Interpellation Spielmann
1257
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Bühlmann, Diener, Gardiol, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Hollenstein, Meier Hans, Misteli, Rebeaud, Weder Hansjürg (11)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. Mai 1992
Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 mai 1992
Eine Risikoforschung bedingt umfangreiche, mehrjährige Projekte, die nur in Angriff genommen werden können, wenn die mutmasslichen Risiken präzis umrissen und in entspre- chende Arbeitshypothesen formuliert werden können. Die möglichen biologischen Risiken, die der Versuch in Changins beinhalten könnte, wurden aufgrund der bestehenden wis- senschaftlichen Erkenntnisse durch die Interdisziplinäre Schweizerische Kommission für Biologische Sicherheit in For- schung und Technik (SKBS) beurteilt. Die Kommission hat im Februar 1992, wie bereits zuvor im Jahre 1991, festgestellt, dass die Durchführung des in Changins geplanten Versuches keine untragbaren Risiken beinhaltet.
Die Möglichkeit, dass sich andere Kartoffelviren durch hete- rologe Entkapsidierung in das Hüllprotein des Y-Virus, das in den transgenen Kartoffeln entsteht, einkapseln könnten, wird für den in Changins zur Pflanzung vorgesehenen Kartoffelklon geprüft. Derartige Viren wurden bisher nicht festgestellt. Mischungen von Kartoffelviren oder Kreuzungen von Virus- Genomen, mit unterschiedlicher Schadwirkung, können un- abhängig von der geplanten Versuchstätigkeit stattfinden.
Die Fragestellung der Interpellantin lässt vermuten, dass die Trägerschaft eines Freisetzungsversuches zum voraus den Beweis erbringen soll, dass keine Gefahr entstehen wird. Dies entspricht aber der bereits üblichen Praxis. Soll damit aber gesagt werden, dass das Fehlen sämtlicher Risiken nachgewiesen werden soll, bedeutet dies ein faktisches Ver- bot sämtlicher Versuche, da es einen Versuch ohne jedes Ri- siko nicht geben kann. Anderseits kann der Vorschlag der In- terpellantin als Anregung für eine Anpassung des Haftpflicht- rechtes verstanden werden. Die Trägerschaft eines Versuches müsste dann bei an sie gerichteten Schadenersatzforderun- gen nachweisen, dass der geltend gemachte Schaden nicht von ihrem Versuch her rührt. Dies widerspricht grundsätzlich den heute geltenden haftpflichtrechtlichen Regelungen und kann nicht in singulärer Form festgelegt werden.
Die Beurteilung der Fragen betreffend die biologische Si- cherheit und die Sicherheitsmassnahmen bei der Planung des Versuches in Changins wurde durch die SKBS wahrge- nommen. Sie stützte sich dabei insbesondere auf eine Gruppe von Forschern, die in verschiedenen Instituten des Bundes und an Universitäten tätig sind.
Die Bewilligung zur Erneuerung des Freisetzungsversu- ches mit gentechnisch veränderten Kartoffeln in Changins wird, wie im Jahre 1991, aufgrund der Tatsache, dass dieses Projekt als Teil einer innerhalb der Bundesverwaltung betrie- benen Forschung gilt, erteilt.
Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt und beantragt Diskussion.
Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
58 Stimmen 70 Stimmen
92.3045
Interpellation Spielmann Nachtarbeit für Frauen und Arbeitsgesetz Travail de nuit des femmes et loi sur le travail
Wortlaut der Interpellation vom 2. März 1992
Nach der Aufkündigung des Uebereinkommens mit der Inter- nationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Nachtarbeit der Frauen im Gewerbe hat der Bundesrat die Ansicht vertreten, dass sich zum besseren Schutz der Arbeitnehmerinnen, die in unserem Land Nachtarbeit leisten, eine Revision des Arbeits- gesetzes aufdrängt.
Die Bewilligung, welche der Kanton Solothurn der Uhrenfirma ETA ausgestellt hat, widerspricht nun aber der Zusicherung des Bundesrates und verletzt eindeutig die Prinzipien unseres Rechtsstaates.
Ich fordere den Bundesrat auf, seiner Zusicherung treu zu blei- ben und die vom Kanton Solothurn ausgestellte Bewilligung aufzuheben.
Texte de l'interpellation du 2 mars 1992
Après la dénonciation par le gouvernement suisse de la convention de l'Organisation internationale du travail (OIT), le Conseil fédéral a estimé qu'une révision de la loi sur le travail s'imposait pour protéger davantage les travailleuses noctur- nes avant l'introduction du travail de nuit des femmes dans no- tre pays.
L'autorisation délivrée par le canton de Soleure à l'entreprise horlogère ETA ne respecte pas les engagements pris par le Conseil fédéral et constitue en fait une violation des principes régissant notre état de droit.
Je demande au Conseil fédéral d'être fidèle à ses engage- ments en suspendant l'autorisation délivrée par le canton de Soleure.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Zisyadis (1)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 29. April 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 29 avril 1992
Le Conseil fédéral réitère son engagement à ne traduire dans le droit national les effets de la dénonciation de la convention No 89 de l'OIT sur le travail de nuit des femmes qu'au moment de l'entrée en vigueur de la révision de la loi sur le travail. Celle-ci devra améliorer la protection des personnes des deux sexes occupées la nuit.
Dès la décision de dénoncer la convention prise, l'OFIAMT en a informé tous les cantons et leur a demandé de respecter l'interdiction du travail de nuit des femmes toujours en vigueur et de maintenir la pratique actuelle.
En ce qui concerne l'autorisation délivrée à ETA SA, l'OFIAMT a attiré l'attention des autorités soleuroises sur la situation juri- dique et les a invitées à retirer l'autorisation.
Entre-temps, le Département de l'économie publique du can- ton de Soleure a accepté un recours déposé par la Fédération des travailleurs de la métallurgie et de l'horlogerie et a annulé l'autorisation, dans la mesure où elle concerne le travail de nuit des femmes. Cette décision satisfait à la demande de l'inter- pellateur.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes nicht befriedigt und beantragt Diskussion.
N 19 juin 1992
1258
Interpellation Baumberger
Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
55 Stimmen 71 Stimmen
92.3073
Interpellation Baumberger Mit WEG-Bundesgeldern den Wohnungsbau und die Konjunktur fördern oder überhöhte Immobilienpreise finanzieren? Effets pervers des crédits ouverts en vertu de la LCAP
Wortlaut der Interpellation vom 9. März 1992 Mit der Aenderung der Verordnung zum WEG hat der Bundes- rat die Möglichkeit, mit Hilfe von WEG-Geldern Altbauten zu er- werben, ausgebaut. Begründet wurde diese Ausweitung mit der Möglichkeit, auf diese Weise Altwohnungen der Spekula- tion zu entziehen. Verschiedene im Raume Zürich seither mit WEG-Unterstützung getätigte Liegenschaftenkäufe zeigen ein anderes Bild (überhöhte Liegenschaftenpreise, steigende Mietzinsen, Verschlechterung der Marktverhältnisse, vgl. die beiliegende Begründung).
Ich ersuche daher den Bundesrat um Beantwortung der fol- genden Fragen:
Hat der Bundesrat Kenntnis von der erwähnten fragwürdi- gen Verwendung von WEG-Geldern? Ist er bereit, entspre- chende Fälle (namentlich im Hinblick auf die Höhe des Er- werbspreises, Bezahlung von Vermittlungsprovisionen und dergleichen) durch seine Finanzkontrolle detailliert abklären zu lassen und darüber zu berichten?
In welchem Umfange wurden WEG-Gelder bisher zum Zwecke des Erwerbs von Altbauten eingesetzt?
Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass es selbst dann, wenn Wohnraum in so erworbenen Altbauten im Ergebnis ver- billigt (und nicht noch verteuert) würde, unmöglich wäre, ohne Ausweitung der Wohnungsanzahl durch Neuerstellung eine Verbesserung der Marktsituation zu erreichen?
Wie stellt sich der Bundesrat angesichts der bestehenden Finanzknappheit und der konjunkturellen Schwierigkeiten zur ineffizienten Verwendung bedeutender Geldmittel?
Wie sorgt der Bundesrat dafür, dass die knappen Mittel ohne Verzug wieder möglichst vollständig dem gesetzlichen Zwecke, das heisst (neben der Eigentumsförderung) der För- derung des Wohnungsbaus durch Neuerstellung preisgünsti ger Wohnungen zugeführt und Fehlallokationen unterbunden werden?
Texte de l'interpellation du 9 mars 1992
En modifiant l'ordonnance relative à la LCAP, le Conseil fédé- ral a étendu la possibilité d'acquérir des logements anciens grâce aux subventions allouées au titre de la LCAP. On voulait par là-même soustraire des logements anciens à la spécula- tion. Les transactions immobilières effectuées depuis lors grâce à la LACP dans l'agglomération zurichoise ne répon- dent pas à cette attente (prix des logements excessifs, loyers en hausse, détérioration du marché, cf. développement ci- joint).
Je demande au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Le Conseil fédéral est-il informé de l'utilisation contestable des subventions de la LCAP? Est-il prêt à demander au Contrôle des finances de faire la lumière sur des cas particu- liers (notamment en ce qui concerne le prix d'acquisition, le paiement de commissions, etc.) et à établir un rapport à ce sujet?
Quel montant a déjà été alloué au titre de la LCAP pour l'aquisition de logements anciens?
Le Conseil fédéral ne pense-t-il pas qu'il serait impossible d'améliorer la situation sur le marché sans construire de nou- veaux logements, même si l'on parvenait à réduire le prix de la surface habitable pour les anciens logements bénéficiant de ces subventions (au lieu de l'augmenter)?
Que pense-t-il du mauvais emploi de ces moyens financiers substantiels, alors que la Confédération manque de fonds et que le pays connaît des difficultés conjoncturelles?
Que fait le Conseil fédéral pour assurer sans délai que les faibles moyens dont il dispose atteignent dans toute la mesure du possible l'objectif assigné par la loi, c'est-à-dire (outre l'en- couragement de l'accession à la propriété) la promotion de la construction de logements avantageux, et pour éviter les affec- tations inadéquates?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Binder, Blatter, Blocher, Bonny, Bortoluzzi, Bürgi, Cincera, Columberg, David, Dettling, Engler, Epiney, Fehr, Fischer-Sursee, Fischer-Seen- gen, Fritschi Oscar, Früh, Grossenbacher, Gysin, Heget- schweiler, Hildbrand, Iten Joseph, Jäggi Paul, Kühne, Leu Jo- sef, Miesch, Oehler, Raggenbass, Ruckstuhl, Segmüller, Spoerry, Stamm Judith, Steinegger, Stucky, Vetterli, Wick, Wit- tenwiler, Wyss, Zwahlen (40)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Es entspricht anerkannten Prinzipien, dass Aufgabe des Staa- tes auf dem Gebiete des Wohnungsmarktes höchstens sein kann, zu einem ausreichend hohen Bestand an leerstehenden Wohnungen und damit zur Funktionsfähigkeit des Marktes beizutragen. Solche Wohnungen müssen jedoch zu Markt- preisen zur Verfügung gestellt werden, während Sozialpolitik (mit Zuschüssen) bei der Verteilung des Wohnraumes subjekt- bezogen zu erfolgen hat.
In einer ausgeprägt schwierigen Situation ist das WEG dar- überhinausgegangen und will - um gleichzeitig den Markt zu erweitern und sozialpolitische Bedürfnisse abzudecken - ne- ben der Eigentumsförderung vor allem die Bereitstellung zu- sätzlicher Mietwohnungen in Neubauten verbilligen und damit fördern.
Mit der Aenderung der Verordnung zum WEG hat der Bundes- rat vor kurzem die Möglichkeit ausgebaut, mit Hilfe von WEG- Geldern auch Altbauten zu erwerben in der Meinung, auf diese Weise Altwohnungen der Spekulation zu entziehen, diese mit anderen Worten preisgünstig zu erhalten. Verschiedene im Raume Zürich von Genossenschaftsverbänden/Stiftungen ge- tätigte Liegenschaftenerwerbe zeigen jedoch ein in verschie- dener Hinsicht fragwürdiges Bild. So müssen mit WEG-Gel- dern (Bundesvorschüssen) jährlich erhebliche Kapitalkosten- anteile (von einem Drittel bis gegen die Hälfte der erwähnten Erwerbskosten) getragen werden. Diese Gelder fehlen für die Erstellung verbilligter Neubauwohnungen, welche gleichzei- tig auch den Wohnungsmarkt vergrössern und damit funkti- onsfähig machen würden. Sie fehlen auch für die Ueberwin- dung der bestehenden (in gewissen Regionen schwerwiegen- den) konjunkturellen Schwierigkeiten.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. Mai 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 mai 1992
Die Bundeshilfe nach Wohnbau- und Eigentumsförderungs- gesetz (WEG) beschränkt sich nicht nur auf die Förderung des Neubaues von Wohnungen; vielmehr soll auch ein Beitrag zur Erhaltung des Wohnungsbestandes geleistet werden. Seit je- her hat der Bund überdies die Tätigkeit der gemeinnützigen Bauträger bei der Bereitstellung von Wohnraum zu günstigen Mietzinsen unterstützt Der Bundesrat vertritt die Meinung, dass den gemeinnützigen Bauträgern auch beim Erwerb be- stehender Altliegenschaften geholfen werden muss, damit dieser Wohnraum für wirtschaftlich schwache Haushalte finan- ziell tragbar bleibt. Artikel 51 WEG gibt dazu die Möglichkeit. Der Erwerb von Liegenschaften ist somit nicht erst durch die Aenderung der Verordnung zum WEG vom 21. November
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Interpellation Spielmann Nachtarbeit für Frauen und Arbeitsgesetz Interpellation Spielmann Travail de nuit des femmes et loi sur le travail
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In
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Jahr
1992
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3045
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 19.06.1992 - 08:00
Date
Data
Seite
1257-1258
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Pagina
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20 021 340
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