Fragestunde
1585
Sechste Sitzung - Sixième séance
Montag, 23. September 1991, Nachmittag Lundi 23 septembre 1991, après-midi
14.30 h
Vorsitz - Présidence: Herr Bremi
Präsident: Ich begrüsse Sie zur zweiten Sessionswoche. Die Sitzung ist eröffnet. Ich gratuliere Herrn Reichling zu seinem Geburtstag. (Beifall)
Fragestunde - Heure des questions
Präsident: Da Herr Bundesrat Cotti heute abwesend ist, wird Herr Bundesrat Villiger auch die Fragen des Departements des Innern behandeln.
Wir behandeln demnach die Fragen 30 und folgende nach den ersten beiden Fragen, die das Militärdepartement betref- fen.
Frage 1: Meier Fritz. GV-Netz (Gesamtverteidigungsnetz) Réseau de défense générale
Das Gesamtverteidigungsnetz wurde als Nemp-geschütztes landesweites Verbindungsnetz im Kriegsfall konzipiert. Die Kosten wurden seinerzeit auf 600 Millionen Franken veran- schlagt.
Frage 1: Wird trotz dem Wegfall der aktuellen Bedrohung am GV-Netz festgehalten?
Frage 2: Warum werden die Kosten für den vorgesehenen Auf- bau der PTT und nicht dem EMD auferlegt?
Bundesrat Villiger: Bei seinem Entscheid hat der Bundesrat der veränderten Bedrohungslage Rechnung getragen.
Er ist zum Schluss gelangt, dass sich die Realisierung des Ge- samtverteidigungsnetzes - GV-Netz - auch unter den heuti- gen Bedingungen rechtfertigt.
Der Nemp, der nukleare elektromagnetische Impuls, stellt eine mögliche Bedrohung dar, die so lange aktuell bleibt, wie es Atomwaffen gibt. Dabei dürfen die Gefahren der Prolifera- tion und die Möglichkeit von Unfällen nicht ausser acht gelas- sen werden.
Das öffentliche Fernmeldenetz der PTT ist nicht nur im Falle kriegerischer Ereignisse, sondern auch in sonstigen Krisenfäl- len und Katastrophen ungenügend geschützt. Das GV-Netz stellt ein modernes und leistungsfähiges Not- und Sicherheits- netz dar. Mit ihm kann wirksam Ueberlastungen und Netzaus- fällen, wie sie bei extremen Umwelteinflüssen schlagartig auf- treten können, begegnet werden; oder es muss in Funktion treten, wenn plötzlich wegen einer Katastrophe die Kommuni- kationsbedürfnisse ansteigen. Davon können nicht zuletzt auch Menschenleben abhängen.
Die Gesamtkosten für die Erstellung des GV-Netzes wurden den PTT und nicht dem EMD übertragen, weil das Netz, wie der Name sagt, den Trägern der Gesamtverteidigung dient - nicht etwa vor allem der Armee. Dies sind in der überwiegen- den Zahl zivile Teilnehmer.
Der Bundesrat will die Finanzierung des Projektes gemäss dem Verursacherprinzip durch die künftigen Teilnehmer des Netzes sicherstellen. Für einen obligatorischen Anschluss be- steht aber keine gesetzliche Grundlage. Voraussetzung für die Realisierung dieses Netzes ist deshalb die erfolgreiche Akqui- sition der erforderlichen Anzahl Teilnehmer. Die diesbezügli- chen Anstrengungen sind bisher auf ein grundsätzlich positi-
ves Echo gestossen. Aufgrund der bis Ende nächsten Jahres vorliegenden Abonnementsanmeldungen und eines entspre- chenden Berichts des Beauftragten des Bundesrats für die Ko- ordination der Uebermittlung wird der Bundesrat das weitere Vorgehen festlegen.
Frage 2: Fankhauser. Türkei und Kriegsmaterialexport . Exportations de matériel de guerre vers la Turquie
Nach einer Unterbrechung des Exportes von Kriegsmaterial in die Türkei (Golfkrieg) hat der Bundesrat seine Praxis der Ertei- lung von Bewilligungen, trotz grossen Spannungen im kurdi- schen Gebiet und krassen Menschenrechtsverletzungen, wie- deraufgenommen.
Ist der Bundsrat bereit, in Anbetracht der klaren gesetzlichen Bestimmungen den Export von Kriegsmaterial in die Türkei zu stoppen?
Bundesrat Villiger: Am 9. August 1991 haben wir entschie- den, alle Gesuche für Kriegsmaterialausfuhr in die Türkei ein- zufrieren, und zwar so lange, bis gewisse rechtliche und politi- sche Fragen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Einhei- ten der türkischen Streitkräfte jenseits der Grenze zu Irak ab- geklärt sind.
Zu gegebener Zeit wird der Bundesrat über einen Stopp oder über eine Weiterführung unserer Kriegsmaterialausfuhren in die Türkei entscheiden. Das ist also noch nicht definitiv ge- schehen.
Question 30: Leuba. Widersprüchliche offizielle Erklärungen zum Ozongehalt
Déclarations officielles contradictoires quant aux varia- tions de l'ozone
Lors de l'heure des questions du 17 juin, le président de la Confédération a déclaré entre autres: «Je puis vous dire que - contrairement aux idées qui ont souvent cours - les mesures d'ozone ont considérablement augmenté l'année dernière, par exemple à Dubendorf, Zurich et Lugano».
Selon le Cahier de l'environnement no 134 de l'OFEFP, «les im- missions d'ozone sont restées à peu près stables ces dernières années».
Selon le communiqué de presse de l'OFEFP, «les mesures ef- fectuées l'année dernière .... montrent un léger recul des im- missions d'ozone, sauf pour la station située en ville de Zurich.» Je demande au Conseil fédéral de bien vouloir me dire qui je (et avec moi le peuple suisse) dois croire.
M. Villiger, conseiller fédéral: Les passages cités ne sont pas du tout contradictoires, puisqu'ils ne se rapportent pas aux mêmes périodes et font référence à des critères d'évaluation différents.
Durant l'heure des questions du 17 juin, M. le Président de la Confédération a fait état, pour quelques stations en 1990, du nombre de dépassements de la valeur-limite en moyenne ho- raire par rapport à l'année précédente. Dans le Cahier de l'en- vironnement No 134, paru en novembre 1990, les résultats pour l'année 1990 ne sont dès lors pas inclus. L'évaluation portait sur des moyennes semi-annuelles, période estivale. La citation du communiqué de presse du 20 juin 1991 se rapporte à la moyenne annuelle pour 1990, en comparaison avec une période antérieure prolongée.
La situation de la charge en ozone est très complexe. Des ten- dances peuvent se présenter différemment, suivant les sta- tions, les périodes et les critères d'évaluation. Il est dès lors im- possible de résumer la situation en une phrase. C'est la raison pour laquelle l'OFEFP publie chaque année un rapport sur la pollution de l'air dans la série des Cahiers de l'environnement. Les résultats des mesures exécutées à l'aide du réseau natio- nal d'observation des polluants atmosphériques sont présen- tés d'une manière détaillée sous forme de tabelles et de gra- phiques et abondamment commentés.
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Datum
23.09.1991 - 14:30
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1585-1585
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