Immunité parlementaire. Levée
1954
N
4 octobre 1991
90.073
Parlamentarische Immunität von Nationalrat Spielmann. Aufhebung Immunité parlementaire du conseiller national Spielmann. Levée
Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art. 68 RCN
Frau Jeanprêtre unterbreitet im Namen der Kommission den folgenden schriftlichen Bericht:
Der Staatsanwalt des Kantons Genf leitete diese Eingabe an die eidgenössischen Räte weiter mit der Bitte, die Frage der parlamentarischen Immunität von Nationalrat Spielmann ab- zuklären und gegebenenfalls die Immunität aufzuheben.
Die Strafklage wird wie folgt begründet: In der Zeitung «V.O. Réalités», deren Herausgeber Nationalrat Spielmann ist, seien verschiedene ehrverletzende und rufschädigendenArtikel be- treffend Francisco Paesa publiziert worden. Neben den bei- den Verfassern sei dafür auch Nationalrat Spielmann aufgrund seiner Funktion verantwortlich.
Gesuche um Aufhebung der Immunität von Ratsmitgliedern und Magistratspersonen werden zur Vorprüfung den Petiti- ons- und Gewährleistungskommissionen von Nationalrat und Ständerat unterbreitet (Art. 46 Reglement des Nationalrates; Art. 37 Abs. 4 Reglement des Ständerates).
Die Petitions- und Gewährleistungskommission des Natio- nalrates befasste sich am 27. Februar, 22. April und 17. Sep- tember 1991 mit dem Gesuch des Genfer Staatsanwaltes. Sie gab dem Beschuldigten Gelegenheit, sich zu äussern (Art. 14 Abs. 2 des Verantwortlichkeitsgesetzes, VG; SR 170.32).
Nationalrat Spielmann nahm zu den Anschuldigungen wie folgt Stellung (Zusammenfassung; Uebersetzung):
Der Antrag auf Aufhebung meiner parlamentarischen Immuni- tät wurde vom Generalstaatsanwalt des Kantons Genf gestellt, und zwar im Zusammenhang mit einer Klage wegen Verleum- dung und Ehrverletzung eines ehemaligen Botschafters der Republik Sao Tomé und Principe, der in der Zwischenzeit aus- gewiesen worden ist Ich bin tatsächlich Herausgeber der Wo- chenzeitung «V. O. Réalités». Ich bin übrigens zuerst von drei spanischen Abgeordneten, zwei Männern und einer Frau, und dem sie begleitenden Anwalt befragt worden. Sie waren nach Genf zum Sitz der Vereinten Nationen und zur spanischen Ver- tretung bei dieser Organisation gekommen, weil sie die Tatsa- che sehr erstaunte, dass Herr Francisco Paesa dank einer di- plomatischen Akkreditierung bei den Vereinten Nationen di- plomatische Immunität genoss. Sie wollten wissen, wie es dazu gekommen sei, dass die zuständigen Schweizer Behör- den diese Akkreditierung gutgeheissen hätten, obwohl Inter- pol über die Machenschaften von Paesa unterrichtet war und vom entsprechenden Dossier Kenntnis hatte, bestand doch ein internationales Fahndungsgesuch. Nun sind unsere Be- hörden auf die Interventionen von Interpol aber in keiner Weise eingegangen. Dabei ist im Abkommen über Vorrechte und Im- munitäten der Vereinten Nationen von 1946 vorgesehen, dass die diplomatische Immunität aufgehoben werden kann, wenn durch sie die Tätigkeit der Justiz beeinträchtigt wird. Wie kann man vor den Machenschaften von Paesa die Augen ver- schliessen, der sich der Strafverfolgung durch sein Land ent- zogen hat, das ihn wegen terroristischer Handlungen, wegen Zugehörigkeit zu einer gewalttätigen Vereinigung und wegen Aufbaus einer oder mehrerer verbrecherischer Organisatio- nen suchte? Im weiteren sass Paesa mehrere Male im Gefäng- nis und hat sich übrigens auch mit der Eidgenössischen Ban- kenkommission angelegt.
Bevor ich auf parlamentarischem Weg an die Oeffentlichkeit gelangte, erkundigte ich mich in einem privaten Brief bei der Genfer Kantonsregierung, ob der mir geschilderte Sachver- halt zutreffe. Der Aufenthalt Paesas in Genf war in aller Leute Mund, und in der spanischen Presse machte der Vorfall Schlagzeilen, da Paesa wegen terroristischer Aktivitäten ge- sucht wurde. Da sein Aufenthalt nicht bekannt gewesen war, hatte man den gegen ihn erlassenen Haftbefehl nicht ausfüh- ren können. Angehalten und auf seine Identität hin überprüft wurde er schliesslich in Frankreich, in Saint-Louis, im Wagen des Anwalts, der auch die Klage gegen mich eingereicht hat. Auf eine erste gerichtliche Massnahme gegen Paesa erfolgte dann seine Ernennung zum Botschafter, mit der die Strafver- folgung gegen ihn abgewendet werden sollte. Ich machte des- halb im Nationalrat einen Vorstoss. Daraufhin wiesen die Bun- desbehörden Paesa an, innerhalb von fünf Tagen unser Land zu verlassen.
Vor der «V. O. Réalités» haben auch andere Zeitungen, vor al- lem die Genfer Presse, über alle Fakten des Dossiers berich- tet. Mit seiner Ausweisung hat der Bundesrat die Richtigkeit meiner Anschuldigungen grundsätzlich bestätigt. Die Klage gegen mich ist ein Schachzug, der im Zusammenhang mit der Auslieferung zu sehen ist: Paesa will in der Schweiz vor Ge- richt gestellt werden, um sich so der Strafverfolgung durch die spanische Justiz zu entziehen. So bin ich denn mit einem Vor- stoss im Nationalrat im Zusammenhang mit diesem Diploma- ten der (inzwischen aufgelösten) Genfer Vertretung der Repu- blik Sao Tomé und Principe an die Oeffentlichkeit gelangt.
Die Strafverfolgung von Mitgliedern des National- und des Ständerates wegen strafbarer Handlungen, die sich auf ihre amtliche Tätigkeit oder Stellung beziehen, bedarf einer Er- mächtigung der eidgenössischen Räte (Art. 14 VG). Die Bun- desversammlung hat im Ermächtigungsverfahren zu prüfen, ob der Zusammenhang mit der amtlichen Stellung oder Tätig- keit gegeben ist, und nur zu entscheiden, ob eine Strafunter- suchung angezeigt ist. Ob der behauptete Tatbestand erfüllt ist, prüft der Strafrichter, falls die Ermächtigung erteilt wird. Er- gibt die Prüfung, dass die Anschuldigung offensichtlich unbe- gründet ist, wird die Ermächtigung von den vorbereitenden Kommissionen verweigert. Kann dagegen der Anschuldigung eine gewisse Plausibilität nicht abgesprochen werden, hat die Bundesversammlung im Sinne einer Güterabwägung zu ent- scheiden, ob die Durchführung eines Strafverfahrens oppor- tun sei. Dabei kommt es insbesondere auf die Bedeutung der behaupteten Tat und auf die im Spiel stehenden Interessen an, namentlich auf das öffentliche Interesse an der Strafverfol- gung, die Erfolgsaussichten des Verfahrens und auf den im Vergleich dazu erforderlichen Verfahrensaufwand. Das Verant- wortlichkeitsgesetz enthält keine Richtlinien für die Erteilung oder die Verweigerung der Ermächtigung zur Strafverfolgung von Ratsmitgliedern. Es ist dem Ermessen der eidgenössi- schen Räte überlassen, zu bestimmen, ob die vorhandenen Verdachtsgründe und die Bedeutung der behaupteten Tat eine Strafverfolgung rechtfertigen. Sie haben dabei zwischen dem öffentlichen Interesse an der uneingeschränkten Aus- übung des parlamentarischen Mandates und dem gleichwerti- gen öffentlichen Interesse an der Verhinderung bzw. Aufklä- rung strafrechtlicher Handlungen abzuwägen.
Dabei ist vom Sinn der parlamentarischen Immunität auszuge- hen. Diese dient nicht nur dem Schutz des einzelnen Parla- mentariers, der sein Mandat frei soll ausüben können, auch wenn er möglicherweise in Grenzbereiche kommt, vor allem dann, wenn er Kritik übt. Die Immunität dient ebensosehr dem Schutz des gesamten Parlamentes und des Ratsbetriebes. So betrachtet liegt die parlamentarische Immunität im öffentli-
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chen Interesse. Die Oeffentlichkeit ist daran interessiert, dass die eidgenössischen Räte ihre Aufgaben unbehindert aus- üben können.
Die Mehrheit der Kommission hält dies im vorliegenden Fall Spielmann für gegeben, da die Strafanzeige von Herrn Paesa nicht nach Erscheinen der zitierten Artikel, sondern erst nach der - nach einer Motion Spielmann im Nationalrat erlassenen - Ausweisungsverfügung eingereicht wurde.
Demgegenüber ist eine Kommissionsminderheit der Mei- nung, es sei zweifelhaft, ob Nationalrat Spielmann nur auf- grund seines Parlamentsmandates eingeklagt worden sei, und demzufolge sei auf das Gesuch nicht einzutreten.
Im vorliegenden Fall könnte somit Nationalrat Spielmann als Herausgeber strafrechtlich weder für die beklagten Artikel be- langt werden, da die Verfasser bekannt sind, noch für die Wie- dergabe seines Interpellationstextes.
Mme Jeanprêtre présente au nom de la commission le rap- port écrit suivant:
Le 7 novembre 1990, M. Francisco Paesa a déposé une plainte pénale auprès du Ministère public du canton de Ge- neve contre M. Spielmann, conseiller national, se fondant sur l'article 27 du Code pénal suisse, relatif à la responsabilité de la presse (CPS; RS 311.0), sur l'article 173 CPS, relatif à la dif- famation, et sur l'article 174 CPS, relatif à la calomnie. Le pro- cureur du canton de Genève a transmis cette plainte aux Chambres fédérales en leur demandant d'examiner la ques- tion de la levée de l'immunité parlementaire de M. Spielmann. La plainte pénale est motivée comme il suit: le journal V. O. Réalités, dont M. Spielmann est l'éditeur responsable, aurait publié divers articles contenant des affirmations attenta- toires à l'honneur et à la réputation de M. Paesa. Outre les deux auteurs des articles en question, M. Spielmann porte une part de responsabilité en vertu de sa fonction.
Les requêtes demandant que l'immunité de membres du Parlement ou de magistrats soit levée sont soumises à un exa- men préalable des Commissions des pétitions et de l'examen des constitutions cantonales du Conseil national et du Conseil des Etats (art. 46 du Règlement du Conseil national; art. 37, al. 4 du Règlement du Conseil des Etats).
La Commission des pétitions et de l'examen des constitu- tions cantonales du Conseil national a examiné la requête du procureur du canton de Genève les 27 février, 22 avril et 17 septembre 1991. Elle a donné au prévenu l'occasion de se prononcer (art. 14, al. 2 de la loi sur la responsabilité LRCF; RS 170.32).
Le conseiller national Spielmann a fait les déclarations suivan- tes concernant cette affaire (résumé):
La demande de lever mon immunité parlementaire a été pré- sentée par le procureur général de la République et Canton de Genève - à la suite de la plainte en diffamation et en atteinte à l'honneur déposé par l'ex-ambassadeur de la République de Sao Tomé y Principe (expulsé entre-temps). En effet, je suis éditeur responsable de V. O. Réalités, publication hebdoma-
daire; j'ai d'ailleurs été interrogé, une première fois, par deux hommes et une femme, députés espagnols, accompagnés d'un avocat; ils étaient venus à Genève auprès de l'ONU et de la mission diplomatique d'Espagne au siège genevois de l'ONU, car ils étaient fort surpris que, grâce à une accréditation diplomatique à l'ONU, le Sieur Paesa Francisco soit au béné- fice de l'immunité diplomatique. Ils désiraient savoir comment cette accréditation a pu être agréée par les autorités suisses compétentes, Interpol étant au courant des agissements de Paesa et de tout son dossier, puisqu'il était l'objet d'un mandat international de recherches et de poursuite; or, aucune suite n'a été donnée, chez nous, à l'intervention d'Interpol. Pour- tant, la convention internationale (de 1946) régissant le statut du corps diplomatique, prévoit qu'on peut lever l'immunité di- plomatique lorsqu'elle entrave l'action de la justice. Comment peut-on fermer les yeux sur ses agissements passé, alors que Paesa fuit la justice de son pays, car il est recherché pour des activités terroristes, pour complicité de banditisme armé, constitution de bande(s), qu'il a - plus d'une fois - séjourné en prison, qu'il eut maille à partir avec la Commission fédérale de banques, notamment?
Avant d'intervenir publiquement, sur le plan parlementaire, j'ai adressé une lettre privée au Conseil d'Etat de Genève, pour lui demander si les faits se sont réellement passés comme ils m'ont été rapportés. La présence de Paesa à Genève défrayait la chronique; la presse espagnole aussi consacrait des grands titres à ce cas (vu qu'il était recherché pour terrorisme). Son lieu de résidence n'ayant pu être déterminé, il n'a pas été possible de l'arrêter, comme cela était ordonné. C'est en France, à Saint-Louis, qu'il fut interpellé, dans la voiture de l'avocat qui a déposé la plainte qui me concerne. Une mesure ayant été prise à l'égard de Paesa, intervint alors sa nomina- tion comme ambassadeur, afin qu'il puisse échapper aux poursuites judiciaires engagées contre lui. J'ai posé alors la question au Conseil fédéral, en utilisant le tremplin du Conseil national. L'expulsion de Paesa fut alors décidée par Berne, un délai de cinq jours étant imparti à Paesa pour quitter notre pays.
D'autres journaux, Genevois surtout, ont publié - avant nous, V. O. Réalités - toutes les pièces du dossier. Sur le fond, le Conseil fédéral m'a donné raison en expulsant Paesa; la plainte qu'il a déposée contre moi, c'est une manoeuvre pour être jugé en Suisse - à propos de son extradition seulement - ce qui lui permettrait d'échapper à la justice espagnole. C'est alors que, sur le plan public, je suis intervenu par une interpel- lation au Conseil national, s'agissant de ce représentant diplo- matique à Genève de Sao Tomé y Principe (qui n'existe plus, d'ailleurs).
La poursuite pénale de membres du Conseil national et du Conseil des Etats, en raison d'infractions en rapport avec leur activité ou situation officielle, est donc soumise à l'autorisation des Chambres fédérales (art. 14 LRCF). L'Assemblée fédérale doit examiner lors de la procédure d'octroi ou de refus de l'au- torisation si l'infraction est en rapport ou non avec l'activité ou la situation officielle du député et si la poursuite pénale s'im- pose. En revanche, elle n'a pas à examiner si les éléments constitutifs de l'infraction sont réunis ou non: cette tâche in- combe au juge pénal, pour autant que l'autorisation lui soit donnée d'ouvrir la poursuite. Les commissions chargées de l'examen préalable refusent l'octroi de l'autorisation si l'accu- sation est manifestement non fondée. En revanche, si l'accu- sation n'est pas dénuée de tout fondement, l'Assemblée fédé- rale doit procéder à une pondération des intérêts en présence et décider si la poursuite pénale est opportune ou non. Il convient en particulier de tenir compte de l'importance de l'in-
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fraction présumée, de l'intérêt public à la poursuite pénale, des chances de succès de la procédure et de son coût.
La loi sur la responsabilité ne prévoit pas dans quelles circons- tances octroyer ou refuser l'autorisation d'ouvrir une procédure pénale contre un membre des Chambres fédérales. Il incombe à l'Assemblée fédérale d'apprécier si les motifs de suspicion et l'importance de l'infraction présumée justifient l'ouverture d'une poursuite pénale. Les Chambres ont à mettre en balance l'intérêt public à ce que les parlementaires exercent leur mandat en toute liberté et l'intérêt public à ce que les infractions pénale- ment répréhensibles soient poursuivies et réprimées.
Cette pesée des intérêts doit se fonder sur la raison d'être de l'immunité parlementaire. En effet, il ne s'agit pas seulement de protéger chaque parlementaire individuellement afin qu'il puisse exercer son mandat en toute liberté, même lorsque sa critique frise l'intolérable; il s'agit aussi de protéger le Parle- ment tout entier et d'assurer son bon fonctionnement. L'immu- nité parlementaire ainsi considérée sert la collectivité car le pu- blic a intérêt à ce que les Chambres fédérales puissent accom- plir leurs tâches sans entraves.
Dans la présente affaire Spielmann, la majorité de la commis- sion est d'avis que tel est le cas du fait que la plainte pénale de Monsieur Paesa n'a pas été déposée après la publication de l'article cité, mais seulement - suite à une motion Spielmann au Conseil national - après un arrêté d'expulsion.
Par contre, une minorité de la commission doute que M. Spiel- mann, conseiller national, n'ai été traduit en justice qu'à cause de son mandat parlementaire, elle est donc d'avis qu'il n'y a pas lieu d'entrer en matière sur la requête.
Dans le cas présent, M. Spielmann ne pourrait être poursuivi pénalement en tant qu'éditeur responsable ni pour avoir pu- blié l'article incrimine, ni pour avoir reproduit le texte de son interpellation.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt
mit 8 zu 5 Stimmen, auf das Gesuch des Genfer Staatsan- waltes einzutreten;
einstimmig, die parlamentarische Immunität von Nationalrat Spielmann nicht aufzuheben.
Proposition de la commission
La commission propose,
par 8 voix contre 5, d'entrer en matière sur la requête du pro- cureur du canton de Genève;
à l'unanimité, de ne pas lever l'immunité parlementaire de M. Spielmann, conseiller national.
Mme Jeanprêtre, rapporteur: En peu de mots, parce que, fi- nalement, moins on en dit, mieux c'est, M. Spielmann est l'ob- jet d'une plainte à Genève en tant qu'éditeur responsable du journal V. O. L'activité incriminée a trait à l'engagement politi- que constant de M. Spielmann, dans le cas Paesa, puisqu'on voit que même la plainte que ce dernier a déposée est une ma- noeuvre pour que M. Paesa puisse être jugé en Suisse, à pro- pos de son exatradition seulement, ce qui lui permettrait d'échapper à la justice espagnole.
La commission a examiné cette affaire en détail deux fois. Elle a tenu une deuxième séance, après avoir pris connaissance des directives dont j'ai parlé en préambule, qui ont été établies par sa sous-commission. Elle était ainsi d'avis qu'il existait un lien avec la fonction officielle ou avec le rôle de membre du Pa- rlement, que ceci était établi et qu'il y avait lieu d'entrer en ma- tière sur la demande.
Dans la présente affaire Spielmann, la majorité de la commis- sion est d'avis que c'est bien le cas, que la plainte pénale de M. Paesa n'a pas été déposée après la publication de l'article cité, mais seulement suite à une motion de M. Spielmann au Conseil national, après un arrêté d'expulsion. Par contre, une minorité de la commission doutait que M. Spielmann n'ait été traduit en justice qu'à cause de son mandat parlementaire. Elle est donc d'avis qu'il n'y a pas lieu d'entrer en matière sur la requête.
Cependant, et par 8 voix contre 5, la commission vous pro- pose d'entrer en matière sur la requête du procureur du can- ton de Genève et, à l'unanimité, de ne pas lever l'immunité par- lementaire de M. Spielmann, conseiller national.
Frau Stamm, Berichterstatterin: Am 7. November 1990 reichte Herr Francisco Paesa beim Staatsanwalt des Kantons Genf Strafklage wegen übler Nachrede und Verleumdung gegen Nationalrat Spielmann im Zusammenhang mit der Verantwort- lichkeit der Presse ein. Dieses Gesuch wurde an die Petitions- und Gewährleistungskommission weitergeleitet. Die Straf- klage wird wie folgt begründet:
In der Zeitung «Voix ouvrière. Réalités», deren Herausgeber Nationalrat Spielmann ist, seien verschiedene ehrverletzende, rufschädigendenArtikel betreffend Francisco Paesa publiziert worden. Neben den beiden Verfassern, die bekannt sind, sei dafür auch Nationalrat Spielmann aufgrund seiner Funktion verantwortlich.
Die Kommission hatte sich damit zu befassen, ob hier ein Fall von relativer Immunität vorliegt, ob sich die Strafklage gegen Herrn Spielmann als Herausgeber richtet oder ob sich die Strafklage an Herrn Spielmann als Nationalrat richtet, d. h., ob das politische Mandat Anknüpfungspunkt der Strafklage war. Die Petitions- und Gewährleistungskommission hat sich - wie Sie schon gehört haben - neue Richtlinien gegeben und ist aufgrund der neuen Richtlinien dazugekommen, die relative Immunität zu bejahen. Denn Herr Spielmann hat sich in der Tat mit dieser ganzen Angelegenheit nicht nur als Herausgeber seiner Zeitung - durch die Artikel seiner Journalisten - befasst, sondern Herr Spielmann hat diese Angelegenheit auch im Parlament mit einer Motion aufgegriffen. Es ist aufgrund des chronologischen Ablaufs für die Kommission überzeugend, dass nicht die Funktion als Herausgeber, sondern dass der Vorstoss von Herrn Spielmann im Parlament Anlass gegeben hat, diese Strafklage einzuleiten.
Deshalb beantragt Ihnen die Kommission mit 8 zu 5 Stimmen, auf das Gesuch des Genfer Staatsanwaltes sei einzutreten --- also die Aufhebung der Immunität sei zu prüfen. Einstimmig beantragt sie, die parlamentarische Immunität von Nationalrat Spielmann sei nicht aufzuheben.
Angenommen - Adopté
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
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Datum 04.10.1991 - 08:00
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