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Postulat Schmid Carlo
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93.3391
Motion Schmid Carlo Haftvollzug Exécution des peines de détention
Wortlaut der Motion vom 20. September 1993
Der Vorsteher des EJPD hat die innere Sicherheit zum Schwer- punktthema seines Departements erklärt. Hierzu sind nicht nur neue Vorschriften des Bundes zum Schutze der Bevölke- rung vor Straftätern notwendig. Von grosser Bedeutung sind auch deren Vollzug wie auch die genaue Kenntnis über die Kri- minalität in unserem Land.
In diesem Sinne ersuche ich den Bundesrat,
die polizeiliche Kriminalstatistik so zu verbessern, dass diese ein gesamtschweizerisch verlässliches Bild über die Kri- minalität in unserem Land vermitteln kann;
den Kantonen mit Nachdruck zu empfehlen, ein Konkordat über einen effizienteren Strafvollzug abzuschliessen, insbe- sondere durch das gegenseitige Zurverfügungstellen von Haftplätzen;
eine Clearingstelle einzurichten, die erlaubt, die vorhan- dene Haftinfrastruktur besser zu nutzen;
als Sofortmassnahme bestehende bundeseigene Infra- struktur (materiell und personell) für den Vollzug der geplan- ten Vorbereitungs- und Ausschaffungshaft für Ausländer zu- gunsten der Kantone vorzubereiten und zur Verfügung zu stel- len und diese Massnahme gegebenenfalls subsidiär anstelle der Kantone weiterzuführen;
unverzüglich die Rechtsgrundlage zu schaffen, damit der Bund die Kantone beim Vollzug der Vorbereitungs- und Aus- schaffungshaft finanziell unterstützen kann.
Texte de la motion du 20 septembre 1993
Le chef du DFJP a déclaré que la sécurité intérieure était l'une des préoccupations essentielles de son département. Or, il ne suffit pas, en l'occurrence, d'édicter de nouvelles prescrip- tions fédérales pour protéger la population des malfaiteurs. Il faut aussi attacher une grande importance à l'exécution des peines ainsi que disposer d'informations détaillées sur la cri- minalité dans notre pays.
A ce sujet, je prie le Conseil fédéral d'entreprendre les démar- ches suivantes:
améliorer la statistique de la police criminelle de sorte que l'on puisse avoir une image précise de la criminalité pour l'en- semble du pays;
recommander expressément aux cantons de conclure un concordat visant à améliorer l'efficacité dans l'exécution des peines, notamment en mettant à la disposition des autres des places de détention;
de créer un service central de coordination permettant de mieux utiliser l'infrastructure de détention disponible;
de mettre à la disposition des cantons, à titre de mesure im- médiate, l'infrastructure appartenant à la Confédération (maté- riel et personnel) pour l'exécution de la détention préparatoire des étrangers en vue de l'expulsion et, le cas échéant, de poursuivre cette mesure subsidiairement à la place des cantons;
de créer sans tarder les bases légales permettant à la Confé- dération de soutenir financièrement les cantons dans l'exécu- tion de la détention préparatoire en vue de l'expulsion.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Cavelty, Cottier, Danioth, Delalay, Gemperli, Huber, Küchler, Roth, Schallberger, Ziegler Oswald (10)
93.3689
Postulat Schmid Carlo Schaffung eines Informationszentrums «Kriminalität» Création d'une centrale d'information sur la criminalité
Wortlaut des Postulates vom 17. Dezember 1993
Im Rahmen der vom EJPD verfolgten Politik der Gewährlei- stung der inneren Sicherheit hat das Departement im Verlaufe dieses Jahres dem Parlament wesentliche Gesetze vorgelegt beziehungsweise in die Vernehmlassung gegeben (StGB- Revision: «Wirtschaftkriminalität»; «Organisiertes Verbre- chen»; «Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht»). Damit ist das materielle Strafrecht weitgehend den Erfordernissen einer dem heutigen Bedrohungsbild entsprechenden Kriminalitäts- bekämpfung angepasst worden.
Die Bekämpfung der Kriminalität kann indessen nicht allein durch das materielle Strafrecht sichergestellt werden. Sie muss auch im Vollzug effizient ausgestaltet sein.
Kriminelle Handlungen weisen heute vielfach eine interkanto- nale, ja eine internationale Dimension auf. Trotz dem im Herbst dieses Jahres in Kraft getretenen interkantonalen Konkordat werden die Strafverfolgungsbehörden der Kantone bei der Kri- minalitätsbekämpfung an Grenzen stossen. Insbesondere er- scheint eine Vernetzung der relevanten Informationen und der Aufbereitung auf gesamtschweizerischer Ebene nur mit Unter- stützung des Bundes möglich. Hierfür bietet sich die Schaf- fung eines Informationszentrums an, das unter Mitwirkung von Beamten aus den kantonalen Polizeikorps durch das Bundes- amt für Polizeiwesen (BAP) geführt werden sollte.
Der Bundesrat wird daher ersucht, die Schaffung eines Infor- mationszentrums «Kriminalität» beim BAP, welches in Zusam- menarbeit mit den Kantonen die zentrale Sammlung, Aufberei- tung, Vernetzung und Analyse krimineller Handlungen in der Schweiz sicherstellt, zu prüfen und darüber Bericht zu er- statten.
Texte du postulat du 17 décembre 1993
Dans le cadre de la politique suivie par le DFJP en vue d'assu- rer la sécurité intérieure, le département en question a pré- senté au Parlement d'importants projets de lois et en a envoyé d'autres en procédure de consultation au cours de cette an- née (révision du CP: «criminalité économique» et «crime orga- nisé»; «mesures de contrainte en matière de droit des étran- gers»). Quant au fond, le droit pénal a donc été adapté dans une large mesure aux exigences de la lutte contre la criminalité dans la forme qu'elle doit prendre pour faire face à la situation actuelle.
Mais le droit pénal matériel ne suffit pas à lui seul pour assurer la lutte contre la criminalité. L'application doit aussi être orga- nisée de façon efficace.
Aujourd'hui la criminalité revêt souvent une dimension inter- cantonale, voire internationale. En dépit du concordat inter- cantonal qui est entré en vigueur en automne de cette année, les autorités de poursuite pénale des cantons se heurtent à des limites dans la lutte contre la criminalité. Il conviendrait no- tamment de réunir toutes les informations pertinentes et de les traiter au niveau national et cela ne sera possible qu'avec le soutien de la Confédération. Un moyen efficace serait la créa- tion d'un centre d'information dirigé par l'Office fédéral de la police (OFP) et auquel collaboreraient des fonctionnaires des corps cantonaux de police.
C'est pourquoi le Conseil fédéral est invité à étudier la créa- tion, au sein de l'OFP, d'un centre d'information sur la crimina- lité, centre qui serait chargé, en collaboration avec les can- tons, de collecter pour l'ensemble de la Suisse toutes les infor- mations relatives aux actes criminels, de les traiter et de les
E 8 mars 1994
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Postulat Schmid Carlo
analyser, ainsi que de créer un réseau de communication. Ce centre devrait élaborer un rapport sur ce sujet.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schmid Carlo (C, Al): Entschuldigen Sie, dass ich es mir ange- sichts der fortgeschrittenen Zeit etwas einfach mache und auf den Text dieser beiden Vorstösse verweise.
Mit der Motion «Haftvollzug» fordere ich vor allem, dass man die Kriminalstatistik verbessert, dass man in einem Dreipha- senmodell unter Beachtung der föderalistischen, subsidiären Grundsätze in diesem Bundesstaat die Haftvollzugsmöglich- keiten verbessert und die Rechtsgrundlagen schafft, damit die entsprechenden finanziellen Leistungen des Bundes an die Kantone in dieser Hinsicht gewährleistet sind - ein Postulat, das wir jetzt gerade verwirklicht haben.
Im Postulat geht es auf der anderen Seite um die Schaffung ei- nes Informationszentrums «Kriminalität». Ich bin der Auffas- sung, dass es nicht nur damit sein Bewenden haben darf, dass wir materielle Gesetzeswerke schaffen, sondern dass auch der Vollzug - und zu diesem Vollzug gehören auch Informatio- nen - sichergestellt werden muss.
Ich bitte Sie daher, diese beiden Vorstösse zu überweisen.
Koller Arnold, Bundesrat: Ich nehme an, der Motionär und Postulant nehme es dem Bundesrat nicht übel, wenn ich kurz antworte.
Der Bundesrat stimmt mit Herrn Schmid Carlo vollständig überein, dass es mit der heute in Gang befindlichen Revision unseres Strafgesetzbuches nicht sein Bewenden haben kann, wo wir etappenweise vorgehen, um zeitgerecht zu handeln; so haben wir zuerst die «Geldwäscherei» und dann das organi- sierte Verbrechen behandelt. Wir müssen zweifellos auch im Vollzug effizienter werden. Da geht die Doktrin des Bundesra- tes durchaus in die Richtung, wie sie von Herrn Schmid Carlo verlangt wird.
Eine erhöhte Effizienz wollen wir aber nicht in einem erneuten Versuch zur Schaffung einer Bundespolizei erreichen. Das Konzept geht vielmehr davon aus, dass wir beim Bund zen- trale Informationsdrehscheiben brauchen, um die interkanto- nale und internationale Koordination der Polizeitätigkeit si- cherzustellen. Zu diesem Zweck haben wir bereits eine Zen- tralstelle zur Bekämpfung des illegalen Betäubungsmittelhan- dels. Gegenwärtig steht eine weitere zur Bekämpfung des or- ganisierten Verbrechens bei Ihnen zur Diskussion.
Im Programm betreffend die innere Sicherheit wird ausge- führt, dass auch auf dem Gebiete der klassischen Kriminalität eine solche Informationsdrehscheibe auf Bundesebene unbe- dingt nötig ist. Die Kantone sagen uns immer wieder, was sie brauchten, sei nicht so sehr eine zusätzliche Bundespolizei, sondern eine logistische Infrastruktur, die ihnen bei ihrem Kampf an der Front behilflich sei.
In diesem Sinne ist der Bundesrat bereit, dieses Postulat be- treffend ein Informationszentrum «Kriminalität» entgegenzu- nehmen.
Was die Motion «Haftvollzug» anbelangt, möchte ich etwas dif- ferenzierter Stellung nehmen. Wir haben gerade bei der Ausar- beitung dieses Gesetzes feststellen müssen, dass die heutige polizeiliche Kriminalstatistik ungenügend ist und verbessert werden muss. Wir haben beispielsweise bei den Ausländern keinerlei Aufteilung in Kategorien. Da waren wir immer nur auf die Zürcher Zahlen angewiesen, und diese sind nicht unbe- dingt für das ganze Land repräsentativ.
Diesen Punkt bin ich gerne bereit, als Motion entgegenzu- nehmen.
Die anderen Punkte behandeln wir praktisch alle, mit Aus- nahme von Punkt 5, im Rahmen des Postulates Gadient. Die- ser Bericht wird Ende Jahr erscheinen.
Deshalb empfehle ich Ihnen Entgegennahme als Postulat.
Was die Rechtsgrundlage zur Unterstützung der Kantone für die Vorbereitungs- und Ausschaffungshaft anbelangt, ha- ben Sie jetzt eigentlich gehandelt. Wir könnten diesen Punkt fast abschreiben. Aber da immerhin noch ein Referendum droht, ist es formell korrekter, wenn ich diesen Punkt doch als
Postulat entgegennehme. Praktisch ist das Anliegen aber mit den heutigen Entscheiden bereits erfüllt.
Schmid Carlo (C, Al): Ich bin mit diesen Umwandlungen ein- verstanden.
Motion 93.3391
Ziff. 1 - Ch. 1 Überwiesen - Transmis
Ziff. 2-5 - Ch. 2-5 Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
Postulat 93.3689 Überwiesen - Transmis
Schluss der Sitzung um 13.45 Uhr La séance est levée à 13 h 45
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Postulat Schmid Carlo Schaffung eines Informationszentrums "Kriminalität" Postulat Schmid Création d'une centrale d'information sur la criminalité
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Dans
In
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Jahr
1994
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3689
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
08.03.1994 - 08:00
Date
Data
Seite
141-142
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Pagina
Ref. No
20 024 012
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