E 4 juin 1991
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Motion Iten
natürlich auch für andere Aufgaben, welche die Schweiz im Ausland wahrnimmt.
Persönlich meine ich, dass die Informationsvermittlung im Ausland, die Bereitstellung eben auch von Informationsmit- teln, durchaus auch eine Aufgabe einer Schweizer Botschaft sei. Das muss ja nicht nur ein Wissenschaftsattaché sein. Er könnte eben auch Wissenschafts- und Kulturattaché sein. Die schweizerische Kultur in ihrer vielfältigen Ausprägung im Aus- land sichtbar zu machen, ist weiss Gott ein sehr legitimes Un- terfangen. Ich nehme an, dass dieser Attaché nicht mehr und nicht weniger an Cocktailparties teilnehmen wird als andere Leute. Das muss ja nicht ein vollamtlicher Mann oder eine voll- amtliche Frau sein, sondern es können selbstverständlich hier auch Aufgaben gemeinsam mit andern gelöst werden.
Persönlich bin ich der Meinung, dass es durchaus Platz hat, nebst den Militärattachés und anderen Beauftragten hier auch ein Zeichen und ein Signal zu setzen, dass die Schweiz auch dieser Aufgabe einen Stellenwert beimisst. Das Postulat ist so formuliert, dass nicht jede Botschaft nun einen Wissenschafts- und Kulturattaché erhalten soll, sondern dass der Bundesrat eingeladen wird, den Ausbau der Attachéposten - wir haben diesen Grundsatz ja schon - zu prüfen.
Ich möchte Ihnen empfehlen, dieses Postulat zu überweisen.
Bundespräsident Cotti: Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Abstimmung - Vote Für Ueberweisung des Postulates Dagegen
18 Stimmen 10 Stimmen
90.899
Motion Huber Förderung der angewandten Krebsforschung in der Schweiz Recherche appliquée sur le cancer en Suisse
Wortlaut der Motion vom 27. November 1990 Der Bundesrat wird ersucht, für die kommende Legislaturperi- ode die Bundesmittel für die angewandte Krebsforschung in der Schweiz deutlich zu erhöhen.
Texte de la motion du 27 novembre 1990 Le Conseil fédéral est chargé d'augmenter sensiblement, pour la législature prochaine, le subventionnement accordé par la Confédération à la recherche appliquée sur le cancer.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Cottier, Danioth, Delalay, Gautier, Hunziker, Jelmini, Küchler, Lauber, Meier Josi, Piller, Reichmuth, Roth, Schallberger, Schmid, Seiler, Simmen, We- ber, Ziegler (18)
Präsident: Herr Huber zieht seine Motion aufgrund unseres Entscheids beim Geschäft 90.084, Förderung der wissen- schaftlichen Forschung, Entwurf B Artikel 4, zurück.
Zurückgezogen - Retiré
90.830
Motion Iten Impulsprogramm zur Förderung des akademischen Nachwuchses Mesures propres à assurer la relève universitaire
Wortlaut der Motion vom 4. Oktober 1990
Der Bundesrat wird beauftragt, ein Impulsprogramm zur För- derung des akademischen Nachwuchses zu schaffen. In Zu- sammenarbeit mit den Hochschulen und deren Träger soll der Bund ein auf 6 bis 8 Jahre befristetes Programm schaffen, wel- ches die bereits bestehenden Förderungsmassnahmen des Schweizerischen Nationalfonds verstärkt und ergänzt. Mit neuen Stellen an den Hochschulen sollen die bestqualifizier- ten Nachwuchsforscher und -lehrer zur Fortsetzung einer Hochschulausbildung nach dem Doktorat (auf Habilitationsni- veau) angehalten und soll unter anderem deren Teilnahme an internationalen Graduiertenkollegien gefördert werden. Fer- ner sollen auch neue Doktorandenstellen geschaffen werden, um die Rekrutierungsbasis der Nachwuchskandidaten ent- scheidend zu erweitern.
Texte de la motion du 4 octobre 1990
Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer un train de mesures propres à assurer la relève universitaire. En collaboration avec les universités et les collectivités responsables, la Confédéra- tion est appelée à lancer un programme limité à six ou huit ans, qui renforce et complète les mesures d'encouragement du Fonds national suisse. Grâce à la création de nouveaux postes dans les universités, les jeunes chercheurs et enseignants hautement qualifiés doivent être incités à poursuivre une for- mation universitaire après le doctorat (au niveau de l'habilita- tion) et à participer notamment à des colloques postgrade. En outre, il convient également de créer des postes pour des can- didats au doctorat, afin d'élargir considérablement la base de recrutement.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bühler, Bührer, Cavadini, Cottier, Danioth, Delalay, Gadient, Hänsenberger, Huber, Hunziker, Jagmetti, Jelmini, Küchler, Kündig, Meier Josi, Mi- ville, Onken, Piller, Rhinow, Rhyner, Roth, Ruesch, Schiesser, Simmen, Weber, Ziegler, Zimmerli (27)
Iten: Leider ist meine Motion, die ich im Oktober 1990 mit 27 Mitunterzeichnerinnen und Mitunterzeichnern eingereicht habe, in der letzten Session aus Zeitgründen nicht behandelt worden. Nun ist sie durch die Ereignisse überholt.
Bundespräsident Cotti hat nämlich am letzten Montag an einer Pressekonferenz im Zusammenhang mit einer neuen Bot- schaft über Kredite nach dem Hochschulförderungsgesetz - für die Jahre 1992 bis 1995 - ausgeführt, dass er die Intention der Motion zu erfüllen gedenkt. Darin sind die in meiner Motion - wie ich gesagt habe - erhobenen Forderungen an sich voll- umfänglich erfüllt worden. Ich kann mich deshalb heute kurz fassen und muss nicht mehr um die Erfüllung meiner Postu- late kämpfen. Die vom Bundesrat vorgeschlagenen Sonder- massnahmen zur Förderung des akademischen Nachwuch- ses berücksichtigen meine Anliegen.
Ich will deshalb nur noch kurz darlegen, warum die Sonder- massnahmen sehr zu begrüssen sind: Es werden in den näch- sten 10 Jahren an die 900 Lehrstühle zu besetzen sein. Die wichtigsten Gründe hierfür sind die Abnahme der Anzahl Dok- torate, die Abnahme der Anzahl Schweizer Professoren und die verschwindend geringe Anzahl von Professorinnen. Die starke Abnahme der Anzahl Doktorate verringert das Re- krutierungspotential für den akademischen Nachwuchs in ge- fährlichem Ausmass. Dieser unerwünschte Trend muss mög- lichst rasch gebremst werden.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Huber Förderung der angewandten Krebsforschung in der Schweiz Motion Huber Recherche appliquée sur le cancer en Suisse
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Dans
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Jahr
1991
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.899
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 04.06.1991 - 08:00
Date
Data
Seite
378-378
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Pagina
Ref. No
20 020 185
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