N 4 juin 1992
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Bibliothèque nationale suisse. Réorganisation
Fünfte Sitzung - Cinquième séance
Donnerstag, 4. Juni 1992, Vormittag Jeudi 4 juin 1992, matin
08.00 h
Vorsitz - Présidence: Herr Nebiker
92.022
Schweizerische Landesbibliothek. Reorganisation Bibliothèque nationale suisse. Réorganisation
Botschaft und Gesetzentwurf vom 19. Februar 1992 (BBI II 1441) Message et projet de loi du 19 février 1992 (FF II 1421) Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN
Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière
Fasel, Berichterstatter: Dass wir von einem gewaltigen Infor- mationsstrom überflutet werden, braucht in Anbetracht der Pa- pierstapel, die wir regelmässig erhalten, kaum erwähnt zu wer- den. Wie schwierig und aufwendig dabei das Ordnen und Greifbarhalten sein können, dazu genügen uns die alltägli- chen Erfahrungen.
Wie weit schwieriger muss es deshalb für eine Institution wie unsere Landesbibliothek sein, deren Aufgabe es ist, Informa- tionen verschiedenster Art, die unser Land betreffen, soge- nannte Helvetica, zu sammeln, aufzubewahren und zugäng- lich zu machen. Es ist leicht zu verstehen, dass dringliche Massnahmen und Anpassungen bei der Arbeitsweise und den Arbeitsmitteln unserer Landesbibliothek notwendig sind. Die Schweizerische Landesbibliothek gehört zu jenen Institu- tionen der Eidgenossenschaft, die eine für unser Land wesent- liche Rolle im Kultur- und Wissenschaftsbetrieb innehaben. Gerade mit Blick auf die künftigen Erfordernisse im Bereich der Weiterbildung, der Umschulung, kommt der Schweizeri- schen Landesbibliothek eine zentrale Bedeutung zu.
Seit 1895 unterhält der Bund die Schweizerische Landesbi- bliothek. Die einst führende bibliothekarische Einrichtung ver- mag heute den Aufgaben einer modernen Informationsgesell- schaft in keiner Weise mehr zu genügen. So, wie sich die Schweizerische Landesbibliothek heute präsentiert, ent- spricht sie weder den wissenschaftlichen noch den benutzer- orientierten Anforderungen, die an eine moderne, zeitge- masse Bibliothek gestellt werden.
Die Arbeitsmethoden und die Arbeitsmittel haben sich in der Schweizerischen Landesbibliothek in den letzten fünfzig Jah- ren kaum geändert, es herrschen fast steinzeitliche Verhält- nisse. Die bestehende Personalplafonierung hat zudem zu ei- nem steigenden Katalogisierungsrückstand geführt Anpas- sungen sind sowohl im Technischen, insbesondere im EDV- Bereich, wie auch vom Auftrag her unbedingt erforderlich. Ver- schiedene Expertengremien, so die Schweizerische Biblio- thekskommission im Jahre 1988 und die Arbeitsgruppe Müh- lemann, haben in ihren Berichten auf die Dringlichkeit einer grundsätzlichen und umfassenden Reorganisation hingewie- sen und diese gefordert
Ein paar Worte zum Konzept: In Anbetracht dieses Hand- lungsbedarfs hat die Schweizerische Landesbibliothek ein zu-
kunftsgerichtetes Konzept erarbeitet. Zusätzlich zu den tradi- tionellen Aufgaben hat sie künftig verstärkt am landesweiten, internationalen und interdisziplinären Kommunikationspro- zess teilzunehmen. Dabei hat die Schweizerische Landesbi- bliothek die neuen Medien und Speichertechnologien wie Vi- deo und optische Speicherplatten, aber auch Telefax, Video- tex und anderes zu berücksichtigen, damit zu arbeiten. Dar- aus ergeben sich neue Benutzungsformen und Arbeitstechni- ken. Sie hat aber auch den Auftrag, die durch Papierzerfall akut gefährdeten Literaturbestände zu schützen, also den Auf- trag der Restaurierung und Bestandeserhaltung.
Summarisch ausgedrückt: Die Schweizerische Landesbiblio- thek soll ein zeitgemässes, modernes, landeskundiges Dienstleistungszentrum sein und werden.
Damit sie dem Anspruch einer modernen Bibliothek genügen kann, müssen sechs Bedingungen erfüllt sein:
Das Bundesgesetz aus dem Jahre 1911 muss einer Totalre- vision unterzogen werden;
der Sammelauftrag muss erweitert werden, d. h., neben den traditionellen Medien, Büchern, müssen auch die neuen Informationsträger berücksichtigt werden;
die Schweizerische Nationalbibliographie muss als Daten- bank aufgebaut und zugänglich gemacht werden;
es muss ein Informationszentrum aufgebaut werden;
die wertvollen Sondersammlungen müssen einer besseren Nutzbarmachung zugeführt werden;
nicht zuletzt muss ein Ausbau des Schweizerischen Litera- turarchivs möglich sein. Ich erinnere dabei an den literari- schen Nachlass von Friedrich Dürrenmatt, der an die Eidge- nossenschaft ging.
Zur Automatisierung. Die Kommission hat sich eingehend mit der Automatisierung der Schweizerischen Landesbibliothek auseinandergesetzt. Während heute praktisch alle grösseren Bibliotheken, teilweise gar Hausbibliotheken, mit EDVarbeiten, werden in der Schweizerischen Landesbibliothek nach wie vor sämtliche Arbeitsvorgänge - man höre und staune - manuell abgewickelt. Obwohl verschiedene Bibliotheken in der Vergan- genheit auch mit Bundesgeldern ihre EDV-Systeme eingerich- tet haben, ist bei der Schweizerischen Landesbibliothek bis heute nichts geschehen - ein unhaltbarer Zustand.
Es ist deshalb zu begrüssen, dass die neue Leitung der Schweizerischen Landesbibliothek gegenwärtig die Beschaf- fung eines neuen EDV-Systems intensiv bearbeitet. Da die heute bestehenden EDV-Systeme der wichtigsten Bibliothe- ken dieses Landes - es bestehen mindestens drei bis vier an der Zahl - wenn überhaupt nur teilweise untereinander kom- patibel sind, soll und muss die Schweizerische Landesbiblio- thek eine Koordinationsfunktion übernehmen. Dabei soll sie das Bestehende berücksichtigen, bei Neuem aber auch Spur- arbeit leisten, damit schrittweise eine Harmonisierung und umfassende Kompatibilität zwischen den Bibliotheken und ih- ren Systemen erzielt werden kann.
In Anbetracht der umfassenden Reorganisation der Schweize- rischen Landesbibliothek, die notwendig ist, halten wir fest, dass mit der vorliegenden Totalrevision des Landesbiblio- theksgesetzes nur ein kleinerer Teil der notwendigen An- passungen vorgenommen wird. Die finanziellen Folgewir- kungen - rund 11 Millionen Franken für Informatik, rund 2,5 Millionen Franken mehr im Budget der Schweizerischen Landesbibliothek -, aber auch die personellen Konsequenzen mit bis zu 40 zusätzlichen Stellen sowie bauliche Massnah- men sind mit der hier zu behandelnden Revision des Gesetzes nicht abgedeckt und damit auch nicht vollzogen.
Im Namen der Kommission fordern wir Bundesrat und Parla- ment auf, künftig auch diesen finanziellen, personellen und baulichen Massnahmen zuzustimmen, nämlich dann, wenn sie uns in den kommenden Jahresbudgets zur Beschlussfas- sung vorgelegt werden. Vor allem ist es notwendig, die für die Reorganisation notwendigen Mittel bereitzustellen, damit in den nächsten vier Jahren ein rhythmischer Erneuerungspro- zess durchgesetzt werden kann.
Die Kommission hat sich an einer zweitägigen Sitzung einge- hend mit der Reorganisation der Schweizerischen Landesbi- bliothek beschäftigt und eine Besichtigung vorgenommen. Sie empfiehlt Ihnen einstimmig, auf die Vorlage einzutreten.
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Um anschliessend Zurückhaltung üben zu können, möchte ich noch einige Anmerkungen zu den von der Kommission vorgeschlagenen Aenderungen bei einzelnen Artikeln an- bringen und zugleich kurz die Kommissionspostulate kom- mentieren.
Die vorgeschlagenen Aenderungen von Kommissionsseite betreffen im wesentlichen Artikel 2, die Erweiterung der Infor- mationsträger auch auf solche, die nicht mehr wie in der Ver- gangenheit an Papier gebunden sind. Sie betreffen in Artikel 4 einen besseren Zugang zu den Sammlungen und damit ver- bunden eine grössere Benutzerfreundlichkeit der Schweizeri- schen Landesbibliothek. Es soll damit verhindert werden, dass die Schweizerische Landesbibliothek durch den Auto- matisierungsprozess und durch die Modernisierung nur noch über On-line-Verbindungen zugänglich wäre, eine Einschrän- kung, die für viele, vor allem für ältere Menschen, die oft von solchen Einrichtungen Gebrauch machen, einer verschlosse- nen Tür gleichkäme. Die Aenderungen betreffen auch Arti- kel 9, wo die Kommission einen verbindlichen Koordinations- auftrag an die Schweizerische Landesbibliothek festlegt.
Zu den Kommissionspostulaten: Zuerst zum Postulat «Auto- mation der Schweizerischen Landesbibliothek. Koordina- tion». Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur beauftragt den Bundesrat, bei der Beschaffung eines neuen Automationsmodells, die jetzt im Gange ist, koordinierend zu wirken, die internationalen Normen zu berücksichtigen und eine bestmögliche Kompatibilität zu den übrigen Bibliotheken anzustreben. Das Postulat ergänzend zum Gesetz ist deshalb notwendig, weil das Gesetz zu dem Zeitpunkt, an dem die Ko- ordination aktuell und damit relevant ist, nämlich bei der Be- schaffung des neuen EDV-Systems der Schweizerischen Lan- desbibliothek, noch nicht in Kraft sein wird. Dem Postulat ist in der Kommission einstimmig zugestimmt worden.
Die Schweiz ist in Europa das einzige Land, welches das Dé- pôt légal nicht kennt. Mit dem Postulat «'Dépôt légal'. Rechtli- che Voraussetzungen» soll deshalb geprüft werden, welche verfassungsrechtlichen Anpassungen dazu notwendig sind und wären, also juristische Vorabklärungen, ob das Anliegen beispielsweise in den Kulturartikel eingebaut werden muss, um die Ablieferung eines Pflichtexemplars durchzusetzen. Dies würde die Arbeit der Schweizerischen Landesbibliothek im Bereich des Sammelns wesentlich erleichtern. Das Po- stulat wurde in der Kommission bei einer Enthaltung einstim- mig verabschiedet. Wir empfehlen Ihnen deshalb, auch die- sem Postulat zuzustimmen.
M. Scheurer Rémy, rapporteur: Notre Bibliothèque nationale est une institution devenue vieillie, débordée et dépassée, qu'il est de notre devoir de rajeunir, de rendre plus perfor- mante et d'en faire un modèle. Qu'elle soit vieillie, cela appa- raît de la date de la loi qui la régit: 1911. Qu'elle soit débordée et dépassée, cela apparaît de nombreuses interventions parle- mentaires, d'un rapport de la Commission de gestion du Conseil des Etats en 1987, du rapport de la commission prési- dée par M. Mühlemann, et maintenant du message du Conseil fédéral que, à ce que je crois voir, vous avez tous sous les yeux
Pour faire de notre Bibliothèque nationale, qui s'est laissé dis- tancer par l'évolution de la bibliothéconomie et qui est restée de manière peu compréhensible à l'écart des applications de l'informatique au monde du livre, une bibliothèque exemplaire et capable de leadership, il faudra consentir des efforts impor- tants sur le plan financier, qu'il s'agisse d'investissements ou de frais de fonctionnement. En effet, la Bibliothèque nationale a été relativement négligée par les pouvoirs publics et elle a particulièrement souffert du blocage de l'effectif du personnel. Notre tâche, aujourd'hui, est de donner à la Bibliothèque na- tionale une nouvelle loi qui règle ses activités et son organisa- tion. Je le précise, nous n'avons pas d'autre problème à abor- der aujourd'hui que celui de la loi d'organisation de cette bi- bliothèque. Et c'est grâce à cette loi que la bibliothèque pourra retrouver, sans rien perdre de sa vénérabilité, une capacité de jeunesse et de dynamisme, puisque cette loi tient compte de l'évolution des techniques de production, de diffusion et de conservation des informations. Alors que la loi de 1911 était
encore et pour cause tout entière dans le monde de Guten- berg, celle-ci est ouverte aux possibilités modernes de com- muniquer et à celles que l'avenir nous réserve sans doute en- core.
Une fois cette loi adoptée, nous serons appelés, dans une phase ultérieure, à donner à la Bibliothèque nationale les moyens d'être performante et de retrouver son rôle de moteur qui fut jadis le sien parmi les autres grandes bibliothèques de notre pays. Pour cela, elle aura besoin de locaux, de person- nel et de matériel. Nous n'avons pas à nous prononcer mainte- nant à ce sujet: le Conseil fédéral annonce un message à pro- pos des locaux et sans doute aussi à propos des installations; les autres dépenses seront introduites par l'intermédiaire du budget et réparties sur une période de quatre ans, selon les in- tentions du gouvernement.
Rassembler les moyens financiers nécessaires à la réalisation de ce projet important pour la conservation et la manifestation de notre identité nationale, pour la prestation très améliorée de services, pour la coordination entre les bibliothèques et pour la collaboration internationale demandera des efforts. Mais nous n'avons pas à revenir maintenant sur les incidences fi- nancières énumérées dans le message. Redonner à la Biblio- thèque nationale son prestige et son rôle moteur sera une tâ- che difficile, cela demandera beaucoup de travail et il faudra beaucoup d'efforts de compréhension et de bonne volonté pour mettre en place un système de gestion informatisé qui satisfasse si possible aux besoins propres à la Bibliothèque nationale et qui tienne compte de ce qui a déjà été conçu et réalisé ailleurs en Suisse en la matière. SIBIL et ETHICS exis- tent, d'autres systèmes encore, des réseaux sont en place, avec leurs forces et leurs faiblesses. Ce souci de coordination est exprimé dans le projet de loi. Notre commission considère ce point comme si important qu'elle en a fait un postulat.
Rassembler les moyens financiers sera donc notre préoccu- pation d'autres moments. Redonner à la Bibliothèque natio- nale son prestige sera l'oeuvre de sa direction et de son per- sonnel dans la collaboration aussi avec les autres principales bibliothèques du pays et avec l'appui des autorités politiques. Après avoir visité la Bibliothèque nationale, entendu son direc- teur et plusieurs de ses principaux collaborateurs, notre com- mission peut exprimer un sentiment d'entière confiance. Par ailleurs, notre commission a décidé de continuer à s'intéresser au choix d'un système informatique par la Bibliothèque natio- nale, aux conséquences de ce choix pour les autres bibliothè- ques, et à la voie à suivre pour parvenir à la mise en place d'un système qui convienne, dans toute la mesure du possible, à l'ensemble du pays et qui soit ouvert sur au moins l'une des très grandes bibliothèques étrangères mondiales.
Quant au projet de loi, notre commission l'a adopté à l'unani- mité après y avoir apporté des amendements qui ne modifient que peu le projet initial.
A propos du titre à donner en allemand à l'institution, nous avons quelque peu hésité entre l'actuelle «Landesbibliothek» et «Nationalbibliothek». Le second conviendrait mieux aux re- lations internationales que le premier qui a un caractère pro- vincial pour les Allemands et les Autrichiens. Finalement, la tradition et le sentiment l'ont emporté sur la hiérarchie des sens.
A l'article 2, la commission reconnaît le bien-fonde du triple mandat confié à la Bibliothèque nationale et elle soutient l'ex- tension de ce mandat du traitement du texte imprimé au traite- ment des informations sur tous les supports que l'évolution des sciences et des techniques a mis et mettra à disposition. Nous soulignons que cette extension du mandat ne conduira pas à de doubles emplois et à une concurrence avec des insti- tutions qui conservent déjà des informations sur d'autres sup- ports que le papier, comme la Cinémathèque suisse à Lau- sanne ou la Phonothèque nationale à Lugano. La commission appuie aussi le principe que la Bibliothèque nationale contri- bue au développement de la bibliothéconomie. Comme vous l'avez constaté, l'amendement ne modifie pas le fond. On col- lectionne, on rend accessibles des informations et non pas des supports, comme le laisserait entendre le texte du Conseil fédéral. Le texte de la commission est donc conforme au mes- sage où on lit, page 27: «La tâche de la Bibliothèque est ici de
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veiller avant tout à préserver ces informations, et pas forcé- ment leurs supports».
A l'article 3, l'alinéa premier définit les Helvetica et fixe les limi- tes de ce que la Bibliothèque nationale collectionne. La com- mission vous propose, à l'alinéa 2, de ne pas exclure des col- lections les informations qui s'adressent à un cercle restreint de personnes, mais de laisser tout pouvoir d'appréciation à la Bibliothèque nationale à ce sujet. A l'alinéa 3, la commission admet le principe et propose un amendement purement ré- dactionnel. Il en va de même pour l'alinéa 4. A propos de cet alinéa s'est posée la question du dépôt légal que nous repren- drons en traitant de l'autre postulat de la commission.
L'article 4bis est proposé par la commission pour marquer jusque dans la loi et non seulement dans un règlement le ca- ractère de bibliothèque publique de la Bibliothèque nationale qui est au service également des personnes privées, soit qu'elles se déplacent à Berne pour y recueillir des informa- tions, soit qu'elles aient besoin, à domicile, de livres ou d'au- tres informations.
La commission ne propose pas d'amendement aux articles 5 à 8, mais je me permets d'attirer votre attention sur le sens large qu'il faut donner à l'adjectif «littéraire» pour les archives littéraires suisses. Le premier en date de ces fonds est consti- tuté des papiers d'un mathématicien. Il est vrai que ce dépôt est antérieur à l'appellation «archives littéraires suisses». L'ap- plication de cet article devra être doublement conforme à son esprit, recevoir des archives privées importantes pour la vie culturelle et intellectuelle du pays. Il conviendra donc d'être large dans l'interprétation de «vie culturelle et intellectuelle» et restreint dans la définition de l'importance nationale. Cela est d'autant plus nécessaire que le prestige des archives littérai- res suisses suscitera vraisemblablement de nombreuses of- fres de versements à titre de dons ou de propositions de vente. Il conviendra que la Bibliothèque nationale n'attire pas ainsi à elle des documents qui, à tous égards, auraient mieux leur place dans des bibliothèques cantonales, voire communales. L'article 9 est important dans la mesure où la Bibliothèque na- tionale, plus que toute autre bibliothèque, aura des tâches de coordination. C'est pourquoi notre commission a tenu, à l'alinéa 3, à souligner cet aspect de l'activité de la Bibliothèque nationale et à l'expliciter quelque peu. En particulier, la com- mission insiste dans son amendement sur la nécessité de la collaboration et de la coordination dans le domaine de l'auto- matisation des bibliothèques.
Enfin, à l'article 12, la proposition de la commission précise que le rattachement d'une institution à la Bibliothèque natio- nale ne peut se faire qu'à la demande de l'institution concer- née et que les conditions de la reprise sont déterminées par le mandat attribué à la Bibliothèque nationale indépendamment de la situation matérielle de l'institution qui y serait rattachée. J'en viens maintenant, comme mon collègue rapporteur de langue allemande, à expliquer rapidement les deux postulats. Je parlerai d'abord de celui qui concerne le dépôt légal. Le dé- pôt légal existe déjà dans un certain nombre de cantons, mais le Conseil fédéral a renoncé à l'introduire dans la loi sur la Bi- bliothèque nationale faute de base constitutionnelle. Il est vrai que dans la pratique, les dépôts effectués par les éditeurs re- présentent près de 80 pour cent de la production, pourcen- tage qui n'est guère plus élevé dans les Etats qui connaissent le dépôt légal. Malgré tout, il serait bon, selon l'avis quasi una- nime de la commission, qu'une disposition légale fixe de ma- nière précise la nature et les conditions du dépôt des livres et des autres imprimés, mais plus encore le dépôt des informa- tions concernant la Suisse conservées sur d'autres supports que le papier. C'est sans doute pour ces dernières catégories de documents que le dépôt légal entraînerait des améliora- tions significatives par rapport à ce qui se fait aujourd'hui.
Pour le second postulat, il porte sur l'objet défini à l'article 9, alinéa 3. Il répond, d'une part, au souci général de ne pas se couper des collaborations internationales par le choix d'un système qui serait particulier à la Suisse et, d'autre part, il ex- prime la préoccupation de ne pas voir porter atteinte à l'acquis important que représentent les systèmes et les réseaux mis en place plusieurs années avant que la Bibliothèque nationale ne commence à s'intéresser elle-même à l'informatisation des bi-
bliothèques. Il existe aujourd'hui environ 3 millions de notices de livres qui, d'une manière ou d'une autre, devront être re- prises.
M. Zwahlen: La Bibliothèque nationale fondée en 1895 sera donc bientôt centenaire, et ainsi que l'ont dit les deux rappor- teurs de la commission, si elle occupait autrefois une position prééminente parmi les bibliothèques suisses, aujourd'hui elle ne remplit que partiellement son rôle d'information et de coor- dination. Depuis 1987 donc, divers groupes d'experts sont parvenus à la conclusion que notre Bibliothèque nationale a accumulé un gros retard dans la modernisation et l'informati- sation, handicap qui l'empêche aujourd'hui de remplir entière- ment son mandat. Le groupe PDC est globalement d'accord avec les conclusions de la Commission de la science, de l'éducation et de la culture.
Au sujet des modifications d'articles proposées dans le mes- sage, nous aimerions insister sur quelques remarques ou pré- cisions. Nous soutenons en particulier l'article 4 bis qui vous est proposé dans le but bien précis de faciliter l'accès du pu- blic aux collections de la Bibliothèque nationale, soit dans les salles de lecture, soit par la voie du prêt. Il nous semble en effet important que cette bibliothèque continue de jouer ce rôle de disponibilité à l'égard du public aussi large que possible, à d'égard des étudiants, des chercheurs, des historiens et, sur- tout, envers vous est moi, dans notre soif de culture et d'érudi- tion. A l'article 9, le PDC soutient l'idée d'une étroite collabora- tion avec les grandes bibliothèques du pays, mais surtout, il attache une grande importance au rôle de coordination que doit jouer notre Bibliothèque nationale, afin d'éviter les dou- bles institutions et surtout de trouver les meilleurs moyens d'automatisation et d'informatisation de nos bibliothèques cantonales, scientifiques et nationales. Le troisième alinéa de l'article 9, de même que le premier postulat de la commission ont précisément pour but de rappeler aux responsables la stricte nécessité de tenir compte et d'intégrer dans leurs étu- des les réseaux existants des bibliothèques, à savoir: SIBIL, RERO, ETHICS en particulier et de trouver, avec ces grandes bibliothèques, les moyens les plus efficaces de sauver les trois millions de titres et d'informations déjà enregistrés et qui ont coûté - comme on vous l'a dit tout à l'heure - très cher à la Confédération par le biais des subventions versées.
L'ouverture vers les réseaux européens et internationaux ne doit naturellement pas être négligée. Nous soutenons aussi l'idée de l'association des bibliothèques et bibliothécaires suisses de mettre en place un Conseil suisse des bibliothè- ques et de l'information documentaire, organe commun des cantons et de la Confédération. Cet organe devrait permettre précisément d'améliorer cette coopération que M. Jauslin, di- recteur de la Bibliothèque nationale, trouve très difficile à prati- quer. Ceci permettrait également de respecter l'esprit fédéra- liste de cette bibliothèque et de bien définir les rôles respectifs de nos grandes bibliothèques.
La loi sur la Bibliothèque nationale qui vous est soumise au- jourd'hui constitue une base nouvelle pour une organisation et un nouvel élan au développement de l'institution qui, en plus des fonctions actuelles, permettra de rendre les collec- tions plus accessibles au public, d'informatiser le catalogue collectif et de permettre surtout une meilleure coordination na- tionale et internationale. Le PDC soutient donc entièrement cette nouvelle base légale, mais il émet une simple réserve quant à l'augmentation de l'effectif du personnel prévue à 50 pour cent. Il faudrait, à notre avis, chercher à prélever ail- leurs dans l'administration une partie au moins de ce person- nel supplémentaire, mais c'est une autre question sur laquelle nous pourrons nous prononcer ultérieurement La nécessité en tout cas existe d'augmenter l'effectif de la Bibliothèque na- tionale. Sinon le PDC soutient la loi qui vous est soumise au- jourd'hui et vous en recommande vivement l'acceptation.
Frau Robert: Die grüne Fraktion erachtet die Reorganisation der Schweizerischen Landesbibliothek für zwingend notwen- dig und für überfällig. Die Schweizerische Landesbibliothek ist eine wichtige und einzigartige Institution; sie wird auch oft das «Gedächtnis unseres Landes» genannt. Sie ist die Dreh-
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scheibe der Dokumentations- und der Kulturvermittlung, und sie wird für die Forschung immer wichtiger.
Die Entwicklung seit ihrer Gründung 1895 ist nun aber ziem- lich stürmisch verlaufen, und die Landesbibliothek hat mit die- ser Entwicklung nicht Schritt halten können. Sie vermag heute weder den wissenschaftlichen noch den benutzerorientierten Anforderungen mehr zu genügen. Wir haben uns mit eigenen Augen davon überzeugen können, dass die Situation unhalt- bar ist. Bund und Parlament sind mit dem Personalstopp in den siebziger Jahren und mit ihren Sparmassnahmen nicht unschuldig an dieser Situation. Es ist ein Beispiel dafür, dass die Stilleren in unserem Lande meistens zu den Verlierern ge- hören und vielleicht auch dafür, dass bei uns die Kultur vielen Beteuerungen zum Trotz doch nicht eine der ersten Prioritäten einnimmt.
Wenn die Landesbibliothek nun zum grossen Sprung von der Steinzeit in die Postmoderne ansetzt, kann das gewiss nicht ohne einige Probleme abgehen. Wir sehen vor allem vier Be- reiche:
Ich möchte nur ein Beispiel nennen: Die Datenerfassung für den Gesamtkatalog wird noch immer mit dem guten alten Zet- telkasten vorgenommen. Während derselben Zeit - ungefähr während der letzten zwanzig Jahre - haben die Kantone, ins- besondere die Hochschulkantone in eigener Regie mit viel Einsatz und Geld - übrigens auch mit Bundesgeldern - leistungsfähige Bibliotheks-Automatisierungssysteme ent- wickelt.
Wenn nun die Landesbibliothek aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht, so ist das erfreulich. Der neue Direktor, der selber In- formatiker ist, bringt da gewiss gute Voraussetzungen für die weitere Entwicklung mit. Wenn sich aber die Landesbibliothek aus dem Schlaf heraus gleich in die Führungsrolle katapultie- ren will, dann sind Konflikte vorprogrammiert mit denen, die schon etwas länger wach sind.
Eine gewisse Erbitterung bei diesen Leuten ist unverkennbar. Es wird denn auch von zentralistischen Ansprüchen und gar von einer Diktatsrolle gesprochen. Aber das Ziel ist ein ge- meinsames; das Ziel heisst «Bibliothek Schweiz», Wir erwarten von der Landesbibliothek, aber auch von der andern Seite, dass nun Gespräche geführt werden, dass eine enge Zusam- menarbeit gesucht wird, dass von der Landesbibliothek keine Führungsrolle im Sinne eines Bundesdiktates ausgeübt wird, und wir erwarten psychologisches Fingerspitzengefühl im Umgang mit denen, die weniger lange geschlafen haben. Wir erwarten, dass eine vernünftige Lösung gefunden wird, eine Lösung, die auch den enormen, schon getätigten Investitio- nen Rechnung trägt.
Das zweite Problem wurde schon erwähnt: Die Schweiz ist das einzige Land in Europa, in dem die Landesbibliothek, um ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen zu können, den veröffent- lichten Publikationen und andern Informationsträgern nach- rennen muss. Wir haben uns überzeugen können, dass zum Teil mit geradezu detektivischen Fähigkeiten vorgegangen werden muss, um zu den nötigen Exemplaren zu kommen. Wir denken, dass das eine teure Lösung, eine unproduktive Arbeit ist
Der Sprung von der gemütlichen, traditionellen Bibliothek ins Informatikzeitalter gefährdet zum Teil wertvolle Einrichtun- gen einer Bibliothek. Wenn man zu weit springt, könnte es pas- sieren, dass so wunderbare Einrichtungen wie Lesesäle, aber auch Ausleihe oder Schalterdienst der Automatisierung zum Opfer fallen. Das - scheint uns - muss unter allen Umständen vermieden werden. Diese benutzerfreundlichen Zugänge zu den Sammlungen müssen erhalten bleiben. Wir dürfen nicht so weit ins Moderne springen, Bibliotheken dürfen nicht so weit rationalisiert werden, dass sie «entmenschlicht» werden. 4. Ein letztes Problem, aber nicht das geringste, sind die Mit- tel. Wir haben es gehört: Die Landesbibliothek hat einen gros- sen Nachholbedarf. Seit 1975 wurde keine Personalvermeh- rung mehr vorgenommen. Stellen Sie sich ein Unternehmen vor, das fast zwanzig Jahre lang mit explosionsartig wachsen- den Aufgaben, mit derselben Angestelltenzahl und mit zu we-
nig Mitteln für Rationalisierung und Automatisierung zufrie- denstellend funktionieren sollte. Die Reorganisation bedingt auf vier Jahre verteilt 39 Stellen und 20 Millionen Franken - ne- ben einer separaten Bauvorlage. Wenn wir das in den näch- sten vier Jahren nicht tatsächlich bewilligen werden, dann ist das ganze schöne Gesetz für nichts.
Unseres Erachtens hätte deshalb mit dieser Gesetzesvorlage ein verbindlicher Rahmenkredit vorgelegt werden müssen. Dies scheint aber aus rechtlichen Gründen nicht möglich zu sein. Ich möchte Ihnen jedoch hier dringend ans Herz und ans Portemonnaie legen, dass in den nächsten Jahren, wenn wie- der die berühmte Opfersymmetrie und lineare Kürzungen zur Diskussion stehen, diese Aufgaben davon ausgenommen werden. Die Landesbibliothek darf nicht der Opfersymmetrie zum Opfer fallen, denn sie hat in den letzten zwei Jahrzehnten auch von der Zuwachssymmetrie nicht profitiert.
Die grüne Fraktion stimmt der Vorlage mit den Modifikationen der Kommission und den beiden Kommissionspostulaten mit Ueberzeugung zu.
Mühlemann: Die Kulturförderung findet in unserem Lande zu Recht auf den unteren politischen Stufen der Gemeinde und des Kantons statt. Wir haben im Vergleich mit dem Ausland ein dichtes Netz von Museen und Bibliotheken, vor allem im kom- munalen Bereich. Etwas spärlich vertreten sind auf eidgenös sischer Ebene die kulturellen Institutionen. Einsam arbeitet hier die Pro Helvetia. Stärker in die Oeffentlichkeit getreten sind auch die eidgenössischen Landesmuseen, aber zu Recht wurde hier gesagt, dass die Landesbibliothek lange Zeit äus- serst still und unauffällig geschlafen habe. Man muss aller- dings gerecht sein: Dieser sogenannte Dornröschenschlaf liegt nicht allein in der Verantwortung der Direktion der Lan- desbibliothek, sondern auch der Landesregierung und der zu- ständigen Chefbeamten im Bereich der Kultur.
Mit dem Einzug von Herrn Bundesrat Cotti und Herrn Direktor Defago hat sich die Kulturpolitik in unserem Lande auf eidge- nössischer Ebene deutlich verbessert. Es ist hier ein inneres Engagement vorhanden, das eben notwendig ist in diesem sensiblen Bereich, um qualitative Resultate zu erzielen. Ich freue mich, dass man die Landesbibliothek jetzt neu gestalten will und sie in ihrer Funktion auch lebendiger werden lässt
Die Landesbibliothek ist keine Nationalbibliothek wie in aus- ländischen Staaten. Sie hat keinen pompösen Anstrich und nichts Fürstliches an sich. Das ist auch richtig. Sie entspricht der schlichten Art unseres Volkes und heisst zu Recht Landes- bibliothek; nicht mehr und nicht weniger.
Ich habe die Ehre gehabt, eine Arbeitsgruppe zu präsidieren, die sich mit der Reorganisation befasste. Wir waren einiger- massen frustriert bei unseren Besuchen, wo wir Beamte und Angestellte gewissermassen in einem Schattendasein sahen, wie sie trübselig ihrer Aufgabe nachgingen. Wir haben auch ei- nige verlorene Leser angetroffen, die in Lesesälen nach Stun- den ihre Bücher bekamen, in einem Ablaufsystem, das vorsint- flutlich ist. Ich freue mich, dass mit einem neuen Direktor nach kurzer Zeit mindestens einige Veränderungen vorgenommen worden sind, die jetzt diese Landesbibliothek besuchenswert machen.
Die Aufgabe ist klar. Es geht um die Sammlung der sogenann- ten Helvetica, also des Schrifttums, das in der Eidgenossen- schaft geschaffen wird, wobei man sagen muss, dass hier die Quantität jeden Tag wächst. Und es stellt sich gebieterisch die Frage, ob das Sammlungsprogramm dieser Landesbibliothek vollständig oder gut ist. Ich würde meinen, man müsste sich in der Direktion überlegen, wie man die nötige Triage vornehmen kann, um Wertvolles von Unwichtigem zu scheiden. Früher oder später wird man das tun müssen. Das bedingt aber nicht primär eine Ausdehnung des Personalbestandes, sondern vor allem qualifiziertes Personal, das in der Lage ist, zielgerich- tete Arbeit zu leisten.
Eine zentrale Aufgabe besteht aber nicht darin, in sacheroti- scher Weise Bücher und elektronische Dokumente zu sam- meln, sondern es geht darum, diese Werke auch der Oeffent- lichkeit im Sinne eines modernen Informationszentrums zu- gänglich zu machen. Hier sind erste Anstrengungen gemacht worden. Aber es geht natürlich nicht an, dass man nach wie
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vor wertvollste Ausstellungen in den Korridoren plazieren muss, weil man keinen Ausstellungssaal hat. Wir haben dies- bezüglich gehofft, das Jubiläumsjahr würde dieser wichtigen Institution vielleicht gar einen Neubau bringen. Diese Zeit ist vorbei. Wir müssen also mit einem Umbau vorliebnehmen. Aber es ist notwendig, Herr Bundesrat, dass auch Mittel in bau- licher Hinsicht eingesetzt werden.
Man darf weiter darauf hinweisen, dass durch einen Glücksfall in der Landesbibliothek das Nationale Literaturarchiv entstan- den ist. Wenn Sie mit dem Ausland vergleichen, stehen wir be- scheiden da. Das Literaturarchiv Marbach des Landes Baden- Württemberg ist eine ganz bedeutsame Institution, die auch in der Lage ist, dank der Kooperation mit privaten Geldgebern aussergewöhnliche Leistungen zu erbringen. Es besteht nach wie vor die Gefahr, dass der Nachlass bedeutender schweize- rischer Dichter ins Ausland geht, weil Marbach nicht nur fähig ist, enorme Summen für solche Nachlässe auszugeben, son- dern auch in der Lage, Spezialisten bereitzustellen, um solche Nachlässe zu sichten.
Es war deshalb ein Glücksfall, dass Friedrich Dürrenmatt - oft kritisiert - sein eidgenössisches Herz entdeckte und seine Werke uns gegeben hat, allerdings nur dank massiver Sugge- stion seitens Bundesrat Cotti. Das muss man auch einmal sa- gen.
In dieser Beziehung ist das Literaturarchiv ausbaufähig, und es wird auch in bemerkenswerter Weise vorgestellt. Herr Feit- knecht, der Direktor dieses Archivs, hat jetzt wieder eine Vor- bereitung im Bereich des Nachlasses von Hermann Burger getroffen, der noch im Verlaufe dieser Session vorgestellt wer- den wird und es zweifellos auch verdient, in Erinnerung geru- fen zu werden.
Wir haben gewisse Probleme mit dem Verhältnis zwischen Zentralismus und Föderalismus. Es besteht kein Zweifel, dass Herr Direktor Jauslin eine Führungsrolle übernehmen muss, und er wird sie auch mit der nötigen Subtilität wahrnehmen. Ich bin etwas erstaunt - das muss ich Ihnen sagen -, dass die Vertreter der Bibliotheken der ETH und der Polytechnischen Schule in Lausanne, die in meiner Arbeitsgruppe waren, mit der Leaderfunktion der Landesbibliothek im Bereich der Da- tensysteme einverstanden waren und man uns jetzt mit einem Brief darauf aufmerksam macht, dass die lokalen Systeme nach wie vor führend sein könnten und man sich denen an- schliessen müsse.
Es handelt sich hier um eine technische Kooperation, bei der das neue System in der Landesbibliothek zweifellos moderner sein wird; womöglich können die anderen Systeme angepasst werden. Ich bitte Sie, ganz klar im Zeichen der Modernisierung vorzugehen und auch eine gewisse harte und klare Linie ein- zuschlagen; dies auch im Sinne unserer Finanzen, die wir nicht einfach vergeuden können.
Ich darf abschliessend zuhanden der Finanzkommissionen sagen, dass wir in einem harten Verteilkampf sind. Aber dieser Verteilkampf sollte nicht auf den Schultern der Kulturschaffen- den ausgetragen werden. Es sind relativ bescheidene Be- träge, die wir für Pro Helvetia, für Landesmuseen und Landes- bibliotheken aufwenden müssen. Hier sollten wir den Mut ha- ben, Akzente zu setzen im Sinne des schönen Wortes von Mat- thias Claudius: «Pflege deinen Leib, aber nicht so, als ob er deine Seele wäre.»
Frau Fehr: Die SVP-Fraktion hat mit Befriedigung vom Vorha- ben, die Schweizerische Landesbibliothek zu reorganisieren, Kenntnis genommen. Sie weiss sich notabene in bester Ge- sellschaft, denn nicht nur in der Kommission herrschte in die- ser Beziehung bekanntlich Uebereinstimmung, sondern auch die verschiedenen schweizerischen Bibliotheksverbände ha- ben sich diesbezüglich positiv geäussert.
Die Zeit ist tatsächlich an dieser Einrichtung vorbeigegangen. Ein Nachholbedarf drängt sich auf. Nebst der ausgewiesenen Sanierung kommt der Institution Landesbibliothek gerade in der heutigen Zeit besondere Bedeutung zu. Im Zeichen von Europa, im Zeichen einer Oeffnung der Schweiz fällt dieser Bi- bliothek die Rolle einer Klammerfunktion zu, denn sie widmet sich im besonderen Mass der Eigenart und der Eigenständig- keit unseres Landes. Dadurch ist diese Sanierung für die kultu-
relle und wissenschaftliche Politik der Schweiz von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit.
Zur Realisierung des Projektes sind verschiedene geplante Massnahmen unbestritten - siehe Ausbau der Dienstleistun gen oder die soeben erwähnte Koordination zwischen den Bi- bliotheken. Dafür werden zusätzlich Mittel und Personal benö- tigt, und das wird unumgänglich sein.
Stein des Anstosses ist bei dieser Vorlage - es wurde bereits gesagt - einzig der Bereich der Automatisierung, besser ge- sagt: die Strategie der Automatisierung. Hier haben diverse Bi- bliothekskreise massiven Widerstand angemeldet. Sie kritisie- ren das geplante Konzept, qualifizieren es als realitätsfern und widersprüchlich ab.
Die Opposition dieser Bibliothekskreise ist insofern verständ- lich, als sie um ihre eigenen EDV-Systeme bangen und bei ei- ner Neuorientierung zusätzliche Kosten und Mehraufwand be- fürchten. Eine einvernehmliche Lösung muss deshalb ange- strebt werden. Sie wird ohne Zweifel Opfer von allen Direktbe- troffenen verlangen.
Noch ein Wort zum Dépôt légal: Um der Landesbibliothek eine effizientere Arbeitsweise zu ermöglichen, wird die gesetzliche Einführung des Dépôt légal gefordert. Die SVP-Fraktion unter- stützt das Postulat. Auf diese Weise kann sorgfältig die Ko- sten-Nutzen-Rechnung einer solchen Einführung abge- schätzt werden.
Was die Gesetzesrevision betrifft, so wurde bekanntlich den veränderten Gegebenheiten voll Rechnung getragen. Ausser bei kleinen, kaum ins Gewicht fallenden Abänderungen hat die Kommission der Vorlage äusserst einvernehmlich zuge- stimmt; auch die SVP-Fraktion kann sich dieser einstimmigen Haltung anschliessen. Sie beantragt Unterstützung samt Zu- stimmung zu den beiden Kommissionspostulaten.
Kern: Die Schweizerische Landesbibliothek ist für unsere Kul- tur so wichtig, dass es für die Fraktion der Auto-Partei unver- ständlich ist, dass die Modernisierung erst jetzt in Angriff ge- nommen wird. Ich hatte Gelegenheit, die älteste Bibliothek in Europa zu besichtigen, diejenige in St. Gallen. Was dort wäh- rend Jahrhunderten in der Organisation gemacht wurde, äh- nelt dem sehr, was jetzt in der Landesbibliothek gemacht wird. Die Reorganisation muss daher unbedingt vorangetrieben werden.
Ich beantrage Ihnen, dem Geschäft möglichst ohne Gegen- stimme zuzustimmen.
Maeder: Bücher haben ihre Geschichte, Bibliotheken eben- falls. Die 1895 gegründete Schweizerische Landesbibliothek erschloss und vermittelte Helvetica, sämtliche Werke von Schweizern publiziert, sämtliche Werke über die Schweiz Sie war und blieb traditionell strukturiert bis auf den heutigen Tag. Man arbeitet noch mit Zettelkästen. Der Anschluss an die modernen Technologien hat nicht stattgefunden.
Trotzdem muss gesagt werden: Die Schweizerische Landes- bibliothek hat für unser Land eine grosse Bedeutung. Sie war bis in die Nachkriegszeit hinein eine der führenden Bibliothe- ken der Schweiz, unter anderem auch viele Jahre Zentrum des Ausbildungswesens und Sitz des Berufsverbandes, der Verei- nigung Schweizerischer Bibliothekare. Die Schweizerische Landesbibliothek leistete und leistet heute noch einen wichti- gen Beitrag zur überregionalen kulturellen Integration des Landes. Ihre Klammerfunktion in sprachpolitischer Hinsicht ist bedeutend. Sie ist im Bibliotheksbereich die einzige wirklich auf die Schweiz spezialisierte Institution. Leider hat sie ihre ein- stige Leitfunktion seit den siebziger Jahren wegen finanziel- len, personellen und konzeptionellen Problemen verloren.
Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung unseres Kollegen Müh- lemann hat im Herbst 1988 die Schweizerische Landesbiblio- thek unter die Lupe genommen. Das Resultat ihrer Untersu- chung in kurzen Worten: Eine Umstrukturierung zu einem modernen Informationszentrum mit allen personellen und fi- nanziellen Konsequenzen drängt sich auf, auch dem Ausbau des Gebäudes oder gar einem Neubau. Eine neu gestaltete Schweizerische Landesbibliothek, wie sie in der Botschaft be- gründet und skizziert wird, sollte auch im internationalen Ver- gleich bestehen können. Das Gesetz von 1911 ist zu starr.
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Schweizerische Landesbibliothek. Reorganisation
Die vorliegende Totalrevision trägt den veränderten Gegeben- heiten Rechnung und ist auf die neuen Anforderungen hin ausgerichtet.
Neue Medien- und Speichertechnologien verändern das Ver- walten, Vermitteln und Verteilen von Informationen grundle- gend. Neue Benutzungsformen und Arbeitstechniken erge- ben sich. Der Einsatz von Telekommunikationstechnik bringt verbesserte Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zwischen den Bibliotheken. Die Leitsätze und Forderungen im vorliegenden Gesetz sind völlig unbestritten. Bestritten hingegen sind die konkreten technischen Schritte, die zum Ziele führen. Es geht um die Wahl des richtigen EDV-Systems.
Bereits in der Botschaft wird auf Seite 23 über diese Problema- tik ausführlich berichtet. Es heisst da unter anderem: «Obwohl im Laufe der letzten Jahre im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bibliotheksnetzen bedeutende Anstrengungen unternommen worden sind .... , bleibt die Zu- sammenarbeit zwischen den wissenschaftlichen Bibliotheken ungenügend, weil verschiedene Systeme benutzt werden. Die Vielzahl und die Verschiedenheit der Informationssysteme ver- ringern die Möglichkeit der wissenschaftlichen Bibliotheken, optimale Leistungen anzubieten. Dieser Zustand bildet ein Hindernis für die Zusammenarbeit auf nationaler Ebene, so- wohl für die Benutzer bei der Konsultation der Kataloge als auch für den Austausch von Daten zwischen den Bibliothe- ken.»
Soll die ins Hintertreffen geratene Schweizerische Landesbi- bliothek mit ihrem neuen Direktor Jauslin, von Beruf Informati- ker, nun plötzlich die Führungsrolle übernehmen, noch bevor der Rückstand aufgeholt ist? Auf Seite 24 der Botschaft wird diese Frage mit folgenden Sätzen bejaht: «In diesem Zusam- menhang stellt sich die Frage nach der Funktion der Landesbi- bliothek in einem Globalkonzept auf nationaler Ebene. Es ist kaum zu bestreiten, dass die Landesbibliothek künftig eine Koordinationsaufgabe für die Gesamtheit der schweizeri- schen Bibliotheken übernehmen sollte. Aus diesem Grund ist die Wahl ihres Informatiksystems von grösster Bedeutung.»
Solche Töne mögen nun die Bibliothekare der Hochschulbi- bliotheken nicht. Sie haben seit Jahren ihre Institutionen à jour gehalten und sollen nun ans Gängelband der Schweizeri- schen Landesbibliothek kommen. Wer übernimmt künftig die Führungsrolle? «Systemstreit entzweit Hochschulbibliothe- ken und Landesbibliothek», so lautet in der «Bündner Zeitung» vom 2. Juni der Titel über einem längeren Artikel zum Thema. Die Kommission war sich der Problematik durchaus bewusst. Mit ihrem Postulat zur Automation der Schweizerischen Lan- desbibliothek versucht sie, den schwelenden Konflikt mit ei- nem Auftrag an den Bundesrat entschärfen zu helfen.
Ein zweites Postulat betrifft das in den meisten Ländern übli- che Dépôt légal. Seine Einführung würde der Schweizeri- schen Landesbibliothek grosse Dienste leisten.
Die LdU/EVP-Fraktion unterstützt sowohl die Gesetzesrevision als auch die beiden Postulate.
Frau Leemann: Ich bitte Sie im Namen der SP-Fraktion eben- falls, dieser Vorlage zuzustimmen. Ueber das Ziel und die Auf- gaben sind wir uns einig, und ich brauche hier nicht zu wieder- holen, was bereits ausgeführt worden ist. Ich möchte mich auf ein paar wenige Punkte beschränken.
Das Gebäude der Schweizerischen Landesbibliothek, 1931 eingeweiht, war damals ein weitbeachteter und diskutierter Meilenstein der modernen und funktionsorientierten Bau- weise. Es zeugte von einem ganz beträchtlichen Mut und der grosszügigen Voraussicht der politischen Behörden. Auf mich mindestens - vielleicht nicht auf alle - wirkt es heute noch, nach sechzig Jahren, unaufdringlich und angenehm, eher modern als veraltet. Deshalb empfinden wir es vielleicht als um so paradoxer, dass der Betrieb veraltet ist, wie Sie bereits ge- hört haben.
Dass das Parlament nicht ohne Schuld ist, wurde ebenfalls be- reits gesagt Ich möchte dies aber ganz bewusst wiederholen und betonen, auch im Hinblick auf andere aktuelle Vorlagen. Ich frage mich: Ist eine solche Stop-and-go-Politik sinnvoll, wenn die Bedeutung einer Institution und ihr Weiterbestehen nicht umstritten sind - oder mit anderen Worten -: Ist Sparen
sinnvoll, wenn einige Jahre später in einem grossen Schub um so mehr investiert werden muss?
Dies ist ja nicht nur wegen den notwenig werdenden Investitio- nen von Bedeutung, sondern auch in einem anderen Kontext. Der Bund hat während Jahren oder Jahrzehnten erlaubt, dass in den Hochschulen unterschiedliche Automatisierungssy- steme entwickelt worden sind. Wir stehen heute vor der unan- genehmen Situation, dass die in der Zukunft notwendige Zu- sammenführung oder Ueberführung in ein einheitliches Sy- stem nicht nur finanziell, sondern auch menschlich und poli- tisch beträchtliche Kosten verursacht. Wie sinnvoll ist ein sol- cher Föderalismus? Und was für Instrumente müssen wir ent- wickeln, um in ähnlichen Fällen früher und damit wirkungsvol- ler eingreifen zu können?
Eine dritte Bemerkung, sie gilt selbstverständlich nicht nur für die Landesbibliothek: Es ist unsere landläufige Ueberzeu- gung, dass das schwarz auf weiss Gedruckte getrost ins Ar- chiv getragen werden kann und dort der Nachwelt erhalten bleibt. Wir müssen aber zur Kenntnis nehmen - bei den stei- genden Kosten für Restaurierung und Konservierung -, dass auch solche Schriften zerfallen und dass gerade Schriften des letzten und auch unseres Jahrhunderts nach rund achtzig Jahren nur noch Staub sind. Es braucht aufwendige Behand- lungen, damit das Papier für vielleicht weitere hundert Jahre haltbar wird. Mit der Ewigkeit von solch Schwarz auf Weissem ist es nicht so weit her.
Bei den elektronischen Datenträgern existiert natürlich noch weniger Erfahrung. Aber ich zweifle nicht daran, dass auch an ihnen der Zahn der Zeit nagt. Abgesehen von einem allfälligen chemischen Zerfall gibt es bereits konkrete Erfahrungen. Wir wissen nämlich, dass Daten unbenützbar werden können, ganz einfach weil die notwendige Hard- und Software für ihre Benutzung fehlt. Das heisst nichts anderes, als dass eine Sammlung von solchen Werken gleichzeitig auch ein techni- sches Museum werden wird, mit Apparaten, die anderswo längst ausgedient haben und für die bald einmal weder Lehr- gänge noch Ersatzteile zu erhalten sein werden.
Wir können uns also vorstellen, dass mit der Zeit allein die Sammeltätigkeit und die Erhaltung der Benützbarkeit zu einer gigantischen Aufgabe werden.
Aber wir können diese Frage natürlich auch der nächsten Generation überlassen. Die kann ja dann entscheiden, was von allem sie weiterpflegen will. Ich habe diese Bemerkung nicht zuletzt deshalb gemacht, weil ich glaube, dass wir uns auch bei Technologien mit langfristigen Risiken gelegentlich an solch triviale Realitäten der Vergänglichkeit erinnern sollten.
Noch zu einigen konkreten Punkten im Gesetz: Dass wir das Dépôt légal nicht kennen, ist unbefriedigend. Wir akzeptieren im Moment, dass eine verfassungsmässige Grundlage not- wendig ist und dass wir uns deshalb auf das Postulat be- schränken müssen. Der Text in Artikel 3 ist also wohl das Be- ste, was im Moment möglich ist
Zu Artikel 4bis. Dass die Benutzerfreundlichkeit der Bibliothek im herkömmlichen Sinne gewahrt werden soll, daran liegt uns sehr viel. Es soll nicht dazu kommen, dass in Zukunft nur noch diejenigen Leute Zugang zu einer Bibliothek haben, die zu Hause über einen Computerterminal verfügen.
Zum kontroversen Punkt, zum Aufbau eines gesamtschweize- risch funktionierenden Automatisierungsnetzes: Auf dieses Ziel legt die SP recht grossen Wert, auch wenn wir uns Re- chenschaft geben, dass es nur längerfristig zu verwirklichen ist. Wir bedauern, dass es zu einer Kontroverse zwischen Lan- desbibliothek/Verwaltung auf der einen Seite und den Hoch- schulen andererseits kommen musste.
Es wurden in der Kommission nicht sämtliche Zweifel an dem jetzt bestehenden Konzept ausgeräumt. Wie bereits gesagt, haben die föderalistischen Blumen ja während Jahren ge- blüht, und wenn sie nun auf einen Schlag beseitigt werden sol- len, braucht man sich nicht zu wundern, dass die Emotionen hochgehen.
Andererseits sind die Evaluation und die Auswahl von EDV- Systemen selbstverständlich nicht die Aufgabe einer national- ratlichen Kommission. Die Kommission wäre nicht in der Lage gewesen, einen Entscheid zu treffen. Sie wird sich aber weiter
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N
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orientieren lassen und möchte dazu beitragen, dass koopera- tiv nach einer Lösung gesucht wird. Das Postulat der Kommis- sion soll ja auch in diesem Sinne den Bundesrat zur kooperati- ven Lösung auffordern. Wenn es längerfristig den Druck durch den Bund auf die Hochschulkantone braucht, um die Ueber- führung in ein einheitliches System möglich zu machen, dann ist Druck durchaus angemessen. Aber es soll nicht schnell und zwangsweise eine nicht in jeder Beziehung überzeu- gende Lösung übergestülpt werden. Der vorgeschlagene Ge- setzestext in Artikel 9 ist flexibel genug, so dass kein Grund be- steht, wegen dieser noch nicht ausgeräumten Kontroverse das Gesetz abzulehnen oder aufzuschieben.
Ich bitte Sie deshalb, den Anträgen der Kommission zuzustim- men.
Präsident: Die liberale Fraktion lässt mitteilen, dass sie die An- träge der Kommission unterstützt Sie wird dem Gesetz und den beiden Postulaten zustimmen. Das gleiche gilt für die Fraktion der Schweizer Demokraten und der Lega dei Ticinesi.
M. Cotti, conseiller fédéral: Comme le message n'a pas été contesté, je me contenterai de vous donner quelques indica- tions sur le passé, le présent et, si possible, le futur de la Biblio- thèque nationale, non sans remarquer d'emblée qu'il est ré- jouissant de constater que le Conseil national se penche pen- dant une heure et 10 minutes sur son sort. Il n'y a pas de doute qu'elle a fait trop peu l'objet des soins de la politique au cours des décennies passées. Lorsqu'on me dit qu'on y traite en- core aujourd'hui près de 13 millions de notices bibliographi- ques à la main, on n'a plus de quoi s'étonner du retard - vous l'avez évoqué à différentes reprises au cours de cette discus- sion - que la Bibliothèque nationale a accumulé au cours des années. J'ajoute qu'il n'en a pas toujours été ainsi. C'est en cours de route qu'elle a manqué le train. Dès le début, elle avait été un centre bibliothécaire important en Suisse, bien sûr pas comparable aux grandes bibliothèques nationales des pays qui nous entourent, mais cela n'était pas non plus l'ob- jectif dans un pays fédéraliste comme le nôtre. Elle a manqué le train plus tard. Nous allons donc éviter aujourd'hui de nous pencher sur les raisons de ce retard.
Ce que l'on peut dire en revanche, c'est qu'on est en train maintenant d'essayer de rattraper les étapes. Comme tou- jours, il faut tout de même des conditions de base afin que le temps perdu puisse être rattrapé. Puis-je me permettre d'en évoquer quelques conditions qui ont été remplies au cours de ces dernières années? D'une part, on a finalement rattaché la Bibliothèque nationale à l'Office fédéral de la culture. Qu'on le veuille ou non, elle reste actuellement un des piliers parmi les rares de la présence culturelle de la Confédération dans l'at- tente du nouvel article sur la culture. La Bibliothèque nationale a donc été rattachée à sa racine logique et naturelle qui est l'Office fédéral de la culture. D'autre part - je me permets cette affirmation en vous priant de pardonner éventuellement la re- lation avec ce que l'on appelle «le style de conduite» (le «Füh- rungsstil») - le fait d'avoir un nouveau directeur qui assume sa fonction avec une vision vers l'avenir, ce qui est une condition indispensable. Ensuite, la volonté politique de se pencher sur une nouvelle conception de la Bibliothèque nationale et sur les réorganisations qu'elle nécessite va dans le même sens.
Je témoigne de la reconnaissance du Conseil fédéral aux re- présentants des différents groupements qui se sont penchés sur cette nouvelle conception et sur la réorganisation. Je tiens en particulier à souligner ici le travail important que le groupe présidé par M. Mühlemann, conseiller national, a effectué il y a environ deux ans.
Voilà les prémices de cette renaissance de la Bibliothèque na- tionale. Les objectifs ont été décrits plusieurs fois à cette tri- bune, notamment par les rapporteurs que je remercie. Je tiens encore une fois à souligner le rôle et la fonction relatifs à la conservation et à la mise à disposition du patrimoine écrit et des nouveaux supports d'information, mais en même temps à une certaine coordination qui doit se développer au niveau na- tional et surtout à la nécessité d'une liaison plus forte entre les partenaires au niveau international et, en particulier bien en- tendu, au niveau européen. Ces finalités ne peuvent pas être
atteintes sans une modification des bases légales. C'est le tra- vail auquel vous vous adonnez aujourd'hui.
Pour terminer, je signale ce qui a été rappelé par plusieurs d'entre-vous, c'est-à-dire les effets de l'informatisation sur ce qui existe déjà actuellement au niveau national. Nous savons que si la Bibliothèque nationale a joué un peu le rôle de la «Belle au bois dormant», d'autres, dans ce pays, n'ont pas dormi ces derniers temps. Un travail important a été réalisé, par exemple dans les universités cantonales. J'ajoute qu'il est tout de même frappant de constater que celui-ci a été effectué sans trop de coordination, car nous savons que, même à cet échelon, différents systèmes se sont juxtaposés. Je me rap- pelle, lorsqu'il y a quelque temps une académie cantonale avait présenté une demande de subvention fédérale pour un système déterminé et que, par souci de coordination, nous l'avions rejetée, quelles avaient été les réactions. Il y a donc ceux qui n'ont pas dormi mais qui ont, hélas, différencié leurs structures, ce qui ne facilitera pas la tâche au moment de la re- cherche de la coordination.
Ce qui est certain - je tiens à le préciser au nom du Conseil fé- déral, en particulier à l'intention de M. Maeder, de Mmes Fehr et Leemann qui ont soulevé ce problème - c'est que l'exi- gence d'une coordination est tout à fait ressentie. Il ne saurait en aucun cas être question d'un «Diktat» provenant de la Confédération. Le dialogue est absolument nécessaire. Hier encore, je me suis entretenu avec M. le directeur Defago. Je sais qu'il va rencontrer les principaux intéressés encore avant l'été. Mais, sur la base de cette philosophie du dialogue, il faut tout de même arriver à une solution qui permette dans le futur d'éviter, si possible, la dispersion navrante qui s'est manifes- tée dans le passé.
La Bibliothèque nationale devra jouer un rôle accru dans un pays qui chante quotidiennement les louanges de sa multi- culture et de son multilinguisme. Son rôle dans la culture suisse doit être conforme à celui qu'une bibliothèque d'un pays se doit de réaliser. Vous allez aujourd'hui poser les jalons essentiels pour que ce rôle puisse être assumé face à un tra- vail accru, mais bien ciblé.
Je vous remercie donc de votre appui unanime au message. Pour terminer, j'ajoute que le Conseil fédéral est tout à fait d'ac- cord avec les modifications proposées par la commission aux différents articles. Je n'y reviendrai plus. En outre, il accepte également les deux postulats de la commission.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre et préambule, art. 1 Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 2 Antrag der Kommission Abs. 1
Die Landesbibliothek hat zur Aufgabe, Druckwerke und an- dere, nicht auf Papier festgehaltene Informationsträger, die ei- nen Bezug zur Schweiz haben, zu sammeln, ....
Abs. 2, 3
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 2 Proposition de la commission
Al. 1
.... et de faire connaître les informations imprimées ou stockées sur d'autres supports que le papier, ayant un lien avec la Suisse.
Schweizerische Landesbibliothek. Reorganisation
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Al. 2, 3 Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 3
Antrag der Kommission Abs. 1
Die Landesbibliothek sammelt die Druckwerke und die ande- ren, nicht auf Papier vervielfältigten Informationsträger, ... Abs. 2 Sie hat jedoch nicht die Aufgabe, Druckwerke oder andere In- formationsträger zu sammeln, die nur für ... Abs. 3
Der Bundesrat umschreibt die Art der Druckwerke und ande- rer Informationsträger, .... Abs. 4
Die Landesbibliothek arbeitet bei der Erfüllung des Sammel- auftrages mit den Verbänden der Verleger und der Hersteller von Druckwerken und anderer Informationsträger zusammen. Sie schliesst nach Möglichkeit Vereinbarungen mit diesen Ver- bänden ab, mit denen der Erwerb aller Werke gemäss den Ab- sätzen 1 und 3 sichergestellt werden soll.
Art. 3 Proposition de la commission
Al. 1
La Bibliothèque nationale collectionne les informations impri- mées ou stockées sur d'autres supports que le papier, produi- tes en plusieurs exemplaires, .... Al. 2
Elle n'a pas le devoir de collectionner les informations impri- mées ou stockées sur d'autres supports que le papier, qui s'adressent Al. 3
Le Conseil fédéral fixe la nature des informations imprimées ou stockées sur d'autres supports que le papier, qu'elle doit collectionner. Al. 4
Dans l'accomplissement de son mandat de collectionner, la Bibliothèque nationale travaille en collaboration avec les asso- ciations d'éditeurs et de producteurs d'informations impri- mées ou stockées sur d'autres supports que le papier. Elle conclut si possible avec ces associations des accords par les- quels l'acquisition de tous les ouvrages visés aux alinéas 1 et 3 est garantie.
Angenommen - Adopté
Art. 4 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 4bis (neu) Antrag der Kommission Titel Zugang zu den Sammlungen Wortlaut Die Landesbibliothek ermöglicht ihrem Publikum einen be- nutzerfreundlichen Zugang zu ihren Sammlungen, nament- lich zu den Lesesälen und auf dem Wege der Ausleihe.
Art. 4bis (nouveau) Proposition de la commission Titre Accès aux collections
Texte
La Bibliothèque nationale facilite au public l'accès à ses collec- tions, notamment aux salles de lecture ainsi que par la voie du prêt
Angenommen - Adopté
Art. 5-8 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil federal
Angenommen - Adopté
Art. 9 Antrag der Kommission Abs. 1, 2
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Abs. 3
Sie stellt in enger Zusammenarbeit mit den grossen öffentli- chen Bibliotheken die Koordination sicher, namentlich im Be- reich der Bibliotheksautomatisierung.
Art. 9
Proposition de la commission Al. 1, 2
Adhérer au projet du Conseil fédéral AI. 3
En étroite collaboration avec les grandes bibliothèques publi- ques, elle assure la coordination, en particulier dans le do- maine de l'automatisation des bibliothèques.
Angenommen - Adopté
Art. 10, 11 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Art. 12 Antrag der Kommission Abs. 1
Der Bund kann ausnahmsweise Institutionen auf ihr Ersuchen übernehmen und der Landesbibliothek angliedern, welche bedeutende Sammlungen von Druckwerken oder anderen In- formationsträgern besitzen, die unter den Sammelauftrag von Artikel 3 Absätze 1 bis 3 fallen.
Abs. 2
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 12
Proposition de la commission Al. 1
La Confédération peut exceptionnellement reprendre et ratta- cher à la Bibliothèque nationale, sur leur demande, les institu- tions qui possèdent d'importantes collections d'information imprimées ou stockées sur d'autres supports que le papier, re- pondant au mandat énoncé à l'article 3, alinéas 1 à 3. Al. 2 Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 13-16 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 105 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
18-N
N 4 juin 1992
820
Soutien de la flotte maritime suisse
Ad 92.022
Postulat der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur Automation der Schweizerischen Landesbibliothek. Koordination Postulat de la Commission de la science, de l'éducation et de la culture Automatisation de la Bibliothèque nationale. Coordination
Wortlaut des Postulates vom 13. April 1992
Der Bundesrat wird beauftragt, bei der Einführung des neuen Automationsmodells für die Schweizerische Landesbibliothek eine Koordination mit den übrigen Bibliotheken unseres Lan- des sicherzustellen. Beim Einführen des neuen Modells sollen einerseits die internationalen Normen berücksichtigt, anderer- seits soll nach Möglichkeit die Kompatibilität mit den in den übrigen Bibliotheken angewandten Systemen ermöglicht wer- den.
Texte du postulat du 13 avril 1992
Lors de l'introduction du nouveau modèle d'automatisation de la Bibliothèque nationale, le Conseil fédéral est chargé d'assu- rer la coordination avec les autres bibliothèques du pays. D'une part, il y aura lieu de tenir compte des normes internatio- nales; d'autre part, il faudra autant que possible promouvoir la compatibilité avec les systèmes utilisés par les autres biblio- thèques.
Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort
Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 27. Mai 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 27 mai 1992 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat. Ueberwiesen - Transmis
Ad 92.022
Postulat der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur «Dépôt légal». Rechtliche Voraussetzungen Postulat de la Commission de la science, de l'éducation et de la culture «Dépôt légal». Dispositions légales
Wortlaut des Postulates vom 13. April 1992 Der Bundesrat soll prüfen, welche rechtlichen Voraussetzun gen zu schaffen sind, um die Einführung des Dépôt légal, der Pflichtexemplare-Ablieferung, zu ermöglichen.
Texte du postulat du 13 avril 1992 Le Conseil fédéral est invité à examiner quelles dispositions lé- gales devraient être créées afin de permettre l'introduction du «dépôt légal».
Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.
Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 27. Mai 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 27 mai 1992 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat
Ueberwiesen - Transmis
91.072
Förderung der schweizerischen Hochseeflotte Soutien de la flotte maritime suisse
Botschaft und Beschlussentwurf vom 6. November 1991 (BBI 1992 | 1) Message et projet d'arrêté du 6 novembre 1991 (FF 1992 | 1) Beschluss des Ständerates vom 11. März 1992 Décision du Conseil des Etats du 11 mars 1992 Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
Herr Wanner unterbreitet im Namen der Kommission den fol- genden schriftlichen Bericht:
Die Schweizer Hochseeflotte wurde während des Zweiten Weltkriegs zur Sicherstellung lebenswichtiger Einfuhren aus Uebersee geschaffen. Nach dem Krieg zog sich der Bund aus der kommerziellen Schiffahrt zurück und förderte aus sicher- heitspolitischen Gründen den Schiffsbestand durch Gewäh- rung eigener Darlehen und später durch Verbürgung von Schiffsdarlehen.
Der Bund musste bisher noch nie sein Bürgschaftsverspre- chen einlösen. Die verbürgten Schiffshypothekardarlehen wurden von den Schuldnern stets korrekt amortisiert, und die noch offenen Kredite gelten derzeit als nicht gefährdet. Für den Bund sind damit keine effektiven Kosten entstanden. Der Bundesrat beantragt einen weiteren Bürgschafts-Rah- menkredit im Umfang von 350 Millionen Franken für eine Lauf- zeit von zehn Jahren. Die Bürgschaftsbedingungen sollen fle- xibler gestaltet werden, damit die Zinsen gesenkt und notwen- dige Anreize für Neu- und Reinvestitionen geschaffen werden können. Mit diesen Massnahmen sollte die schweizerische Hochseeflotte in ihrem Bestand und in ihrer Zusammenset- zung einen Standard erreichen, der es ihr erlaubt, die Versor- gung unseres Landes mit lebensnotwendigen Rohstoffen in Krisenlagen sicherzustellen.
M. Wanner présente au nom de la commission le rapport écrit suivant:
La flotte maritime suisse a été créée pendant la seconde guerre mondiale, pour assurer les importations d'importance vitale en provenance d'outre-mer. Après la guerre, la Confédé- ration a cessé l'exploitation de la flotte marchande et, pour des motifs relevant de la politique de sécurité, elle a encouragé l'ef- fectif des navires, d'abord en octroyant elle-même des prêts, puis en cautionnant des prêts destinés à l'acquisition de navi- res.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Schweizerische Landesbibliothek. Reorganisation Bibliothèque nationale suisse. Réorganisation
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1992
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
05
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.022
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
04.06.1992 - 08:00
Date
Data
Seite
812-820
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Pagina
Ref. No
20 021 226
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