Initiatives parlementaires
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20 mars 1992
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Parlamentarische Initiative (Scherrer Jürg) Tempolimiten auf Gesetzesstufe
Initiative parlementaire (Scherrer Jürg) Limitations de vitesse. Révision de la loi sur la circulation routière
Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
Wortlaut der Initiative vom 19. Juni 1991
Gestützt auf Artikel 21bis des Geschäftsverkehrsgesetzes wird mit der folgenden parlamentarischen Initiative in der Form des ausgearbeiteten Entwurfs die folgende Gesetzesänderung verlangt:
Bundesgesetz über den Strassenverkehr, Aenderung von Arti- kel 32: Abs. 1 Unverändert Abs. 2
Die Geschwindigkeit der Motorfahrzeuge wird auf allen Stras- sen beschränkt.
Abs. 3
a. Auf richtungsgetrennten Autobahnen beträgt die Höchstge- schwindigkeit 130 km/h.
Die Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht beträgt 80 km/h.
Die Höchstgeschwindigkeit für Gesellschaftswagen beträgt 100 km/h.
Die Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge mit Anhänger be- trägt 80 km/h.
b. Auf den übrigen Strassen ausserhalb geschlossener Ort- schaften beträgt die Höchstgeschwindigkeit 100 km/h.
Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht sowie für Fahrzeuge mit Anhänger beträgt die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h.
c. In geschlossenen Ortschaften beträgt die Höchstgeschwin- digkeit 50 km/h.
Abs. 4
Auf besonders gefährlichen Strecken kann die Höchstge- schwindigkeit herabgesetzt werden, wenn die Gefahr nicht an- derweitig beseitigt werden kann. Auf leistungsfähigen Stras- sen kann die Geschwindigkeit heraufgesetzt werden, wenn es der Verflüssigung des Verkehrs dient
Abs. 5 (neu)
Massnahmen nach Absatz 4 bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Bewilligung des EJPD.
Texte de l'initiative du 19 juin 1991
Se fondant sur l'article 21bis de la loi sur les rapports entre les conseils, l'initiative parlementaire suivante, présentée sous la forme d'un projet rédigé de toutes pièces, demande la révision de la loi sur la circulation routière.
Modification de l'article 32:
Al. 1 Inchangé Al. 2
La vitesse des véhicules automobiles est limitée sur toutes les routes.
AI. 3
a. Sur les autoroutes à sens de circulation séparés, la vitesse maximale autorisée est de 130 km/h.
Pour les véhicules d'un poids total de plus de 3,5 tonnes, la vi- tesse maximale autorisée est de 80 km/h.
Pour les autocars, la vitesse maximale autorisée est de 100 km/h.
Pour les véhicules tirant une remorque, la vitesse maximale autorisée est de 80 km/h.
b. Sur les autres routes, la vitesse maximale autorisée hors des localités est de 100 km/h.
Pour les véhicules d'un poids total de plus de 3,5 tonnes et pour les véhicules tirant une remorque, la vitesse maximale autorisée est de 80 km/h.
c. Dans les localités, la vitesse maximale autorisée est de 50 km/h. Al. 4
Sur les tronçons particulièrement dangereux, la vitesse maxi- male autorisée peut être réduite si le danger ne peut être écarté par d'autres moyens. Sur les routes qui s'y prêtent, la vi- tesse maximale autorisée peut être relevée si la circulation s'en trouve facilitée.
Al. 5 (nouveau)
Les mesures visées au 4e alinéa doivent être autorisées par le DFJP pour entrer en force.
Herr Wanner unterbreitet im Namen der Kommission den fol- genden schriftlichen Bericht:
Begründung des Initianten
Seit der Einführung von Tempo 80/120 hat sich die Verkehrs- disziplin auf den Strassen merklich verschlechtert. Die Aggres- sivität nimmt laufend zu. Viele Verkehrsteilnehmer erachten diese Tempolimiten als zu tief angesetzt und missachten sie. Die Uebertretungsquote hat denn auch massiv zugenommen. Die Polizeiorgane sind nicht in der Lage, Tempo 80/120 durch- zusetzen.
Demgegenüber wurden die Geschwindigkeitslimiten von 100 und 130 km/h vom grössten Teil der Verkehrsteilnehmer re- spektiert Die Uebertretungsquote war relativ gering und das Verkehrsklima im allgemeinen gut.
Vor der Abstimmung zur Tempo-Initiative im Jahre 1989 versi- cherte der Bundesrat, an den Tempolimiten 80/120 festzuhal- ten. Dieses Versprechen hat viele Stimmbürger bewogen, zur Initiative ein Nein in die Urne zu legen. Bereits eineinhalb Jahre später verfügte der Bundesrat Tempo 70/100 auf Autobahnen. Wir müssen also feststellen, dass er wortbrüchig geworden ist Die Frage der Tempolimiten ist deshalb der Kompetenz des Bundesrates zu entziehen und dem Parlament zu übertragen. Per Ende 1990 bestanden bereits 80 Prozent des schweizeri- schen Personenwagenbestandes aus Katalysator- (50 Pro- zent) oder abgasentgifteten Fahrzeugen nach AGV 82 (30 Prozent). Zusammen mit der obligatorischen jährlichen Abgaswartung hat der motorisierte Konsument damit einen enormen Beitrag an die Luftreinhaltung geleistet.
Bei Katalysator-Fahrzeugen ist zwischen 130, 120 bzw. 100 km/h praktisch kein Unterschied im Abgasverhalten fest- zustellen.
Die Verkehrssicherheit kann nicht mit generellen Tempolimi- ten gehoben werden. Ein Indiz dafür sind die im Jahre 1990 er- neut gestiegenen Unfallzahlen, obwohl nach wie vor Tem- po 80/120 Gültigkeit hatte. Die Sicherheit im Strassenverkehr ist, wenn überhaupt mit Tempolimiten, nur mit deren individu- ellen Anpassung an Gefahrstellen zu heben. Dies ist im Initia- tivtext denn ausdrücklich vorgesehen.
Stand der Arbeiten der eidgenössischen Räte und der Verwal- tung
Die Problematik der Tempolimiten und der gesetzgeberischen Kompetenz in diesem Bereich war im Laufe der letzten zehn Jahre Gegenstand zahlreicher Vorstösse im Parlament.
Am 4. Oktober 1984 reichten Nationalrat Oehler und Ständerat Masoni je eine gleichlautende Motion ein. Die Motionen ver- langten eine Revision des Artikels 32 des Strassenverkehrsge- setzes, mit dem Zweck, die Höchstgeschwindigkeiten auf den Strassen in diesem Gesetz festzulegen.
Am 28. Oktober 1984 lehnte der Ständerat die Ueberweisung der Motion Masoni mit 21 zu 14 Stimmen ab. Der Nationalrat seinerseits sprach sich am 5. Juni 1986 mit 45 zu 25 Stimmen ebenfalls gegen die Ueberweisung der Motion Oehler aus.
Am 26. November 1989 verwarf eine Mehrheit des Volkes und der Stände die Volksinitiative «pro Tempo 130/100» und kam damit der Empfehlung von Bundesrat und Parlament nach, die folgende Auffassung vertreten hatten: «Höhere Geschwin-
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digkeiten bedeuten weniger Verkehrssicherheit und mehr Schadstoffe in der Luft; sie widersprechen auch den Bestre- bungen, Energie zu sparen. Es ist zudem wenig sinnvoll, Ge- schwindigkeitslimiten in der Verfassung festzulegen. Eine An- passung an veränderte Gegebenheiten würde dadurch er- schwert. »
Am 14. Dezember 1989 reichte Nationalrat Fäh eine parlamen- tarische Initiative in der Form der allgemeinen Anregung ein. Die Initiative verlangte, dass allgemeine Höchstgeschwindig keiten auf den Strassen auf Gesetzesebene festzusetzen sind. Am 21. März 1991 entschied der Nationalrat bei einem Stim- menverhältnis von 45 zu 45 mit Stichentscheid des Präsiden- ten, der parlamentarischen Initiative Fäh keine Folge zu geben. Am 21. Juni 1991 reichte Nationalrat Frey Walter eine gleich- lautende parlamentarische Initiative wie Nationalrat Fäh ein. Im Rahmen der Neuverteilung der Aufgaben zwischen Bund und Kantonen, welcher das Parlament am 22. März 1991 zu- stimmte, wurde Artikel 32 SVG geändert: Dieser Artikel über- trägt nun den Kantonen die Kompetenz, die Geschwindigkeit auf Nationalstrassenabschnitten hinab- oder hinaufzusetzen; für eine solche Massnahme braucht es die Bewilligung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements. Bisher wurden die Höchstgeschwindigkeiten auf Nationalstrassen vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement festge- setzt.
Erwägungen der Kommission
Nach Auffassung der Kommission bezweckt die parlamentari- sche Initiative in erster Linie, die Kompetenz des Bundesrates zur Festsetzung der Tempolimiten auf das Parlament zu ver- schieben. Die Kommission bedauert, dass diese Frage erneut vor das Parlament gebracht werden soll, obwohl sich der Na- tionalrat vor weniger als einem halben Jahr, am 21. März 1991, (mit einem zugegebenermassen knappen Resultat) weigerte, der parlamentarischen Initiative Fäh Folge zu geben.
Die Argumente über die Zweckmässigkeit einer solchen Revi- sion, die immer wieder vorgebracht worden sind, haben bis heute nichts an Bedeutung verloren. Die Kommission gibt in- dessen zu, dass die vom Bundesrat im Sommer 1991 proviso- risch erlassenen Massnahmen im Bereich der Tempolimiten zumindest beanstandet worden und auf ein gewisses Unver- ständnis bei der Bevölkerung gestossen sind.
Dies rechtfertigt jedoch keine Aenderung der heutigen Gesetz- gebung, wie sie mit der parlamentarischen Initiative Scherrer Jürg angestrebt wird. Die Kompetenz, die Geschwindigkeiten auf Autobahnen und übrigen Strassen festzusetzen, ist tech- nisch begründet, woran festzuhalten ist Denn die Geschwin- digkeit hat einen wesentlichen Einfluss auf den Schutz der Umwelt, den Treibstoffverbrauch und die Verkehrssicherheit. Auch ist es wünschenswert, dass der Bundesrat den nötigen Handlungsspielraum beibehält, um in diesen verschiedenen Bereichen ohne Verzögerug tätig werden zu können. Eine Kompetenzverschiebung auf das Parlament würde zweifellos zu einer Verpolitisierung der Frage führen, und jede Aende- rung müsste, mit dem bekannten Aufwand, über eine Geset- zesrevision erfolgen.
Die Annahme der parlamentarischen Initiative Scherrer Jürg hätte die Wiedereinführung der Höchstgeschwindigkeiten 130/100 km/h auf Autobahnen/übrigen Strassen ausserhalb geschlossener Ortschaften zur Folge. Die geltende Regelung hat sich indessen bewährt, und ihre positiven Auswirkungen auf die Sicherheit im Strassenverkehr und die Umwelt sind heute nicht mehr bestritten. Andererseits würde das Problem des Verkehrsflusses, auch wenn man im Sinne der Initiative handelte, nicht gelöst
M. Wanner présente au nom de la commission le rapport écrit suivant:
Développement de l'auteur de l'initiative
Depuis l'instauration des limites de vitesse de 80 et 120 km/h, la discipline sur les routes s'est sensiblement dégradée. L'agressivité des conducteurs augmente. De nombreux auto- mobilistes considèrent ces limites comme trop basses et ne les respectent donc pas, ce qui provoque une hausse massive
des infractions. La police n'est pas en mesure de faire respec- ter les limites de 80 et de 120 km/h.
En revanche, la plupart des automobilistes s'en tenaient aux li- mites de vitesse de 100 et de 130 km/h; autrement dit, il y avait assez peu d'infractions et les conducteurs, en règle générale, restaient courtois.
Le Conseil fédéral avait affirmé avant la votation de 1989 sur l'initiative concernant les limitations de vitesse que les limites 80/120 seraient maintenues. Cette promesse avait incité de nombreux citoyens à rejeter l'initiative. Une année et demie plus tard, le Conseil fédéral fixait à 70/100 la vitesse maximale autorisée sur les autoroutes. Nous constatons qu'il n'a pas tenu parole. Il faut donc lui retirer la compétence de fixer les vi- tesses maximales pour l'attribuer au Parlement.
A la fin 1990, déjà 80 pour cent du parc automobile suisse comprenait des véhicules qui étaient équipés de catalyseurs (50 pour cent) ou qui répondaient aux exigences de l'ordon- nance de 1982 sur les gaz d'échappement (30 pour cent). Avec et y compris le contrôle annuel des gaz d'échappement le consommateur motorisé a apporté une contribution énorme au titre de mesures anti-pollution atmosphérique.
Qu'il roule à 100, 120 ou 130 km/h, un véhicule équipé d'un catalyseur émet pratiquement autant de gaz d'échappement. Ce n'est pas en abaissant systématiquement les vitesses maximales que l'on améliorera la sécurité routière (en effet, on a pu constater une recrudescence des accidents de la route en 1990, et ce bien que les vitesses maximales soient restées les mêmes, soit 80 et 120 km/h); si tant est que cela soit possi- ble par ce moyen, ce ne peut être qu'en limitant la vitesse cas par cas, aux endroits dangereux, ce que prévoit expressément le texte de l'initiative.
Etat des travaux de l'Assemblée fédérale et de l'administration La problématique des limitations de vitesse et de la compé- tence législative y relative, a fait l'objet de très nombreuses interventions au Parlement au cours de ces dix dernières an- nées.
Le 4 octobre 1984 M. le conseiller national Oehler et M. le conseiller aux Etats Masoni déposaient, chacun, une motion identique, demandant une révision de l'article 32 de la loi sur la circulation routière afin d'y fixer les limitations de vitesse sur les routes.
Le 28 octobre 1984 le Conseil des Etats par 21 voix contre 14 refusait de transmettre la motion Masoni. Le 5 juin 1986, par 45 voix contre 25 le Conseil national en faisait de même pour la motion Oehler.
Le 26 novembre 1989, une majorité du peuple et des cantons rejetait l'initiative populaire «pro vitesse 130/100» suivant ainsi la recommandation du Conseil fédéral et du Parlement, les- quels estimaient que «des vitesses plus élevées nuisent à la sécurité du trafic, augmentent la pollution de l'air et sont contraires aux efforts d'économies d'énergie. Il est en outre peu judicieux d'inscrire les limites de vitesse dans la constitu- tion, car il serait plus difficile de les adapter à des situations nouvelles».
Le 14 décembre 1989, M. le conseiller national Fäh déposait une initiative parlementaire, rédigée en terme généraux, qui demandait que les limitations générales de vitesse sur les rou- tes soient réglées par les lois.
Le 21 mars 1991, par 45 voix contre 45, avec la voix prépondé- rante du Président, le Conseil national refusait de donner suite à l'initiative parlementaire Fäh.
Dans le cadre de la nouvelle répartition des tâches entre la Confédération et les cantons acceptée par le Parlement le 22 mars 1991, l'article 32 de la loi sur la circulation routière a été modifié. Il donne également la compétence aux cantons, d'élever ou d'abaisser la vitesse sur des tronçons de routes nationales. Une telle mesure est subordonnée à une autorisa- tion du Département fédéral de justice et police. Jusqu'alors, les vitesses maximales sur les routes nationales étaient fixées par le Département de justice et police.
Considérations de la commission
La commission estime que l'initiative vise avant tout à transfé- rer la compétence de légiférer, en matière de limitations de vi-
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tesse, du Conseil fédéral au Parlement. Malgré le refus du Conseil national, du 21 mars 1991 (acquis de justesse il est vrai), de donner suite à l'initiative parlementaire Fäh, la com- mission regrette que moins de six mois plus tard, cette ques- tion soit à nouveau amenée devant le Parlement
En effet les considérations émises à maintes reprises, quant à l'opportunité d'une telle révision, gardent aujourd'hui encore toute leur valeur. La commission reconnaît cependant, que les mesures temporaires de limitation de vitesse sur les autorou- tes, prises par le Conseil fédéral durant l'été 1991, ont eu des effets pour le moins contestés, tout en provoquant une cer- taine incompréhension au sein de la population.
Ceci ne justifie pas une révision de la législation actuelle, telle qu'elle est prévue par l'initiative Scherrer Jürg.
La compétence de fixer les vitesses sur les autoroutes et les autres routes est d'ordre technique et elle doit le rester. Car la limitation de vitesse a une influence considérable sur la protec- tion de l'environnement, la consommation de carburants et la sécurité.
Aussi il est souhaitable que le Conseil fédéral puisse garder la liberté d'action nécessaire qui lui permette d'agir sans retard dans ces différents domaines. Transférer cette compétence au Parlement politiserait immanquablement la question et toute modification passerait par une révision de la loi, avec toutes les lourdeurs que l'on connaît
L'acceptation de l'initiative parlementaire Scherrer Jürg aurait également pour conséquence de réintroduire les vitesses maximales de 100/130 km/h sur les autoroutes et les autres routes, à l'extérieur des localités.
La réglementation actuelle a fait ses preuves et son incidence positive sur la sécurité routière et l'environnement n'est aujour- d'hui plus contestée. D'autre part ce n'est pas en agissant de la sorte que l'on améliorera la fluidité du trafic.
Antrag der Kommission Mehrheit Der Initiative keine Folge geben Minderheit (Giezendanner) Der Initiative Folge geben
Proposition de la commission Majorité Ne pas donner suite à l'initiative Minorité (Giezendanner) Donner suite à l'initiative
Scherrer Jürg: Tempo 80/120 wurde vom Bundesrat wegen des angeblichen Waldsterbens verfügt. Das Waldsterben ist «aufgehoben», es hat nie stattgefunden; also müsste logi- scherweise auch Tempo 80/120 aufgehoben werden.
Aber wie es eben so ist: Man hat einmal eine Verfügung erlas- sen, man kann nicht zugeben, dass man einen Fehler ge- macht hat, und dann sucht man nach anderen Begründun- gen. Es ist dann einfach die Sicherheit, die den Bundesrat an- geblich dazu veranlasst, an Tempo 80/120 festzuhalten. Aber auch das Sicherheitsargument sticht nicht, denn andere euro- päische Länder - also vergleichbare Länder, besonders Deutschland - haben eine gleiche oder sogar eine bessere Entwicklung der Unfallzahlen als die Schweiz, ohne dass dort dauernd an den Tempolimiten herumlaboriert wird.
Das Argument der Luftqualität, die durch Tempo 80/120 ver- bessert würde, sticht ohnehin nicht mehr, denn mit immer mehr Katalysator-Fahrzeugen gibt es in bezug auf die Emis- sion keine Unterschiede mehr zwischen Tempo 80/120 und 100/130. Zudem ist festzustellen, dass der Verkehr durch die zu tiefen Tempolimiten heute gebremst wird. Die Kolonnen nehmen zu, der Verkehr verdichtet sich, die Fahrweise wird unruhiger und nervöser. Resultat: Treibstoffverbrauch und Luftbelastung steigen; das ist nachweisbar.
Der Bundesrat sagt zwar, das Volk habe Tempo 80/120 zuge- stimmt. Das stimmt eben nicht Ich bitte den Bundesrat, jetzt endlich einmal bei der Wahrheit zu bleiben. Das Volk hat nicht Tempo 80/120 zugestimmt, sondern es hat Tempo 100/130 in
der Verfassung abgelehnt! Es waren aber immerhin 38 Pro- zent der Stimmbürger, die zu Tempo 100/130 ja gesagt haben - diese wurden dann natürlich zu Verlierern deklariert, wäh- rend bei der am gleichen Tag stattfindenden Abstimmung die Armeegegner faktisch zu Siegern umfunktioniert wurden; aber diese Bemerkung nur am Rand.
Meine parlamentarische Initiative will die Tempolimiten, wie sie vor dem angeblichen Waldsterben gegolten haben, auf Gesetzesstufe festlegen, d. h. innerorts Tempo 50, ausserorts eine generelle Höchstgeschwindigkeit von Tempo 100 und auf den Autobahnen Tempo 130. Die einzelnen Kantone oder Gemeinden sollen die Möglichkeit haben, von diesen Tempo- limiten abzuweichen, wenn es sich im Interesse des Verkehrs- flusses oder der Verkehrssicherheit als nötig erweist
Solange der Bundesrat dauernd irgendwelchen Interessen- gruppen nachgibt - indem er einmal die Tempolimiten herab- setzt, dann die Herabsetzung wieder aufhebt -, beweist er, dass er mit der ihm übertragenen Kompetenz nicht umzuge- hen weiss. Also muss das Parlament, das die Oberaufsicht über die bundesrätlichen Aktivitäten hat, jetzt beschliessen, diese Tempolimiten auf Gesetzesstufe festzulegen. Ein Not- recht aufgrund einer Energieknappheit wird immer möglich sein; das ist bereits gesetzlich vorgesehen. Der Bundesrat kann also in Zeiten einer akuten Energieverknappung aus Energiespargründen die Tempolimiten herabsetzen, genau gleich, wie er im Extremfall sogar den Privatverkehr verbieten könnte.
Wenn bei den Tempolimiten eine Eurolex kommt - daran zweifle ich natürlich; wir haben ja, Gott sei Dank, noch Deutschland -, dann ist es ohne weiteres möglich, diese Tem- polimiten der Europaregelung anzupassen. Dafür hat auch dieses Parlament noch genug Zeit.
Ich verzichte auf die Wiedergabe meiner Begründung, die ich bereits schriftlich in der Initiative formuliert habe, und ich bitte Sie: Stehen Sie zu Ihrer politischen Meinung, vor allem die bür- gerlichen Fraktionen, die am Anfang auch immer gesagt ha- ben, wenn sich die Tempolimiten nicht mehr rechtfertigen lies- sen, seien sie aufzuheben bzw. wieder auf den alten Stand festzusetzen. Ich erinnere daran: Das Waldsterben hat nicht stattgefunden! Die Rechtfertigung, dieser Initiative zuzustim- men, ist gegeben.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit 101 Stimmen Für den Antrag der Minderheit 19 Stimmen
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Parlamentarische Initiative (Frey Walter) Gesetzliche Bestimmungen über Höchstgeschwindigkeiten
Initiative parlementaire (Frey Walter) Limitations de vitesse. Compétence législative
Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art 68 RCN
Wortlaut der Initiative vom 21. Juni 1991 Allgemeine Höchstgeschwindigkeiten auf den Strassen sind auf Gesetzesebene festzusetzen.
Texte de l'initiative du 21 juin 1991 Les limitations générales de vitesse sur les routes suisses sont fixées dans la législation.
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Parlamentarische Initiative (Scherrer Jürg) Tempolimiten auf Gesetzesstufe Initiative parlementaire (Scherrer Jürg) Limitations de vitesse. Révision de la loi sur la circulation routière
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Datum 20.03.1992 - 08:00
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