N
623
Motion (Houmard-)Bonny
ihre Geltungsdauer Ende 1979 wieder aus. Das Problem der oft mangelhaften Ausgabendisziplin des Parlamentes jedoch blieb bestehen.
Dies veranlasste die Finanzkommission beider Räte im Jahre 1983, den Bundesrat mit einer Motion zu beauftragen, die insti- tutionelle Ausgabenbremse erneut einzuführen. Leider wurde dieser Auftrag vom Bundesrat nicht speditiv an die Hand ge- nommen. Erst im Januar 1987 wurde ein entsprechender Vor- schlag in die Vernehmlassung geschickt. Diese Vernehmlas- sung zeitigte - vielleicht wegen der in der Zwischenzeit ange- brochenen fetten Jahre - nicht mehr die gleich geschlossene Unterstützung, wie sie der Souverän in den siebziger Jahren manifestiert hatte. Zwar betonten alle Vernehmlassungsant- worten die Notwendigkeit einer haushälterischen Ausgaben- politik, fanden aber gleichzeitig das eine oder andere Haar in der Suppe. So wurde beispielsweise angeführt, die Ausgaben- bremse sei ein Instrument für schlechte Zeiten und daher im Moment nicht opportun.
Bedauerlicherweise hat der Bundesrat diese etwas kritische Vernehmlassung zum Anlass genommen, vom ganzen Pro- jekt einer Ausgabenbremse Abstand zu nehmen, und das Par- lament ist ihm dabei - wenn auch eher knapp und gegen den Widerstand der Finanzkommissionen - gefolgt
In der Zwischenzeit hat das Parlament aber klar demonstriert, dass die Ausgabenbremse vor allem in guten Zeiten ge- braucht würde und zur Verfügung stehen sollte. Politisch lässt sie sich aber offensichtlich leichter unter Sparzwang verwirkli- chen. Deshalb müssen die rechtlichen Grundlagen jetzt un- verzüglich neu aufgelegt werden.
Die Ausgabenbremse zwingt das Parlament, Prioritäten zu set- zen. Sie verunmöglicht ihm nicht, andere Schwerpunkte zu setzen, als dies der Bundesrat vorschlägt, aber sie verlangt vom Parlament, diese Prioritäten vermehrt auf die langfristigen finanziellen Möglichkeiten des Bundeshaushaltes abzustim- men.
Aus diesen Gründen ist die institutionelle Ausgabenbremse dem Souverän raschmöglichst zu unterbreiten. Zusammen mit der neuen Finanzordnung oder dem unumgänglich not- wendigen Sanierungsprogramm für den Bundeshaushalt kann dies bald geschehen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 12. Februar 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 12 février 1992
Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
Präsident: Der Vorstoss wird von Frau Leemann bekämpft. Die Diskussion wird verschoben.
Verschoben - Renvoyé
91.3367
Motion (Houmard-) Bonny Höhere Technische Lehranstalten. Bundesbeiträge Subventionnement des Ecoles techniques supérieures
Wortlaut der Motion vom 4. Oktober 1991
Der Bundesrat wird ersucht, unverzüglich Massnahmen zur Aenderung der Modalitäten für die Berechnung der Bundes- beiträge an die Höheren Technischen Lehranstalten zu treffen, damit den tatsächlichen Kosten dieser Institutionen, die sich in voller Entwicklung befinden, besser Rechnung getragen wer- den kann.
Texte de la motion du 4 octobre 1991
Le Conseil fédéral est prié de prendre sans plus tarder les me- sures visant à changer les modalités pour le calcul de la sub- vention fédérale des Ecoles techniques supérieures, en tenant mieux compte des dépenses effectives de ces institutions en pleine évolution.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bezzola, Bonny, Brügger Cyrill, Büttiker, Carobbio, Cevey, Cincera, Couchepin, David, Friderici Charles, Giger, Gros Jean-Michel, Guinand, Gysin, Jung, Philipona, Reimann Maximilian, Scheidegger, Schwab, Segmüller (20)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Seit mehreren Jahren stellt der Bundesrat fest, dass in der hö- heren Berufsbildung in der Schweiz Mängel bestehen. Zur Ab- hilfe fördert er mit speziellen Massnahmen geeignete Projekte zur Fortbildung, namentlich im Bereich der Informatik und der Ingenieurwissenschaften (1986) sowie im Bereich der Weiter- bildung und der neuen Technologien der Fertigung (CIM, 1989).
Diese Massnahmen wurden gut aufgenommen. Sie erlauben, wichtige Projekte zu unterstützen, die über die üblichen Ka- näle die nötigen Mittel nicht erhielten. Diese Impulspro- gramme sind andererseits definitionsgemäss zeitlich limitiert. Jedoch kann der empfindliche Mangel an qualifizierten Inge- nieuren, unter dem unsere Wirtschaft leidet, nicht von Fall zu Fall einzeln beseitigt werden. Wenn der sekundäre Bereich überleben will, müssen unbedingt auf den Arbeitsplätzen neue Arbeitstechniken und -instrumente eingeführt werden. Der Ingenieur muss fähig sein, eine Arbeitswelt zu bewältigen, die sowohl in bezug auf die technische Spezialisierung als auch auf seine ökonomische und ökologische Verantwortung immer komplexer wird.
Die zukünftige Wirtschaft wird mit Sicherheit durch neue, bes- ser angepasste Technologien geprägt sein, deren Verfahren stärker auf die Umwelt und den sparsamen Umgang mit Ener- gie Rücksicht nehmen. Zu deren Entwicklung wird eine sehr grosse Anzahl Ingenieure nötig sein, die breite Grundlagen- kenntnisse haben, die den Problemen auf den Grund gehen können, sich der modernsten Arbeitshilfsmittel bedienen kön- nen, die Chefqualitäten haben und dynamisch denken kön- nen.
Die Ausbildungsstätten für diese Ingenieure, also die HTL, sind somit aufgerufen, die Ausbildungsbedingungen zu ver- bessern und gleichzeitig eine grössere Anzahl von Studien- plätzen anzubieten. Unsere europäischen Nachbarn sind sich dieser Probleme ebenfalls bewusst. Als Beispiel möchte ich den bayerischen Staatssekretär Dr. Wiesheu zitieren, der in bezug auf die Fachhochschulen kürzlich ausführte: «Der tech- nische Fortschritt vollzieht sich immer rascher, Forschung und Entwicklung spielen sich heute weniger zeitlich nacheinander ab, sie sind vielmehr miteinander verzahnt, und wir müssen darauf hinweisen, dass sie zeitlich nebeneinander verlaufen. Es geht deshalb darum, Ergebnisse von Forschung und Ent- wicklung möglichst rasch in die Wirtschaft, vor allem in die mit- telständische Wirtschaft, hineinzutragen und umgekehrt von dort Innovationen für die Lehre der Hochschulen zu gewinnen. Die wachsende Nachfrage nach Studienplätzen an Fachhoch- schulen verlangt einen raschen Ausbau der vorhandenen Ka- pazitäten. Wir wollen in Bayern mit den uns zur Verfügung ste- henden 10 000 neuen Studienplätzen vorrangig Engpassfä- cher bedienen. .... Diese wenigen Aspekte aus der Entwick- lung der Fachhochschulen in den letzten 20 Jahren mögen zeigen, dass diese Fachhochschulen inzwischen einen aner- kannten Platz im Hochschulbereich eingenommen haben, dass sie sich als eigenständiger Hochschultyp - andersartig, aber gleichwertig lautet die programmatische Formel - und als echte Alternative im tertiären Bereich entwickelt haben.»
Ich füge an, dass die Zahl der Studierenden an den deutschen Fachhochschulen von 89 500 im Jahr 1970 auf 357 300 im Jahr 1989 angewachsen ist.
Schlussfolgerung: Der Bundesrat hat in seiner Botschaft zur Finanzierung von Forschung und Entwicklung die veralteten Strukturen der HTL hervorgehoben und insbesondere festge-
52-N
Motion Kühne
624
N
20 mars 1992
stellt, dass es an der Zeit sei, gewisse strukturelle Schranken zu beseitigen. Ich fordere den Bundesrat deshalb auf, unver- züglich Massnahmen zur Aenderung der Modalitäten für die Berechnung der Bundesbeiträge an die Höheren Techni- schen Lehranstalten zu treffen, damit den tatsächlichen Ko- sten dieser Institutionen, die sich in voller Entwicklung befin- den, besser Rechnung getragen werden kann.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Februar 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 février 1992
Eine Arbeitsgruppe überprüft in Zusammenarbeit mit den Kan- tonen die gegenwärtigen Subventionierungsmodalitäten, die sich auf das Berufsbildungsgesetz beziehen; dazu gehört auch die Entrichtung von Bundesbeiträgen an die Höheren Technischen Lehranstalten (HTL). Da auch andere Schulty- pen, z. B. die Höheren Wirtschafts- und Verwaltungsschulen, von ähnlichen Entwicklungen betroffen sind wie die HTL, möchte der Bundesrat das aufgeworfene Problem im Gesamt- zusammenhang der Berufsbildung behandeln.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
91.3314
Motion Matthey Hilfe an wirtschaftlich bedrohte Regionen. Verlängerung des Bundesbeschlusses vom 6. Oktober 1978 Aide aux regions dont l'économie est menacée. Prorogation de l'arrêté fédéral du 6 octobre 1978
Wortlaut der Motion vom 25. September 1991
Der Bundesrat wird eingeladen, die Verlängerung des Bun- desbeschlusses vom 6. Oktober 1978 über Finanzierungsbei- hilfen zugunsten wirtschaftlich bedrohter Regionen und wenn nötig dessen Anpassung vorzuschlagen. Der Beschluss läuft am 1. März 1994 aus.
Auch wenn die wirtschaftlich bedrohten Regionen keine Mo- nostrukturen mehr aufweisen, so bleibt doch ihr Beschäfti- gungspotential gefährdet Sie verspüren konjunkturelle Schwierigkeiten stärker als andere Regionen, und ihre Arbeits- losenquote liegt deutlich über dem Landesmittel. Auch wer- den diese Regionen - es sind zum grössten Teil Grenzregio- nen - die Konsequenzen des grossen europäischen Marktes ganz besonders zu spüren bekommen. Man muss deshalb davon ausgehen, dass diese Regionen, wie andere Bergregio- nen, weiterhin einer wirtschaftlichen Bedrohung ausgesetzt sind, gegen die ein angemessener Schutz gefunden werden muss.
Texte de la motion du 25 septembre 1991
Le Conseil fédéral est invité à présenter des propositions pour prolonger et, si besoin est, adapter l'arrêté fédéral du 6 octobre 1978 instituant une aide financière en faveur des ré- gions dont l'économie est menacée, arrêté qui expire le 1er mars 1994.
Si les régions concernées ne sont plus monostructurées, leur tissu d'activité reste fragile. Les difficultés conjoncturelles y sont plus fortement ressenties qu'ailleurs et le niveau de chô- mage y est nettement supérieur à la moyenne nationale. Ces
régions seront aussi tout particulièrement confrontées aux conséquences du grand marché européen puisqu'il s'agit pour la plupart de régions frontalières. On peut donc considé- rer que ces régions, comme d'autres régions de montagne, continuent d'être exposées à une menace économique à la- quelle il faut trouver une réponse appropriée.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Bonny, Borel François, Brügger Cyrill, Büttiker, Carobbio, Columberg, Cotti, Etique, Fankhauser, Frey Claude, Guinand, Hafner Ursula, Jeanneret, Kohler, Kühne, Leuenberger Ernst, Oehler, Rei- mann Fritz, Scheidegger, Theubet, Ulrich (22)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Dans les régions dites économiquement menacées, les bran- ches dominantes dans les années septante, essentiellement l'horlogerie ou les textiles, ont subi un tel recul qu'on ne peut plus parler de régions «monostructurées» au sens étroit du terme. Les activités qui s'y sont développées cette dernière décennie, notamment dans d'autres branches comme les ma- chines ou l'électronique, n'ont pas permis de compenser les pertes subies auparavant et, surtout, en restant orientées vers l'industrie, ces régions sont particulièrement exposées à la concurrence internationale. Cette fragilité se traduit par un taux de chômage qui est près du double de la moyenne natio- nale.
Avec l'ouverture des frontières et l'avènement du grand mar- ché européen, les secteurs non industriels de ces régions, le bâtiment et les arts et métiers notamment, seront à leur tour confrontés à une concurrence beaucoup plus vive, ce qui fra- gilisera davantage le tissu économique, ce d'autant plus qu'il s'agit principalement de régions frontières et de régions de montagne.
Il semble donc hautement souhaitable de poursuivre l'effort entrepris pour renforcer l'économie de ces régions périphéri- ques en mettant en oeuvre des mesures de soutien à la diversi- fication et à l'innovation, meilleure garantie que ces régions ne se vident pas de leur substance et soient victimes d'un chô- mage très important.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 26. Februar 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 26 février 1992
Le Conseil fédéral est prêt à accepter la motion. Pour ce qui est de la réalisation de ces mesures, les moyens financiers de la Confédération restent réservés.
Ueberwiesen - Transmis
91.3331
Motion Kühne Zinszuschüsse für die Landwirtschaft Charges d'intérêts dans l'agriculture. Aide fédérale
Wortlaut der Motion vom 1. Oktober 1991 Das künftige politische und wirtschaftliche Umfeld stellt eine Herausforderung für unsere Landwirtschaft dar. Die Bauern müssen ihre Betriebe, ihre Produktion und auch ihre Produk- tionsmittel neuen Anforderungen anpassen. Vor allem die Be- triebsübernahmen, Betriebsumstellungen und Strukturver- besserungen erfordern beachtliche Mittel. Aus betriebsökono- mischen Gründen dürfen aber die Kosten für das benötigte Fremdkapital nicht zu hoch werden.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion (Houmard-)Bonny Höhere Technische Lehranstalten. Bundesbeiträge Motion (Houmard-)Bonny Subventionnement des Ecoles techniques supérieures
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1992
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
12
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.3367
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
20.03.1992 - 08:00
Date
Data
Seite
623-624
Page
Pagina
Ref. No
20 021 055
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