Postulat du groupe radical-démocratique
1344
N 21 juin 1991
Texte du postulat du 21 mars 1991 Le Conseil fédéral est invité à étudier systématiquement l'im- pact des mesures de politique étrangère et de politique écono- mique extérieure sur le développement, ainsi que celui d'au- tres projets susceptibles d'exercer une influence sur les pays du tiers monde; chaque message comportera un chapitre consacré à l'avis du Conseil fédéral à cet égard.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Ammann, Bäumlin, Béguelin, Bircher Silvio, Bodenmann, Bundi, Eggenberger Georges, Fankhauser, Haering Binder, Hafner Ursula, Her- czog, Jeanprêtre, Leemann, Leuenberger-Solothurn, Mauch Ursula, Meizoz, Meyer Theo, Reimann Fritz, Ruffy, Ulrich, Voll- mer, Zbinden Hans, Züger (24)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Seit dem Wegfall des Ost-West-Gegensatzes und bedingt durch die jüngere weltpolitische und weltwirtschaftliche Ent- wicklung droht die sogenannte Dritte Welt noch mehr in Ver- gessenheit zu geraten als bisher. Von um so grösserer Bedeu- tung ist es, bei aussenpolitischen, aussenwirtschaftlichen und anderen Vorlagen mit Auswirkungen auf die Dritte Welt die Ent- wicklungsverträglichkeit (unter Einschluss der Auswirkungen auf die Umwelt) jeweils sorgfältig zu prüfen. Die Prüfung der Entwicklungsverträglichkeit sollte bei diesen Vorlagen ebenso selbstverständlich werden wie die Prüfung der Europaverträg- lichkeit. Eine gute Voraussetzung dafür ist es, wenn der Bun- desrat in Botschaften zu derartigen Vorlagen jeweils zur Frage der Entwicklungsverträglichkeit speziell Stellung nimmt.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 8. Mai 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 8 mai 1991
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat anzunehmen. Die Stel- lungnahme erfolgt im Rahmen der Antwort auf das Postulat 90.018 der Kommission für auswärtige Angelegenheiten des Ständerates vom 6. Juni 1990 «Nord-Süd-Beziehung. Leit- bild».
Ueberwiesen - Transmis
90.771
Postulat Fierz Strahlenschutz bei Schirmbild-Reihenuntersuchungen Examens radiophotographiques en série. Protection contre les radiations
Wortlaut des Postulates vom 3. Oktober 1990
Ungezielte Schirmbild-Reihenuntersuchungen sind aus der Sicht des Strahlenschutzes unerwünscht, was sogar die Bot- schaft des Bundesrates zum neuen Strahlenschutzgesetz festhält. Auch der Bund führt Schirmbild-Reihenuntersuchun- gen durch, die teils nötig (Asylbewerber), teils aber von Fach- leuten in ihrer Berechtigung bestritten sind (Saisonniers, Ar- mee). Soweit diese Untersuchungen aus sachlichen Gründen oder wegen Besitzstandwahrung von Interessengruppen nicht abgeschafft werden können, wird der Bundesrat aufge- fordert zu prüfen, ob dafür Schirmbildgeräte neuester Technik angeschafft werden können, die gemäss Werkangaben (Phi- lips, Siemens) ungefähr zwanzigmal weniger Strahlenbela- stung erzeugen als konventionelle Schirmbildanlagen.
Texte du postulat du 3 octobre 1990 Compte tenu de la nécessité de se protéger contre les radia- tions, il n'est pas souhaitable de procéder à des examens ra-
diophotographiques en série, comme le Conseil fédéral le re- connaît d'ailleurs dans son message concernant la nouvelle loi sur la protection contre les radiations. La Confédération procède cependant à de tels examens, dont certains sont né- cessaires (par exemple ceux auxquels on soumet les requé- rants d'asile), alors que d'autres sont contestés par les spécia- listes (examens des saisonniers, examens dans l'armée).
Dans la mesure où ces examens ne peuvent être supprimés pour des raisons objectives ou pour assurer la sauvegarde d'intérêts de groupes, le Conseil fédéral est invité à déterminer s'il est possible d'acquérir à cet effet des appareils ultra- modernes qui, selon les indications des fabricants (Philips, Siemens), produisent 20 fois moins de radiations que les ap- pareils conventionnels.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. März 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 mars 1991
Schirmbild-Reihenuntersuchungen werden vom Bund nur noch im Rahmen des Grenzsanitätsdienstes durchgeführt. In der Armee werden seit dem 1. Januar 1991 keine Schirmbild- untersuchungen mehr durchgeführt.
Beim Grenzsanitätsdienst werden ab 1. Februar 1991 nur noch erstmals zur Arbeitsaufnahme einreisende Saisonniers und Flüchtlinge untersucht. Schirmbildanlagen mit zu hoher Strahlenbelastung wurden aus dem Verkehr gezogen.
Der Grenzsanitätsdienst wird zurzeit einer grundlegenden Ueberprüfung unterzogen. Der Bundesrat hat an seiner Sit- zung vom 26. November 1990 das Eidgenössische Departe- ment des Innern beauftragt, ihm bis Ende März 1991 ein Kon- zept und konkrete Massnahmen zur künftigen Tuberkulosebe- kämpfung zu unterbreiten.
Sofern Schirmbild-Reihenuntersuchungen künftig überhaupt noch durchgeführt werden sollten, wird der Bundesrat dafür sorgen, dass die Untersuchungen mit einer möglichst minima- len Strahlenbelastung durchgeführt werden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzuschreiben.
Abgeschrieben - Classé
90.926
Postulat der freisinnig-demokratischen Fraktion Armut in der Schweiz. Nationaler Aktionsplan Postulat du groupe radical-démocratique Lutte contre la pauvreté en Suisse. Programme national
Wortlaut des Postulates vom 10. Dezember 1990 Im Unterschied zu armen Ländern bleibt Armut in einer Wohl- standsgesellschaft wie der unsrigen zum grossen Teil verbor- gen. Erst allmählich dringt die quantitative und qualitative Pro- blematik dieses Phänomens in das öffentliche Bewusstsein. Ausmass, Ursachen und Wirkungszusammenhänge dieser sozialen Realität bilden derzeit auch Gegenstand des NFP 29,
Postulat Wiederkehr
1345
Juni 1991 N
Serie «Wandlungen der Lebensformen und Zukunft der so- zialen Sicherheit». In jüngerer Zeit sind zudem von Wissen- schaftern und Praktikern Untersuchungsberichte publiziert worden, die eindringlich vor Augen führen, dass Armut ein ausserordentlich komplexes und hartnäckiges Problem dar- stellt, dessen Vielgestaltigkeit und Tragweite gewöhnlich un- terschätzt wird. Armut heisst für die Betroffenen nicht nur fi- nanzielle Mangelsituation. Das Fehlen ausreichender materi- eller Existenzgrundlagen ist meist begleitet von einer schmerz- lichen immateriellen Not.
Die FDP-Fraktion erachtet es als dringlich, dass auf der Basis der bisherigen Erkenntnisse koordinierte Massnahmen zwi- schen Bund, Kantonen, Gemeinden und privaten Hilfswerken in die Wege geleitet werden. Wir laden daher den Bundesrat ein, im Jahre 1991 eine Konferenz zu diesem Thema einzube- rufen und mit den zuständigen öffentlichen und privaten Insti- tutionen einen nationalen Aktionsplan für die neunziger Jahre mit Unterstützungs- und Präventionsmassnahmen auszuar- beiten.
Texte du postulat du 10 décembre 1990
Contrairement à ce qui se passe dans les pays pauvres, la mi- sère reste en grande partie cachée dans une société de bien- être comme la nôtre. La problématique tant qualitative que quantitative du phénomène commence seuelment à pénétrer dans la conscience collective. L'étendue, les origines et les liens de causalité de cette réalité sociale font actuellement l'objet du Programme national de recherche 29, 5e série «Changement des modes de vie et avenir de la sécurité so- ciale». Des experts et des hommes de terrain ont en outre ré- cemment publié des rapports d'enquête qui ne cachent rien de l'extraordinaire complexité et de l'opiniâtreté du problème de la pauvreté, dont la diversité et l'étendue sont bien souvent sous-estimés. Car pour ceux qui en souffent, la pauvreté n'équivaut pas uniquement à des problèmes financiers: au manque de fonds matériels nécessaires pour subsister s'addi- tionnent généralement de douloureux besoins immatériels.
Le groupe radical-démocratique considère qu'il est urgent que la Confédération, les cantons, les communes et les oeu- vres d'entraide privées s'inspirent des présentes constata- tions pour mettre sur pied des mesures coordonnées. Nous invitons donc le Conseil fédéral à convoquer une conférence sur le sujet en 1991, et à préparer, en collaboration avec les institutions publiques et privées compétentes, un programme national de mesures de soutien et de prévention pour les années 90.
Sprecherin - Porte-parole: Nabholz
Schriftliche Begründung
Während in den vergangenen Jahrzehnten die stetig ausge- bauten Sozialversicherungszweige die Risiken Alter, Krank- heit, Unfall, Invalidität und Arbeitslosigkeit weitgehend ab- decken, sind neue soziale Probleme - Stichwort «neue Armut> - entstanden. An Analysen dazu fehlt es nicht. Kantonale Be- richte liegen vor, private Institutionen veröffentlichen Studien, Wissenschafter wie auch Tagungen haben sich der Problema- tik angenommen. Doch bei den Schlussfolgerungen hapert es. Was ist zu tun? Was ist Aufgabe des Bundes, der Kantone, der Gemeinden? Was ist die Aufgabe privater Werke? Was ha- ben die einzelne Bürgerin und der einzelne Bürger zu tun? Es fehlt als Antwort auf diese Fragen eine breit abgestützte koor- dinierte Strategie. Es wäre daher dringend zu wünschen, dass in nächster Zeit eine nationale Konferenz über einen Massnah- menkatalog im Sinne eines Aktionsplanes diskutiert und des- sen Realisierung in die Wege leitet. Wohl ist die Sozialhilfe Sa- che der Gemeinden und Kantone. Aber gerade im Jubiläums- jahr 1991 müsste der Bundesrat hier Zeichen setzen und eine wirkungsvolle Initiative ergreifen.
Développement par écrit
Au cours des dernières décennies, alors que les assurances sociales se sont régulièrement développées et couvrent main- tenant les risques que sont l'âge, la maladie, les accidents, l'in- validité, le chômage, on a vu surgir de nouveaux problèmes
sociaux qui ont entraîné l'apparition de «nouveaux pauvres». Les analyses à ce sujet ne manquent pas: les cantons ont pré- senté des rapports, les institutions ont publié des études, des experts et des conférences se sont penchés sur la question. C'est au niveau des conclusions que le bât blesse. Que faire? Quelles sont les attributions de la Confédération, des cantons, des communes? Quel est le rôle des oeuvres privées? Quel est le devoir individuel des citoyennes et des citoyens? Il nous manque une stratégie coordonnée, reposant sur une base so- lide, qui permettrait de répondre à ces questions. Nous expri- mons donc le désir pressant qu'une conférence nationale éta- blisse prochainement un train de mesures, c'est-à-dire un plan d'action, et en fasse démarrer l'exécution. Il est entendu que l'aide sociale est du ressort des communes et des cantons. Mais en l'année 1991, qui marquera le 700e anniversaire de la Confédération, le Conseil fédéral ne, devrait-il pas lancer le mouvement par une initiative efficace?
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 15. Mai 1991 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 15 mai 1991 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat.
Ueberwiesen - Transmis
90.990
Postulat Wiederkehr Strategisches Umweltkonzept Politique de l'environnement
Wortlaut des Postulates vom 14. Dezember 1990 Der Bundesrat wird eingeladen, den eidgenössischen Räten einen Bericht über ein strategisches Konzept der Umweltpoli- tik zu unterbreiten.
Dieser Bericht hat insbesondere zu enthalten:
a. ein System von Zielen der Umweltpolitik unter Einschluss der Energiepolitik und allfälliger Zielkonflikte;
b. die Beziehungen der Umweltpolitik zu anderen Bereichen der Politik, zum Beispiel Wirtschaftspolitik, Verkehrspolitik, Landwirtschaftspolitik;
c. eine Quantifizierung der Ziele;
d. einen Zeitplan für die Rechtsetzung.
Texte du postulat du 14 décembre 1990
Le Conseil fédéral est invité à présenter aux Chambres un rap- port visant à l'élaboration d'une stratégie en matière de politi- que de l'environnement. Ce document s'attachera notamment à: a. systématiser les objectifs de la politique menée en matière d'environnement, en incluant la politique énergétique et la poursuite d'autres buts entrant éventuellement en conflit avec ces objectifs;
b. mettre en perspective la politique de l'environnement avec d'autres domaines de la politique fédérale, tels que la politique économique, la politique des transports et celle de l'agri- culture;
c. quantifier les objectifs visés;
d. fixer un calendrier des mesures législatives prévues.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Biel, Dünki, Günter, Jaeger, Kuhn, Maeder, Meier Samuel, Weder-Basel, Zwygart (9)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
65-N
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat der freisinnig-demokratischen Fraktion Armut in der Schweiz. Nationaler Aktionsplan
Postulat du groupe radical-démocratique Lutte contre la pauvreté en Suisse. Programme national
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
In
Jahr
1991
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.926
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Numero dell'oggetto
Datum 21.06.1991 - 08:00
Date
Data
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20 020 060
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