N 9 octobre 1992
2196
Interpellation von Felten
92.3252
Interpellation von Felten Projekt N 2, Nordtangente. Umweltverträglichkeitsprüfung Tangente nord de la N 2. Approbation du projet et étude d'impact
Wortlaut der Interpellation vom 18. Juni 1992
Im Zusammenhang mit den öffentlichen Planauflagen der Ausführungsprojekte zum Teilstück «Nordtangente» der N 2 im Kanton Basel-Stadt wurde bekannt, dass der Bundesrat das generelle Projekt dieses Autobahnteilstücks am 25. März 1987 bewilligt hat, ohne die entsprechenden Umweltberichte öffentlich aufzulegen, obwohl das am 1. Januar 1985 in Kraft getretene Bundesgesetz über den Umweltschutz dies aus- drücklich verlangt
Ich frage deshalb den Bundesrat an:
Was ist der Grund, dass der Bundesrat diese Berichte nicht zur Einsicht auflegte und Ort und Zeit der Möglichkeit zur Ein- sichtnahme auch publizierte?
Welche anderen unter diese Bestimmungen fallenden Vor- haben wurden nach demselben «Eilverfahren» zwischen dem Inkrafttreten des Gesetzes und dem Erlass der entsprechen- den Verordnung generell genehmigt?
Wann gedenkt der Bundesrat die entsprechenden Ver- pflichtungen mit all ihren sich daraus ergebenden Konsequen- zen nachzuholen?
Ist der Bundesrat bereit, auf die Bundesämter und die kan- tonalen Behörden dahingehend einzuwirken, dass sie die Ar- beit an den Ausführungsprojekten der entsprechenden Anla- gen so lange einstellen, bis die Verpflichtungen gemäss Arti- kel 9 des Umweltschutzgesetzes erfüllt sind? Ist er bereit, auf die Kantone einzuwirken, Einsprache- und Rekursverfahren so lange zu sistieren?
Texte de l'interpellation du 18 juin 1992
En relation avec la mise à l'enquête publique du projet définitif de la tangente nord de la N 2 dans le canton de Bâle-Ville, on a appris que le Conseil fédéral avait approuvé les projets géné- raux de ce tronçon d'autoroute le 25 mars 1987, sans faire connaître publiquement les rapports de l'étude d'impact sur l'environnement, bien que la loi fédérale sur la protection de l'environnement, entrée en vigueur le 1er janvier 1985, l'y oblige expressément
Je pose donc au Conseil fédéral les questions suivantes:
Pour quelle raison le Conseil fédéral n'a-t-il pas donné ac- cès à ces rapports ni fait savoir quand et où il était possible de les consulter?
Quels autres projets soumis à ces dispositions ont été ap- prouvés selon cette «procédure rapide» entre l'entrée en vi- gueur de la loi et celle de l'ordonnance correspondante?
Quand le Conseil fédéral envisage-t-il de combler cette la- cune en se soumettant à ses obligations et en prenant les me- sures qui en découlent?
Le Conseil fédéral est-il disposé à faire en sorte que les offi- ces fédéraux et les autorités cantonales arrêtent de travailler aux projets définitifs des installations en question tant que les obligations fixées à l'article 9 de la loi sur la protection de l'en- vironnement ne sont pas remplies? Est-il prêt à faire en sorte que les cantons suspendent les procédures de recours et de réclamation pendant cette période?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Baumann, Bäumlin, Bircher Silvio, Bühlmann, Bundi, Caspar-Hutter, Danuser, Dünki, Eg- genberger, Fankhauser, Goll, Gonseth, Gross Andreas, Hae- ring Binder, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Hämmerle, Her- czog, Hollenstein, Hubacher, Leemann, Maeder, Marti Wer- ner, Mauch Ursula, Meier Hans, Meier Samuel, Rebeaud, Stei- ger, Weder Hansjürg, Züger (30)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Das Erstellen von Autobahnen stösst in immer weiteren Bevöl- kerungskreisen auf grosse Skepsis. Dies gilt vor allem auch für den Kanton Basel-Stadt Seit Jahren ist hier der Bau des N2- Teilstücks «Nordtangente» ein heftig umstrittenes Politikum. Eine kantonale Initiative gegen den Bau der Nordtangente wurde nur knapp abgelehnt. Seither hat sich der Widerstand verstärkt
Man mag gegenüber dem Projekt der Basler Nordtangente (und weiteren in der Schweiz) stehen, wie man will: Wichtig auf alle Fälle ist, dass die Genehmigungsverfahren einwandfrei durchgeführt werden. Bei der Genehmigung des generellen Projekts der Nordtangente durch den Bundesrat muss dies wohl verneint werden. So wurde die Genehmigung mit Bun- desratsbeschluss vom 25. März 1987 erteilt, ohne dass die entsprechenden Umweltverträglichkeitsberichte und die Er- gebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung öffentlich aufge- legt worden sind. Dies, obwohl das Umweltschutzgesetz da- mals schon über zwei Jahre in Kraft stand und das Bundesge- richt schon am 22. Januar 1986 ausdrücklich festhielt, dieses Gesetz sei «um der öffentlichen Ordnung willen .... in Anleh- nung an Artikel 2 SchIT ZGB auf alle Fälle anzuwenden, in de- nen das den Umweltschutz betreffende Verfahren bei Inkraft- treten des neuen Rechts noch nicht abgeschlossen ist» (BGE 112 1b 42ff.). Dies gilt entsprechend auch für den Arti- kel 9 des Umweltschutzgesetzes.
Dass in der Zwischenzeit kantonale Umweltberichte erstellt worden sind, enthebt den Bund nicht, seinen eigenen Bericht öffentlich bekanntzumachen. Im Gegenteil: Allfälligen Rekur- rentinnen und Rekurrenten wird so eine Möglichkeit genom- men, den kantonalen Bericht mit dem eidgenössischen zu ver- gleichen und aus diesem Vergleich ihre Schlüsse zu ziehen. Der direkt betroffenen Bevölkerung wird so eine Grundlage zur Meinungsbildung vorenthalten. Dies wiegt um so schwe- rer, als die Bürgerin oder der Bürger in Einsprache- und Re- kursverfahren von Grund auf schon Mühe hat, sich gegen eine wohlvorbereitete und dokumentierte Verwaltung zu wehren. Entsprechend wäre es ein Akt der Fairness des Bundesrates gegenüber der Bevölkerung, wenn er seine Fehler eingeste- hen würde und die Veröffentlichung der Berichte nicht nur nachholte, sondern auch auf die kantonalen Instanzen dahin- gehend einwirkte, mit ihren Entscheiden zuzuwarten, bis der Bund seine Verpflichtungen erfüllt hat. Nur so könnte auch vor kantonalen Instanzen von einem halbwegs fairen Verfahren gesprochen werden. Ebenso wäre es sinnvoll, den Weg bis zur Entscheidung des Bundesrates transparent zu machen. Es könnte das Vertrauen in Verwaltungsentscheide verbes- sern helfen.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 19. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 19 août 1992
Zum besseren Verständnis der in der Interpellation angespro- chenen Problemstellung sei kurz der Ablauf der generellen Projektierung nach Nationalstrassengesetz (NSG) dargestellt: Das generelle Projekt umfasst insbesondere die Linienfüh- rung der Strassen, die Anschlussstellen und die Kreuzungs- bauwerke. Die generelle Projektierung obliegt dem Bundes- amt für Strassenbau (ASB) in Zusammenarbeit mit den inter- essierten Bundesstellen und den Kantonen. Allerdings kann das Amt die Projektierungsarbeiten auch dem Kanton übertra- gen, was bisher durchwegs der Fall war. Die erarbeiteten Pro- jekte werden den Kantonen unterbreitet, die ihrerseits die be- troffenen Gemeinden und allenfalls die Grundeigentümer zur Stellungnahme einladen. Der Kanton übermittelt alsdann seine Vorschläge samt Vernehmlassungen der Gemeinden dem ASB. Dieses bereinigt die Projekte mit den interessierten Bundesstellen und Kantonen. Schliesslich genehmigt der Bundesrat die generellen Projekte.
Für die Beantwortung der nachfolgenden Fragen erscheint bedeutsam, dass die generellen Projekte keinem Einsprache- und Beschwerdeverfahren unterliegen. Der Bundesrat ent- scheidet darüber als einzige Instanz; sein Beschluss ist nicht anfechtbar. Das Gesetz schreibt darum auch nirgends vor,
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Interpellation Caccia
dass die generellen Projekte öffentlich aufzulegen sind. Von diesem Verfahrensablauf zu unterscheiden ist die Zugänglich- machung verschiedener Unterlagen des generellen Projekts nach Umweltschutzrecht. Es handelt sich dabei lediglich um eine allgemeine Information der Oeffentlichkeit über ein be- stimmtes Vorhaben und nicht um die Gewährung irgendwel- cher Parteirechte im Rahmen der Genehmigung des generel- len Projekts.
Das Umweltschutzgesetz (USG) verpflichtet die zuständige Behörde nicht, Ort und Zeit der Einsichtnahme öffentlich be- kanntzugeben. Diese Pflicht besteht erst seit der am 1. Januar 1989 in Kraft getretenen Verordnung über die Umweltverträg lichkeitsprüfung (UVPV). Da der Bundesrat das hier in Frage stehende generelle Projekt bereits 1987 genehmigte, hätte es wohl keinen Sinn gehabt, erst einige Zeit später die beschrie- bene Bekanntmachung nachzuholen. Andererseits konnte schon seit der Inkraftsetzung des USG am 1. Januar 1985 je- dermann auf Verlangen Einsicht in die Unterlagen nehmen.
Zwischen dem Inkrafttreten des USG und dem Erlass der UVPV wurden überhaupt keine generellen Projekte im «Eilver- fahren» genehmigt. Die Projekte wurden - wie bis anhin - nach den Vorgaben des NSG erarbeitet und beschlossen. An die- sem Verfahrensablauf hat das USG nichts geändert. Neu galt es indessen, eine UVP vorzunehmen.
Bei allen seit dem 1. Januar 1989 genehmigten generellen Projekten wurden die in der UVPV vorgeschriebenen Informa- tionspflichten eingehalten. Da vor diesem Datum die Möglich- keit zur Einsichtnahme nicht publiziert werden musste, be- steht auch kein Grund, dies jetzt nachzuholen. Andererseits wird selbstverständlich jedem Einsicht in umweltrelevante Un- terlagen früher genehmigter genereller Projekte gewährt, der darum nachsucht. Das ist denn auch im hier in Frage stehen- den Projekt bereits geschehen.
Nach dem Grundsatz der Gewaltenteilung ist es dem Bun- desrat verwehrt, sich in ein Einsprache- oder Beschwerdever- fahren gegen ein Ausführungsprojekt einzumischen. Abgese- hen davon gibt es überhaupt keinen Grund, solche Verfahren zu sistieren oder die Arbeiten an Ausführungsprojekten einzu- stellen, weil die von der Interpellantin behauptete Verpflich- tung nach Artikel 9 USG vor Erlass der UVPV gar nicht bestand und der Bundesrat dieser Verpflichtung seither stets nachge- kommen ist.
Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bundes- rates nicht befriedigt.
92.3291
Interpellation Caccia Programme des Tessiner Radios und Fernsehens. Empfang in der übrigen Schweiz Interpellanza Caccia Diffusione dei programmi RTSI Oltralpe
Interpellation Caccia Programmes de la RTSI. Réception dans les autres régions du pays
Wortlaut der Interpellation vom 19. Juni 1992
Der Bundesrat wird ersucht, die Situation in bezug auf die Ver- breitung der Programme des Tessiner Radios und Fernse- hens in der deutschen und französischen Schweiz darzulegen sowie zu sagen, mit welchen Massnahmen und innert welcher Frist man diese Situation zu verbessern gedenkt
Testo dell'interpellanza del 19 giugno 1992
Il Consiglio federale è pregato di fare il punto alla situazione re- lativa alla diffusione dei programmi RTSI Oltralpe ed indicare quali misure s'intendono attuare per migliorare la situazione e in quali tempi.
Texte de l'interpellation du 19 juin 1992
Le Conseil fédéral est prié de faire le point sur la diffusion des programmes de la RTSI au Nord des Alpes, d'indiquer quelles mesures sont prévues pour améliorer la réception, et quel est le calendrier prévu à cette effet
Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Borradori, Ca- robbio, Cavadini Adriano, Cotti, Maspoli (5)
Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit
Per gli italofoni abitanti nella Svizzera tedesca e romanda vi sono molte attese deluse per quanto riguarda la possibilità di ricezione dei programmi della RTSI.
Per gli originari della Svizzera italiana questi programmi costi- tuiscono un elemento importante d'informazione e d'arricchi- mento personale e quindi di sostegno di un'identità culturale che contribuisce alla ricchezza spirituale della Svizzera. Questi programmi portano anche informazione e arricchi- mento culturale a quegli svizzeri tedeschi e romandi e - più in generale - alla cultura italiana.
Per gli italofoni d'origine estera - che sommati agli originari della Svizzera italiana sono più numerosi degli abitanti della stessa Svizzera italiana - le trasmissioni della RTSI rappresen- tano un contributo essenziale al mantenimento dei legami con la lingua e la cultura del Paese d'origine. Si constata che ciò in- fluisce positivamente anche sul processo d'integrazione sia della prima, sia della seconda generazione. Per molti di loro questi programmi costituiscono anche l'unico ragionevole ac- cesso - specie per quanto riguarda la radio - a programmi in- formativi dato l'uso larghissimo dello «Schwyderdütsch» che viene fatta nei programmi della Svizzera tedesca (perfino quelli culturali!).
Se SSR e PTT si premurano di non oscurare il canale televisivo della DRS nella Svizzera italiana a causa delle proteste di al- cune migliaia di svizzero-tedeschi e tedeschi che abitano la re- gione, sembra ragionevole chiedere almeno altrettanta com- prensione per alcune centinaia di migliaia di italofoni abitanti Oltralpe.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 19. August 1992 Risposta scritta del Consiglio federale
del 19 agosto 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral
du 19 août 1992
Per quanto riguarda la ricezione dei programmi della RTSI nella Svizzera francese e tedesca, occorre fare una distinzione tra la radio e la televisione.
Il 1º aprile 1992 è entrata in vigore la nuova legge federale sulla radiotelevisione (LRTV). Conformemente alla prassi at- tuata fino a quel momento, l'articolo 28, capoverso 1 LRTV prevede che i programmi televisivi della SSR sono diffusi su scala nazionale, salvo deroghe accordate a determinate con- dizioni. Questo permette alla SSR di adempiere pertinente- mente il suo ruolo di strumento d'integrazione in materia di te- levisione. Di tanto in tanto la diffusione su scala nazionale dei programmi televisivi della SSR è interrotta dal canale sportivo. Solo l'istituzione di un quarto canale nazionale offrirebbe una soluzione soddisfacente per tutte le parti interessate. La SSR ha elaborato un corrispondente concetto di programma deno- minato «S +», che il Consiglio federale valuterà nell'ambito del rilascio della nuova concessione SSR all'inizio del 1993.
Contrariamente alla televisione, la diffusione su scala nazio- nale dei programmi radiofonici della SSR è ostacolata dalla mancanza di frequenze. Le frequenze OUC, di disponibilità li- mitata, sono in gran parte utilizzate dalla SSR stessa per diffon- dere tre programmi in ogni regione linguistica. Nell'articolo 28, capoverso 2 LRTV, il Parlamento ha stabilito che in materia di
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In
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Jahr
1992
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3252
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 09.10.1992 - 08:00
Date
Data
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Pagina
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