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Rechtshilfe. Vertrag mit Australien
Das Postulat der Mehrheit birgt eine Gefahr in sich, weil es ganz allgemein die Ueberwachung der Bankkonten im Straf- prozess anstrebt, so dass wir mit dem Bankgeheimnis, mit ei- nem anderen Rechtsgut, in Konflikt kommen könnten. Wir müssen uns fragen: Wollen wir das effektiv, wollen wir, dass bei irgendeiner geringfügigen strafrechtlichen Angelegenheit die Ueberwachung von Bankkonten angeordnet werden kann? Diese Gefahr birgt die Version der Mehrheit in sich. Wir müssen uns wirklich fragen: Wollen wir ein solches Postulat dem Bundesrat zur Ueberprüfung überweisen, oder können Sie, Herr Bundesrat, eine Erklärung abgeben, dass sich der Prüfungsantrag, der Prüfungsspielraum, beispielsweise auf die schwere Kriminalität beschränken soll?
Kollege Rechsteiner deutete mit seinem Wort «insbesondere» wohl an, dass es auch bei ihm primär um die internationale Rechtshilfe geht, aber so wie wir ihn kennen, liebäugelt er zweifellos damit, über diese Hintertür ganz allgemein eine At- tacke gegen das Bankgeheimnis zu reiten.
Das will die Kommissionsminderheit nicht. Deshalb be- schränkt sich unser Antrag auf den Bereich dieses Abkom- mens, auf die Geldwäscherei. Von Ihrer Antwort, Herr Bundes- rat, machen wir es abhängig, ob wir unser Postulat als Er- gänzung oder als Alternative zum Postulat der Mehrheit be- trachten.
Die anderen Unterschiede zwischen den beiden Versionen sind, wie Ihrer Stellungnahme bereits zu entnehmen war, offensichtlich nicht mehr von Belang. Wir haben mit Genug- tuung davon Kenntnis genommen, dass bei den Postkonten der Geldwäscherei bereits nach geltendem Recht ein Riegel vorgeschoben werden kann, zumindest theoretisch. Wie es in der Praxis aussieht, sei offengelassen. Ebenfalls mit Ge- nugtuung ist zu konstatieren, dass auch vorgesehen ist, die Wechselstuben künftig besser in die Ueberwachung mit ein- zubeziehen.
M. Borradori, rapporteur: La commission a présenté un pos- tulat qui invite le Conseil fédéral à examiner l'opportunité de créer, spécialement en relation avec l'entraide judiciaire inter- nationale, des bases juridiques pour la surveillance de comp- tes bancaires dans le cadre de procès pénaux et à faire rapport de cela au Parlement.
Les raisons qui soutiennent ce postulat sont les suivantes: l'ar- ticle 4 chiffre 2 de la convention oblige les parties contractan- tes à envisager l'introduction de techniques spéciales d'inves- tigation afin de faciliter le dépistage des produits délictueux. Parmi ces techniques sont citées aussi les ordonnances de surveillance des comptes bancaires. Dans le message, on peut lire qu'une partie des mesures citées dans la convention sont déjà applicables en Suisse. En revanche, la Suisse ne connaît jusqu'ici aucune réglementation légale qui prévoit, à la manière d'un contrôle téléphonique par exemple, la surveil- lance permanente des comptes bancaires pour une certaine durée. Afin que la convention ne reste pas un instrument vide et abstrait, la commission a pensé qu'il faudrait inviter le Conseil fédéral à examiner l'opportunité de créer une base lé- gale pour la surveillance des comptes bancaires. En définitive, la commission a voulu ainsi donner un signal pour une meil- leure concrétisation de la convention. C'est surtout au niveau de la Confédération que doivent être examinées les bases juri- diques, car ce n'est pas le but du postulat de résoudre d'ores et déjà la question des compétences entre Confédération et cantons, question qui peut donc rester ouverte.
Ce postulat a eu la préférence en commission sur une autre proposition, celle de M. Reimann Maximilian, par 10 voix contre 9, avec le «Stichentscheid» du président. Cette der- nière vise, d'une part, un champ d'application plus étroit en limitant expressément le mandat d'examen dans le cadre de la convention du Conseil de l'Europe. Donc seule la conven- tion fait l'objet du mandat. D'autre part, cette proposition veut que les comptes postaux et les bureaux de change soient aussi considérés dans le mandat. Pour terminer, cette propo- sition vise à ce que le Conseil fédéral puisse examiner aussi si l'on doit intervenir au niveau des lois fixant les procédures pénales cantonales, dans la mesure où il y aurait une néces- sité d'agir.
Bundesrat Koller: Wie Sie unserer schriftlichen Stellung- nahme haben entnehmen können, ist der Bundesrat bereit, das Postulat der Kommission entgegenzunehmen. Dies gilt auch für das Postulat der Minderheit der Kommission, soweit es nicht - was vor allem die Postcheckkonten anbelangt - als erfüllt abgeschrieben werden kann.
Zur Frage von Herrn Reimann Maximilian folgendes: Wir ha- ben in der schriftlichen Stellungnahme zum Postulat der Min- derheit der Kommission ausdrücklich auf die Rechtsprobleme hingewiesen, die wir bei der Prüfung dieses zusätzlichen Mit- tels der Bankkontenüberwachung zu analysieren und nach- her zu lösen haben. Es ist einmal das Problem der Kompetenz- ausscheidung zwischen Bund und Kantonen, und es sind auch Probleme, die wir eigentlich ganz analog im Bereich der Telefonabhörung kennen. Der Bundesrat hat sich jüngst auf- grund eines Berichtes Ihrer Geschäftsprüfungskommission ohnehin bereit erklärt, diese ganze Frage der Voraussetzun gen der Telefonabhörungen neu zu überprüfen.
Nun kann ich natürlich das Resultat dieser Prüfungen nicht vorwegnehmen. Ich glaube, dafür müssen Sie Verständnis ha- ben. Aber das zeigt, in welche Richtung unsere Analysen ge- hen werden; es ist ganz klar, dass das Bankgeheimnis natür- lich gewahrt bleibt. Hingegen steht auch fest, dass das Bank- geheimnis im Bereich der Kriminalität immer zurücktreten musste. Und bei der Prüfung dieses zusätzlichen Mittels der Bankkontenüberwachung werden wir natürlich, analog zur Te- lefonabhörung, genau zu prüfen haben, aufgrund welcher Ta- ten wir zu diesem ausserordentlichen Strafverfolgungsmittel greifen wollen. Aber das Resultat werden wir Ihnen natürlich erst nach Abschluss dieser Prüfungen bekanntgeben können. So viel zu Ihrer Frage. Im übrigen kennen Sie unsere Stellung- nahme.
Postulat 93.3023 Ueberwiesen - Transmis
Postulat 93.3024
Bankkonten und Wechselstuben Comptes bancaires et bureaux de change Ueberwiesen - Transmis
Postkonten - Comptes postaux Abgeschrieben - Classé
92.075
Rechtshilfe. Vertrag mit Australien Entraide judiciaire. Traité avec l'Australie
Botschaft und Beschlussentwurf vom 9. September 1992 (BBI VI 185) Message et projet d'arrêté du 9 septembre 1992 (FF VI 181)
Beschluss des Ständerates vom 10. Dezember 1992 Décision du Conseil des Etats du 10 décembre 1992 Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 6XLRCN
Herr Engler unterbreitet im Namen der Kommission den fol- genden schriftlichen Bericht:
Ausgangslage
Der am 25. November 1991 mit Australien unterzeichnete Rechtshilfevertrag in Strafsachen regelt den Rechtshilfe- verkehr zwischen den beiden Staaten und soll die Zusammenarbeit bei der Verbrechensbekämpfung und -ver- folgung verstärken.
Initiative du canton du Valais
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N 2 mars 1993
Bis anhin gab es keine vertragliche Grundlage für den Rechts- hilfeverkehr zwischen der Schweiz und Australien. Die Rechts- hilfe in Strafsachen regelte sich nach dem jeweiligen inner- staatlichen Recht, womit für die Schweiz das Bundesgesetz über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen zur Anwen- dung kommt.
Der vorliegende Vertrag lehnt sich eng an das Europäische Uebereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen, das Bundesgesetz über internationale Rechtshilfe in Strafsachen und den Staatsvertrag zwischen der Schweiz und den USA über gegenseitige Rechtshilfe in Strafsachen an. Aus Rück- sicht auf die angelsächsische Rechtstradition Australiens wurde jedoch ein unabhängiger Vertrag erarbeitet, der den praktischen Erfordernissen der gegenseitigen Rechtshilfe zu genügen vermag.
Erwägungen der Kommission
Die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrates hat sich an ihrer Sitzung vom 18. Januar 1993 mit dieser Vorlage be- fasst. Sie hält dazu folgendes fest:
Angesichts der stark gewachsenen internationalen Kriminali- tät, bedingt durch die Zunahme der Mobilität und des techni- schen Fortschritts auf allen Gebieten, vermag die geltende Si- tuation nicht zu befriedigen. Ein gegenseitiger Rechtshilfever- trag in Strafsachen entspricht der Politik der Schweiz, einen verstärkten Beitrag zur Bekämpfung und Verfolgung der inter- nationalen Kriminalität zu leisten.
Der vorliegende Rechtshilfevertrag in Strafsachen mit Austra- lien steht schliesslich in keinem Widerspruch zum geltenden schweizerischen Recht, dessen wichtigste Grundsätze beach- tet werden.
M. Engler présente au nom de la commission le rapport écrit suivant:
Le traité signé le 25 novembre 1991 règle les modalités de l'en- traide judiciaire en matière pénale entre la Suisse et l'Australie et entend renforcer la coopération des deux pays dans la pour- suite et la répression des activités criminelles.
Jusqu'ici, l'entraide judiciaire entre la Suisse et l'Australie ne reposait sur aucune base contractuelle. L'entraide judiciaire en matière pénale se fondait sur la législation interne de cha- que Etat, la Suisse appliquant la loi fédérale sur l'entraide inter- nationale en matière pénale.
Le présent traité s'inspire fortement de la Convention euro- péenne d'entraide internationale en matière pénale, de la loi fédérale sur l'entraide judiciaire en matière pénale et du Traité entre la Confédération Suisse et les Etats-Unis d'Amérique sur l'entraide judiciaire en matière pénale. Eu égard à la tradition juridique anglo-saxonne de l'Australie, un traité séparé a ce- pendant été élaboré, afin de satisfaire aux exigences pratiques de rapports mutuels en matière d'entraide judiciaire.
Considérations de la commission
La Commission des affaires juridiques du Conseil national a traité cet objet le 18 janvier 1993. Elle a fait les constatations suivantes:
Compte tenu de l'augmentation importante des actes de crimi- nalité internationale, favorisée par la mobilité accrue et le pro- grès techniques réalisés dans tous les secteurs, la situation actuelle n'est plus satisfaisante. Un traité sur l'assistance judi- ciaire réciproque en matière pénale correspond donc aux ob- jectifs politiques de la Suisse, qui entend renforcer sa contribu- tion à la lutte contre la criminalité internationale et à sa répres- sion.
Enfin, le présent Traité sur l'entraide judiciaire en matière pé- nale conclu avec l'Australie n'est en rien contraire au droit suisse en vigueur, dont les principes essentiels sont respectés.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt einstimmig, den Bundesrat zur Ra- tifikation des Rechtshilfevertrages in Strafsachen mit Austra- lien zu ermächtigen.
Proposition de la commission
La commission propose à l'unanimité d'habiliter le Conseil fédéral à ratifier le Traité entre la Suisse et l'Australie sur l'entraide judiciaire en matière pénale.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen L'entrée en matière est décidée sans opposition
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1, 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1, 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes Dagegen
105 Stimmen 3 Stimmen
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
92.300
Standesinitiative Wallis Koordination und Beschleunigung von Projektbewilligungsverfahren Initiative du canton du Valais Coordination et accélération des procédures d'autorisation de projets
Beschluss des Ständerates vom 10. Dezember 1992 Décision du Conseil des Etats du 10 décembre 1992 Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
Wortlaut der Initiative vom 18. Juni 1992 Gestützt auf Artikel 93 Absatz 2 der Bundesverfassung be- antragt der Stand Wallis den eidgenössischen Räten, die Ge- setzgebung auf eidgenössischer Ebene derart anzupassen, dass - in Berücksichtigung der grundlegenden Volksrechte -: 1. eine schnellere Durchführung der Bewilligungsverfahren er- möglicht wird, vor allem durch die Ausschaltung von Doppel- spurigkeiten auf allen Stufen der öffentlichen Hand;
den Entscheidungsinstanzen Behandlungsfristen ange- setzt werden;
die Integration von Spezialbewilligungen in ein einziges oder koordiniertes Verfahren möglich wird;
die finanzielle Verantwortlichkeit derjenigen geregelt wird, welche mutwillig Einsprachen erheben und die Verfahren in die Länge ziehen.
Texte de l'initiative du 18 juin 1992
Basé sur l'article 93 alinéa 2 de la Constitution fédérale, l'Etat du Valais demande aux Chambres fédérales d'adapter la lé- gislation au niveau fédéral de telle façon que - tenant compte des droits fondamentaux du peuple:
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Rechtshilfe. Vertrag mit Australien Entraide judiciaire. Traité avec l'Australie
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1993
Année
Anno
Band
I
Volume
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Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.075
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Datum 02.03.1993 - 08:00
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