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Parlamentarische Initiativen. Regierungssystem
motion qui demande des crédits supplémentaires. Comment peut-on nous proposer de la transformer en postulat, c'est-à- dire de nous donner une réponse un jour peut-être, alors que nous demandons une réponse aujourd'hui encore? Il faut que le Conseil fédéral soutienne l'économie des cantons dure- ment touches par la crise immobilière. Cette motion va dans ce sens.
Bundesrat Stich: Der Bundesrat bittet Sie, diese Motion in ein Postulat umzuwandeln. Sie kennen die Geschichten über die Kürzungen. Wir haben heute bei der Behandlung der Staats- rechnung sehr viele kritische Voten gehört wegen des Riesen- defizites. Man muss sich ganz klar sein: Mit dem Einsatz von zweckgebundenen Mitteln reduziert man natürlich das Defizit nicht, auch wenn diese Mittel in einem Fonds sind; man erhöht vielmehr die Ausgaben und vergrössert das Defizit. Das führt weiter dazu, dass man sich stärker verschulden muss und die Zinssätze steigen. In dieser Hinsicht liegt die Argumentation völlig daneben. Wir haben alles Interesse daran, die Teuerung zu bekämpfen und die Zinssätze wieder zurückgehen zu las- sen. Das können wir nur erreichen, wenn wir den Haushalt sa- nieren - und zum Haushaltsanieren gehört einfach, dass man nicht mehr ausgibt, als man einnimmt. Da spielt eine Reserve keine besondere Rolle.
Es ist allerdings noch zu sagen, dass gemäss Bauprogramm für die Nationalstrassen diese Reserve relativ rasch erschöpft sein wird.
Was die wirtschaftliche Situation angeht: Massnahmen im Na- tionalstrassenbau sind kein Mittel, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen - das ist schlicht und einfach nicht wahr. Denn im Nationalstrassenbau ist die Arbeit heute hochtechnisiert, und im Verhältnis zu den Geldern, die ausgegeben werden, ist der Arbeitsaufwand sehr, sehr gering.
Die Bauwirtschaft ist vor allem im Wohnungsbau, im Hochbau, vom Konjunktureinbruch betroffen, also nicht im Strassenbau, nicht im Tiefbau. Dem vor allem betroffenen Teil der Bauwirt- schaft helfen Sie, wenn Sie dafür sorgen, dass die Zinssätze zurückgehen; nur dann wird der Private wieder bauen können. Ich nehme an, dass Sie grundsätzlich der Meinung sind, es sollten eigentlich die Privaten sein, die bauen, und nicht der Staat
Aus diesen Ueberlegungen bitte ich Sie, diese Motion in der Form des Postulates zu überweisen.
Abstimmung - Vote Für Ueberweisung als Postulat Für Ueberweisung als Motion
51 Stimmen 34 Stimmen
90.249
Parlamentarische Initiative (Vollmer) Reform des Regierungssystems Initiative parlementaire (Vollmer) Réforme du système gouvernemental
Siehe Jahrgang 1991, Seite 1305 - Voir année 1991, page 1305 Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN
Wortlaut der Initiative vom 22. Juni 1990
Gestützt auf Artikel 93 Absatz 1 der Bundesverfassung und auf Artikel 21bis des GVG verlange ich mit einer parlamentari- schen Initiative in Form einer allgemeinen Anregung eine Re- form des schweizerischen Regierungssystems. Insbesondere sind zu prüfen:
Texte de l'initiative du 22 juin 1990
Me fondant sur l'article 93, alinéa premier, cst., et sur l'article 21bis LREC, je demande, par une initiative parlemen- taire conçue en termes généraux, que le système gouverne- mental soit réformé. Il convient en particulier d'étudier les points suivants:
remplacement du principe «directorial» (élection indivi- duelle des conseillers fédéraux pour une législature, trop grande indépendance du gouvernement par rapport au Parle- ment, etc.) par un système gouvernemental concurrentiel (système gouvernemental parlementaire) ou adaptation en ce sens du système actuel;
réorganisation du Conseil fédéral et des Chambres fédéra- les et réexamen de la collaboration du gouvernement et du Parlement.
Schriftliche Begründung
Die Diskussionen um die Stellung der Schweiz im künftigen Europa und insbesondere die schweizerischen Aussichten im Integrationsprozess in einen «Europäischen Wirtschaftsraum» (EWR) und später in die «Europäische Gemeinschaft» (EG) ha- ben interessanterweise auch verschiedene innenpolitische Reformvorhaben wieder wachgerüttelt. Bekanntlich schlum- mert das Projekt einer Totalrevision der Bundesverfassung seit Jahren in den Schubladen der Verwaltung. Der letzte noch hängige Parlamentsauftrag reduzierte die seinerzeit als «Hö- henflug» bezeichneten Reformabsichten auf rein formalrechtli- che und sprachliche Anpassungen. Unterdessen gibt es neue Versuche, der Idee einer Totalrevision der Bundesverfassung wieder Leben einzuhauchen. Parlamentarische Vorstösse mit mehr Erfolgschancen sind hängig. Wieweit damit jedoch ein- mal mehr nur kosmetische Anpassungen anvisiert werden sol- len, bleibt noch offen. Die Gefahr des Wiederauflebens von verfassungsidealistischen Positionen, bei denen mittels einer fortschrittlichen Festschreibung von ausführlichen Staats- grundsätzen, Aufgabenkatalogen und erweiterten Grundrech- ten allein schon die Veränderung des wesentlich von den wirt- schaftlichen Gesetzen bestimmten sozialen Lebens erwartet wird, ist jedenfalls noch lange nicht ausgeräumt.
Mit parlamentarischen Einzelinitiativen haben neuerdings die beiden freisinnigen Staatsrechtler Rhinow und Petitpierre die Diskussion in einem konkreteren Bereich aktualisiert Ihren Vorstössen liegt die Sorge um die heute in vielen Bereichen verzögerte, wenn nicht blockierte Gesetzgebungs- und Regie- rungsarbeit zugrunde. Die Hauptstossrichtung der Initiativen zielt auf eine Kapazitätserhöhung von Parlament und Bundes- rat. Das Medienecho war denn auch entsprechend gross: Vor- schläge für eine massive Erhöhung der Zahl der Bundesräte oder eine Professionalisierung des Parlamentes haben schon immer emotionsgeladene Bürgerdiskussionen ausgelöst. Im Vorstoss Rhinow/Petitpierre werden jedoch auch eine Anzahl unspektakuläre, aber deswegen nicht weniger wichtige Pro- blembereiche angesprochen und zur Reformdiskussion ge- stellt.
Bei aller Wichtigkeit und Seriosität der gemachten Reformvor- schläge ist augenfällig, dass ein wesentliches Hauptproblem unserer politisch-institutionellen Schwierigkeiten im soge- nannten Regierungssystem, d. h. in der sich in den letzten Jahrzehnten auf Bundesebene herausgebildeten Konkor- danzpolitik, liegt. Das zwar durch unsere Bundesverfassung nur teilweise vorgeprägte «Direktorialsystem» ist mit der ge- sellschaftspolitischen Entwicklung vollends in ein starres und innovationshemmendes Regime gerückt. Die politische Apa- thie, die Aushöhlung der Volksrechte, die immer deutlicher ab-
Initiatives parlementaires. Système gouvernemental
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N 2 juin 1992
sackenden Wahlbeteiligungen und vieles mehr sind mit Anzei- chen einer gegenwärtig vorherrschenden politisch-institutio- nellen Blockierung.
Es ist darum an der Zeit, über die gestellten Totalrevisionsbe- gehren und die parlaments- und regierungsinternen Reform- vorhaben hinaus die grundsätzliche Ausgestaltung unseres Regierungssystems zur Diskussion zu stellen.
Im Bereiche der Wirtschaft haben die Begriffe Konkurrenz und Wettbewerb einen besseren Klang als in der Politik. Unsere durch die Konkordanz eingeschnürte Demokratie lässt sich mit einem Kartell vergleichen. Die Folgen dieser für transpa- rente Entscheidprozesse sehr hinderlichen Konstruktion sind bereits angesprochen. Warum also nicht ein echt parlamenta- risches Regierungssystem schaffen, bei dem die Parlaments- mehrheit auch die von ihr abhängige Regierung stellt (Vertrau- ensfrage)? Die Gegenüberstellung von (Regierungs-)Mehr- heit und (Parlaments-)Minderheit wäre zweifellos eine bessere Gewähr für die Wahrnehmung der Kontrollfunktionen, für die Sichtbarmachung der unterschiedlichen Positionen und vie- les andere mehr. Zweifellos müsste dazu die heutige Kon- struktion des Ständerates als absolut gleichberechtigte zweite Kammer Haare lassen. Auch das Wahlrecht für die Bestellung der Bundesversammlung müsste zumindest institutionell die Voraussetzungen schaffen, dass es auch effektiv zu «Macht- wechseln> kommen kann. Für die Erhaltung der heutigen Volksrechte (insbesondere der Initiative) liessen sich ohne weiteres auch im parlamentarischen Regierungssystem Mög- lichkeiten finden. Deren Existenz ist jedenfalls heute viel stär- ker durch die (zwingende!) Uebernahme von völkerrechtli- chen und europaspezifischen Normen in Frage gestellt. Ein parlamentarischer Vorstoss soll die bisher angeregten po- litisch-institutionellen Reformvorhaben um diese Grundsatz- fragen erweitern.
Développement par écrit
Il est intéressant de constater que les discussions portant sur la position de la Suisse au sein de la future Europe et en parti- culier sur les perspectives de notre pays lors d'une éventuelle intégration à l'Espace économique européen (EEE), puis à la Communauté européenne (CE), ont redonné vie à d'anciens projets de réformes de politique intérieure. Le projet de révi- sion totale de la constitution sommeille, on le sait, dans les ti- roirs de l'administration depuis de nombreuses années. L'ul- time mandat du Parlement qui est encore en suspens réduit les réformes projetées, à l'époque qualifiées de très ambitieu- ses, à des retouches d'ordre purement formel et linguistique. Des tentatives sont faites ici et là pour ressusciter l'idée d'une révision totale de la constitution; les chances de succès des quelques interventions parlementaires encore pendantes sont un peu meilleures. Toutefois, on peut se demander s'il ne s'agit pas là, une fois de plus, que d'adaptations minimes. En tout cas, il n'est pas exclu de voir réapparaître des projets idéa- listes et progressistes visant à modifier un ordre social fondé essentiellement sur les lois de l'économie en prescrivant des principes détaillés pour régir l'Etat, en établissant une liste de ses tâches et en étendant les droits fondamentaux.
Réforme du Parlement et du gouvernement en discussion: Les deux constitutionnalistes radicaux Rhinow et Petitpierre ont ranimé la discussion en déposant une initiative parlemen- taire visant à augmenter les effectifs du Parlement et du Conseil fédéral pour faire avancer les travaux du législatif et de l'exécutif qui ont pris du retard ou sont restés en souffrance. L'écho de ces interventions dans la presse a été retentissant car l'augmentation du nombre des conseillers fédéraux et la professionnalisation du Parlement sont des sujets qui ont tou- jours mis l'opinion en émoi. L'intervention Rhinow/Petitpierre soulève pourtant aussi d'autres questions qui, si elles sont moins frappantes, n'en sont pas moins importantes.
Un système tabou:
Malgré toute l'importance et le sérieux des propositions de ré- forme, il est évident que les difficultés que connaissent nos ins- titutions politiques sont dues principalement à la forme de no- tre gouvernement ou plus précisément à la politique de consensus qui s'est dessinée au cours des dix dernières an-
nées sur le plan fédéral. Notre système «directorial», qui n'est que partiellement ébauché dans la constitution, s'est trans- formé en un régime statique, hostile à toute innovation. L'apa- thie politique, l'usure des droits démocratiques, la démobilisa- tion croissante des électeurs ne sont que quelques indices du blocage actuel des institutions politiques. Il est donc temps de remettre en question les fondements de notre système gou- vernemental, au-delà des projets de révision totale de la cons- titution et de réformes du Parlament et du gouvernement. - Concurrence et dynamisme: une nécessité:
Dans le domaine de l'économie, la notion de concurrence a meilleure presse qu'en politique. Notre démocratie, muselée par le compromis, est comparable à un cartel et nous avons déjà mentionné les conséquences de cette situation sur la transparence des processus décisionnels. Pourquoi ne pas créer un système de gouvernement réellement parlementaire, que verrait la majorité du Parlement nommer un gouverne- ment qui dépendrait de son soutien (question de confiance)? Le face à face de la majorité gouvernementale et de la minorité parlementaire permettrait sans nul doute d'assurer un meilleur contrôle et de mettre en évidence les divers points de vue, entre autres avantages. Il est certain que le Conseil des Etats, aujourd'hui l'égal absolu du Conseil national, y laisserait quel- ques plumes. Il faudrait en outre que le mode d'élection de l'Assemblée fédérale permette, au moins du point de vue insti- tutionnel, une redistribution effective du pouvoir. Le système du gouvernement parlementaire ne s'opposerait pas aux droits démocratiques actuels, en particulier l'initiative. Ceux-ci sont bien plus menacés par l'adoption (obligatoire) de dispo- sitions de droit international et de normes spécifiques à l'Eu- rope.
La présente intervention a pour but d'inclure dans les projets de réforme des institutions politiques les questions fondamen- tales évoquées ci-dessus.
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Parlamentarische Initiative (Jaeger) Revision der Bundesverfassung. Parlamentarisches Konkurrenzsystem
Initiative parlementaire (Jaeger) Révision de la Constitution fédérale. Institution du régime parlementaire
Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN
Wortlaut der Initiative vom 16. September 1991
Gestützt auf Artikel 93 Absatz 1 BV und Artikel 21bis GVG ver- lange ich mit einer parlamentarischen Initiative in der Form der allgemeinen Anregung eine Revision der Bundesverfassung mit dem Ziel des Uebergangs vom Konkordanz- zum Konkur- renzsystem in der Form des parlamentarischen Regierungs- systems.
Eine solche Revision muss insbesondere die Einführung fol- gender Elemente bringen:
Abberufungsrecht des Parlamentes gegenüber dem Bun- desrat;
das Recht des Bundesrates, Sachabstimmungen mit der Vertrauensfrage zu verbinden, deren Verneinung den Rücktritt der Regierung zur Folge hat;
das Recht des Bundesrates, bei der Blockierung der Ent- scheidmechanismen das Parlament aufzulösen.
Die Entscheidung weiterer Fragen im Zusammenhang mit die- ser Reform ist vorzuberaten.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Parlamentarische Initiative (Vollmer) Reform des Regierungssystems Initiative parlementaire (Vollmer) Réforme du système gouvernemental
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
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1992
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Anno
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III
Volume
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Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
90.249
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
02.06.1992 - 08:00
Date
Data
Seite
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Pagina
Ref. No
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