N
171
Postulat Cincera
92.3538
Postulat Dünki
Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung. Revision Révision de la loi sur l'assurance-chômage obligatoire et indemnité en cas d'insolvabilité
Wortlaut des Postulates vom 17. Dezember 1992
Das Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung soll dahin gehend revidiert werden,
dass die Höchstzahl der Taggelder nicht begrenzt wird, das heisst, die Arbeitslosenversicherung bezahlt - ungeachtet der Dauer der Arbeitslosigkeit - die Entschädigung so lange, wie jemand vermittelbar ist;
dass die Stempelkontrolle abgeschafft wird; an deren Stelle treten regelmässige Beratungsgespräche zwischen Arbeits- amt und Stellensuchenden;
dass der Abrechnungs- und Administrationsaufwand der Ar- beitslosenkassen reduziert und die Berechnung für die Ar- beitslosenentschädigung vereinfacht wird.
Texte du postulat du 17 décembre 1992
La loi fédérale sur l'assurance-chômage obligatoire et l'indem- nité en cas d'insolvabilité doit être révisée pour:
que soit supprimé le nombre maximum d'indemnités journa- lières, donc pour que l'assurance-chômage indemnise une personne au chômage aussi longtemps qu'elle peut être placée;
que soit abolie l'obligation de timbrer et qu'elle soit rempla- cée par des entretiens à intervalle régulier entre les personnes en quête d'un emploi et l'office du travail;
que diminuent les tâches administratives des caisses de chômage et que soit simplifié le calcul des indemnités.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Grendelmeier, Maeder, Meier Hans, Meier Samuel, Sieber, Weder Hansjürg, Wieder- kehr, Züger, Zwygart (9)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die bestehende Arbeitslosenversicherung soll in eine Weiter- bildungsversicherung umgewandelt werden. Die gegenwär- tige Gesetzgebung und Praxis der Arbeitslosenversicherung ist geprägt von Kontrolle und Administration. Sie geht davon aus, dass der oder die Arbeitslose mehr oder weniger unter Druck gesetzt werden muss, damit er oder sie sich Mühe gibt, eine neue Stelle zu finden. Und dass jeder oder jede Arbeits- lose - zumindest tendenziell - Gefahr läuft, diese Arbeitslosen- versicherung zu missbrauchen.
Die Haltung verkennt vollkommen, dass die überwiegende Mehrheit der Arbeitslosen allein durch die Tatsache, dass sie keine Stelle haben, persönlich unter einen massiven Druck ge- raten. Nach wie vor wird in unserer Gesellschaft Arbeitslosig- keit stigmatisiert, und die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer laufen Gefahr, an den Rand unserer Gesell- schaft gedrängt und damit zu Aussenseitern zu werden.
Die Arbeitslosenversicherung hat demzufolge die Aufgabe, betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so schnell wie möglich wieder in die Arbeitswelt zu integrieren.
Das Bezugsrecht für Arbeitslosentaggelder darf nicht be- grenzt werden. Ist eine Arbeitslose oder ein Arbeitsloser aus- gesteuert, besteht die Gefahr, dass sie oder er zum Fürsorge- fall und somit noch schwerer vermittelbar wird. Die Erfahrung zeigt, dass niemand rascher eine Stelle findet, nur weil sie oder er von der Aussteuerung bedroht ist.
Die Stempelkontrolle ist abzuschaffen.
Die Arbeitsämter sollen ihre ureigenste Aufgabe der Beratung, Förderung und Unterstützung wahrnehmen und nicht ihre Zeit mit Administration und Kontrollaufgaben vertun müssen. Da- mit Taggelder bezogen werden können, ist der Nachweis des Besuches von Beratungs- und Weiterbildungsmassnahmen ausreichend.
Aus- und Weiterbildungsmassnahmen, die helfen, Arbeitslo- sigkeit zu verhindern, sind vermehrt anzubieten. Eine grosszü- gigere Auslegung der bereits bestehenden Möglichkeiten in der Gesetzgebung ist zu fördern.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 3. Februar 1993 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 3 février 1993 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
92.3568
Postulat Cincera Finanzielle Besserstellung Arbeitsloser bei Beförderungsdiensten Amélioration de la situation financière des chômeurs qui gradent
Wortlaut des Postulates vom 18. Dezember 1992 Der Bundesrat wird aufgefordert, raschestmöglich eine admi- nistrativ einfache Lösung für den finanziellen Verlust zu suchen, welchen Beförderungsdienst leistende Arbeitslose gegenüber den nicht diesen Dienst leistenden Arbeitslosen er- leiden, wobei daran gedacht werden könnte, die Arbeitslosen- kasse an den ausgleichenden Zahlungen zu beteiligen.
Texte du postulat du 18 décembre 1992
Le Conseil fédéral est invité à trouver, dans les plus brefs dé- lais, une solution simple qui permettra de compenser le man- que à gagner dont sont victimes les chômeurs qui gradent par rapport aux chômeurs qui ne gradent pas. Il pourrait notam- ment faire en sorte que les caisses de chômage compensent en partie ce manque à gagner.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Baumberger, Bezzola, Bonny, Borer Roland, Bortoluzzi, Bührer Gerold, Chevallaz, Columberg, Comby, Dettling, Dünki, Fehr, Fischer-Seengen, Frey Walter, Fritschi Oscar, Giezendanner, Gros Jean-Michel, Gysin, Hari, Heberlein, Hess Otto, Iten Joseph, Jenni Peter, Leu Josef, Leuba, Loeb François, Mauch Rolf, Meier Hans, Miesch, Moser, Narbel, Nebiker, Neuenschwander, Sandoz, Savary, Schmid Peter, Schmied Walter, Schnider, Schwab, Seiler Hanspeter, Stamm Luzi, Steffen, Steinemann, Tschup- pert Karl, Vetterli, Wanner, Wittenwiler, Wyss Paul, Zölch, Zwy- gart (50)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Als Folge der regressiven Wirtschaftslage rücken immer mehr Arbeitslose in die Rekrutenschule ein.
Wenn sie sich für die Weiterausbildung zur Verfügung stellen, wird ihnen für die Dienstzeit der Erwerbsausfall und der Sold ausbezahlt. Damit erhalten sie für die Zeit des Beförderungs- dienstes monatlich rund 1000 Franken weniger, als wenn sie nicht Dienst leisten würden und statt dessen die Arbeitslosen- entschädigung beziehen würden.
Der Armee gehen als Folge dieser finanziellen Benachteili- gung ausbildungswillige Kader verloren. Es wäre daher sinn- voll, zwischen der Erwerbsausfallkasse und der Arbeitslosen- kasse eine ausgleichende Lösung zu finden. Die von der Ar-
N 8 mars 1993
172
Motion Cavadini Adriano
beitslosenkasse auszuzahlenden Beträge wären immer noch bedeutend geringer, als wenn wegen dieser Benachteiligung jugendliche Arbeitslose sich nicht für Beförderungsdienste zur Verfügung stellen.
Anzustreben wäre eine Lösung, bei der die Beförderungs- dienst Leistenden die ihnen zustehende Entschädigung ge- samthaft - z. B. über den Fourier - regelmässig ausbezahlt be- kämen, damit sie ihren finanziellen Verpflichtungen ebenso prompt nachkommen können wie ihre nicht Dienst leistenden arbeitslosen Kollegen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 3. Februar 1993 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 3 février 1993 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
92.3578
Motion Cavadini Adriano Unterstützung für jugendliche Arbeitslose Mozione Cavadini Adriano Sostegno per i giovani disoccupati Motion Cavadini Adriano Jeunes chômeurs. Soutien
Wortlaut der Motion vom 18. Dezember 1992
Die schwierige Wirtschaftslage und die steigende Arbeitslosig- keit, gerade auch bei Jugendlichen, erschweren immer mehr deren Eingliederung in den Arbeitsmarkt nach Abschluss der Berufslehre oder des Studiums. Zur Unterstützung dieser Ju- gendlichen wird der Bundesrat aufgefordert, im Revisionsent- wurf für das Arbeitslosenversicherungsgesetz angemessene Massnahmen vorzusehen, die die Unternehmen dazu bewe- gen könnten, den jungen Leuten zusätzliche Arbeitsplätze an- zubieten.
Testo della mozione del 18 dicembre 1992
La difficile situazione economica e il crescente numero di di- soccupati, anche tra i giovani, rende sempre più difficile il loro inserimento sul mercato del lavoro alla fine del tirocinio o degli studi. Per cercare di aiutare questi giovani disoccupati il Con- siglio federale è invitato a prevedere nel progetto di revisione della legge federale sulla disoccupazione dei provvedimenti adeguati, tali da stimolare le aziende ad offrire un maggior nu- mero di posti di lavoro ai nostri giovani.
Texte de la motion du 18 décembre 1992
La grave situation économique et le nombre croissant de chô- meurs, notamment parmi les jeunes, rend toujours plus diffi- cile leur insertion dans le marché du travail à la fin de l'appren- tissage ou des études. Afin d'aider ces jeunes, le Conseil fédé- ral est chargé d'introduire, dans le projet de révision de la loi sur le chômage, des mesures propres à encourager les entre- prises à leur offrir un plus grand nombre d'emplois.
Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Bonny, Caccia, Carobbio, Chevallaz, Comby, Cotti, Ducret, Eggly, Frey Claude, Guinand, Matthey, Savary (12)
Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit Alla fine di novembre il numero dei disoccupati ha raggiunto in Svizzera la cifra di 120 080 persone. Tra queste figurano 28 379 giovani in età fino a 25 anni. Per un giovane che ha ter-
minato il tirocinio o gli studi e che nella maggior parte dei casi si presenta con entusiasmo sul mercato del lavoro alla ricerca di un'occupazione, scontrarsi con la dura realtà della disoccu- pazione è assai penalizzante ed è l'inizio peggiore che può ca- pitare a un giovane desideroso di inserirsi attivamente nel mondo del lavoro. Una situazione negativa tale da togliere o indebolire assai stimoli e entusiasmo nei giovani colpiti dalla disoccupazione. D'altra parte, anche le aziende devono fare uno sforzo per offrire sufficienti posti di lavoro ai nostri giovani che saranno fra qualche anno loro indispensabili collabora- tori, visto anche il progressivo invecchiamento della popola- zione svizzera.
Con il mio postulato chiedo al Consiglio federale, nell'ambito della prossima revisione della legge federale sulla disoccupa- zione, di prevedere delle forme nuove di intervento della cassa di disoccupazione per favorire l'occupazione dei giovani.
Tali misure possono consistere nell'organizzazione di periodi di pratica e di formazione nelle aziende, di contributi alle aziende disposte ad assicurare un posto di lavoro duraturo ai giovani ecc. finanziati dalla cassa, la quale ne avrebbe pure un beneficio finanziario non avendo più a suo carico il giovane così occupato.
Da ultimo, richiamo la mozione del collega Etique che pro- pone altre interessanti misure a favore dei disoccupati più an- ziani, attraverso le assunzioni da parte della cassa dei premi per la previdenza professionale, in modo da facilitare il loro reinserimento nelle aziende.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Februar 1993 Risposta scritta del Consiglio federale del 3 febbraio 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 février 1993
Il Consiglio federale è cosciente del fatto che bisogna intra- prendere tutto il possibile per garantire una rapida integra- zione dei giovani nella vita professionale, onde eviatre, da una parte, la perdita delle conoscenze appena acquisite e, dall'al- tra, l'evolversi di una situazione che, col tempo, potrebbe por- tare ad un'instabilità sociale. D'altronde, la nostra economia può rimanere concorrenziale nella rapida evoluzione tecnolo- gica solo se i giovani, che rappresentano il potenziale di co- noscenze più aggiornate, sono chiamati a dare il loro intero contributo. Ciò assume un'importanza ancora maggiore in quanto, per ragioni demografiche, la parte di mercato del la- voro occupata da giovani, e di conseguenza il flusso di cono- scenze tecniche, è in diminuzione.
Le soluzioni proposte dall'autore della mozione per ovviare alla disoccupazione giovanile dovranno perciò essere oggetto di un esame approfondito nell'ambito dell'imminente revi- sione della legge sull'assicurazione contro la disoccupazione. All'occorenza, tali soluzioni dovranno essere integrate in una sistematica più generale di revisione ed essere coordinate con altre misure ad esse legate.
Al fine di evitare una settorializzazione dello studio da effet- tuare, il Consiglio federale propone di trasformare la mozione in postulato.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Dichiarazione scritta del Consiglio federale Déclaration écrite du Conseil fédéral Il Consiglio federale propone di trasformare la mozione in pos- tulato.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Cincera Finanzielle Besserstellung Arbeitsloser bei Beförderungsdiensten Postulat Cincera Amélioration de la situation financière des chômeurs qui gradent
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1993
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3568
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
08.03.1993 - 14:30
Date
Data
Seite
171-172
Page
Pagina
Ref. No
20 022 357
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.