Interpellation Keller Rudolf
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92.3260
Interpellation Keller Rudolf
Tierschutz. Vollzugsdefizit bei der Nutztierhaltung Protection des animaux. Inobservation des prescriptions régissant la garde des animaux de rente
Wortlaut der Interpellation vom 18. Juni 1992
Mit dem Inkrafttreten des Tierschutzgesetzes vom 9. März 1978 sind auch grosse Hoffnungen und Erwartungen darauf gesetzt worden, dass bis zum Ablauf der Uebergangsfrist 1991 die artgemässe und verhaltensgerechte Tierhaltung ge- samtschweizerisch Tatsache wird.
Während sich aber das politische Tierschutzinteresse in den letzten Jahren vor allem auf die Problematik der Tierversuche und des Tierhandels konzentrierte, war in der Landwirtschaft in einzelnen Kantonen faktisch ein eigentlicher Vollzugsstreik im Gange. Ressentiments gegen staatliche Kontrollen, erheb- liche Sanierungskosten und gleichzeitig bedingte wirtschaftli- che Einbussen durch eine Einschränkung des Viehbestandes aufgrund vorgeschriebener minimaler Freiflächen usw. waren die Gründe.
Ich frage daher den Bundesrat:
Wo stehen heute der Bund und die Kantone bezüglich der Einhaltung beziehungsweise der Durchsetzung der Tier- schutzvorschriften beim Tierhandel, der Wild- und Heimtier- haltung, im Bereiche der Tierversuche und der Nutztierhaltung in der Landwirtschaft und den Produktionsbetrieben?
Wie intensiv erfolgen entsprechende Tierschutzkontrollen und mit welchem Erfolg beziehungsweise welchen Konse- quenzen?
Gemäss Tierschutzkreisen soll die Aufklärung der Land- wirte bezüglich der Auswirkungen der Vollzugsmassnahmen der Tierschutzvorschriften in verschiedenen Kantonen unge- nügend gewesen sein. Was haben der Bund und die Kantone an Aufklärung im Bereiche der Landwirtschaft unternommen? 4. Mit der Forderung nach einer integrierten Tierhaltung, die das Tier in eine artgerechte, seinen Bedürfnissen angepasste Umwelt stellt, führt dies oftmals auch zu finanziellen Einbus- sen und erheblichen Neuinvestitionen. Wieweit unterstützen der Bund und die Kantone die Umstellung der Landwirt- schafts- und Produktionsbetriebe in tiergerechtere Betriebe?
Texte de l'interpellation du 18 juin 1992
Avec l'entrée en vigueur de la loi du 9 mars 1978 sur la protec- tion des animaux, il y avait tout lieu d'espérer qu'à l'issue de la période transitoire allant jusqu'en 1991, les animaux de rente seraient détenus, dans toute la Suisse, conformément aux be- soins et au comportement de chaque espèce.
Alors que, sur le plan politique, l'intérêt pour la protection des animaux se focalisait sur les expériences sur les animaux et sur le commerce d'animaux, dans l'agriculture, certains can- tons connaissaient, de facto, de véritables grèves en matière d'application de la loi. Ces réactions traduisaient notamment la grogne suscitée par les contrôles de l'Etat et les frais d'as- sainissement considérables, sans parler des manques à ga- gner résultant des réductions du cheptel imposées par les prescriptions sur les surfaces minimales.
Je pose donc les questions suivantes au Conseil fédéral:
Où en sont actuellement la Confédération et les cantons pour ce qui est du respect et de l'application des prescriptions sur la protection des animaux dans les domaines du com- merce d'animaux, de la détention d'animaux sauvages ou do- mestiques, des expériences sur les animaux et de la détention des animaux de rente dans l'agriculture et dans les entreprises de production?
A quel rythme ont lieu les contrôles et quels en sont les ré- sultats et les conséquences?
Au dire des défenseurs des animaux, la vulgarisation agri- cole quant aux effets liés à l'exécution des dispositions en ma- tière de protection des animaux aurait été insuffisante dans dif- férents cantons. Qu'ont entrepris la Confédération et les can- tons en matière de vulgarisation agricole?
L'obligation de pratiquer la détention intégrée des animaux, qui place ces derniers dans un environnement propre à leur espèce et adapté à leurs besoins, entraîne souvent des pertes financières et des investissements importants. Dans quelle mesure la Confédération et les cantons soutiennent-ils la conversion des exploitations agricoles et entreprises de pro- duction en exploitations qui tiennent mieux compte des be- soins des animaux?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bischof, Borradori, Maspoli, Ruf, Scherrer Werner, Stalder, Steffen (7)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 16. September 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral
du 16 septembre 1992
Die positiven Auswirkungen und die Probleme im Zusam- menhang mit dem Vollzug des Tierschutzgesetzes sind Mitte 1991 anlässlich der Medienkonferenz «10 Jahre Tierschutzge- setz» des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) der Oef- fentlichkeit präsentiert worden. Zusammenfassend kann fest- gestellt werden, dass die Tierschutzgesetzgebung insbeson- dere in den Bereichen der Tierversuche, der Nutztierhaltung, der Wildtierhaltung, des Zoofachhandels und der Tierpfleger- ausbildung durchaus nicht so wirkungslos geblieben ist, wie dies zuweilen behauptet wird, sondern dass sie starke Wir- kung gezeitigt und spürbare Verbesserungen für die Tiere ge- bracht hat. Es sind aber besonders im Bereich der Nutztierhal- tung auch Vollzugsprobleme aufgetreten. Die Ausführungen anlässlich der Medienkonferenz sind inzwischen in der Zeit- schrift «Swiss Vet» 4-8/1992 publiziert worden.
Obwohl die Tierschutzgesetzgebung keine lückenlosen Kontrollen vorschreibt, hat die grosse Mehrheit der Kantone in den vergangenen Jahren umfassende Erhebungen über das Einhalten der Tierschutzbstimmungen in den Nutztierhaltun- gen durchgeführt. 6 Kantone haben systematisch alle Be- triebe besichtigt, 13 Kantone haben Erhebungen mittels Fra- gebogen an die Tierhalter (Selbstdeklaration) und 2 Kantone gebietsweise Betriebsbesichtigungen oder Selbstdeklaratio- nen im ganzen Kanton durchgeführt 5 Kantone haben stich- probenweise Betriebsbesichtigungen oder Beurteilungen an- derer Art vorgenommen. Die Erhebungen haben wesentlich dazu beigetragen, dass ein Teil der Tierhalter Anpassungen in den Ställen vorgenommen hat oder plant
Ferner zeigten die Erhebungen, dass Vollzugsmängel vor al- lem in bezug auf den Auslauf von Rindvieh in Anbindehaltung, die Abmessungen der Läger für Milchvieh, die Beschäftigung von Schweinen, den Auslauf von Zuchtsauen, den fehlerhaf- ten Einbau von Einzelaufstallungen für Zuchtsauen und die Beleuchtung von Rindvieh- und Schweineställen bestehen. In vielen Fällen haben die Kantone mittels Verfügungen die An- passung von Tierhaltungen gefordert
Schliesslich ergaben die Erhebungen der Kantone, dass der finanzielle Aufwand zur Anpassung von Milchviehställen teil- weise eine Grössenordnung annimmt, welche beim Erlass der Tierschutzverordnung nicht erwartet worden war und einen Teil der Tierhalter überfordert. Der Bundesrat hat deshalb am 22. Oktober 1991 die Tierschutzverordnung dahingehend ge- ändert, dass eine gewisse Flexibilität im Vollzug möglich ist und in begründeten Einzelfällen bezüglich der Anpassung von Milchviehlägern Ausnahmen zugelassen werden können.
72-N
N 9 octobre 1992
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Interpellation Camponovo
risch haben jedoch die Kantone die Erfassung der Einhaltung der Vorschriften in der Nutztierhaltung mit sehr unterschiedli- cher Intensität und teilweise erst spät angegangen.
Das Bundesamt für Veterinärwesen hat im Rahmen seiner Oberaufsicht die Kantone und Tierhalter mittels Richtlinien und Informationen zu speziellen Tierschutzfragen, mit Ausbil- dungstagungen, Informationen und Aufrufen an den Kantons- tierärztekonferenzen, Beratungen im Einzelfall, wenn nötig Mahnungen sowie mit Vorträgen, Publikationen und Presse- mitteilungen über Nutztierhaltungsfragen informiert Auch das Bundesamt für Landwirtschaft hat via Beratungsdienste und landwirtschaftliche Schulen mit Richtlinien, Informationsbulle- tins, Ausbildungskursen, Vorträgen usw. die Landwirte früh- zeitig über die neuen Vorschriften orientiert.
Publikationen über die Tierschutzvorschriften sind vielfach durch die Tierhalter nicht genügend zur Kenntnis genommen worden. Ein Teil der Tierhalter in der Landwirtschaft hat zu spät auf die seit Jahren bekannten Vorschriften reagiert. Die Ueber- gangsfrist von Mitte 1981 bis Ende 1991, mit der eine ange- messene Aufteilung der allfälligen Anpassungskosten für Tier- haltungen auf über zehn Jahre angestrebt worden war, ist oft ungenutzt verstrichen. Trotzdem kann festgestellt werden, dass in landwirtschaftlichen Kreisen das Verständnis für den Tierschutz spürbar gewachsen ist und ein Gesinnungswandel in Tierschutzfragen bei Tierhaltern stattgefunden hat.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes teilweise befriedigt
92.3203
Interpellation Camponovo Neuer Huckepackterminal in Chiasso-Balerna
Interpellanza Camponovo Nuovo terminale Huckepack a Chiasso-Balerna
Interpellation Camponovo Nouveau terminal de ferroutage de Chiasso-Balerna
Wortlaut der Interpellation vom 9. Juni 1992
Damit die Region Chiasso bei der Erfüllung ihrer Aufgaben für den internationalen Verkehr mit der Entwicklung weiterhin Schritt halten kann, muss dringend der geplante Huckepack- terminal realisiert werden.
Wir bitten den Bundesrat um Auskunft, wann dieser erbaut werden kann.
Die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur der SBB muss verbes- sert werden. Die Lagerhäuser X bis XIII für Speditionsunter- nehmen müssen einer Regelung unterstellt werden, die es den Spediteuren erlaubt, als anerkannte Spediteure tätig zu sein, d. h. ohne direkte und dauernde Kontrolle der Zollaktivi- täten.
Wir fragen den Bundesrat an, ob und wie er dieses Problem zu lösen gedenkt.
Testo dell'interpellanza del 9 giugno 1992
Per permettere alla zona di Chiasso di continuare a svolgere la sua funzione nei traffici internazionali appare urgente realiz- zare il progettato terminale Huckepack.
Chiediamo al Consiglio federale di indicare quando lo stesso potrà essere realizzato.
L'operatività delle infrastrutture FFS deve essere ottimizzata: i magazzini spedizionieri X a XIII devono essere regolamentati in modo tale da permettere agli spedizionieri di operare con lo statuto di spedizioniere autorizzato, vale a dire senza controllo diretto e costante dell'attività doganale.
Chiediamo al Consiglio federale se e come intende affrontare questo problema.
Texte de l'interpellation du 9 juin 1992
Afin de permettre à la région de Chiasso de continuer à remplir sa fonction dans le domaine du trafic international, il apparaît urgent de réaliser le projet de terminal de ferroutage.
Nous demandons au Conseil fédéral d'indiquer quand cela sera possible.
Il faut optimiser la fonctionnalité des infrastructures des CFF et en particulier aménager les hangars d'expédition X à XIII de manière à permettre aux expéditionnaires de jouir du statut d'expéditionnaire agréé, c'est-à-dire en mesure d'exploiter sans contrôle direct et constant de leur activité en matière de trafic douanier.
Nous demandons au Conseil fédéral quand il compte régler ce problème.
Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Cavadini Adriano (1)
Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit L'autore rinuncia alla motivazione e desidera una risposta scritta.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 24. August 1992 Risposta scritta del Consiglio federale del 24 agosto 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 24 août 1992
Nel dicembre 1988 le FFS hanno iniziato le trattative per il tra- sferimento dell'impianto intermodale (Huckepack) di Chiasso dal fascio Z al fascio U.
L'attuale terminale è ricavato in modo provvisorio da un'area resa disponibile dalle FFS presso il fascio Z Il terminale è uni- camente attrezzato per il traffico non accompagnato. Gli spazi all'interno dello stesso e le attrezzature sono nettamente insuf- ficienti, come pure la lunghezza dei binari a disposizione e le relative attrezzature ferroviarie.
Il trasferimento previsto permetterà di operare in condizioni di esercizio razionali. Con ciò sarà pure possibile ottenere un po- tenziamento della capacità.
La procedura di consultazione avviata dalle FFS ha dato esito negativo. Da parte dei Comuni di Balerna, Chiasso e Novaz- zano sono in effetti stati sollevati problemi di viabilità, di carico ambientale e pericoli alla falda freatica.
Il Cantone Ticino, da parte sua, dopo aver sentito i servizi can- tonali competenti, ha espresso parere negativo e ciò per preoccupazioni di natura ambientale e viaria.
In considerazione della succitata situazione la procedura è stata sospesa.
Il Cantone, nell'ambito di un gruppo di lavoro misto con i Co- muni, ha riesaminato il progetto.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Keller Rudolf Tierschutz. Vollzugsdefizit bei der Nutztierhaltung Interpellation Keller Rudolf Protection des animaux. Inobservation des prescriptions régissant la garde des animaux de rente
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1992
Année
Anno
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V
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3260
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 09.10.1992 - 08:00
Date
Data
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20 021 712
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