Assurance-maladie. Mesures d'urgence
2464
N
13 décembre 1991
Entscheid zu treffen. Damit aber entscheiden die politischen Mehrheiten des Parlamentes, welche rückwirkenden Bestim- mungen gestrichen werden müssen und welche bestehen bleiben dürfen. Das Parlament würde zum parteipolitischen Zensor des Volkes.
Nun ist zu sagen, dass parlamentarische Initiativen nie den gleichen verbindlichen Stellenwert haben wie Volksinitiativen. Das Parlament muss deshalb nicht über den Wortlaut der In- itiative abstimmen, sondern darüber, ob auf diesem Gebiet ein Mangel besteht, der behoben werden muss, ob also Hand- lungsbedarf besteht. Falls das Parlament beschliesst, es be- stehe Handlungsbedarf, so wird eine Kommission entschei- den müssen, ob Kriterien festzulegen sind, wann rückwir- kende Bestimmungen ungültig sind, ob das Verfahren auf Ver- fassungs- oder Gesetzesstufe geregelt werden muss und ob tatsächlich das Parlament als Richter über missliebige Bestim- mungen amten soll.
Die Mehrheit der Kommission ist der Meinung, die Häufung von rückwirkenden Bestimmungen in letzter Zeit sei ein Miss- brauch eines demokratischen Volksrechtes und es bestehe die Notwendigkeit, hier eine Aenderung einzuleiten. Eine Min- derheit ist der Meinung, damit würden Volksrechte in einer un- zumutbaren Weise eingeschränkt und eine Weiterverfolgung des Anliegens von Herrn Zwingli sei abzulehnen. Als Präsident der Kommission muss ich Sie bitten, der parlamentarischen Initiative Folge zu geben.
Ich persönlich werde dies ablehnen: nicht weil ich darin nicht eine gewisse Problematik sehe, aber weil ich meine, das ganze Paket der Volksrechte müsse ohnehin in der Vorbereitung auf unserem Weg nach Europa überprüft werden. Ich meine auch, gewisse rückwirkende Bedingungen seien für die Initianten eher kontraproduktiv. Denken Sie an die Betonstopp-Initiative. Die Schweizer stimmen keiner Initiative zu, deren Annahme dazu führen würde, dass gebaute Autobahnen, ja ganze Auto- bahnabschnitte wieder abgerissen werden müssen. Alles an- dere ist eine Art Restrisiko der direkten Demokratie. Für mich persönlich besteht deshalb kein Handlungsbedarf.
Als Präsident der Kommission bitte ich Sie, der Initiative Zwingli Folge zu geben.
M. Philipona, rapporteur: Les dispositions rétroactives dans les initiatives populaires ont des effets négatifs évidents. Elles portent atteinte à la sécurité du droit puisqu'elles ont pour conséquence que les bases légales décidées selon une pro- cédure tout à fait normale peuvent être modifiées après coup. Un autre aspect particulièrement pervers consiste à donner à une minorité, c'est-à-dire à un comité d'initiative, la possibilité de bloquer des décisions prises de façon démocratique.
La majorité de la commission est d'avis qu'il convient de proté- ger le droit d'initiative contre les abus. Il faut éviter que le lance- ment d'une initiative populaire devienne un moyen de pres- sion politique qui bloque des travaux qu'une majorité a démo- cratiquement décidés. En ce qui concerne la procédure, la commission vous propose de donner suite à l'initiative. C'est seulement par la suite qu'une commission devra approfondir plusieurs questions. Faut-il régler la question sur le plan cons- titutionnel ou législatif? Faut-il donner la compétence de déci- der de la validité des dispositions rétroactives à l'Assemblée fédérale ou faut-il l'interdire totalement? Comment définir la ré- troactivité? La question sera-t-elle réglée par une éventuelle réforme importante des droits populaires dans un processus d'intégration européenne?
En acceptant cette initiative parlementaire, le Parlement garde ainsi le contrôle sur l'évolution des travaux législatifs. Les craintes de la minorité sont ainsi infondées puisque le Parle- ment pourra encore accepter, refuser ou modifier les proposi- tions concrètes qui seront présentées.
C'est par 11 voix contre 5 que la commission vous demande donner suite à l'initiative.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit (Folge geben) Für den Antrag der Minderheit (keine Folge geben)
82 Stimmen
60 Stimmen
91.069
Krankenversicherung. Kosten- und Prämiensteigerung. Dringliche Massnahmen
Assurance-maladie. Augmentation des coûts et des primes. Mesures d'urgence
Differenzen - Divergences
Siehe Seite 2445 hiervor - Voir page 2445 ci-devant Beschluss des Ständerates vom 13. Dezember 1991 Décision du Conseil des Etats du 13 décembre 1991
Präsident: Ich teile Ihnen mit, dass der Ständerat den Be- schluss B genau gleich lautend wie wir im Nationalrat gefasst hat. Es bestehen also keine Differenzen mehr. Der Ständerat hat zusätzlich entgegen den Ratsreglementen die Dringlich- keit beschlossen. Wir haben gestern den Beschluss über die Dringlichkeit verschoben; diese Abstimmung können wir nun vornehmen, unter Protest über das Vorgehen des Ständera- tes. (Heiterkeit) Ich glaube aber, wir machen daraus keine Staatsaffäre und stimmen ab.
Wir müssen die Abstimmung wiederholen; die Stimmenzähler haben einen Fehler gemacht.
Persönliche Erklärung - Déclaration personnelle
Gysin: Man konnte heute morgen bereits im Ständerat verfol- gen, wie unser Geschäftsverkehrsgesetz und die darauf fus- senden Reglemente mit Füssen getreten wurden. Der Stände- rat hat sich nicht an die Abmachung gehalten; jetzt ist er be- reits zu Hause.
Nun hat hier eine Abstimmung stattgefunden; aber aus meiner Optik, aus Distanz, habe ich festgestellt, dass das notwendige Quorum von 101 Stimmen sehr wahrscheinlich nicht erreicht wurde. Jetzt soll die Abstimmung mit dem zweifelhaften Ziel wiederholt werden, das zweite Mal das notwendige Quorum zu erreichen. Ich protestiere energisch gegen diese Vorge- hensweise, Herr Präsident
Präsident: Der Protest wird zur Kenntnis genommen. (Beifall) Wir wiederholen die Abstimmung über die Dringlichkeitsklau- sel. Nun wird wieder Abstimmung unter Namensaufruf ver- langt. Die nötigen Unterschriften liegen vor.
Bonny: Ich bin für Transparenz; ich möchte wissen, welcher Fehler beim Auszählen passiert ist.
Präsident: Ich kann Ihnen Auskunft geben. Einer der Stim- menzähler, Herr Peter Schmid, hat die Stimmen unseres Pul- tes nicht gezählt. Bei der Abstimmung über die Dringlichkeits- klausel jedoch zählt auch die Stimrne des Präsidenten mit. Das steht im Ratsreglement.
Namentliche Abstimmung - Vote par appel nominal
Für Annahme der Dringlichkeitsklausel stimmen die folgenden Ratsmitglieder:
Votent pour la clause d'urgence:
Aguet, Bär, Baumann, Baumberger, Bäumlin, Béguelin, Bir- cher Peter, Bircher Silvio, Bischof, Blatter, Bodenmann, Borel François, Borradori, Brügger Cyrill, Brunner Christiane, Bühl- mann, Bürgi, Caccia, Camponovo, Carobbio, Caspar, Cava- dini Adriano, Columberg, Comby, Cotti, Danuser, Darbellay, de Dardel, David, Deiss, Diener, Dormann, Ducret, Dünki, Eg- genberger, Engler, Epiney, Fankhauser, Fasel, von Felten, Fi- scher-Sursee, Gardiol, Gobet, Goll, Gonseth, Grendelmeier, Gross Andreas, Grossenbacher, Haering Binder, Hafner Ru- dolf, Hafner Ursula, Haller, Hämmere, Herczog, Hess Peter,
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Petitionen
Hildbrand, Hollenstein, Hubacher, Iten Joseph, Jaeger, Jaggi Paul, Jeanprêtre, Jöri, Keller Anton, Keller Rudolf, Kühne, Le- dergerber, Leemann, Leu Josef, Leuenberger Ernst, Leuen- berger Moritz, Maeder, Marti Werner, Maspoli, Matthey, Mauch Rolf, Mauch Ursula, Meier Hans, Meier Samuel, Meyer Theo, Misteli, Nabholz, Oehler, Philipona, Pini, Raggenbass, Rebeaud, Rechsteiner, Robert, Ruckstuhl, Ruf, Scheidegger, Schmid Peter, Schmidhalter, Seiler Rolf, Sieber, Spielmann, Stalder, Stamm Judith, Steffen, Steiger, Strahm Rudolf, Theu- bet, Thür, Tschäppät Alexander, Tschopp, Vollmer, Wanner, Weder Hansjürg, Wick, Wiederkehr, Wittenwiler, Ziegler Jean, Zisyadis, Züger, Zwahlen, Zwygart (117)
Dagegen stimmen die folgenden Ratsmitglieder: Rejettent la clause d'urgence:
Aubry, Berger, Bezzola, Binder, Bonny, Borer Roland, Borto- luzzi, Bührer Gerold, Cincera, Daepp, Dettling, Dreher, Eggly, Eymann Christoph, Fehr, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seen- gen, Frey Claude, Frey Walter, Friderici Charles, Fritschi Os- car, Früh, Giezendanner, Giger, Gros Jean-Michel, Guinand, Gysin, Hari, Heberlein, Hegetschweiler, Hess Otto, Jenni Pe- ter, Kern, Leuba, Loeb François, Luder, Mamie, Maurer, Miesch, Moser, Mühlemann, Müller, Narbel, Nebiker, Neuen- schwander, Perey, Reimann Maximilian, Rohrbasser, Rutis- hauser, Rychen, Sandoz, Savary, Scherrer Jürg, Scheurer Rémy, Schwab, Seiler Hanspeter, Spoerry, Stamm Luzi, Stein- egger, Steinemann, Stucky, Tschuppert Karl, Vetterli, Wyss, Zölch (65)
Der Stimme enthalten sich - S'abstiennent: Allenspach, Aregger, Bühler Simeon, Couchepin, Segmüller (5)
Abwesend sind die folgenden Ratsmitglieder - Sont absents: Blocher, Bundi, Chevallaz, Duvoisin, Etique, Maitre, Pidoux, Poncet, Ruffy, Scherrer Werner, Schmied Walter, Schnider, Suter (13)
Das qualifizierte Mehr ist erreicht La majorité qualifiée est acquise
Präsident: Wir haben noch eine Pendenz, und zwar haben wir über den Eventualantrag Leuba nicht abgestimmt. Der Even- tualantrag wurde am 28. November 1991 zurückgestellt, da er erst zur Behandlung fällig wird, wenn die Dringlichkeit be- schlossen ist.
Der Eventualantrag lautet: «Er (der Beschluss) untersteht ge- mäss Artikel 89bis Absatz 3 der Bundesverfassung dem obli- gatorischen Referendum. Der Bundesrat bestimmt die Dauer des Beschlusses; dieser gilt höchstens bis zum 31. Dezember 1994. »
M. Leuba: Je suis désolé de retenir encore un moment votre attention, mais je crois qu'il est important qu'une ou deux cho- ses soient dites ici. Je ne suis pas un spécialiste du droit cons- titutionnel et je n'entends pas donner des leçons dans ce do- maine à quiconque. Nous nous inclinons devant la décision d'urgence qui a été prise un peu péniblement par le Parle- ment. Mais il faut remarquer que la justification constitution- nelle qui figure sous chiffre 5 du message n'est pas convain- cante. Tout d'abord, on nous cite le professeur Rhinow. Le professeur Rhinow n'a pas admis sans limites la constitution- nalité de la limitation de liberté du commerce et de l'industrie en matière d'assurance-maladie. Il suffit de se reporter à l'arrêt qui est cité dans le message pour s'apercevoir que le Tribunal fédéral combat précisément l'avis du professeur Rhinow, dont on peut déduire dès lors qu'il n'est pas pour une limitation sans restrictions de cette liberté.
En réalité, il s'agissait, dans l'arrêt du Tribunal fédéral, de tout autre chose. Il s'agissait de savoir si un produit, à un prix donné, devait être admis dans la liste des spécialités. Or, dans cet arrêté nous discutons du blocage des prix, ce qui est diffé- rent. Nous avons décidé le blocage des prix et même si celui-ci est différé et souple, c'est tout de même un blocage des prix car il ne s'agit pas du prix de chaque produit ou de chaque
prestation mais d'un prix général, donné pour toutes les dé- penses qui concernent la santé, prestations médicales, médi- caments etc. Or, la liberté du commerce et de l'industrie, me semble-t-il, interdit, sauf si elle est expressément mise de côté, l'introduction d'un blocage des prix. J'aimerais attirer particu- lièrement votre attention sur les éléments suivants. Si l'on ad- met le blocage des prix - et l'on sait où ce blocage des prix a mené dans certaines économies - il n'y a aucune raison que, dans une phase ultérieure, on n'admette pas aussi le blocage des salaires. Il est possible qu'à ce moment-là l'opposition vienne d'un autre côté, mais nous nous engageons sur une voie délicate. Le Parlement a décidé, nous nous inclinons, mais nous affirmons que cette disposition n'est pas conforme à la constitution. La constitution a habilement prévu d'ailleurs qu'on pouvait y déroger dans le cadre d'arrêtés urgents, c'est l'article 89 bis. La seule question, c'est que si notre arrêté est conforme à la constitution, le référendum est facultatif; s'il est contraire à la constitution, il est obligatoire. Là, je vous avoue que je me trouve dans une difficulté particulière, compte tenu de la modification qui a été apportée à l'arrêté. Cet arrêté ne sera valable que jusqu'à la fin de 1992 et la votation, d'après l'article 89 bis, alinéa 3, doit intervenir dans l'année de l'adop- tion de l'arrêté, c'est-à-dire que nous voterions vraisemblable- ment en décembre 1992 pour un arrêté qui prendrait fin en dé- cembre 1992. En ce qui me concerne, faire du droit pour faire du droit n'est véritablement pas ma vocation.
Par conséquent, j'admets que cette question a perdu de son importance. Cependant, j'entendais quand même signaler, puisque nous aurons sans doute par la suite de nouveaux ar- rêtés dans ce domaine, que la question constitutionnelle doit être examinée avec beaucoup plus de soin qu'elle ne l'a été et que nous pouvons souhaiter que les juristes de la couronne se penchent sur ce problème. Mais comme la votation ne pourrait pas intervenir avant la fin de 1992 et que l'arrêté prendra fin de toute manière à la fin 1992, je retire ma proposition.
Petitionen - Pétitions
91.2007
Petition Komitee «Pro Empfa» Pétition du comité pour le DFCA
Herr Tschuppert Karl unterbreitet im Namen der Kommission den folgenden schriftlichen Bericht:
Am 17. September 1990 unterbreitete das Komitee «Pro Empfa» eine Petition, die nach eigenen Angaben schon von 138 661 Personen unterschrieben worden ist. Da die Petition ein Geschäft betrifft, das bereits bei der Geschäftsprüfungs- kommission des Nationalrates hängig war, wurde die Eingabe den Geschäftsprüfungskommissionen überwiesen (Ge- schäftsreglement des Nationalrates, Art. 45; Geschäftsregle- ment des Ständerates, Art. 37).
Die zuständige Arbeitsgruppe der Geschäftsprüfungskom- mission des Nationalrates hat eine Delegation des Petitions- komitees, unter der Leitung von Herrn Nationalrat Schwab, zu den Anliegen der Petenten angehört. Diesen geht es vor allem darum, die Empfa uneingeschränkt an ihrem heutigen Stand- ort zu erhalten und die Bundesaufgabe im Bereich der Förde-
51-N
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Jahr
1991
Année
Anno
Band
V
Volume
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Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.069
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 13.12.1991 - 08:00
Date
Data
Seite
2464-2465
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Pagina
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20 020 712
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