Postulat Loeb François
630
N 20 mars 1992
und Alexander Schalck-Golodkowski auch die Schweiz be- rührt haben. In Sachen Schalck-Golodkowski ist zurzeit ein Rechtshilfeverfahren in Strafsachen hängig, welches von den Kantonen St. Gallen, Zürich und Tessin vollzogen wird. Es könnte zusätzliche Erkenntnisse über die Beziehungen des Genannten zu schweizerischen Unternehmen ergeben.
Die Tätigkeiten von Wolf und Schalck-Golodkowski standen im Rahmen der gesamten Politik der ehemaligen DDR und wa- ren Teil der auch gegen schweizerische Interessen gerichte- ten Aktivitäten der damaligen Staatssicherheitsbehörde der DDR. Allerdings ist die Quellenlage gegenwärtig noch sehr un- übersichtlich. Sie wird zudem massgeblich durch die in Deutschland anstehende Einsichtgabe in die MfS-Akten und die im Gange befindlichen Untersuchungen gegen Schalck- Golodkowski und Wolf beeinflusst.
Der Bundesrat will die Bestrebungen des Ministeriums für Staatssicherheit gegen die Schweiz aufdecken. Der gegen- wärtige Informationsstand erlaubt jedoch nur ungenügende Aussagen. Insbesondere liegen bis jetzt noch zu wenig gesi- cherte Erkenntnisse für konkrete Einzelabklärungen vor. (Die Aufarbeitung des Aktenmaterials muss abgewartet werden.) Die Frage der Berichterstattung kann - wie der Bundesrat be- reits bei der Beantwortung der Einfachen Anfrage Graf vom 16. September 1991 (Nr. 91.1079) ausgeführt hat - erst nach der Auswertung des über die Stasi-Bedrohung der Schweiz noch zu erwartenden Materials entschieden werden. Die Form der Orientierung der Oeffentlichkeit wird dannzumal zu prüfen sein.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat im Sinne der Stellung- nahme anzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
91.3405
Postulat Gross Andreas Einführung des Zivildienstes. Zusammensetzung der Kommissionen Institution du service civil. Composition des commissions
Wortlaut des Postulates vom 11. Dezember 1991
Der Bundesrat wird gebeten, sich darum zu bemühen, dass in allen von ihm einzusetzenden Kommissionen zur Konkretisie- rung des in der Wintersession 1991 auch im Ständerat verab- schiedeten Verfassungsartikels zur Einführung des Zivildien- stes immer auch jugendliche Betroffene, friedenspolitisch An- dersdenkende und Frauen angemessen vertreten sind und so von Anfang an ihre Vorstellungen und Interessen vertreten können.
Texte du postulat du 11 décembre 1991
Dans le but de concrétiser l'article constitutionnel prévoyant l'institution du service civil, article que le Conseil des Etats a lui aussi adopté durant la session d'hiver 1991, le Conseil fédéral sera appelé à mettre sur pied des commissions. A cet égard, il est invité à faire en sorte que les jeunes directement concer- nés, les personnes ayant des vues différentes en matière de politique de paix et les femmes soient représentés de manière équilibrée dans toutes ces commissions et puissent ainsi, dès le début, défendre leurs idées et leurs intérêts.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bäumlin, Béguelin, Bodenmann, Brunner Christiane, Bundi, Carobbio, Danuser, de Dardel, Eggenberger, Fankhauser, von Felten, Goll, Hae- ring Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Herczog, Hubacher, Jeanprêtre, Jöri, Ledergerber, Leemann, Leuenberger Ernst, Matthey, Meyer Theo, Rechsteiner, Ruffy, Steiger, Strahm Ru- dolf, Vollmer, Züger (31)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 19. Februar 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 19 février 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat anzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
91.3397
Postulat Loeb François Anpassung der Anlagerichtlinien des AHV-Fonds an die BVG-Richtlinien Placements du Fonds AVS. Adaption des directives à celles de la LPP
Wortlaut des Postulates vom 5. Dezember 1991 Der Bundesrat wird gebeten, die Anlagerichtlinien des AHV- Fonds möglichst rasch in Richtung der BVG-Richtlinien zu lockern.
Texte du postulat du 5 décembre 1991 Le Conseil fédéral est prêt d'assouplir au plus vite les directi- ves du Fonds AVS en matière de placements de manière à les adapter à celles de la LPP.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aregger, Bonny, Bührer Ge- rold, Cincera, Dettling, Gysin, Heberlein, Hegetschweiler, Miesch, Steinegger, Stucky, Wanner (12)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Ein Bankfachmann schrieb kürzlich: «Unter der Annahme, die AHV hätte seit 1948 nur 7 Prozent ihrer jeweiligen Aktiven in Aktien investiert (statt 100 Prozent in Obligationen), wäre ein Mehrertrag von rund 3 Milliarden Franken zu verzeichnen ge- wesen. Die veralteten Anlagebestimmungen haben Steuer- zahler, Arbeitnehmer und AHV-Bezüger unnötige Milliarden gekostet. »
Es ist aus historischer Sicht zwar verständlich, dass der AHV- Fonds wesentlich engeren Anlagerichtlinien unterliegt als die übrigen Institutionen der beruflichen Vorsorge. In der heutigen Zeit jedoch sollte unbedingt eine Lockerung in Richtung der BVG-Anlagerichtlinien erreicht werden. Dies, einerseits um eine bessere Realverzinsung des AHV-Fonds zu erreichen, andererseits um im zusammenrückenden Europa dem AHV- Fonds die Möglichkeit zu geben, seine Mittel auch in Fremd- währungsobligationen und in- und ausländischen erstklassi- gen Aktien anzulegen.
Die Mittel der AHV für kommende Generationen werden knapp, dem AHV-Fonds dürfen keine künstlichen Fesseln mehr angelegt werden, welche schliesslich zum «Verschen- ken» von Geldern durch schlecht rentierende Anlagen führt. Zudem ist die Frage zu prüfen, ob die restriktiven AHV-Fonds- Anlagekriterien europatauglich sind.
Postulat Tschuppert Karl
631
Es liegt auf der Hand, dass bei Aktienbesitz durch die AHV- Fonds Wettbewerbsneutralität und der Verzicht auf Beherr- schung von Unternehmen eingehalten werden müssen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 12. Februar 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 12 février 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
91.3403
Postulat Zisyadis Sonderzuschlag zum Ortszuschlag für das PTT-Personal Personnel des PTT. Allocation complémentaire à l'indemnité de résidence
Wortlaut des Postulates vom 10. Dezember 1991
Das Eidgenössische Personalamt richtet den PTT-Angestell- ten je nach Wohnort einen Sonderzuschlag zum Ortszuschlag aus.
Während die meisten grossen Städte (Genf, Zürich, Bern) als ganze Agglomerationen berücksichtigt sind, beschränkt sich die Region Lausanne auf fünf Gemeinden.
Der Bundesrat wird aufgefordert, die Zone Lausanne auf alle Städte der Agglomeration auszuweiten.
Texte du postulat du 10 décembre 1991
L'Office fédéral du personnel verse une allocation complé- mentaire à l'indemnité de résidence aux employés PTT selon leur lieu de résidence.
Si la plupart des grandes villes (Genève, Zurich, Berne) sont comprises sous forme d'agglomération, la région lausannoise est réduite à 5 communes.
Le Conseil fédéral est invité à élargir la zone lausannoise à l'en- semble des villes de l'agglomération.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Spielmann (1)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 12. Februar 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 12 février 1992 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat.
Ueberwiesen - Transmis
91.3422 Postulat Tschuppert Karl Landwirtschaftsprozent ICHA en faveur de l'agriculture
Wortlaut des Postulates vom 12. Dezember 1991
Damit die schweizerische Landwirtschaft in einem internatio- nal veränderten Umfeld auch in Zukunft ihre Aufgaben im In- teresse der Bevölkerung wahrnehmen kann, ersuche ich den Bundesrat, folgende Massnahmen zu prüfen:
Ausdehnung der Wust auf die Lebensmittel (Aenderung der Freiliste);
Erhebung eines Landwirtschaftsprozentes auf der beste- henden Wust.
Texte du postulat du 12 décembre 1991
Afin que l'agriculture suisse puisse - dans l'intérêt de la popu- lation - continuer à assurer ses tâches dans le nouvel environ- nement international, je prie le Conseil fédéral d'examiner les mesures suivantes que sont:
l'assujettissement des produits alimentaires à l'ICHA (modi- fication de la liste franche);
le prélèvement sur l'ICHA existant d'un pour cent en faveur de l'agriculture.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bezzola, Binder, Bonny, Bühler Simeon, Bührer Gerold, Bürgi, Cincera, Daepp, Dett- ling, Frey Walter, Früh, Giger, Hari, Heberlein, Hess Otto, Jäggi Paul, Kühne, Leu Josef, Mauch Rolf, Maurer, Mühle- mann, Nabholz, Philipona, Rutishauser, Scheidegger, Schwab, Spoerry, Steinegger, Tschopp, Wanner, Wittenwiler, Wyss (32)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Verhandlungen der Uruguay-Runde stehen kurz vor dem Abschluss. Obwohl das definitive Verhandlungsergebnis noch nicht vorliegt, ist damit zu rechnen, dass die mengen- mässigen Beschränkungen bei den Einfuhren aufgehoben und durch Zölle ersetzt werden, die dann etappenweise elimi- niert werden sollen. Dadurch werden die Agrarpreise in der Schweiz drastisch reduziert. Gemäss Informationen des Gatt ist eine Reduktion der Agrarpreise um 30 bis 50 Prozent inner- halb sechs Jahren zu erwarten. Selbst dann, wenn die Gatt- Verhandlungen scheitern, wird die Entwicklung aus verschie- denen Gründen künftig in die vorgezeichnete Richtung ge- hen.
Es zeichnen sich somit schwerwiegende Auswirkungen für die schweizerische Landwirtschaft ab. Zahlreichen Landwirt- schaftsbetrieben würde damit die Existenzgrundlage entzo- gen.
Um dieses drohende «Bauernsterben» zu verhindern, schlägt der Bundesrat die Entrichtung von Direktzahlungen vor. Diese sollen produktionsneutral in Form von Flächen- und Betriebs- beiträgen ausbezahlt werden.
Angesichts der angespannten Finanzlage des Bundes sind Direktzahlungen an die Landwirte als Kompensation für die Einkommenseinbussen aber keinesfalls sichergestellt, und das verunsichert die Landwirtschaft noch zusätzlich. Es ist zu befürchten, dass unter solchen Umständen die Landwirtschaft die ihr zugewiesenen Aufgaben wie
Versorgung der Bevölkerung in Zeiten gestörter Zufuhr;
Aufrechterhaltung einer dezentralisierten Besiedlung (regio- nalpolitische Aspekte); und
eine notwendige Pflege der Landschaft
nicht mehr wahrnehmen kann. Es sind deshalb finanzielle Mit- tel bereitzustellen, die nicht aus dem ordentlichen Budget stammen (Separatfinanzierung für gemeinwirtschaftliche Lei- stungen der Landwirtschaft).
53-N
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Loeb François Anpassung der Anlagerichtlinien des AHV-Fonds an die BVG- Richtlinien Postulat Loeb Placements du Fonds AVS. Adaption des directives à celles de la LPP
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1992
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
12
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.3397
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 20.03.1992 - 08:00
Date
Data
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630-631
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Pagina
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20 021 066
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