2753
Postulat Keller Rudolf
Ab 1. Januar 1993 wird eine neue Finanzierungsvereinbarung zwischen der Schweizerischen Bankiervereinigung und dem Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement zur Anwen- dung kommen. Danach kann jeder Pflichtlagerhalter, unab- hängig von seiner Grösse oder individuellen Bonität, sein La- ger bei den Geschäftsbanken zum günstigen Libor-Satz (Ab- kürzung für «London inter-bank offered rate») finanzieren. Da- bei kann er zwischen Laufzeiten von drei, sechs oder zwölf Monaten wählen. Der Bund garantiert die gewährten Kredite. Diese Garantie erlaubt dem Schuldner, den günstigen Libor in Anspruch zu nehmen. Damit leistet der Bund indirekt seinen Beitrag zur Verbilligung der Pflichtlagerfinanzierung. Die Schweizerische Nationalbank wird im Rahmen ihrer Ge- schäftsbedingungen weiterhin bereit sein, Pflichtlagerwechsel zu rediskontieren.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat als erfüllt abzu- schreiben.
Abgeschrieben - Classé
92.3171
Postulat Loeb François Integration der Textil- und Bekleidungsindustrie in den europäischen Binnenmarkt Intégration au marché unique européen de l'industrie des textiles et de l'habillement
Wortlaut des Postulates vom 1. Juni 1992
Der Integrationsstand im Textilbereich wird auch nach einer allfälligen Ratifizierung des EWR-Vertrages durch Volk und Stände unbefriedigend bleiben. Der Bundesrat wird eingela- den zu prüfen, welche Schritte zu unternehmen sind, damit auch die Textil- und Bekleidungsindustrie mit Inkraftsetzung des EWR am europäischen Binnenmarkt teilnehmen kann.
Texte du postulat du 1er juin 1992 Dans le domaine de l'industrie textile, le degré d'intégration restera insuffisant même au cas où peuple et cantons approu- veraient l'Accord EEE. Le Conseil fédéral est invité à examiner quelles mesures devraient être prises pour que l'industrie des textiles et de l'habillement puisse également participer au mar- ché unique européen à l'entrée en vigueur de l'Accord EEE.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Cavadini Adriano, Dünki, Gros Jean-Michel, Heberlein, Stucky, Wyss Paul (6)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist zu Recht enttäuscht über den in ihrem Gebiet unbefriedigenden materiellen Gehalt des EWR-Vertrages. Die wesentlichsten Forderungen in be- zug auf den passiven Veredelungsverkehr und die Vereinfa- chung der Ursprungsregeln wurden nicht erfüllt. Eine volle Teilnahme am europäischen Binnenmarkt für die Textilwirt- schaft wird deshalb erst bei einem Beitritt der Schweiz zur EG möglich sein.
Von einem einzigen europäischen Markt im Sinne des EWR kann nur gesprochen werden, wenn auch im Textil- und Be- kleidungsbereich mindestens die zollrechtliche Diskriminie- rung im passiven Veredelungsverkehr beseitigt wird. Die Tex- til- und Bekleidungsindustrie ist die viertwichtigste Exportindu- strie der Schweiz und kann weitere Verluste auf dem für sie ent- scheidenden EG-Markt nicht länger hinnehmen. Dies gilt um so mehr, als auch für den Warenverkehr mit Osteuropa die ent- sprechenden Abkommen der Efta mit denen der EG nicht ab- gestimmt und auch nicht im Sinne eines gemeinsamen Mark- tes integriert beziehungsweise kumuliert wurden.
Der EWR-Vertrag ist mangelhaft, wenn er lebenswichtige Inter- essen von Teilen der Industrie nicht berücksichtigt. Der Bun- desrat soll rasch nach Möglichkeiten suchen, tragbare Ueber- gangslösungen für den Textil- und Bekleidungsbereich zu fin- den. Dabei sind entweder bilaterale oder multilaterale (zusam- men mit den anderen Efta-Staaten) Möglichkeiten ins Auge zu fassen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 2. November 1992 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 2 novembre 1992 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
92.3306
Postulat Keller Rudolf Hilfe für Langzeitarbeitslose Aide aux chômeurs de longue durée
Wortlaut des Postulates vom 24. August 1992 Es ist zu prüfen, ob ausgesteuerten Arbeitslosen, deren offizi- elle Arbeitslosenentschädigung im Rahmen der eidgenössi- schen Bestimmungen abgelaufen ist, bei frei werdenden Stel- len -wo möglich - eine Anstellung (temporär oder fest) bei der Bundesverwaltung oder in öffentlich-rechtlichen Institutionen angeboten werden kann. Der Gesamtbestand an Stellen soll dadurch also nicht erhöht werden.
Weiter ist zu prüfen, ob verbindliche Arbeitseinsatzprogramme für alle Langzeitarbeitslosen durchgeführt werden können, wobei der Lohn mindestens existenzsichernd sein müsste.
Texte du postulat du 24 août 1992
Il convient d'examiner s'il est possible d'offrir à des chômeurs en fin de droit des emplois (temporaires ou fixes) dans l'admi- nistration fédérale ou dans des institutions de droit public, lors- que des postes se libèrent et que les conditions le permettent Une telle mesure ne doit pas entraîner d'augmentation du nombre total des postes de travail.
En outre, il convient d'examiner si des programmes d'occupa- tion obligatoires peuvent être mis en place pour tous les chô- meurs de longue durée. Dans ce cas, la rémunération devrait assurer aux bénéficiaires au moins le minimum vital.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bischof, Borradori, Maspoli, (6) Ruf, Stalder, Steffen
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Loeb François Integration der Textil- und Bekleidungsindustrie in den europäischen Binnenmarkt
Postulat Loeb Intégration au marché unique européen de l'industrie des textiles et de l'habillement
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1992
Année
Anno
Band
VI
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3171
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 18.12.1992 - 08:00
Date
Data
Seite
2753-2753
Page
Pagina
Ref. No
20 022 122
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