1211
Postulat Gross Andreas
wendungsmöglichkeiten zu wählen, die für die betroffenen Staaten einen optimalen Nutzen bringen und gleichzeitig den Geberländern die Möglichkeit einzuräumen, den Einsatz der Gelder zu begleiten.
Die Schweiz verfügt über hervorragende Nuklearfachleute, die angesichts der Situation in unserem Land aber sukzessive ab- wandern. Es liegt nahe, diese im Rahmen der Osteuropahilfe zur Ueberprüfung und eventuell Sanierung der dortigen Kern- kraftwerke einzusetzen. Damit könnte folgendes erreicht werden:
Verringerung der Gefahr eines weiteren Kernkraftwerkun- falls in Osteuropa,
Verbesserung der Energieversorgung der osteuropäischen Länder,
Sinnvoller Einsatz der Osteuropahilfe,
Kontrolle über den Einsatz der Gelder,
Gute aussenpolitische Initiative der Schweiz,
Demonstration schweizerischer Kompetenz im Nuklearbe- reich,
Bremsung der Abwanderung schweizerischer Nuklearfach- leute.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 6. Mai 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 6 mai 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
92.3040
Postulat Haering Binder Gesundheitsschäden durch Nahrungsmittel, die mit Mikrowellen erhitzt worden sind
Nocivité de la cuisine au four à micro-ondes
Wortlaut des Postulates vom 31. Januar 1992 Der Bundesrat wird aufgefordert, eine Studie in Auftrag zu ge- ben, welche eine umfassende Klärung möglicher Gesund- heitsschäden durch Nahrungsmittel, welche mit Mikrowellen erhitzt worden sind, zum Ziele hat.
Texte du postulat du 31 janvier 1992 Le Conseil fédéral est prié de faire réaliser une étude visant à déterminer tous les aspects de la nocivité potentielle des ali- ments chauffés au four à micro-ondes.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Bodenmann, Bühlmann, Danuser, Diener, Fankhauser, Gross Andreas, Hafner Ursula, Hämmerle, Hollenstein, Jöri, Leemann, Leuen- berger Ernst, Mauch Ursula, Misteli, Steiger, Strahm Rudolf, Tschäppät Alexander, Thür, Züger (20)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Ergebnisse einer Studie der ETH Lausanne belegen, dass Ge- sundheitsschäden durch Nahrungsmittel, welche mit Mikro- wellen erhitzt worden sind, entgegen bisheriger Auffassung nicht ausgeschlossen werden können. Dieser Umstand hat in der Bevölkerung zu Verunsicherungen und Befürchtungen geführt.
Nach Aussage der Forschenden sind die Ergebnisse dieser Studie erst als vorläufig zu bezeichnen. Weitere Untersuchun- gen sind somit dringend, um die notwendigen Grundlagen im Hinblick auf allenfalls notwendige Massnahmen zu liefern.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 29. April 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 29 avril 1992
In den letzten Jahren ist die Bevölkerung wiederholt durch Be- hauptungen und Vermutungen über die Sicherheit von Mikro- wellenkochgeräten und der darin zubereiteten Speisen verun- sichert worden.
Das Bundesamt für Gesundheitswesen hat aus diesem Grunde einen ausführlichen Bericht erarbeitet und im März dieses Jahres publiziert (BAG-Bulletin Nr. 92/10). Diese Arbeit stützt sich auf gründliche wissenschaftliche Abklärungen, wel- che auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aner- kannt werden. Diese Studien gelangen alle zum selben ein- deutigen Schluss, dass der sachgemässe Gebrauch von Mi- krowellenkochgeräten und der Genuss von darin zubereiteter Nahrung ungefährlich sind.
Bei der von der Postulantin erwähnten Studie (im «Journal Franz Weber» Nr. 19, Januar 1992) handelt es nicht um eine Studie der ETH Lausanne, sondern um eine Arbeit, für welche die betreffenden Autoren auf individueller Basis verantwortlich zeichnen. Die ETH Lausanne erachtet die Schlussfolgerungen aus der Studie als wissenschaftlich nicht abgestützte persönli- che Hypothesen der Autoren (Pressemitteilung der ETH Lau- sanne vom 24. Januar 1992). Co-Autor Professor Blanc, wis- senschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Lausanne, hat sich sel- ber öffentlich von den im «Journal Franz Weber» publizierten Schlussfolgerungen distanziert (Erklärung vom 27. Januar 1992).
Da die Unbedenklichkeit des sachgemässen Gebrauchs von Mikrowellenkochgeräten in verschiedenen international aner- kannten Studien wiederholt bestätigt wurde, besteht kein An- lass, erneut Studien dieses Inhaltes in Auftrag zu geben.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzuschreiben.
Abgeschrieben - Classé
92.3131
Postulat Gross Andreas Wahrnehmung der Persönlichkeitsrechte im Berufssport Sauvegarde des droits de la personnalité dans le sport professionnel
Wortlaut des Postulates vom 20. März 1992
Der Bundesrat wird gebeten, die heute im Berufssport von Ver- bänden und Vereinen in Anspruch genommene Rechtspre- chungsautonomie im Hinblick auf ihre Auswirkungen für die Persönlichkeitsrechte betroffener Sportler zu überprüfen. Ebenso sollte geprüft werden, welche Massnahmen sich auf- drängen, um den allgemein gültigen Vorschriften des Arbeits- und Vertragsrechts sowie den verfassungsmässig verbürgten Freiheitsrechten auch in diesem Bereich Nachachtung zu ver- schaffen. Dabei ist das Augenmerk vor allem jenen hochpro- fessionalisierten Sportarten zu widmen, wo Transfers eine grosse Bedeutung haben.
Texte du postulat du 20 mars 1992
Le Conseil fédéral est prié d'examiner le droit que s'arrogent fédérations et associations de disposer à leur guise des spor- tifs professionnels, en violation des droits de la personnalité. En outre, il devrait étudier les mesures qui s'imposent afin que
67-N
Postulat Comby
1212
N
19 juin 1992
soient respectées, ici comme ailleurs, les dispositions généra- les en matière de droit du travail et de droit des contrats ainsi que les libertés fondamentales inscrites dans la constitution. Ses efforts devraient se concentrer essentiellement sur les sports qui connaissent un professionnalisme très poussé et où les transferts jouent un rôle important
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Béguelin, Brügger Cyrill, Bundi, Eggenberger, Fankhauser, von Felten, Haering Binder, Hafner Ursula, Jöri, Ruffy, Steiger, Vollmer, Züger (14)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 13. Mai 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 13 mai 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
92.3143 Postulat Aregger Schweizerische Sportmittelschule Davos Ecole suisse de sport de Davos
Wortlaut des Postulates vom 20. März 1992
Der Bundesrat wird eingeladen, bei der durch die Rückwei- sung des Geschäftes 91.046 (Finanzhilfe an Anlagen für sport- liche Ausbildung) notwendig gewordenen Ueberprüfung des Finanzbedarfes einer Starthilfe für die Gründung einer schwei- zerischen Sportmittelschule in Davos erste Priorität einzu- räumen.
Texte du postulat du 20 mars 1992 L'objet 91.046 (Installations destinées à la formation sportive. Aide financière) ayant été renvoyé, le Conseil fédéral est invité à examiner en toute priorité l'octroi d'une aide initiale en faveur de la création d'une école suisse de sport à Davos.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bezzola, Columberg, Eggly, Engler, Heberlein, Hegetschweiler, Jaeger, Reimann Maximi- lian, Schmidhalter, Steinegger, Vetterli, Wyss (12)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Bedeutung des Sportes für die physische und psychische Gesundheit des Menschen ist unbestritten. Grundlage ist und bleibt der Breitensport, der aber von Erfolgen im Leistungs- sport sehr abhängig ist. Der Leistungssport erfüllt eine Leit- funktion, die gerade bei Jugendlichen sehr motivierend wirkt Unsere Gesellschaft, in der auch die Bildung einen sehr hohen Stellenwert besitzt, ist zur Schaffung von Voraussetzungen für die gleichzeitige Förderung von Schulbildung und Leistungs- sport verpflichtet
Das Projekt einer schweizerischen Sportmittelschule Davos ist dem Bundesrat bekannt. Es entspricht den gewünschten Vor- aussetzungen in idealer Weise. Die Landschaft Davos und der Kanton Graubünden sind bereit, erhebliche Leistungen für die Schaffung einer Sportmittelschule zu erbringen. Im sportli- chen Bereich wird die Zusammenarbeit mit dem SLS, dem NKES und den Sportverbänden gesucht. Es ist nun angezeigt, dass das Projekt auch vom Bund im Rahmen seiner Sportför- derung im Investitionsbereich und bei der Anerkennung der Lehrgänge unterstützt wird.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 13. Mai 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 13 mai 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
92.3148 Postulat Comby Massnahmen gegen die Neue Armut Mesures concrètes contre la paupérisation en Suisse
Wortlaut des Postulates vom 20. März 1992
Mehrere Untersuchungen in verschiedenen Schweizer Kanto- nen über die Neue Armut haben gezeigt, dass zahlreiche Men- schen in unserem Land in prekären Verhältnissen, ja in Armut leben. Betroffen sind besonders drei Personengruppen: Junge, alleinerziehende Frauen und Betagte.
Einzelne Kantone und Gemeinden haben bereits reagiert und entsprechende Massnahmen zur wirksamen Bekämpfung dieser Verarmungstendenzen ergriffen. Auch auf Bundes- ebene darf man nicht zuwarten, bis die Ergebnisse der in An- griff genommenen neuen gesamtschweizerischen Untersu- chungen vorliegen. Im Gegenteil ist es dringend notwendig, schon jetzt zum Schutz der menschlichen Würde konkrete, ge- zielte Massnahmen zur Unterstützung von Einzelpersonen und Familien in Not zu beschliessen.
Deshalb schlagen wir dem Bundesrat vor, die folgenden zwei konkreten Massnahmen zu prüfen:
Der Betrag, der in Artikel 4 des Bundesbeschlusses vom 13. Dezember 1991 über befristete Massnahmen gegen die Entsolidarisierung in der Krankenversicherung vorgesehen ist, ist ungenügend. Zur Lösung der in den erwähnten Unter- suchungen aufgezeigten Probleme muss er unbedingt merk- lich erhöht werden.
Wir ersuchen den Bundesrat, eine Aenderung der Gesetzge- bung im Bereich der Krankenversicherung und der Ergän- zungsleistungen zur AHV und IV im Sinne unseres Postulates ins Auge zu fassen.
Texte du postulat du 20 mars 1992
Plusieurs études réalisées dans divers cantons suisses sur les «nouvelles pauvretés» ont démontré que de nombreuses per- sonnes dans notre pays vivent dans des situations critiques de précarité, voire de pauvreté. Trois catégories de personnes sont particulièrement touchées. Il s'agit des jeunes, des fem- mes seules ayant charge de famille et des personnes âgées. Des cantons et des communes ont déjà réagi en prenant des mesures appropriées afin de lutter efficacement contre ce phénomène de paupérisation. Il ne faut pas attendre les résul- tats des nouvelles études entreprises au niveau suisse avant d'agir sur le plan fédéral. En effet, il y a urgence à adopter des mesures concrètes, de manière ciblée, dans le but d'apporter une aide aux individus et aux familles qui sont dans le besoin, dans le respect de la dignité humaine.
C'est pourquoi nous proposons au Conseil fédéral d'étudier la possibilité d'adopter les deux mesures concrètes suivantes:
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Gross Andreas Wahrnehmung der Persönlichkeitsrechte im Berufssport Postulat Gross Andreas Sauvegarde des droits de la personnalité dans le sport professionnel
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1992
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
92.3131
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 19.06.1992 - 08:00
Date
Data
Seite
1211-1212
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