2 décembre 1992
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Postulat Bühler Robert
glaube, sie wissen auch um die Bedeutung dieses Auftrages. Deshalb haben die Vertreter der Amerikaner auch spezielle In- formationsveranstaltungen durchgeführt - im Wallis, in Genf, in Freiburg, soweit ich weiss -, um gezielt Kontakte in solchen Regionen zu suchen. Sie sind selbstverständlich jederzeit be- reit, auf Wunsch von Regionen weitere derartige Veranstaltun- gen durchzuführen, falls das Bedürfnis dafür besteht.
M. Flückiger: J'exprime ma gratitude à M. le conseiller fédéral pour les informations actualisées qu'il nous a données, qui laissent supposer que les retombées économiques que l'on peut attendre des compensations prévues dans le cadre de la fabrication du F/A-18 satisferont l'ensemble des régions de notre pays. Je crois que d'un certain point de vue psychologi- que, dans le contexte qui est connu, cela n'est pas indifférent, Monsieur le Conseiller fédéral. Aussi, je me déclare satisfait et vous remercie encore une fois.
92.3392
Postulat Bühler Robert «Armee 95». Militärspiele «Armée 95». Fanfares militaires
Wortlaut des Postulates vom 24. September 1992
Die Armee verfügt zurzeit über 92 Regiments- und Bataillons- spiele sowie über das Schweizer Armeespiel. Dazu kommen die acht Rekrutenspiele pro Jahr, die mit fortgeschrittener Aus- bildung als vollwertige Militärspiele eingesetzt werden kön- nen. Gemäss momentanem Planungsstand der «Armee 95» sollen die Bestände der Militärspiele unverhältnismässig ge- kürzt werden, nämlich um rund 40 Prozent
Die Militärspiele wirken als Bindeglied zwischen Volk und Ar- mee und tragen wesentlich zu einem guten Image der Truppe bei. Zweifellos stärken sie den Wehrwillen und fördern auf ihre Art die Wehrbereitschaft.
Die radikale Kürzung hätte zur Folge, dass die Präsenz der Spiele in der Oeffentlichkeit stark zurückginge und sie so ihren Oeffentlichkeitsauftrag wie ihre PR-Aufgabe nicht mehr wahr- nehmen könnten.
Der Bundesrat wird, um auch in Zukunft die Präsenz der Mili- tärspiele in der Oeffentlichkeit sicherstellen zu können, gebe- ten, dafür besorgt zu sein, dass mit der «Armee 95» folgende Spiele aufgestellt werden: 70 Regimentsspiele zu 62 Mann und das Schweizer Armeespiel.
Texte du postulat du 24 septembre 1992
L'armée dispose actuellement de 92 fanfares de régiment et de bataillon ainsi que de la fanfare de l'armée suisse. A ce chif- fre il faut ajouter les 8 fanfares d'écoles de recrues par an qui peuvent, lorsque leur formation est assez avancée, être enga- gées comme véritable fanfare militaire. Or selon l'état actuel d'avancement du Plan directeur de l'armée 95, il est prévu de réduire de façon disproportionnée l'effectif des fanfares militai- res, soit d'environ 40 pour cent.
Les fanfares militaires sont un élément de liaison entre le peu- ple et l'armée et contribuent pour une part importante à la bonne image de la troupe. Il ne fait aucun doute qu'elles ren- forcent la volonté de défense et favorisent à leur façon la pré- paration à la défense.
La réduction radicale prévue aurait pour conséquence une forte diminution des prestations publiques des fanfares et cel- les-ci ne seraient plus en mesure de remplir leur mandat de contact avec la population et leur tâche de relations publiques. Le Conseil fédéral est prié de faire en sorte que la présence des fanfares militaires au sein de la population continue d'être assurée et que le Plan directeur de l'armée 95 prévoie 70 fanfares de régiment de 62 hommes et la fanfare de l'armée suisse.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bloetzer, Büttiker, Danioth, Frick, Iten Andreas, Loretan, Morniroli, Rüesch, Schiesser, Schüle, Simmen (11)
Bühler Robert: Der Vorstoss «Militärspiele» betrifft eines der wirkungsvollsten Bindeglieder zwischen Armee und Bevölke- rung. Die Anzahl Spiele soll mit der Armeereform 95 von 92 auf zirka 50 reduziert werden.
Die Militärmusik hat mindestens drei Hauptaufgaben zu erfül- len: eine militärische, eine kulturelle und schliesslich - das ist von mir aus gesehen ihre Hauptfunktion - eine Scharnierfunk- tion zwischen Armee und Bevölkerung. Damit ist auch die För- derung des Wehrwillens verbunden.
Zur militärischen Aufgabe: Die Trompeter verrichten einer- seits Sanitätsdienst, und andererseits haben sie musikalische Aufträge der Truppen zu erfüllen: Fahnenübernahmen, Fah- nenabgaben usw. Unter diesem Gesichtspunkt mag die mas- sive Kürzung von weit über 40 Prozent eine gewisse Berechti- gung haben; denn der Truppenbestand der «Armee 95» wird in etwa analog gekürzt.
Zur kulturellen Aufgabe: Die Pflege der konzertanten Musik gehört zum kulturellen Auftrag der Militärspiele wie die Pflege der volkstümlichen Tradition. Die schweizerische Militärmusik ist mit unserem zivilen Blasmusikwesen stark verwachsen. Ich zitiere Albert Benz, der Ihnen ja nicht unbekannt ist: «Unser Mi- lizsystem ermöglicht eine einzigartige Durchdringung ziviler und militärischer Blasmusik: Beide geben, beide nehmen.» Aus diesem Grunde ist es z. B. den Obwaldnern und Nidwald- nern nicht gleichgültig, ob ihre Militärspiele den Bestand von Bataillonsspielen oder Regimentsspielen aufweisen. Die Ba- taillonsspiele sind Brass-Band-Formationen. Und weil in Ob- walden und Nidwalden ausschliesslich Harmoniemusik-Ver- eine bestehen, finden ihre Holzbläser keine Verwendung in den Militärspielen. Eine entsprechende Korrektur ist schon längst fällig; deshalb die Forderung des Postulates: «Schaf- fung von Regimentsspielen.»
Nachwuchssorgen bestehen keine; denn nur zirka ein Drittel der Interessenten kann heute berücksichtigt werden. Also aus kultureller Sicht ist ein massiver Abbau der Militärspiele kaum begründbar.
Durch die einschneidende Reduktion der Militärmusikbe- stände werden die noch verbleibenden Spiele mehr funktio- nale Aufträge innerhalb der Armee übernehmen müssen. Dazu kommen längere Reisezeit, zum Teil die Fünftagewoche und der Zweijahresrhythmus.
Zusammenfassend muss zu diesem Punkt gesagt werden, dass die Anzahl Militärspiele als Bindeglied zwischen Bevölke- rung und Armee keine massive Kürzung erträgt, ja dem Wehr- willen schädlich ist. Den Militärspielen kommt in Zukunft eine noch grössere Bedeutung in wehrpsychologischer Hinsicht zu; das müsste auch in der Armeereform berücksichtigt werden.
Mit dem Postulat fordern wir den Bundesrat auf, auf die Proble- matik zurückzukommen. Ein kleiner Schritt - wie ich gehört habe - wurde bereits getan. Ich weiss auch, dass die im Po- stulat genannte optimale Zahl von 71 Spielen nicht erreicht werden kann. Fachleute sehen den Bestand von 61 Spielen aber als das äusserste Minimum. Dies wäre immer noch eine Kürzung von 34 Prozent
In diesem Sinne hoffe ich, Herr Bundesrat - Sie sind ja auch ein Liebhaber von Blasmusik und von Militärspielen -, dass Sie dem Postulat wohlgewogen sind und dass Sie, meine Da- men und Herren, das Postulat überweisen.
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Postulat Bühler Robert
Bundesrat Villiger: Es wäre traurig, wenn ein Chef EMD, der über 20 Jahre selber in der Dorfmusik geblasen hat, kein Herz für die Blasmusik hätte.
Der Bundesrat verkennt natürlich die Bedeutung der Militär- spiele als wichtiges Bindeglied Armee-Bevölkerung - wie das Herr Bühler Robert geschildert hat - nicht. Die Aufgaben der Spiele sind unbestritten. Sie sind auch in der «Armee 95» nötig.
Der Stellenwert der Militärspiele in der neuen Armee wird da- durch noch unterstrichen, dass für die Spielführer und für die Spielinstruktoren in der «Armee 95» eine neue Gradstruktur eingeführt wird, und es wird die Möglichkeit zur Ausbildung zum Offizier eingeführt. Das war ein altes Anliegen. Ein Militär- spiel mit 60 Mann ist ja grösser als ein durchschnittlicher Füsi- lierzug. Das, glaube ich, ist auch vom Prestige her, von den Möglichkeiten her, die man den Musikanten bietet, positiv zu werten.
Nun stelle ich aber fest: Wie in vielen Bereichen wachsen auch hier mit jedem Zugeständnis anscheinend die Ansprüche. Das Postulat von Herrn Bühler Robert liegt an sich genau in der Richtung, wie der Bundesrat und das EMD die «Armee 95» se- hen. Es kann von der Stossrichtung her angenommen und in wesentlichen Punkten auch realisiert werden, aber nicht in al- len. Die vollständige Verwirklichung ist aus Gründen, die ich jetzt aufzählen möchte, nicht möglich:
Man kann beim heutigen Stand nicht mehr von einem radika- len Abbau der Militärspiele sprechen. Heute zählen die 93 Mili- tärspiele rund 4600 Angehörige. «Armee 95» wird nicht mit un- gefähr 50, sondern mit 54 Spielen einen Soll-Bestand von rund 3380 oder einen Kontrollbestand von 3920 Bläsern auf- weisen. Der Abbau der Anzahl Spiele entspricht also einer Re- duktion um rund 40 Prozent. Weil wir den Bestand aller neuen Regimentsspiele generell auf 62 Spielleute aufstocken, be- trägt der Abbau an Militärmusikern nur rund 27 Prozent und liegt damit natürlich erheblich unter dem Gesamtabbau der Ar- meebestände. Man kann sagen, dass die Militärspiele bei der Reorganisation der Armee sogar ausgesprochen gut weg- kommen.
Für die Aufstellung der 54 Spiele in der «Armee 95» stehen derzeit bloss etwas mehr als 3500 Militärbläser zur Verfügung, von denen zudem wegen der Aufhebung der Heeresklassen ein nicht geringer Teil nach 1995 nur noch einen Wiederho- lungskurs oder überhaupt keinen mehr machen muss. Mit an- dern Worten: Es können schon aus Bestandesgründen bei der «Armee 95» höchstens 54 Militärspiele aufgestellt werden, und es wäre wenig sinnvoll, Militärspiele mit Angehörigen auf- zustellen, die keinen Dienst mehr zu leisten haben. Mit der Realisierung der «Armee 95» werden 37 Landwehr-Infanterie- regimente und 5 Spitalregimente aufgelöst Der Bundesrat sieht keinen Sinn darin, die Spiele dieser aufgelösten Trup- penkörper in der «Armee 95» wieder zu übernehmen, wenn deren Bestand nicht gesichert werden könnte. Würden wir in der «Armee 95» im Sinne des Postulates 70 Regimentsspiele beibehalten, würde der heutige Gesamtbestand der Bläser nur um etwa 5 Prozent herabgesetzt. Eine solche unverhältnis- mässige Privilegierung würde nicht verstanden.
Hingegen - hier kann ich Herrn Bühler und auch dem Vertreter von Obwalden eine gute Mitteilung machen - ist der Bundes- rat bereit, die 8 geplanten Bataillonsspiele, die in gewissen Halbkantonen beziehungsweise Kleinkantonen wichtig sind, von 31 auf 62 Mann zu Regimentsspielen aufzustocken. Man kann Harmoniespiele machen und dadurch wird der Personal- abbau etwas kleiner, als wir ihn ursprünglich vorgesehen haben. Dieser Gesamtbestand - hier gebe ich Herrn Bühler recht - ist wichtig für das schweizerische Blasmusikwesen überhaupt, weil die Armeebläser in den normalen Dorfblasmu- siken eine Art Ferment sind und man stolz darauf ist, einen Mili- tärtrompeter zu haben. Sie bringen Know-how und kulturelles Gut ein, dessen sind wir uns bewusst.
Der Bundesrat bestreitet auch nicht, dass die Militärspiele ab 1995 in der Oeffentlichkeit etwas weniger präsent sein werden als heute. Aber man kann durch gute Koordination die Effizi- enz dieser Auftritte fördern. Es ist z. B. nicht undenkbar, dass man den Zweijahresrhythmus bei gewissen Spielen durchbre- chen könnte, indem die Betroffenen zwei Halbkurse absolvie-
ren und sich in einem Kurs im Zwischenjahr Konzerttournees widmen. Mit etwas Kreativität könnte man hier etwas heraus- holen, damit die Auftritte doch möglichst befriedigend ver- laufen.
Herr Bühler, als Sie das Postulat einreichten, war der Tiefpunkt der Planung erreicht, auch in der KML, und ich habe deshalb für das Einreichen Ihres Vorstosses Verständnis. Ich habe ge- gen den ursprünglichen Beschluss der KML festgelegt, dass wir wieder um 5 Spiele aufstocken, nämlich den Panzerbriga- den und den Flieger- und Flab-Truppen noch je ein Spiel ge- ben. In einer nächsten Sitzung haben wir das Aufstocken der Bataillonsspiele und in der Zwischenzeit zugleich diese Mög- lichkeit der Offizierslaufbahn beschlossen. Von der Einrei- chung Ihres Postulates bis heute haben wir das Maximum des Möglichen erreicht.
In diesem Sinne schlage ich Ihnen vor, das Postulat anzuneh- men, es aber gleichzeitig als erfüllt abzuschreiben.
Bühler Robert: Vorerst möchte ich mich ganz herzlich dafür bedanken, dass man diese Bataillonsspiele in Regiments- spiele umwandelt. Das ist ein Anliegen insbesondere des Blasmusikwesens. Ferner danke ich auch, dass der Tiefpunkt korrigiert wurde und jetzt mehr Spiele geschaffen werden.
Einerseits könnte ich ja zufrieden sein, aber ich möchte trotz- dem am Postulat festhalten. Ich halte nicht an diesen 71 Spie- len im Total fest, aber ein Minimum von 61 sollte erreicht wer- den. Das würde bedeuten, dass noch etwa 6 solche Spiele nicht aufgehoben werden sollten. Das sind 350 Soldaten mehr, und deshalb bitte ich Sie: Stimmen Sie diesem Postulat zu, damit der Bundesrat noch einmal diese Problematik über- prüfen kann und eventuell doch noch einige zusätzliche Mili- tärspiele schaffen wird!
Abstimmung - Vote Für Ueberweisung des Postulates Dagegen
18 Stimmen
9 Stimmen
Präsident: Ich möchte Sie noch kurz daran erinnern, dass sich die Kantone Wallis und Freiburg besonders freuen, Sie heute zu empfangen. Herr Schmidhalter und ich würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele Kolleginnen und Kollegen am Fest teilnehmen könnten. Der Zug ins Wallis fährt um 12.45 Uhr auf Gleis 2 und der Zug nach Freiburg um 16.05 auf Gleis 1 ab.
Schluss der Sitzung um 11.40 Uhr La séance est levée à 11 h 40
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Postulat Bühler Robert "Armée 95". Militärspiele Postulat Bühler "Armée 95". Fanfares militaires
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Session d'hiver
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Sessione invernale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
03
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3392
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Datum 02.12.1992 - 08:00
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