2189
Interpellation Bühler Simeon
Aufgrund der dargelegten Annahmen führen die Berechnun- gen über die Steuerbelastung gemäss geltendem Recht (Wa- renumsatzsteuer und direkte Bundessteuer) und Volksinitia- tive (Mehrwertsteuer mit kompensatorischem Normalsatz von 10,6 Prozent) zu folgenden Ergebnissen (alle Beträge in Fran- ken):
Brutto-
Waren-
einkommen
umsatz- steuer
Direkte Bundes- steuer
Total heute
Mehr- wert- steuer
Mehr- (+)
oder
Minder- (-) belastung
20000
256
0
256
826
30000
384
0
384
1 239
40000
512
84
596
1 652
50000
605
196
801
1 885
60 000
738
439
1177
2214
70 000
868
750
1618
2583
965
80 000
984
1141
2125
2880
755
90 000
1071
1619
2690
3276
586
100 000
1370
2207
3577
3860
283
150 000
2055
7452
9507
5 790
200 000
2740
13302
16042
7720
300 000
4110
25 639
29749
11 580
-18169
500 000
6850
50326
57176
19300
-37 876
Die Tabelle zeigt, dass die Volksinitiative eindeutig zu einer starken Entlastung hoher Einkommen führt, während sich bei kleinen und mittleren Einkommen Mehrbelastungen ergeben. Die Umverteilungswirkung der Initiative dürfte wegen der ver- einfachenden Annahmen, die insbesondere die höhere Spar- quote der Haushalte mit sehr hohen Einkommen vernachläs- sigen, in der Tabelle tendenziell sogar etwas unterschätzt sein. Die starke Wirkung erklärt sich mit der starken Progression der direkten Bundessteuer, welche dazu führt, dass sich aus der Summe von Warenumsatzsteuer und direkter Bundessteuer heute eine eindeutig progressive Steuerbelastung ergibt. Bei der Abschaffung dieser beiden Steuern und der Einführung ei- ner Mehrwertsteuer als Kompensationsmassnahme ändert sich das Bild radikal: In den Grundzügen kann die am Einkom- men gemessene Steuerbelastung dann als proportional be- zeichnet werden.
Der Schnittpunkt, wo sich weder eine Mehr- noch eine Minder- belastung ergibt, liegt übrigens bei einem Bruttoeinkommen von 105 000 bis 110 000 Franken. Daraus lässt sich aufgrund der Statistik der direkten Bundessteuer ableiten, dass durch die Volksinitiative nur 8 bis 9 Prozent aller steuerpflichtigen na- türlichen Personen in den Genuss von Minderbelastungen kä- men, während 90 Prozent mehr belastet würden.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes befriedigt
92.3195
Interpellation Pini Investitionshilfe für Berggebiete. Wiederaufnung des Fonds
Interpellanza Pini Crediti LIM. Rinnovo fondo
Interpellation Pini Aide aux investissements dans les régions de montagne. Réapprovisionnement du fonds
Wortlaut der Interpellation vom 3. Juni 1992
Ich bitte die zuständigen Bundesbehörden um Auskunft dar- über, in welchem Umfang gegenwärtig Mittel aus dem IHG- Fonds zur Verfügung stehen. Diese Frage stellt sich in Anbe- tracht der Tatsache, dass z. B. in meinem Kanton (Tessin) die
Beitragszusicherungen für IHG-Hilfe bis zu Beginn dieses Jah- res nicht den verfügbaren Mitteln aus dem IHG-Fonds entspre- chen, da dieser nicht mehr geäufnet worden ist. Wo stehen wir heute?
Testo dell'interpellanza del 3 giugno 1992
Chiedo all'autorità federale competente di informare in merito alle attuali disponiblità del fondo LIM, considerato, ad esem- pio, che nel mio Cantone (Ticino) fino all'inizio del corrente anno i preavvisi di contributo federale LIM non corrisponde- vano alla relativa disponibilità finanziaria federale, non es- sendo stato rinnovato il fondo. A che punto siamo?
Texte de l'interpellation du 3 juin 1992
Je prie l'autorité fédérale responsable d'informer sur les liqui- dités du fonds d'aide aux investissements dans les régions de montagne, compte tenu du fait que, par exemple, dans mon canton, le Tessin, les préavis de contributions fédérales au titre de la LIM formulés jusqu'au début de cette année, ne corres- pondent pas aux liquidités financières, étant donné que le fonds n'a pas été renouvelé. Où en sommes-nous?
Mitunterzeichner - Cofirmatari -- Cosignataires: Keine - Nessuno - Aucun
Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit L'autore rinuncia alla motivazione e desidera una risposta scritta.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1992
Risposta scritta del Consiglio federale
del 31 agosto 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral
du 31 août 1992
Dal 1975 al 1991, il fondo d'aiuto agli investimenti è stato incre- mentato di 784 milioni di franchi con mezzi provenienti dal budget Nello stesso periodo, sono rifluiti nel fondo 189 milioni di franchi provenienti da ammortamenti.
Per l'anno 1992, l'importo del budget è stato fissato a 68 mi- lioni di franchi. Il piano di finanziamento per il periodo 1993- 1995, prevede un versamento annuo al fondo di 50,4 milioni di franchi.
Unitamente ai presumibili rimborsi, alle 54 regioni LIM della Svizzera potranno essere assegnati sotto forma di mutui i se- guenti importi:
1992: 80 milioni di franchi (di cui 6,4 milioni per le regioni del Canton Ticino), 1993: 85 milioni di franchi; 1994: 85 milioni di franchi.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes teilweise befriedigt
92.3220
Interpellation Bühler Simeon Preiszusammenbruch auf dem Fleischmarkt Chute des prix sur le marché de la viande
Wortlaut der Interpellation vom 12. Juni 1992 Für viele Bauern, die keine Milch in Verkehr bringen, sondern die Milch über die Kälber- und Jungstiermast verwerten, ist der katastrophale Preiszusammenbruch auf dem Fleischmarkt zur Existenzfrage geworden. Der durchschnittliche Kilopreis ist zum Beispiel bei Jungstieren von über 7 Franken auf
N
9 octobre 1992
2190
Interpellation Bühler Simeon
4.50 Franken oder um etwa 40 Prozent gefallen. Weil das An- gebot insbesondere der Jungstiere (Fresser) sich infolge der natürlichen Bedingungen auf eine kurze Zeit (April bis Juni) er- streckt, kann der Markt in dieser Zeit nicht das ganze Angebot aufnehmen. Bisher hat die GSF mit Unterstützung des Bundes durch die Einlagerung das Angebot auf das ganze Jahr ver- teilt. Damit konnten Preiszusammenbrüche im diesjährigen Ausmass vermieden werden.
In diesem Zusammenhang stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:
Warum hat der Bundesrat dieses Jahr der GSF keine Einla- gerungen zugestanden, obwohl damit der gewaltige Preis- sturz hätte vermieden werden können?
Ist sich der Bundesrat bewusst, dass bei ständig steigen- den Kosten dieser Preiszusammenbruch bei den Fleischpro- duzenten die Existenz vieler Bauernbetriebe, die keine Milch abliefern, bedroht?
Bei den Betrieben, die keine Milch in Verkehr bringen, han- delt es sich im Berggebiet um solche, die unsere abgelegen- sten Gebiete besiedeln und bewirtschaften. Durch die Exi- stenzgefährdung dieser Betriebe wird gleichzeitig die Besied- lung und Pflege weiter Teile des Berggebietes bedroht. Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, damit diese wichtige, multifunktionale Aufgabe weiterhin von diesen Betrieben er- füllt werden kann?
Texte de l'interpellation du 12 juin 1992
Pour maints paysans qui ne mettent pas de lait dans le com- merce parce qu'ils l'utilisent pour l'engraissement de veaux et de taurillons, l'effondrement catastrophique des prix sur le marché de la viande a pris des proportions telles que leur existence est menacée. Le prix moyen au kilo pour les tauril- lons, par exemple, qui était au-dessus de 7 francs, est tombé à 4 francs 50, soit une chute de près de 40 pour cent Comme l'offre de taurillons (broutards) se concentre sur une brève période (avril à juin), elle ne peut être complètement absorbée par le marché. Jusqu'ici, la Coopérative pour l'ap- provisionnement en bétail de boucherie et en viande (CBV), avec le soutien de la Confédération, avait pu répartir la pro- duction sur toute l'année en recourant à l'entreposage. On avait pu ainsi éviter un effondrement des prix tel que celui survenu cette année.
A ce propos, je prie le Conseil fédéral de répondre aux ques- tions suivantes:
Pourquoi n'a-t-il pas autorisé la CBV à recourir cette année encore à l'entreposage, ce qui aurait permis d'éviter la brutale chute des prix?
Est-il conscient qu'avec la hausse croissante des coûts, cet effondrement des prix de la viande menace l'existence de nombreux paysans ne livrant pas de lait?
Les exploitations qui ne mettent pas de lait dans le com- merce se situent en zone de montagne. Elles occupent et ex- ploitent donc des régions qui sont parmi les plus reculées de notre pays. La mise en péril de ces exploitations menace ainsi le peuplement et l'entretien de vastes régions de montagne. Que pense entreprendre le Conseil fédéral pour que ces ex- ploitations puissent continuer à remplir leurs nombreuses et importantes fonctions?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bezzola, Binder, Bürgi, Co- lumberg, Hämmerle, Hari, Hess Otto, Maurer, Müller, Rutis- hauser, Schnider, Schwab, Wittenwiler (13)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1992
Zur Milderung der Trockenheitsschäden hat der Bundesrat im Herbst 1991 16 Millionen Franken à fonds perdu für den Schlachtviehmarkt zur Verfügung gestellt. Dadurch konnten etwa 4000 Tonnen Fleisch von grossem Schlachtvieh eingela-
gert werden. Die Mehrschlachtungen 1991 von 45 000 Stück Rindvieh gegenüber dem Vorjahr liessen den Selbstversor- gungsgrad beim Rindfleisch auf 97,2 Prozent und beim Kalb- fleisch auf 100,4 Prozent ansteigen. In der Folge gingen die Importabgaben auf Fleisch noch weiter zurück, und es stan- den somit weniger Mittel für die saisonale Ueberschussver- wertung bei Fleisch für 1992 zur Verfügung.
Der in der Interpellation angesprochene Preisrückgang ist vor allem auf ein überhöhtes Angebot zurückzuführen.
Zu den Fragen im einzelnen:
Die 1992 verfügbaren Mittel aus dem Rückstellungsfonds Fleisch werden vollumfänglich zur Entlastung des Kälber- und Fressermarktes eingesetzt So auch in der freiwilligen Einlage- rungsaktion 1992, in welcher vom 2. April bis 10. Juli 1992 total 225 Tonnen Kalb- und 278 Tonnen Fresserfleisch eingelagert wurden. Die dadurch entstehenden Kosten werden etwa 2 Mil- lionen Franken betragen. Da die Lagerhaltung aus den Ueber- schussverwertungen der Jahre 1990 und 1991 weitere 7 Millio- nen Franken bis Ende Jahr kosten wird, müssen die Verwer- tungsmassnahmen für Kalb- und Fresserfleisch im erwähnten Rahmen gehalten werden, und für zusätzliche Massnahmen beim grossen Schlachtvieh bleiben keine Mittel mehr. Am 1. Januar 1992 betrugen die beitragspflichtigen Lagermengen noch etwa 4000 Tonnen Bank- und Verarbeitungsvieh sowie etwa 1000 Tonnen Kalb- und Fresserfleisch.
Der Bundesrat ist sich der Folgen der ständig steigenden Kosten und der erfolgten Preisrückgänge auf dem Schlacht- viehmarkt bewusst. Er weiss indessen auch, dass bessere Preise und somit auch höhere Einkommen erst wieder nach einer Reduktion des Angebotes möglich sein werden.
Die Entwicklung des Schlachtviehmarktes für Grossvieh in den letzten fünf Jahren hat die Bedeutung der oberen Produk- tionslimiten in der Schlachtviehordnung im Interesse der Landwirtschaft eindrücklich bestätigt. Ein Rückgang des In- landanteils im Rindfleischsektor auf 90 Prozent würde einen entsprechenden Anstieg der Preise und der Einkommen be- wirken. Die dadurch ermöglichten Mehrimporte würden den Rückstellungsfonds äufnen, so dass bei saisonalen Ueber- schüssen beim Grossvieh wieder Verwertungsmassnahmen möglich wären.
Im Beitragsjahr 1989/90 kamen 10 487 Betriebe mit insgesamt 67 072 beitragsberechtigten Kühen in den Genuss der Bei- träge. Die Gesamtkosten betrugen 118 Millionen Franken und gingen zu Lasten der Milchrechnung.
Die Gewährung dieser Beiträge - eine unter verschie- denen Massnahmen des Bundes zugunsten der Berglandwirt- schaft - zeigt die anerkannte Bedeutung dieser Regionen so- wie den Willen zur Erhaltung der ihnen angemessenen Bewirt- schaftung und Pflege.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes nicht befriedigt.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Bühler Simeon Preiszusammenbruch auf dem Fleischmarkt Interpellation Bühler Simeon Chute des prix sur le marché de la viande
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1992
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3220
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 09.10.1992 - 08:00
Date
Data
Seite
2189-2190
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20 021 711
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