E 4 mars 1992
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Initiative du canton de Saint-Gall
ich der Meinung, dass wir aus grundsätzlichen Ueberlegun- gen heraus - da teile ich jetzt die Auffassung von Herrn Rhinow - dem Departement die Aufgabe der Beschwerdeinstanz zu- weisen sollten, damit sich der Zweitrat dann überlegen kann, ob er allenfalls noch explizit den Bundesrat als zweite Instanz oder anstelle des Departements nur den Bundesrat - aber viel- leicht dann mit einer Ombudsperson - oder allenfalls das Bun- desgericht vorsehen will. Ich glaube, diesen Entscheid sollten wir jetzt nicht durch einen Schnellschuss präjudizieren, indem wir den Bundesrat tel quel als Beschwerdeinstanz bezeich- nen. Direkt vom Sonderbeauftragten an den Bundesrat, das wäre dann wirklich ein atypischer Rechtsweg, den wir im or- dentlichen Recht nicht verankern sollten.
Ich bitte Sie aus diesen grundsätzlichen Ueberlegungen her- aus, jetzt dem Antrag der Minderheit I (Danioth) zu folgen.
Präsidentin: Sie haben zu entscheiden, ob die Beschwerde beim Bundesrat (gemäss Antrag der Mehrheit und modifizier- tem Antrag des Bundesrates) oder beim EJPD (entsprechend Antrag der Minderheit I Danioth und ursprünglichem Antrag des Bundesrates) geführt werden soll.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Minderheit I Für den Antrag der Mehrheit
22 Stimmen
12 Stimmen
Art. 9, 10 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 11 Antrag der Kommission Abs. 1, 2 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Abs. 3 .... sowie die Ausscheidung nach Artikel 6 beendet sind.
Art. 11 Proposition de la commission Al. 1, 2 Adhérer au projet du Conseil fédéral Al. 3
.... consultation et le tri prévu à l'article 6 ...
Schiesser, Berichterstatter: Hier habe ich nur eine kurze An- merkung zu Absatz 2 zu machen. Der Bundesbeschluss gilt längstens zehn Jahre. Andererseits haben wir die Sperrfrist für diese Staatsschutzakten in diesem Bundesbeschluss auf 50 Jahre verlängert. Es wird Sache des Bundesrates sein, das Reglement über das Bundesarchiv anzupassen, damit diese Unstimmigkeit beseitigt wird und die Frist von 50 Jahren mit Ablauf der zehnjährigen Geltungsdauer dieses Bundesbe- schlusses nicht dahinfällt. In der Kommission haben wir eine entsprechende Erklärung des Bundesrates erhalten. Ich kann auf weitere Ausführungen verzichten.
Jagmetti: Ich habe nichts zu dieser Aenderung zu sagen, son- dern nur noch ein Wort zur Referendumsklausel in Absatz 1. Ich füge damit am Schluss der Beratung das an, was ich in der Kommission am Anfang sagte: Ich würde es ausdrücklich be- grüssen, wenn wir von der Verordnung wegkommen und die Frage durch Gesetz regeln könnten. In der letzten Zeit ist viel- fach die Meinung geäussert worden, dass organisatorische Fragen eigentlich Fragen seien, die intern von der Verwaltung, kraft der Direktionsbefugnis, gelöst werden könnten und soll- ten. Der Bundesrat hat sich im Frühjahr 1990 beim Erlass der Verordnung auf die entsprechende Delegationsbestimmung im Verwaltungsorganisationsgesetz berufen. Wenn es eines Beweises bedurft hätte, wie wichtig für den Bürger auch orga- nisatorische Fragen sind, dann hätte diese Debatte das illu- striert. Ich möchte dem Wunsch Ausdruck geben, dass wir
auch in Zukunft bei sogenannt organisatorischen Fragen daran denken, dass die Stellung des Bürgers damit aufs eng- ste verknüpft ist. In diesem Sinne begrüsse ich die Ablösung der Verordnung durch das Gesetz.
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 26 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Nationalrat - Au Conseil national
90.205
Standesinitiative St. Gallen Staatsschutzakten. Offenlegung durch die Kantone Initiative du canton de Saint-Gall Documents établis pour assurer la sécurité de l'Etat. Communication par les cantons
Beschluss des Nationalrates vom 10. Dezember 1991 Décision du Conseil national du 10 décembre 1991
Wortlaut der Initiative vom 22. Oktober 1990
Der Bund wird beauftragt, durch Erlass geeigneter Vorschrif- ten dafür zu sorgen, dass festgestellt wird, dass die Kantone ermächtigt sind, von sich aus Einsicht in die von den kantona- len und städtischen Nachrichtendiensten erstellten und bei den Kantonen aufbewahrten Registraturen und Akten zu ge- währen.
Texte de l'initiative du 22 octobre 1990
La Confédération est chargée d'édicter des prescriptions per- mettant aux cantons d'autoriser eux-mêmes la consultation des informations et documents recueillis et établis par les ser- vices de renseignements cantonaux et municipaux, et conser- vés au niveau cantonal.
Herr Schiesser unterbreitet im Namen der Kommission den folgenden schriftlichen Bericht:
Die Kommission des Nationalrates, welcher dieses Geschäft zur Prüfung zugewiesen wurde, gab am 24. Mai 1991 einem Vertreter der St. Galler Regierung Gelegenheit, sich zu dieser Initiative zu äussern.
Begründung der Initianten
Die vorliegende Standesinitiative des Kantons St. Gallen, mit der durch die Bundesversammlung dem Kanton das Recht eingeräumt werden soll, Einsicht in die Registratur des kanto- nalen Nachrichtendienstes zu geben, geht auf eine dringliche Motion zurück, die in der Septembersession 1990 des St. Gal- ler Grossen Rates eingereicht wurde. Hintergrund dieser Initia- tive: Wie in anderen Kantonen untersuchte auch im Kanton St. Gallen eine parlamentarische Kommission die Staats- schutztätigkeit im Kanton. Im Bericht vom 15. August 1990 be- urteilte sie auch die Massnahmen zur Bewältigung des Staats- schutzmalaises. Dabei ist davon auszugehen, dass beim St. Galler Nachrichtendienst eine Kartei von rund 48 000 Fichen besteht Die Einträge reichen auf etwa vierzig Jahre zurück. Sie betreffen nicht nur den Staatsschutzbereich, sondern auch die Fremdenpolizei, z. B. das Asylwesen oder Bereiche, die früher der Bundesstrafbarkeit unterstanden, wie Betäu- bungsmitteldelikte, Schund- und Schmutzliteratur. Die Ein- träge auf den Fichen sind vielfach nur sehr schwer und mit
Standesinitiative St. Gallen
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grossem Verwaltungsaufwand nach der Definition der bun- desrätlichen Verordnung zu den Bundesakten bzw. kantona- len Akten zuzuordnen. Deshalb hatten wir bei der Anwendung dieser Verordnung erhebliche Vollzugsschwierigkeiten und Unstimmigkeiten zwischen den Auskünften des Polizeikom- mandos des Kantons St. Gallen und denjenigen des Sonder- beauftragten des Bundes. Bereits am 11. Juni 1990 wandte sich daher der St. Galler Ombudsmann an den Sonderbeauf- tragten für die Staatsschutzakten mit dem Begehren, den Nachrichtendienst der Kantonspolizei St. Gallen als berech- tigt anzusehen, unter dem Vorbehalt der Wahrung öffentlicher und schutzwürdiger privater Interessen Einsicht auch in Ein- träge und Akten zu geben, welche nach dieser Verordnung als Akten der Bundesanwaltschaft bezeichnet werden. Der Vor- steher des EJPD hat diese Begehren um Delegation der Kom- petenz für Einsichtsgewährung abgewiesen. Es ist für uns aber nicht einsichtig, dass die Kantone jahrzehntelang als fä- hig betrachtet wurden, Informationen zu sammeln, nun aber nicht fähig sein sollten, die öffentlichen Interessen, die einer Einsichtnahme entgegenstehen können, zu erkennen.
Erwägungen der Kommission des Nationalrates
Die Kommission wartete für ihren Beschluss den Entscheid des Bundesgerichtes betreffend Staatsschutzakten des Bun- des ab und hielt am 8. Juli 1991 folgendes fest:
Der Kanton St. Gallen fordert Bestimmungen, wonach die Kantone von sich aus Einsicht in Staatsschutzakten gewähren können. Der Bundesrat hat sich in einer Verordnung vom 5. März 1990 dagegen ausgesprochen: Es handle sich um den Vollzug von Bundesrecht Das Bundesgericht ist am 29. Mai 1991 zum Schluss gekommen, dass die Verordnung des Bundesrates über die Behandlung von Staatsschutzakten auf einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage beruht. Da- mit erfolgt die Einsicht in Staatsschutzakten des Bundes wei- terhin nach dieser Verordnung.
Die Kommission teilte mehrheitlich die Auffassung des Bun- desgerichts, dass der Vollzug von Bundesrecht auf Bundes- ebene geordnet werden muss. Die Beurteilung, ob die Verord- nung vom 5. März 1990 in allen Teilen zweckmässig ist, lag nicht im Prüfungsauftrag der Kommission.
Erwägungen der Kommission des Ständerates
Der Nationalrat stimmte am 10. Dezember 1991 dem Antrag seiner Kommission diskussionslos zu. Die Kommission des Ständerates, welcher dieses Geschäft zur Vorberatung zuge- wiesen wurde, befasste sich am 17. Februar 1992 mit der Vor- lage. Sie stimmte dabei den Erwägungen der nationalrätlichen Kommission zu.
M. Schiesser présente au nom de la commission le rapport écrit suivant:
La commission du Conseil national qui a été chargée d'exami- ner cet objet a entendu un représentant du gouvernement de Saint-Gall le 24 mai 1991 à propos de cette initiative.
Développement des auteurs de l'initiative
L'initiative du canton de Saint-Gall, qui demande que l'Assem- blée fédérale donne aux cantons le droit d'autoriser eux- mêmes la consultation des informations et documents recueil- lis et établis par les services de renseignements cantonaux, se réfère à une motion urgente qui a été déposée auprès du Grand Conseil de Saint-Gall durant la session de septembre 1990. Il faut placer l'initiative dans son contexte: comme dans d'autres cantons, une commission parlementaire a enquêté sur les activités liées à la sécurité de l'Etat dans le canton de Saint-Gall. Dans son rapport du 15 août 1990, elle s'est égale- ment prononcée sur les mesures à prendre afin de lutter contre le malaise qui règne en ce domaine. Nos services de renseignements ont un fichier comptant environ 48 000 fiches, établies au cours des 40 dernières années. Ces fiches ne concernent pas uniquement le domaine de la sécu- rité de l'Etat mais aussi ceux de la police des étrangers, de l'asile ou des domaines qui étaient autrefois soumis à la juri- diction fédérale, tels que les délits liés aux stupéfiants ou bien
les écrits représentant des scènes brutales ou pornographi- ques. Pour de nombreuses raisons, il est très difficile de clas- ser les renseignements portés sur les fiches selon la définition de l'ordonnance du Conseil fédéral qui réglemente le traite- ment des documents de la Confédération ou des cantons et cela entraînerait des complications administratives. De ce fait, lors de l'application de cette ordonnance, nous avons eu d'énormes problèmes d'exécution et les renseignements du commandement de la police saint-galloise et du préposé spé- cial de la Confédération n'ont pas toujours coïncidé. Dès le 11 juin 1990, notre médiateur s'est adressé au préposé spé- cial de la Confédération au traitement des documents établis pour assurer la sécurité de l'Etat, pour lui demander de donner aux services de renseignements de la police cantonale de Saint-Gall le droit d'autoriser la consultation des informations et documents qui sont considérés, selon cette ordonnance, comme des documents du Ministère public de la Confédéra- tion, sous réserve que les intérêts publics et les intérêts privés dignes de protection soient garantis. Le chef du DFJP a rejeté cette demande de délégation des compétences en ce qui concerne l'autorisation de consulter. Nous ne comprenons pas pourquoi les cantons ont été jugés capables, pendant des dizaines d'années, de recueillir des informations, mais ne de- vraient plus être capables maintenant de reconnaître les inté- rêts publics susceptibles de s'opposer à la consultation de ces informations.
Considérations de la commission du Conseil national
La commission a attendu, pour se prononcer, l'arrêt du Tribu- nal fédéral concernant les documents de la Confédération éta- blis pour assurer la sécurité de l'Etat. Le 8 juillet 1991, elle a fait les constatations suivantes:
Le canton de Saint-Gall demande que l'on édicte des disposi- tions permettant aux cantons d'autoriser eux-mêmes la consultation des documents établis pour assurer la sécurité de l'Etat. Dans son ordonnance du 5 mars 1990, le Conseil fe- déral s'est prononcé dans le sens contraire, estimant qu'il s'agit de l'application du droit fédéral. Le Tribunal fédéral a conclu le 29 mai 1991 que l'ordonnance du Conseil fédéral re- lative au traitement des documents de la Confédération établis pour assurer la sécurité de l'Etat repose sur une base légale suffisante. En conséquence, la consultation de ces docu- ments se poursuit conformément aux dispositions de l'ordon- nance citée.
La commission partage dans sa majorité l'opinion du Tribunal fédéral, selon laquelle l'exécution du droit fédéral doit être ré- glée au niveau fédéral. La commission n'est pas chargée d'ex- aminer si l'ordonnance du 5 mars 1990 répond parfaitement aux objectifs visés.
Considérations de la commission du Conseil des Etats
Le 10 décembre 1991, le Conseil national a adopté sans dis- cussion la proposition de sa commission. La commission du Conseil des Etats chargée de l'examen préliminaire a examiné cet objet le 17 février 1992. Elle a approuvé les considérations de la commission du Conseil national.
Antrag der Kommission Die Kommission beantragt mit 4 zu 1 Stimmen, der Standes- initiative St. Gallen keine Folge zu geben.
Proposition de la commission
La commission propose par quatre voix contre une de ne pas donner suite à l'initiative du canton de Saint-Gall.
Angenommen - Adopté
Schluss der Sitzung um 12.15 Uhr La séance est levée à 12 h 15
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Standesinitiative St. Gallen Staatsschutzakten. Offenlegung durch die Kantone Initiative du canton de Saint-Gall Documents établis pour assurer la sécurité de l'Etat. Communication par les cantons
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Jahr
1992
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
03
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 90.205
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 04.03.1992 - 08:00
Date
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