Interpellation Theubet
639
insbesondere auch ans PSI, werden die Kenntnisse auf dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik gehalten.
Was den zukünftigen Bedarf anbetrifft, gilt es festzuhalten, dass aufgrund vermehrter Altersrücktritte in den kommenden zehn Jahren im Nuklearbereich in der Schweiz mit einer gewis- sen personellen Ablösung zu rechnen ist. In diesem Sinne ist der Nachwuchsbedarf mittelfristig zunehmend.
Unter der Annahme, dass sich die genannten Interessenten zusätzlich zu den schweizerischen auch weiterhin auf auslän- dische Fachkräfte und Institutionen abstützen können, sieht der Bundesrat aus heutiger Sicht auch in der Zukunft keinen Mangel an Personal im Nuklearbereich für die Bewältigung an- stehender Aufgaben. Eine gute Mischung von schweizeri- schen und ausländischen Fachleuten ist für den internationa- len Erfahrungsaustausch wichtig und erwünscht; sie gibt für unser Land zu keinen Bedenken Anlass.
Diese Ausführungen lassen sich - wenn auch nur aufgrund von Schätzungen - mit Zahlen belegen: Im Bereich der Kern- technik sind in der Schweiz etwa 200 Akademiker beschäftigt. Unter der Annahme, dass die Beschäftigungsdauer rund 20 Jahre beträgt, benötigt man 10 Hochschulabsolventen jährlich. Falls die Hälfte aus den genannten Gründen im Aus- land rekrutiert wird, genügen die unter Frage 2 aufgeführten Absolventenzahlen für den Restbedarf.
Aehnliches ergibt sich für die rund 250 im Fachbereich be- schäftigten HTL-Absolventen. Unter gleichen Annahmen wie für die Akademiker beträgt der jährliche Bedarf 10 bis 15 aus- gebildete Spezialisten. Dafür würde die Zahl der in der Schweiz ausgebildeten Studenten gemäss Frage 2 ebenfalls genügen.
Der Bundesrat teilt die Meinung des Interpellanten, wonach der Nachwuchsförderung eine wichtige Rolle zukommt, damit der heutige Bestand an Fachleuten auch in der Zukunft für die Schweiz erhalten werden kann. Auch für den Fall eines Aus- stiegs aus der Kernenergie müsste über die kommenden Jahr- zehnte zur Lösung kerntechnischer Aufgaben der Grossteil des heutigen Bestandes erhalten werden können. Der Bun- desrat wird sich dafür einsetzen, dass das Angebot an Ausbil- dungsmöglichkeiten auch in den kommenden Jahren im bis- herigen Umfang aufrechterhalten werden kann.
Der Bundesrat wird die Kantone dazu ermuntern, an ihren HTL die Förderung dieses Gebietes in der bisherigen Weise beizu- behalten, und er wird darüber hinaus versuchen, die Energie- wirtschaft zur Unterstützung dieses Förderungskonzeptes ge- winnen zu können.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes teilweise befriedigt.
91.3428
Interpellation Theubet Invalidenversicherung. Grosszügigere Reglemente Assurance-invalidité. Assouplissement du Règlement (RAI)
Wortlaut der Interpellation vom 13. Dezember 1991
Das Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG) sieht in Artikel 73 vor, dass die Versicherung Beiträge an die Errich- tung von öffentlichen Anstalten und Werkstätten gewährt, die in «wesentlichem Umfang» Eingliederungsmassnahmen durch- führen. Artikel 100 der Verordnung über die Invalidenversiche- rung (IVV) bestimmt, dass die geschützte Werkstätte «dauernd überwiegend Invalide» beschäftigen muss; diese Formulie- rung wird in Ziffer 1 des Rundschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherung (BSV) über die Betriebsbeiträge an Werk- stätten für die Dauerbeschäftigung Invalider wiederaufgenom- men. Das Gesetz ist also weniger streng als die zwei anderen Texte.
Nun erweist es sich aber in der Praxis als sehr positiv, Strukturen anzubieten, die es erlauben, unter dem gleichen Dach ge- schützte Werkstätten und Werkstätten für die Beschäftigung Arbeitsloser zusammenzufassen. In den kleineren Kantonen, in denen es nur eine beschränkte Zahl von betroffenen Perso- nen gibt, ist eine solche Lösung überdies wirtschaftlich interes- sant.
Ist der Bundesrat bereit, seine Weisungen und die des BSV im Sinne einer Lockerung zu ändern, die es erlauben würde, ge- schützte Werkstätten und Werkstätten für die Beschäftigung Arbeitsloser zusammenzufassen?
Texte de l'interpellation du 13 décembre 1991
La LAI prévoit en son article 73 que l'assurance alloue des sub- ventions pour la construction d'établissements et d'ateliers publics qui appliquent des mesures de réadaptation «dans une proportion importante». L'article 100 RAI précise que l'ate- lier protégé doit occuper «à demeure et en majorité des invali- des», notion qui est reprise au chiffre 1, de la circulaire de l'OFAS sur les subventions aux frais d'exploitation des ateliers d'occupation permanente pour invalides. La loi est donc moins rigide que les deux autres textes.
Or, en pratique, il s'avère très positif d'offrir une structure pou- vant réunir ateliers protégés et ateliers d'occupation de chô- meurs sous le même toit. Dans les petits cantons, où les per- sonnes concernées sont en nombre limité, une telle possibilité est en outre économiquement intéressante.
Le Conseil fédéral est-il disposé à modifier ses directives et celles de l'OFAS dans le sens d'un assouplissement permet- tant la réunion des ateliers protégés et des ateliers d'occupa- tion de chômeurs?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Cotti, Darbellay, Deiss, Du- cret, Epiney, Gobet, Zwahlen (7)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 27. Januar 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 janvier 1992
Un atelier peut, sans autre, accueillir aussi bien des invalides que des chômeurs.
Toutefois, pour être admis comme atelier pour invalides au sens de l'article 100 RAI et bénéficier des subventions de l'Al, il doit, comme le précise le règlement, avoir un taux de participa- tion dû à l'invalidité égal ou supérieur à 50 pour cent. Nous pré- cisons également que l'OFAS ne subventionne que les cas Al.
54-N
N
Interpellation Aubry
640
20 mars 1992
Nous n'envisageons pas de changement pour cette disposi- tion actuellement en vigueur. Un atelier occupant en majorité des chômeurs ne pourrait pas être considéré comme un éta- blissement pour invalides. En effet, un atelier subventionné par l'OFAS exige une structure et une mise en place d'activités spécialement conçues pour les invalides, c'est-à-dire pour des personnes qui ne peuvent ni exercer une activité lucrative dans des conditions normales, ni être réadaptées sur le plan professionnel.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes teilweise befriedigt.
91.3310
Interpellation Aubry Finanzierung obszöner und sadomasochistischer Broschüren durch den Bund Brochure obscène et sado-masochiste financée par la Confédération
Wortlaut der Interpellation vom 25. September 1991
Unter dem Vorwand der Aids-Prävention hat die Aids-Hilfe Schweiz eine aufwendige Broschüre veröffentlicht, die sado- masochistische und perverse Praktiken zeigt. Unter dem Titel «Safer Sex für Ledermänner» werden in dieser Broschüre äus- serst obszöne Ausdrücke verwendet und Photographien von sexuellen Perversionen bis zur Sodomie gezeigt.
Diese Broschüre wurde ursprünglich von der Gruppe «Loge 70» publiziert und war für Homosexuelle gedacht. Sie wurde von der Aids-Hilfe Schweiz übernommen und vom Bun- desamt für Gesundheitswesen finanziert. Sie ist sogar für Ju- gendzentren, Berufsschulen usw. bestimmt.
Bei dieser Broschüre handelt es sich nicht um eine Informa- tionsschrift über Aids, sondern um eine Anstiftung zu sexueller Perversion. Sie verführt zur Unzucht, ist unsittlich, pervers und moralisch verwerflich.
Angesichts der Tatsache, dass 1990 1,7 Millionen Franken an die Aids-Hilfe Schweiz bezahlt worden sind und dass 1991 da- für 1,9 Millionen Franken vorgesehen sind, fordere ich den Bundesrat auf:
diese Vereinigung besser zu kontrollieren, um künftig sol- che Publikationen, welche die Moral verletzen, zu verhindern; 2. sowohl die französische wie die deutsche Ausgabe der Bro- schüre «Safer Sex für Ledermänner» unverzüglich einzuzie- hen und zu vernichten;
den Vertreter des Bundesamtes für Gesundheitswesen aus dem Ausschuss der Aids-Hilfe Schweiz zurückzuziehen und der Aids-Hilfe Schweiz die Subventionen zu entziehen. Kinder, Jugendliche und Frauen können durch solche Publi- kationen, deren Inhalt weit über die an Kiosken erhältlichen pornographischen Zeitschriften hinausgeht, ernsthaft geschä- digt werden.
Texte de l'interpellation du 25 septembre 1991
Sous le couvert de prévention contre le sida, l'Aide suisse contre le sida a publié une brochure luxueuse démontrant des pratiques sado-masochistes et obscènes. Sous le titre «Sexe plus sûr pour hommes de cuir», la brochure emploie un lan- gage extrêmement ordurier et des photographies de perver- sion sexuelle qui vont jusqu'à la sodomie.
Cette brochure, initialement publiée par le groupe «Loge 70» et destinée aux homosexuels, a été reprise par l'Aide suisse au sida et financée par l'Office fédéral de la santé. Elle est même destinée aux maisons de jeunes, aux écoles professionnelles, etc.
Ce n'est pas une brochure destinée à l'information sur le sida, mais à une incitation à la perversion sexuelle. Elle incite à la débauche, est vicieuse et perverse et moralement inadmissi- ble.
Lorsqu'on sait qu'en 1990, 1,7 million de francs ont été versés à l'Aide suisse contre le sida, qu'en 1991, 1,9 million sont pré- vus, je prie le Conseil fédéral:
de contrôler cet organe afin que de telles publications, qui portent atteinte à la morale n'existent plus,
de retirer immédiatement et de détruire cette brochure «Sexe plus sûr pour hommes de cuir» publiée en allemand et en français,
de ne plus permettre au représentant de l'Office fédéral de la santé de siéger dans le Comité Aide suisse contre le sida et de lui retirer ses subventions. Des enfants et des adolescents, des femmes peuvent être gravement perturbés par de telles publications qui dépassent largement les revues pornographi- ques publiées dans des kiosques.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Antille, Bezzola, Bühler Si- meon, Burckhardt, Büttiker, Cavadini Adriano, Cincera, Cou- chepin, Coutau, Daepp, Dubois, Eggly, Eppenberger Susi, Eti- que, Fäh, Fischer-Seengen, Frey Claude, Frey Walter, Friderici Charles, Graf, Guinand, Hari, Heberlein, Jeanneret, Kohler, Leuba, Loeb François, Loretan, Martin Paul-René, Massy, Mauch Rolf, Müller-Meilen, Neuenschwander, Perey, Petit- pierre, Philipona, Reimann Maximilian, Revaclier, Ruf, Rutis- hauser, Rychen, Sager, Savary-Vaud, Seiler Hanspeter, Spälti, Steffen, Steinegger, Tschuppert, Weber-Schwyz, Wyss, Zölch, Zwingli (52)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 26. Februar 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 26 février 1992
Le Conseil fédéral n'entend pas relâcher ses efforts pour lutter contre le sida. L'Office fédéral de la santé publique (OFSP) n'étant pas en mesure d'effectuer lui-même tous les travaux de prévention, des mandats sont confiés à des tiers pour les ac- tions s'adressant à des groupes spécifiques. L'Association suisse contre le sida (ASS) est l'un de ces mandataires qui, pour accomplir son travail, doit recourir à des brochures d'in- formation spécifiques aux groupes visés. Le contenu des bro- chures financées par la Confédération doit se limiter aux infor- mations nécessaires à la prévention.
Le Conseil fédéral est lui aussi de l'avis que le contenu de la brochure Safer Sex Hard va au-delà des buts de la prévention du sida. Aussi l'Association suisse contre le sida a-t-elle reçu l'ordre de cesser immédiatement sa distribution. L'OFSP a saisi le stock des brochures et les a fait détruire. A l'avenir, avant d'accorder une aide financière pour des brochures de prévention, l'OFSP consultera un organisme indépendant.
Le Conseil fédéral examinera de quelle façon on peut assurer la pluralité souhaitée dans la prévention, tout en rendant en- core plus effectif le contrôle des fonds investis. A cette occa- sion, il examinera également l'opportunité pour l'OFSP d'avoir un représentant au comité de l'Association suisse contre le sida
Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Theubet Invalidenversicherung. Grosszügigere Réglemente Interpellation Theubet Assurance-invalidité. Assouplissement du Règlement (RAI)
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1992
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
12
Séance Seduta
Geschäftsnummer 91.3428
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
20.03.1992 - 08:00
Date
Data
Seite
639-640
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Pagina
Ref. No
20 021 080
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