Motion du groupe socialiste
2158
N
9 octobre 1992
92.3102 Motion Gonseth Systematische Atemluftkontrollen (Alkohol am Steuer) Contrôles systématiques à l'éthylomètre
Wortlaut der Motion vom 18. März 1992 Der Bundesrat wird eingeladen: 1. so rasch wie möglich die gesetzlichen Grundlagen zu schaf- fen, damit im Strassenverkehr systematische Atemluftkontrol- len durchgeführt werden können;
Texte de la motion du 18 mars 1992 Le Conseil fédéral est chargé:
d'élaborer aussi vite que possible les bases légales autori- sant les contrôles systématiques à l'éthylomètre sur la per- sonne des conducteurs;
dans l'intervalle et à titre d'essai, de faire effectuer des contrôles de ce type dans diverses régions du pays et d'en présenter les résultats dans un rapport scientifique.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Diener, Gardiol, Hol- lenstein, Jöri, Meier Hans, Meier Samuel, Meyer Theo, Misteli, Schmid Peter, Steffen, Weder Hansjürg, Wiederkehr (13)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Weltweit steht die Schweiz mit ihrem Pro-Kopf-Alkoholkonsum von elf Litern an drittvorderster Stelle, und alkoholbedingte Unfälle im Strassenverkehr stellen bei uns eines der schwer- wiegendsten sozialen Probleme dar.
1990 wurden in der Schweiz 7433 Alkoholunfälle registriert (die Dunkelziffer dürfte viel höher sein). Dabei gab es 158 Tote und 3413 Verletzte. Etwa jeder fünfte Verkehrstote ist ein Opfer des Alkohols.
Bei über 0,5 Promille Alkohol im Blut erhöht sich die Unfall- gefahr um das Zweifache, bei 0,8 Promille um das Vierfache und bei 1,5 Promille ist die Unfallgefahr 16mal so gross wie in nüchternem Zustand. Die Gefahr eines alkoholbedingten Un- falles ist in den Nächten des Wochenendes besonders gross. In der Schweiz wird die Unfallprävention dadurch stark er- schwert, dass die meisten Leute die Erfahrung machen, dass das Führen eines Fahrzeuges sich mit Alkoholkonsum durch- aus vereinen lässt und keine Konsequenzen nach sich zieht, denn bisher sind in der Schweiz Atemlufttests nur bei begrün- detem Verdacht möglich.
Ausländische Studien zeigen nun sehr deutlich, dass syste- matische Atemluftkontrollen im Strassenverkehr verbunden mit guter Oeffentlichkeitsarbeit sehr wirksam zur Verhütung von alkoholbedingten Unfällen sind:
Ohne grösseren Polizeieinsatz wurden in Den Haag 1986 ei- nige Monate lang systematische Reihen-Atemlufttests durch- geführt. Die Zahl der Fahrer mit mehr als 0,5 Promille Blutalko- holkonzentration ging an Wochenenden von 12 auf 8 Prozent zurück.
In Sidney wurde eine Untersuchung während drei Jahren mit erhöhtem Polizeieinsatz durchgeführt Die Massnahmen wurden wie in Den Haag breit veröffentlicht Jeder neunte Führerscheinbesitzer musste mit einer Kontrolle pro Jahr rechnen. Die Zahl der Unfälle mit tödlichem Ausgang verrin- gerte sich um 20 Prozent, an Wochenenden sogar um 40 Prozent
Der Nutzen solch verbesserter Polizeikontrollen übertrifft die Kosten bei weitem. Besonders wichtig ist dabei auch die Prä- vention des immateriellen Schadens, welcher sich nicht in Zahlen ausdrücken lässt.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1992
Gesetzliche Grundlage für systematische Atemluftkontrol- len: Der Bundesrat ist bereit, Ziffer 1 der Motion entgegenzu- nehmen.
Durchführung eines Versuchs in verschiedenen Landestei- len: Der Bundesrat hat weder die Kompetenz noch die Mittel, Versuche mit systematischen Atemluftkontrollen durchzufüh- ren. Gemäss Artikel 106 Absatz 2 SVG sind die Kantone zu- ständig, dieses Gesetz durchzuführen.
Mangels gesetzlicher Grundlage könnte ein solcher Versuch ohnehin nur auf freiwilliger Basis durchgeführt werden, was die Resultate verfälschen würde. Daher ist Ziffer 2 der Motion abzulehnen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, Ziffer 1 der Motion zu überweisen und Ziffer 2 abzulehnen.
Ziff. 1 - Ch. 1 Ueberwiesen - Transmis Ziff. 2 - Ch. 2 Abgelehnt - Rejeté
92.3117
Motion der sozialdemokratischen Fraktion Lex-Friedrich-Liberalisierung. Ersatzgesetzgebung Motion du groupe socialiste Lex Friedrich. Législation de substitution
Wortlaut der Motion vom 19. März 1992
Der Bundesrat wird beauftragt, bundesgesetzliche Bestim- mungen auf dem Gebiet der Raumplanung oder des Boden- rechts zu erlassen, die sicherstellen, dass die für den EWR auf- zuhebende Lex Friedrich auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens des EWR-Vertrages durch gleich wirksame Bestimmungen er- setzt wird. Insbesondere geht es um bundesrechtliche Be- schränkungsmöglichkeiten des Zweit- und Ferienwohnungs- baus sowie der Parahotellerie. Die gesetzlichen Anpassungen haben so rasch zu erfolgen, dass sie in Zusammenhang mit der Eurolex parlamentarisch behandelt werden können.
Texte de la motion du 19 mars 1992
Le Conseil fédéral est chargé d'édicter des dispositions léga- les dans le domaine de l'aménagement du territoire ou du droit foncier, dispositions assurant que la Lex Friedrich, qui devra être supprimée dans la perspective de l'EEE, sera rem- placée, au moment de l'entrée en vigueur de l'Accord sur l'EEE, par des dispositions tout aussi efficaces. Le droit fédéral devra notamment permettre de restreindre la parahôtellerie ainsi que la construction de résidences secondaires et d'ap- partements de vacances. Les adaptations des lois devront avoir lieu assez rapidement pour pouvoir être traitées par le Parlement en même temps qu'Eurolex.
Sprecher - Porte-parole: Bundi
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Motion Gonseth Systematische Atemluftkontrollen (Alkohol am Steuer) Motion Gonseth Contrôles systématiques à l'éthylomètre
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Jahr
1992
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3102
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 09.10.1992 - 08:00
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Data
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2158-2158
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