N
23 septembre 1992
1718
Eurolex. Loi sur les épizooties
92.057-2
EWR. Anpassung des Bundesrechts (Eurolex) Tierseuchengesetz. Aenderung EEE. Adaptation du droit fédéral (Eurolex) Loi sur les épizooties. Modification
Botschaft I und Beschlussentwurf vom 27. Mai 1992 (BBI V 1) Message I et projet d'arrêté du 27 mai 1992 (FF V 1) Beschluss des Ständerates vom 27. August 1992 Décision du Conseil des Etats du 27 août 1992 Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art 68 RCN
Antrag der Kommission Eintreten
Antrag der SD/Lega-Fraktion Nichteintreten
Antrag der Fraktion der Auto-Partei
Rückweisung des Geschäfts 92.057-2 Eurolex an den Bundesrat
mit dem Auftrag, klare Arbeitspapiere vorzulegen, welche den geltenden Gesetzestext, die Forderung des Acquis commu- nautaire, den Entwurf des Bundesrates und den Entscheid der Kommission in der auf Fahnen üblichen synoptischen Darstel- lung zeigen.
Proposition de la commission Entrer en matière
Proposition du groupe DS/Ligue Ne pas entrer en matière
Proposition du groupe des automobilistes Renvoyer le projet Eurolex 92.057-2 au Conseil fédéral en l'invitant à soumettre des documents de travail qui présen- tent avec toute la clarté souhaitable, au moyen des dépliants habituels, le texte de loi actuellement en vigueur, les exigen- ces de l'acquis communautaire, le projet du gouvernement et la décision de la commission.
Schnider, Berichterstatter: Wir befassen uns als Zweitrat mit der vorliegenden Tierseuchengesetzrevision und betrachten es als Hauptziel, jede Massnahme zu treffen, um eine Seu- chenverschleppung im Zusammenhang mit dem Tier- und Warenverkehr möglichst von unserem Land fernzuhalten. Die- ses Ziel bedingt, dass die entsprechenden Kontrollen im gan- zen Wirtschaftsraum hart durchgezogen werden. Dass wir in der Schweiz bereits mehr als zehn Jahre von Maul- und Klau- enseuche verschont blieben, beweist, dass klare und gezielte Vorschriften und Kontrollen bestehen. Bei uns konnte z. B. die hartnäckige Buchstabenseuche ausgerottet werden, was nicht in allen Ländern der Fall ist.
An unserer Kommissionsberatung vom 7. September 1992 wurden vor allem Artikel 1 und Artikel 31 etwas länger disku- tiert.
Zu Artikel 1: Der heute geltende Artikel nennt 17 Tierseuchen. Dazu kämen eine ganze Anzahl weiterer Krankheiten, so dass es die grossmehrheitliche Kommission für richtig und sinnvol- ler hielt, die Kompetenz dem Bundesrat zu überlassen, um nicht unklare Zahlen im Gesetz festzuhalten.
Artikel 31 bringt einige wichtige Aspekte mit sich. Bei hochan- steckenden Seuchen müssen die Tiere getötet und sofort be- seitigt werden. Dort ist der Bund bereit, sich einzuschalten, um den Tierbesitzern die notwendige Entschädigung auszurich- ten; dies überall, in allen Kantonen, im gleichen Rahmen. Die Einschaltung des Bundes soll zudem bewirken, dass hochan- steckende Krankheiten möglichst schnell eingedämmt wer-
den und sich nicht noch weiter ausbreiten. Bei Seuchenfällen oder Krankheiten, wo Tiere verwertet werden können, haben die Kantone nach wie vor ihre bisherige Funktion inne und so- mit auch die Kosten zu tragen.
Die Richtlinien im Bereich der hochansteckenden Seuchen bringen also eine neue Dimension in die schweizerische Tier- seuchenbekämpfung, was von den Kantonen sicher befürwor- tet werden kann.
Der Ständerat stimmte der vorliegenden Gesetzesrevision mit 27 zu 1 Stimmen zu. Auch unsere Kommission stimmte mit 15 zu 3 Stimmen und 2 Enthaltungen dem Vorschlag des Ständerates und somit der Vorlage des Bundesrates zu.
M. Rohrbasser, rapporteur: La Commission de la science, de l'éducation et de la culture s'est penchée sur le toilettage de la loi sur les épizooties. L'ancienne mouture datant de presque 30 ans, l'adaptation aux nouvelles circonstances ne présente pas de difficultés majeures. S'il est vrai que de nombreuses questions ont été posées dans le cadre de la commission, il apparaît qu'en ce qui concerne tant le préambule que les arti- cles nouveaux, ainsi que des adjonctions rédactionnelles, la commission s'est alignée en tous points sur les propositions du Conseil des Etats. Nous croyons comprendre que le Conseil fédéral fera également sienne cette version commune aux deux conseils.
L'exercice Eurolex étant dense, nous avons décidé, M. Schnider et moi-même, de ne pas enlever le pain de la bou- che des autres orateurs dont les axes divergent plus que les nôtres. C'est pour cela que nous nous adonnerons à la so- briété oratoire. Je vous donne donc seulement quelques pré- cisions d'ordre général concernant cette loi. Les nouveaux ar- ticles affinent la technicité et fixent par le détail les collabora- tions et les façons d'engager une lutte efficace quelle que soit l'épizootie à laquelle il faudra faire face. Le Conseil fédéral défi- nira quelles sont les maladies hautement contagieuses et la Confédération assumera la facture des éliminations dues à de telles éventualités. Pour le reste, les cantons comme par le passé devront assumer leurs responsabilités définies par la loi.
Une nouveauté consiste à régionaliser le phénomène épizoo- tique, la maladie sautant aussi bien les frontières fédérales que cantonales. Elle n'a pas attendu la liberté de circulation pour semer la mort chez les animaux et la tristesse chez les gens. Une coordination renforcée ne peut être que salutaire. Une épizootie n'est pas comparable à un ouvrage de droit dans lequel on peut voyager, interpréter de mille et une façons les conséquences s'y rapportant. Les épizooties n'obéissent à aucune constance, elle frappent soudainement et sont sou- vent éloignées de toute théorie. Dans ce genre de lois nous devons plaquer au pragmatisme et nous éloigner de la doc- trine, tout en donnant aux autorités sanitaires les moyens d'agir efficacement. Je vous rappelle qu'en cas d'épizootie la première mesure consiste à l'identifier, à délimiter ses rava- ges, d'où la notion utile de régionalisation, et ensuite par une série de mesures telles qu'abattages, vaccinations, séques- tres, d'éradiquer la maladie du terrain qu'elle occupe.
C'est dans cet esprit qu'il s'agit d'aborder l'adaptation de cette loi, l'Etat donnant au citoyen l'assurance, au vu des connais- sances actuelles et futures, de préserver ses intérêts et par- dessus tout la qualité sanitaire des animaux dont dépend en partie celle des humains.
Frau Leemann: Wer nur die neugefassten Artikel dieses Ge- setzes liest, kann tatsächlich den Eindruck erhalten, dass eine ganze Menge von Kompetenzen vom Gesetzgeber weg zum Bundesrat verlagert werden sollen. In diesem Ausmass stimmt das allerdings nicht, weil bereits das heutige Tierseuchenge- setz eine ganze Reihe von Kompetenzdelegationen an den Bundesrat oder an die Verwaltung enthält. Es ist ja recht stark ein technisches und vollzugsorientiertes Gesetz
Konsequenterweise sollen nun neu die abstrakten Normen im Gesetz festgelegt und die Einzelheiten den Verordnungen überlassen werden. Der Kommissionsreferent hat bereits ge- sagt, dass das heutige Gesetz 17 Tierseuchen aufzählt, wäh- rend sich die Verordnungen bereits auf 31 Tierseuchen bezie-
Eurolex. Tierseuchengesetz
1719
hen. Die konsequente Neufassung dieser Artikel, speziell von Artikel 1 und 2, ist deshalb zu begrüssen.
Die hochansteckenden Seuchen sollen nun rigoroser als frü- her durch Ausmerzung bekämpft werden. Das tönt ziemlich brutal und ist es für die Betroffenen zweifellos auch. Wenn es aber gelingt, die Seuchen im Keime zu ersticken, dann ist das rasche und konsequente Eingreifen letzten Endes weniger brutal und sinnvoller als ein zögerndes Handeln. Der Bund, der für dieses schnelle Eingreifen verantwortlich ist, soll dann richtigerweise die finanziellen Konsequenzen übernehmen.
Wie Sie wissen, war diese Frage - geregelt durch Artikel 31 - im Ständerat umstritten.
Die Seuchen nehmen nun allerdings nicht unbedingt Rück- sicht auf kantonale Grenzen. Wenn der Bund künftig bei der Bekämpfung die Federführung hat, ist dies eine richtige Ent- scheidung.
Es ist übrigens eine Art Versicherungsleistung, die nur in ei- nem Seuchenfall auftritt. Da möchte ich auch beifügen, dass es bei einer grösseren Basis einer Versicherung leichterfällt, einen Schadenfall zu verkraften, als im Fall der bedeutend schmaleren kantonalen Versicherungsbasis.
Diese Gesichtspunkte dünken mich im Grunde genommen wichtiger als die Feststellung, dass wir mit dieser Regelung der Entschädigungsübernahme durch den Bund das formale, absolute Minimum des vom EWR Geforderten überschreiten. Ich glaube deshalb, dass es richtig ist, wenn wir dem Kommis- sionsantrag folgen.
Herr Philipona schlägt in seinem Antrag zu Artikel 13 Absatz 3 vor, dem Bundesrat die Kompetenz zur Regelung der Kenn- zeichnung und der durchgehenden Registrierung nicht zu ge- ben. Tatsächlich geht die neu vorgeschlagene Regelung in dieser Beziehung einiges über das hinaus, was bisher von den Tierhaltern aus seuchenpolizeilichen Gründen gefordert wurde. Es ist mir indessen von bauerlicher Seite versichert worden, dass diese weiter gehende Kennzeichnung und Regi- strierung kaum eine echte Mehrbelastung für die Landwirte bedeute. Bereits heute werde nämlich eine solche vorgenom- men, aus anderen Gründen, beispielsweise aus züchteri- schen, aus versicherungstechnischen oder auch aus buchhal- terischen Gründen.
Die Kennzeichnung und Registrierung ist ein sehr wesentli- cher Bestandteil im neuen Bekämpfungskonzept. Sie erlaubt es einerseits, schnell an den Herd einer entstehenden Seuche heranzukommen, und andererseits schützt sie gerade auch die Unbeteiligten vor unnötigen einschränkenden Mass- nahmen.
Ich bitte Sie deshalb, den Antrag Philipona abzulehnen und der Kommission zu folgen.
Alles in allem ist die Vorlage nach unserer Ueberzeugung sinn- voll und angemessen. Ich bitte Sie deshalb im Namen der SP- Fraktion, einzutreten und die Vorlage gutzuheissen.
Frau Robert: Die Aenderung des Tierseuchengesetzes im Rahmen der Eurolex-Vorlagen ist nötig, weil die Schweiz seu- chenkompatibel werden soll. Das Ziel der Gesetzgebung ist es, trotz grenzenlosem Freihandel mit Tieren - die Seuchen kennen ja auch keine Grenzen - das Risiko der Seuchenver- schleppung möglichst klein halten zu können. Zu diesem Zweck arbeitet - das haben wir uns in der Kommission sagen lassen - eine grosse Zahl EG-Beamter seit rund 30 Jahren em- sig an einem immer dichteren Regelungswerk, und sie wer- den, wenn sie bis dahin nicht gestorben sind, in 30 Jahren im- mer noch weiterarbeiten und weiterreglementieren. Oder - um es mit den Worten eines Experten des Bundesamtes für Veteri- närwesen zu sagen -: «Es gibt im künftigen Binnenmarkt wohl nichts, was nicht geregelt ist.» Das haben wir schriftlich ge- kriegt.
Weil die Schweiz bei weitem nicht auf der Höhe dieser Re- gelungsdichte ist, müssen wir uns - wenn wir in den EWR wollen - anpassen. Wir haben allerdings in der Kommission auch zu hören bekommen, dass wir zustimmen oder nicht zu- stimmen können; es wird einmal mehr - das hören wir nicht zum ersten Mal in dieser Eurolex-Debatte - auf dasselbe her- auskommen, ob wir zustimmen oder nicht. Wir werden, auch wenn wir nicht zustimmen, eine EG-kompatible Totalrevision
des Tierseuchengesetzes vornehmen müssen. Diese ist be- reits im Gange.
Manchmal beschleicht mich schon ein wenig das Gefühl, dass es uns möglicherweise gar nicht mehr braucht. Und mit dem vielbeschworenen Deregulieren ist es also auch in diesem Be- reich einmal mehr nichts. Das muss nicht an sich schon schlecht sein. Man könnte sich ja vorstellen, dass es vernünf- tige Deregulierungen und auch vernünftige Regulierungen gibt.
Was ist nun von der Regulierung des Tierseuchengesetzes ge- mäss EG zu halten? Grundsätzlich steckt eine vernünftige Phi- losophie dahinter, nämlich dass die Prophylaxe und die Früh- erkennung möglicher Risiken grossgeschrieben werden; in ei- nem grenzenlosen Europa mit einem grenzenlosen Freihan- del sind diese Risiken nicht gering. Eine umfassende Früher- kennung und Prophylaxe-Programme sind aus diesem Grunde nötig, wenn man auf dieser an sich vernünftigen Philo- sophie aufbauen will.
Das ist aber dementsprechend aufwendig. Es braucht sehr aufwendige Untersuchungen und Programme, und es be- dingt, dass alles, was da kreucht und fleucht an Rindvieh, an Schweinen, Ziegen, Schafen, Geflügel und an Wassergetier samt ihren Embryonen und ihren Samen, erfasst, genormt, ge- kennzeichnet, überwacht und kontrolliert wird. Es steht in den Unterlagen, dass die lieben Tiere Zeugnisse und Dokumente zur Identifizierung erhalten. Die Pferde erhalten z. B. einen Pferdepass, und sie müssen ihn auch vorweisen, nicht nur wenn sie das Land verlassen, sondern auch im Landesinnern. Es tönt schon ganz menschlich in diesen Vorschriften.
Für die Schweiz bedeutet die Uebernahme dieses Rechts eine neue Philosophie. So sind zum Beispiel Schutzimpfungen, wie sie bei uns für Maul- und Klauenseuche üblich waren, nicht mehr gestattet. Wir haben sie kürzlich auch abgeschafft und da den vorauseilenden Gehorsam bereits bewiesen. Wir ha- ben allerdings in den letzten zehn Jahren keine Maul- und Klauenseuchefälle mehr gehabt. Unsere Schutzimpfungsphi- losophie wird nun durch dieses breite Netz von anderen Vor- sorgemassnahmen und Ueberwachungsprogrammen ersetzt und mit Töten und radikaler Vernichtung gekoppelt, falls trotz- dem etwas auftritt.
Neu ist auch, dass nicht mehr die Landesgrenze die Sperre bil- det, sondern dass es Seuchenregionen geben wird. Minde- stens hier ist das Europa der Regionen - das wir ja auch gerne möchten - Wirklichkeit. Das bedingt aber auch, dass mehr Kompetenzen und Pflichten auf Bundesebene zentralisiert werden: Kompetenzen, die bisher mindestens auf dem Papier noch bei den Kantonen waren. Das scheint uns in diesem Er- lass folgerichtig. Folgerichtig ist auch, dass man im Hinblick auf die finanziellen Konsequenzen dieser Reglementierung eine Aufteilung zwischen Bund und Kantonen vornimmt.
Mit der EG-Regelung werden neu viel mehr Seuchen erfasst, und es wird zwischen hochansteckenden und «normalen» Seuchen unterschieden. Die schweizerische Gesetzgebung ist in diesem Bereich über weite Strecken noch relativ rudi- mentär, verglichen mit der EG-Gesetzgebung. Dafür sind aber unsere Tierbestände gesünder!
Es ist ein bisschen paradox, wenn man nun langwierige und aufwendige Untersuchungsprogramme auf die Beine stellen und durchführen muss, um zu beweisen, dass es bei uns Seu- chen nicht gibt, von denen man weiss, dass es sie seit Jahr- zehnten nicht mehr gibt. Aber dem Amtsschimmel muss Ge- nüge getan werden.
Es gibt eine bekannte Tierseuche; sie heisst Buchstabenseu- che. Symptomatischerweise ist sie unter allen diesen ausführ- lichen Aufzählungen in der EG-Gesetzgebung nicht erwähnt; man sucht sie vergeblich. Es handelt sich aber offensichtlich um eine hochansteckende Seuche, denn sie hat sich in rasan- ter Geschwindigkeit über ganz Europa verbreitet. Bei uns, wo die Buchstabenseuche tatsächlich seit längerer Zeit ausgerot- tet ist, wird sie nun vermutlich wieder eingeschleppt.
Ich möchte noch ein Wort zur Art, wie wir Gesetze beraten und neuerdings Gesetze machen, sagen. Das Tierseuchengesetz wurde der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur zugewiesen, und wir haben uns als eher schöngeistige Kom- mission redlich damit abgemüht und unser Bestes getan. Wir
13-N
N
23 septembre 1992
1720
Eurolex. Loi sur les épizooties
sind aber die falsche Kommission gewesen. Auch auf seiten der Verwaltung war das Erstaunen relativ gross, dass nicht die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit oder die Kommission für Wirtschaft und Abgaben, die mit Landwirt- schaftsproblemen vertraut ist, dieses Gesetz mit seiner hoch- komplexen Materie beraten hat.
Ich habe mir die Mühe genommen, auch die Ordner anzu- schauen, die nach EG-Recht nicht zu veröffentlichende Er- lasse beinhalten, und ich muss sagen: Ich war völlig überfor- dert. Ich habe mich in guter Gesellschaft gefühlt, als ich mit Praktikern der Materie gesprochen habe, die mir gesagt ha- ben, dass sie auch alle überfordert seien und dass sie über- haupt nicht abschätzen könnten, ob Kosten und Nutzen dieser ganzen Uebung noch in irgendeinem Verhältnis zueinander stehen werden.
Die Buchstabenseuche habe ich bei diesen Erkundigungszü- gen auf jeder Seite x-mal angetroffen. Ich denke, dass die Art der Gesetzgebung, wie wir sie jetzt machen, wirklich unseriös ist. Für Leute, die sich bis heute darum bemüht haben, auf der politischen Ebene Qualitätsarbeit - soweit dies noch möglich ist - zu leisten, ist das in höchstem Masse stossend.
Die grüne Fraktion stimmt - weil das Tierseuchengesetz ja so oder so in diesem Sinne geändert wird - ohne jede Begeiste- rung dieser Vorlage zu; wir bitten Sie auch, dem Kommissions- antrag zu folgen und den Antrag Philipona abzulehnen.
Frau Fehr: Es ist durchaus einleuchtend, dass mit dem Fallen der Grenzen die Gefahr der Seuchenverschleppung zunimmt Es verwundert demzufolge auch nicht, dass die EG-Staaten sehr viel mehr Seuchen kennen. In den Efta-Staaten kommt nur noch eine der hochansteckenden Seuchen in einem einzi- gen Land vor: die klassische Schweinepest in Oesterreich. Die Schweiz hingegen hat diese Seuchen im Griff. Sie weist im Ver- gleich zur EG eine ausgezeichnete Seuchenlage vor.
Nun zeigt sich mit dieser Gesetzesanpassung für die Schweiz die Kehrseite der Medaille. Wir müssen anstelle des bis anhin für unsere überschaubaren Verhältnisse gut funktionierenden Systems die EWR-Konzeption übernehmen, die von anderen Voraussetzungen ausgeht:
Tiere, die von hochansteckenden Seuchen befallen wer- den, müssen sofort getötet und vernichtet werden. Bisher wur- den sie geschlachtet, und es wurde verwertet, was sich ver- werten liess. Das wird ohne Zweifel finanzielle Folgen haben.
Anstelle der bisherigen Schutzimpfungen, die nach und nach aufgehoben werden, sind prophylaktische Kontrollen vorgesehen. Man wird damit vertröstet, dass in der EG mit der Aufhebung der Schutzimpfungen Hunderte von Millionen Franken eingespart worden sind. Doch auch die vielen neu einzuführenden prophylaktischen Massnahmen wie Herden- untersuchungen, präventive Blutproben, nationale Kontroll- programme zur Früherkennung werden ihren akzeptablen Preis haben. Ein ausgedehntes Meldewesen wird eingeführt; Frau Robert hat dies sehr schön dargestellt. Wir vermissen da- für einen klar definierten Aufwand.
Die Kostenfolge bezüglich Ausmerzung von Tierbeständen im Zusammenhang mit hochansteckenden Tierseuchen wird neu von den Kantonen auf den Bund übertragen. Das ist eine neue Aufgabenteilung, die vom EWR-Recht nicht expressis verbis gefordert wird. Es handelt sich hier um eine Abwei- chung von den zwingenden Erfordernissen. Für eine solche zusätzliche Anpassung ist eigentlich der Weg des ordentli- chen Rechtsetzungsverfahrens zu wählen.
Damit komme ich zum vierten von uns kritisierten Punkt. Wir kennen lediglich die Botschaft, die Stellungnahme der Verwal- tung. Das sind kärgliche Unterlagen. Auf wiederholte Fragen, wie interessierte und betroffene Kreise auf diese Gesetzesan- passung reagiert haben, konnte nicht befriedigend Antwort gegeben werden.
Der Acquis vétérinaire im Rahmen der EG-Regelungen ist ja ein dichtes Regelwerk und beinhaltet auch den Bereich des Freihandels mit Tieren, den gesamten Export von Zuchtvieh oder Fleisch. Auch hier spielt das Seuchengesetz mit hinein. Veterinärrechtliche Vorschriften aus dem EWR-Abkommen auf der Grundlage des Artikels 17 finden somit auch Anwendung in der Schweizer Fleischwirtschaft. Wie man im nachhinein
und auf Umwegen nun vernimmt, sind dabei auch Schlacht-, Zerlege- und Produktionsbetriebe von diesen EG-Erlassen betroffen, weil diese Bestimmungen wesentlich detaillierter sind, als wir sie bei uns kennen. Wenn tatsächlich diverse Strukturanpassungen erforderlich sind, so wäre es hilfreich und notwendig, betroffene Branchen zu Wort kommen zu las- sen. Ich bin für meinen Teil einmal mehr unbefriedigt über die oberflächliche Behandlung einer Eurolex-Vorlage, deren Vor- und vor allem Nachteile nicht klar erkennbar sind.
Eine knappe Mehrheit der SVP-Fraktion wird dem Gesetzent- wurf zustimmen, die Minderheit, zu der ich mich zähle, wird ihn ablehnen.
Frau Grossenbacher: Im Gegensatz zu meinen Vorrednerin- nen finde ich, dass wir von der Verwaltung sehr gut orientiert worden sind und dass die Mitglieder der Kommission für Wis- senschaft, Bildung und Kultur (WBK) sehr wohl fähig sind, sich Gedanken zu machen und ein Urteil zu bilden über diese tier- seuchenrechtlichen Vorschriften.
Ziel der tierseuchenrechtlichen Vorschriften im Eurolex ist es ... das ist ganz einfach und ganz klar -, die Risiken einer Seu- chenverschleppung möglichst klein zu halten und möglichst schnell eingreifen zu können, wenn doch eine Seuche aus- bricht.
Daraus ergibt sich eine neue Philosophie der Prophylaxe. An- stelle der bisherigen flächendeckenden Schutzimpfungen sind gezielte Herdenuntersuchungen vorgesehen, denn Schutzimpfungen sind fraglich geworden, da sie einerseits Krankheiten hervorrufen können und andererseits sehr ko- stenaufwendig sind.
Hauptgewicht der Prophylaxe ist also die Kontrolle. Diese Phi- losophie ist uns gar nicht so fremd; wir finden sie bereits in der extensiven, naturnahen Bewirtschaftung des Bodens in der Landwirtschaft. Sollten aber trotz strengen Kontrollen Seu- chen aufkommen, werden generelle Tiervernichtungen vom Bund angeordnet, um das Uebel an der Wurzel zu packen, Verschleppungen zu unterbinden und den Export nicht zu ge- fährden.
Die CVP-Fraktion begrüsst es, dass der Bund gemäss Arti- kel 31 Absatz 3 den entstandenen Schaden bezahlt. Denn wer anordnet, soll auch bezahlen! So kann bei einem Seuchen- ausbruch schnell gehandelt werden. Diese Bundesregelung schützt beziehungsweise schont finanzschwache Kantone mit grossen Viehbeständen.
Noch einige Details. Im ganzen EWR bleibt eine tierärztliche Grenzkontrolle bestehen, und auch die finanziellen Auswir- kungen haben wir im Griff. In bezug auf die Eliminierung ist es schwierig, die Auswirkungen zu prognostizieren, da keine Er- fahrungswerte vorhanden sind. In den letzten zehn Jahren sind in unserem Land innerhalb unserer Grenzen keine Tier- seuchen ausgebrochen. Deshalb haben wir auch hier nicht mit grossen Kosten zu rechnen. Zusätzliches Personal wird aber im Bundesamt für Veterinärwesen nötig sein, um die neue Zusammenarbeit zu gewährleisten.
Die CVP-Fraktion empfiehlt Ihnen Eintreten und auch, die Vor- lage gutzuheissen.
Loeb François: Meine Vorrednerinnen und Vorredner haben Ihnen das Gesetz mit allen Vor- und Nachteilen vorgestellt. Ich brauche darauf nicht mehr im Detail einzugehen. Ich möchte Ihnen nur sagen, dass ich - im Gegensatz zu dem, was Frau Robert gesagt hat - der Ansicht bin, dass wir uns sehr intensiv mit dem Gesetz befasst haben. Wir haben die Sachen ange- schaut. Wir haben vor allem immer wieder geschaut, ob das Gesetz weiter geht, als es für Eurolex eigentlich nötig wäre. Dazu einige Bemerkungen:
Es ist tatsächlich der Fall, dass das Gesetz weiter geht; aber die Verwaltung konnte uns überzeugen, dass dies logisch und rich- tig ist, denn das Ganze ist ein Gesamtpaket, das wir so verab- schieden müssen. Der Bundesrat muss gewisse zusätzliche Kompetenzen haben, und die Eidgenossenschaft muss dafür sorgen, dass sie anfallende Schäden entsprechend vergütet, wofür bis jetzt die Kantone zuständig gewesen sind. Wir haben uns dann erkundigt, wieviel finanzielles Risiko das ausmache. Man hat uns gesagt: im Maximum 10 Millionen Franken.
Eurolex. Tierseuchengesetz
1721
Die Fraktion der FDP hat das Gesetz studiert; sie ist mit dem Gesetz einverstanden, ist für Eintreten und empfiehlt Ihnen, das Gesetz so anzunehmen.
Zu Artikel 13 Absatz 3 hat Herr Philipona einen Antrag gestellt. Ich möchte Ihnen empfehlen, diesen Antrag zu unterstützen. Warum? Den Antrag Philipona finde ich besser formuliert als den Gesetzentwurf, vor allem weil Herr Philipona möchte, dass nicht unnötigerweise eine Bürokratie aufgebaut wird. Ich glaube, bei allen Eurolex-Vorlagen müssen wir vor allem dar- auf schauen, dass keine zusätzliche Bürokratie aufgebaut wird. Stellen Sie sich vor: Wenn Kleinbauern hingehen und ne- ben ihrer Arbeit noch Statistiken und ganze Dossiers führen müssen, kommen sie gar nicht mehr dazu, Bauern zu sein. Mir scheint es doch wichtig, dass wir noch Bauern haben, die wirk- lich Bauern sind und nicht Bürokraten.
In diesem Sinne bitte ich Sie, den Antrag Philipona zu unter- stützen.
Präsident: Die liberale Fraktion lässt mitteilen, dass sie für Ein- treten stimmt, aber auf das Wort verzichtet.
Bischof: Bis anhin wurden nach schweizerischem Recht Tier- bestände mit Maul- und Klauenseuche nicht unbedingt abge- tan. Der materielle Schaden, der dabei entstand, traf die Versi- cherungen nur zu einem kleinen Teil, den betroffenen Viehhal- ter aber stark.
Nun wird von Befürwortern der Revision des Tierseuchenge- setzes damit argumentiert, dass in der Schweiz eine stark ver- breitete Tierseuche sofort Millionen von Franken kosten würde und diese Kosten von den kantonalen Versicherungskassen übernommen werden müssten; die kleinen viehreichen Kan- tone wären dann überfordert und müssten als Folge den Bund um finanzielle Hilfe bitten. So ist es aber wirklich nicht. Die Tier- verluste wurden bis anhin von den Kantonen entschädigt. Jetzt soll diese Pflicht plötzlich auf den Bund übertragen wer- den. Dafür gibt es keine Notwendigkeit, die sich irgendwie aus dem Gemeinschaftsrecht ableiten liesse. Die vorgesehenen Umdispositionen sind eine rein innerschweizerische Mass- nahme. Auch gäbe es keinen Grund, von der bisherigen Zu- ständigkeit abzuweichen, zumal unsere Tierbestände gesün- der sind als jene der EG.
Nun muss ich noch eine Aussage von Frau Robert bestätigen. Seit mehr als zehn Jahren gibt es in der Schweiz keine Maul- und Klauenseuche mehr. Zudem haben wir Seuchen ausge- rottet, die die EG bisher noch nicht einmal erfasst hat. Da das Tierseuchengesetz bereits in Revision ist, wäre das der ordent- liche Weg und das ordentliche Verfahren, um eine solche Aen- derung vorzunehmen. Wir können aber Seuchen auch wieder einführen.
Die Fraktion der Schweizer Demokraten und der Lega dei Tici- nesi lehnt daher diese Gesetzesänderung ab.
Schnider, Berichterstatter: Ich stelle fest, dass man doch weit- gehend bereit ist, dieser Gesetzesvorlage zuzustimmen. Es gibt dies oder jenes, das man beanstandet. Ich möchte Herrn Bischof ganz kurz sagen, dass sich der Bund ja nur einschal- tet, damit die Tierbesitzer hier nicht zu Schaden kommen. Der Kanton hat nach wie vor für seine Kosten aufzukommen. Aber hier wird für den Tierbesitzer gesorgt, und zwar, damit alles im genau gleichen Rahmen, gleichgültig in welchem Kanton, passiert. Deshalb ist es besonders wichtig, dass man hier dar- auf eingeht.
Die Seuchenprobleme sind doch etwas ernster zu nehmen, als sie zum Teil dargestellt wurden. In Sachen Kontrollen und Untersuchungen ist unser Land führend. Das dürfen wir sicher sagen. Ich bin auch zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen dazu führt, dass Härtefälle in Zukunft wirklich vermieden werden können, wenn hochan- steckende Seuchen auftreten.
M. Delamuraz, conseiller fédéral: J'interviendrai à nouveau lors de la discussion par articles, en particulier lorsque M. Philipona présentera sa proposition d'amendement Pour l'instant, je me bornerai simplement à deux considera- tions. La première est que - La Palice l'aurait dit avant moi - la
lutte efficace contre les épizooties passe par une coopération intense entre Etats européens, la définition même de l'épizoo- tie ne connaissant pas de frontières nationales et réclamant, par essence, un combat tous azimuts auquel puissent s'enga- ger tous les Etats. Cela se fait déjà de manière très poussée, très coordonnée, mais il est une bonne chose que l'Espace économique européen ne délaisse pas ces matières, qu'il les prenne en compte, qu'il codifie et qu'il systématise la coopéra- tion des Etats européens en matière de lutte contre les épizoo- ties. Tel est le sens des dispositions contenues dans le Traité ainsi que des adaptations du droit national suisse auquel nous devons procéder pour le rendre compatible avec le droit né de l'Espace économique européen.
Deuxièmement, il faut prendre garde à deux faits lorsque l'on légifère au plan européen et que l'on traduit cette législation européenne au plan national: tout d'abord, se garder d'imagi- ner que cela démobilise d'autant la vigilance des responsa- bles nationaux, la capacité et la vélocité de leurs réactions. Ce ne sont pas de lointaines dispositions européennes qui rem- placeront l'action sur le terrain et l'intervention au front qui res- tent de notre responsabilité dans ce domaine. En particulier - en réponse à Mme Fehr - nous devons préciser qu'à aucun moment ces nouvelles dispositions ne doivent nous conduire à une suppression des contrôles vétérinaires à la frontière, car s'il y a un moyen préventif, c'est bien ces contrôles. Ce n'est pas parce que l'Espace économique européen, miraculeuse- ment, enlève des cloisonnements intérieurs, que nous devons imaginer qu'en matière d'épizooties les mesures prophylacti- ques doivent être abandonnées. Ce serait alors mettre toutes les chances du côté des épizooties, et ce n'est pas ce que nous voulons. Les contrôles à la frontière continueront d'être effectués; ils pourront simplement, sur la base des nouvelles dispositions, être conduits de manière plus systématique par chacun des pays membres de l'EEE.
L'autre danger, à l'opposé, serait de mettre en place un sys- tème bureaucratico-administratif insensé, tout à fait dispropor- tionné, qui entende régler au doigt et à l'oeil, de Bruxelles, l'en- semble des comportements que nous devons tous avoir au plan national, et en particulier de nous amener à des dérapa- ges administratifs pour respecter des exigences dispropor- tionnées qui conduisent à établir des réactions ou des freins pour éviter des empiètements démesurés de la part de l'appa- ratchik bureaucratico-administratif. Il s'agit d'être vigilants, vous, Parlement, nous, Conseil fédéral, pour éviter que ce danger se réalise et pour poser un certain nombre de garde- fous.
Telles sont la philosophie de cette application des dispositions sur les épizooties et les vigilances que nous devons, au plan national, observer les uns et les autres.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission (Eintreten) offensichtliche Mehrheit
Für den Antrag der SD/Lega-Fraktion (Nichteintreten) 8 Stimmen
Präsident: Nun folgt die Abstimmung über den Rückwei- sungsantrag.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Fraktion der Auto-Partei 8 Stimmen
Dagegen offensichtliche Mehrheit
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress; Ziff. I Ingress; Art. 1; 1a; 9; 9a; 10 Rand- titel, Abs. 1 Ziff. 7, 10, 11, Abs. 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule; ch. I préambule; art. 1; 1a; 9; 9a; 10 titre marginal, al. 1 ch. 7, 10, 11, al. 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Eurolex. Loi sur les épizooties
1722
N
23 septembre 1992
Art. 13 Abs. 3 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Antrag Philipona Sofern dies zur Bekämpfung einer hochansteckenden Seu- che unerlässlich ist, kann er vorschreiben, dass ...
Art. 13 al. 3 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Proposition Philipona
.... animaux identifiés. Lorsqu'une telle mesure est indispen- sable à la lutte contre une épizootie hautement contagieuse, il peut prescrire ....
M. Philipona: Selon l'alinéa 3 (nouveau) de l'article 13, le Conseil fédéral «peut prescrire que les détenteurs d'animaux tiennent un registre des variations de l'effectif de leurs trou- peaux». Cela signifie en clair du travail supplémentaire pour te- nir à jour un tel registre. Pour les détenteurs de volailles, de la- pins ou même de poissons, cela n'est pas si simple. Je me per- mettrai éventuellement d'inviter celles et ceux d'entre vous qui en douteraient à venir faire un comptage de poissons autour d'un étang. Mais, ce qui est plus grave, c'est que cela repré- sente aussi davantage de paperasse et de frais.
Toutefois, mon souci principal vient des divers contrôles qui ne manqueront pas d'être institués et qui seront attribués aux offi- ces fédéraux, cantonaux ou communaux Ma proposition vise donc à limiter la tenue de tels registres au strict nécessaire, c'est-à-dire lorsqu'une telle mesure est indispensable à la lutte contre une épizootie hautement contagieuse - ce terme d'«épi- zootie hautement contagieuse» est d'ailleurs repris de l'article 10, c'estune dénomination qui n'est donc pas nouvelle. Je vous remercie de bien vouloir soutenir cette proposition.
Präsident: Die SVP-Fraktion lässt mitteilen, dass sie den An- trag Philipona unterstützt Die CVP-Fraktion verzichtet auf das Wort; sie lehnt aber den Antrag Philipona ab.
Schnider, Berichterstatter: Die Vorschrift zur allfälligen Füh- rung einer Tierbestandeskontrolle steht nicht nur im Zusam- menhang mit der Bekämpfung hochansteckender Seuchen. Die Kompetenz des Bundesrates ist notwendig, um zu erwar- tende Bestimmungen der EG über die Registrierung von Tie- ren ins schweizerische Recht umzusetzen.
Gemäss einem Entwurf der EG-Kommission vom 5. Mai 1992 ist vorgesehen, dass Halter von Klauentieren und Damwild ein Register über alle in ihrem Bestand gehaltenen Tiere führen müssen. Im übrigen erachten die Fachleute die Tierbestan- deskontrolle, wie sie heute durch den Viehinspektor geführt wird, als ausreichend.
Ich bitte Sie, den Antrag Philipona abzulehnen.
M. Rohrbasser, rapporteur: Je voudrais dire tout d'abord à M. Delamuraz que j'ai été content de l'entendre nous prédire tout à l'heure que cette loi serait interprétée par ses services avec une certaine largesse.
Si M. Philipona nous fait une proposition, c'est à mon avis - et je crois assez bien connaître son esprit libéral - parce qu'il craint que, tout à coup, des inquisiteurs de l'Administration fé- dérale n'arrivent dans les étables et exigent des propriétaires détenteurs d'animaux qu'ils tiennent eux-mêmes leurs pro- pres recensements. Certes, il y a quarante ou cinquante ans, lorsque la lutte contre la tuberculose battait son plein, on a as- sisté à de drôles de choses. Certains propriétaires déplaçaient leur bétail au fur et à mesure des contrôles, ce qui signifie que l'on perdait beaucoup de temps, car si la maladie était éradi- quée à un endroit, elle rebourgeonnait ailleurs. Il faudrait peut-être trouver là un modus. La commission n'a pas eu l'oc- casion de discuter de ce problème. Même si M. Etique, prési- dent de la commission, a abordé, dans sa grande sagesse, certaines questions, nous ne sommes pas allés jusqu'au fond du problème. J'ai en tout cas l'impression qu'il nous faudrait
quelque assurance en ce qui concerne le dépôt de cette pro- position, et c'est vers les sept sages que nous devons nous tourner pour obtenir ces assurances. L'un d'entre eux est pré- sent et peut-être pourra-t-il nous donner quelque assurance quant à la proposition Philipona.
Je comprends très bien que si une chèvre blanche, partie du Jura, arrive à Neuchâtel, rencontre un bouc qui souffre de pe- lade - la pelade peut être une épizootie, bénigne cependant - continue ensuite son chemin sur Fribourg, où il ne lui arrive rien, arrive alors en Valais, y rencontre un bouc noir, lequel sera subitement contaminé par un virus fatal et mortel, il faudra essayer de retrouver la trace de cette épizootie. Mais à l'impos- sible nul n'est tenu. On comprend que l'Administration fédé- rale tende le plus possible vers la perfection, mais au bouc noir et à la chèvre blanche on ne pourra pas mettre une balise Ar- gos pour les repérer, c'est une matière vivante. Et si on re- cense les poules, il faudra aussi recenser les cochons, et vous savez ce qu'il en est: les cochons sont plus nombreux que prévu. En chacun de nous il y en a un qui sommeille, c'est dire que, aussi bien dans la race animale que dans la race humaine ce n'est pas si simple et vous soulevez là un problème essen- tiel et crucial.
Voilà ce que je voulais dire en tant que rapporteur. Je suis sûr que M. Delamuraz, conseiller fédéral, saura certainement, du haut de son bon sens, comme Salomon, couper la poire en deux.
M. Delamuraz, conseiller fédéral: Que j'aime entendre M. Rohrbasser traiter les conseillers fédéraux de sages! Cette classification zoologique me plaît. Je ne saurais trop recom- mander à M. Rohrbasser de suivre à l'avenir en toutes occa- sions les sages, quelles que soient les circonstances.
Cette utile précision étant faite, j'affirme que la proposition po- testative fixée dans l'alinéa 3 de cet article indique bien que le Conseil fédéral limitera les exigences de tenue de registre à ce qui est strictement et rigoureusement nécessaire à l'accom- plissement efficace de son combat contre les épizooties. Le Conseil fédéral juge qu'en l'état actuel des choses les contrô- les qui sont opérés chez les détenteurs de bétail à onglons et de cervidés («Klauentiere und Hirsche») sont suffisants, tels que les supervisent actuellement les inspecteurs du bétail. Les contrôles du trafic et des effectifs ultérieurs ne seront édictés que sur la base d'une stricte nécessité, qui sera en principe engendrée par la lutte contre des épizooties hautement conta- gieuses, mais pourraient l'être aussi pour d'autres raisons. Pour éviter sur ce point la création d'une divergence entre la version de votre conseil et celle du Conseil des Etats, pour évi- ter aussi dès le départ, en contrepartie, de donner au Conseil fédéral des feux trop verts dont il fera un usage trop large, je m'engage maintenant d'une manière claire et nette, avec bien sûr inscription au sténogramme du Conseil national, en affir- mant que le Conseil fédéral limitera les contrôles qu'il a à opé- rer et la tenue de registres aux seuls détenteurs de bétail de rente. Détenteurs de poissons rouges, détenteurs de limaces apprivoisées, dormez sur vos deux oreilles, le Conseil fédéral ne vous demandera rien, même en cas de myxomatose aigüe des limaces. Il faut être clair et limiter l'effort principal à ce qui doit être fait. Le Conseil fédéral ne fera usage de la proposition telle qu'elle est contenue dans le projet de loi que pour les ani- maux de rente. Je prends ici cet engagement qui devrait permettre à M. Philipona de retirer sa proposition d'amende- ment - du moins je le souhaite - et qui devrait aussi permettre à tous ses amis légitimes de pousser un ouf de satisfaction et de considérer qu'il n'y aura pas de la part de l'administration de dérapage sur la base d'un article qui se révélerait trop large. Nous ne ferons que les contrôles strictement indispensables au bon combat et non des contrôles pour les beautés de la sta- tistique et encore moins pour les agréments de M. le Bureau.
M. Philipona: Ce n'est pas que le comptage des poules ou des cochons de ce pays soit rendu beaucoup plus facile après ce débat, mais les assurances du Conseil fédéral me permet- tent de croire que mes craintes sont maintenant apaisées et qu'il n'y aura pas d'abus bureaucratique. C'est dans ce sens que je retire ma proposition.
N
1723
Eurolex. Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
Präsident: Es gibt also noch Leute, die dem Bundesrat glau- ben. (Heiterkeit)
Angenommen gemäss Antrag der Kommission Adopté selon la proposition de la commission
Art. 31 Randtitel, Abs. 1, 3; 32 Abs. 1, 1bis; 33 Abs. 1; 42; 57; Ziff. II
Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 31 titre marginal, al. 1, 3; 32 al. 1, 1bis; 33 al. 1; 42; 57; ch. Il
Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Präsident: Ziffer Il ist unter Vorbehalt der definitiven Regelung der Referendumsfrage angenommen.
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes Dagegen
72 Stimmen 18 Stimmen
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
92.057-8
EWR. Anpassung des Bundesrechts (Eurolex) Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Aenderung EEE. Adaptation du droit fédéral (Eurolex) Loi federale contre la concurrence déloyale. Modification
Botschaft I und Beschlussentwurf vom 27. Mai 1992 (BBI V 1) Message I et projet d'arrêté du 27 mai 1992 (FF V 1) Beschluss des Ständerates vom 27. August 1992 Décision du Conseil des Etats du 27 aout 1992 Kategorie IV, Art. 68 GRN - Catégorie IV, art. 68 RCN
Antrag der Kommission Eintreten
Antrag der SD/Lega-Fraktion Nichteintreten
Antrag der Fraktion der Auto-Partei Rückweisung des Geschäfts 92.057-8 Eurolex an den Bundes- rat
mit dem Auftrag, klare Arbeitspapiere vorzulegen, welche den geltenden Gesetzestext, die Forderung des Acquis commu- nautaire, den Entwurf des Bundesrates und den Entscheid der Kommission in der auf Fahnen üblichen synoptischen Darstel- lung zeigen.
Proposition de la commission Entrer en matière
Proposition du groupe DS/Ligue Ne pas entrer en matière
Proposition du groupe des automobilistes
Renvoyer le projet Eurolex 92.057-8 au Conseil fédéral en l'invitant à soumettre des documents de travail qui présen- tent avec toute la clarté souhaitable, au moyen des dépliants habituels, le texte de loi actuellement en vigueur, les exigen- ces de l'acquis communautaire, le projet du gouvernement et la décision de la commission.
Frau Danuser, Berichterstatterin: Mit dem Bundesbeschluss über die Aenderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) werden zwei EG-Richtlinien umgesetzt, die Richtlinien Nr. 84/450 und Nr. 87/102, geändert durch die Richtlinie Nr. 90/88. Dabei geht es einerseits um die Werbung für Konsumkreditgeschäfte, andererseits um die Beweislast- umkehr bei irreführenden Werbebehauptungen.
Wir haben in der Schweiz bereits ein Gesetz gegen den unlau- teren Wettbewerb; ein Konsumkreditgesetz haben wir be- kanntlich heute noch nicht. Mit den Konsumkrediten in ver- tragsrechtlicher Hinsicht werden wir uns bei der Behandlung des Bundesbeschlusses über den Konsumkredit eingehend beschäftigen. Diese Vorlage hier regelt den lauterkeitsrechtli- chen Bereich.
In Artikel 3 werden die Begriffe denjenigen angeglichen, die im Bundesbeschluss über den Konsumkredit gelten werden; «Kleinkredite» heissen neu «Konsumkredite»; «Kreditkosten in Franken und Jahresprozenten» werden zum «effektiven Jah- reszins» usw.
Das Gesetz gilt sowohl für Werbung für die Gewährung eines Kredits als auch für Werbung für die Vermittlung eines sol- chen. Auch wer Konsumkredite vermittelt, hat sich an die Re- geln der Lauterkeit zu halten. Auch vermittelnde Werbung, die irreführend ist und an Nötigung grenzt, ist gesetzeswidrig. In Artikel 3 Buchstabe k UWG wird zudem ein missverständli- ches «oder» entfernt. Kreditnehmende haben Anspruch auf «klare Angaben über den Bar- und den Gesamtkaufpreis».
Für unser Gesetz neu ist die Beweislastumkehr für Tatsachen- behauptungen in der Werbung. Das ist in Artikel 13a geregelt. Wenn jemand von seinem Produkt behauptet, es wirke gegen Haarausfall, ist das eine Tatsachenbehauptung, und er könnte aufgrund der Beweislastumkehr von Richtenden verpflichtet werden, dies nachzuweisen. Allerdings müssen diese prüfen, ob es den Werbenden zumutbar ist, den Beweis anzutreten. Die Angemessenheitsklausel relativiert also die Möglichkeit, dass für den gesamten Bereich der irreführenden Werbung zi- vilprozessual von der klassischen Beweislastverteilung (Art. 8 ZGB) abgewichen werden kann.
Gestatten Sie mir dazu einen Einschub. Heute publizierte die Tagespresse die Meldung eines japanischen Pharmaunter- nehmens, wonach «Mann» alle Wundermittel gegen Haaraus- fall vergessen und statt dessen Mozart hören solle. Das Unter- nehmen habe bereits 10 000 Discs mit Haarausfalltherapie- Musik verkauft. Da kann ich nur sagen: Zum Glück muss nicht Mozart selbst den Beweis hier antreten.
Zur Motion und zum Postulat der Kommission für Wirtschaft und Abgaben: Es geht dabei um das Kartellrecht. Unser Land ist unangefochtener Weltmeister. Es ist für mich fast unvorstell- bar, ein besseres Beispiel, ein geeigneteres Thema zu finden, an dem sich unsere Aufgabe, unser Auftrag im Parlament, viel- leicht das Wesen der Politik überhaupt besser darstellen lies- sen: nämlich dafür zu sorgen, dass die allgemeine Zielsetzung der besonderen vorgeht. Sie alle kennen das Hohelied des Wettbewerbs; es wird in der Schweiz sehr laut gesungen. In letzter Zeit wird es von Deregulierern besonders laut gesun- gen. Dabei wird in unserem Land weit weniger konkurriert, als man gemeinhin glaubt. Durch die Kartelle, durch die Preisab- sprachen schaltet man den Wettbewerb aus, mit den Kartellen schaltet man die Konkurrenz aus. Das Volk, das wir vertreten - die Mieter, die Steuerzahler und die Konsumentinnen und Konsumenten -, wird dabei um die tieferen Preise betrogen. Nun haben wir die vornehme Aufgabe, diese Sonderinteres- sen darzustellen. Wenn etwas kurzfristig den einen eher schlecht bekommt, kann es dennoch dem Ganzen dienen. Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben hat ihre Forde- rungen an den Bundesrat bezüglich Kartellrecht aufgeteilt, das Wünschenswerte in Postulatsform, das realistischerweise
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
EWR. Anpassung des Bundesrechts (Eurolex) Tierseuchengesetz. Aenderung EEE. Adaptation du droit fédéral (Eurolex) Loi sur les épizooties. Modification
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1992
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
04
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.057-2
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 23.09.1992 - 15:00
Date
Data
Seite
1718-1723
Page
Pagina
Ref. No
20 021 591
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.