Vérification des pouvoirs et prestation de serment
2066
N
25 novembre 1991
Dialogfähigkeit, unsere Fähigkeit, das andere Argument in das eigene Urteil mit einzubeziehen. Der Bundesrat hat seinen Meinungsbildungsprozess nicht besonders' rasant, zuletzt aber dafür brisant abgeschlossen. Nun sind die eidgenössi- schen Räte daran, zuhanden des Stimmvolkes die Vorgabe zur Verfügung zu stellen.
Von den Stimmberechtigten fordern wir unerhört viel. Der de- mokratische Dialog, die echte Auseinandersetzung - und nicht Demagogie oder Polemik - sind die einzig zumutbaren Entscheidungsgrundlagen, die dem Anspruch der demokrati- schen Streitkultur gerecht werden und den fairen Entscheid herbeiführen können. Die Stimmberechtigten brauchen dazu verlässliche Informationen. Je geringer die Informationen sind, um so grösser wird die irrationale Reaktion sein. Wie weit unser Volk den Mut zum europäischen Aufbruch aufbringen wird, muss sich weisen.
Lange ist es her, seit die Schweiz mit der Gründung des Roten Kreuzes internationale Massstäbe gesetzt hat Die nicht mehr wegzudenkende, weltweit tätige Organisation ist seinerzeit von einer armen Schweiz gegründet worden. Vergessen wir nicht: Niemand ist so reich, dass er nicht durch eine falsche Entscheidung arm werden könnte.
An Aufgaben wird es uns nicht fehlen. Kurt Tucholsky schrieb einmal vor Wahlen: «Alle vier Jahre tun sie, als ob sie täten.» Ein anderer Zeitgenosse meinte: «Alle treten dem Staat als Fordernde entgegen; das ist die letzte Gemeinsamkeit.» Na- türlich gelten derart spöttische Worte nicht für unseren Rat. Umgekehrt sind wir politisch dermassen unterschiedlich ge- färbt, wie das eine Demokratie auszeichnet. Trotzdem: Ge- meinsam brauchen wir gleichwohl nicht unausstehlich zu sein.
Ich wünsche uns allen Erfolg und auch etwas Lust an der Ar- beit. (Beifall)
91.068
Wahlprüfung und Vereidigung Vérification des pouvoirs et prestation de serment
Bericht des Bundesrates vom 13. November 1991 (BBI IV 671) Rapport du Conseil fédéral du 13 novembre 1991 (FF IV 656)
Wahlprüfung - Vérification des pouvoirs
Frau Nabholz und Herr Ducret unterbreiten im Namen des provisorischen Büros den folgenden schriftlichen Bericht:
Das provisorische Büro hat an seiner Sitzung vom 22. No- vember 1991 gemäss Artikel 2 des Geschäftsreglementes des Nationalrates die Wahlprüfung vorbereitet.
Der Bericht des Bundesrates vom 13. November 1991 und die Wahlprotokolle der Kantone geben zu keinen Einwendun- gen Anlass.
Beschwerden
Mit Eingabe vom 17. Oktober 1991 reichte Herr Martin Künz- ler, Bülach, Wahlbeschwerde gegen die Nationalratswahlen vom 20. Oktober 1991 ein, da das Wahlergebnis durch «nicht verfassungskonforme Vergabe von Nutzungsrechten an Grundstücken» von seiten des Staates einseitig zugunsten der bürgerlichen Parteien verfälscht werde. Künzler verlangte die Verschiebung der Nationalratswahlen auf einen Zeit- punkt, in dem die rechtsgleiche Behandlung aller Parteien gewährleistet sei.
Auf seine Beschwerde vom 29. September 1991 an die Regie- rung des Kantons Zürich trat diese am 9. Oktober 1991 nicht ein, weil verspätet erhoben.
Der Nationalrat als Beschwerdeinstanz hat zu prüfen, ob die Zürcher Kantonsregierung mit ihrem Entscheid Bundesrecht
verletzt hat. Dies ist zu verneinen. Die Beschwerde wurde tat- sächlich verspätet erhoben. Selbst wenn die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden wäre, könnte den Rechtsbegeh- ren des Rekurrenten, insbesondere wegen Fehlens eines ad- äquaten Kausalzusammenhangs (Voraussetzung eines we- sentlichen Einflusses der behaupteten Unregelmässigkeiten auf das Wahlergebnis), keine Folge gegeben werden. Verfas- sung und Gesetz lassen keine globale Anfechtung von Wahl- ergebnissen zu, die mit Pauschalbehauptungen begründet werden könnten, die mit dem Wahlgang in keinem unmittelba- ren Zusammenhang stehen.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
4.1. Nationalrat Roland Borer, Solothurn, ist gegenwärtig In- struktionsoffizier des EMD. Diese Tätigkeit ist gemäss Arti- kel 77 Bundesverfassung mit dem Mandat eines Nationalrates nicht vereinbar. Nationalrat Borer hat sich entschlossen, inner- halb der ihm zur Verfügung stehenden Frist von vier Monaten seit Antritt des Nationalratsmandates (Art. 18 Abs. 2 des Bun- desgesetzes über die politischen Rechte; SR 161.1) aus dem Bundesdienst auszuscheiden.
4.2. Nationalrat Ernst Sieber, Zürich, ist Pfarrer in Zürich-Alt- stetten. Nationalrat Sieber hat auf Ende Februar 1992 auf sein Pfarramt verzichtet. Das provisorische Büro vertritt die Auffas- sung, dass auch eine allfällige Tätigkeit als Verweser nach dem 24. März 1992 ausgeschlossen ist. Demgegenüber steht nach Meinung des provisorischen Büros der weiteren Aus- übung von Seelsorgeaufgaben, wie der Beendigung einer ka- techetischen Tätigkeit, homiletischen Aktivitäten in Ausnah- mefällen, ausnahmsweisen Aufträgen der Landeskirche an ehemals aktive Pfarrer sowie rein pastoralen und karitativen Tätigkeiten nichts entgegen.
4.3. Nationalrat Joseph Zisyadis, Waadt, ist Pfarrer, hat aber kein Pfarramt inne, sondern arbeitet als Parteisekretär. Es be- steht also keine Unvereinbarkeit.
Mme Nabholz et M. Ducret présentent au nom du Bureau provisoire le rapport écrit suivant:
Le Bureau provisoire, lors de sa séance du 22 novembre 1991, a préparé la vérification des pouvoirs conformément à l'article 2 du Règlement du Conseil national.
Le rapport du Conseil fédéral du 13 novembre 1991 et les procès-verbaux cantonaux ne donnent lieu à aucune contes- tation.
Recours
Par lettre du 17 octobre 1991, Martin Künzler, Bülach, a déposé un recours touchant les élections du 20 octobre 1991 au Conseil national, estimant que le scrutin avait été faussé unila- téralement, en faveur des partis «bourgeois», par une «cession inconstitutionnelle de droits de jouissance de biens-fonds» (traduction de la Chancellerie fédérale) accordée par l'Etat Künzler a exigé le report des élections au Conseil national à une date où l'égalité de traitement de tous les partis serait ga- rantie.
Par décision no 3501 du 9 octobre 1991, le Conseil d'Etat du canton de Zurich a déclaré le recours du 29 septembre 1991 ir- recevable en raison de son dépôt tardif.
Le Conseil national doit, en tant qu'instance de recours, exa- miner si la décision du gouvernement zurichois viole le droit fédéral. Tel n'est pas le cas. Le recours a effectivement été dé- posé à temps, il aurait dû être écarté. Ni la constitution ni la loi n'autorisent une contestation globale des résultats d'élections qui se fonderait sur des prétentions générales sans rapport di- rect avec le scrutin.
Le recours doit être rejeté.
4.1. M. Roland Borer, conseiller national, Soleure, est présen- tement officier instructeur du DMF. Cette activité est, au terme de l'article 77 de la Constitution fédérale, incompatible avec le mandat de conseiller national. M. Borer, conseiller national, a décidé de quitter le service de la Confédération dans le délai légal de quatre mois qui court à partir de son entrée au Conseil national (art. 18, al. 2 de la loi fédérale sur les droits politiques; RS 161.1).
2067
Wahlprüfung und Vereidigung
4.2. M. Ernst Sieber, conseiller national, Zurich, est pasteur à Altstetten; il a renoncé à cette charge pour fin février 1992. Le Bureau provisoire est d'avis qu'une éventuelle activité en tant que remplaçant est également exclue après le 24 mars 1992. En revanche, de l'avis du Bureau provisoire, rien ne s'oppose à l'exercice d'une activité englobant l'assistance spirituelle, l'achèvement d'une action catéchétique, des homélies occa- sionnelles, des mandats exceptionnels de l'Eglise nationale, ainsi que des actions purement pastorales et caritatives.
4.3. M. Joseph Zisyadis, conseiller national, Vaud, est pasteur sans en exercer la charge; il est secrétaire de parti. Il n'y a donc pas incompatibilité.
Antrag des Büros
Das provisorische Büro beantragt:
diesen Bericht zur Kenntnis zu nehmen;
die Beschwerde von Martin Künzler, Bülach, abzuweisen;
die Ergebnisse der Nationalratswahlen 1991 für alle Kan- tone zu validieren.
Proposition du Bureau
Le Bureau provisoire propose:
d'approuver le présent rapport;
de rejeter le recours de Martin Künzler, à Bülach;
de valider les résultats des élections de 1991 au Conseil na- tional pour tous les cantons.
Hubacher, Alterspräsident: Es wurde ein provisorisches Büro gebildet, dem folgende Ratsmitglieder angehören: Frau Nab- holz, die Herren Carobbio, Ducret, Fischer-Sursee, Philipona, Schmid Peter, Seiler Hanspeter und Vollmer. Gemäss Artikel 2 des Geschäftsreglementes des Nationalrates hat das proviso- rische Büro unter anderem die Aufgabe, die Wahlprüfung vor- zubereiten.
Frau Nabholz, Berichterstatterin: Nach dem Bundesgesetz vom 17. Dezember 1976 über die politischen Rechte befindet der Nationalrat in seiner konstituierenden Sitzung über die Gültigkeit der Wahlen. Er entscheidet bei der Validierung auch über Wahlbeschwerden und allfällige Unvereinbarkeiten. Die Vorbereitung dieser Wahlprüfung obliegt dem provisorischen Büro, in dessen Namen ich sprechen darf.
Das provisorische Büro hat am 22. November 1991 getagt und Ihnen einen schriftlichen Bericht unterbreitet. Ich möchte die- sen Bericht nur in wenigen Punkten mündlich ergänzen und einige Probleme aufgreifen, auf die wir bei der Vorbereitung der Wahlprüfung gestossen sind.
Die massive zahlenmässige Zunahme an Kandidatinnen und Kandidaten, an Listen, Listenverbindungen und Unterlisten- verbindungen sowie die Differenzierung postalischer Beförde- rungskategorien haben bei der Abwicklung der Nationalrats- wahlen zu praktischen Schwierigkeiten geführt. So konnten in fünf Kantonen die Wahlresultate zunächst nicht richtig publi- ziert werden, und es war eine zweite Publikation nötig. Würden Beschwerdeführer sämtliche Möglichkeiten, die ihnen offen- stehen, ausschöpfen, könnten sie mit ihren Beschwerden so- gar die rechtzeitige Eröffnung der neuen Legislatur verhin- dern. Die in Vorbereitung stehende Revision des Bundesge- setzes über die politischen Rechte wird uns darum Gelegen- heit geben, diesen Gegebenheiten Rechnung zu tragen und Fristen, Rechtsmittel und Bedürfnisse wieder aufeinander ab- zustimmen.
Bereits im Jahre 1979 hatte sich das provisorische Büro mit dem Wahlverfahren im Kanton Genf zu befassen. In diesem Kanton werden für die Nationalrats- und die Ständeratswahlen kombinierte Wahlzettel, die sich nicht voneinander trennen lassen, verwendet. Diese Form der Liste schafft offensichtlich Unklarheiten. Wir erlauben uns daher, an das Votum von Natio- nalrat Muheim als Berichterstatter des provisorischen Büros von 1979 zu erinnern, und wiederholen den damals geäusser- ten Wunsch, der Kanton Genf möge Vorkehrungen bezüglich Gestaltung der Wahlzettel treffen, damit inskünftig Unklarhei- ten und Unsicherheiten vermieden werden können.
Wie Sie dem schriftlichen Bericht entnehmen können, hat das provisorische Büro den Bericht des Bundesrates vom 13. No-
vember 1991 und die Wahlprotokolle der Kantone geprüft. Sie geben zu keinen Einwendungen Anlass.
Mit einer am 17. Oktober 1991 an den Nationalrat als Rekursin- stanz eingereichten Wahlbeschwerde rügt Herr Martin Künzler aus Bülach, das Wahlergebnis werde durch «nicht verfas- sungskonforme Vergabe von Nutzungsrechten an Grund- stücken» von seiten des Staates einseitig zugunsten bürgerli- cher Parteien verfälscht. Die Prüfung dieser Beschwerde durch das provisorische Büro ergab, dass der erstinstanzliche Entscheid des Zürcher Regierungsrates, der die Beschwerde abgewiesen hat, weder in formeller noch in materieller Hin- sicht zu beanstanden ist. Abgesehen davon, dass die Wahlbe- schwerde verspätet erhoben worden ist, muss festgestellt wer- den, dass sie auch materiell nicht begründet wäre. Dass ein Bürger mit einer bestimmten politischen Richtung oder mit konkreten politischen Entscheidungen nicht einverstanden ist, stellt noch keinen Beschwerdegrund dar.
Es besteht auch sachlich kein Zusammenhang zwischen die- sem Nichteinverstandensein und dem Wahlprozedere. Das provisorische Büro beantragt Ihnen daher, die Beschwerde abzuweisen.
Wir haben uns ferner in drei Fällen gewählter Ratsmitglieder mit der Frage der Unvereinbarkeit befassen müssen. Diesbe- züglich wird auf den schriftlichen Bericht verwiesen. Ergän- zend möchten wir beifügen, dass das Bundesgesetz über die politischen Rechte in Artikel 18 klar regelt, dass Bundesbe- amte oder Personen des geistlichen Standes innert vier Mona- ten nach Eintritt in den Nationalrat aus ihrem Amte auszuschei- den haben. Es besteht kein Ermessensspielraum des Rates, eine Verlängerung dieser Frist vorzusehen. Die Ratsmitglieder Roland Borer und Ernst Sieber haben daher bis zum 25. März 1992 auf ihre gemäss Verfassung als unvereinbar erklärten Aemter zu verzichten, was von beiden zugesichert worden ist. Was Herrn Ernst Sieber betrifft, verweise ich auf den Bericht. Dort ist klargestellt, dass es möglich sein soll, auch nach dem Ausscheiden aus dem Pfarramt in Ausnahmefällen vereinzelt Predigten zu halten, und dass die soziale und karitative Tätig- keit von Herrn Sieber mit seinem Amt als Nationalrat nicht un- vereinbar ist.
Das provisorische Büro empfiehlt Ihnen daher einstimmig, die im schriftlichen Bericht gestellten Anträge gutzuheissen.
M. Ducret, rapporteur: Le Bureau provisoire, réuni sous la pré- sidence de notre jeune doyen d'âge, M. Helmut Hubacher, vous propose de valider les élections pour tous les cantons. Outre le cas de M. Roland Borer, élu sur la liste du Parti des au- tomobilistes du canton de Soleure, officier-instructeur au Dé- partement militaire fédéral, qui quittera ses fonctions au début de l'an prochain, le Bureau provisoire a été amené à s'occuper de la situation du pasteur Ernst Sieber, de Zurich, élu sur la liste du Parti évangélique populaire.
L'article 75 de la Constitution fédérale, en sa teneur actuelle, dispose qu'«est éligible comme membre du Conseil national tout citoyen suisse laïque et ayant droit de voter» ou, en d'au- tres termes, que nul ne peut être simultanément conseiller na- tional et ecclésiastique. Comme le relève M. Jean-François Aubert, professeur et ancien collègue, dans son Traité de droit constitutionnel suisse, voilà une des règles qui expriment l'at- mosphère d'anticléricalisme d'où est issue notre constitution! L'état d'ecclésiastique procède, dans la religion catholique, de l'ordination, et dans la religion protestante, de la consécra- tion. En voyant dans l'article 75 un cas d'incompatibilité plutôt que d'inéligibilité, la pratique traite inégalement les ecclésiasti- ques romains et réformés. Les protestants seuls peuvent vrai- ment choisir et préférer l'honneur de la députation à leur état d'ecclésiastique. Les catholiques ne pourraient le faire sans encourir des conséquences au plan de l'exercice de leur mi- nistère. Autrement dit, l'article 75 tel qu'il a toujours été inter- prété contient une règle d'incompatibilité pour les pasteurs et d'inéligibilité pour les prêtres.
Le pasteur Sieber prendra sa retraite à la fin février 1992. En ce qui le concerne, il n'y aura donc plus d'incompatibilité au terme du délai légal de quatre mois prévu par l'article 18 de la loi sur les droits politiques et qui s'applique d'ailleurs tant à M. Sieber, pasteur, qu'à M. Borer, fonctionnaire fédéral. Le
25 novembre 1991
N
2068
Vérification des pouvoirs et prestation de serment
rapport écrit du Bureau provisoire indique les quelques cas où une activité du pasteur Sieber pourrait se poursuivre au-delà du 24 mars de l'an prochain.
Le Bureau a constaté que l'augmentation massive du nombre des candidatures, 2561 contre 2400 quatre ans plus tôt, des apparentements, 54 au lieu de 48, des sous-apparentements, 31 au lieu de 17, ainsi que l'apparition de trois sous sous-appa- rentements ont conduit à des difficultés pratiques considéra- bles. Les différentes catégories du courrier postal ont engen- dré, elles aussi, des complications, ce qui n'est pas pour nous étonner. Si les recourants faisaient usage de toutes les possi- bilités légales, l'ouverture de la nouvelle législature pourrait être retardée. La révision de la loi fédérale sur les droits politi- ques, qui est actuellement en préparation, donnera l'occasion de prévoir une harmonisation des délais des voies de droit et des exigences pratiques. Le Bureau provisoire ne peut qu'en- courager la Chancellerie dans cette voie.
.Le Bureau provisoire s'est également penché sur les difficultés rencontrées dans le canton de Genève, en raison du fait que les bulletins de vote portent les noms, à la fois des candidats au Conseil national et de ceux au Conseil des Etats. Ainsi que cela avait déjà été souligné en 1979, le Bureau tient à insister sur la nécessité que les autorités genevoises, qui se disent déjà conscientes du problème, trouvent une formule qui per- mette de concilier la tradition de l'estampille propre à ce can- ton et l'objectif souhaité et souhaitable d'éviter, dans toute la mesure possible, de fâcheux risques de confusion. En conclusion, je vous invite à adhérer aux trois conclusions du Bureau provisoire qui figurent dans le rapport écrit.
Angenommen - Adopté
Sieber: Ich habe mein Amt als Pfarrer auf Ende Februar 1992 abgegeben. Ich werde nicht mehr verordneter Diener einer kan- tonal-zürcherischen Gemeinde sein. Ich habe auch dem ent- sprochen, was das nationalrätliche Büro mir nahegelegt hat. Ein Amt kann man zwar ablegen, aber nicht die Berufung. Ich werde also weiterhin - das ist mir auch im Bericht zugesagt worden - an der Basis, im sozialdiakonischen Bereich, arbei- ten, mit Blick auf die Armut in der Schweiz solidarisch mit den Betroffenen wirken, und ich werde auch hier ihre Anliegen ver- treten.
Zum anderen: Ich habe mein Amt abgelegt und frage Sie: Habe ich auch dann, wenn die Kirche mir keinen Auftrag er- teilt, die Möglichkeit, frei - nur gestützt auf das Neue Testa- ment - das Wort des Evangeliums zu verkündigen? Es müsste meiner Meinung nach in diesem Bericht ergänzt sein, dass ich die Möglichkeit habe, in unserem Land, in einem Land, das ein Kreuz im Wappen hat, frei - nur gestützt auf das Neue Testa- ment - das Wort der Gottesreichsbotschaft zu verkündigen. Eine Schlussbemerkung: Ich denke, dass die Unterscheidung zwischen geistlichem und weltlichem Stand, von der Bibel her gesehen, falsch ist, und ich hoffe, dass wir hier im Parlament eines Tages auf diesen Punkt zurückkommen. Ich danke Ihnen für das Verständnis.
Hubacher, Alterspräsident: Das provisorische Büro hat - wie die Berichterstatter dargelegt haben - die Bundesverfassung zu interpretieren und hat mit Herrn Sieber eine Vereinbarung getroffen, dass er dieses Pfarramt nicht mehr ausüben kann, aber pastorale Handlungen selbstverständlich zulässig sind.
Vereidigung - Prestation de serment
Hubacher, Alterspräsident: Ich ersuche die Ratsmitglieder und die Besucher auf den Tribünen sich von den Sitzen zu er- heben. Ich bitte den Generalsekretär, die Eides- und die Ge- lübdeformel zu verlesen.
Herr Sauvant, Generalsekretär der Bundesversammlung, ver- liest die Eidesformel in den drei Amtssprachen:
M. Sauvant, secrétaire général de l'Assemblée fédérale, donne lecture de la formule du serment dans les trois langues officiel- les:
«Ich schwöre vor Gott, dem Allmächtigen, die Verfassung und die Gesetze des Bundes treu und wahr zu halten; die Einheit, Kraft und Ehre der schweizerischen Nation zu wahren; die Unabhängigkeit des Vaterlandes, die Freiheit und die Rechte des Volkes und seiner Bürger zu schützen und zu schirmen und überhaupt alle mir übertragenen Pflichten gewissenhaft zu erfüllen, so wahr mir Gott helfe.»
«En présence de Dieu tout-puissant, je jure d'observer et de maintenir fidèlement la Constitution et les lois fédérales, de sauvegarder l'unité, l'honneur et l'indépendance de la patrie suisse, de défendre la liberté et les droits du peuple et des ci- toyens, enfin, de remplir scrupuleusement les fonctions qui m'ont été confiées, aussi vrai que je désire que Dieu m'as- siste.»
«Giuro innanzi a Dio Onnipotente di osservare e mantenere fe- delmente e sinceramente la Costituzione e le leggi della Con- federazione, di vegliare all'unità, alla forza ed all'onore della Nazione svizzera, di difendere e proteggere l'indipendenza della Patria, la libertà ed i diritti del Popolo e dei Cittadini, e in- somma di adempiere coscienziosamente tutte le funzioni a me affidate, cosi come desidero che Iddio mi aiuti.»
Herr Sauvant, Generalsekretär der Bundesversammlung, ver- liest die Gelübdeformel in den drei Amtssprachen:
M. Sauvant, secrétaire général de l'Assemblée fédérale, donne lecture de la formule de la promesse dans les trois langues offi- cielles:
«Ich gelobe, die Verfassung und die Gesetze des Bundes treu und wahr zu halten; die Einheit, Kraft und Ehre der schweizeri- schen Nation zu wahren; die Unabhängigkeit des Vaterlandes, die Freiheit und die Rechte des Volkes und seiner Bürger zu schützen und zu schirmen und überhaupt alle mir übertrage- nen Pflichten gewissenhaft zu erfüllen. »
«Je promets d'observer et de maintenir fidèlement la Constitu- tion et les lois fédérales, de sauvegarder l'unité, l'honneur et l'indépendance de la patrie suisse; de défendre la liberté et les droits du peuple et des citoyens; enfin de remplir scrupuleuse- ment les fonctions qui m'ont été confiées.»
«Prometto di osservare e mantenere fedelmente e sincera- mente la Constituzione e le leggi della Confederazione, di ve- gliare all'unità, alla forza ed all'onore della Nazione Svizzera, di difendere e proteggere l'indipendenza della Patria, la libertà ed i diritti del Popolo e dei Cittadini, e insomma di adempiere coscienziosamente tutte le funzioni a me affidate.»
Hubacher, Alterspräsident: Gemäss Beschluss des Büros werden Eid und Gelübde unter Namensaufruf abgelegt. Die Ratsmitglieder sind gebeten, sich beim Aufruf ihres Namens zu erheben. Wenn sie den Eid leisten, erheben sie drei Finger der rechten Hand und sagen, jedes in seiner Muttersprache: «Ich schwöre es», «Je le jure», «Lo giuro». Wenn sie das Ge- lübde ablegen, sagen sie, jedes in seiner Sprache: «Ich ge- lobe es», «Je le promets», «Lo prometto».
Folgende Ratsmitglieder werden vereidigt: Les membres du conseil suivants sont assermentés:
Allenspach, Aregger, Aubry, Baumberger, Berger, Bezzola, Binder, Bircher Peter, Blatter, Blocher, Bonny, Borel François, Borer Roland, Bortoluzzi, Brügger Cyrill, Bühler Simeon, Büh- rer Gerold, Bundi, Bürgi, Caccia, Caspar, Cavadini Adriano, Chevallaz, Cincera, Columberg, Comby, Cotti, Couchepin, Daepp, Darbellay, David, Deiss, Dettling, Dormann, Dreher, Ducret, Dünki, Eggenberger, Eggly, Engler, Epiney, Etique, Eymann Christoph, Fasel, Fehr, Fischer-Hägglingen, Fischer- Seengen, Fischer-Sursee, Frey Claude, Frey Walter, Friderici Charles, Fritschi Oscar, Früh, Giezendanner, Giger, Gobet, Gros Jean-Michel, Grossenbacher, Guinand, Gysin, Hafner Rudolf, Hari, Heberlein, Hegetschweiler, Hess Otto, Hess Pe- ter, Hildbrand, Iten Joseph, Jaeger, Jäggi Paul, Jenni Peter, Jöri, Keller Anton, Keller Rudolf, Kern, Kühne, Leu Josef, Leuba, Loeb François, Luder, Maeder, Maitre, Marti Werner, Maspoli, Mauch Rolf, Maurer, Meier Hans, Meier Samuel, Meyer Theo, Miesch, Moser, Mühlemann, Müller, Nabholz,
2069
Wahlen
Narbel, Nebiker, Neuenschwander, Oehler, Perey, Philipona, Pidoux, Pini, Poncet, Raggenbass, Rebeaud, Reimann Maxi- milian, Rohrbasser, Ruckstuhl, Ruf, Rutishauser, Rychen, Sandoz, Savary, Scheidegger, Scherrer Jürg, Scherrer Wer- ner, Scheurer Rémy, Schmidhalter, Schwab, Segmüller, Seiler Hanspeter, Seiler Rolf, Spoerry, Stalder, Stamm Judith, Stef- fen, Steinegger, Steinemann, Stucky, Suter, Theubet, Tschup- pert Karl, Vetterli, Wanner, Wick, Wittenwiler, Wyss, Zisyadis, Zölch, Züger, Zwahlen, Zwygart (142)
Folgende Ratsmitglieder legen das Gelübde ab: Les membres du conseil suivants font la promesse:
Aguet, Bär, Baumann, Bäumlin, Béguelin, Bircher Silvio, Bi- schof, Bodenmann, Borradori, Brunner Christiane, Bühlmann, Camponovo, Carobbio, Danuser, de Dardel, Diener, Duvoisin, Fankhauser, von Felten, Gardiol, Goll, Gonseth, Grendel- meier, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller, Hämmerle, Herczog, Hollenstein, Hubacher, Jeanprêtre, Le- dergerber, Leemann, Leuenberger Ernst, Leuenberger Moritz, Mamie, Matthey, Mauch Ursula, Misteli, Rechsteiner, Robert, Ruffy, Schmid Peter, Schmied Walter, Sieber, Spielmann, Stamm Luzi, Steiger, Strahm Rudolf, Thür, Tschäppät Alexan- der, Tschopp, Vollmer, Weder Hansjürg, Wiederkehr, Ziegler Jean (57)
Das folgende Ratsmitglied ist abwesend - Est absent: Schnider (1)
Poly-Brass-Bläserquintett, Bern
Georg Friedrich Händel
Suite aus der «Wassermusik»
Hubacher, Alterspräsident: Ich danke in Ihrem Namen dem Poly-Brass-Quintett für seine musikalischen Einlagen. (Beifall)
Wahl des Präsidenten des Nationalrates 1991/1992 Election du Président du Conseil national 1991/1992
Hubacher, Alterspräsident: Als Nationalratspräsidenten schlagen Ihnen die Fraktionen den gegenwärtigen Vizepräsi- denten, Herrn Hans-Rudolf Nebiker, vor.
Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin Ausgeteilte Wahlzettel - Bulletins délivrés eingelangt - rentrés
198
198
leer - blancs 19
ungültig -nuls
3
gültig - valables 176
absolutes Mehr - Majorité absolue
89
Es wird gewählt - Est élu Herr Hans-Rudolf Nebiker mit 136 Stimmen
Ferner haben Stimmen erhalten - Ont en outre obtenu des voix Verschiedene - Divers 40
Hubacher, Alterspräsident: Herr Nebiker, ich gratuliere Ihnen im Namen des Rates zu Ihrer Wahl und bitte Sie, mich von die- sem schwierigen Amt abzulösen. (Beifall)
Herr Nebiker übernimmt den Vorsitz M. Nebiker prend la présidence
Präsident: Ich danke Ihnen für das Vertrauen, das Sie mir mit dieser Wahl entgegengebracht haben. Ich werde alles daran- setzen, dieses auch zu rechtfertigen.
Vorgängig möchte ich noch die ausländischen Parlamentarier begrüssen, Parlamentarier aus der Tschechoslowakei, die in
der Schweiz ein Seminar über Demokratie, Föderalismus und Parlamentarismus absolvieren. Sie verfolgen unsere Wahlen und Debatten, allerdings im Käfigturm, im Informationsraum. Ich möchte ganz besonders dem jüngsten Alterspräsidenten seit 1848, Herrn Helmut Hubacher, für seine Ansprache dan- ken. Es ist bemerkenswert, dass ausgerechnet Du, Helmut, aus dem Halbkanton Basel-Stadt, die Legislaturperiode eröff- net hast und dass der andere Halbkanton, Basel-Landschaft, den ersten Nationalratspräsidenten der neuen Legislaturperi- ode stellen darf.
Unsere gemeinsame Herkunft aus der Nordwestschweiz dürfte ein deutliches Zeichen dafür sein, dass es langsam an der Zeit wäre, dass unsere beiden Halbkantone die volle Mün- digkeit erhalten, wenn sie schon in der Lage sind, gleichzeitig je einen ganzen Präsidenten zu stellen!
Ich danke Dir im Namen des Parlamentes für Deine Worte. Wir stimmen mit Dir darin überein, dass das Parlament nicht zum Randereignis der Politik werden darf. Es wird sich nun aber auch zeigen müssen, ob sich die Parlamentsreform, die Du als Präsident der vorberatenden Kommission wesentlich mitge- prägt hast, bewähren wird.
Ganz herzlich danken möchte ich in dieser Stunde auch mei- nem Amtsvorgänger Ueli Bremi. Ich möchte ihn, seine Gattin und seine Tochter auf der Tribüne herzlich begrüssen. Es war ein Glücksfall, Ueli Bremi, dass ausgerechnet Du im Jubilä- umsjahr der Eidgenossenschaft Parlamentspräsident warst. Du hast als echter Freisinniger und Liberaler gehandelt und entschieden. Du hast in Deinen zahlreichen Reden vieles kriti- siert, aber nie destruktiv, sondern immer aufbauend. Du hast unsere Vergangenheit nüchtern beurteilt. Du hast aber Deinen Stolz, Schweizer zu sein, nie verhehlt. Du hast damit auch das Selbstbewusstsein unserer Bevölkerung gestärkt. Du hast in einer unverkrampften Art den Schweizerinnen und Schwei- zern gezeigt, dass wir uns nicht isolieren dürfen, dass wir uns hin zu Europa öffnen sollen. Du hast damit zweifellos das Feld für die kommenden Beratungen und Entscheidungen über die Integration in Europa bestmöglich vorbereitet. Du hast be- wusst auch das Verständnis in Europa für die Schweiz geför- dert. Du hieltest mit allen Parlamentspräsidenten der europäi- schen Länder engen Kontakt. Kontakte, die intensiviert und weiter gepflegt werden müssen. Danke für alles, und alles Gute für Dich und Deine Familie!
Lassen Sie mich zur Eröffnung dieser neuen Legislaturperiode einen Politiker zitieren, der nicht nur bis vor einer Viertelstunde der bisher einzige Baselbieter Nationalratspräsident gewesen war, sondern auch Aussagen von bleibendem Wert gemacht hatte. Ich spreche vom Baselbieter Emil Frey, Nationalratsprä- sident in der 10. Legislaturperiode, im Jahre 1876, und später Bundesrat von 1891 bis 1897. Von Emil Frey ist folgendes Zitat aus einer Präsidialrede vor dem Nationalrat überliefert: «Si- cher ist, dass die absolute Wirtschaftsfreiheit erst den mächti- gen Aufschwung von Industrie, Handel und Technik ermög- lichte. Aber die schrankenlose Freiheit hat auch zu gewaltigen wirtschaftlichen Gegensätzen geführt. Das bisherige System bedeutete doch nichts anderes als Krieg aller gegen alle. Es müssen wieder ethische Grundsätze zur Geltung kommen. Die Passivität des Staates hat wirtschaftliche Uebelstände er- möglicht, deren Gewicht auf allen Volksklassen lastet. »
Emil Frey war ein freisinniger Politiker. Er hat dies kurz nach der im zweiten Anlauf angenommenen Totalrevision der Bun- desverfassung von 1874 gesagt. Ihm ging es bei seinen sozial- politischen Anliegen nicht um Klassenkampf und Revolution. Ihm ging es um menschliche Kultur und Humanität. Der sozi- ale Ausgleich war für ihn auch eine unabdingbare Vorausset- zung für einen demokratischen Staat.
Die Rede des seinerzeitigen Nationalratspräsidenten Emil Frey wurde zu Beginn einer wichtigen politischen Periode der Schweiz gehalten. In jener Zeit verstärkte sich nämlich das so- ziale Gewissen des liberalen Staates. Die Rede stand am An- fang der entscheidenden Entwicklung in Richtung Wohlfahrts- staat.
Auch heute stehen wir wieder an einem wichtigen Anfang: am Anfang des Weges der Schweiz zur europäischen Integration. Das ist ja gerade das Faszinierende an der Politik, dass man immer wieder an einem Anfang steht. Langsam lässt sich das
Elections
2070
N
25 novembre 1991
Ziel des Weges zu Europa erkennen oder erhoffen. Wir stellen uns ein einiges, friedliches Europa aller Länder vor, ein Eu- ropa, das föderalistisch aufgebaut sein wird. Ein Europa, in dem die historisch gewachsenen und gefestigten Gliedstaa- ten möglichst viel an Selbständigkeit und Eigenarten bewah- ren können. Ein Europa, in dem den zentralen und gemeinsa- men Strukturen nur das übertragen wird, was für die gemein- same Entwicklung und Zusammenarbeit der Staaten unterein- ander unbedingt notwendig ist. Kurz: ein Europa, in das sich auch unser Land, gleichberechtigt mit allen anderen europäi- schen Staaten, einfügen kann.
Zu diesem Europa, das von der Europäischen Gemeinschaft entscheidend mitgeprägt wird, gehört auch die Schweiz. Den Weg dazu müssen wir noch finden.
Wir sind uns noch nicht einig, ob dieser direkt über die EG führt oder ob wir über die verschlungenen Pfade eines EWR-Vertra- ges eher ans Ziel kommen oder, schliesslich, ob wir auf einem einsamen Wanderweg im Alleingang zum zukünftigen Europa gelangen sollen. Alle Wege haben ihre Vorteile, aber auch Ge- fahren und Ungewissheiten. Wir müssen entscheiden. Wir als Parlament müssen so vorentscheiden, dass sich die Stimm- bürger von unseren Argumenten überzeugen lassen und uns folgen können. Gerade diese Aufgabe, dieser wichtige politi- sche Anfang, braucht eine sehr sorgfältige, intensive parla- mentarische Arbeit.
Für den direkten Weg zur EG, der steil und anstrengend ist, dürfte uns die nötige Kraft fehlen. Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung wird einem solchen Weg nicht zustimmen, auch wenn Meinungsumfragen anderes zu besagen scheinen. Der Weg durch den Dschungel des EWR-Vertrages, den uns der Bundesrat vorschlägt, wird auch mühsam sein. Es wird darauf ankommen, sich nicht im Unterholz der vielen Gesetzesbe- stimmungen zu verlieren, nicht im Kreis herumzuirren und nicht blindlings gegen Bäume schweizerischer Dogmen zu rennen. Wir sollten nicht nur die Schwierigkeiten sehen und über jede Wurzel stolpern, sondern auch stets das Ziel der Be- mühungen, die Integration und die Zusammenarbeit der Schweiz mit Europa, im Auge behalten und dann nüchtern, ohne Vorurteil, entscheiden.
Der dritte Weg schliesslich, man nennt ihn den Alleingang, steht uns ebenfalls offen. Auch dieser Weg könnte ans Ziel füh- ren. Er ist gewiss nicht der einfachste Weg. Es handelt sich vielmehr um einen Bergpfad mit Entbehrungen und Anstren- gungen, auch mit Gefahren. Er könnte sogar, statt ans Ziel, in die Sackgasse einer Isolation führen.
Auf uns Parlamentarier warten also grosse Aufgaben. Ich hoffe, dass wir im Interesse unseres Landes kluge Entschei- dungen fällen werden. Dazu gehört nicht nur das Vertreten der eigenen Ueberzeugungen, sondern auch das Aufeinanderhö- ren, das Abwägen und die Bereitschaft, sich von besseren Ar- gumenten überzeugen zu lassen.
Ich glaube, dass die Parlamentsreform mithelfen wird, die ge- setzgeberischen Aufgaben effizient, kompetent und überzeu- gend zu erledigen. Das wegen der Entschädigungen der Par- lamentarier ergriffene Referendum soll uns nicht daran hin- dern, gute Arbeit zu leisten. Es gibt eine Menge zu tun, nicht nur im Zusammenhang mit dem EWR-Vertrag. Ich denke auch an die anderen dringenden Vorhaben, wie die Bundesfinanz- reform, das Sparen, die entscheidenden und dringenden landwirtschaftlichen Vorlagen - auch hier stehen wir vor einem Anfang -, die AHV-Revision und die Revision des Krankenver- sicherungsgesetzes. Gefordert sind wir auch mit der Sicher- heitspolitik, mit der Armeereform.
Wir stehen als Parlament vor einer Vielzahl von faszinierenden Aufgaben. Packen wir sie an! Ich weiss, dass ich auf Ihre Mitar- beit zählen kann, und danke Ihnen dafür schon im voraus be- stens. (Beifall)
Wahl des Vizepräsidenten des Nationalrates 1991/1992 Election du vice-président du Conseil national 1991/1992
Präsident: Die Fraktionen schlagen Ihnen Herrn Paul Schmid- halter vor.
Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin
Ausgeteilte Wahlzettel - Bulletins délivrés 194
eingelangt -rentrés 191
leer - blancs 10
ungültig - nuls 1
gültig - valables 180
absolutes Mehr - Majorité absolue
91
Es wird gewählt - Est élu Herr Paul Schmidhalter mit 114 Stimmen
Ferner haben Stimmen erhalten - Ont en outre obtenu des voix M. Vital Darbellay 19
Frau Judith Stamm 17
Verschiedene - Divers 30
Präsident: Ich gratuliere Herrn Paul Schmidhalter zu seiner glanzvollen Wahl und bitte ihn, auf dem Sessel des Vizepräsi- denten Platz zu nehmen. (Beifall)
Wahl der Stimmenzähler - Election des scrutateurs
Präsident: Die Wahlvorschläge der Fraktionen sind Ihnen ausgeteilt worden. Die ersten vier Namen auf der Liste betref- fen die Stimmenzähler, die vier weiteren Namen die Ersatz- stimmenzähler.
Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin
Ausgeteilte Wahlzettel - Bulletins délivrés
175
eingelangt-rentrés 175
leer - blancs 0
ungültig -nuls 0
gültig - valables
175
absolutes Mehr - Majorité absolue
88
Es werden gewählt - Sont élus
Herr Ulrich Blatter mit 168 Stimmen
M. François Borel mit 156 Stimmen
Herr Hans-Rudolf Früh mit 170 Stimmen
Herr Otto Hess
mit 165 Stimmen
Ferner haben Stimmen erhalten - Ont en outre obtenu des voix Verschiedene - Divers 11
Wahl der Ersatzstimmenzähler Election des scrutateurs suppléants
Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin
Ausgeteilte Wahlzettel - Bulletins délivrés
175
eingelangt - rentrés 175
leer - blancs 0
ungültig - nuls 0
gültig - valables 175
absolutes Mehr - Majorité absolue
88
Es werden gewählt - Sont élus
M. Fulvio Caccia
mit 170 Stimmen
Herr Theo Meyer mit 157 Stimmen
M. André Perey mit 167 Stimmen
Herr Peter Schmid
mit 143 Stimmen
Ferner haben Stimmen erhalten - Ont en outre obtenu des voix Verschiedene - Divers 11
Präsident: Ich gratuliere den Stimmenzählern und Ersatzstim- menzählern zu ihrer Wahl und wünsche ihnen eine erfolgrei- che Tätigkeit. (Beifall)
SBB. Voranschlag 1992
2071
Ordnungsantrag Dreher - Motion d'ordre Dreher
Dreher: Gemäss Artikel 49 des geltenden Geschäftsregle- mentes des Nationalrates tragen die Mitglieder im Rat eine «schickliche Kleidung». In Ziffer 21.6 des Ihnen allen zugestell- ten Vademecums wird die schickliche Kleidung unmissver- ständlich so interpretiert, dass Herren Anzug, Krawatte oder Fliege - en français cravate ou papillon - zu tragen haben, um den Bekleidungsvorschriften zu genügen.
Ich stelle fest, dass einige Ratsmitglieder - die Herren Gross Andreas, Rechsteiner, Steiger und Zisyadis - der Meinung sind, diese Regeln gälten für sie nicht.
Ich stelle daher - auch im Namen der einstimmigen Fraktion der Auto-Partei - zuhanden des hierfür zuständigen Büros den Antrag, darüber nachzudenken, wie es diese Bekleidungsvor- schriften in Zukunft durchsetzen möchte.
Meine Herren - um die Damen handelt es sich hier ausnahms- weise einmal nicht -: Wir bemühen uns alle, in einem Aufzug zu erscheinen, mit welchem wir den Respekt vor der Institution dieses Hauses bezeugen. Ich glaube, wir sollten einmal. ein Exempel statuieren, damit hier nicht das «Tenü Berghütte» ein- reisst.
Präsident: Das Büro wird nachdenken. (Heiterkeit) Damit ist der Ordnungsantrag erledigt.
Ad 90.063
PTT. Voranschlag 1991. Nachtrag II PTT. Budget 1991. Supplément II
Botschaft und Beschlussentwurf vom 23. Oktober 1991 Message et projet d'arrêté du 23 octobre 1991
Bezug bei der Generaldirektion PTT, Viktoriastrasse 21, 3030 Bern S'obtiennent auprès de la Direction générale des PTT, Viktoriastrasse 21, 3030 Berne Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art. 68 RCN
Züger, Berichterstatter: Der Bundesrat unterbreitet uns mit dem Nachtrag II zum Finanzvoranschlag 1991 der PTT- Betriebe Kreditbegehren im Umfang von 191,9 Millionen Fran- ken. Davon entfallen 101,4 Millionen Franken auf die Erfolgs- rechnung und 90,5 Millionen Franken auf die Investitionen. Sämtliche Kredite werden durch Einsparungen in anderen Ru- briken kompensiert. Für die Aufteilung der Kreditbegehren verweise ich Sie auf die Botschaft.
Zusammengefasst könnte man sagen: Bei der Erfolgsrech- nung wirken sich die höhere Teuerung und die internationale Fernmeldeabrechnung aus, bei den Investitionen ist es zum grössten Teil der Ausbau von Telefoneinrichtungen im Fern- meldebereich.
Wie bereits mit dem ersten Nachtragskreditbegehren ange- kündigt, wird der mit dem Voranschlag 1991 budgetierte Unter- nehmensgewinn von 55 Millionen Franken nicht erreicht wer- den. Die PTT-Betriebe haben daher unternehmerische Mass- nahmen ergriffen, um die namhaften, zum Teil extern beding- ten Kostensteigerungen durch Kompensation auf der Ausga- ben- und Einnahmenseite aufzufangen. Im Vordergrund ste- hen dabei der Verzicht auf zusätzliche Abschreibungen in der Höhe von 160 Millionen Franken sowie Einsparungen im Be- reich Leistungen Dritter und im weiteren beim Fremdaufwand. Trotz dieser Massnahmen muss wegen der stark rückläufigen Nachfrageentwicklung im Postbereich und der zu gering ein- geschätzten Teuerung mit einem Unternehmensverlust in der Grössenordnung von 300 Millionen Franken gerechnet wer- den.
Die Finanzkommission beantragt Ihnen einstimmig, den Nachtrag Il zum Finanzvoranschlag 1991 der PTT-Betriebe zu genehmigen.
M. Frey Claude, rapporteur: Le budget initial des PTT pré- voyait, pour 1991, un bénéfice d'entreprise de 55 millions de francs. Ce petit bénéfice budgétaire devenait déficit, dès l'adoption du premier supplément qui s'élevait à 204 millions de francs de crédits de fonctionnement, et à 15,7 millions pour les crédits d'investissements.
Aujourd'hui, nous vous proposons d'adopter un supplément de quelque 192 millions de francs. Le déficit prévisible des comptes sera de quelque 300 millions de francs. L'essentiel des crédits qui vous sont demandés aujourd'hui porte sur une réadaptation des traitements et salaires, dont l'inflation avait été sous-estimée, porte aussi sur des dépenses des charges énergétiques supplémentaires pour quelque 10 millions et pour des transformations et démolitions pour 8 millions de francs. Quant aux crédits d'investissements, ils seront essen- tiellement destinés aux lignes d'abonnés du téléphone et aux équipements de téléphonie.
A l'unanimité, la Commission des finances vous propose d'ap- prouver ce supplément Il au budget des PTT pour 1991.
Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1-3 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre et préambule, art. 1-3 Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 103 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
91.055
SBB. Voranschlag 1992 CFF. Budget 1992
Botschaft und Beschlussentwurf vom 23. Oktober 1991 (BBI IV 641) Message et projet d'arrêté du 23 octobre 1991 (FF IV 625)
Voranschlag 1992 und Mittelfristplan 1993-1997 der SBB vom 18. September 1991 Budget 1992 et plan à moyen terme 1993-1997 des CFF du 18 septembre 1991
Bezug bei der Generaldirektion SBB, Hochschulstrasse 6, 3030 Bern S'obtiennent auprès de la Direction générale des CFF, Hochschulstrasse 6, 3030 Berne Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN
Zwygart, Berichterstatter: Es ist der Schwanengesang des Präsidenten der Verkehrskommission zu diesem Geschäft. Künftig werden die Geschäftsprüfungs- und die Finanzkom- mission über den Voranschlag der SBB zu sprechen haben. Die Verkehrskommission des Nationalrates hat am 5. Novem- ber den Voranschlag der SBB für das Jahr 1992 eingehend ge- prüft. An der Sitzung nahmen auch Bundesrat Ogi als Vorste- her des EVED und der Präsident der Generaldirektion der SBB, Herr Hans Eisenring, teil.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Wahlprüfung und Vereidigung Vérification des pouvoirs et prestation de serment
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1991
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
01
Séance Seduta
Geschäftsnummer 91.068
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 25.11.1991 - 14:30
Date
Data
Seite
2066-2071
Page
Pagina
Ref. No
20 020 645
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.