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13 décembre 1991
2514
Interpellation du groupe UDC
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes befriedigt.
91.3271
Interpellation der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei Vollzug in der Asylpolitik Interpellation du groupe de l'Union démocratique du centre Application de la politique d'asile
Wortlaut der Interpellation vom 16. September 1991 Die kürzlich eingereichte Standesinitiative des Kantons Aar- gau zeigt mit aller Deutlichkeit, dass die Situation im Asylbe- reich in gewissen Kantonen alarmierende Ausmasse ange- nommen hat. Der Bundesrat hat auf diesen Hilferuf bis heute kaum reagiert. Auch die von seiten der kantonalen Fremden- polizeichefs erhobenen Forderungen an den zuständigen De- partementsvorsteher sprechen eine überdeutliche Sprache. Die SVP-Fraktion fragt den Bundesrat an:
Ist der Bundesrat nicht auch der Auffassung, dass eine klare Stellungnahme auf die Standesinitiative des Kantons Aargau dringend nötig wäre?
Wie stellt sich der Bundesrat zu der Forderung, seine Infor- mationspolitik in der Asylfrage zu ändern und der Bevölkerung endlich ehrlich Red und Antwort über die Situation im Asylbe- reich zu stehen?
Oberstes Ziel ist laut offizieller Asylpolitik die Verfahrensbe- schleunigung. Warum ist es aber bis heute noch immer nicht möglich, Mehrfachgesuche unverzüglich zu erkennen?
Wie gross ist der Personalbestand im Verfahrensbereich, wie gross derjenige im Fürsorgebereich?
Wie viele Asylentscheide werden zurzeit mündlich eröffnet?
Wie erklärt sich der Bundesrat den Unterschied in der Ent- scheiderledigungsquote zwischen Bund und Kantonen?
Wie wirkt sich die angeblich erzielte Effizienzsteigerung im Erledigen von Gesuchen in genauen Zahlen aus? Wie gross ist dabei der Anteil an Abschreibungen alter Asylgesuche?
Texte de l'interpellation du 16 septembre 1991
L'initiative déposée récemment par le canton d'Argovie mon- tre à l'évidence que les problèmes en matière d'asile ont pris une ampleur alarmante dans certains cantons. Jusqu'à pré- sent, le Conseil fédéral n'a guère réagi à ces appels à l'aide. Les demandes pressantes adressées par les chefs cantonaux de la police des étrangers au chef du département compétent reflètent nettement les mêmes préoccupations.
A cet égard, le groupe UDC prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Le Conseil fédéral n'estime-t-il pas lui aussi qu'il est absolu- ment indispensable de prendre clairement position sur l'initia- tive du canton d'Argovie?
Que pense le Conseil fédéral de la demande qui lui est adressée de modifier sa politique d'information sur les ques- tions touchant l'asile et de renseigner enfin honnêtement la population sur la situation?
Selon les déclarations officielles en matière de politique d'asile, l'objectif premier est d'accélérer la procédure. Pour- quoi donc n'est-il pas encore possible aujourd'hui de déceler immédiatement les demandes déposées à plusieurs en- droits?
Quel est l'effectif du personnel travaillant dans le domaine de la procédure et quel est celui s'occupant de l'assistance des requérants?
Combien de décisions en matière d'asile sont actuellement notifiées oralement?
Comment le Conseil fédéral explique-t-il la différence entre le pourcentage de décisions rendues au niveau fédéral et dans les cantons?
Est-il possible de chiffrer exactement l'augmentation du de- gré d'efficacité que l'on prétend avoir atteint dans le traitement des demandes? Quel est, dans ce chiffre, la part des radia- tions d'anciennes demandes d'asile devenues caduques?
Sprecher - Porte-parole: Fischer-Hägglingen
Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.
Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 2. Dezember 1991
Eine Stellungnahme des Bundesrates zu Standesinitiativen steht in aller Regel entsprechend den Geschäftsreglementen beider Räte erst dann zur Diskussion, wenn die vorprüfende Kommission beantragt, der Initiative Folge zu geben. Bis an- hin ist noch keine parlamentarische Kommission mit der Vor- prüfung befasst.
Der Bundesrat hat seine grundsätzliche Haltung im Bericht zur Ausländer- und Flüchtlingspolitik vom 15. Mai 1991 dargelegt. Der Bericht wurde in der Folge von den eidgenössischen Rä- ten eingehend diskutiert und gutgeheissen. Der Bundesrat setzt voraus, dass aufgrund der in diesem Jahr bereits geführ- ten Grundsatzdiskussionen seine Haltung in der Asylpolitik hinlänglich bekannt ist, und sieht daher im heutigen Zeitpunkt keinen Anlass zu einer besonderen, auf die konkrete Initiative bezogenen Stellungnahme. Im übrigen ist auch auf verschie- dene parlamentarische Vorstösse zu verweisen (90.755 Inter- pellation SVP-Fraktion vom 1. Oktober 1990, 90.900 Interpella- tion Uhlmann vom 27. November 1990), zu welchen der Bun- desrat unzweideutig Stellung genommen hat. In Kenntnis die- ser Haltung entschied der Ständerat, der Initiative des Kantons Zürich, welche ähnliche Forderungen wie die Aargauer Stan- desinitiative enthält (Kontingentierung/Verfahrensbeschleuni- gung/Sicherstellung der Ausreise), angesichts der faktischen und rechtlichen Gegebenheiten bei der Kontingentierungs- frage keine Folge zu geben. Unter Hinweis auf den bundesrät- lichen Bericht zur Ausländer- und Flüchtlingspolitik erachtete er die Begehren zur Verfahrensbeschleunigung und zur Si- cherung der Ausreise als erfüllt und schrieb die Initiative ab. Der Bundesrat hat in der Vergangenheit stets eine offene und den Tatsachen entsprechende Informationspolitik betrieben. Er wird diese auch weiterhin fortführen.
Mehrfachgesuche werden durch den daktyloskopischen Ver- gleich festgestellt. Die Rückstände bei der Verarbeitung sind inzwischen vollständig abgebaut. Somit werden heute sämtli- che Fälle von Doppelgesuchen innert nützlicher Frist entschie- den und die Kantone orientiert.
Dem Bundesamt für Flüchtlinge stehen für die Entscheidfin- dung an den Zentralen in Bern und Freiburg sowie im Verfah- renszentrum Zürich inklusive Kader 201 Stellen zur Verfü- gung. Der Bereich Einreise und Empfang umfasst 81 Mitarbei- ter. Zu seinen Aufgaben gehört auch der sofortige Abschluss des Verfahrens bei Nichteintretensentscheiden ab Empfangs- stelle. 121,5 Stellen sind eingesetzt, um den Entscheidappa- rat direkt zu unterstützen (Protokollführer, Informatik, Logistik usw.). Dem Fürsorgebereich sind 41 Stellen zugeordnet.
Der mit der mündlichen Eröffnung beabsichtigte Beschleuni- gungseffekt tritt nur dann ein, wenn die Befragung und der Entscheid durch denselben Beamten erfolgen. Die Entscheid- kompetenz liegt einzig bei den Bundesbehörden. Um die Ent- scheidkapazität zu steigern, werden die Bundesbeamten un- ter Nutzung des' Befragungspotentials der Kantone vorwie- gend bei der Entscheidredaktion eingesetzt, so dass die schriftliche Entscheideröffnung die Regel ist. Erweist sich die Anhörung aufgrund des komplexen Falles durch Bundesbe- amte als notwendig, fehlt es oftmals an den Voraussetzungen
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Interpellation der LdU/EVP-Fraktion
für die mündliche Eröffnung. Aus diesen Gründen werden - entsprechend den Ergebnissen einer im Spätherbst 1990 ein- gesetzten Projektgruppe - Asylentscheide nur vereinzelt mündlich eröffnet.
In den Ausführungsbestimmungen zum Asylgesetz hat der Bundesrat festgelegt, dass entscheidvorbereitende kantonale Beamte denselben Leistungsanforderungen wie Bundesbe- amte unterliegen. Die Entscheidvorbereitung durch die Kan- tone befindet sich erst in der Anlaufphase. Verlässliche Zahlen für einen den Verhältnissen gerecht werdenden Vergleich lie- gen noch nicht vor. Festgestellt werden kann jedoch bereits heute, dass kantonale Beamte keine Entscheide in Fällen vor- bereiten können, welche aufgrund ihrer Komplexität weiterer Abklärungen im Sinne von Artikel 16c des Asylgesetzes be- dürfen. Beamte des Bundes haben diese zusätzlichen Verfah- rensschritte zu leiten und die Ergebnisse im Entscheid zu wür- digen. Dieser nur bei Bundesbeamten anfallende Mehrauf- wand wird sich voraussichtlich beim Vergleich der Erledi- gungsquote niederschlagen.
Von Januar bis September 1990 wurden 11 824 Gesuche vom heutigen Bundesamt für Flüchtlinge erledigt. Für die Ver- gleichsperiode dieses Jahres belaufen sich die Erledigungen auf insgesamt 27 427. Davon entfallen 5838 (21,3 Prozent) auf Abschreibungen und Rückzüge. Von diesen Gesuchen wur- den 904 vor dem Jahr 1988 eingereicht, 240 im Jahr 1988, 810 im Jahr 1989, 2091 im Jahr 1990 und 1793 im Jahr 1991.
Rapport écrit du Conseil fédéral du 2 décembre 1991
Conformément aux règlements des Conseils, une prise de po- sition du Conseil fédéral n'est envisagée dans la règle que lorsque la commission chargée de l'examen préalable de- mande que suite soit donnée à l'initiative. Or, jusqu'à présent, aucune commission parlementaire ne s'est occupée d'un tel examen préalable.
Le Conseil fédéral a exposé sa position de principe dans le rapport du 15 mai 1991 sur la politique à l'égard des étrangers et des réfugiés. Par la suite, ce rapport a été discuté en détail, puis approuvé par les Chambres fédérales. Le Conseil fédéral estime qu'en raison des débats de principe déjà menés en dé- but d'année, sa conception de la politique d'asile est bien connue et il ne voit actuellement aucun motif de se prononcer spécialement au sujet de l'initiative dont il est question dans le cas concret. Par ailleurs, il convient de rappeler différentes interventions parlementaires (90.755 interpellation du groupe UDC du 1er octobre 1990, 90.900 interpellation Uhlmann du 27 novembre 1990) sur lesquelles le Conseil fédéral a claire- ment pris position. En connaissance de cette attitude du Conseil fédéral et eu égard aux conditions de fait et de droit en matière de contingentement, le Conseil des Etats a décidé de ne pas donner suite à l'initiative du canton de Zurich qui contient des exigences analogues à celles émanant du canton d'Argovie (contingentement/accélération de la procédure/ garantie de l'exécution du renvoi). Se référant au rapport du Conseil fédéral sur la politique à l'égard des étrangers et des réfugiés, il a considéré que le but visé, soit une procédure ac- célérée et une garantie du renvoi, était atteint; aussi a-t-il classé l'initiative.
Par le passé, le Conseil fédéral a toujours pratiqué une politi- que d'information franche et objective. Il entend la poursuivre. Les demandes multiples sont décelées grâce à l'examen dac- tyloscopique. Dans l'intervalle, les dossiers encore en souf- france ont tous pu être liquidés. Ainsi, les décisions en matière de demandes doubles sont prises dans les délais utiles et les cantons sont rapidement informés.
Pour les décisions, l'Office fédéral des réfugiés dispose de 201 postes, cadres compris, répartis entre les centres de Berne et Fribourg ainsi que dans le centre de procédure de Zurich. Le domaine entrées et départs comprend 81 collaborateurs. Fait également partie de ses tâches la conclusion immédiate de la procédure en cas de décisions de non-entrée en matière, intervenant déjà au centre d'enregistrement. 121,5 postes sont consacrés au soutien direct de l'appareil de décision (procès-verbalistes, informatique, logistique, etc.). Le do- maine de l'assistance compte 41 collaborateurs.
L'effet d'accélération de la procédure, visé par la notification orale des décisions, n'est possible que lorsqu'un même fonc- tionnaire se charge de l'audition et de la décision. La compé- tence en matière de décision incombe uniquement aux autori- tés fédérales. Pour augmenter la capacité de décision, les fonctionnaires fédéraux sont essentiellement affectés à la ré- daction des décisions, en utilisant le potentiel d'auditions des cantons. Aussi la notification écrite est-elle la règle. Dans des cas complexes, si une audition par un fonctionnaire fédéral s'avère nécessaire, les conditions d'une notification orale font le plus souvent défaut Pour ces raisons, les décisions en ma- tière d'asile - conformément aux résultats enregistrés par un groupe de réflexion institué à la fin de l'automne 1990 - ne sont que sporadiquement communiquées oralement.
Dans les dispositions d'exécution de la loi sur l'asile, le Conseil fédéral a stipulé que les fonctionnaires cantonaux chargés de préparer les décisions étaient soumis aux mêmes exigences de rendement que les fonctionnaires fédéraux. Or, la prépara- tion des décisions par les cantons ne se trouve que dans sa phase initiale. Il n'existe pas encore de chiffres fondés permet- tant une comparaison équitable en fonction des différents fac- teurs. Toutefois, on peut constater aujourd'hui déjà que les fonctionnaires cantonaux ne peuvent pas préparer de déci- sions dans des cas complexes nécessitant des mesures d'ins- truction supplémentaires au sens de l'article 16c de la loi sur l'asile. Il appartient aux fonctionnaires fédéraux de diriger cette procédure supplémentaire et de tenir compte de ses résultats lors de la décision. Ce surcroît de travail n'affecte que les fonc- tionnaires fédéraux et apparaîtra probablement dans la com- paraison des pourcentages de décisions rendues au niveau fédéral et dans les cantons.
De janvier à septembre 1990, l'actuel Office fédéral des réfu- giés a traité définitivement 11 824 demandes d'asile. Pendant la période correspondante de cette année, les demandes trai- tées atteignent le nombre de 27 427. Dans 5838 cas (21,3 pour cent), il s'agissait de radiations ou de retraits. 904 demandes avaient été déposées avant 1988, 240 en 1988, 810 en 1989, 2091 en 1990 et 1793 en 1991.
Präsident: Die Interpellanten sind von der Antwort des Bun- desrates teilweise befriedigt.
91.3282
Interpellation der LdU/EVP-Fraktion Formulierung einer Europapolitik Interpellation du groupe Adl/PEP Définition d'une politique européenne
Wortlaut der Interpellation vom 17. September 1991
Der Bundesrat hat in letzter Zeit kundgetan, dass er in der Frage eines EG-Beitritts tief gespalten ist. Da dem Bundesrat in der Aussenpolitik eine zentrale Rolle zufällt, blockiert er durch seine Unentschlossenheit die Festlegung einer schwei- zerischen Europapolitik. Wir fragen daher:
Glaubt der Bundesrat seiner Rolle gerecht zu werden, wenn er Volk und Parlament mitteilt, er sei in der EG-Frage uneinig? Müsste der Bundesrat nicht die nötigen Schritte unternehmen, um die bestehenden Differenzen - durch Diskussion und Ent- scheid - auszuräumen?
Die Notwendigkeit der Formulierung einer Politik bezüglich eines EG-Beitritts war seit erheblicher Zeit absehbar. Weshalb hat der Bundesrat nicht rechtzeitig reagiert und die interne Meinungsbildung so rechtzeitig begonnen, dass die nötigen Entscheide jetzt vorliegen?
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei Vollzug in der Asylpolitik Interpellation du groupe de l'Union démocratique du centre Application de la politique d'asile
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Jahr
1991
Année
Anno
Band
V
Volume
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Wintersession
Session
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Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
91.3271
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Datum 13.12.1991 - 08:00
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