2203
Interpellation Gonseth
Zwischenfällen sofort interveniert werden kann. Injizierbare Betäubungsmittel werden in keinem Fall an Abhängige zur Mitnahme abgegeben.
Die Projekte müssen derart in ein Behandlungs- und Be- treuungskonzept eingebettet werden, dass Personen, die bei diesen Programmen nicht zugelassen werden, wie auch jene, die sie verlassen, umgehend einer anderen Hilfe zugeführt werden können.
Die Fachexperten erachten eine Versuchsdauer von drei Jahren als notwendig, um wissenschaftlich fundierte Schlüsse ziehen zu können. Dies bedeutet indessen nicht, dass die Ver- suchsteilnehmer während drei Jahren Betäubungsmittel me- dizinisch verabreicht erhalten. Hier zeigen ebenfalls Erfahrun- gen aus dem Ausland wie auch jene, die mit Methadon ge- macht wurden, dass ein grosser Teil der behandelten Perso- nen zu anderen Behandlungsformen bewogen werden kann (orale Methadonaufnahme oder Entwöhnung), oder gar in kürzester Zeit den Drogenkonsum völlig aufgibt.
Die wichtigsten Erfolgsindikatoren für die Versuche sind fol- gende:
a. überprüfbare Verbesserungen des Risikoverhaltens bezüg- lich Ansteckung mit und Weiterübertragung von HIV;
b. überprüfbare Verbesserung des physischen und psychi- schen Gesundheitszustandes;
c. überprüfbare Verbesserung der Lebensbedingungen und der sozialen Integration (Arbeitsfähigkeit, Abstandnehmen von der Drogenszene, Verringerung des deliktischen Verhal- tens).
Diese Indikatoren sind individuelle Massstäbe. Im übrigen werden die Durchführbarkeit und die Annehmbarkeit der Pro- jekte im jeweiligen sozialen Umfeld erhoben.
Gewiss.
Diejenigen Teilnehmer, die alsdann noch in Behandlung mit verschriebenen Betäubungsmitteln stehen, sollen in andere sozialmedizinische Betreuungsprogramme aufgenommen werden können.
Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 juin 1992
1 .- 3. Les essais scientifiquement contrôlés avec prescription médicale de stupéfiants devront obligatoirement être soumis à la Commission nationale d'éthique de l'Académie suisse des sciences médicales. Ils devront donc se conformer, comme tout essai clinique, aux règles standard établies par cette Aca- démie, qui précisent de manière détaillée les notions d'infor- mation et de «consentement éclairé».
Les exigences de l'Académie devront être strictement satisfai- tes et un avis écrit de la Commission d'éthique devra être ob- tenu avant que le canton et que l'Office fédéral de la santé pu- blique donnent leur accord. Une de ces exigences concerne l'attestation d'une couverture suffisante en responsabilité ci- vile quant aux risques des participants aux essais.
En l'occurrence, il importera notamment de donner des infor- mations sur les risques d'overdose, qui pourraient survenir si les participants consomment en outre des drogues du marché noir. Une information précise sur les effets de l'héroïne ou de tout autre produit sera également donnée. Les participants se- ront également informés qu'ils pourront en tout temps quitter les programmes. Les patients pour qui la participation à un tel projet constituerait un risque, notamment ceux souffrant de troubles psychiques (p. ex. schizophrénie aigüe, psychose af- fective, épilepsie) ne seront pas acceptés dans ces projets.
Le traitement peut être aussi bien effectué de manière am- bulatoire qu'en milieu stationnaire, comme le montrent les ex- périences acquises à l'étranger. L'injection de stupéfiants aura toujours lieu sous surveillance médicale, de sorte de pou- voir intervenir en cas d'incident La remise aux toxicodépen- dants de stupéfiants injectables à emporter est exclue.
Les projets devront être intégrés dans un réseau de traite- ment et prise en charge, de sorte que les personnes qui ne se- ront pas acceptées dans ces programmes ainsi que celles qui décideront de les quitter puissent être prises en charge sans délai dans d'autres formes de programmes d'assistance.
Les experts admettent qu'une durée des essais de trois ans est nécessaire pour pouvoir tirer des conclusions scientifique-
ment fondées. Cela ne signifie pas toutefois que les partici- pants recevront pendant trois ans des stupéfiants sous contrôle médical. Là également, les expériences étrangères, ainsi que celles faites avec la méthadone, montrent qu'une proportion importante des personnes traitées peut être moti- vée à passer à une forme différente de traitement (méthadone orale ou sevrage, par exemple) ou même cessent de consom- mer des drogues, dans un délai plus court
a. amélioration vérifiable des comportements à risques relatifs à l'infection et à la retransmission du virus HIV;
b. amélioration vérifiable de l'état de santé physique et psychique;
c. amélioration vérifiable des conditions de vie et d'intégration sociale (capacité à travailler, distanciation de la scène de la drogue, diminution du comportement délictuel).
Ces paramètres sont des mesures individuelles. Par ailleurs, on évaluera la faisabilité et l'acceptabilité des projets dans leur environnement social.
Certainement.
Les participants qui seront encore en traitement avec pres- cription de stupéfiants devront pouvoir être intégrés dans d'autres programmes d'assistance et de prise en charge mé- dico-sociale.
Präsident: Die Interpellanten beantragen Diskussion.
Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen Verschoben - Renvoyé
offensichtliche Mehrheit Minderheit
92.3271
Interpellation Gonseth Auswirkungen von Gentech-Lebensmitteln
Denrées alimentaires transgéniques. Effets sur l'homme et l'animal
Wortlaut der Interpellation vom 18. Juni 1992
Die Gentechnologie ist eine noch sehr junge Wissenschaft Meines Wissens gibt es kaum wissenschaftliche Unterlagen über die Auswirkungen auf Mensch und Tier von Lebensmit- teln, in deren Verarbeitungsprozessen gentechnisch herge- stellte Stoffe eingesetzt werden, oder von Lebensmitteln aus gentechnologisch veränderten Pflanzen und Tieren (im fol- genden Gentech-Lebensmittel genannt). Als mögliche Aus- wirkungen werden diskutiert: Zunahme von Allergien, Kanze- rogenität, Nebenwirkungen auf die Verdauung, Nebenwirkun- gen des veränderten Nährstoffgehaltes auf Wachstum und Er- nährungszustand usw. Unbekannt ist auch, welchen Einfluss solche Lebensmittel auf die Nahrungsketten haben werden oder wie sich das Zusammenwirken verschiedener gleichzei- tig eingenommener Gentech-Lebensmittel auswirken wird. Fachleute schätzen, dass über die gesundheitlichen Auswir- kungen auf Mensch und Tier erst langfristig, das heisst in zehn bis zwanzig Jahren, geurteilt werden kann. Das Ausmass un- seres Unwissens ist heute also riesig und nicht abschätzbar. In einem Artikel von Mitarbeitern des Bundesamtes für Ge- sundheitswesen (A. Baumgartner und J. Schlatter: «Anwen- dung der Gentechnik in der Lebensmittelproduktion und -ver- arbeitung», Mitteilung Gebiete Lebensmittel-Hygiene, 2/1992) werden all diese ungeklärten Fragen nicht diskutiert. Statt des- sen werden KritikerInnen diffamiert; z. B .: «Die neue Technolo- gie fand dabei nicht nur Befürworter, sondern sie erzeugte
N 9 octobre 1992
2204
Interpellation Gonseth
auch Angst und Unbehagen. Bei Teilen der Bevölkerung geht die Ablehnung gar so weit, dass ein Verbot der Gentechnik ge- fordert wird. Leider hat diese Haltung ihre Wurzeln nicht selten im Irrationalen, da die nötige Wissensbasis für eine brauch- bare Urteilsbildung beim breiten Publikum noch kaum oder gar nicht vorhanden ist Diese Konstellation erlaubt es, dass latente Aengste gegenüber der Gentechnologie teilweise auch politisch ausgenützt werden. Auf diese Weise kann kurz- fristig erwiesenermassen mehr Publizität gewonnen werden als mit profunder Aufklärung.»
Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:
Welche wissenschaftlichen Untersuchungen über kurz- und langfristige Aus- und Nebenwirkungen auf die Gesund- heit von Gentech-Lebensmitteln stehen dem Bundesrat zur Verfügung? Wie soll die «profunde Aufklärung» der Bevölke- rung erfolgen? Wie weit soll dabei auch über den Stand des Unwissens und die sich daraus ergebenden Risiken informiert werden? Wie will der Bundesrat sicherstellen, dass zukünftig auch Kritiker und Kritikerinnen ernst genommen und nicht für dumm verkauft werden?
Wie schätzt der Bundesrat die verschiedenen Risiken von Gentech-Lebensmitteln ein? Wie sollen in Zukunft Risiken und Nebenwirkungen abgeklärt werden? Wie können solche lang- fristigen Abklärungen gemacht werden, wenn nicht eine De- klarationspflicht besteht? Ist der Bundesrat bereit, Gentech- Lebensmittel einer generellen Deklarationspflicht zu unterstel- len, bis die Fragen über Nebenwirkungen wissenschaftlich eindeutig geklärt sind?
Wie wird der Bundesrat der Mündigkeit der Konsumentin- nen gerecht werden, welche selber entscheiden wollen und können, ob sie Gentech-Lebensmittel kaufen und essen wol- len? Welche demokratischen Möglichkeiten haben Konsu- mentInnen, damit ihre Forderung nach Deklarationspflicht er- füllt wird?
Wer wird in Zukunft beurteilen, welche Gentech-Lebensmit- tel auf den Markt kommen und ob die Produktionsmethode deklariert werden muss? Auf welche ExpertInnen und Gutach- ten wird man sich dabei stützen? Wieweit soll bei der Beurtei- lung der Zulassung auch die Notwendigkeit, der Nutzen und die Alternativlosigkeit berücksichtigt werden? Ist der Bundes- rat bereit, dazu eine pluralistisch zusammengesetzte Kommis- sion, in welcher namentlich auch KonsumentInnen- und Um- weltorganisationen vertreten sind, einzusetzen?
Ist der Bundesrat bereit, eine eidgenössische Bundeskon- trolle über Gentech-Lebensmittel durchzuführen und regel- mässig darüber zu berichten?
Wie beurteilt der Bundesrat die Ankündigung der USA, bald Gentech-Lebensmittel auf den Markt zu bringen?
Texte de l'interpellation du 18 juin 1992
La génétique est une science encore relativement jeune. Au- tant que je sache, il n'existe guère de renseignements concer- nant les effets sur le métabolisme humain ou animal de subs- tances fabriquées par modification génétique, ou d'aliments modifiés génétiquement (aliments transgéniques). Parmi les effets possibles, on évoque entre autres:
augmentation des allergies,
cancérogénéité,
effets secondaires sur la digestion,
incidences de la valeur nutritionnelle modifiée sur l'assimila- tion des aliments et sur la croissance.
On ignore aussi l'influence de tels aliments sur les chaînes ali- mentaires, ou l'interaction éventuelle de différents aliments transgéniques absorbés simultanément. Les spécialistes esti- ment que les effets de tels aliments sur la santé de l'être hu- main et des animaux ne pourront être connus qu'à terme, à sa- voir dans dix ou vingt ans. L'étendue actuelle de notre igno- rance est donc immense.
Deux collaborateurs de l'OFSP (Baumgartner et Schlatter, dans un récent article sur l'application du génie génétique à la production et à la transformation de denrées alimentaires paru dans «Mitteilung Gebiete Lebensmittel-Hygiene / Travaux de chimie alimentaire et d'hygiène, 2/1992»), loin de répondre à ces questions, se contentent de condamner les critiques du génie génétique, affirmant notamment ce qui suit:
La nouvelle technologie n'a pas rencontré que des partisans; elle a aussi jeté le trouble et la crainte dans la population. Cer- tains milieux vont même jusqu'à exiger une interdiction de cette discipline. Cette attitude est malheureusement inspirée par des considérations irrationnelles, car le savoir qui permet- trait un jugement informé fait généralement défaut. Cette igno- rance permet d'utiliser l'angoisse latente à l'égard du génie génétique à des fins politiques. Car il est bien connu qu'un tel procédé trouve beaucoup plus de retentissement à court terme qu'une information approfondie.
Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions sui- vantes:
De quelles études scientifiques dispose-t-il concernant l'im- pact et les effets secondaires sur la santé, à court et long terme, d'aliments génétiquement modifiés? Comment se fera l'information «approfondie» de la population? Dans quelle me- sure informera-t-on le public des inconnues et des risques qui existent dans ce domaine? Comment le gouvernement en- tend-il veiller à ce que les critiques soient prises au sérieux?
Comment évalue-t-il les risques liés aux denrées transgéni- ques? Comment déterminera-t-on les risques et les effets se- condaires qui leur sont liés? Comment pourra-t-on réaliser des études à long terme en l'absence de déclaration obligatoire? Le gouvernement entend-il soumettre les aliments transgéni- ques à un régime général de déclaration obligatoire, jusqu'à ce que les questions qui se posent sur leurs effets secondaires aient été pleinement élucidées scientifiquement?
Que fera-t-il pour satisfaire aux exigences des consomma- teurs qui veulent pouvoir décider en connaissance de cause s'ils souhaitent ou non acheter et consommer des aliments génétiquement modifiés? De quels moyens démocratiques les consommateurs disposent-ils pour obtenir une réponse satisfaisante à leur exigence quant à une déclaration obliga- toire?
Qui déterminera à l'avenir les aliments transgéniques qui seront mis sur le marché, et qui décidera s'il y a lieu ou non de déclarer la méthode selon laquelle ils ont été produits? A quels spécialistes fera-t-on appel et sur quelles expertises s'ap- puiera-t-on? L'autorisation se fera-t-elle en fonction de critères de nécessité et d'utilité, ainsi que de l'absence d'alternative? Le Conseil fédéral est-il prêt à instituer à cet effet une commis- sion pluraliste dans laquelle seront représentées en particulier les organisations de protection des consommateurs et de l'en- vironnement?
Le gouvernement compte-t-il faire procéder à un contrôle fé- déral des aliments transgéniques et en rendre compte réguliè rement?
Que pense-t-il de l'annonce par les Etats-Unis de leur inten- tion de mettre prochainement sur le marché des aliments transgéniques?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Baumann, Bäumlin, Bühl- mann, Gardiol, Hafner Rudolf, Hollenstein, Jöri, Leemann, Meier Hans, Misteli, Weder Hansjürg (11)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1992
Ausgehend von einer Veröffentlichung des Bundesamtes für Gesundheitswesen (BAG), äussert die Interpellantin Beden- ken gegenüber dem Einsatz der Gentechnologie im Lebens- mittelbereich. Insbesondere wird bemängelt, dass Kritikerin- nen nicht ernst genommen würden. Dieser Ansicht kann sich der Bundesrat nicht anschliessen. Mit der betreffenden wis- senschaftlichen Arbeit hat das BAG versucht, einen Ueber- blick möglicher Anwendungen der Gentechnik bei Lebensmit- teln zu geben und damit einen aktiven Beitrag zur Information der Oeffentlichkeit zu leisten. Dabei wurde mehrmals auf die Notwendigkeit eines griffigen Konsumentenschutzes hinge- wiesen, was im Interpellationstext unerwähnt bleibt.
2205
Interpellation Rechsteiner
Die Interpellantin weist weiter auf mögliche Gesundheitsge- fährdungen durch «Gentech-Lebensmittel» hin. Der Bundes- rat legt diesbezüglich Wert auf die Feststellung, dass auch aus natürlicher Produktion hervorgegangene Lebensmittel poten- tiell toxische, kanzerogene oder allergene Stoffe enthalten können und dass das BAG diese Problematik seit Jahren in- tensiv bearbeitet und dort, wo nötig und begründet, lebensmit- telrechtliche Massnahmen veranlasst (Bundesamt für Ge- sundheitswesen: 3. Schweizerischer Ernährungsbericht, 1991)
Die sechs gestellten Teilfragen können wie folgt beantwortet werden:
Die Aufklärung der Bevölkerung soll durch produktespezifi- sche Verlautbarungen der involvierten Bundesämter über die verschiedenen Massenmedien erfolgen. Die Information soll sich ausschliesslich auf wissenschaftlich erhärtete und objek- tivierbare Fakten stützen.
Spezifische Aussagen können aber jeweils erst dann gemacht werden, wenn den Behörden im Rahmen eines Zulassungs- verfahrens die ausführlichen Unterlagen zu einem Produkt zur Begutachtung vorgelegt werden. Im Lebensmittelbereich war das in der Schweiz bisher erst einmal der Fall, und zwar bei gentechnisch hergestelltem Lab, das in der Käserei als Fabri- kationshilfsstoff eingesetzt wird. In ihrer Beurteilungspraxis ziehen die verantwortlichen Behörden auch die Empfehlun- gen der OECD zur Untermauerung der Sicherheit von bio- und gentechnisch hergestellten Lebensmitteln mit ein (OECD Group of National Experts on Safety in Biotechnology: Con- cepts and principles underpinning safety evaluations of food derived from modern biotechnology, 1992).
Die Frage einer allgemeinen Deklarationspflicht von «Gen- tech-Lebensmitteln» wird der Bundesrat prüfen. Dabei wird die Position der EG zu berücksichtigen sein. Ueberdies sollte eine solche Deklarationspflicht im Vergleich zu den im Ausland gel- tenden Vorschriften nicht handelshemmend wirken. Für eine allfällige Einführung der Deklarationspflicht bietet Artikel 54 des zurzeit noch gültigen Lebensmittelgesetzes die nötige ge- setzliche Grundlage. Mit dem neuen Lebensmittelgesetz wäre es möglich, eine Deklarationspflicht basierend auf Artikel 20 einzuführen (Schweizerischer Bundesrat: Botschaft zu einem Bundesgesetz über Lebensmittel und Gebrauchsgegen- stände, 1989).
Die Vertreter der KonsumentInnen und die Konsumentenor- ganisationen können hinsichtlich einer Deklarationspflicht von «Gentech-Lebensmitteln» über einen entsprechenden Antrag eine Aenderung der Lebensmittelverordnung vorschlagen.
Aufgrund des neuen Lebensmittelgesetzes (Entwurf Art. 7) liegt die Kompetenz, Lebensmittel zuzulassen, welche unter Einbezug der Gentechnik hergestellt worden sind, beim Bun- desrat. Fragen wie namentlich jene der Beurteilungs- und Zu- lassungskompetenz wird der Bundesrat nach Inkrafttreten des
neuen Lebensmittelgesetzes auf Verordnungsstufe eingehen- der regeln. In diesem Rahmen ist vorgesehen, auch die Kon- stituierung einer Expertengruppe zur Beratung der Behörden zu prüfen.
Der Vollzug des Lebensmittelgesetzes liegt gemäss Arti- kel 69bis der Bundesverfassung bei den Kantonen, die, falls nötig, auch die Kontrolle von «Gentech-Lebensmitteln» durch- zuführen haben werden. Die Mitverantwortung des Bundes ist im neuen Lebensmittelgesetz durch Artikel 35, welcher die Aufsicht über den kantonalen Vollzug regelt, gewährleistet
Gemäss den Vorstellungen der US Food and Drug Admini- stration soll es prinzipiell möglich sein, dass transgene pflanz- liche Lebensmittel wie Früchte, Gemüse und Getreide ver- marktet werden dürfen. Hersteller solcher Lebensmittel haben allerdings sicherzustellen, dass die bestehenden rechtlichen Anforderungen eingehalten werden und der Gesundheits- schutz für die Konsumenten gewährleistet ist Der Hersteller hat die Möglichkeit, die verantwortlichen Behörden bei Bedarf zu konsultieren (Department of Health and Human Services - Food and Drug Administration: Statement of Policy: Foods De- rived From New Plant Varieties; Notice. Federal Register 57, 22984-23005, 1992).
Der Bundesrat ist ebenfalls der Meinung, dass es grundsätz- lich möglich sein sollte, «Gentech-Lebensmittel» auf den Markt zu bringen. Im Gegensatz zur amerikanischen Optik, welche die Eigenverantwortung der Lebensmittelproduzenten in den Vordergrund stellt, hält er sich aber über Artikel 7 des neuen Lebensmittelgesetzes die Möglichkeit eines amtlichen Zulas- sungsverfahrens, wie es die EG auch vorsieht, offen (Commis- sion of the European Communities: Proposal for a council re- gulation (EEC) on novel foods and novel food ingredients. Brussels, 7 July 1992).
Präsident: Die Interpellantin beantragt Diskussion.
Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
Verschoben - Renvoyé
offensichtliche Mehrheit Minderheit
92.3197
Interpellation Rechsteiner Beaufsichtigung der Einrichtungen in der beruflichen Vorsorge Surveillance des institutions de la prévoyance professionnelle
Wortlaut der Interpellation vom 4. Juni 1992
Ereignisse der letzten Zeit (Aushöhlung von Pensionskassen mit entsprechender Gefährdung der Leistungsansprüche der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer) lassen befürchten, dass die Aufsicht in der beruflichen Vorsorge teilweise nur un- genügend funktioniert und verbesserungsbedürftig ist Zu überprüfen sind offensichtlich auch die Anlagevorschriften. Wir ersuchen den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:
Wie beurteilt er den Stand der Aufsicht in der beruflichen Vorsorge (Ist-Zustand auf kantonaler und Bundesebene, Män- gel, Verbesserungsmöglichkeiten)?
Welches Mass an Sorgfalt bei der routinemässigen Ueber- prüfung der Jahresrechnungen und Geschäftsberichte durch die Aufsichtsbehörden erwartet der Bundesrat (Einforderung der Berichte und Rechnungen innert welcher Frist, Vorgehen beim Ausbleiben, Umfang und Zahl der Stichproben usw.)?
Hat der Bund Erhebungen zum Stand der Aufsicht auf kan- tonaler Ebene getätigt? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Gonseth Auswirkungen von Gentech-Lebensmitteln Interpellation Gonseth Denrées alimentaires transgéniques. Effets sur l'homme et l'animal
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Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1992
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3271
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 09.10.1992 - 08:00
Date
Data
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2203-2205
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