Motion Bundi
1334
N
21 juin 1991
89.474 Motion Bundi Erhaltung der bäuerlichen Familienbetriebe Sauvegarde des exploitations agricoles familiales
Wortlaut der Motion vom 8. Juni 1989
Der Bundesrat wird eingeladen, in Zusammenarbeit mit den Kantonen ein Konzept zur Erhaltung und Stabilisierung der Zahl der bäuerlichen Familienbetriebe auszuarbeiten und dem Parlament darüber Bericht zu erstatten.
Texte de la motion du 8 juin 1989 Le Conseil fédéral est invité à élaborer avec la collaboration des cantons une conception visant à maintenir et à stabiliser le nombre des exploitations agricoles familiales et à présenter un rapport à ce sujet au Parlement.
Mitunterzeichner-Cosignataires: Aguet, Ammann, Bäum- lin Richard, Béguelin, Bircher, Bodenmann, Braunschweig, Brügger, Bühler, Bürgi, Columberg, Danuser, Diener, Dünki, Eppenberger Susi, Fehr, Hafner Ursula, Hari, Hösli, Huba- cher, Kühne, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Mo- ritz, Leutenegger Oberholzer, Longet, Loretan, Luder, Mae- der, Mauch Ursula, Meier-Glattfelden, Meizoz, Morf, Oester, Ott, Pitteloud, Rechsteiner, Reimann Fritz, Ruckstuhl, Ruffy, Schmid, Schnider, Stappung, Tschuppert, Uchtenhagen, Ulrich, Wanner, Widmer, Züger, Zwingli, Zwygart (51)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
In der Schweiz geht die Zahl der in der Landwirtschaft Beschäf- tigten kontinuierlich zurück. Dies erfolgt zwar heute nicht mehr in jenem starken Ausmass wie in den sechziger und siebziger Jahren; aber eine Stabilisierung ist noch nicht in Sicht. - Nicht viel anders sieht es bei den landwirtschaftlichen Betrieben aus. Der anhaltende Rückgang verstärkt den Konzentrations- prozess, der nicht nur zu Lasten kleiner, sondern auch mittle- rer Betriebe geht. Jährlich verschwinden im Durchschnitt mehr als tausend landwirtschaftliche Betriebe. Dieser Entwick- lung ist endlich entschieden Gegensteuer zu geben. Die seit über vierzig Jahren anhaltende «Strukturbereinigung» darf nicht unkontrolliert weitergehen. Es ist dafür zu sorgen, dass der Bestand der lebensfähigen Familienbetriebe gesichert und auch langfristig erhalten bleibt.
Mit dieser Motion wird der Bundesrat eingeladen, ein Projekt zu erarbeiten, wonach der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen, die ihrerseits mit den Gemeinden zusammenarbei- ten sollen, erstens ermittelt, wie viele Familienbetriebe in jeder einzelnen Gemeinde langfristig wünschbar sind, und zweitens die Massnahmen bestimmt, die zur dauerhaften Erhaltung die- ses Bestandes notwendig sind.
In bezug auf die Erhaltung ist die Einkommenssituation der Familienbetriebe so zu sichern und wo nötig zu verbessern, dass eine ausreichende oder gute Existenz möglich ist. Dabei ist dem Kriterium des «gesunden» Familienbetriebes, der auf eigener Futtergrundlage wirtschaftet und naturnah baut, un- bedingt Priorität einzuräumen. - Was die Stabilisierung anbe- trifft, ist nicht unbedingt an eine absolute Grösse zu denken; aber es soll doch eine beschränkte Bandbreite fixiert werden, die auf eine lange Frist ausgerichtet ist. Bei der Beurteilung des gewünschten Bestandes ist jeweilen der Frage der sorg- fältigen und umfassenden Bewirtschaftung des gesamten Ge- meindebodens, der umsichtigen Pflege der Kulturen, der mini- mal erforderlichen Zahl von Bauern zur Besorgung der not- wendigen Arbeiten auf Weiden und Alpen sowie der gesell- schaftlichen Bedeutung des Bauerntums in Gemeinde und Staat angemessen Rechnung zu tragen.
Die zur Erlangung der Ziele zu treffenden Massnahmen sollen auf raumplanerische Belange wie sparsamen Umgang mit dem Boden, verdichtetes Bauen, genügende Fruchtfolgeflä- chen usw. abgestimmt sein. Sie sollen nach Möglichkeit auch den Grundsätzen des neuen bäuerlichen Bodenrechts ange- passt sein. Es ist zu verhindern, dass Betriebsinhaber mit gu- ten oder sehr guten Existenzbedingungen weitere freiwer- dende Flächen (auch Pachtland) oder Betriebe übernehmen und dadurch anderen, kleineren die Gründung oder Zusam- menlegung von existenzfähigen Betrieben verunmöglichen. Im gesamten Massnahmenpaket soll ferner sichergestellt sein, dass von behördlicher Seite Hilfe geleistet wird bei Be- triebsaufgaben und -übernahmen, insbesondere gegenüber jüngeren Leuten bei Hofübergaben und gegenüber ausgebil- deten Landwirten nichtbäuerlicher Herkunft beim Neuaufbau eines eigenen Betriebes.
Die Motion möchte bezwecken, dass der Verfassungsauftrag, einen gesunden Bauernstand zu erhalten, erfüllt wird. Dazu ist es nötig, Auswüchse und Missstände der letzten Jahrzehnte zu beheben und einen auf Dauer ausgelegten wohlausgewo- genen Bestand an Familienbetrieben mit ausreichenden oder guten Existenzen sicherzustellen.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 28. Februar 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 28 février 1990
Die Motion verlangt die gemeinsame Ausarbeitung eines Kon- zeptes durch Bund und Kantone, welche zeigen soll, wie die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe erhalten und stabilisiert wer- den kann. Die Fragen des strukturellen Wandels in der Land- wirtschaft sind vielschichtig und in ihrer ganzen Breite in den Landwirtschaftsberichten, insbesondere im Sechsten Land- wirtschaftsbericht, dargestellt worden.
Als Folge anhaltend steigender Produktivität in Volks- und Landwirtschaft ist die Zahl unserer Landwirtschaftsbetriebe rückläufig. Hohe Produktionsmengen treffen, wie auch in an- deren Industriestaaten, auf eine gesättigte Nachfrage und üben einen anhaltenden Druck auf die realen Agrarpreise aus. In unserer wachsenden Wirtschaft sind diese Kräfte voraus- sichtlich auch weiterhin wirksam.
Dank gestützter Agrarpreise und einem System differenzierter Subventionen zugunsten der Berg- und Hügelgebiete sowie kleinerer Betriebe gelang es unserem Land, eine zu hohe Kon- zentration der landwirtschaftlichen Erzeugung in den von der Natur her am besten geeigneten Gebieten und eine entspre- chend starke Entleerung benachteiligter Regionen zu vermei- den. Föderalismus, Finanzausgleich wie auch das Investi- tionshilfegesetz zugunsten des Berggebietes halfen und hel- fen weiter mit, den ländlichen Raum der Schweiz intakt zu hal- ten. Letztlich aber waren und sind es auch weiterhin Zeitströ- mungen sowie die Entscheidung der Menschen selbst, die Ausmass und Richtung struktureller Aenderungen in unserer Volkswirtschaft massgeblich mitbestimmen.
Um die Motion zu konkretisieren, wäre es nötig, aufgrund ver- schiedener Kriterien die anzustrebende optimale Zahl zu er- haltender Landwirtschaftsbetriebe insgesamt, für jeden Kan- ton, seine Region und Gemeinden zu ermitteln und festzule- gen. Dabei wäre auch die Nachfolgesituation auf den Höfen mitzuberücksichtigen.
Abgesehen von den administrativen Schwierigkeiten der Durchführung eines solchen Vorhabens stellt sich auch die Grundsatzfrage, ob die vom Motionär verlangte Erhaltung und Stabilisierung der Zahl der bäuerlichen Familienbetriebe wirt- schaftlich überhaupt realisierbar wäre und im Interesse der Volks- und Landwirtschaft stehen würde.
Zurzeit prüft die vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepar- tement eingesetzte Expertenkommission Direktzahlungen, wie die verschiedenen Ziele unserer Agrarpolitik in optimaler Weise verwirklicht werden können. Ihr Bericht, welcher dem- nächst vorliegt, wird es dem Bundesrat, dem Parlament und den interessierten Kreisen erlauben, verschiedene Optionen der künftigen Landwirtschaftspolitik auf der Basis fundierter Abklärungen zu diskutieren. Der Bundesrat selbst wird nach eingehender Prüfung der Vorschläge des Berichtes seine Vor-
Motion Carobbio
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schläge zur Agrarpolitik formulieren und soweit nötig eine An- passung der Rechtsgrundlagen vorschlagen. Wie diese Vor- schläge und Anträge des Bundesrates im einzelnen aussehen werden, lässt sich im gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sa- gen. Nötigenfalls wird der Bundesrat dem Parlament eine ent- sprechende Ergänzung des Landwirtschaftsgesetzes vor- schlagen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
91.3079
Motion Carobbio Zinsgünstiger Wohnraum. Subventionierungsmodus
Mozione Carobbio Alloggi a pigione moderata. Sistema di sussidiamento Motion Carobbio Habitations à loyer modéré. Mode de subventionnement
Wortlaut der Motion vom 20. März 1991
Das Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetz von 1974 will den Bau zinsgünstiger Wohnungen fördern. Zur Senkung der Anfangsmietzinse sieht es nicht rückzahlbare Beiträge und rückzahlbare Vorschüsse vor.
Dieses System, insbesondere jenes der rückzahlbaren Vor- schüsse, ist zu Beginn, in den ersten zehn Jahren, bestimmt eine vorteilhafte Lösung. Ab dem zehnten Jahr wird es jedoch in dem Mass fragwürdig, als es Mietzinserhöhungen von bis zu 40 Prozent nach sich zieht.
Zudem bietet es der Bauträgerschaft die Möglichkeit, ab je- nem Zeitpunkt aus dem investierten Kapital einen Ertrag zu er- zielen, der mit dem Bau nicht subventionierter Wohnungen kaum zu erzielen wäre. Schliesslich entfallen die gesetzlichen Subventionierungsnormen für die so erstellten Wohnungen nach 25/30 Jahren. Dieses Subventionierungssystem wird den Verhältnissen immer weniger gerecht. Daher beauftragen wir den Bundesrat, es im folgenden Sinn zu ändern:
Vom zehnten Jahr an sollen merkliche Mietzinserhöhungen oder Erhöhungen der Lasten für die «Kleineigentümer» ausge- schlossen sein. Zu diesem Zweck sind die Prozentsätze für die Berechnung der jährlichen Rückzahlung zu ändern.
Der Ertrag, den die Bauträgerschaft aus dem investierten Kapital erzielen kann, muss auf die Erträge, die auf dem Markt erzielt werden, und auf die Entwicklung der Hypothekarzins- sätze abgestimmt sein.
Die Zeitspanne, während der die Mietwohnung den Sub- ventionierungsnormen unterstellt ist, soll über die heute dafür vorgesehenen 25/30 Jahre hinaus verlängert werden.
Testo della mozione del 20 marzo 1991
La legge federale sull'accesso alla proprietà del 1974 prevede, allo scopo di promuovere la costruzione di alloggi a pigione moderata, sussidi di base a fondo perso e sussidi rimborsabili per ridurre l'ammontare degli affitti iniziali.
Tale sistema, in particolare quello dei sussidi rimborsabili, è si- curamente vantaggioso all'inizio, nei primi dieci anni. A partire dal decimo anno diventa discutibile, nella misura in cui com- porta aumenti della pigione fino al 40 per cento. Inoltre a par- tire da quella data offre al promotore un reddito sul capitale in-
vestito che ben difficilmente potrebbe ottenere con la costru- zione di alloggi locativi non sussidiati. Per finire, dopo 25/30 anni gli alloggi così costruiti escono dal regime di sussidia- mento. Tale sistema di sussidiamento appare sempre meno adeguato. Perciò i sottoscritti chiedono al Consiglio federale di modificarlo nel senso:
di eliminare gli aumenti sensibili degli affitti a partire dal de- cimo anno o gli aumenti degli oneri a carico dei piccoli proprie- tari. A tale scopo vanno modificate le percentuali di calcolo del rimborso annuale,
che il reddito nel capitale investito che il promotore può otte- nere tenga conto dei redditi effettivi del mercato e della evolu- zione dei tassi ipotecari,
che sia prolungato oltre i 25/30 anni il periodo in cui l'allog- gio locativo resta soggetto al regime di sussidiamento.
Texte de la motion du 20 mars 1991
Afin de promouvoir les habitations à loyer modéré, la loi fédé- rale du 4 octobre 1974 encourageant la construction et l'ac- cession à la propriété de logements prévoit l'octroi d'abaisse- ments de base à fonds perdus et d'avances remboursables permettant de réduire le montant des loyers initiaux.
Ce système, en particulier celui des avances remboursables, est certainement avantageux au départ, les dix premières an- nées. Mais à partir de la dixième année, il devient discutable dans la mesure où il implique des augmentations de loyer al- lant jusqu'à 40 pour cent. De plus, à partir de cette date, il four- nit au promoteur un revenu sur le capital investi qu'il pourrait difficilement obtenir avec la construction d'appartements loca- tifs non subventionnés. Enfin, au bout de 25 ou 30 ans, les lo- gements construits avec l'aide de la Confédération ne sont plus soumis au régime de subventionnement.
Étant donné que le système précité semble de moins en moins adapté à la situation, les soussignés chargent le Conseil fédéral de le soumettre à une révision de manière
à éviter les fortes augmentations de loyer qui surviennent à partir de la dixième année ou les hausses des charges pesant sur les petits propriétaires. A cet effet, il convient de modifier les pourcentages utilisés dans le calcul du remboursement annuel;
que le revenu que le promoteur tire du capital investi tienne compte de la situation réelle du marché ainsi que de l'évolu- tion des taux hypothécaires;
à prolonger de 25 ou 30 ans supplémentaires la période du- rant laquelle les habitations locatives sont soumises au régime de subventionnement.
Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Aguet, Am- mann, Béguelin, Bodenmann, Borel, Brügger, Eggenberg- Thun, Eggenberger Georges, Fankhauser, Haering Binder, Herczog, Hubacher, Jeanprêtre, Lanz, Matthey, Meizoz, Neu- komm, Pitteloud, Rechsteiner, Reimann Fritz, Spielmann, Zü- ger (22)
Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit
La promozione della costruzione di alloggi a pigione moderata e l'accesso alla proprietà si basano sulla legge federale sul- l'accesso alla proprietà del 1974.
Legge che prevede sussidi di base rimborsabili e sussidi a fondo perso per diminuire gli oneri iniziali di chi costruisce o acquista una proprietà o per diminuire gli affitti iniziali per gli in- quilini degli stabili locativi.
Il sistema di sussidiamento, in particolare quello dei sussidi rimborsabili, è sicuramente attraente, sia per i piccoli proprie- tari che per i promotori immobiliari che costruiscono alloggi sussidiati e di conseguenza per i loro inquilini all'inizio, nei primi dieci anni.
In seguito quando si pone concretamente il problema del rim- borso dei sussidi iniziali ottenuti il sistema appare alquanto di- scutibile.
Intanto il sistema di calcolo dei rimborsi ha come effetto di pro- vocare aumenti degli oneri o degli affitti fino al 40 per cento. Di colpo la pigione passa da un livello basso a un livello che si si- tua attorno ai prezzi di mercato.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Bundi Erhaltung der bauerlichen Familienbetriebe Motion Bundi Sauvegarde des exploitations agricoles familiales
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1991
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance Seduta
Geschäftsnummer 89.474
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
21.06.1991 - 08:00
Date
Data
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1334-1335
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