Parlamentarische Initiative. ALV-Fonds
1929
Sechzehnte Sitzung - Seizième séance
Freitag, 4. Oktober 1991, Vormittag Vendredi 4 octobre 1991, matin
08.00 h
Vorsitz - Présidence: Herr Bremi
Präsident: Ich gratuliere den Herren Kühne und Schmid zu ih- ren Geburtstagen. (Beifall)
91.405
Parlamentarische Initiative (Allenspach) Zweckmässige Verwaltung des ALV-Fonds Initiative parlementaire (Allenspach) Gestion appropriée du Fonds de l'assurance-chômage
Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
Wortlaut der Initiative vom 21. Januar 1991
Gestützt auf Artikel 21bis des Geschäftsverkehrsgesetzes rei- che ich eine parlamentarische Initiative im Sinne der allgemei- nen Anregung ein.
Artikel 84 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes vom 25. Juni 1982 ist in dem Sinne zu ändern, dass es der Arbeits- losenversicherung ermöglicht wird, eine eigene Ausgleichs- fondsverwaltung einzurichten und ihre Mittel direkt anzulegen, wobei die gleichen Regeln anwendbar wären, die heute für den AHV-Fonds gelten.
Texte de l'initiative du 21 janvier 1991
Me fondant sur l'article 21bis de la loi sur les rapports entre les conseils, je présente l'initiative parlementaire suivante conçue en termes généraux:
On modifiera l'article 84 de la loi du 25 juin 1982 sur l'assu- rance-chômage de sorte que le fonds de compensation de cette dernière puisse se doter d'une gestion qui lui soit propre et qu'il puisse placer directement ses avoirs dans le respect des règles qui régissent actuellement le fonds de compensa- tion de l'AVS.
Herr Zwingli unterbreitet im Namen der Kommission den fol- genden schriftlichen Bericht:
Begründung des Initianten (gekürzt)
Die Arbeitslosenversicherung wird in der Schweiz aus- schliesslich von Beiträgen der Arbeitgeber und der Arbeitneh- mer alimentiert. Sie ist dergestalt eine Art Gemeinschaftswerk der Sozialpartner.
Der Aufsichtskommission der Arbeitslosenversicherung, die tripartit aufgebaut ist, sind gemäss Artikel 89 AVIG einige we- nige Beratungs- und Entscheidungsfunktionen zugeordnet. Artikel 89 Absatz 1 beispielsweise bestimmt, dass die Auf- sichtskommission Richtlinien für die Anlage des Ausgleichs- fonds erlässt. Diese Richtlinienkompetenz für Anlagen ist aller- dings eher nur eine Formsache; denn Artikel 84 Absatz 4 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes bestimmt, dass das Ver- mögen des Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung
entweder beim Bund oder beim Ausgleichsfonds der AHV an- zulegen sei.
Die Beschränkung der Anlage auf zwei Anlagemöglichkeiten hat solange keine Probleme aufgeworfen, als der ALV-Fonds bescheiden war. Dieser ist aber inzwischen auf 2,6 Milliarden Franken (Stand April 1991) angewachsen. Diese Grösse recht- fertigt eine eigene Fondsverwaltung. Der Zinsertrag gewinnt für die ALV-Rechnung an Bedeutung. Derzeit ist die ALV bei ih- ren Anlagen auf das Wohlwollen der Finanzverwaltung und des Verwalters des AHV-Fonds angewiesen. Bei der Finanz- verwaltung kann der ALV-Fonds nur langfristige Festgelder mit einer Laufzeit von drei bis zehn Jahren plazieren. Kürzerfristige Gelder kann die ALV beim Bund nur in einem Kontokorrent de- ponieren. Die Verzinsung von Kontokorrentkrediten ist sehr gering. Ein Finanzverwalter, der beispielsweise Zweijahresgel- der auf einem Kontokorrent liegen lässt, handelt unsachge- mäss und fahrlässig. Der ALV-Fonds ist zu solchem unsachge- mässem Handeln verpflichtet; er muss Zwei- bis Dreijahres- gelder auf dem Kontokorrent liegen lassen, weil ihm eine an- dere Anlage untersagt ist. Daraus ergeben sich für die Arbeits- losenversicherung hohe Zinsverluste. Die Zinsdifferenz zwi- schen dem Habenkontokorrentzins, derzeit 2 Prozent, und der Verzinsung eines Zweijahresfestgeldes dürfte heute mehr als 5,5 Zinsprozente betragen. 5 bis 6 Prozent mehr Zins auf kürzerfristigen Anlagen sind auch für die ALV keine zu ver- nachlässigende Grösse.
Kürzerfristige Gelder kann die ALV also nur über Kontokorrent- guthaben plazieren. Bei den mittel- bis langfristigen Geldern sind Festgeldanlagen möglich. Bei fünf- und mehrjährigen An- lagen wäre zumeist ein um 0,75 Prozent höherer Zins möglich gewesen, bei drei- bis vierjährigen Anlagen ist die Zinsdiffe- renz in der Regel geringer.
Im vergangenen Jahr hat der Ausgleichsfonds der Arbeitslo- senversicherung insgesamt 660 Millionen Franken in Fest- geldanlagen beim Bund und der AHV angelegt. Die durch- schnittliche Laufzeit beträgt gemäss meinen Berechnungen 5,6 Jahre, der durchschnittliche Zinssatz 6,63 Prozent. Bei An- lagen in Kassaobligationen hätte aber ein durchschnittlicher Zinssatz von 7 Prozent erzielt werden können. Die Zinsdiffe- renz beträgt also 0,37 Prozent. Das scheint auf den ersten Blick wenig zu sein, macht aber pro Jahr doch 2,44 Millionen Franken oder bezogen auf die ganze Laufzeit insgesamt 13,67 Millionen Franken.
Der ALV-Fonds weist derzeit 2600 Millionen Franken feste An- lagen auf. Könnten diese um 0,37 Prozent besser verzinst wer- den, würde dies für die ALV eine jährliche Mehreinnahme von 9,62 Millionen Franken bedeuten.
Es ist deshalb notwendig, dem ALV-Fonds eine eigene Fonds- verwaltung zu ermöglichen und ihm die gleichen Anlagedis- ponibilitäten einzuräumen wie dem AHV-Fonds, wobei selbst- verständlich Liquidität, Sicherheit und angemessene Verzin- sung gewährleistet sein müssen. Der ALV-Fonds sollte selbst die optimalen Anlageformen wählen können und keine Er- tragsminderungen in Kauf nehmen müssen. Dazu müsste ins- besondere Artikel 84 Absatz 4 in dem Sinne geändert werden, dass «das Vermögen der ALV gemäss den Richtlinien der Auf- sichtskommission auf Rechnung der Versicherung selbstän- dig so anzulegen ist, dass genügende Liquidität, Sicherheit und angemessene Verzinsung gewährleistet sind».
Erwägungen der Kommission
Die Kommission ging mit dem Initianten einig, dass eine Aen- derung der Fonds-Verwaltung für die Gelder der Arbeitslosen- versicherung eher ein technisches als ein politisch gewichti- ges Problem sei. Dennoch bedarf es dafür einer Revision des Artikels 84 des Bundesgesetzes über die Arbeitslosenversi- cherung. Das Instrument der parlamentarischen Initiative dürfte dabei das schnellste Mittel sein, um eine Revision vors Parlament zu bringen. Die Arbeit für die mit der Ausformulie- rung eines entsprechenden Gesetzesartikels beauftragte Kommission dürfte in relativ kurzer Zeit zu bewältigen sein, um so mehr als ein Textvorschlag bereits vorliegt.
Die Kommission stimmte darin überein, dass mit einer effizien- teren Fonds-Verwaltung im Sinne des Initianten nicht unbe- trächtliche Zinsgewinne zu realisieren wären. Vor allem kurz-
Initiative parlementaire. Fonds de l'assurance-chômage
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und mittelfristige Gelder könnten besser angelegt werden. Der personelle Mehraufwand dafür beträgt etwa 300 000 Franken pro Jahr, was einem Zwanzigstel der in den letzten Jahren fest- gestellten Zinsverluste entspricht.
In der Diskussion wurde der Vorschlag gemacht, die Vorschrif- ten des AHV-Fonds direkt für die ALV zu übernehmen. Dazu gilt es zu bedenken, dass AHV und ALV verschiedene Aus- gangssituationen bezüglich der Geldanlage haben. Für die AHV kann man genau berechnen, wieviel Geld in den näch- sten Jahren ausbezahlt werden muss. Bei der ALV hingegen ist die Situation offen. Sie braucht mehr kurzfristig verfügbare Mittel.
M. Zwingli présente au nom de la commission le rapport écrit suivant:
Développement de l'auteur de l'initiative
(résumé)
En Suisse, l'assurance-chômage est alimentée exclusivement par des cotisations des employeurs et des employés. De ce fait, il s'agit d'une sorte d'oeuvre commune des partenaires sociaux.
Conformément à l'article 89, LACI, la commission tripartite de surveillance de l'assurance-chômage est habilitée à exercer quelques rares fonctions en matière de consultation et de dé- cision. Ainsi, l'article 89, alinéa 1er, prévoit que la commission de surveillance donne des directives pour les placements du fonds de compensation. En réalité, cette compétence est plu- tôt formelle; l'article 84, alinéa 4, LACI, précise en effet que la fortune du fonds de compensation de l'assurance-chômage doit être placée auprès de la Confédération ou auprès du fonds de compensation de l'AVS.
Cette restriction n'a pas posé de problèmes tant que la fortune du fonds de l'assurance-chômage était modeste. Entretemps, elle a cependant atteint 2,6 milliards de francs (état en avril 1991). Autant dire que ce montant justifie l'existence d'une gestion propre au fonds et que le produit des intérêts n'est pas sans influence sur la comptabilité de l'assurance-chômage. Actuellement, pour ses placements, l'assurance-chômage est tributaire du bon vouloir de l'Administration des finance et de l'administrateur du fonds de compensation de l'AVS. Auprès de l'Administration des finances, le fonds de l'assurance-chô- mage ne peut investir que des avoirs à long terme pour une durée de trois à dix ans. A la Confédération, l'assurance-chô- mage ne peut placer des capitaux à court terme que sur un compte courant. La rémunération des crédits jumelés avec un compte courant est très faible. Ainsi, un administrateur finan-
. cier qui laisse sur un compte courant des capitaux placés pour deux ans agit de manière inadéquate et négligente. Le fonds de l'assurance-chômage est contraint d'agir de manière ina- déquate; il est obligé de laisser sur un compte courant des ca- pitaux placés pour deux à trois ans parce qu'il n'a pas le droit de les placer sous une autre forme. Il en résulte des pertes de gain considérables pour l'assurance-chômage. La différence entre la rémunération d'un compte courant - 2 pour cent à l'heure actuelle - et celle d'un capital place pour une durée de deux ans devrait atteindre plus de 5,5 pour cent d'intérêts à l'heure actuelle. L'assurance-chômage, elle non plus, ne sau- rait négliger une augmentation de 5 à 6 pour cent de la rému- nération de ses placements à court terme.
L'assurance-chômage ne peut donc placer ses avoirs à court terme que sur des comptes courants. Pour les capitaux à moyen ou à long termes, elle peut recourir à des placements à terme. La plupart du temps, les placements pour une durée de cinq ans ou plus auraient pu produire un intérêt supérieur de trois quart de pour cent; dans le cas des placements pour trois ou quatre ans, la différence est en règle générale plus faible. L'année dernière, le fonds de compensation de l'assurance- chômage a placé à terme un montant total de 660 millions de francs auprès de la Confédération et de l'AVS. Selon les cal- culs de la commission, la durée moyenne de ces placements était de 5,6 ans et leur rémunération moyenne de 6,63 pour cent. Or, si ces fonds avaient été placés sous forme de bons de caisse, ils auraient rapporté en moyenne 7 pour cent. La diffé- rence est donc de 0,37 pour cent. A première vue, elle ne sem-
ble certes pas considérable; mais cela équivaut quand même à 2,44 millions de francs par année ou à 13,67 millions de francs pour toute la durée des placements.
A l'heure actuelle, le fonds de l'assurance-chômage a investi 2600 millions de francs dans des placements à terme. Si la ré- munération de ces derniers pouvait être de 0,37 pour cent su- périeure, cela représenterait un surcroît de recettes de 9,62 millions de francs par année pour l'assurance-chômage. C'est pourquoi il s'impose de doter le fonds de l'assurance- chômage d'une gestion qui lui soit propre et de lui permettre de disposer des mêmes possibilités de placement que le fonds de l'AVS, la liquidité, la sécurité et la rémunération adé- quate devant naturellement être assurées. Les responsables du fonds de l'AVS devraient pouvoir choisir eux-mêmes les for- mes de placement optimales, sans que le fonds ne subisse de manque à gagner. A cet effet, il faudrait notamment reformuler l'article 84, alinéa 4, de la façon suivante: «Elle (la fortune du fonds de compensation) doit être placée selon les directives de la commission de surveillance pour le compte de l'assu- rance de manière à assurer des liquidités en suffisance et à ga- rantir un intérêt équitable.»
Considérations de la commission
La commission a estimé, à l'instar de l'auteur de l'initiative, que la modification de la gestion du fonds pour les avoirs de l'assu- rance-chômage constitue plutôt un problème technique qu'un problème politique important. Il n'en demeure pas moins qu'à cet effet il s'impose de réviser l'article 84 de la loi sur l'assurance-chômage. L'initiative parlementaire constitue probablement la voie la plus rapide pour soumettre un projet de révision au Parlement. Le travail de la commission chargée de formuler un article de loi pertinent devrait pouvoir être ac- compli en un laps de temps relativement court, d'autant plus qu'un texte a déjà été proposé.
La commission a estimé comme l'auteur de l'initiative qu'une gestion plus efficace du fonds permettrait de réaliser des gains non négligeables. Les capitaux à court et à moyen termes, tout particulièrement, pourraient être mieux placés. Les dépenses supplémentaires dues aux mesures à prendre en matière de personnel sont estimées à 300 000 francs par année, soit un vingtième des pertes sur les intérêts que le fonds a subies ces dernières années.
Au cours de la discussion, proposition a été faite de reprendre directement pour l'assurance-chômage les dispositions s'ap- pliquant au fonds de l'AVS. Le problème est que l'AVS et l'as- surance-chômage connaissent des situations différentes pour ce qui est des placements de capitaux. Dans le cas de l'AVS, on peut calculer avec précision ce qu'il faudra verser ces pro- chaines années, alors que, pour l'assurance-chômage, la question reste ouverte. Cette dernière a besoin de plus de moyens disponibles à court terme.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt mit 10 zu 1 Stimmen bei 8 Enthal- tungen, der Initiative Folge zu geben.
Proposition de la commission
La commission propose par 10 voix contre 1 et 8 abstentions de donner suite à l'initiative.
Angenommen - Adopté
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1991
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Volume
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Consiglio nazionale
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16
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Seduta
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Datum 04.10.1991 - 08:00
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