Interpellation Blatter
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91.3315
Interpellation Blatter Bundesbeiträge Sturmholzschäden Dégâts aux forêts. Aide fédérale
Wortlaut der Interpellation vom 26. September 1991
Durch den gewaltigen Sturm «Vivian» fiel Sturmholz in noch nie dagewesenem Ausmass. Trotz der Aufstockung des Zah- lungsrahmens Bundesbeschluss über ausserordentliche Massnahmen zur Walderhaltung um 130 Millionen Franken zeichnete sich sehr bald ab, dass die für 1991 reservierten Kre- dite zum Schutz des Waldes den Bedarf der Kantone in keiner Art und Weise abzudecken vermochten. Da das Parlament sei- nerzeit weitere Aufstockungen dieses Zahlungsrahmens aus- geschlossen hat, sah sich die Forstdirektion veranlasst, die Kredite für Zwangsnutzungen bereits 1991 zu kontingentieren. Grundlage der Kontingentierung war die geschätzte Schad- holzmenge des Sturmes «Vivian».
Im Jahr 1991 hat sich in einigen Waldgebieten unseres Landes folgendes ereignet: Neue Stürme haben vor allem entlang der instabilen Bestandesränder der «Vivian»-Sturmflächen wei- teres Holz geworfen. Infolge des heissen und trockenen Som- mers 1991 sind in Gebieten mit liegengebliebenem «Vivian»- Sturmholz in grossem Umfang Käfernester entstanden. Im Vergleich zu den Jahren 1989 und 1990 kann von einer sehr starken Zunahme der Käferpopulationen gesprochen werden. Am 15. August 1991 hat der Bund den Kantonen die Kredit- kontingente 1991 mitgeteilt, dies nachdem die Forstdienste aus den oben geschilderten Gründen bereits grosse Summen zum Schutz des Waldes investiert hatten. Die vom Bund am 15. August 1991 verfügte Kontingentierung gilt rückwirkend ab 1. Januar 1991.
Für die betroffenen Forstbetriebe hat dies schwerwiegende Folgen. Im Namen der Forstbetriebe der besonders hart be- troffenen Gebiete, die sich mit sehr viel, Engagement für die Pflege und Erhaltung unseres Schutzwaldes und somit letzt- lich unseres Lebensraums einsetzen, ersuche ich den Bun- desrat, zu den folgenden Feststellungen und Fragen Stellung zu nehmen:
Durch das Kontingentierungsverfahren auf 85 Prozent der geschätzten Schadholzmenge «Vivian» werden Forstbetriebe offensichtlich benachteiligt, in denen dieses Jahr überdurch- schnittlich viel neues Sturm- und Käferholz angefallen ist.
Forstbetriebe (z. B. in den Kantonen Obwalden und Appen- zell) sehen sich heute vor die Frage gestellt, was sie ange- sichts der in ihren Wäldern dramatisch sich entwickelnden Kä- ferpopulationen unternehmen sollen, weil ihnen kurzfristig die Mittel zur Finanzierung weiterer Massnahmen zum Schutze des Waldes fehlen.
Infolge der weiter zunehmenden und zu erwartenden Bor- kenkäferschäden scheint die Aufstockung des Bundesbe- schlusses über ausserordentliche Massnahmen gegen Wald- schäden 1988-1992 nicht auszureichen. Ist der Bundesrat deshalb bereit, bei Vorliegen einer klaren Schadenanalyse im Jahre 1992 den Zahlungsrahmen für den Bundesbeschluss entsprechend weiter aufzustocken?
Ist der Bundesrat ferner bereit, auch nach 1992 gegebenen- falls die entsprechenden Mittel bereitzustellen, um damit eine übergangslose Unterstützung der arg bedrängten Forstbe- triebe sicherzustellen?
Texte de l'interpellation du 26 septembre 1991
Jamais autant de bois n'avait été abattu par une tempête avant le passage de celle de février 1990. Malgré l'augmentation de 130 millions de francs du plafond des dépenses prévue par l'arrêté fédéral, les crédits affectés pour 1991 à la protection des forêts se sont rapidement avérés insuffisants pour couvrir les besoins des cantons. Comme le Parlement a refusé de re- lever le plafond, la Direction des forêts s'est vue dans l'obliga-
tion de contingenter dès cette année les crédits des chablis. L'estimation du volume de bois endommagé par la tempête a servi de référence au contingentement.
En 1991, d'autres tempêtes ont à nouveau endommagé des forêts, principalement les plantations situées autour des zo- nes sinistrées par la tempête de 1990. L'été chaud et sec de 1991 a favorisé l'apparition de nids de bostryches dans les ré- gions où le bois abattu par la tempête de 1990 n'avait pas été évacué. En comparaison avec les années 1989 et 1990, 1991 aura vu une forte augmentation de la population des bostry- ches.
La Confédération a informé le 15 août 1991 les cantons du contingentement des crédits avec effet rétroactif au 1er janvier 1991, alors que les services forestiers avaient déjà investi beaucoup d'argent pour les raisons invoquées ci-dessus.
Les exploitations forestières concernées sont de ce fait lourde- ment pénalisées. Au nom de ces exploitations qui luttent pour l'entretien et la préservation de nos forêts protectrices et donc de notre milieu naturel, je demande au Conseil fédéral de don- ner son avis sur les point suivants:
Le contingentement à 85 pour cent du chablis occasionné par la tempête de 1990 pénalise de toute évidence les exploita- tions forestières où le volume de bois abattu par les tempêtes ou infesté par les bostryches dépasse cette année largement la moyenne.
Des exploitations forestières (par exemple dans les cantons d'Obwald et d'Appenzell) s'interrogent sur les mesures à adopter pour éliminer les bostryches qui prolifèrent dans leurs forêts; ces exploitations manquent en effet à court terme des moyens leur permettant de financer de nouvelles mesures vi- sant à protéger la forêt.
Du fait de l'importance croissante des dégâts dus aux bos- tryches, il semble que le relèvement du plafond des dépenses prévu par l'arrêté fédéral sur des mesures extraordinaires pour la conservation de la forêt (1988-1992) ne soit pas suffisant. Le Conseil fédéral est-il donc disposé à relever le plafond des dé- penses pour 1992 sur la base d'une analyse détaillée des dé- gâts?
Le Conseil fédéral est-il en outre disposé, même après 1992, à mettre à la disposition des exploitants forestiers qui sont dans une situation difficle les moyens appropriés leur ga- rantissant un soutien immédiat?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aregger, Bühler Simeon, Bürgi, Columberg, Déglise, Dietrich, Dormann, Engler, Ep- penberger Susi, Grossenbacher, Hari, Hess Otto, Hess Peter, Hildbrand, Houmard, Iten Joseph, Jung, Keller Anton, Kühne, Ledergerber, Luder, Maeder, Neuenschwander, Paccolat, Reichling, Reimann Maximilian, Ruckstuhl, Rutishauser, Sa- vary-Fribourg, Schmidhalter, Schnider, Schwab, Seiler Hans- peter, Steinegger, Wellauer, Widrig, Wyss William (37)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. November 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 20 novembre 1991
Dank der finanziellen Aufstockung des Bundesbeschlusses vom 23. Juni 1988 über ausserordentliche Massnahmen zur Walderhaltung um 130 Millionen Franken konnte zusammen mit den verschiedenen Einsätzen von Militär und Zivilschutz das Schadenereignis «Vivian» rasch entschärft werden. Ver- einzelt sind Käfernester als Folgeschäden aufgetreten. Aller- dings liegen zurzeit keine quantitativen Angaben über Folge- schäden vor.
Der Bundesrat beantwortet die einzelnen Fragen wie folgt: 1. Aufgrund des Sturmes «Vivian» sind zahlreiche neue und exponierte Bestandesränder entstanden. An diesen Orten können vermehrt Folgeschäden durch Wind oder Käfer auftre- ten. Diese Tatsache ist bekannt und gilt unabhängig von Re- gionen in der ganzen Schweiz. Die Kontingentierung auf 85 Prozent der Schadholzmenge ist daher durchaus vertret-
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Interpellation Scheidegger
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bar und garantiert eine gesamtschweizerische Solidarität. Ein- zelne stärker betroffene Forstbetriebe müssen ihre besondere Stellung innerhalb des Kantons vertreten.
Forstschutzmassnahmen sind gemäss heute gültigem Forstpolizeigesetz in erster Linie Aufgaben der Kantone (Art. 32 und 32bis FPoIG) und werden durch den Bundesbe- schluss finanziell unterstützt. Gemäss unserem Wissensstand kann die Gefährdung durch Käferpopulationen im Moment noch nicht abschliessend beurteilt werden. Die Entwicklung muss laufend beobachtet werden. Bereits heute können durchaus einzelne Forstbetriebe stärker betroffen sein. Eine Ueberbrückung der kurzfristigen Finanzknappheit ist dabei durch Umlagerung von Krediten innerhalb des Kantons zu er- wirken.
Der Bundesrat ist sich der möglichen zukünftigen Schäden bewusst. Die ungewisse Schadenentwicklung und die allge- meine Finanzlage ermöglichen im heutigen Zeitpunkt keine Aufstockung der vorgegebenen Kredite. Bei zunehmender Verschlechterung der Schadensituation wird der Bundesrat aber eine Neubeurteilung vornehmen. In einem aktuellen Kreisschreiben der Eidgenössischen Forstdirektion an die Kantone vom 15. Oktober 1991 wird der wirksame Einsatz der vorhandenen Mittel aufgrund einer Prioritätenliste geregelt.
Das neue Waldgesetz tritt voraussichtlich auf den 1. Januar 1993 in Kraft. Nach neuem Waldgesetz ergreifen die Kantone die forstlichen Massnahmen gegen Ursachen und Folgen von Schäden, welche die Erhaltung des Waldes gefährden kön- nen (Art. 27 WaG). Der Bund hilft bei ausserordentlichen Situa- tionen mit (Art. 28 WaG). Die Bereitstellung der für den Vollzug des neuen Waldgesetzes benötigten Kredite erfolgt auf dem Budgetweg durch entsprechenden Beschluss des Parlamen- tes. Bei der Bemessung der Höhe der Mittel werden insbeson- dere die Schadensituation sowie die Finanzlage des Bundes mitzuberücksichtigen sein.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes nicht befriedigt.
91.3218
Interpellation Scheidegger Rechtshilfegesuch Philippinen Demande d'entraide judiciaire des Philippines
Wortlaut der Interpellation vom 20. Juni 1991
Am 25. April 1986 ersuchte die Republik der Philippinen das BAP formell um Rechtshilfe für die Rückführung der Vermö- genswerte, die F. E. Marcos und seine Angehörigen sich un- rechtmässig in Ausübung ihrer öffentlichen Funktionen ange- eignet haben sollen. Die entsprechenden Arbeiten wurden nun vom BAP eingeleitet. Erst am 21. Dezember 1990 lag ein Urteil des Bundesgerichts vor. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass
diese Frist viel zu lang war?
der schweizerische Rechtsstaat international in ein schlech- tes Licht geraten ist?
Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um dieses Verfahren, das immer noch in tiefen Problemen steckt, zu deblockieren und eventuell andere Verfahren nicht in dieselben Geleise fah- ren zu lassen?
Texte de l'interpellation du 20 juin 1991
Le 25 avril 1986, la République des Philippines avait officielle- ment demandé à l'Office fédéral de la police (OFP) l'entraide judiciaire de la Suisse. Elle voulait en effet récupérer les fonds que l'ex-président F.E. Marcos et des membres de sa famille avaient, dans l'exercice de leurs fonctions, extorqués à l'Etat
puis placés dans des banques suisses. L'OFP avait alors mis en route la procédure, mais il avait fallu attendre le 21 décem- bre 1990 pour que le Tribunal fédéral rendît son jugement. Le Conseil fédéral n'est-il pas comme moi d'avis:
qu'il a fallu attendre beaucoup trop longtemps?
que la réputation internationale de la Suisse, Etat fondé sur le droit, a été ternie de ce fait?
Que pense-t-il entreprendre pour faire avancer la procédure qui est toujours bloquée et pour faire en sorte que les deman- des à venir ne connaissent pas le même sort?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 6. November 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 6 novembre 1991
Der Bundesrat hat am 24. März 1986 gestützt auf Artikel 102 Bundesverfassung die Sperre der auf Schweizer Bankkonten liegenden Gelder verhängt. Für die Rückführung der Gelder wurde indessen auf den Rechtshilfeweg verwiesen. Die Ab- wicklung des Rechtshilfeverfahrens unterliegt in letzter Instanz der Kontrolle des Schweizerischen Bundesgerichtes.
Wie verschiedene andere Rechtshilfefälle der letzten Jahre ge- zeigt haben, lässt sich jedes Rechtshilfeverfahren durch die betroffenen Personen unter Einlegung der ihr zustehenden Rechtsmittel soweit verzögern, dass die grundlegenden Ziele der Rechtshilfe weitgehend vereitelt werden.
Um die internationale Zusammenarbiet auf dem Gebiet der Verbrechensbekämpfung zu fördern, hat der Bundesrat die Revision des schweizerischen Rechtshilfegesetzes eingelei- tet. Eines der Ziele dieser Revision wird es sein, die Dauer des Rechtshilfeverfahrens grundsätzlich auf neun Monate zu be- schränken. Zu diesem Zweck werden die Rechtsmittel unter Beachtung rechtsstaatlicher Verfahrensprinzipien einge- schränkt.
Für den Marcos-Fall kommt die Revision allerdings zu spät Zurzeit laufen erst die Revisionsvorarbeiten. Wie und wann die Revision in Kraft treten wird, lässt sich derzeit nicht sagen.
Andererseits bleibt es fraglich, ob eine rein auf politischer Ebene durchgeführte Rückführung der Marcos-Gelder zu ei- nem schnelleren und befriedigenderen Resultat geführt hätte. Bereits die Sperrung der Konten stiess auf starke Opposition. Man vermutet Gelder der Familie Marcos in verschiedenen an- deren Staaten. Trotzdem ist bisher keine Rückführung be- kannt. Im Gegenteil, die Schweiz ist unseres Wissens der ein- zige Staat, der die Philippinen zumindest auf dem Rechtshilfe- weg unterstützt. Mehrere Staaten, auf deren Territorium eben- falls Marcos-Gelder vermutet werden, haben nicht einmal die betreffenden Konten gesperrt
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes befriedigt
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Blatter Bundesbeiträge Sturmholzschäden Interpellation Blatter Dégâts aux forêts. Aide fédérale
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1991
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Anno
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Volume
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Session
Session d'hiver
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Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance Seduta
Geschäftsnummer 91.3315
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Numero dell'oggetto
Datum 13.12.1991 - 08:00
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Data
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2505-2506
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