Délai d'interdiction de revente des immeubles non agricoles 2104
N 26 novembre 1991
Zweite Sitzung - Deuxième séance
Dienstag, 26. November 1991, Vormittag Mardi 26 novembre 1991, matin
08.00 h
Vorsitz - Présidence: Herr Nebiker
Präsident: Zuerst möchte ich Herrn Max Binder herzlich gratu- lieren. Er hat heute Geburtstag. (Beifall)
91.058
Sperrfrist für die Veräusserung nichtlandwirtschaftlicher Grundstücke. Aenderung Délai d'interdiction de revente des immeubles non agricoles. Modification
Botschaft und Beschlussentwurf vom 30. September 1991 (BBI IV 449) Message et projet d'arrêté du 30 septembre 1991 (FF IV 437)
Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie Ill, art. 68 RCN
Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière
Engler, Berichterstatter: Die Kommission beantragt Ihnen, auf die Botschaft des Bundesrates einzutreten. Die Kommissions- mehrheit empfiehlt, den Bundesbeschluss über die Sperrfrist zu ändern und nicht, wie das die Minderheit Gros Jean-Michel möchte, diesen gänzlich aufzuheben.
Ich möchte zum Eintreten Stellung nehmen und gleichzeitig mit meinem Eintretensvotum die Stellungnahme der Kommis- sionsmehrheit zum Antrag der Kommissionsminderheit Gros Jean-Michel auf Aufhebung des Beschlusses begründen.
In der Kommission haben die Mehrheit und die Minderheit die gleichen Argumente vorgebracht und verwendet. Mehrheit und Minderheit haben aber aus den Argumenten unterschied- liche Folgerungen gezogen. Unbestritten ist, dass sich die Si- tuation seit dem Erlass des dringlichen Bundesbeschlusses 1989 erheblich, ja man kann sagen drastisch verändert hat. Der Bodenmarkt hat sich nicht nur beruhigt, der Bodenmarkt ist an gewissen Orten - vor allem in der Westschweiz - in sich zusammengebrochen. Die Auswüchse der früheren Spekula- tionen werden spürbar, und Kaskadenverkäufe mit regelmäs- sigen und kurzfristigen Gewinnmitnahmen sind nicht mehr möglich. Dementsprechend hat der Bundesbeschluss effektiv einen Grossteil seiner Bedeutung verloren. Die Minderheit schliesst nun daraus, dass der Bundesbeschluss aufgehoben werden könne. Die Mehrheit vertritt die Auffassung, dass eine Zeit nicht alle Zeit ist und dass sich in Zukunft die Situation auf dem Bodenmarkt wieder verändern kann.
Effektiv lässt sich an gewissen Orten bereits heute feststellen, dass sich Liegenschaftshändler wieder mit Grundstücken auf tieferem Preisniveau eindecken. Bei einer veränderten Wirt- schaftslage oder bei einem Rückgang der Zinsen könnte es erneut zum Aufflackern des Feuers der Spekulation kommen. Gerade die Erfahrungen mit dem zu ändernden Bundesbe- schluss zeigen aber, dass eine der grossen Gefahren darin besteht, dass das Parlament zu spät kommt. Wir haben die er- schreckende Erfahrung machen müssen, dass das letztma- lige Zuspätkommen unsere Volkswirtschaft Milliarden geko- stet hat.
Die Kommissionsminderheit bringt zudem vor, die Vorausset- zungen für die Dringlichkeit seien heute nicht mehr erfüllt. Das Vertrauen der Bevölkerung in das Dringlichkeitsrecht sei sehr gering und die Voraussetzungen dafür bestünden nicht mehr. Demgegenüber ist festzuhalten: Es ist klar, dass der dringliche Bundesbeschluss bis Ende 1994 befristet ist. Eine vorzeitige Aufhebung hätte damit höchstens psychologische Wirkun- gen, wäre aber juristisch gesehen nicht notwendig.
Die Frage, ob man mit der Aufhebung dieses dringlichen Bun- desbeschlusses ein psychologisches Zeichen setzen will oder nicht, hat sich auch die Mehrheit gestellt. Wir haben festge- stellt, dass dies ein Zeichen in der falschen Richtung wäre. Volkswirtschaftlich würde sich nichts ändern: Die Zinsen blie- ben hoch, der Markt bliebe nach wie vor ein Käufermarkt, und durch die Aufhebung der Sperrfrist würden noch mehr Liegen- schaften zum Verkauf angeboten, was sich eher negativ auf die Preise auswirken würde.
Die Kommissionsmehrheit erachtet es nicht als gravierend, wenn man vom Grundsatz ausgeht, dass ein Käufer von Grundstücken, von Liegenschaften grundsätzlich, wenn er Gewinne machen will, eine Liegenschaft drei Jahre lang behal- ten muss. Ohne Gewinn kann er sie auch während dieser drei Jahre veräussern, ebenso in Ausnahmefällen. Das Prinzip, dass man nicht kauft, um die Liegenschaft mit Gewinn sehr kurzfristig wieder zu veräussern, scheint der Kommissions- mehrheit kein so übles Prinzip zu sein.
Zudem ist die Mehrheit der Meinung, dass man politisch nicht von einem Extrem ins andere verfallen darf. Kontinuität und Rechtssicherheit sind sehr wichtige Prinzipien, und es steht dem Parlament schlecht an, innert zweier Jahre die Meinung vollkommen zu ändern.
Es kommt hinzu, dass die dreijährige Frist kurz vor dem Ablau- fen steht und damit die grössten Härten dahinfallen. Die Härte nämlich, welche jene betraf, die nicht mit dem Bundesbe- schluss rechneten, dann aber nicht mehr veräussern konnten. Ferner - und das schien der Mehrheit der Kommission von entscheidender Bedeutung - werden gegenwärtig auf Antrag von Herrn Scheidegger die Wirkungen analysiert. Die Mehr- heit möchte diese Analyse sehen, aber diese Analyse bedarf noch etwas Zeit.
Zudem plant der Bundesrat ein Anschlussprogramm. Dieses ist in Ausarbeitung, und man sollte sich nicht Möglichkeiten verbauen, welche vielleicht Notwendigkeiten für ein An- schlussprogramm werden. Vorgesehen wäre eine Ablösung der Sperrfrist durch fiskalische Massnahmen. Wie wahrschein- lich aber solche fiskalischen Massnahmen sind, wissen wir nur zu gut. Während bei einer Reduktion der Sperrfrist eine Verlän- gerung des Bundesbeschlusses noch möglich und politischer Spielraum übrigbleibt, wäre eine Aufhebung des Beschlusses ein klares Zeichen, dass man kein Anschlussprogramm mehr haben will. Politisch wäre es aber nicht möglich, einen solchen Bundesbeschluss in zwei, drei oder fünf Jahren wieder in Kraft zu setzen.
Wir sind überzeugt, dass die Hoffnungen vieler enttäuscht würden, wenn wir jetzt ein psychologisches Zeichen setzen, aber die Wirtschaftslage sich danach nicht ändert. Hoffnungen von Bürgern lassen sich aber nicht leicht und unbestraft ent- täuschen, wir sollten deshalb unseren politischen Handlungs- spielraum behalten und keinen Zickzackkurs fahren, wie wir das in den letzten Jahren vielleicht viel zu oft getan haben.
Aus all diesen Gründen beantrage ich Ihnen namens der Kom- mission, auf den Bundesbeschluss einzutreten. Die Mehrheit möchte den Bundesbeschluss ändern und diesen nicht gänz- lich aufheben, wie von der Kommissionsminderheit Gros Jean-Michel beantragt.
M. Etique, rapporteur: Le Conseil fédéral, par le présent mes- sage, vous propose de modifier l'arrêté fédéral urgent concer- nant un délai d'interdiction de revente des immeubles non agricoles, assorti de l'obligation de publier les transferts. Cet arrêté, qui fait l'objet de nos délibérations d'aujourd'hui, avait été pris le 6 octobre 1989, en compagnie de deux autres: pre- mièrement, l'arrêté fédéral urgent concernant la charge maxi- male, c'est-à-dire le minimum de fonds propres à engager par les acquisiteurs et les promoteurs immobiliers et, deuxième-
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ment, l'arrêté fédéral urgent concernant les dispositions en matière de placement pour des fonds de prévoyance. Ce droit urgent avait été pris dans une situation particulière sur le mar- ché foncier, caractérisée par une détérioration marquée et par une inadéquation entre l'offre et la demande, par la multiplica- tion des ventes en cascade, qui provoquait de fortes hausses des prix sur le marché foncier, et par une pénurie de loge- ments, notamment de logements à des prix abordables et, plus particulièrement, dans certaines régions du pays. Dans l'esprit du Conseil fédéral, ce droit urgent devait nous préparer à des mesures à moyen et long terme en vue d'orienter de ma- nière globale l'offre et la demande sur le marché foncier et immobilier; c'était l'«Anschlussprogramm», dont M. Koller, conseiller fédéral, va certainement nous parler dans son inter- vention.
Depuis 1989, la situation a heureusement ou malheureuse- ment - selon le point de vue dans lequel on se place - été mo- difiée de façon très substantielle. Tout d'abord en raison des hausses successives du loyer de l'argent et, plus particulière- ment, des taux d'intérêts hypothécaires, qui ont eu un effet dis- suasif pour les investisseurs, les promoteurs et les construc- teurs immobiliers, par la baisse de la conjoncture nationale et internationale, et par une forte réduction de l'activité dans la construction de logements, notamment. Toutes ces causes ont provoqué une forte réduction des transactions immobiliè- res, de 60 pour cent, exprimée en valeur des transactions et de 40 pour cent, exprimée en nombre des transactions. C'est dire aussi que les prix des transactions foncières et immobilières ont, eux aussi, accusé une forte baisse. On peut donc consta- ter que la situation sur le marché immobilier et sur le marché foncier s'est sensiblement et considérablement calmée de- puis octobre 1989.
Quelle a été la part ou quel a été le rôle des arrêtés fédéraux ur- gents dans cette accalmie sur le marché foncier et immobilier? Il faut dire qu'au départ ces AFU ont eu un effet psychologique non négligeable, et cela au moment de leur entrée en vigueur. Par la suite, il faut reconnaître que leur rôle réel a été négligea- ble sur le phénomène général de la diminution des transac- tions, puisqu'on estime que ce sont les hausses des taux d'in- térêts qui sont à l'origine de cette baisse des transactions, à raison de 99 pour cent, les AFU n'ayant qu'un mérite de 1 pour cent dans cette opération. Par contre, les arrêtés fédéraux ur- gents ont eu - on l'a relevé - des effets pervers, faisant que, fi- nalement, on a pénalisé des gens qui n'avaient aucune inten- tion ou aucune volonté speculative. C'est la raison pour la- quelle le législateur a déjà pris un certain nombre de mesures concernant ce droit urgent. Nous avons abrogé l'arrêté fédéral C en matière de placements des institutions de pré- voyance, parce que nous nous sommes rendus compte, à l'époque, qu'il allait plutôt à sens contraire des objectifs re- cherchés.
Nous allons maintenant examiner le message du Conseil fédé- ral concernant la modification de l'arrêté A et, enfin, des pro- positions de modifications, voire d'abrogation, de l'arrêté B concernant la charge maximale. L'idée dans toute cette affaire est de ne plus solliciter des arrêtés fédéraux urgents lorsqu'ils n'ont plus leur raison d'être ou, à tout le moins, si on les main- tient, de les modifier pour les rendre plus compatibles avec les nouvelles conditions du marché foncier et immobilier.
Votre commission a examiné attentivement le message du Conseil fédéral, lequel est légitimé par trois interventions par- lementaires, acceptées sous forme de motions: la motion Spoerry qui demande que l'on élargisse le régime des excep- tions prévues aux articles 2 et 3, en introduisant le legs, l'avan- cement d'hoirie et la fusion comme exceptions, la motion de la commission du Conseil national, qui veut introduire les mê- mes exceptions avec, en plus, le partage successoral et sur- tout la motion de M. Ducret qui entend élargir, elle aussi, le ré- gime des exceptions - et c'est ce qui est nouveau par rapport aux deux précédentes motions - réduire le délai d'interdiction de cinq à trois ans.
La commission a eu l'occasion de forger son opinion, de conforter ses idées en entendant deux professionnels de ces arrêtés fédéraux urgents, MM. Kofmehl et Convers, respecti- vement conservateurs du Registre foncier de Soleure et de
Genève. Ces messieurs nous ont fait part de leurs expériences pratiques et techniques dans l'application de ce droit urgent Ils nous ont transmis leurs recommandations et nous ont confortés dans notre volonté d'amender l'AFU A dans le sens exprimé par les trois motionnaires, afin de rendre plus adéquat le droit à la réalité économique et d'éliminer des lacunes pou- vant causer des effets pervers.
Votre commission vous propose d'entrer en matière et, ce fai- sant, la majorité vous invite, par 18 voix contre 8 et une absten- tion, à rejeter la proposition d'abrogation Gros. Je précise que je ne fais pas partie de la majorité de la commission mais de la minorité. Toutefois, je vous fais part de l'opinion de la majorité de la commission qui estime que l'AFU doit être maintenu pour les trois raisons suivantes: premièrement, même si à l'époque les mesures sont entrées en vigueur tardivement - et on constatait qu'il y avait déjà d'autres éléments que les AFU qui allaient stabiliser le marché - il faut reconnaître que ces AFU n'ont eu aucun effet contre-productif, mais bien des effets pervers. Deuxièmement, une baisse des taux hypothécaires, peu probable en tout cas en l'état actuel du marché, pourrait raviver la spéculation. Enfin, l'actuelle spéculation à la baisse pourrait être suivie d'une nouvelle spéculation, à la hausse cette fois-ci, et, dans cette hypothèse, il faut, selon la majorité, maintenir un dispositif législatif capable d'intervenir immédia- tement.
Par ailleurs, la commission vous propose d'abaisser la durée d'interdiction de cinq à trois ans, d'élargir les exceptions pré- vues aux articles 2 et 3 et, enfin, d'harmoniser l'article 3 par rapport à l'article 2.
Bühler Simeon: Eine ganz klare Mehrheit der SVP-Fraktion ist für die Aufhebung dieses Bundesbeschlusses. Die Aufgabe dieses Bundesbeschlusses war es, die kurzfristige Spekula- tion, die sogenannten Kaskadenverkäufe, zu verhindern. Diese Aufgabe stellt sich zurzeit nicht mehr. Sie wissen alle, dass die Grundstückpreise zum Teil schon beträchtlich ge- sunken sind oder zumindest eine sinkende Tendenz aufwei- sen. Bei sinkenden Preisen - das ist absolut logisch - ist eine kurzfristige Spekulation nicht möglich. Wer heute ein Grund- stück kauft, um es innert weniger Monate wieder zu verkaufen, der muss bei sinkenden Preisen mit Verlusten rechnen, sicher nicht mit Gewinnen. Deshalb sind in der heutigen Situation auf dem Grundstückmarkt keine Kaskadenverkäufe zu befürch- ten.
Weil unsere Fraktion der Meinung ist, dass wir keine unnötigen und überflüssigen Gesetze schaffen sollten oder dass wir, wenn solche bestehen, den Mut aufbringen sollten, diese ab- zuschaffen, ist die Fraktionsmehrheit für die Aufhebung dieses Bundesbeschlusses. Eine Minderheit der SVP-Fraktion, zu der auch ich persönlich gehöre, teilt zwar diese Auffassung grund- sätzlich; wir sind jedoch der Meinung, dass Spekulation mit dem unvermehrbaren Gut Boden ein absolut verwerfliches Tun darstellt - es ist eine Frage der Moral. Solange 70 Prozent unserer Bevölkerung darauf warten, einmal ein Stück Land ihr eigen nennen zu können, darf es einfach nicht vorkommen, dass einige wenige mit diesem Gut Millionen von Franken ver- dienen, ohne dass sie auch nur einen Finger rühren. Weil wir nicht wissen, ob sich die jetzige Lage auf dem Grundstück- markt nicht ebenso rasch ändert, wie sie eingetreten ist, sind wir von der Fraktionsminderheit der Meinung, dass dieses In- strument beibehalten werden sollte, damit im Notfall sofort ein- gegriffen werden kann. Solange der Bundesbeschluss be- steht, kommt gar niemand in Versuchung, eine kurzfristige Spekulation zu beginnen.
Deshalb wird die Minderheit der SVP-Fraktion den Anträgen des Bundesrates und der Kommissionsmehrheit zustimmen. Falls die Aufhebung des Bundesbeschlusses abgelehnt wird, stimmt die ganze SVP-Fraktion den Anträgen der Kommis- sionsmehrheit und des Bundesrates zu.
Ruckstuhl: Die CVP-Fraktion ist für Eintreten auf diesen Bun- desbeschluss, in dem Sinne, dass sie ihn ändern, aber nicht aufheben will. Wir sind uns bewusst, dass sich seit der Einfüh- rung der Sperrfrist und der dringlichen Massnahmen bezüg- lich Bodenmarkt die Lage wesentlich verändert hat und dass
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im Bodenhandel zum Teil kaum mehr Bewegungen festzustel- len sind.
Der Bundesbeschluss hat zweifellos seine Wirkung gehabt - wenn er auch sehr spät gekommen ist. Wenn wir aber diesem Beschluss zusprechen wollen, dass er den ganzen Boden- markt lahmgelegt hat, dann werden wir ihn zweifellos überbe- werten. Er hat sein Ziel erreicht, aber er ist nicht an allem schuld, insbesondere nicht an der allzu starken Abkühlung des Liegenschaftenhandels. Da sind andere Faktoren, wie z. B. die hohen Zinsen, wesentlich mitbeteiligt. Wenn ich sage, der Beschluss sei spät gekommen, vielleicht zu spät, so müs- sen wir trotzdem sehen, dass er ganz klar eine positive Wir- kung erreicht hat
Andere Postulate, die wir in diesem Saal immerwiedervertreten haben - wie die breite Streuung des Grundeigentums, die ver- mehrte Nutzung von Grundeigentum durch die Eigentümer selbst, damit jemand zu einer eigenen Wohnung kommt -, sind durch diesen Beschluss zweifellos erreicht worden; und wir wollen diese Wirkung auch in Zukunft spüren können. Es ist klar, dass der Beschluss zum Teil überraschend gekom- men ist und dass er auch Härten ausgelöst hat bei denen, die ohne diesen Beschluss die Investitionen wieder hätten abstos- sen können. Mit einer Verkürzung der Sperrfrist bringen wir es fertig, dass wir eine Art «Leidenszeit» für diejenigen, die davon überrascht worden sind, abkürzen und damit die Härten mil- dern. Wir wollen aber keine Aufhebung, denn die Kaskaden- verkäufe sind zu jedem Zeitpunkt unerwünscht. Was Herr Büh- ler Simeon gesagt hat, kann ich nur unterstützen: Wir müssen in diesem Bereich mehr tun, damit das Grundeigentum breiter gestreut wird und die Eigentümer ihre erworbenen Grund- stücke und Liegenschaften selbst nutzen können.
Wir sind der Meinung, dass wir nicht nur eine Verkürzung der Sperrfrist, sondern auch eine Schliessung der Lücken dieses Erlasses anstreben müssen. Wir sind deshalb gegen die Auf- hebung, für die Verkürzung der Sperrfrist, gegen eine Zick- zackpolitik, weil wir dadurch zwei Jahre lang nichts hätten und dann mit einem Anschlussprogramm folgen würden.
In diesem Sinne sind wir für Eintreten und für die Anträge der Kommissionsmehrheit.
M. Ducret: Avec une importante minorité du groupe démo- crate-chrétien, je vous invite à entrer en matière sur la proposi- tion qui nous est soumise et à voter l'abrogation de l'arrêté fé- déral sur la revente des immeubles.
Lorsqu'en automne 1989 les Chambres fédérales eurent à se prononcer sur les trois projets d'arrêtés fédéraux urgents du Conseil fédéral en matière immobilière, nombreux furent les députés qui critiquèrent tant le moment choisi que les moyens proposés. Il est vrai qu'à l'époque déjà l'augmentation des taux hypothécaires faisait sentir ses premiers effets et que l'on pouvait légitimement se demander s'il était utile et opportun d'ajouter aux difficultés naissantes une législation contrai- gnante et fondée exclusivement sur des abus, aussi condam- nables soient-ils. Au surplus, plusieurs d'entre nous auraient préféré, s'agissant de l'introduction dans le droit positif d'un délai d'interdiction de revente, que l'on se contente d'un court délai, un ou deux ans, avec un minimum d'exceptions, voire sans exceptions, plutôt que d'un délai de cinq ans, avec de nombreuses exceptions dont on pressentait déjà qu'elles se- raient néanmoins incomplètes, parfois injustes, et surtout de nature à engendrer des effets induits et pervers.
Malgré ces critiques, il est important de rappeler à nos détrac- teurs d'hier et d'aujourd'hui que la volonté du Conseil fédéral de mettre un terme aux pratiques immobilières spéculatives qui sévissaient dans l'ensemble du pays fut approuvée par une très large majorité des parlementaires, l'arrêté en ques- tion étant accepté par 142 voix contre 19 par notre conseil, le second arrêté, qui se rapporte aux charges hypothécaires maximales, l'étant par 156 voix contre 14.
Aujourd'hui, comme l'ont indiqué les rapporteurs, la situation du marché immobilier n'a pas seulement évolué, elle s'est fon- damentalement renversée, au point que, dans la plupart des cantons, particulièrement dans l'ouest de notre pays, il est per- mis de dire que dans certains secteurs, celui des villas notam- ment, il n'existe plus de marché du tout Le marasme est total
et dramatique, les entreprises de construction débauchent, les faillites se multiplient, les banques rencontrent des diffi- cultés majeures dans le recouvrement de leurs créances hy- pothécaires, les finances des collectivités publiques sont el- les-mêmes douloureusement victimes d'une réduction nota- ble des transactions immobilières qui leur procuraient des re- cettes fiscales importantes. Et pourtant, dans le même temps et paradoxalement, la crise du logement continue à sévir dou- loureusement pour bon nombre d'habitants de ce pays, au point que le Conseil fédéral a dû annoncer, le mois dernier, un train de mesures à moyen et à long terme qui devraient contri- buer, selon lui, à enrayer la pénurie.
Dès lors, faut-il vraiment maintenir en vigueur des arrêtés dont tous les spécialistes, à commencer par les fonctionnaires can- tonaux chargés de leur application, s'accordent à dire qu'ils n'ont plus aucun effet antispéculatif, sinon celui d'empêcher, dans certains cas, des propriétaires souvent modestes de ten- ter de revendre leur bien en s'efforçant de ne pas perdre ce qui constitue souvent leur seul capital d'épargne. On doit savoir, en effet, que la teneur actuelle des dispositions de l'arrêté oblige le vendeur à consentir parfois des pertes importantes s'il entend revendre dans le délai de cinq ans, puisqu'il ne peut pas prendre en considération la totalité des intérêts hypo- thécaires payés dans le calcul du coût de production admis- sible.
Aux raisons objectives fondées sur le constat que les causes de cette législation ont disparu s'ajoutent d'autres raisons, plus subjectives, qui militent, elles aussi, en faveur de l'abro- gation de ces arrêtés. Tout d'abord, cette dernière aurait le mérite de montrer à tous ceux qui sont confrontés parfois dure- ment aux réalités d'une récession dévastatrice que les autori- tés fédérales en sont conscientes et qu'elles savent en temps utile prendre les mesures qui s'imposent Ensuite, elle renfor- cerait la crédibilité des discours qui entourent toute présenta- tion d'un arrêté fédéral urgent, car celui-ci suppose, selon no- tre droit constitutionnel, qu'il soit maintenu tant et aussi long- temps qu'un péril existe, et qu'il n'y a pas d'autre moyen d'y parer, mais pas plus. L'urgence doit être temporelle et non pas matérielle, c'est-à-dire qu'elle ne peut reposer exclusivement sur l'importance attachée à la loi elle-même.
A cet égard, il faut une nouvelle fois attirer l'attention du Con- seil fédéral sur le danger à légiférer de manière trop systéma- tique par ce moyen de droit extraordinaire, surtout si l'on ne s'impose pas une rigueur extrême dans l'admission des conditions de son application. Contrairement à ce que d'au- cuns prétendent ou prétendront tout à l'heure, la sécurité du droit est à ce prix. A défaut, je crains qu'à l'avenir le Parlement se montre encore plus méfiant et restrictif qu'il ne l'a jamais été vis-à-vis de ce type de législation, à l'instar de la position qu'il a adoptée lors du débat de décembre 1990 à propos des taux hypothécaires.
En conclusion et avec le Conseil fédéral, j'affirme que les cau- ses qui ont nécessité et justifié l'adoption d'un arrêté fédéral urgent ont disparu. Dès lors, il ne peut être question d'en ap- peler à la continuité du droit pour le seul respect du principe, et la simple logique implique son abrogation dans les délais les plus brefs.
Scheidegger: Die FDP-Fraktion ist für Eintreten und möchte festhalten, dass der Bundesrat die Vorstosse Spoerry und Ducret gut antizipiert hat. Dies genügt der FDP-Fraktion aber keineswegs. Namens der einstimmigen Fraktion bitte ich Sie, der Minderheit Gros Jean-Michel - der Antrag wurde von Herrn Zwingli in die Kommission eingebracht - zuzustimmen. Die FDP-Fraktion ist erstaunt, dass der Bundesrat die Be- schlüsse A und B nicht selbst aufgehoben hat. Die Vorlage, wie sie 1989 den Räten präsentiert wurde, fand damals posi- tive Aufnahme, auch in der FDP-Fraktion. Allerdings wurden die Beschlüsse zu den überschiessenden Bodenpreisen im- mer unter Vorbehalt der aktuellen Situation getroffen. Bei ver- änderter Lage wollte man darauf zurückkommen, respektive man hoffte, dass der Bundesrat diese Beschlüsse selbst rück- gängig mache. So stimmte man im Ständerat und im National- rat dem Kompromisswerk in der Herbstsession 1989 zu.
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Von einer Verlängerung bis zur definitiven Vorlage einer Sperr- frist oder von einem Anschlussprogramm war nie die Rede. Die FDP-Fraktion setzte sich nach frühem Erkennen der ge- wandelten Situation auch für die Aufhebung der BVG- Beschlüsse, also des Beschlusses C, ein. Den Erfolg konnten wir erst an Ostern 1991 buchen.
Da das Dringlichkeitsrecht nicht missbraucht werden sollte, ist es am Platz, die Sperrfrist aufzuheben, wie der Antrag der Kommissionsminderheit es will. Wenn man das nicht will oder wenn man die Sperrfrist definitiv beibehalten will, muss man diese in einem ordentlichen Rechtsverfahren einsetzen und nicht mit Sofortmassnahmen einfach eine Hinhaltepolitik be- treiben, bis eben ein Anschlussprogramm vorhanden ist
Die FDP hat die Meinung nicht geändert, Herr Engler. Die Si- tuation hat sich doch massiv geändert, und zwar in allen Lan- desteilen. Das ist einfach so. Wenn man heute die Aufhebung beschliesst, so ist das auch kein Zickzackkurs. Vielmehr neh- men wir den Beschluss beim Wort. Es wird dort nämlich klar gesagt, dass der Bundesrat diese Massnahmen bei veränder- ten Verhältnissen aufheben kann. Damit verbindet sich doch die Hoffnung des Parlamentes, dass er es dann auch tut. An- dernfalls kann man als Parlamentarier ja niemals mehr Sofort- massnahmen des Bundesrates zustimmen, aus der Angst her- · aus, dass diese auf Ewigkeiten aufrechterhalten werden.
Noch etwas zum Inhalt der Sperrfrist. Im Oktober wurde der Schlussbericht des Nationalen Forschungsprogramms «Bo- den» publiziert. Dort wird die Wirkung der Sperrfrist nicht nur bezweifelt, vielmehr wird sogar kritisiert, sie bewirke das Ge- genteil von dem, was man von ihr erhofft habe. Das sind Wis- senschafter, die das festgestellt haben, und keine irgendwie einäugigen Politiker.
Die FDP-Fraktion ist auch gegen den Beschluss B, also gegen die Pfandbelastung. Sollte der Minderheitsantrag Gros heute angenommen werden - was wir hoffen -, wird die FDP-Frak- tion eine Motion einreichen, um auch diesen Beschluss aufzu- heben. Unsere Fraktion hofft allerdings, dass der Bundesrat nun endlich von seiner Kompetenz Gebrauch macht und diese Sofortmassnahmen selbst aufhebt. Ich habe es bereits gesagt: Es steht in seiner Kompetenz, dass er dies bei verän- derter Situation tun kann. Ich frage Sie: Wie stark muss sich eine Situation eigentlich ändern, bis sie verändert ist?
Ich bitte Sie in diesem Sinne, der Kommissionsminderheit Gros Jean-Michel zuzustimmen.
Steinemann: Die AP-Fraktion unterstützt den Minderheitsan- trag zur Aufhebung der Sperrfrist für die Veräusserung nicht- landwirtschaftlicher Grundstücke. Schon beim Erlass 1989 verurteilte unsere Partei die ständigen, nutzlosen, ja schädli- chen Einmischungen des Staates in den Markt. Es sind kon- krete Beispiele bekannt, bei denen die Auswirkungen der Sperrfrist Betroffene beinahe in den Konkurs getrieben haben, weil sie zur Objekthaltung gezwungen wurden, obwohl die Zinsbelastung nicht mehr tragbar war. Auch die Pfandbela- stungsgrenze hat sich für den einfachen Bürger in der heuti- gen schweren Zeit sehr negativ ausgewirkt. Dabei steht doch schon längst fest: Nicht aufgrund des ordnungspolitisch frag- würdigen Staatseingriffes hat sich der Bodenmarkt beruhigt, sondern als Folge der stark gestiegenen Zinsen. Eine andere Beurteilung lässt sich kaum vertreten, war doch der Markt be- reits bei der Einführung des dringlichen Bundesbeschlusses im Herbst 1989 im Umbruch.
Mit der Beibehaltung einer dreijährigen Sperrfrist will der Bun- desrat aber nur eine Leiche künstlich beatmen, indem er den Markteingriff noch in den für 1994 geplanten revidierten Ver- fassungsartikel zum Bodenrecht hinüberretten will. Allgemein wird beklagt, dass zu wenige Investoren im Wohnungsbau tä- tig seien. Der Grund ist sehr einfach: Wenn die Verzinsung am Kapitalmarkt zwischen 7 und 9 Prozent beträgt, kann es nicht verwundern, wenn in den Wohnungsbau aufgrund viel zu vie- ler Auflagen und einer schlechteren Verzinsung nichts mehr investiert wird. Welcher Privatinvestor mag sich heute noch mit bauverhindernden Behörden abmühen, eine völlig unzurei- chende Rendite akzeptieren und all die Fesseln im Mietrecht in Kauf nehmen, die gefährliche, enteignungsähnliche Charak- terzüge tragen?
Die Aufhebung der Sperrfrist hätte der Bundesrat in eigener Kompetenz vornehmen können. Weshalb hat er es nicht ge- tan? Weshalb musste das Parlament aktiv werden? Will der Bundesrat einfach nicht zugeben, eine gesamthaft betrachtet kontraproduktive Uebung inszeniert zu haben? Natürlich wis- sen wir, dass da und dort vielleicht durch diese Sperrfrist im Einzelfall kurzfristige Spekulation bekämpft werden konnte. Deswegen können wir aber nicht alle anderen Haus- und Woh- nungsbesitzer bevormunden.
Die Sperrfrist hat zudem zu einer Verknappung des kurzfristi- gen Angebotes an Boden geführt und zwangsläufig die län- gerfristige Spekulation begünstigt. Das Resultat ist bekannter- weise wieder eine Preissteigerung. Nebst der grossen Büro- kratie schafft die Sperrfrist auch viele Ausnahmetatbestände. Die anfallende Zusageadministration belastet die Kantone noch mehr. Sie sollten einmal persönlich erleben, was da alles geprüft werden muss, und all das ohne praktischen Nutzen für die Wohnungsproduktion! Da und dort wird in unserem Staat gebastelt, und kaum jemand beobachtet oder beachtet das Marktgeschehen. Würde dies getan, müssten nämlich vor- dringlich Entspannungsmassnahmen zugunsten des Woh- nungsmarktes an die Hand genommen werden.
Wir denken dabei insbesondere an die Förderung der Markt- kräfte, ebenso an die Vereinfachung der langwierigen und auf- wendigen Planungs- und Bewilligungsverfahren. Wünschbar wäre es zudem, dass der Bund endlich den Auftrag von Arti- kel 34sexies BV wahrnähme und das selbstbewohnbare Woh- nungseigentum förderte. Das Mittel hierzu sind nicht Milliar- densubventionen, sondern ist eine steuerliche Begünstigung, wozu auch die Abschaffung der Besteuerung des Eigenmiet- werts gehört. In diesem Zusammenhang zitiere ich Professor Wittmann von der Universität Freiburg: «Die aktuelle Situation in der Schweiz ist letztlich die Summe von marktwidrigen Inter- ventionen des Staates in den Immobiliensektor. Es liegt Poli- tikversagen vor.»
Nicht die schleichende Aushöhlung der Eigentumsrechte, sondern ein tiefgreifendes Programm mit wirklicher Verflüssi- gung der Marktabläufe und das Subsidiaritätsprinzip, d. h. eine reine Hilfestellung des Staats, können uns helfen. Ich bitte Sie, auch das einmal zu bedenken.
Was kann noch zur Verringerung der Bodenpreissteigerung gemacht werden? Hier muss einmal mit aller Deutlichkeit ge- sagt werden, dass die Hauptschuldigen an der aktuellen Si- tuation jene Politiker sind, die es in den letzten zwanzig Jahren mit bürgerlicher Mehrheit fertiggebracht haben, den Boden - respektive das baureife Land - dermassen zu verbürokratisie- ren und zu blockieren. Die Folgen davon sind die Verknap- pung und dadurch die Preissteigerung.
Mit Staatseingriffen wird das Problem nicht gelöst; deshalb un- terstützt die Fraktion der Auto-Partei den Antrag der Kommis- sionsminderheit Gros Jean-Michel, den Sperrfristbeschluss aufzuheben, und ebenso den FDP-Antrag, den Bundesbe- schluss über die Pfandbelastung sofort aufzuheben.
· Frau Diener: Mich erstaunt sehr, was ich heute morgen zu die- sem Geschäft von meinen Kollegen erfahre.
Ich erinnere Sie daran, es sind noch keine zwei Jahre her, dass wir über diese dringlichen Bundesbeschlüsse sehr lang und ausführlich debattiert haben. Ich erinnere mich sehr gut an Kollege Blocher, er stellte damals einen Nichteintretensantrag zum Bundesbeschluss A, mit der Begründung, die Spekulan- ten seien an sich nicht die Verursacher der Verteuerung. Sie nutzten einfach nur eine Situation aus, und diese dringlichen Bundesbeschlüsse würden im Bereiche der Verhinderung überhaupt nichts erreichen. Ja, der Vorwurf wurde erhoben, diese dringlichen Bundesbeschlüsse seien untauglich, und sie wurden zum Teil sogar als schädlich bezeichnet. Sie wur- den apostrophiert als «Pflasterli-Politik» oder als «Symptom- Behandlung»; und heute - knapp zwei Jahre nach Inkrafttre- ten - zeigt es sich ganz klar, dass sich diese Kritik nicht be- wahrheitet hat. Die Kaskadenverkäufe, die Spekulationskäufe wurden praktisch zum Erliegen gebracht Sicher spielt, da gebe ich Ihnen recht, ein Stück weit auch das hohe Zinsniveau eine Rolle. Aber welchen Anteil die dringlichen Bundesbe-
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schlüsse und welchen Anteil das hohe Zinsniveau haben, wer- den wir wohl nie ganz genau eruieren können.
Festzustellen gilt, dass wir das erreicht haben, was wir vor zwei Jahren anstrebten. Wir haben das Feuer - wenn ich das so sa- gen kann - in der ersten Stufe gelöscht. Deswegen diese dringlichen Bundesbeschlüsse, die nur auf fünf Jahre befristet sind, aufzuheben, scheint der grünen Fraktion zu gefährlich zu sein, denn unter jedem gelöschten Feuer befindet sich noch eine schwelende Glut, und nur zu leicht könnte das Feuer wie- der aufflackern.
Solange wir kein Anschlussprogramm, das dieses Aufflackern verhindern soll, bereitgestellt haben, ist es nicht opportun, die unerwünschten Spekulationskäufe wieder zu ermöglichen. Ja, es ist nicht nur nicht opportun, es ist geradezu uner- wünscht und volkswirtschaftlich nicht tragbar, Hand zu bieten zu einer weiteren Verteuerungsmöglichkeit im angespannten Miet- und Wohnungssektor.
Ich möchte Sie daran erinnern, dass sich allein in der Stadt Zü- rich im letzten Jahr die Fürsorgefälle verfünffacht haben, und Mitschuld daran trägt klar die immense Kostensteigerung im Mietsektor. Wer heute lamentiert, der Immobilienmarkt sei zum Erliegen gekommen, und dies - wie schon gehört - mit den Villenverkäufen am Lac Léman begründet, muss sich vor Augen halten, dass es weit mehr Mieterinnen und Mieter gibt als Villenbesitzerinnen und Villenbesitzer, die unter der Bo- den- und Immobilienmarktsituation zu leiden haben.
Die dramatische Situation wurde hier vor zwei Jahren von den gleichen Kreisen heruntergespielt, die die heutige Situation dramatisieren und die dringlichen Bundesbeschlüsse aufhe- ben wollen.
Die dringlichen Bundesbeschlüsse - und da sind sich fast alle einig - traten eindeutig zu spät in Kraft. Machen wir nicht den Fehler, sie im Gegenzug heute zu früh wieder aufzuheben! Der Zweck der dringlichen Bundesbeschlüsse war und ist es unter anderem, den nötigen zeitlichen Spielraum zu gewinnen, um die mittel- und langfristigen Dispositionen zu treffen. Die dring- lichen Bundesbeschlüsse müssen von einem Massnahmen- paket abgelöst werden, das eine tiefgreifende Ursachenthera- pie ermöglicht. Da gehe ich mit Ihnen, Herr Scheidegger, überhaupt nicht einig. Das war vor zwei Jahren sehr wohl ein Thema. In der Botschaft, Seite 12 z. B., stand sehr klar, dass man nachher mit einem Anschlussprogramm die dringlichen Bundesbeschlüsse ablösen will. Bundesrat Koller hat in unse- rer Kommission auch deutlich gesagt, was alles in diesem An- schlussprogramm später angeführt wird.
Im Rahmen der notwendigen politischen Kontinuität für die Bevölkerung ist darum eine Aufhebung der dringlichen Bun- desbeschlüsse heute überhaupt nicht angezeigt Die grüne Fraktion unterstützt die bundesrätlichen Anpassungen des Sperrfristbeschlusses und lehnt den Antrag der Kommissions- minderheit Gros ebenso ab wie den Antrag der Mehrheit bei Artikel 4 sowie den Antrag der Kommissionsminderheit Phili- pona bei Artikel 4.
Bischof: Die Vertreter der Schweizer Demokraten hier im Rat hatten seinerzeit (1989) die dringlichen und befristeten Mass- nahmen gegen die Bodenspekulation und zur Dämpfung der Nachfrage nach Grundstücken im Siedlungsbereich unter- stützt.
Wir sind heute der Auffassung, dass sie bis jetzt ihren Zweck erfüllt haben, nämlich Eindämmen der Bodenspekulation, Kampf gegen die Missbräuche im Bereich des Bodenmarktes und Dämpfung der Nachfrage nach nichtlandwirtschaftlichen Grundstücken.
Bei dringlichen Bundesbeschlüssen besteht die Gefahr, dass gesetzgeberische Unterlassungssünden begangen werden, in diesem Fall insbesondere in den Bereichen: Erbteilung, Ver- mächtnis, Erbvorbezug, Schenkung, Erwerb durch einen Ge- samteigentümer, Tausch ohne Aufpreis, Baulandumlegung unter behördlicher Mitwirkung, Fusion sowie Zusammenle- gung, Trennung oder Auflösung von Einrichtungen der berufli- chen Vorsorge.
Die Fraktion der Schweizer Demokraten unterstützt diese sinn- vollen Aenderungen. Aus diesem Grund können wir den An-
trag der Kommissionsminderheit Gros Jean-Michel, welcher die Aufhebung des Bundesbeschlusses verlangt, nicht unter- stützen. Was die Länge der Sperrfrist anbetrifft, sind wir mit der Kommissionsminderheit Vollmer für die Beibehaltung einer Frist von fünf Jahren. Der Beurteilung des Bundesrats, welche die jetzt gültigen Vorschriften als zu hart bezeichnet, können wir uns anschliessen. Die Schweizer Demokraten sind für Ein- · treten.
Wiederkehr: Aendern, aber nicht aufheben - das ist die Mei- nung der LdU/EVP-Fraktion. Wir halten eine Sperrfrist nach wie vor für richtig, solange kein Anschlussprogramm vorliegt. Das soll jedoch in zwei bis drei Jahren der Fall sein. Wir kön- nen uns darum auch mit der Begrenzung der Sperrfrist auf drei Jahre einverstanden erklären. Abgesehen davon, dass der Bundesbeschluss von Anfang an bis 1994 befristet war, kön- nen auch mit einer dreijährigen Frist die sozial schädlichen Kaskadenverkäufe unterbunden werden. Das wurde in der Kommission einhellig festgehalten: Der Bundesbeschluss hat - zusammen mit den hohen Zinsen - bewirkt, dass die Speku- lation grossen Stils aufgehört hat. Allgemein wurde sogar ge- sagt, der dringliche Bundesbeschluss sei zu spät gekommen, er hätte schon mindestens ein Jahr vorher erfolgen müssen. Der dringliche Bundesbeschluss hat also seine Wirkung ge- zeitigt; ihn jetzt aufzuheben, würde bedeuten, ein Vabanque- spiel einzugehen. Wird wiederum spekuliert? Wird nicht spe- kuliert?
Die von der Kommission angehörten Fachleute waren einhel- lig der Meinung, dass Spekulation und Kaskadenverkäufe wie- der einsetzen würden, wenn der dringliche Bundesbeschluss jetzt aufgehoben würde. Das muss ich Herrn Scheidegger sa- gen: Auch der Fachmann aus dem Kanton Solothurn hat be- stätigt, die Spekulation würde wieder einsetzen.
Die in Artikel 5 des Raumplanungsgesetzes verlangte Mehr- wertabschöpfung könnte eine Sperrfrist überflüssig machen, weil sie zur Folge hätte, dass die Kaskadenverkäufe unterbun- · den würden. Trotz klarem Auftrag im RPG haben aber erst zwei Kantone die Mehrwertabschöpfung eingeführt - diese Lücke möchte der Bundesrat ebenfalls mit dem Anschlusspro- gramm schliessen. Eine Lösung wird uns aber gemäss Fahr- plan dieses Programms nicht vor 1993 vorliegen.
Den Beweis, dass der Bundesbeschluss wirklich etwas be- wirkt hat, hat Kollege Ducret, der sich so vehement für die Ab- schaffung des Bundesbeschlusses einsetzt, selber in der Kommission geliefert. Als Präsident einer Kantonalbank hat er gesagt, er habe es miterlebt, dass vor diesem ominösen 7. Ok- tober 1989, bevor also die Sperrfrist begann, noch schnell die grossen Spekulanten gekommen seien und ihr Geschäft hät- ten machen wollen.
Stellen Sie sich also vor, wir würden die Sperrfrist aufheben, die Zinsen sänken, die Kaskadenverkäufe setzten wieder ein: Wir hätten die Spekulation wieder, das Ganze von vorne, wie gehabt: Der Bundesrat müsste sich noch einmal hintersinnen, müsste wieder einen dringlichen Bundesbeschluss vorschla- gen, und die Spekulanten würden gemäss Herrn Ducret wie- der im letzten Moment versuchen, ihre Geschäfte noch zu täti- gen. Damit würden sich der Bundesrat und diese Kammer ab- solut unglaubwürdig machen!
Wollen wir also glaubwürdig bleiben, dann brauchen wir Konti- nuität, dann brauchen wir Rechtssicherheit. Es gibt nur eines: den dringlichen Bundesbeschluss aufrechtzuerhalten, bis das Anschlussprogramm in Kraft ist.
Vollmer: Die SP ist für Eintreten auf diese Vorlage; sie wendet sich jedoch klar gegen die völlige Aufhebung dieses Bundes- beschlusses. Die im letzten Januar von diesem Rat überwiese- nen Vorstosse Ducret und Spoerry haben sehr zutreffende Mängel aufgezeigt, die mit der heutigen Vorlage korrigiert wer- den sollen. Es sind Mängel, die in der Eile der Vorbereitungen dieses dringlichen Bundesbeschlusses nicht beachtet wor- den sind. Die Aenderungen finden deshalb unsere Unterstüt- zung. Es geht um einige Anpassungen im Zusammenhang mit dem Eigentumserwerb beim Erbgang.
Sperrfrist für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke
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Bereits in der Motion Ducret wurde darauf hingewiesen, dass man bei diesen Anpassungen die Geltungsdauer dieses Sperrfristbeschlusses von fünf auf drei Jahre verkürzen möchte. Wir werden uns in der Detailberatung noch darüber auszusprechen haben. Im Moment gibt es keine Hinweise, keine Daten und Tatbestände, die uns zwingen würden, von dieser Geltungsdauer abzukommen.
Jetzt aber, anlässlich der Beratung dieser Revision, die betref- fend Erbganganpassung unbestritten ist, kommt natürlich der Antrag, man solle den ganzen Beschluss aufheben.
In der Kommission wurde auch diskutiert, ob der Beschluss al- lenfalls zeitweise suspendiert werden soll - quasi eine Stop- and-go-Politik -: Brennt es nicht, würde der Beschluss aufge- hoben; wenn die Spekulation wieder ein bisschen anzieht, würde man ihn wieder in Kraft setzen. Diese Variante wurde glücklicherweise fallengelassen.
Jetzt wird offenbar darauf gezielt, die Sperrfrist ganz vom Tisch zu haben. Es erstaunt niemanden, dass diese Forderung heute im Raume steht. Bei den letzten Wahlen gab es die wil- desten Behauptungen, wie sich diese dringlichen Bundesbe- schlüsse bezüglich der Situation auf dem Boden- und Woh- nungsmarkt auswirken würden. Einzelne Stimmen machten die verschiedenen Bundesbeschlüsse, auch denjenigen über die Sperrfrist, für die unbefriedigende Situation, wie sie heute noch auf dem Wohnungsmarkt besteht, voll verantwortlich. Ueber Wirksamkeit und Nutzen der anderen diesbezüglichen Beschlüsse müssen wir uns heute nicht streiten.
Dass der Sperrfristbeschluss heute vielen von Ihnen politisch nicht ins Konzept passt, ist verständlich. Ich bitte Sie jedoch, nicht zu vergessen, dass dieser Bundesbeschluss nicht nur aus Freude am Legiferieren erlassen wurde, sondern auf- grund einer konkreten, unhaltbaren Situation. Der vielbe- schworene Markt in diesem Sektor hat nicht funktioniert, und dieser Markt funktioniert auch heute noch nicht so, wie ein echter Markt eigentlich funktionieren sollte.
Es stimmt, seit wir diesen Beschluss erlassen haben, hat sich auf dem Liegenschaftsmarkt einiges verändert. Verschiedene Grossspekulanten mussten das Handtuch werfen, aber das ist doch gerade das, was wir mit diesem Bundesbeschluss ange- strebt haben. Wir wollten, dass eben diese unheilsamen Kas- kadenverkäufe gestoppt werden. Wenn jetzt einige Spekulan- ten darüber gestolpert sind, ist dies doch genau im Sinne des Erfinders dieser Bundesbeschlüsse, also genau im Sinne die- ses Parlaments.
Wenn sich nichts verändert hätte, wenn die Situation noch ge- nau so wäre wie vor zwei Jahren, müssten wir den Bundesbe- schluss schleunigst aufheben, dann wäre er völlig wirkungs- los gewesen; aber weil sich etwas verändert hat, ist es wichtig, dass wir dieses Instrument jetzt auch beibehalten, obwohl wir nicht genau feststellen können, welche Auswirkungen dieser Bundesbeschluss im einzelnen hatte und welche Auswirkun- gen vor allem die Veränderungen im Bereiche der Zinspolitik hatten. Aber diese Beiträge zur Veränderung der Situation können wir gar nicht genau auseinanderhalten.
Es würde der Logik unserer Bemühungen widersprechen, wenn wir diesen Bundesbeschluss aufheben würden. Die Ex- perten haben uns in der Kommission diesbezüglich auch ganz klare Aussagen gemacht. Die Leute, die diesen Bundes- beschluss in den Kantonen vollziehen müssen, haben uns klar dargelegt, dass er durchführbar ist, dass er administrativ kei- neswegs viel Arbeit verursacht. Die Sache hat sich nach zwei Jahren sehr gut eingespielt. Man kann damit umgehen. Es ist überhaupt kein Problem. Wenn wir heute diesen Beschluss aufheben würden, würden wir damit ein Zeichen setzen gegen die Bemühungen des Bundes, der versucht, im Wohnungsbe- reich etwas gegen die für die Mieterinnen und Mieter unhalt- bare Situation zu tun.
Ich bin froh, gehört zu haben, dass der Bundesrat sein An- schlussprogramm in diesem Boden- und Wohnungsbereich vorbereitet hat, dass er uns demnächst eine ganz konkrete Vorlage wird unterbreiten können. Es ist unseres Erachtens sehr wichtig, dass wir diese Vorschläge abwarten, dass wir sie prüfen. Dann werden wir ohnehin gezwungen sein, diesen dringlichen Bundesbeschluss, der heute zur Diskussion steht, abzulösen.
Ich habe vor einigen Tagen in der Zeitung gelesen, dass sich die Immobilientreuhänder, der Hauseigentümerverband und andere interessierte Kreise sehr intensiv mit diesem Beschluss befasst haben. Das hervorstechendste Merkmal dieser Be- richterstattungen war eigentlich, dass die direkt interessierten Gruppen zum Schluss kamen, dieser Sperrfristbeschluss spiele in der Praxis für sie keine grosse Rolle mehr. Ich meine, damit könnten wir bestätigen, dass er nichts schaden kann. Wir dürfen nicht davon ausgehen, dieser Beschluss wirke sich im aktuellen Geschehen dort negativ aus, wo wir sichtbar dankbar wären, wenn sich eine neue und aktivere Wohnbau- politik entfalten könnte.
Vermeiden wir also eine solche Stop-and-go-Politik. Der Bun- desbeschluss ist ohnehin befristet. Vor dessen Ablauf werden wir neue Vorlagen erhalten. Ein Massnahmenpaket wird uns unterbreitet werden. Der Boden- und Wohnungsmarkt ist viel zu sensibel, er ist sozialpolitisch von grösster Bedeutung, und die Schwierigkeiten für viele Mieterinnen und Mieter sind heute noch allzu gross, als dass wir jetzt einfach ohne Unterla- gen, ohne Erkenntnisse, einfach aus einer politischen Ideolo- gie heraus, diesen Beschluss vom Tisch wischen dürften.
Wir bitten Sie, auf die Vorlage einzutreten und den Antrag der Kommissionsminderheit Gros Jean-Michel abzulehnen. Hal- ten wir an diesem dringlichen Bundesbeschluss fest und las- sen wir uns durch das Massnahmenpaket überraschen, das uns der Bundesrat als Anschlussprogramm präsentieren wird.
Mme Jeanprêtre: Chacun était conscient qu'avec ces arrêtés urgents on ne s'attaquait pas aux véritables causes de la spé- culation foncière, mais simplement à des symptômes. Le Conseil fédéral nous promet d'ailleurs, dans un délai assez rapproché, une législation d'accompagnement qui comporte- rait des mesures en la matière. C'est pourquoi le groupe socia- liste est d'avis qu'il n'est pas judicieux de supprimer cet arrêté fédéral urgent, d'autant plus qu'il subsisterait une lacune du- rant plusieurs années, soit jusqu'au moment où une législa- tion générale serait mise sous toit.
Certes, à propos de l'accalmie sur le marché foncier, on peut constater que les augmentations successives du taux hypo- thécaire sont très présentes dans l'évaluation de la situation. Cependant, aucune donnée précise ne nous indique quel est le pourcentage de l'effet de l'augmentation du taux hypothé- caire et quel est celui des effets des arrêtés fédéraux urgents. Ce qu'on peut dire, c'est que ces derniers ont eu un effet psy- chologique tout à fait évident. Il semble donc, dans l'esprit du public, qu'on se soit aussi habitué à des dispositions plus re- strictives, et il serait préjudiciable de revenir en arrière.
En effet, nul n'est prophète sur le marché immobilier, dans le domaine conjoncturel et en matière économique et financière, pour affirmer que nous n'aurons pas de nouvelles baisses des taux hypothécaires qui feront que l'offre sera réactivée et que les ventes en cascade reprendront. Nous avons appris égale- ment, par l'intermédiaire des experts, qu'avant l'annonce des arrêtés fédéraux urgents il y a eu une immense poussée d'af- faires spéculatives, ce qui donnerait à penser qu'en cas de suspension de l'arrêté - ce qui n'est d'ailleurs pas envisagea- ble constitutionnellement - ou de remise en vigueur d'un ar- rêté fédéral urgent, ces phénomènes de spéculations en cas- cade reprendraient de façon spectaculaire.
En 1989, le Conseil fédéral a voulu prendre des arrêtés fédé- raux urgents n'entraînant pas trop de difficultés administrati- ves et de lourdeurs et n'impliquant pas un engagement de per- sonnel supplémentaire. De fait, la réduction du délai d'inter- diction de cinq à trois ans est un problème plus politique que technique. Il s'agit en effet de savoir si nous voulons que les délais soient courts, avec peu d'exceptions, ou plus longs, avec un plus grand nombre d'exceptions. Ce que certains veu- lent mettre maintenant en pratique, c'est un raccourcissement des délais, avec des exceptions encore plus nombreuses ou moins draconiennes.
Si, il y a deux ans, nous avons fait partie de la faible majorité qui a désiré voir mis en place un délai d'interdiction de cinq ans, nous sommes aujourd'hui d'avis que, même si le marché fon- cier s'est apaisé, nous devons garder ce délai. Dans tous les
Délai d'interdiction de revente des immeubles non agricoles
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cas, nous devons maintenir cet arrêté urgent. Il est hors de question d'imaginer que le Conseil fédéral suspende cet ar- rêté, voire l'abroge, pour présenter, dans quelque temps, un nouvel arrêté, parce que le marché foncier se serait à nouveau enfiévré. Même le grand promoteur immobilier vaudois Ber- nard Nicod a constaté que l'arrêté fédéral urgent était entré en vigueur une année trop tard.
Si la situation a changé, nous ne devons pas, maintenant, tom- ber dans l'autre extrême. Certains nous reprochent de mener une politique sans continuité. Nous l'obtiendrons avec le pro- gramme d'accompagnement que nous proposera le Conseil fédéral, et il ne serait pas judicieux d'éveiller d'autres espoirs. C'est donc aussi pour des raisons de continuité de notre politi- que, qui a la moralité pour elle, et pour une question de sécu- rité du droit que nous préconisons d'en rester à l'arrêté fédéral urgent.
Une précision à l'intention de ceux qui prétendent qu'il n'y a plus de marché immobilier et que l'abolition de l'arrêté urgent remettrait des objets immobiliers sur le marché: nous savons que déjà suffisamment d'immeubles sont offerts et que l'offre est trop abondante; la demande est stagnante, car il y a inadé- quation totale en ce qui concerne les prix. Mais cela est une autre bataille politique que nous devrons livrer.
Pour l'instant, le groupe socialiste vous invite à entrer en ma- tière et à rejeter la proposition de la minorité présenté par M. Gros.
M. Gros Jean-Michel, porte-parole de la minorité: Si le groupe libéral entre en matière sur ce projet de modification de l'arrêté fédéral urgent, c'est pour des motifs purement formels, puisqu'il vous proposera aussitôt après de l'abroger. C'est pourquoi je présenterai, déjà lors du débat d'entrée en ma- tière, les motifs qui conduisent la minorité de la commission, sous chiffre I, à vous demander de renoncer à l'arrêté sur le délai d'interdiction de revente des immeubles non agricoles. L'objectif visé par le Parlement, lorsqu'il a voté cet arrêté ur- gent en 1989, est bien expliqué dans le message du Conseil fédéral de cette époque: «Le but recherché, à savoir diminuer fortement le nombre de ces opérations fâcheuses d'achat et de vente d'immeubles à court terme et combattre ainsi une conséquence de la perturbation du marché et du gonflement artificiel de la demande, doit être atteint par une interdiction de revente limitée dans le temps. La mesure tend à interdire la re- vente à court terme, vente dite en cascade, d'immeubles con- struits et de terrains à bâtir n'ayant acquis entre temps aucune plus-value».
Or, dans son message à l'appui de la proposition de modifica- tion dont nous discutons aujourd'hui, le Conseil fédéral pré- cise: «Depuis deux ans, la situation s'est sensiblement calmée sur le marché foncier. On a pu constater que les ventes en cas- cade avaient cessé. Cette évolution est due à la hausse des taux hypothécaires ainsi qu'à l'application des mesures préci- tées». Le Conseil fédéral affirme ainsi que les causes qui ont justifié l'élaboration d'un arrêté urgent ont disparu.
Il n'est d'ailleurs pas très utile - et je m'adresse plus particuliè- rement à M. Wiederkehr ou à Mme Jeanprêtre - de discuter à perte de vue pour savoir si cette disparition est due aux arrêtés urgents ou à la hausse des taux d'intérêts. L'essentiel est de constater que ce que nous voulions combattre en 1989 n'existe plus. La conclusion s'impose naturellement: il faut ab- roger un arrêté qui n'a plus sa raison d'être, puisque les causes qui ont suscité sa rédaction, soit les ventes en cas- cade, n'ont aucune chance de réapparaître prochainement, en tout cas pas d'ici le 31 décembre 1994, date d'expiration de l'arrêté. Même si l'on observe une certaine détente sur les taux d'intérêts, il est exclu de les voir revenir à leur niveau de 1988. D'autre part, et quel que soit le sort que vous réserverez à l'arrêté concernant la charge maximale, tant la morosité du marché immobilier que les exigences des banques obligeront l'acquéreur à engager ses fonds propres lors d'une opération. En abrogeant l'arrêté, il n'y a donc aucun risque de revoir des adeptes du jeu dit «de l'avion». Plus grave, hélas, cet arrêté n'a plus de raison d'être parce qu'il développe des effets pervers. Il pénalise des gens qui désirent réaliser leurs biens sans au- cune visée spéculative. L'exemple qui saute aux yeux est celui
des propriétaires de villas qui ont emprunté à des taux qui leur permettaient, il y a trois ans encore, d'assumer les charges fi- nancières et qui ne le peuvent plus actuellement Les empê- cher de réaliser leur bien à un prix normal, c'est les placer dans des difficultés financières énormes. Est-ce bien là le rôle d'un législateur responsable? Il est nécessaire d'autoriser ces per- sonnes à revendre leur bien en réalisant un bénéfice normal. Elles ne peuvent actuellement que le faire à perte, car les inté- rêts des emprunts bancaires ne sont pas pris en compte en to- talité dans le calcul du prix de vente autorisé.
Le Parlement voulait éviter la spéculation à la hausse, très bien! Est-ce une raison pour favoriser maintenant une spécu- lation à la baisse? Tout le marché immobilier est, à l'heure ac- tuelle, bloqué dans l'attente d'un effondrement des prix. Le secteur bancaire est placé devant des difficultés considéra- bles, ne pouvant réaliser les biens immobiliers de ses débi- teurs puisque l'interdiction de revente lui serait appliquée. Il est bien évident qu'il n'est pas dans la vocation des banques de rester propriétaires de biens-fonds pendant une longue pé- riode.
Il serait temps pour nous de descendre de notre tour d'ivoire et d'observer les effets des lois que nous votons. Dès lors que les maux que nous voulions soigner, grâce à cet arrêté, sont guéris, nous devons prendre garde à ce que le médicament ne déploie pas des effets secondaires indésirables. C'est le cas avec cet arrêté. Il continue de provoquer d'innombrables complications d'application, il maintient un immense appareil administratif dans les cantons et, selon certains - dont le prési- dent de la Conférence suisse de la construction - il constitue un frein à la construction de logements neufs. Est-ce vraiment ce que nous voulons?
Cet arrêté, enfin, n'a plus sa raison d'être, car son maintien en- traînerait la fin de la crédibilité du gouvernement et du Parle- ment Il est inadmissible, en effet, de tolérer qu'un arrêté fédé- ral urgent qui, par définition, peut se révéler utile pour com- battre un effet indésirable d'une situation conjoncturelle mo- mentanée, soit maintenu par la suite, une fois que cette même conjoncture s'est profondément modifiée. En langage imagé, on peut comparer un arrêté urgent à un pompier qui éteint un incendie. S'il continue à arroser une fois le feu éteint, il provo- que une inondation. Aux yeux de la minorité de la commission, il est temps d'abroger cet arrêté qui n'a plus d'utilité.
Monsieur le Conseiller fédéral, le gouvernement auquel vous appartenez a, dans un premier temps, refusé la motion de M. Ducret qui l'incitait à diminuer le délai d'interdiction de revente de cinq à trois ans. Maintenant, il s'oppose à l'abrogation pure et simple, sous des prétextes difficiles à comprendre. Pire en- core, le Conseil fédéral laisse entendre qu'il envisage de pro- poser un délai d'interdiction dans le droit ordinaire. Substituer aux règles du marché libre un système de règlement étatique peut éventuellement se justifier dans des circonstances ex- ceptionnelles, mais en aucun cas perdurer au-delà de cel- les-ci.
Le maintien de cet arrêté pose en réalité plusieurs véritables questions de confiance et je les pose à M. le conseiller fédéral. Comment, Monsieur le Conseiller fédéral, pourrons-nous croire à l'avenir le gouvernement lorsqu'il invoquera dans d'autres domaines, et nous savons qu'il le fera lors de cette session encore, l'excuse d'une situation difficile pour présen- ter des mesures d'urgence? Cette récente floraison d'arrêtés fédéraux urgents constitue-t-elle un nouveau moyen d'intro- duire des normes dans le droit ordinaire? Le Conseil fédéral nous refait-il le coup des limitations de vitesse, abaissées en urgence pour préserver nos forêts, puis fixées définitivement pour des motifs de sécurité?
Pour conclure, la minorité de la commission, soutenue par le groupe libéral, considère qu'il faut abroger cet arrêté fédéral urgent, premièrement parce qu'il est devenu inutile, deuxiè- mement parce qu'il déploie des effets néfastes, troisièmement parce qu'il en va de la crédibilité d'autres mesures urgentes que nous pourrions être appelés à prendre.
On peut souhaiter d'autre part que l'abrogation ait un effet psy- chologique stimulant propre à relancer l'offre de logements dans notre pays. Enfin, dans une optique plus européenne, en abrogeant une norme pratiquement inconnue dans les autres
Sperrfrist für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke
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pays, on peut espérer encourager les investissements immo- biliers étrangers en Suisse dont nous aurons certainement un grand besoin.
La minorité de la commission ainsi que le groupe libéral vous demandent, premièrement, d'entrer en matière pour des mo- tifs formels et, deuxièmement, d'abroger cet arrêté fédéral.
Engler, Berichterstatter: Ich möchte ganz kurz einige Gedan- ken zusammenfassen.
Es trifft zu, dass sich die Preise auf dem Liegenschaftsmarkt zurückgebildet haben. Ergebnis dieser Zurückbildung der Lie- genschaftspreise ist aber, dass der dringliche Bundesbe- schluss keine Wirkung mehr hat. Bei tieferen oder gleichen Preisen kann man jederzeit veräussern. Daran sollten wir den- ken.
Frau Diener hat zu Recht darauf hingewiesen, dass wir vor zwei oder drei Jahren eine Zeit hatten, in welcher sich die Bo- denpreise innert Kürze verdoppelten und verdreifachten. Dass wir heute leider einen wirtschaftlichen Rückgang haben, hängt stark damit zusammen. Betroffen sind vor allem Mieter und Besitzer von Einfamilienhäusern. Wir sollten das doch im Hin- terkopf behalten.
Wir haben die Situation und vor allem die juristischen Pro- bleme, welche mit dem dringlichen Bundesbeschluss zusam- menhängen, verändert. Wir haben den dringlichen Bundesbe- schluss der Rechtsprechung, den technischen Problemen und den veränderten Verhältnissen auf dem Bodenmarkt an- gepasst.
Ich möchte darauf hinweisen, dass die Motionen Ducret und Spoerry mit dem abgeänderten Bundesbeschluss erfüllt wer- den. Damit wurde eben der Veränderung auf dem Boden- markt Rechnung getragen.
Herr Simeon Bühler hat zu Recht darauf hingewiesen, dass es in der ganzen Angelegenheit auch noch einen moralischen Aspekt zu beachten gilt: Boden ist kein vermehrbares Gut. Wir haben das Gefühl, dass jemand, der eine Liegenschaft kauft, durchaus mit dem Grundsatz leben muss, dass er diese Lie- genschaft nicht kaufen kann, um sie morgen zu verkaufen, sondern dass er drei Jahre lang warten muss, wenn er Gewinn machen will. Wenn er die Liegenschaft vor dem Ablauf von drei Jahren veräussern will, kann er das tun, aber eben ohne Ge- winn.
Bei selbstgenutztem Eigentum ist es etwas anders. Dort kann er jetzt nach zwei Jahren verkaufen, in Zukunft, wenn Sie der Mehrheit folgen, nach einem Jahr.
Die Kaskadenverkäufe kommen zurzeit nicht mehr vor. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch in Zukunft nicht mehr vor- kommen werden. Herr Gros weist zu Recht darauf hin, dass der Bundesbeschluss deshalb zurzeit unnütz ist, aber eine Zeit ist nicht alle Zeit, und dieser Bundesbeschluss kann durchaus wieder einmal nützlich sein.
Herr Vollmer scheint mir deshalb recht zu haben, wenn er sagt, der Bundesbeschluss schade heute nichts; er hat nicht die Kraft, die Rezession zu verstärken, aber auch seine Aufhe- bung kann einen wirtschaftlichen Rückgang nicht verhindern. Deshalb möchten wir Ihnen vorschlagen, dass wir - auch wenn wir heute nicht turnen, auch wenn der Turner am Trapez erst morgen wieder antritt - das Netz nicht heute abmontieren, weil wir sonst morgen dann vielleicht abstürzen würden. Wir sollten diesen Bundesbeschluss, der niemandem weh tut, heute beibehalten, damit wir später, bei einem Aufkommen von Spekulation, nicht zu spät kommen.
Es wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass gerade seriöse Immobilienhändler in der Westschweiz darauf hingewiesen haben, dass der Bundesbeschluss zu spät gekommen ist und dass auch die Regional- und Kantonalbanken gerade deshalb heute die Probleme haben, die wir alle kennen.
Es ist deshalb auch - wie Herr Wiederkehr erwähnt hat - eine Frage der politischen Glaubwürdigkeit, dass wir die Verände- rung vornehmen, die wir dem Bundesrat mit dem Ueberwei- sen der Motionen signalisierten, dass wir aber nicht weiter ge- hen, als dies notwendig ist. Und wir haben zu beachten, dass auch eine Abschaffung nicht zu einer Belebung der Wirtschaft führt
Ich bitte Sie deshalb, den politischen Handlungsspielraum
heute nicht zu verbauen, den Antrag der Kommissionsminder- heit Gros Jean-Michel abzulehnen und dem Vorschlag der Mehrheit zu folgen, die eine Verbesserung der Bundesbe- schlüsse möchte und auch für die Zukunft vorsorgt, für - so hoffen wir - wieder andere Zeiten.
M. Etique, rapporteur: J'exprimerai ici l'opinion de la majorité de la commission pour laquelle je rapporte, et non pas mon opinion personnelle. Je constate, et c'est un truisme, que l'opi- nion est divisée, dans cette assemblée, quant au maintien ou à la suppression de cet arrêté fédéral urgent. Il y a ceux qui, au nom de la crédibilité du système de l'urgence précisément, et au nom de leur conception libérale des choses, souhaitent qu'on abroge un arrêté qui, à leurs yeux, n'aurait plus sa raison d'être, et ceux qui disent que l'Etat est là pour légiférer, qu'il a d'ailleurs tendance à le faire toujours plus, et qu'il serait tout à fait regrettable de mettre un terme à une disposition législative en 1991 ou 1992 alors qu'elle a des chances de vivre encore jusqu'en 1994.
La majorité de la commission est consciente des évolutions qui se sont produites sur le marché foncier et sur le marché im -. mobilier, évolution dans le sens d'une baisse considérable des transactions ainsi que des prix, le tout ayant entraîné une stabilisation sur le marché immobilier ou foncier. La majorité de la commission estime que l'on peut prendre en compte cette évolution en modifiant simplement l'arrêté fédéral tel que le propose le Conseil fédéral.
Pour la commission, la spéculation peut toujours couver sous la cendre; afin d'éviter d'être pris au dépourvu comme ce fut le cas à la fin 1989, il convient de maintenir un système législatif prêt à intervenir et qui soit immédiatement opérationnel, dans l'hypothèse où les phénomènes de spéculation repren- draient.
C'est la raison pour laquelle je reconfirme l'appel que j'ai lance tout à l'heure au nom de la commission, soit entrer en matière et rejeter la proposition de minorité Gros.
Bundesrat Koller: In dieser interessanten Debatte blieb we- nigstens etwas unbestritten: Niemand hat bestritten, dass der Bundesrat die drei Motionen, die Ihr Rat im Januar und der Ständerat im Juni überwiesen haben, getreulich erfüllt hat. Nun ist aber unvermittelt - neben der Erfüllung dieser drei Mo- tionen, die eine Aenderung anvisieren - die Frage der Aufhe- bung des Sperrfristbeschlusses ins Zentrum Ihrer Diskussion gerückt.
Zu diesem Zweck erlauben Sie mir einen Rückblick auf die Ausgangslage, nämlich auf die Situation auf dem Bodenmarkt in den Jahren 1988/89. Denn daraus lassen sich meiner Mei- nung nach mehrere Schlüsse für den Entscheid, den Sie heute zu treffen haben, ziehen.
Die Ausgangslage vor Erlass der bodenrechtlichen Sofort- massnahmen war durch zwei Merkmale gekennzeichnet:
Erstens durch eine eigentliche Preisexplosion. Umfassende Daten fehlen zwar, aber gestützt auf einzelne Untersuchungen können wir doch festhalten, dass sich die Bodenpreise von 1982 bis 1988 bei einer allgemeinen Teuerung von nur 13 Pro- zent verdoppelten und dass sie von 1987 bis 1989 von einem Indexstand von 250 Punkten auf einen solchen von über 450 Punkten förmlich explodierten.
Zweitens durch eine übergrosse Liquidität bei den Banken. Im Jahre 1988 kosteten erstrangige Hypotheken 5 Prozent, Fest- hypotheken zum Teil sogar noch weniger. Ein eigentliches spekulatives Fieber ergriff in der Folge den Boden- und Lie- genschaftsmarkt. Es kam zu verpönten Kaskadenverkäufen, zu Mietzinserhöhungen und Belehnungsexzessen, sogar über den Verkehrswert von Liegenschaften hinaus.
Parlamentarische Vorstösse sonder Zahl blieben nicht aus. Der Bundesrat hat Ihnen dann im Sommer 1989 zur Nachfra- gedämpfung, zur Brechung der Spekulationsmentalität und zur Verhinderung von Belehnungsexzessen die drei bekann- ten dringlichen Bundesbeschlüsse präsentiert. Vor allem der hier zur Diskussion stehende Sperrfristbeschluss ist damals in beiden Räten mit überwältigendem Mehr, mit rund 90 Prozent Jastimmen, angenommen worden. Mit dem Erlass dieser dringlichen Bundesbeschlüsse wurden die ärgerniser-
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N 26 novembre 1991
weckenden Kaskadenverkäufe von einem Tag auf den andern ausgemerzt.
Gewiss, es kamen dann andere Gründe hinzu, die zur Beruhi- gung des Immobilienmarktes führten. Es waren vor allem - aber zeitlich ganz klar verschoben - steigende Hypothekarzin- sen, die in den Jahren 1990 und 1991 bekanntlich ihren Hö- henflug schubweise fortsetzten, bis sie die heutige Höhe von 7 Prozent für Althypotheken und von 8 bzw. 8,5 Prozent für Neuhypotheken erreichten.
Wenn sich inzwischen der Immobilienmarkt beruhigt hat und wenn es sogar in gewissen Regionen - hier habe ich vor allem Verständnis für die Romandie - nicht nur zu einer Stabilisie- rung der Bodenpreise, sondern in gewissen Segmenten des Immobilienmarktes sogar zu Preiseinbrüchen gekommen ist, dürfen wir abschliessend festhalten, dass das nach dem über- mässigen Spekulationsfieber der Jahre 1987, 1988, 1989 und 1990 an sich das erwünschte Resultat unserer dringlichen Bundesbeschlüsse war. Wenn heute als Folge dieser dringli- chen Bundesbeschlüsse und der Zinserhöhungen einige Spekulanten über die Klinge springen müssen, ist das eine Folge, die diese Spekulanten selber zu verantworten haben. Dagegen besteht heute aus der Sicht des Bundesrates durch- aus Grund, den Sperrfristbeschluss anzupassen. Erster An- lass dafür war ein Bundesgerichtsurteil, welches dem histori- schen Willen des Gesetzgebers nicht entsprach. Frau Spoerry hat diese Frage der Anpassung in Form einer Motion aufge- nommen. Wir unterbreiten Ihnen heute die entsprechenden Klarstellungen.
Im wesentlichen geht es daher bei der heute vorliegenden Re- visionsvorlage um zwei Forderungen: Zum einen soll die Sperrfrist von fünf auf drei Jahre reduziert werden; zum andern wird der Katalog jener Tatbestände erweitert, die keine neue Sperrfrist in Gang zu setzen vermögen. Ich verweise vor allem auf Artikel 3 Absatz 3. Neu soll namentlich keine Sperrfrist zu laufen beginnen, wenn eine Erbteilung, ein Erbvorbezug oder eine Schenkung stattfindet. Die Revision von Artikel 3 legt es sodann nahe, Artikel 2, bei dem es um die Umschreibung der Tatbestände geht, bei denen die Sperrfrist nicht zu beachten ist, entsprechend anzupassen. Schliesslich schlagen wir Ih- nen in Artikel 9 vor, möglichst das neue, für die Bürger günsti- gere Recht nach Verabschiedung dieses revidierten Bundes- beschlusses anzuwenden.
Nun machen u. a. die Herren Gros, Ducret und Scheidegger geltend, der Immobilienmarkt habe sich so sehr beruhigt, dass zur Fortführung dieses Bundesbeschlusses keinerlei An- lass mehr bestehe. Vor allem Herrn Gros gegenüber muss ich ganz klar festhalten: Wir bestreiten die Stabilisierung des Im- mobilienmarkts und der Bodenpreise nicht. Es ist aber eindeu- tig zu billig, die Sperrfrist zum Sündenbock für die Lage auf dem Immobilienmarkt zu stempeln. Die Sünden sind vorher von den Spekulanten begangen worden. Heute sind sich alle Spezialisten darin einig, dass dieser Bundesbeschluss in kei- ner Weise schuld daran ist, dass der Immobilienmarkt in unse- rem Land weitgehend zum Erliegen gekommen ist. Daran sind zweifellos die sehr hohen Hypothekarzinsen schuld.
Ich kann Ihnen versichern: Wenn der Bundesrat zum Schluss käme, dieser Sperrfristbeschluss sei volkswirtschaftlich schädlich, würde er in Ausübung seiner Kompetenz diesen Sperrfristbeschluss unverzüglich aufheben. Das ist aber in kei- ner Weise der Fall, sondern dieser Bundesbeschluss hat heute weder positive noch negative Auswirkungen. Er verhält sich daher in bezug auf das Marktgeschehen weitestgehend neutral. Dagegen ist der Bundesrat der Meinung, dass wir aus den Vorgängen Ende der achtziger Jahre Lehren für die Zu- kunft ziehen müssen. Wir haben nämlich die schlechte Erfah- rung gemacht, dass wir mit diesen Bundesbeschlüssen zu spät gekommen sind. Selbst namhafte Immobilienhändler tei- len diese Auffassung. Spekulative und belehnungsmässige Exzesse im Boom hätten vermieden werden können, wenn die Massnahmen früher - anstatt im Oktober 1989 beispielsweise bereits Anfang 1988 - erlassen worden wären. Manche Bank stünde heute vor weniger gravierenden Rückstellungs- und Li- quiditätsproblemen, die sie sich durch unvorsichtiges Geba- ren in der Euphorie des Booms eingehandelt hat. Die Rück- schau nützt uns jedoch nichts. Die Dinge haben damals ihren
freien Lauf genommen. Gerade weil wir aber nicht erst seit No- belpreisträger Milton Friedman wissen, dass der politische Prozess und die staatlichen Interventionen in Demokratien in der Regel zu spät kommen, sollten wir uns heute davor hüten, uns voreilig unter dem Eindruck der Tagesaktualität ein Instru- ment aus der Hand schlagen zu lassen, auf dessen Hilfe wir recht bald wieder angewiesen sein könnten.
Ich will mich nicht zum «Zinspropheten» aufschwingen. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass ein Rückgang der Zinsen - so hoffen wir alle - nicht ausgeschlossen werden kann. Prophe- zeiungen von sinkenden Zinsen und einer damit verbundenen Wiederbelebung des Immobilienmarktes sind aber gar nicht notwendig, um zu begründen, dass die Sperrfrist nicht aufge- hoben werden soll. Selbst bei stagnierenden Zinsen ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Wirtschaft wieder auf ein höhe- res Zinsniveau eingestellt hat und wieder Schwung in den Immmobilienmarkt kommt. Ich darf daran erinnern, dass bei- spielsweise in Grossbritannien ein Immobilienboom selbst bei Hypothekarzinsen von 14 Prozent möglich war.
Schliesslich dürfen wir eines nicht vergessen: Der säkulare Trend auf dem Liegenschaftsmarkt weist nach oben. Der Bo- den ist kein vermehrbares Gut, und die Ansprüche, die wir daran stellen, werden auch in Zukunft nicht zurückgehen. Noch ist diesbezüglich kein Trendbruch in Sicht, der darauf hinweist, dass das Wachstum des Geschäfts- und Wohnflä- chenbedarfs pro Kopf zurückgeht.
Zusammenfassend bitte ich Sie daher, der beantragten Revi- sion dieses Bundesbeschlusses zuzustimmen, den Aufhe- bungsantrag der Kommissionsminderheit Gros Jean-Michel aber abzulehnen. Auch das in Aussicht gestellte Anschluss- programm führt zu keinem anderen Schluss. Was sich von die- sem Anschlussprogramm realisieren lässt - und wann dies geschieht -, ist heute noch vollständig offen. Zur Bekämpfung der ärgerniserregenden Kaskadenverkäufe und damit der Spekulation auf dem Bodenmarkt kämen fiskalische Mass- nahmen in Frage. Wir müssten zu Grundstückgewinnsteuern kommen, die derart prohibitiv wären, dass sie solche Kaska- denverkäufe ausschliessen würden. Dass die Kantone innert nützlicher Frist derartige Umgestaltungen ihrer kantonalen Grundstückgewinnsteuern realisieren könnten, dafür fehlt mir zurzeit - ich muss das ehrlich zugeben - der Glaube. Der Bo- den bleibt ein rares, nicht vermehrbares Gut. Auch auf dem Immobilienmarkt wird der nächste Aufschwung - wir haben wahrscheinlich den Tiefpunkt noch nicht erreicht - mit Sicher- heit kommen. Und wollen Sie dann die Verantwortung dafür übernehmen, dass wir einer neuen Spekulation mit Grund und Boden wehrlos gegenüberstehen? Diese Verantwortung möchte auf jeden Fall der Bundesrat nicht übernehmen.
Der Bundesrat empfiehlt Ihnen daher, die Revision zu be- schliessen und den Minderheitsantrag auf Aufhebung des Bundesbeschlusses klar abzulehnen.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Begrüssung - Bienvenue
Präsident: Ich möchte die Offiziere des Stabes des ersten Ar- meekorps begrüssen, die sich zurzeit auf der Tribüne aufhal- ten. Sie demonstrieren offenbar unser schweizerisches Ver- hältnis zwischen Bürger und Soldat. (Beifall)
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
.
Sperrfrist für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke
2113
Titre et préambule Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen -Adopté
Ziff. I Ingress Antrag der Kommission Mehrheit Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Minderheit (Gros Jean-Michel, Ducret, Etique, Perey, Philipona, Spoerry, Theubet, Zwingli)
... wird aufgehoben.
Ch. I préambule Proposition de la commission Majorité Adhérer au projet du Conseil fédéral Minorité
(Gros Jean-Michel, Ducret, Etique, Perey, Philipona, Spoerry, Theubet, Zwingli) ... est abrogé.
Namentliche Abstimmung - Vote par appel nominal
Für den Antrag der Mehrheit stimmen die folgenden Ratsmit- glieder:
Votent pour la proposition de la majorité:
Aguet, Bär, Baumann, Bäumlin, Béguelin, Bircher Peter, Bir- cher Silvio, Bischof, Blatter, Bodenmann, Borel François, Brügger Cyrill, Brunner Christiane, Bühler Simeon, Bühlmann, Bundi, Bürgi, Caccia, Carobbio, Caspar, Columberg, Danu- ser, de Dardel, David, Diener, Dormann, Dünki, Duvoisin, Eg- genberger, Engler, Fankhauser, Fasel, von Felten, Fischer- Sursee, Gardiol, Gobet, Goll, Gonseth, Grendelmeier, Gross Andreas, Grossenbacher, Haering Binder, Hafner Rudolf, Haf- ner Ursula, Haller, Hämmerle, Herczog, Hess Peter, Hollen- stein, Hubacher, Iten Joseph, Jaeger, Jäggi Paul, Jeanprêtre, Jöri, Keller Anton, Keller Rudolf, Kühne, Ledergerber, Lee- mann, Leu Josef, Leuenberger Ernst, Leuenberger Moritz, Maeder, Marti Werner, Matthey, Mauch Ursula, Meier Hans, Meier Samuel, Meyer Theo, Misteli, Oehler, Rebeaud, Rech- steiner, Robert, Ruckstuhl, Ruf, Scherrer Werner, Schmid Pe- ter, Schmidhalter, Segmüller, Seiler Rolf, Sieber, Spielmann, Stalder, Stamm Judith, Steffen, Steiger, Strahm Rudolf, Thür, Tschäppät Alexander, Vollmer, Weder Hansjürg, Wick, Wieder- kehr, Ziegler Jean, Zisyadis, Züger, Zwygart (99)
Für den Antrag der Minderheit stimmen die folgenden Ratsmit- glieder:
Votent pour la proposition de la minorité:
Allenspach, Aregger, Aubry, Baumberger, Berger, Bezzola, Binder, Bonny, Borradori, Bortoluzzi, Bührer Gerold, Campo- novo, Cavadini Adriano, Chevallaz, Cincera, Comby, Cotti, Couchepin, Daepp, Darbellay, Deiss, Dettling, Dreher, Ducret, Eggly, Epiney, Etique, Eymann Christoph, Fehr, Fischer- Hägglingen, Fischer-Seengen, Frey Claude, Frey Walter, Fri- derici Charles, Fritschi Oscar, Früh, Giezendanner, Giger, Gros Jean-Michel, Guinand, Hari, Heberlein, Hegetschwiler, Hess Otto, Hildbrand, Jenni Peter, Kern, Leuba, Luder, Maitre, Mamie, Maspoli, Mauch Rolf, Maurer, Miesch, Moser, Mühle- mann, Müller, Nabholz, Narbel, Neuenschwander, Perey, Phi- lipona, Pidoux, Poncet, Raggenbass, Reimann Maximilian, Rohrbasser, Rutishauser, Rychen, Savary, Scheidegger, Scherrer Jürg, Scheurer Rémy, Schmied Walter, Schwab, Sei- ler Hanspeter, Spoerry, Stamm Luzi, Steinegger, Steinemann, Theubet, Tschopp, Tschuppert Karl, Vetterli, Wanner, Witten- wiler, Wyss, Zölch, Zwahlen (90)
Abwesend sind die folgenden Ratsmitglieder - Sont absents: Blocher, Borer Roland, Gysin, Loeb François, Pini, Ruffy, San- doz, Schnider, Stucky, Suter (10)
Präsident Nebiker stimmt nicht M. Nebiker, président, ne vote pas
Art. 1 Abs. 1 Antrag der Kommission Mehrheit Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Minderheit (Vollmer, Ammann, Jeanprêtre, Ulrich) Unverändert
Art. 1 al. 1 Proposition de la commission Majorité Adhérer au projet du Conseil fédéral Minorité (Vollmer, Ammann, Jeanprêtre, Ulrich) Inchangé
Vollmer, Sprecher der Minderheit: Es geht darum, ob wir die Geltungsdauer von fünf auf drei Jahre reduzieren. Ich gehe davon aus, dass Sie die Botschaft des Bundesrates zu diesem Geschäft studiert haben. Sie werden dann festgestellt haben, dass in dieser Botschaft überhaupt keine Argumente für eine Verkürzung auf drei Jahre angeführt sind. Das einzige Argu- ment, weshalb uns der Bundesrat diese Verkürzung unterbrei- tet, ist der Inhalt der seinerzeitigen Motion Ducret, in der diese Verkürzung aufgeführt worden ist. Man hat sich aber in der da- maligen Debatte zu dieser Motion nicht über die Verkürzung unterhalten, das ist bei diesem langen Text einfach mitge- rutscht.
Wir stellen fest, dass es keine sachlichen Gründe für eine sol- che Verkürzung gibt. Wer jetzt behauptet, mit den drei Jahren würde man den Problemen besser gerecht, begibt sich wieder auf die Argumentationsebene, die wir bereits hatten: Wollen wir diesen Bundesbeschluss überhaupt noch in Kraft behalten oder nicht?
Es ist zwar richtig, dass die extremsten Auswüchse bei diesen Kaskadenverkäufen - die üble Spekulation erregt mit Recht Anstoss in der Bevölkerung - auch durch eine dreijährige Sperrfrist in ihrer Wirkung gebrochen würden und dass diese Sperrfrist präventiv wirkte.
Wenn wir Ihnen dennoch einen Antrag auf Festhalten an den fünf Jahren unterbreiten, so geschieht das aus Konsequenz- gründen. Hören wir doch damit auf, an dem Beschluss herum- zuschrauben. Er wird ohnehin abgelöst, er ist ohnehin befri- stet, wie ich bereits beim Eintreten gesagt habe. Das Massnah- menpaket wird folgen. Es ist also durchaus nicht im Sinne der so vielbeschworenen Rechtssicherheit, dass wir während der Geltungsdauer des Sperrfristbeschlusses die Geltung von fünf auf drei Jahre reduzieren. Bleiben Sie bei fünf Jahren. Wir wollen damit zeigen, dass wir uns immer noch eine gewisse Wirkung erhoffen. Es ist nicht zu erwarten, dass sich das nega- tiv auf die erwünschte zusätzliche Wohnbautätigkeit auswirkt. Sie wird durch die Ausnahmebestimmungen genügend abge- deckt.
Im Sinne einer konsequenten Politik bitten wir Sie deshalb, den dringlichen Bundesbeschluss so zu belassen und die fünf Jahre Geltungsdauer im Gesetz stehenzulassen.
Engler, Berichterstatter: Artikel 1 Absatz 1 statuiert den Grundsatz, dass nichtlandwirtschaftliche Grundstücke nach ihrem Erwerb während einer bestimmten Dauer weder in Tei- len noch als Ganzes veräussert werden dürfen. Wir diskutieren jetzt über die Dauer. Der Minderheitsantrag Vollmer möchte bei fünf Jahren bleiben. Die Kommissionsmehrheit möchte eine Reduktion auf drei Jahre. Herr Vollmer bringt vor, dass eine Begründung für die Reduktion fehle. Ich möchte Ihnen diese Begründung nachliefern:
Die Dauer der Sperrfrist war schon beim Erlass des Bundesbe- schlusses sehr umstritten. Die Ergebnisse waren ausseror- dentlich knapp. Des weiteren wurde am 20. Juni 1991 die Mo- tion von Herrn Ducret überwiesen; sie wurde also akzeptiert. Darin ist die Herabsetzung von fünf Jahren auf drei Jahre vor- gesehen. Wir entsprechen also mit einer Reduktion unserem eigenen Willen. Hinzu kommt, dass eine zahlenmässige Erhe- bung ergeben hat, dass drei Viertel der Veräusserungen vor drei Jahren gewollt waren und damit auch nach der Reduktion
7-N
Délai d'interdiction de revente des immeubles non agricoles 2114
N 26 novembre 1991
noch betroffen sind. Der Geltungsbereich der Bundesbe- schlüsse wird damit nur sehr wenig eingeschränkt. Die speku- lativsten Kaskadenverkäufe, die in der Bevölkerung am um- strittensten waren, werden mit einer dreijährigen Sperrfrist ver- hindert. Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit erscheint daher die Reduktion von fünf Jahren auf drei Jahre gerechtfer- tigt.
Ich bitte Sie deshalb, den Antrag der Kommissionsminderheit Vollmer abzulehnen und mit der Mehrheit der Reduktion von fünf Jahren auf drei Jahre zuzustimmen.
M. Etique, rapporteur: Je vous prie à mon tour de rejeter la proposition de minorité Vollmer. Nous venons de décider, à une faible majorité, de maintenir cet arrêté fédéral. Dès lors, suivre la minorité à cet article conduirait à enlever à cet exer- cice toute sa signification et à cette modification de la loi toute sa substance.
Trois raisons militent en faveur de la proposition de la majorité de fixer le délai d'interdiction à trois ans au lieu de cinq: pre- mièrement, ce problème avait déjà fait l'objet d'une longue discussion lors de l'adoption de l'arrêté en octobre 1989, et c'est à une faible majorité que les cinq ans l'avaient emporté dans ce conseil (93 voix contre 89) et aussi à une relative faible majorité au Conseil des Etats (23 voix contre 15). Deuxième- ment, il faut constater que nous sommes liés politiquement et juridiquement, voire moralement, par la motion Ducret, accep- tée par ce conseil, qui demande précisément - et c'est la subs- tance même de la motion - l'abaissement du délai d'interdic- tion de cinq à trois ans. Enfin, on peut tranquilliser les auteurs de la proposition de minorité puisqu'il est établi que le délai de trois ans concerne encore le 74 pour cent des propriétaires. Donc, en abaissant ce délai à trois ans, on ne vide pas l'arrêté de sa substance ni de sa portée.
Je vous invite par conséquent à accepter la version de la majo- rité.
Bundesrat Koller: Der Bundesrat schlägt Ihnen hier eine drei- jährige Sperrfrist vor. Ein Grund ist, dass beide Räte uns mit der Ueberweisung entsprechender Motionen dazu angehal- ten haben und der Bundesrat bekanntlich folgsam ist. Die Lösung ist, das der zweite Grund, aber auch sachlich vertret- bar. Wir haben bei den Kantonen nämlich zwei Erhebungen gemacht. Die eine betraf den Zeitraum gerade nach Inkrafttre- ten des Bundesbeschlusses vom 7. Oktober 1989 bis zum 30. April 1990. Wir haben festgestellt, dass auch bei einer drei- jährigen Sperrfrist 72,7 Prozent aller Fälle tatsächlich erfasst gewesen wären; d. h., sie wären bewilligungspflichtig gewe- sen. Eine zweite Erhebung betreffend die Zeit vom 1. Mai 1990 bis zum 30. April 1991 hat ein ähnliches Resultat ergeben: Es wären mit einer dreijährigen Frist 74 Prozent aller Gesuche er- fasst gewesen.
Ich darf auch noch daran erinnern, dass einige kantonale Steuergesetze, welche Grundstückgewinnsteuern degressiv erheben, davon ausgehen, dass nach Ablauf von drei Jahren keine Spekulation mehr vorliegt. Das sind neben dem ver- pflichtenden Auftrag die sachlichen Gründe, weshalb wir Ih- nen empfehlen, dem Bundesrat und der Mehrheit Ihrer Kom- mission zuzustimmen.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag der Minderheit
96 Stimmen 38 Stimmen
Art. 2 Abs. 1 Antrag der Kommission Einleitung, Bst. a, e, i Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Bst. k (neu) k. bei einer Realteilung von Mit- und Gesamteigentum.
Art. 2 al. 1
Proposition de la commission Introduction, let. a, e, i Adhérer au projet du Conseil fédéral
Let. k (nouveau)
k. à la suite d'un partage attributaire entre copropriétaires ou propriétaires en main commune.
Engler, Berichterstatter: Erlauben Sie mir einige kurze Bemer- kungen, obwohl hier weder ein Minderheitsantrag noch ein Einzelantrag vorliegt
Es handelt sich bei Artikel 2 Absatz 1 Buchstaben a bis k um jene Fälle, in welchen die Sperrfrist nicht zu beachten ist. Die Buchstaben a, e, i und k bedürfen der gesetzgeberischen Klä- rung wegen technischer Probleme und wegen der Rechtspre- chung des Bundesgerichtes.
Beim Buchstaben a werden neben dem Erbgang und der Erb- teilung auch das Vermächtnis, der Erbvorbezug und die Schenkung erwähnt.
In Buchstabe e wird neben der Baulandumlegung unter be- hördlicher Mitwirkung auch der Tausch ohne Aufpreis er- wähnt, wobei sich in der Kommission des Ständerates die Frage gestellt hat, ob man einen unwesentlichen Aufpreis zu- lassen soll. Diese Frage wird wahrscheinlich im Differenzberei- nigungsverfahren nochmals auf uns zukommen.
In Buchstabe i soll neu auch die Fusion klar erwähnt sein, die bisher nur in Artikel 3 erwähnt war.
In Buchstabe k soll die Realteilung von Mit- und Gesamteigen- tum von der Sperrfrist ausgenommen werden.
M. Etique, rapporteur: Cet article 2 constitue également, à côté du délai, un des points centraux de la modification de cet arrêté. C'est là que le Conseil fédéral a montré sa volonté de faire entrer dans la législation les motions dont nous avons pa- rlé tout à l'heure.
Même si cet article ne fait pas l'objet de contestations au sein de la commission par l'apparition d'une majorité et d'une mi- norité, j'apporte quelques explications concernant la modifica- tion de l'article 2 par rapport à la situation actuelle. Il s'agit en fait des exceptions au principe du délai d'interdiction. Le Conseil fédéral, dans son projet, apporte cinq exceptions sup- plémentaires conformément aux motions qu'il a été chargé d'exécuter, à savoir: le legs, l'avancement d'hoirie, la dona- tion, le remaniement parcellaire exécuté sans participation de l'autorité, c'est-à-dire le remaniement parcellaire volontaire à la condition qu'il s'effectue sans soulte, et l'acquisition d'im- meubles par voie de fusion. Nous avons donc introduit comme nouvelle exception - c'est un des points importants de cette modification - la fusion d'entreprises, à ne pas confondre avec une autre disposition de l'arrêté: la fusion d'institutions de prévoyance.
La commission a eu la bonne idée d'introduire une sixième ex- ception supplémentaire qui figure à la lettre k et qui est consti- tuée par le partage attributaire entre copropriétaires ou pro- priétaires en main commune, et cela dans la logique inverse des lettres c et g de l'article 2. En effet, la loi actuelle men- tionne, parmi les exceptions: lorsqu'une personne est déjà propriétaire en main commune d'un immeuble, elle peut ac- quérir l'immeuble sans restriction, sans observer le délai puis, à la lettre g, à la suite d'une augmentation de la part de copro- priété ou de propriété par étage de 10 pour cent au plus. Par conséquent, une personne qui augmente sa part en copro- priété bénéficie de l'exception de l'article 2. Pour être logique jusqu'au bout, il fallait prévoir le phénomène inverse, c'est-à- dire la dissolution ou le partage de la copropriété ou de la pro- priété en main commune qui doivent bénéficier des mêmes dispositions que les propriétaires en main commune et les co- propriétaires.
Angenommen - Adopté
Art. 3 Abs. 3 Antrag der Kommission Einleitung, Bst. a, e, f Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Bst. c Streichen
Sperrfrist für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke
2115
Bst. d
d. der Erwerber bereits Mit- oder Gesamteigentümer des Grundstücks ist oder wenn das Grundstück durch Realteilung von Mit- oder Gesamteigentum erworben wurde;
Bst. g
g. das Grundstück durch Fusion oder Umstrukturierung einer Unternehmung im Sinne von Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe h erworben wurde; in diesem Fall hat die anmeldende Person die Bewilligung für die vorzeitige Veräusserung oder eine Fest- stellungsverfügung der kantonalen Bewilligungsbehörde vor- zulegen, dass die Bewilligung hätte erteilt werden können.
Antrag Fischer-Sursee Bst. h (neu)
h. das Grundstück in einem Konkurs- oder Pfandverwertungs- verfahren vom früheren Eigentümer wieder erworben wird.
Art. 3 al. 3
Proposition de la commission Introduction, let. a, e, f Adhérer au projet du Conseil fédéral Let. c Biffer Let. d
d. l'acquéreur est déjà copropriétaire ou propriétaire en main commune de l'immeuble ou que l'immeuble est acquis à la suite d'un partage attributaire entre copropriétaires ou proprie- taires en main commune;
Let. g
g. l'immeuble est acquis par voie de fusion ou de restructura- tion d'entreprise au sens de l'article 4, 1er alinéa, lettre h; dans ce dernier cas, le requérant produira la décision d'autorisation anticipée ou une décision de l'autorité cantonale constatant que l'autorisation aurait pu être donnée.
Proposition Fischer-Sursee Let. h (nouvelle)
h. L'immeuble est recheté par l'ancien propriétaire dans le ca- dre d'une procédure en faillite ou d'une procédure en réalisa- tion du gage.
Einleitung, Bst. a, c-g - Introduction, let. a, c-g Angenommen - Adopté
Bst. h-Let. h
Fischer-Sursee: Ausgangspunkt ist: Handwerker - es geht vor allem um diese - sind, wenn sie gemeinsam an einem Bau- konsortium mitmachen, nicht an die Sperrfrist gebunden. Wenn sie am Objekt eigene Arbeit und eigene Leistung er- bracht haben, können sie mit Gewinn verkaufen.
Jetzt tritt gelegentlich folgender Fall ein:
Ein Handwerker verkauft eine Eigentumswohnung, die er vom Konsortium an Zahlungs Statt genommen hat, an einen Drit- ten, sagen wir zum Preise von 300 000 Franken. Die Bank fi- nanziert diesen Kauf zu 80 Prozent. Damit wären 240 000 Franken hypothekarisch sichergestellt. Der Handwerker lässt einen Teil der Kaufpreisforderung als Darlehen stehen, sagen wir 30 000 Franken.
Es kommt nun gelegentlich vor, dass ein Käufer ein Objekt nicht halten kann, dass es zur Zwangsverwertung kommt. Wenn der Handwerker seine Forderung nicht hypothekarisch sichergestellt hat, kann er sein Geld verlieren. Er muss das Objekt ersteigern, damit er seine Forderung erhalten kann. Die Bank bietet vielleicht 240 000 Franken, dann ist die Bank gedeckt, und der Handwerker hängt in der Luft. Er bietet daher 1000 Franken mehr. Nun hat er das Objekt, aber er kann es nicht mehr weiterverkaufen, es fällt unter die Sperrfrist.
Gemäss meinem Antrag könnte ein früherer Eigentümer, der ein Objekt zurückkaufen muss, dieses weiterverkaufen, ohne an die Sperrfrist gebunden zu sein, und zwar auch mit Gewinn, damit seine Forderung gesichert ist.
Ich gebe zu, dass das nicht ein sehr häufiger Fall ist, aber er hat sich in der Praxis ereignet, deshalb scheint mir diese Aus- nahmebestimmung gerechtfertigt.
Um Missbräuchen vorzubeugen, beschränke ich meinen An- trag ausdrücklich auf das Konkurs- und Pfandverwertungsver- fahren. Ein Objekt kann also nicht freihändig zurückgekauft und dann weiterverkauft werden. Damit wäre möglichen Miss- bräuchen ein Riegel geschoben.
Es geht also darum, dass Handwerker Eigentumswohnun gen, die sie seinerzeit an Zahlungs Statt übernommen haben, als Objekt zum Kaufpreis zurückkaufen können, wenn es schiefgeht. So können sie die Kaufpreisrestanzforderung, die sie häufig stehenlassen müssen, beim zweiten Verkauf wieder einbringen und sich so vor Schaden bewahren. Das ist der Ge- danke dieses ganzen Antrags.
Engler, Berichterstatter: Ich möchte mir erlauben, zu den übri- gen Ausnahmen unter den Buchstaben a bis g einige Bemer- kungen zu machen, bevor ich auf den Antrag von Herrn Fi- scher-Sursee eingehe. Es geht um die Frage, in welchen Fäl- len die Sperrfrist ausnahmsweise nicht gelten soll.
Hier werden in Buchstabe a neben dem Erbgang, der Erbtei- lung und der güterrechtlichen Auseinandersetzung neu das Vermächtnis, der Erbvorbezug, der Ehevertrag und die Schen- kung in den Ausnahmekatalog aufgenommen.
Laut Buchstabe d soll die Sperrfrist nicht nur für das Gesamtei- gentum nicht neu zu laufen beginnen, sondern auch beim Mit- eigentum oder bei einer Realteilung vom Gesamt- oder Mitei- gentum. Zuhanden der Materialien möchte ich ausdrücklich festhalten, dass das Stockwerkeigentum als besondere Art des Miteigentums nicht unter diesen Buchstaben d, sondern unter Artikel 3 Absatz 3 Buchstabe c fällt. Damit gilt der Buch- stabe d nur für das ordentliche Miteigentum, nicht aber für das Stockwerkeigentum, welches unter Buchstabe c geregelt ist Man könnte sagen, der Buchstabe c stelle im Verhältnis zum Buchstaben d eine /ex specialis dar.
In bezug auf die Realteilung gilt es zu präzisieren, dass als sol- che nur gilt, wenn dem Beteiligungsverhältnis entsprechend geteilt wird.
Laut Buchstabe e soll die Sperrfrist nicht neu zu laufen begin- nen, wenn ein Grundstück im Rahmen einer Baulandumle- gung, die unter behördlicher Mitwirkung durchgeführt wird, "oder beim Tausch ohne Aufpreis erworben wird.
Buchstabe f weist auf Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe h hin. Da- bei geht es um die Zusammenlegung, Trennung oder Auflö- sung von Einrichtungen des BVG. Dafür ist jeweils die Geneh- migung der Aufsichtsbehörde nötig.
In Buchstabe g soll gemäss Bundesrat nicht nur die Fusion vom Sperrfristenlauf ausgenommen sein, sondern auch die Unternehmensaufspaltung. Nach langer Diskussion hat sich die Kommission auf den Begriff der Umstrukturierung geei- nigt. Dabei soll nicht der Grundbuchverwalter, sondern die Be- willigungsbehörde entscheiden, ob eine Umstrukturierung vorliegt oder nicht. Damit können Missbräuche verhindert wer- den.
Ich komme damit noch zum Antrag von Herrn Fischer-Sursee: Der Antrag wurde in der Kommission nicht behandelt. Es ist ef- fektiv - wie Herr Fischer selbst sagt - ein sehr seltener Ausnah- mefall. Man muss zum einen beachten, dass es sich um ein Schuldbetreibungs- und Konkursverfahren handelt. Das ist schon eine wichtige Voraussetzung. Dann geht es zum ande- ren um den Rückkauf des Erstellers, und dieser Ersteller muss, damit er überhaupt am Schuldbetreibungs- und Kon- kursverfahren beteiligt ist, gleichzeitig noch Gläubiger sein. Solche Fälle sind sehr selten, am ehesten ist es noch bei ei- nem Baukonsortium möglich, das Eigentumswohnungen oder Reihenhäuser erstellt. Dort kann es sein, dass der Selbst- nutzer bis zu 100 Prozent belehnt, darüber hinaus vielleicht noch eine Zinsstufenhypothek hat, so dass es später möglich sein muss, wieder mit einem Gewinn verkaufen zu können. Diese Fälle scheinen mir persönlich Ausnahmen zu sein, die man durchaus in diesen Ausnahmekatalog aufnehmen könnte.
M. Etique, rapporteur: Je tiens à préciser quelles ont été notre démarche et notre philosophie dans l'examen et la rédaction de l'article 3. Il s'agissait, mieux que cela n'est réalisé dans la loi actuelle, d'harmoniser les articles 2 et 3, c'est-à-dire d'avoir
N 26 novembre 1991
Délai d'interdiction de revente des immeubles non agricoles 2116
deux articles absolument parallèles, voire symétriques. En ef- fet, l'article 2 parle d'exceptions au principe du délai d'interdic- tion et l'article 3 des exceptions quant au démarrage d'un nou- veau délai d'interdiction. Je crois pouvoir affirmer qu'avec les amendements apportés par le Conseil fédéral et celui de la commission aux lettres det g on doit pouvoir réaliser cette par- faite symétrie entre les deux articles susmentionnés, afin d'ob- tenir un meilleur fonctionnement de l'arrêté et d'éviter certai- nes distorsions dans son application.
Examinons les choses dans le détail: à la lettre a de l'article 2, il s'agissait d'introduire les notions de partage successoral, de legs, d'avancement d'hoirie ou de donation, opérations qui ne font pas partie d'un nouveau délai d'interdiction. A la lettre d, il s'agissait d'harmoniser cette lettre avec l'article 2, lettre c, ainsi qu'avec l'introduction de la notion de partage attributaire. A la lettre e, nous avons introduit l'échange sans soulte, conformément à ce que nous avons fait à l'article 2. A la lettre f, nous avons harmonisé le texte avec celui de l'article 2, lettre h, fonds de prévoyance; jusqu'à présent, on parlait des fonds de prévoyance à l'article 2, ce qui n'était pas le cas à l'article 3, la- cune que nous avons comblée. Enfin, à la lettre g, nous intro- duisons la notion de fusion et de restructuration d'entreprises. Une remarque à ce propos: quant au fond, l'acquisition d'un immeuble par voie de fusion ou de restructuration n'entraîne pas le déclenchement d'un nouveau délai. Il y a par contre, entre la fusion et la restructuration, une légère nuance de forme et de procédure, en ce sens que, pour juger du délai ou du démarrage d'un nouveau délai en cas de fusion, la compé- tence appartient au préposé du Registre foncier, alors qu'en matière de restructuration il faut que le requérant puisse four- nir une déclaration de l'autorité cantonale établissant que la vente anticipée aurait été accordée si elle avait été demandée. Donc, la restructuration n'est fondamentalement pas moins bien traitée que la fusion, c'est une simple différence qui inter- vient dans le cadre de la procédure. Je précise qu'il ne s'agit pas, à la lettre g de l'article 3, de vente anticipée mais, en quel- que sorte, de simulation d'une vente anticipée, l'autorité can- tonale prévue à l'article 4 devant dire si, cas échéant, elle au- rait approuvé la vente anticipée.
En ce qui concerne la proposition de M. Fischer-Sursee à la lettre h, comme l'a relevé le président de la commission, cette proposition n'a pas été examinée par la commission. Mais je peux me déclarer d'accord avec la proposition Fischer-Sursee pour les raisons suivantes: tout d'abord, nous ne sommes pas ici dans le domaine de la spéculation; ensuite, on ne peut pas reprocher à celui qui veut reprendre possession de l'immeu- ble dont il fut propriétaire de s'engager dans une opération spéculative, puisque pour lui le but est, dans le cas d'une pro- cédure de poursuite ou de faillite, de sauvegarder ses intérêts et d'essayer de récupérer sa créance. Donc, cette proposi- tion est sympathique en ce sens qu'elle n'introduit ou ne pro- voque pas d'opération spéculative. On peut se demander, au niveau de la rédaction du texte, s'il n'aurait pas fallu spécifier: « .... et rachetée par l'ancien propriétaire titulaire d'un droit de créance» ou plutôt «d'un droit de gage sur l'immeuble». C'est bien de cela que veut parler M. Fischer-Sursee. D'autre part, je pense que cette opération peut être utilisée à bon escient pour améliorer l'arrêté que nous avons décidé de maintenir et il ne faut pas rater cette occasion. Enfin, grâce à la proposition Fischer-Sursee, on réalisera la symétrie parfaite entre l'ar- ticle 3 et l'article 2, parce qu'une petite lacune concernant ce problème subsistait.
Je vous propose donc d'accepter la proposition Fischer-Sur- see, article 3, alinéa 3, lettre h.
Bundesrat Koller: Bei den allgemeinen Ausführungen zu Arti- kel 3 darf ich auf die Botschaft und auf die Ausführungen Ihrer beiden Kommissionssprecher verweisen; ich möchte jetzt nur noch zum Antrag von Herrn Fischer-Sursee Stellung nehmen: Die Zwangsvollstreckung ist ein Tatbestand, für den wir keine vollständige Symmetrie zwischen den Artikeln 2 und 3 haben; in bezug auf die Sperrfrist wird also die Veräusserung nicht gleich behandelt wie der Erwerb. Das ist in der Sache begrün- det, weil die Zwangsvollstreckung keine freiwillige, sondern eine Zwangsveräusserung ist. Herr Fischer möchte für einen -
er sieht das wohl selber - doch eher singulären Fall ebenfalls eine Ausnahme beim Erwerb aus einer Zwangsvollstreckung machen. Ich habe für diesen Antrag ein gewisses Verständnis, vor allem in den Fällen, da sich Handwerker im Wohnungsbau engagiert haben und nun wegen der Unbill der Zeit der hohen Zinsen ihre Rechnung nicht aufgeht und sie daher möglichst eine Verlustminderung realisieren möchten.
Ich kann diesem Antrag vor allem auch deshalb zustimmen, weil er mir keine Missbrauchsmöglichkeiten zu bieten scheint. Ich muss Ihnen allerdings schon anmelden, dass ich dann entschieden gegen den Antrag der Minderheit Philipona bei Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe i bin. Denn dort besteht tatsäch- lich die Gefahr, dass der ganze Sperrfristbeschluss unterlau- fen wird. Hingegen haben wir hier ganz klare, berechenbare Tatbestände, die auch der Grundbuchverwalter überprüfen kann. Er kann überprüfen, ob tatsächlich ein Zwangsvoll- streckungstatbestand vorliegt, und er kann überprüfen, ob der Erwerber früher Eigentümer war. Daher scheinen mir hier Missbräuche ausgeschlossen zu sein.
Aus diesen Motiven kann ich dem Antrag Fischer-Sursee zu- stimmen.
Angenommen - Adopté
Art. 4 Abs. 1 Antrag der Kommission Einleitung, Bst. a Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Bst. b Mehrheit
b. .... während mindestens einem Jahr ...
Minderheit (Jeanprêtre, Ammann, Diener, Ulrich, Vollmer) Unverändert
Bst. i (neu) Mehrheit
Ablehnung des Antrages der Minderheit
Minderheit (Philipona, Ducret, Etique, Gros Jean-Michel, Perey, Scheid- egger, Spoerry, Theubet, Zwingli)
i. der Verkauf dazu notwendig ist, die Gläubiger zu befriedi- gen, um eine Zwangsverwertung zu vermeiden.
Art. 4 al. 1 Proposition de la commission Introduction, let. a Adhérer au projet du Conseil fédéral
Let. b Majorité b. .... pendant un an au moins .... Minorité (Jeanprêtre, Ammann, Diener, Ulrich, Vollmer) Inchangé
Let. i (nouvelle) Majorité
Rejet de la proposition de la minorité
Minorité (Philipona, Ducret, Etique, Gros Jean-Michel, Perey, Scheid- egger, Spoerry, Theubet, Zwingli)
i. la vente est nécessaire pour désintéresser des créanciers afin d'éviter une exécution forcée.
Einleitung, Bst. a - Introduction, let. a Angenommen - Adopté
Bst. b-Let. b
Mme Jeanprêtre, porte-parole de la minorité: Avec cette nou- velle proposition, nous entrons de nouveau en matière sur un net assouplissement de l'arrêté. A notre avis, il y avait déjà trop d'exceptions à l'interdiction d'aliéner durant cinq ans. Je l'ai
2117
Sperrfrist für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke
affirmé lors de l'entrée en matière: soit nous avons un délai long - en l'occurrence, il était de cinq ans - avec quelques ex- ceptions, soit nous avons un délai plus court avec moins d'ex- ceptions. Mais, nous abordons maintenant un processus tout à fait inverse. Nous avons donc diminué ce délai de cinq à trois ans en assouplissant encore d'autres conditions qui étaient déjà très favorables. Dans le cas particulier et actuellement, si un immeuble a servi pendant deux ans au moins de logement à l'aliénateur ou à sa famille ou d'installation stable à son entre- prise, ce propriétaire pourra demander une autorisation d'alié- nation avant l'expiration du délai d'interdiction.
On nous propose maintenant un délai d'une année parce que, dans certaines circonstances, on estime que le délai de deux ans serait un peu long. L'auteur de la proposition justifie celle-ci en précisant que dans certaines circonstances - ce n'est donc pas du tout une règle générale - on peut rencontrer des situations difficiles, par exemple, lorsqu'un propriétaire qui vient d'acquérir il y a une année environ une maison doit partir brusquement à l'étranger et ne veut pas vendre sa mai- son avant son départ, ce qui l'oblige ainsi à revenir pour régler son opération.
Mais pourquoi parler d'un délai d'une année, pourquoi pas de six mois, pourquoi pas d'un mois, quelle limite donner en fait? En abordant le court terme, on entre dans ce que l'on voulait précisément éviter, c'est-à-dire les ventes en cascade. Certes, je l'ai dit, il peut y avoir ici ou là des situations malheureuses, mais ce délai de deux ans paraît convenir parfaitement à l'es- prit de l'arrêté. Il faut rappeler aussi - ce qui est très important - qu'un aliénateur peut demander en tout temps une autorisa- tion, quelle que soit la durée de la possession de son bien, s'il l'aliène sans en retirer un bénéfice. Donc, c'est bien sur ce ter- rain-là que nous devons nous placer, qui est celui de la lutte contre la spéculation foncière et des ventes en cascade et nous dire qu'à aucun moment le législateur, par un arrêté fédé- ral urgent, n'a voulu empêcher l'aliénation d'un bien, si celle-ci n'entraînait pas un gain spéculatif.
Engler, Berichterstatter: Es stellt sich hier die Frage, welche Verkäufe vor drei Jahren bewilligt werden können und welche nicht. In Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe a ist es klar: Es kann vor Ablauf von drei Jahren ein Verkauf bewilligt werden, wenn er ohne Gewinn abgeschlossen wird.
Bei Buchstabe b geht es um selbstgenutztes Eigentum: ein- mal die Familienwohnung, das Einfamilienhaus, das Stock- werkeigentum, dann aber auch die Betriebsstätten, sei es die Werkstatt eines Handwerkers, sei es die Praxis eines Anwalts oder eines Arztes, seien es kleinere, mittlere Gewerbebe- triebe.
Ich möchte Frau Jeanprêtre sagen, dass hier eigentlich nicht der normale Fall von Kaskadenverkäufen vorliegt Bei Kaska- denverkäufen geht es doch vorwiegend um die Veräusserung nichtselbstgenutzten Eigentums, und auch nur bei nicht- selbstgenutztem Eigentum haben wir es in den letzten Jahren mit übermässigen Gewinnen innert kürzester Frist zu tun ge- habt.
Die Kommissionsmehrheit ist der Ansicht, dass im Bereich des selbstgenutzten Eigentums - in Analogie zur Reduktion von fünf Jahren auf drei Jahre - von zwei Jahren auf ein Jahr redu- ziert werden soll. Es kommt auch - und ich möchte an die sozi- aldemokratischen Mitglieder dieses Rats appellieren - die Mo- bilität der Arbeitnehmer hinzu. In einer Zeit wie heute, bei ver- mehrter Arbeitslosigkeit, bei geringem wirtschaftlichem Wachstum, sind gerade die Arbeitnehmer oft genötigt, ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Und da muss es ihnen möglich sein, ihre Eigentumswohnung zu veräussern. Es muss ihnen mög- lich sein, das Einfamilienhaus zu veräussern und den Wohnort zu wechseln. Nur so ist es ihnen möglich, die neue Wohnung dann wieder zu kaufen und Eigentümer zu werden. Es trifft na- türlich zu, was Frau Jeanprêtre sagte, dass es dem Arbeitneh- mer möglich ist, ohne Gewinn zu veräussern. Aber solche Ge- winne dürfen doch als nichtspekulativ angesehen werden.
Ich beantrage Ihnen deshalb, in Analogie zur Reduktion von fünf Jahren auf drei Jahre, hier von zwei Jahren auf ein Jahr zu reduzieren, also Ablehnung des Minderheitsantrags und Zu- stimmung zum Mehrheitsantrag.
M. Etique, rapporteur: Contrairement à ce que nous avons ef- fectué aux articles 2 et 3, à l'article 4 nous n'avons pas étendu le nombre d'autorisations d'aliénations anticipées que peut décider l'autorité cantonale compétente instituée à cet effet. Mais nous sommes saisis d'une proposition de la majorité de la commission visant à réduire d'un an le délai prévu à la lettre b.
Mme Jeanprêtre s'est tout à l'heure plainte du fait que cette loi contenait beaucoup trop d'exceptions. Or, pour quelles rai- sons y a-t-il des exceptions dans une loi? Est-ce pour favoriser les spéculateurs, pour permettre à certains de s'en mettre tou- jours plus dans les poches? Que non! Les exceptions sont là pour tenir compte de problèmes humains, de difficultés que rencontrent des hommes et des femmes. L'opération législa- tive n'est pas abstraite et impersonnelle. Elle concerne tou- jours des individus et des êtres humains qui ont des problè- mes, des soucis, et sont parfois victimes de drames en raison de l'application trop stricte de certains principes impersonnels de l'appareil législatif. C'est la raison pour laquelle nous avons introduit ici des exceptions, afin de tenir compte des cas parti- culiers. Je vous prie donc instamment d'accepter la proposi- tion de la majorité qui a été adoptée en commission par 13 voix contre 5. Evitons, en faisant preuve de peu de souplesse, de donner des arguments à ceux qui, à gauche ou à droite, repro- chent précisément au Parlement d'édicter des lois imperson- nelles qui ne prennent pas en considération les intérêts et les problèmes de la population à laquelle elles s'adressent.
Enfin, on l'a relevé tout à l'heure, il y a un problème de mobilité professionnelle, surtout dans cette période de restructurations et de difficultés économiques. Parfois, des personnes doivent prendre des décisions importantes sur leur avenir profession- nel et personnel. Elles doivent déménager et réaliser rapide- ment leurs biens. En modifiant cet alinéa de la lettre b, nous al- lons dans le sens d'une plus grande mobilité professionnelle de la population.
Bundesrat Koller: Es lässt sich nicht bestreiten, dass zwi- schen der Dauer der Sperrfrist und der Zeit des Eigenge- brauchs, die eine vorzeitige Veräusserung rechtfertigt, ein ge- wisser sachlicher Zusammenhang besteht. Insofern spricht ei- gentlich die Logik dafür, die Dauer des Eigengebrauchs von zwei Jahren auf ein Jahr herunterzusetzen, wenn Sie die Dauer der Sperrfrist von fünf Jahren auf drei Jahre reduzieren. Ich möchte nicht den Propheten spielen, aber bis zum Ablauf dieses Bundesbeschlusses 1994 wird wohl kaum jemand Grundstücke zum Zweck des Eigengebrauchs erwerben, um nach einem Jahr spekulative Geschäfte damit betreiben zu können. Hier wird doch das Moment der Mobilität, wie von den Referenten gesagt worden ist, der entscheidende Grund sein; sie wollen wir nicht behindern.
Ich kann daher dem Antrag der Kommissionsmehrheit zustim- men.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag der Minderheit
68 Stimmen 37 Stimmen
Bst. i- Let. i
M. Philipona, porte-parole de la minorité: La situation écono- mique actuelle a pour conséquence, entre autres, que parfois des ventes d'immeubles sont devenues nécessaires pour as- sainir des situations financières particulièrement précaires. La proposition soutenue par une grande minorité de la commis- sion a pour but de permettre de telles ventes avant une faillite ou une saisie plutôt qu'après. Il arrive qu'une telle vente puisse éviter une situation dramatique. Les faillites et les saisies ne sont des situations réjouissantes pour personne. Il faut les évi- ter dans la mesure du possible. Pour ceux qui craignent des abus, je précise encore que nous sommes à l'article 4, dans le régime d'autorisations. C'est donc l'autorité cantonale qui examine chaque situation, puis accepte ou refuse les autorisa- tions requises. Les abus possibles sont ainsi évités. Si le re-
Délai d'interdiction de revente des immeubles non agricoles 2118
N 26 novembre 1991
quérant peut démontrer qu'il n'a aucun dessein de spécula- tion, pourquoi ne pas l'autoriser à vendre?
Pour terminer, je rappelle que de tels cas n'ont rien de spécu- latif, il n'y a donc aucune raison de les régler dans un arrêté qui vise la lutte contre la spéculation.
Engler, Berichterstatter: Ich beantrage Ihnen, den Minder- heitsantrag Philipona abzulehnen, wie die Mehrheit der Kom- mission es tut. Herr Philipona möchte hier einen Ausnahmefall statuieren, der praktisch eine Härteklausel darstellt Er möchte, dass ein Gläubiger sich befriedigen kann. Das ist ein hehrer Wunsch, der akzeptiert wird; er möchte, dass er das ausserhalb eines Schuldbetreibungs- und Konkursverfahrens tun kann - das wäre an sich auch noch zu akzeptieren. Das Problem ist aber, dass es hier - wie er selbst erwähnt hat - zu Umgehungen kommen kann und dass Abgrenzungen ausser- ordentlich schwierig sind.
Der Minderheitsantrag verstösst deshalb gegen die innere Lo- gik des gesamten Beschlusses. Der Bundesrat hat nicht zu Unrecht eine solche Härteklausel immer wieder abgelehnt - übrigens auch bei der Behandlung der Motionen. Würden wir den Antrag Philipona annehmen, könnten Umgehungen nicht mehr ausgeschlossen werden, und die kantonalen Bewilli- gungsbehörden wären kaum in der Lage zu entscheiden, ob es ohne diesen Verkauf zu einer Zwangsverwertung kommen müsste oder ob sie nicht notwendig wäre. Hinzu kommt - das scheint mir wesentlich -, dass jederzeit ein Verkauf ohne Ge- winn möglich ist. Und wenn jemand gezwungen ist, infolge ei- nes Liquiditätsengpasses zu veräussern, dann wird er es in der heutigen Zeit noch viel schwerer haben, mit Gewinn und zudem noch mit hohem Gewinn veräussern zu können. Diese Fälle werden ohnehin Ausnahmefälle bleiben; sie werden die Härte des Gesetzes nicht umgehen können. Hinzu kommt aber, dass es nicht korrekt wäre, ausgerechnet jenem, welcher spekuliert hat, ein besonderes Privileg zu erteilen, damit er den Konkurs abwenden kann. Ich darf auch darauf hinweisen, dass wir jetzt die Sperrfrist von fünf auf drei Jahre verkürzt ha- ben. Logisch wäre es, bei einer kürzeren Sperrfrist die Ausnah- men von den Bewilligungsgründen zu reduzieren und nicht, sie weiter auszudehnen. Wenn wir dem Antrag Philipona zu- stimmten, verhielten wir uns genau gegenteilig, und das wäre sicherlich nicht der Sinn der Sache.
Ich beantrage Ihnen deshalb namens der Mehrheit, den An- trag der Kommissionsminderheit abzulehnen.
M. Etique, rapporteur: Me voilà une fois de plus plongé au coeur d'un débat cornélien puisque je dois, au nom de la ma- jorité de la commission, combattre une proposition à laquelle je souscris de tout coeur.
M. Philipona voudrait en fait éviter à la personne qui se trouve dans une situation financière difficile - qu'elle soit poursuivie par voie de saisie, ou qu'elle se trouve en situation de faillite - de connaître les affres de l'exécution forcée. Il voudrait par conséquent que l'on donne à cette personne la possibilité de s'en sortir elle-même en vendant, quitte à faire un léger béné- fice, son immeuble avant que celui-ci ne soit réalisé par les bons soins de l'Office des poursuites ou de l'Office des failli- tes.
La majorité de la commission vous propose néanmoins de re- jeter cette proposition, pour les raisons suivantes: première- ment, celui qui se trouve dans cette situation doit assumer sa situation financière avec les difficultés morales que cela com- porte. Il ne faut pas créer pour lui un régime juridique spécial et des avantages particuliers dans le cadre de cet arrêté au chapitre des autorisations anticipées. Deuxièmement, on es- time, au niveau de la majorité de la commission, que les pro- blèmes de ce genre peuvent être résolus au nom ou en vertu de la lettre a de cet article 4, laquelle permet à l'aliénateur d'obtenir une autorisation d'aliénation anticipée s'il ne retire aucun bénéfice du produit de sa vente. Enfin, troisièmement, la majorité de la commission estime que l'on a déjà apporté une amélioration importante en réduisant le délai de cinq à trois ans et qu'il serait tout à fait paradoxal que cette réduction s'accompagnât d'exceptions ou d'avantages supplémentai- res accordés aux justiciables, aux citoyens.
C'est pourquoi la majorité de votre commission vous engage, par 11 voix contre 9, à rejeter la proposition de minorité Phili- pona, minorité dont je fais d'ailleurs partie.
Bundesrat Koller: Wie ich Ihnen vorhin schon sagte, bean- trage ich Ihnen, diesen Antrag abzulehnen. Aus folgenden Gründen: Wenn ein Eigentümer in finanzielle Schwierigkeiten kommt, steht es ihm selbstverständlich frei, die Litera a von Ar- tikel 4 Absatz 1 in Anspruch zu nehmen, d. h., ohne Gewinn zu verkaufen. Also kann diese Litera i von Artikel 4 Absatz 1 nur einen Sinn haben, wenn ein solcher Eigentümer mit Gewinn verkaufen möchte. Damit ist für Umgehungen und Missbräu- che Tür und Tor geöffnet. Im übrigen würde man sich fragen, wie gross die finanziellen Schwierigkeiten sein müssen. Mit dieser Bestimmung wird der Beschluss unterlaufen. Da über- zeugt auch das Argument nicht, es sei ja immerhin ein Bewilli- gungsverfahren. Sie dürfen den Bewilligungsbehörden keine Bewilligungstatbestände zur Beurteilung überlassen, die überhaupt nicht berechenbar, die nicht justitiabel sind.
Aus diesem Grunde beantrage ich Ihnen ganz klar Ablehnung dieser Litera i.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag der Minderheit
60 Stimmen 50 Stimmen
Art. 9 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 10 Antrag der Kommission Abs. 1-4 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abs. 5 (neu) Mehrheit
Der Bundesbeschluss über eine Pfandbelastungsgrenze wird wie folgt geändert: Art. 2 Abs. 1
...
gelten während drei Jahren ...
Minderheit (Jeanprêtre, Ammann, Bühler, Diener, Nussbaumer, Ulrich, Vollmer) Unverändert
Antrag der freisinnig-demokratischen Fraktion Abs. 5 (neu)
Der Bundesbeschluss über eine Pfandbelastung wird aufge- hoben.
Art. 10 Proposition de la commission Al. 1-4 Adhérer au projet du Conseil fédéral
Al. 5 (nouveau) Majorité L'arrêté fédéral concernant une charge maximale est modifié comme suit:
Art. 2, al. 1
.
.... applicables pendant trois ans .... Minorité (Jeanprêtre, Ammann, Bühler, Diener, Nussbaumer, Ulrich, Vollmer) Inchangé
Proposition du groupe radical-démocratique Al. 5 (nouveau) L'arrêté fédéral concernant une charge maximale est abrogé.
Sperrfrist für nichtlandwirtschaftliche Grundstücke
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Abs. 1-4 - Al. 1-4 Angenommen - Adopté
Abs. 5 - Al. 5
Vollmer, Sprecher der Minderheit: Der Minderheitsantrag Jeanprêtre möchte den Bundesbeschluss über eine Pfandbe- lastungsgrenze nicht anpassen und ändern.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit auch gerade eine Bemer- kung zum Antrag der freisinnig-demokratischen Fraktion, den Herr Scheidegger begründen wird, machen: Es ist unseres Erachtens wirklich ein ungeheuerliches Vorgehen. Wenn wir zu Beginn der Detailberatung dem Minderheitsantrag Gros Jean-Michel zugestimmt hätten, diesen Sperrfristbeschluss aufzuheben, hätte es ja noch eine gewisse Logik gegeben, zu sagen: Jetzt heben wir auch den Pfandbelastungsbeschluss auf. Beide Beschlüsse zielen in die gleiche Richtung; das wäre wahrscheinlich dann ein ordnungspolitischer Entscheid und noch logisch gewesen. Aber dieser Rat hat festgehalten, dass wir an der Sperrfrist festhalten wollen, und jetzt kommt der An- trag der Freisinnigen, von Herrn Scheidegger vertreten, der den Pfandbelastungsbeschluss aufheben möchte. Niemand hier im Saal hat auf seinem Pult beispielsweise den Text dieses Pfandbelastungsbeschlusses, niemand weiss eigentlich, worum es genau geht, mit welchen Begründungen, welches die Auswirkungen dieses Beschlusses wären, welche Folgen sich ergeben würden, wenn wir diesen Beschluss jetzt ausser Kraft setzten. Wir können doch nicht seriöse Gesetzgebungs- arbeit machen, indem wir quasi bei den Schlussbestimmun- gen einer Beschlussvorlage einen anderen Bundesbeschluss einfach ausser Kraft setzen, ohne darüber auch zu debattie- ren, ohne dass sich die Kommission darüber aussprechen und Experten anhören und beraten kann, ob dieser Bundes- beschluss noch Sinn hat oder nicht. Was hier mit dem Antrag der freisinnig-demokratischen Fraktion gemacht wird, ist eine absolut unseriöse Gesetzgebungsarbeit. Ich hoffe nicht, dass dieser Rat dieser Art und Weise, Beschlüsse zu fassen, folgen wird. Ich bitte Sie deshalb mit aller Deutlichkeit, den von Herrn Scheidegger vertretenen Antrag abzulehnen.
Leider haben wir in der Kommission über die Wirkung dieses Bundesbeschlusses nicht diskutiert. Wir wissen aus verschie- denen Publikationen, dass es dieser Pfandbelastungsbe- schluss ist - wenn einer der dringlichen Bundesbeschlüsse heute noch eine gewisse faktische Wirkung erzeugt -, der ver- hindert hat, dass gewisse Spekulationsgeschäfte möglich wurden, indem die Banken diese Liegenschaften einfach ad infinitum hätten belehnen können.
Das hat dazu geführt, dass die Preise nicht mehr so hoch stei- gen können, weil man die Liegenschaften nicht mehr beliebig mit Hypotheken belasten kann. In dieser Richtung - meinen wir - hat dieser Pfandbelastungsbeschluss durchaus eine po- sitive Wirkung entfacht. Es gibt eigentlich keine Gründe, ihn jetzt zu liquidieren.
Der Hauptgrund dagegen scheint mir eigentlich die Frage des Verfahrens zu sein. Es wäre unseriös, ein anderes Gesetz in den Schlussbestimmungen aufzuheben, ohne dass wir dar- über auch wirklich profund und mit allen Unterlagen und mit einer entsprechenden Kommissionsberatung entscheiden können.
Aus diesem Grund - da vertrete ich den Antrag der Minderheit Jeanprêtre - möchte ich mit Frau Jeanprêtre bitten, am ur- sprünglichen Text des Pfandbelastungsbeschlusses festzu- halten. Man sollte hier nicht mit der Reduktion auf drei Jahre verwechseln, was der Rat bei der Sperrfrist beschlossen hat; das akzeptieren wir. Bei der Pfandbelastung hat es noch an- dere Auswirkungen.
Ich gehe davon aus, dass auch der Bundesrat, wenn er die Sa- che nochmals vor dem Rat vertreten muss, keineswegs Argu- mente dafür auf den Tisch legen kann, dass man die Reduk- tion auf drei Jahre bei den Pfandbelastungsgrenzen einfach mit der Sperrfristverkürzung gleichsetzen kann.
Ich bitte Sie deshalb, dem Minderheitsantrag Jeanprêtre zuzu- stimmen. Aber stimmen Sie auf jeden Fall gegen den Antrag der freisinnig-demokratischen Fraktion. Jetzt wollen wir nicht durch die Hintertür einen Beschluss aufheben, nachdem die-
ser Rat immerhin mit Mehrheit den stark umstrittenen Sperr- fristbeschluss weiterhin in Kraft behalten will.
Scheidegger: Ich möchte dem Herrn Präsidenten danken, dass ich das Wort nach diesem Sperrfeuer doch noch ergrei- fen darf. Es ist natürlich schon geheuchelt, wenn man so tut, als ob dieses Geschäft so neu wäre. Wir haben dieses Ge- schäft schon traktandiert gehabt, und es wurde knapp abge- lehnt. Im Zusammenhang mit den Sofortmassnahmen im Hy- pozinsbereich wurden ja auch die Bundesbeschlüsse Bund C traktandiert, mit dem Antrag, beide Beschlüsse aufzuheben. Ausgangspunkt war eine FDP-Motion. Aufgehoben wurde dann nur der Bundesbeschluss C (BVG).
Also nichts Neues unter dieser Kuppel. Jedermann weiss, worum es bei dieser Pfandbelastungsgeschichte geht. Und in der Tat, Herr Vollmer, die FDP möchte diesen Beschluss auf- heben! Wir haben das schon 1989 in unserer Vernehmlassung kundgetan. Wir hatten dann bereits Mühe damit in der Kom- missionsarbeit und haben den Beschluss zumindest verbes- sern können. Wir haben uns bereits in einer Motion 1990 da- hingehend eingesetzt, dass die Beschlüsse B und C aufgeho- ben werden müssten. Ich erinnere daran, dass dann, an Ostern 1991, schliesslich dieser Beschluss C aufgehoben wurde.
Die Situation hat sich wesentlich verändert, und meine Ein- schätzungen sind ganz anders als die von Herrn Vollmer. Wahrscheinlich hat er in den Hearings nicht gut zugehört, denn dort wurde der Beschluss B auch diskutiert. Es gibt ja jetzt Banken, die die Zinssätze für Neuhypotheken - ganz im Gegensatz zu früher - höher ansetzen, als es der Markt erfor- dert, weil sie die Hypotheken nicht übernehmen möchten. Es gibt Banken, die sich damit herumschlagen, ob sie Hypothe- ken abstossen sollen, weil sie keine Liquidität mehr haben. Die Situation hat sich völlig gekehrt. Keine Bank würde heute noch Abschlüsse machen, wie sie in diesem Beschluss vorgesehen sind. Sie würde sie tiefer ansetzen, wahrscheinlich würde sie sie überhaupt nicht machen; das ist die heutige Situation. Dem gilt es Rechnung zu tragen, insbesondere bei Sofort- massnahmen. Diese waren für einen Augenblick bestimmt, doch dieser Augenblick ist jetzt vorbei. Die Experten haben ge- sagt, dass Teil B ein bürokratisches Ueberbein sei, das ausser viel Arbeit für die entsprechenden Aemter nichts bringe. Dies haben wir sehr wohl gehört, und ihr Einblick in die Praxis führt die FDP dazu, statt der Herabsetzung auf drei Jahre gleich die Aufhebung des Bundesbeschlusses B zu fordern.
Ich bitte Sie, diesem Antrag zuzustimmen. Falls Sie dem nicht zustimmen können, stimmen Sie wenigstens der Herabset- zung auf drei Jahre zu.
Engler, Berichterstatter: Ich möchte der FDP-Fraktion eben- falls empfehlen, ihren Antrag zurückzuziehen, und zwar aus folgenden Gründen: Wir haben in der Kommission festgestellt, dass es eine gewisse Parallelität und einen gewissen Sachzu- sammenhang zwischen der Sperrfrist auf der einen Seite und der Pfandbelastungsgrenze auf der anderen Seite gibt Aus diesem Grund haben wir uns überlegt, wo wir diese Anpas- sung vornehmen könnten. Wir sind zum Schluss gekommen, dass dies am besten bei den Schlussbestimmungen möglich ist, und haben dann die Anpassung entsprechend vorgenom- men - dies allerdings mit relativ schlechtem juristischem Ge- wissen. Wieso mit juristisch schlechtem Gewissen? Einmal ist es doch eine andere Gesetzesmaterie, die uns in der Kommis- sionsberatung nicht zur Verfügung stand und zu welcher wir keine umfassenden Unterlagen hatten. Wir hatten zu diesem Thema auch keine Experten angehört.
Ich bin der Meinung, dass der Antrag der FDP-Fraktion den Sinn hatte, den Minderheitsantrag Gros zu unterstützen. Wäre der Minderheitsantrag Gros auch angenommen worden, hätte man die Schlussbestimmungen juristisch ohnehin nicht be- handeln können; es wäre ein Fingerzeig für den Bundesrat ge- wesen, eine Aenderung am Bundesbeschluss B vorzuneh- men. Nachdem wir aber eine Reduktion von fünf Jahren auf drei Jahre vorgenommen haben, wäre es wirklich sachlich un- logisch, wenn wir jetzt hier statt der Parallelität eine Ungleich- mässigkeit in Kauf nehmen würden, und zwar gerade dort, wo
Initiative parlementaire. Délégation de gestion
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N
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wir sachlich nicht einmal diskutiert haben. Dies wäre eine juri- stisch sehr problematische, wenn nicht gar bedenkliche Art, Gesetze zu beraten.
Ich bitte Sie deshalb, den Minderheitsantrag Jeanprêtre, der an den fünf Jahren festhalten möchte, ebenso abzulehnen wie den Antrag der freisinnig-demokratischen Fraktion, welche hier die Begrenzung gänzlich aufheben möchte.
M. Etique, rapporteur: Je voudrais tout d'abord dire au Révé- rend Père Vollmer qu'il ne faut pas trop évoquer la volonté di- vine dans ce débat terre à terre qui touche aux problèmes de la spéculation foncière.
La proposition du groupe radical-démocratique est de profiter de ce débat et de l'examen de cet arrêté A pour supprimer l'arrêté B. Au nom de la commission, qui n'a d'ailleurs pas examiné cette proposition, je vous propose de la rejeter pour une question de logique. La majorité de la commission était opposée à l'abrogation de l'arrêté A, elle a été suivie en cela par une faible majorité de ce conseil. Pour les mêmes raisons et dans le même ordre d'idées, la majorité de la commission, si elle avait à se prononcer sur la proposition Scheidegger, proposerait vraisemblablement de la rejeter.
Deuxièmement, le procédé paraît assez discutable. Nous sommes en train d'examiner l'arrêté A, concernant le délai d'interdiction de revente et, dans les dispositions finales de cet arrêté, nous prenons une décision qui concerne un autre ar- rêté. Je ne suis pas juriste mais on peut se demander si, dans cette démarche, il y a la cohérence nécessaire et, dans le doute, je crois qu'il vaut mieux s'abstenir. C'est la raison pour laquelle je vous propose de rejeter cette proposition.
Par contre, si cette proposition est rejetée, c'est-à-dire si nous entrons en matière sur l'alinéa 5, je vous demande instam- ment de voter la proposition de la majorité qui suggère de mo- difier l'arrêté B concernant sa durée et de ramener cette durée à trois ans, ceci dans la logique de l'exercice que nous venons de conduire pour le présent arrêté. La durée de validité des ar- rêtés constitue un des points centraux de ces arrêtés A et B, et il est logique que si nous réduisons à trois ans le délai pour l'arrêté A, nous conduisions la même opération pour l'arrêté B.
Bundesrat Koller: Zunächst frage ich mich auch, ob es wirk- lich zulässig ist, bei der Beratung der Revision eines Bundes- beschlusses gleich auch die Aufhebung eines davon unab- hängigen anderen Beschlusses zu beantragen und nachher möglicherweise zu beschliessen. Aber ich möchte nicht zu sehr auf diesem formellen Argument insistieren, sondern Sie doch noch einmal an die Sache erinnern.
Auf diesem Gebiet ist Ende der achtziger Jahre eindeutig am meisten gesündigt worden. Es waren übermässige Belehnun- gen bis zu 100 Prozent und mehr des Verkehrswertes, die da- mals die Spekulation in unglaubliche Höhen getrieben haben. Wenn heute viele Banken Schwierigkeiten haben und viele einfache Bürgerinnen und Bürger sich Sorgen um ihr Erspar- tes machen, liegt der Grund ganz eindeutig darin, dass es da- mals diesen Bundesbeschluss noch nicht gab. Ich erinnere mich sehr gut: Im Jahre 1989 haben mir viele Bankiers unter vier Augen gesagt, sie wären froh gewesen, wenn es eine staatliche Pfandbelastungsgrenze gegeben hätte; es sei alles andere als eine gesunde Finanzierung, wenn man Grund- stücke bis zu 100 Prozent und mehr belehne. Aber weil das die Konkurrenz gemacht habe, hätten sie es auch tun müssen. Wollen Sie wirklich jetzt hingehen und diesen Beschluss auf- heben? Er hat heute nicht mehr die gleiche Bedeutung, das gebe ich Ihnen gerne zu. Heute sind die Liquidität der Banken und die Nachfrage nach solchen Hypothekarkrediten nicht mehr derartig, dass eine grosse Versuchung bestünde, über 80 Prozent hinaus zu belehnen. Aber es ist bereits gesagt wor- den, dass nach jeder Baisse auch wieder eine Hausse folgt! Wollen Sie denn wirklich derartig ungesunden Finanzierungs- praktiken wieder Vorschub leisten, indem Sie diesen Be- schluss über die Pfandbelastungsgrenze aufheben?
Das könnte der Bundesrat jedenfalls nicht verantworten, und ich empfehle Ihnen daher, diesen Antrag klar abzulehnen.
Scheidegger: Ihre Worte, Herr Bundesrat, haben mich über- zeugt. Ich werde aber sofort die Motion deponieren. Ich möchte nicht, dass der Inhalt bezweifelt wird, falls jetzt ein schlechtes Resultat erzielt wird.
Aus diesen formalen Gründen ziehe ich also unseren Antrag zurück, werde aber jetzt gleich die Motion einreichen.
Präsident: Der Antrag der FDP-Fraktion ist zurückgezogen worden.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit 101 Stimmen Für den Antrag der Minderheit 51 Stimmen
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes Dagegen
115 Stimmen
8 Stimmen
Abschreibung - Classement
Antrag des Bundesrates Abschreiben der parlamentarischen Vorstosse gemäss Seite 1 der Botschaft Proposition du Conseil fédéral Classer les interventions parlementaires selon la page 1 du message
Angenommen - Adopté
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
89.243
Parlamentarische Initiative (Puk 89.006) Geschäftsprüfungskommission. Bildung einer Delegation Initiative parlementaire (CEP 89.006) Commission de gestion. Constitution d'une délégation
Differenzen - Divergences
Siehe Seite 1827 hiervor - Voir page 1827 ci-devant Beschluss des Ständerates vom 3. Oktober 1991 Décision du Conseil des Etats du 3 octobre 1991 Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN
Frau Zölch, Berichterstatterin: Das vorliegende Geschäft wurde - Sie erinnern sich - von beiden Räten in einen Ent- wurf A, Artikel 47bis und 47quinquies, und in einen Entwurf B, Artikel 47ter und 47quater, unterteilt.
Der Entwurf B - die Bestimmungen über die Verstärkung der Rechte der GPK - wurde in unserem Rat am 19. September 1991 beraten und mit dem Auftrag an die Kommission zurück- gewiesen, einen schriftlichen Bericht zu verfassen, der dem Bundesrat zur Stellungnahme unterbreitet werden soll. Der Bericht wurde von unserer Kommission am 20. November 1991 verabschiedet und wird nun an den Bundesrat weiterge- leitet.
Heute geht es um die Bereinigung von Entwurf A und dort um die noch vorhandenen Differenzen bei den Absätzen 5 und 6 von Artikel 47quinquies. Unsere Kommission hat diese Diffe- renzen am 20. November 1991 beraten, nachdem wir eine Aussprache mit einer Delegation der ständerätlichen Kommis- sion durchgeführt hatten.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Sperrfrist für die Veräusserung nichtlandwirtschaftlicher Grundstücke. Aenderung Délai d'interdiction de revente des immeubles non agricoles. Modification
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1991
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
02
Séance Seduta
Geschäftsnummer 91.058
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 26.11.1991 - 08:00
Date
Data
Seite
2104-2120
Page
Pagina
Ref. No
20 020 657
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