Motion Keller Rudolf
2169
92.3187
Motion Bischof Eidgenössische Abstimmungen. Verständliche Formulierungen auf Stimmzetteln Votations fédérales. Bulletins de vote rédigés dans un langage intelligible
Wortlaut der Motion vom 3. Juni 1992
Der Bundesrat wird beauftragt, bei den Formulierungen auf den Stimmzetteln für die eidgenössischen Abstimmungsvorla- gen, zuhanden des Schweizervolkes, eine für alle verständli- che Sprache zu wählen.
Texte de la motion du 3 juin 1992
Le Conseil fédéral est chargé de veiller à ce que le texte figu- rant sur les bulletins de vote des objets fédéraux soumis au verdict populaire soit rédigé dans un langage accessible à tout le monde.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Borradori, Keller Rudolf, Maspoli, Mauch Rolf, Ruf, Scherrer Werner, Stalder, Steffen (8)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Immer wieder kommt es vor, dass bei eidgenössischen Ab- stimmungsvorlagen Fremdwörter bzw. Fachausdrücke ge- wählt werden (jüngstes Beispiel «Bretton Woods»), bei wel- chen die Sachbezogenheit der Vorlage auf den ersten Blick nicht ersichtlich, zum Teil auch nicht verständlich ist Allzuoft werden die Vertreter des Parlamentes nach dem Sinn und dem Inhalt einer Vorlage gefragt, da die Formulierungen un- klar sind und der Stimmbürger, verunsichert durch die ge- wählten Fachausdrücke, sich nicht mehr sicher ist, wozu er ei- gentlich ja oder nein sagen soll.
Der Bundesrat wird aufgrund dieser Tatsache gebeten, bei der Ausarbeitung der Formulierungen für die Stimmzettel zuhan- den des Stimmbürgers darauf zu achten, dass einerseits eine klare Formulierung gewählt wird und anderseits die dabei ver- wendeten Fachausdrücke einer breiten Bevölkerungsschicht bekannt sind.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 19. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 19 août 1992
Der Bundesrat entschied vor zehn Jahren, dass auf die Stimm- zettel für die eidgenössischen Volksabstimmungen wörtlich die offiziellen Ueberschriften der Gesetze und Bundesbe- schlüsse, wie sie von den eidgenössischen Räten verabschie- det wurden, zu setzen sind; bei Volksinitiativen sind die Ueber- schriften zu verwenden, die zusammen mit dem Entscheid über die Vorprüfung im Bundesblatt publiziert wurden. Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen hat man sich in den letzten Jahren an dieses Prinzip gehalten.
Würde der Bundesrat von diesem objektiven Kriterium abwei- chen und im Sinne des Urhebers der Motion versuchen, den Text auf den Stimmzetteln verständlicher zu formulieren, setzte er sich der Kritik aus, er wolle die öffentliche Meinung manipulieren oder die Frage in missbräuchlicher Weise ver- einfachen. Zu einer Aenderung der bisherigen Praxis sieht der Bundesrat um so weniger Anlass, als die Abstimmungserläu- terungen, die jeder Bürgerin und jedem Bürger vor der Abstim- mung zugestellt werden, gerade das Ziel haben, die dem Volk unterbreiteten Vorlagen samt ihren bisweilen nicht sehr leicht verständlichen Titeln zu erklären.
Der Bundesrat ist der Ansicht, dass schon bei der Ausarbei- tung der Erlasse und später bei der Ueberprüfung der Texte durch die Redaktionskommissionen der eidgenössischen
Räte auf eine klare Formulierung der Ueberschriften zu achten ist. Die Bundeskanzlei hat daher in seinem Auftrag die Depar- temente auf das Anliegen des Motionärs aufmerksam ge- macht, damit diese ihre Aemter auffordern, die Ueberschriften von Erlassen, die den eidgenössischen Räten vorgelegt wer- den, mit besonderer Sorgfalt zu wählen. Die Ueberschriften sollen so formuliert werden, dass sie jeder Bürger verstehen kann.
Gleiche Anweisungen erhielten auch die Vertreter der Bundes- kanzlei in den Redaktionskommissionen des Parlamentes.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat beantragt, die Motion als erledigt abzu- schreiben.
Abgeschrieben - Classé
92.3288
Motion Keller Rudolf Gewaltentrennung in staatlichen und halbstaatlichen Institutionen Institutions publiques et semi-publiques. Séparation des pouvoirs
Wortlaut der Motion vom 19. Juni 1992
Der Bundesrat wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen so anzupassen, dass in staatlichen oder halbstaatlichen Insti- tutionen, über welche die eidgenössischen Räte die Oberauf- sicht ausüben (PTT, SBB usw.), zwecks klarer Gewaltentren- nung und der Vermeidung von Interessenkonflikten keine eid- genössischen Parlamentarier in Aufsichtskommissionen und Verwaltungsräten Einsitz nehmen können.
Texte de la motion du 19 juin 1992
En vue de séparer clairement les pouvoirs et d'éviter les conflits d'intérêts, le Conseil fédéral est chargé d'adapter la lé- gislation de manière à empêcher tout parlementaire fédéral de siéger dans les commissions de surveillance et les conseils d'administration des institutions étatiques et semi-étatiques sur lesquelles les Chambres fédérales exercent leur haute sur- veillance (PTT, CFF, etc.).
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bischof, Ruf, Stalder, Steffen (4)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 août 1992
Institutionen, über welche die eidgenössischen Räte mittelbar die Oberaufsicht ausüben (Art 85 Ziff. 11 BV), gibt es derzeit über 500.
Nur in Ausnahmefällen kommt dem Parlament eine unmittel- bare Prüfungspflicht zu, so u. a. die Genehmigung der Voran- schläge, der Jahresrechnung und des Geschäftsberichtes der SBB oder die Genehmigung der Jahresrechnung und des Ge- schäftsberichtes der PTT (Art. 7 Bst. c des Bundesgesetzes über die Schweizerischen Bundesbahnen, SR 742.31, sowie Art. 13 Bst. e des PTT-Organisationsgesetzes, SR 781.0). Die
N 9 octobre 1992
2170
Postulat Pini
Aufgabe der Oberaufsicht hat indessen in beiden Fällen der Bundesrat wahrzunehmen. Somit sind die Befugnisse von Bundesversammlung und Bundesrat klar umschrieben und aufgeteilt, so dass das Problem der Gewaltentrennung bei der Wahl eines Parlamentariers in die Verwaltungsräte der beiden genannten Institutionen nur noch in abgeschwächter Form besteht.
Weiter wird die Gefahr von Interessenkonflikten durch zwei Be- stimmungen des Parlamentsrechts entschärft:
Artikel 3bis Absatz 1 Buchstabe b des Geschäftsverkehrsge- setzes (SR 171.11): Offenlegung der Interessenbindungen;
Artikel 14 des Geschäftsreglements des Nationalrates (SR 171.13): Unvereinbarkeit von Mitgliedschaft in Kommissio- nen und Verwaltungsräten (Wahlbehörde Bundesrat) mit der Zugehörigkeit zu parlamentarischen Kontrollkommissionen. Trotzdem hat sich der Bundesrat bei der Wahl von Parlamenta- riern in die Verwaltungsräte der erwähnten Institutionen stets grosse Zurückhaltung auferlegt Der Bundesrat ist dennoch bereit, bei einer Revision der genannten gesetzlichen Grundla- gen, aber auch bei ähnlichen staatlichen oder halbstaatlichen Institutionen, bei denen dem Parlament eine unmittelbare Prü- fungspflicht zukommt, abklären zu lassen, ob die Möglichkeit, Parlamentarier in Aufsichtskommissionen oder Verwaltungs- räte zu wählen, eventuell eingeschränkt werden müsste (in An- lehnung an Art. 18 des Bundesgesetzes über die politischen Rechte; Unvereinbarkeitsbestimmung; SR 161.1).
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
92.3155
Postulat Zisyadis Verzicht auf Bestrafung der Volkszählungsverweigerer Réfractaires au rencensement fédéral. Arrêt des condamnations
Wortlaut des Postulates vom 20. März 1992 Die eidgenössische Volkszählung 1990 wurde in zahlreichen Kantonen durch Antwortverweigerungen beeinträchtigt, die wahrscheinlich mit der Angst vieler Bürger vor einer Fichie- rung verbunden war.
Je nach Kanton sind den Verweigerern gegenüber sehr unter- schiedliche Haltungen eingenommen worden: Hier wurde ver- urteilt, dort füllten die lokalen Behörden die Erhebungsformu- lare selber aus.
Angesichts der Ungleichheit in der Behandlung der Boykot- teure der Volkszählung 1990 wird der Bundesrat ersucht, bei den Kantonen einen allgemeinen Verzicht auf ihre Bestrafung zu fordern.
Texte du postulat du 20 mars 1992
Le rencensement fédéral 1990 a été perturbé dans de nom- breux cantons par des refus de répondre, liés vraisemblable- ment à des craintes en rapport avec un fichage des citoyens. Selon les cantons, des attitudes très diverses sont apparues à l'égard des réfractaires: ici des condamnations, là des rem- plissages de feuilles de recensement par les autorités locales elles-mêmes.
Au vu de la diversité de traitement infligé aux réfractaires, le Conseil fédéral est invité à demander aux cantons un arrêt des condamnations des réfractaires au recensement fédéral 1990.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Goll, Spielmann (2)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 15. Juni 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral
du 15 juin 1992
Le Conseil fédéral n'est pas habilité à demander un arrêt des condamnations des réfractaires au recensement fédéral de la population. C'est l'article 3c de la loi fédérale sur le recense- ment fédéral de la population (RS 431.112), ajouté sur la base de l'arrêté du 23 juin 1988 de l'Assemblée fédérale, qui fixe la manière de procéder en cas de violation de l'obligation de fournir des renseignements. La loi stipule que les personnes qui violent intentionnellement l'obligation de renseigner sont passibles d'une amende de 3000 francs au plus. Elle dit expressément que la poursuite des infractions incombe aux cantons.
Seule une amnistie ou une abolition - que les deux Chambres peuvent autoriser en vertu du 7e alinéa de l'article 85 de la Constitution fédérale - permettrait de renoncer d'une manière générale à condamner les réfractaires au recensement fédéral de la population.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de rejeter le postulat.
Abgelehnt - Rejeté
92.3170
Postulat Pini 700 Jahre Freiheits-Charta von Biasca. Rückführung aus dem Landesmuseum in Zürich Postulato Pini 700° della «Carta della libertà» di Biasca. Destinazione Sala d'onore Casa Cavaliere G. B. Pellanda
Postulat Pini 700e anniversaire de la Charte de franchise de la commune de Biasca. Restauration de la Salle d'honneur de la maison du chevalier Pellanda
Wortlaut des Postulates vom 1. Juni 1992 Die Innenausstattung des Empfangs- und Ehrensaals aus dem Patrizierhaus des Giovanni Battista Pellanda (16. Jh.) in Biasca (TI) befindet sich mit allen Einrichtungsgegenständen in einem Depot des Landesmuseums in Zürich und ist somit für das Publikum nicht zugänglich. Der Bundesrat wird er- sucht, schnell abzuklären, ob es möglich ist, diese Innenaus- stattung, die im Besitz des Bundes ist, an ihren ursprünglichen Platz im Haus des Cavaliere Pellanda, das heute unter Denk- malschutz steht, zurückzuführen. Es wäre wünschbar, wenn dies noch in diesem Jahr geschehen könnte, weil Biasca 1992 700 Jahre Freiheits-Charta von Biasca feiert.
Die Gemeinde Biasca hat mit Unterstützung des Kantons und des Bundes das Haus des Cavaliere Pellanda von 1976 bis 1988 restauriert. Mit diesem Postulat möchte ich dem Bundes- rat deutlich machen, wie gross die Erwartung der Bevölke- rung, der Gemeindebehörde und der Burgergemeinde ist, dass aus Anlass der Gedenkfeier zur Freiheits-Charta dieses wertvolle Zeugnis der Geschichte (der drei oberen Tessinertä- ler) noch dieses Jahr nach Biasca zurückkommt.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Keller Rudolf Gewaltentrennung in staatlichen und halbstaatlichen Institutionen Motion Keller Rudolf Institutions publiques et semi-publiques. Séparation des pouvoirs
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1992
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Herbstsession
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Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance Seduta
Geschäftsnummer 92.3288
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 09.10.1992 - 08:00
Date
Data
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2169-2170
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