti perché sempre più macchine invadono le strade. I divisionari sono tristi perché dispongono di troppo pochi arsenali e aerei. I contadini sono indignati perché i dazi possono scomparire da un momento all'altro. I parlamentari sono stizziti perché devono prendere parte a sempre più sessioni straordinarie, e la lista po- trebbe allungarsi.
In occasione della festa nazionale del 1º agosto dello scorso anno, Friedrich Dürrenmatt, molto stimato in questa sala, ha fie- ramente ammesso che nel 1946 aveva dichiarato che la Sviz- zera poteva, un giorno o l'altro, sciogliersi in un bicchiere d'ac- qua come una zolletta di zucchero.
Un'affermazione di questa portata non è elusiva. La risposta non deve portare ad un'evasione nel pathos, bensì deve essere formulata con dei richiami storici obiettivi.
Gli Stati sono organismi che crescono, si rimpiccioliscono e si trasformano. Più invecchiano e più diventano tenaci. Uno Stato con parecchie centinaia di anni alle spalle non scompare dalla carta geografica in un momento di debolezza e la Svizzera l'ha già dimostrato. Nel 1798 fu vittima dell'armata della rivoluzione francese e nel 1815 era di nuovo come un tempo, con frontiere compatte. E questo vale pure per il presente.
Una tale motivazione abbisogna di precisazioni. Tutti gli Stati, con poche scurrili eccezioni, sono nati allo stesso modo. Un gruppo ne ha sottomesso un altro oppure lo ha scacciato da una regione per installarsi al suo posto. Se si riesce a rimanere parecchi anni nella stessa regione, ci si dimentica allora dello stigma dell'usurpazione; i nuovi padroni diventano legittimi. Nel pensiero delle popolazioni il tempo e l'abitudine giocano un ruolo essenziale, spesso un ruolo inconsapevole.
E voi eravate testimoni di questo fatto. Dopo che la Germania di- stricò la guerra, nel 1945 fu ufficialmente giudicata, divisa in quattro e per sempre cancellata dalle carte geografiche in qua- lità di Stato sovrano. Voi tutti eravate testimoni di come questo giudizio sia mutato dopo 50 anni. Tutti hanno potuto assistere all'esplosione di entusiasmo suscitato dalla riunificazione della Germania. Non si potrebbe rappresentare meglio l'impeto irre- sistibile della storia.
Possiamo dimostrare questa teoria con un controesempio di grande attualità. La popolazione curda si aggira attorno ai 20 milioni, ha una propria lingua e cultura. E' oriunda delle mon- tagne come la popolazione svizzera anche se dispone di pia- nure quali zone d'insediamento. Non riuscì mai a mantenere le sue rivendicazioni a lungo per permetterle di essere ricono- sciuta e rispettata. Perciò ora si trova in balia dei suoi vicini.
Gli Stati sanno l'importanza che assume la loro età, ognuno cerca da sempre di riportare la nascita del proprio Stato ad una data più remota. Ovunque si celebrano degli anniversari con molto dispendio, per dimostrare a sé stessi e al mondo la legitti- mità del proprio Stato. A questo proposito vorrei aggiungere con convinzione che coloro che vogliono abolire lo Stato per qualsiasi motivo, si oppongono di conseguenza ai festeggia- menti di un giubileo.
Questo vale pure per la Svizzera. Non dobbiamo dimenticare che il nostro Stato ha varcato da molto la soglia della legittimità - dal 1648 al più tardi con la formale liberazione dall'impero tede- sco. Coloro che oggigiorno affermano che il nostro Stato ha vita breve, non intendono dire che la Svizzera scomparirà dalle carte geografiche, ma affermano che il nostro attuale rapporto di potere deve cambiare.
E' risaputo che le classi sociali dominanti hanno vita breve in ogni Stato. Non tutte le famiglie regnanti si comportarono come la famiglia reale inglese che rinunciò a poco a poco al potere. Attualmente non esercita più nessun potere, ma, fino a quando i messaggi dei rotocalchi riscontreranno così tanto interesse, la loro esistenza rimarrà al centro dell'attenzione.
Si può osservare ovunque che le classi sociali regnanti che arri- vano al potere col passare del tempo perdono la loro potenza. E ciò vale pure per la Svizzera. Il liberalismo ottenne nel 1848, nel- l'ambito dell'ordine democratico, un grande potere. Col pas- sare del tempo dovette rinunciare ai suoi poteri. La prima volta fu nel 1891, al momento delle celebrazioni del 600° della Confe- derazione, quando, in segno di riconcigliazione con i cattolici conservatori, dovette cedere un seggio al Consiglio federale. Negli anni 20 subentrò l'attuale UDC, e nel 1943, in vista della guerra, furono ammessi per la prima volta nel governo i demo- cratici.
Una caratteristica del nostro Paese è la lentezza del cambia- mento del potere. La popolazione ha tratto parecchi privilegi da questa stabilità politica. Allo stesso tempo i partiti di governo im- pararono un'arte originale: incominciarono a turno e con suc- cesso ad assumersi allo stesso tempo il ruolo di governo e di opposizione. E ciò esercitò un effetto positivo per molti decenni anche se attualmente parecchi lo trovano sorpassato. Sempre più forte risuona l'appello al cambiamento.
Il prossimo futuro sarà contraddistinto da cambiamenti provo- cati pure dalle burrascose trasformazioni che si stanno verifi-
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cando in Europa. Il nostro compito è quello di mettere in atto dei cambiamenti giusti. La totale revisione della Costituzione si pre- sta come ideale tema. Osservatori con-esperienza sono con- vinti che le trasformazioni attualmente in atto in Svizzera non siano pericolose.
Il cambiamento della politica estera sembra inevitabile. Con l'in- tegrazione nella CEE, la destabilizzazione dell'Europa dell'est e con la riunificazione tedesca la Svizzera si trova di fronte ad un doloroso processo d'adattamento. I tempi in cui si pensava che la migliore politica estera fosse quella di non farne sono ormai tramontati.
In qualche modo dobbiamo rispondere alle domande che ci pone un'Europa unita. Chi crede che i falliti negoziati per lo spa- zio economico europeo portino all'isolamento e che la politica estera non sia più un tema di discussione, si sbaglia. L'isola- mento costerebbe molti più sforzi che le attuali trattative con la CEE. Era necessario che un pensatore geniale e allo stesso tempo contraddittorio come Denis de Rougemont abbia lan- ciato per primo l'idea di un'Europa suddivisa in regioni. Il contri- buto per la realizzazione di un'Europa federalista dovrebbe es- sere lo scopo di una nuova e proficua politica estera svizzera. E' chiaro che si dovrebbe rivedere il concetto di neutralità e per coloro che adorano i cambiamenti ciò rappresenta un boccon- cino prezioso.
Ma non dimentichiamo che la Svizzera è molto ben equipag- giata e potrebbe diventare la nazione di primo piano nel conte- sto del contingente dei caschi blu. Durante parecchi secoli la Svizzera ha prestato servizio in diversi Paesi a causa di severe regole contrattuali. Gli svizzeri venivano impiegati in un conflitto solo in caso di difesa.
Quando 25 anni orsono, in considerazione del conflitto di Cipro, dissi che mi sentivo preparato con il mio regimento ad assolvere il corso di ripetizione sull'isola, i miei superiori furono scioccati e i miei soldati avevano un'espressione divertita. Ma ora i tempi sono maturi, diciamo quasi maturi per questo tipo di idee.
Un punto centrale nella politica estera contraddistinta da cam- biamenti dovrebbe essere lo sviluppo del nostro ruolo umanita- rio nel mondo intero. E' da sperare che lo svizzero non si renda solo conto del suo benessere ma anche del suo egoismo.
Ci ricordiamo tutti ancora delle immagini rappresentanti dei bambini curdi in fuga, affamati e in preda al freddo. Ma questo è solo uno tra i tanti esempi che ci fanno ricordare il nostro benes- sere. Per assicurarci la nostra buona sorte dobbiamo cercare di lottare contro la malasorte delle popolazioni povere.
Come ultimo spunto vorrei ricordarvi il problema dell'economia obbligata ad adattarsi alle esigenze ambientali. Ma non bisogna dimenticare che alla base dei cambiamenti ci deve essere una costante. Quando si parla di costante ci riferiamo pure alla pro- tezione delle minoranze. Lasciatemi presentare questa tradi- zione citando un chiaro esempio che potrete verificare perso- nalmente. Le frazioni dei partiti di governo scelgono attual- mente i loro presidenti dalle minoranze, da regioni sottomesse di un tempo, i signori Couchepin e 'Darbellay provengono dal Vallese, la signora Mauch e il signor Fischer-Hägglingen da Aarau. E per quanto riguarda i presidenti dei partiti la cosa non cambia di molto. Ognuno di voi rappresenta una minoranza e potremmo continuare citando più di 246 casi. Ma i vostro pre- zioso tempo non me lo consente. Ma permettetemi ancora una constatazione: La modestia mi spinge a credere, che se ho l'onore di tenere questa relazione sia perché io appartengo ad una minoranza politica e perché sono un uomo vecchio e non pericoloso.
L'importante rimane: la Svizzera è composta da minoranze. Se dimenticasse le minoranze perderebbe le sue migliori virtù.
E questo è intimamente legato all'accettazione del nostro pic- colo spazio. Non è semplice riconoscersi in qualità di piccolo Stato. Si deve rinunciare alla gloria, agli onori e ai rapporti con i grandi di questo mondo. Per intellettuali desiderosi di affermarsi questa rinuncia non è stata sempre facile. Karl Schmid aveva trattato in modo ampio questo problema già nel 1963 nel suo li- bro «Unbehagen im Kleinstaat».
Le minoranze e il piccolo spazio federale sono rappresentati al Consiglio degli Stati. Ma ciò non toglie di accordare alla piccola camera maggiori competenze come è il caso negli Stati Uniti d'America.
Per molto tempo la Svizzera ha mostrato, soprattutto nei cantoni riformati, un modesto tenore di vita. Si poteva essere posse- dente, ma non bisognava mostrare la propria ricchezza. Era più importante fare beneficienza senza aspettarsi qualcosa indie- tro. Coloro che erano economicamente agiati si occupavano dei più poveri. Questa era la vita cristiana che si univa all'intelli- genza politica, un esempio da seguire tuttora.
La fedeltà appartiene a questa mentalità. A seconda della gran- dezza di un gruppo, le possibilità di sopravvivenza aumentano se il gruppo è fedele. Il rapporto con il proprio Paese non deve es- sere lo stesso rapporto che si ha con un'articolo da gettare via. E così arriviamo ad una costante di grande importanza. Da 700 anni il documento statale più importante inizia così: In nome di Dio l'onnipotente! Sono cosciente del fatto che questa invoca- zione possa incontrare oggigiorno resistenza. Comunque que- sto rapporto con il Creatore del nostro mondo appartiene alla natura del nostro Stato. Quando 20 anni orsono si incominciò a rivedere la Costituzione, si cercò di concretizzare l'invocazione adattandola ai tempi: «Con la ferma intenzione di rinnovare il patto dei confederati; libero è solo colui che fa uso della propria libertà, e la forza di un popolo si misura con il benessere dei più deboli; memore dei limiti della potenza statale e dell'obbligo di collaborare alla pace nel mondo.» Questa è l'odierna interpreta- zione della formula nella Costituzione federale.
Questo ci porta all'osservazione conclusiva che voglio chia- mare Svizzera invisibile. Abbiamo l'abitudine di osservare i no- stri simili. Ci facciamo - anche se noi non dovremmo farlo - un'immagine di queste persone. Dimentichiamo facilmente che ogni individuo ha delle qualità che riconosciamo ed altre che non siamo capaci di percepire o di vedere.
Ed è il caso pure della Svizzera. Se ci mettiamo davanti a casa nostra possiamo vedere la Svizzera di oggi. Ma esiste pure una Svizzera invisibile ancora più importante che racchiude le pre- stazioni, il lavoro, le vittorie, le sconfitte dei nostri antenati. La nostra forza non è rappresentata da quello che vediamo. Dob- biamo appoggiarci anche sulla Svizzera invisibile. Non pos- siamo dimenticare le sofferenze e i sacrifici delle generazioni che ci hanno precedute.
Non deve restare senza effetto il fatto che la signora Margareta Lehner, quando aspettava il suo 24° figlio si portò dal Vallese fino a Lucerna al Parlamento per chiedere la liberazione di suo marito, Jörg Supersaxo, dal carcere friburghese.
Il fatto che il sindaco di Soletta Niklaus Wengi si mise davanti alla bocca di un cannone per impedire che i confederati di diverse confessioni si uccidessero deve servire a qualcosa.
Non devono essere dimenticati i pianti delle donne del Canton Nidervaldo che videro morire i loro mariti e i loro figli contro i francesi.
Non dobbiamo permettere che l'amarezza del vecchio e deriso Heinrich Pestalozzi e l'indescrivibile solitudine di Henri Dunant vengano dimenticate.
Non deve restare senza effetto il fatto che Gertrud Kurz pelle- grinò fino al monte Pélerin per ottenere dal consigliere federale Steiger più umanità verso i rifugiati.
Queste e numerose altre vittime erano al servizio del nostro Paese. In qualità di Svizzera invisibile siete riuniti in questa sala. Questa Svizzera ci domanda di fare del nostro meglio in futuro, per il nostro futuro e quello dei nostri figli.
Präsident: Ich danke Herrn Widmer ganz herzlich für seine Festrede.
Der Zufall gibt mir die Möglichkeit, ausgerechnet am heutigen Tag zwei Innerschweizer noch besonders zu erwähnen: Herr Ständerat Reichmuth wird heute 60 Jahre und Herr Nationalrat Tschuppert 50 Jahre alt. (Beifall)
Die Sitzung der Vereinigten Bundesversammlung ist ge- schlossen. Die beiden Räte tagen nun getrennt weiter.
(Siehe Amtliches Bulletin Maisession/Sommersession 1991) (Voir Bulletin officiel session de mai/session d'été 1991)
Schluss der Sitzung um 09.40 Uhr Fin de la séance à 09 h 40
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Sessione commemorativa
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Conseil
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Consiglio
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Séance
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Datum 03.05.1991 - 09:00
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