1895
Motion der christlichdemokratischen Fraktion
den Entwicklungsländern sehen bereits solche Möglichkeiten vor. Im Rahmen dieser Ausfallgarantien wurden bis Ende 1993 für Lieferungen nach Mittel- und Osteuropa Verpflichtungen von 147 Millionen Franken und nach Entwicklungsländern von 85 Millionen Franken eingegangen.
Wir werden auch bei zukünftigen Rahmenkrediten für die wirt- schaftliche Zusammenarbeit die Einstellung von Ausfallgaran- tien prüfen, und zwar sowohl zugunsten von Entwicklungslän- dern wie auch von mittel- und osteuropäischen Ländern sowie der GUS-Staaten. Es handelt sich um ein vergleichsweise ko- stengünstiges Instrument, das nur im Rahmen der effektiv an- fallenden Schäden zu Ausgaben führt und einen entsprechen- den Multiplikatoreffekt aufweist. Dabei ist zu beachten, dass der Einsatz dieses Instrumentes von den Zielen der Hilfe und Zusammenarbeit diktiert wird und die Entlastung der ERG nur subsidiär zu diesen Zielen zur Wirkung kommt. Dies im Ge- gensatz zu den nationalen Interessenkonten einiger anderer Länder, die der Entlastung ihrer Exportkreditsysteme von risi- koreichen Geschäften dienen, bei denen ein nationales Inter- esse im Vordergrund steht (marktstrategisch/handelspolitisch wichtige Geschäfte, Sicherung eines Auftrages für eine Schlüsselindustrie usw.).
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat ist bereit, die Ziffern 1 und 3 entgegenzuneh- men. Er beantragt, die Ziffer 5 abzuschreiben und die Ziffern 2 und 4 in ein Postulat umzuwandeln.
Präsidentin: Der Vorstoss wird von Herrn Strahm Rudolf be- kämpft. Die Diskussion wird verschoben.
Verschoben - Renvoyé
94.3298
Motion der christlichdemokratischen Fraktion Revision der Verordnung zum Mietrecht Motion du groupe démocrate-chrétien Ordonnance sur le bail à loyer. Révision
Wortlaut der Motion vom 17. Juni 1994
Das Mietrecht vom 1. Juli 1990 und vor allem die dazu erlasse- nen Verordnungen des Bundesrates haben sich in der Praxis nicht in allen Teilen bewährt. Unter Gewährleistung der Miss- brauchsbekämpfung müssen jene Bestimmungen geändert werden, die keinem Schutz legitimer Interessen dienen.
Der Bundesrat wird eingeladen, die Verordnung vom 9. Mai 1990 über die Miete und Pacht von Wohn- und Geschäftsräu- men (VMWG) ohne Verzug in folgenden Punkten mit Inkrafttre- ten am 1. Januar 1995 zu revidieren:
Die Verordnungsvorschriften zu Artikel 269 und 269a OR enthalten Widersprüche betreffend den zulässigen Mietzins. Die Kriterien der Vergleichsmiete und der Kostenmiete werden vermischt. Der Grundsatz, wonach orts- und quartierübliche Mietzinse nicht missbräuchlich sind, muss in Artikel 11 VMWG klar zum Ausdruck kommen.
Die Vorbehaltspflicht bei unvollständiger Mietzinsanpas- sung (Art. 18 VMWG) bestraft zu Unrecht die anständigen und zurückhaltenden Vermieter. Sie ist aufzuheben oder zeitlich zu befristen.
Die Begrenzung von Mietzinserhöhungen bei indexierten Mietvertragen von Wohnraumen auf 80 Prozent (Art. 17 VMWG) ist aufzuheben.
Die verschiedenen Anzeige- und Formularpflichten sind zu eng und perfektionistisch ausgestaltet. Eine Heilung von For- mularmängeln muss im Schlichtungsverfahren möglich sein (Art. 19 VMWG). Beispielsweise soll ein Formular durch einen Begleitbrief ergänzt werden können.
Im Rahmen von Bagatellerhöhungen - beispielsweise für all- gemeine Kostensteigerungen - sollen so weit als möglich Pauschalisierungen vorgenommen werden können. Bagatell- erhöhungen bis zu 2 Prozent sollen nicht anfechtbar sein.
Der Vermieter, der wertvermehrende Investitionen tätigt, muss häufig eine Renditenverschlechterung in Kauf nehmen. Die Umwälzungsregeln in Artikel 14 VMWG sind so auszuge- stalten, dass die Rendite bei wertvermehrenden Investitionen zumindest erhalten bleibt.
Texte de la motion du 17 juin 1994
Le droit de bail du 1er juillet 1990, et en particulier les ordon- nances du Conseil fédéral y relatives, n'ont pas donné entière satisfaction dans la pratique. Tout en garantissant une protec- tion contre les abus, il convient de modifier les dispositions qui n'ont pas pour objet de protéger des intérêts légitimes.
Le Conseil fédéral est chargé de réviser sans tarder les points suivants de l'ordonnance du 9 mai 1990 sur le bail à loyer et le bail à ferme d'habitations et de locaux commerciaux (OBLF) et de mettre les nouvelles dispositions en vigueur le 1er janvier 1995:
Les dispositions de l'ordonnance portant exécution des articles 269 et 269a CO sont contradictoires en ce qui concerne le loyer admissible. En effet, les critères servant à distinguer le loyer comparatif du loyer fondé sur les coûts ne sont pas bien définis. Il doit ressortir clairement de l'article 11 OBLF que les loyers usuels dans la localité ou le quartier ne sont pas abusifs.
L'obligation de notifier la réserve d'augmentation partielle (art. 18 OBLF) punit injustement le bailleur qui souhaite être correct et faire preuve de modération. Cette disposition doit être abrogée ou limitée dans le temps.
La limitation de l'augmentation du loyer à 80 pour cent, arrê- tée pour les loyers indexés de locaux d'habitation (art. 17 OBLF), doit être supprimée.
L'obligation de communiquer les diverses mesures au loca- taire par voie de formulaire est conçue de manière trop stricte et perfectionniste. Il devrait être possible de pallier les lacunes des formules par la procédure de conciliation (art. 19 OBLF). !! faudrait ainsi avoir la possibilité de compléter un formulaire par une lettre d'accompagnement.
Les augmentations de loyer insignifiantes, jusqu'à 2 pour cent, devraient pouvoir se faire sous forme de forfait, par exem- ple pour compenser une hausse générale des coûts. Ce type d'augmentations ne devrait pas être contestable.
Le bailleur qui procède à des investissements créant des plus-values voit souvent baisser son rendement. Les règles de l'article 14 OBLF régissant la répercussion des coûts doivent être formulées de manière que, lors d'investissements aug- mentant la plus-value, le rendement soit au moins maintenu à son niveau antérieur.
Sprecher - Porte-parole: Engler
Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.
Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 7. September 1994
Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement hat eine Revision der Verordnung zum Mietrecht in die Wege geleitet. Eine entsprechende Arbeitsgruppe, bestehend aus Vermieter- und Mietervertretern, wird erste Vorschläge vorlegen.
Die Revision bezweckt, die Anwendung des Mietrechtes mög- lichst einfach auszugestalten. Gegenstand der Revisionsar-
Motion Weder Hansjürg
1896
N
7 octobre 1994
beiten sind u. a. die einzelnen in der Motion aufgeworfenen Fragen und Detailregelungen. Da der Bundesrat den Ergeb- nissen der Arbeitsgruppe sowie den Anträgen des EVD nicht vorgreifen will, beantragt er, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Rapport écrit du Conseil fédéral du 7 septembre 1994
Le Département fédéral de l'économie publique révise actuel- lement l'ordonnance sur le droit de bail. Le groupe de travail chargé de ce mandat est composé de représentants des bail- leurs et des locataires.
La révision vise à simplifier l'application du droit de bail. Les travaux de révision portent notamment sur les questions sou- levées par le motionnaire. Dans ces conditions, il peut être pro- posé d'accepter la motion sous la forme du postulat.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en pos- tulat.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
94.3244
Motion Jaggi Paul Landwirtschaftsgesetz. Änderung von Artikel 31a Absatz 3 Loi sur l'agriculture. Modification de l'article 31a alinéa 3
Wortlaut der Motion vom 15. Juni 1994 Der Bundesrat wird eingeladen, Artikel 31a Absatz 3 Buchsta- be b des Landwirtschaftsgesetzes wie folgt zu ändern: b. legt für die Beitragsberechtigung eine Grenze bezüglich des Einkommens fest.
Texte de la motion du 15 juin 1994 Le Conseil fédéral est chargé de modifier l'article 31a alinéa 3 lettre b, de la loi sur l'agriculture dans les termes qui suivent: b. fixe, pour le droit à la contribution, une limite de revenu.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bircher Peter, Bühler Si- meon, Bürgi, Daepp, David, Deiss, Dormann, Gobet, Grossen- bacher, Iten Joseph, Leu Josef, Raggenbass, Rutishauser, Schnider, Stamm Judith, Wittenwiler (16)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die geltende Regelung hat verschiedene Nachteile, welche es zu eliminieren gilt, und zwar aus folgenden Gründen: 1. Die geltende Einkommensgrenze stellt auf das landwirt- schaftliche Einkommen ab. Bewirtschafter, welche weit über- durchschnittliche Einkommen aus nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeiten ausweisen, erhalten daher trotzdem Direktzahlun- gen. Angesichts der Finanzlage des Bundes ist es fragwürdig, Bewirtschaftern, welche unter Umständen steuerbare Einkom- men aus nichtlandwirtschaftlicher Tätigkeiten von weit über 100 000 Franken ausweisen, noch ergänzende Direktzahlun- gen auszubezahlen.
Bewirtschafter, welche voll in der Landwirtschaft tätig sind, werden unter Umständen von den Direktzahlungen ausge- schlossen, obwohl ihr Gesamteinkommen im Vergleich zu ei- nem Zu- oder Nebenerwerbslandwirt tiefer ist. Eine Gleichbe- handlung bezüglich der Einkommenssituation drängt sich auch aus diesem Blickwinkel auf.
Bei anderen wichtigen Direktzahlungsarten (Bewirtschaf- tungsbeiträge und Kostenbeiträge) sind die Einkommens- grenzen vereinheitlicht und beziehen sich auf das Gesamtein- kommen. Eine analoge Lösung würde daher auch eine admi- nistrative Vereinfachung bewirken, da nicht zwei verschiedene Grenzen ermittelt werden müssten. Darüber hinaus ist nach Angaben der zuständigen Vollzugsbehörden die Abgrenzung des landwirtschaftlichen Einkommens vor allem auf Verede- lungsbetrieben schwierig und führt zu Unzulänglichkeiten.
Eine solche Vereinheitlichung würde auch die Unsicherheit bei den Landwirten reduzieren. Es ist nämlich nicht nachvoll- ziehbar, warum bei Kosten- und Bewirtschaftungsbeiträgen das gesamte Einkommen massgebend ist und bei den ergän- zenden Direktzahlungen lediglich das landwirtschaftliche Ein- kommen. Die Grenzen für die Einkommen sind nämlich in al- len Fällen gleich motiviert.
Die Öffentlichkeit dürfte angesichts des desolaten Zustan- des der Bundesfinanzen kein Verständnis für ergänzende Di- rektzahlungen an Bewirtschafter haben, welche eine weit überdurchschnittliche Einkommenssituation haben.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 7. September 1994 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 7 septembre 1994 Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
94.3242
Motion Weder Hansjürg Verbot von Kampfhunden Chiens de combat. Interdiction
Wortlaut der Motion vom 15. Juni 1994
Der Bundesrat wird ersucht, dem Parlament Antrag für ein Zuchtverbot von aggressiven Hunden verbunden mit einem Importverbot für derartige Tiere vorzulegen. Sodann sollen im Tierschutzgesetz härtere Strafen für Leute, welche Hunde mit tierquälerischen Methoden scharfmachen, vorgesehen werden.
Texte de la motion du 15 juin 1994
Le Conseil fédéral est chargé de soumettre au Parlement un projet de dispositions visant à interdire l'élevage de chiens agressifs ainsi que l'importation de ce genre d'animaux. De plus, la loi sur la protection des animaux doit prévoir des sanc- tions plus sévères pour les personnes qui dressent des chiens à l'agressivité en utilisant des méthodes cruelles envers les animaux.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Bäumlin, Bischof, Büh- ler Simeon, Bühlmann, Bundi, Carobbio, Danuser, Diener, Dünki, Fankhauser, von Felten, Goll, Gonseth, Grendelmeier, Gross Andreas, Hafner Rudolf, Hämmerle, Hollenstein, Hub- acher, Jaeger, Keller Rudolf, Ledergerber, Maeder, Marti Wer- ner, Meier Hans, Meier Samuel, Misteli, Ostermann, Raggen- bass, Schmid Peter, Seiler Rolf, Sieber, Stalder, Steffen, Strahm Rudolf, Wiederkehr, Zbinden, Züger, Zwygart (40)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Abgerichtete Kampfhunde sind so gefährlich wie Waffen. Den- noch gibt es in der Schweiz immer mehr davon. Durch ge- zielte, tierquälerische Fehllenkung der Zucht schaffen Züchter und Halter ein beträchtliches Gefahrenpotential, das sowohl tierschützerische wie soziale Relevanz besitzt Eine gestei- gerte, unberechenbare Aggressivität bei Hunden ist nämlich
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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Jahr
1994
Année
Anno
Band
III
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3298
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 07.10.1994 - 08:00
Date
Data
Seite
1895-1896
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Pagina
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20 024 560
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