Erbschaftssteuerabkommen mit Grossbritannien
847
che Besteuerungsrecht des Staats, in dem der Empfänger an- sässig ist, nicht auf die Zinsen beschränkt, die aus dem ande- ren Vertragsstaat stammen.
Wenn eine britische Betriebsstätte einer schweizerischen Ge- sellschaft Zinsen aus einem Drittstaat bezieht, können diese nach Ansicht der britischen Behörden aufgrund von Artikel 11 Absätze 1 und 3 nur in der Schweiz, d. h. im Staat, in dem der Empfänger ansässig ist, besteuert werden. Die Schweiz vertritt dagegen die Auffassung, dass solche Zinsen nicht nach Arti- kel 11, sondern nach Artikel 21 Absatz 2 des bestehenden Ab- kommens in Grossbritannien zu versteuern sind.
Da nach gegenwärtiger Rechtslage solche Zinsen weder in der Schweiz noch in Grossbritannien steuerlich erfasst wer- den, wurde eine entsprechende Revision des Abkommens notwendig.
Die getroffene Lösung
Die getroffene Lösung zur Vermeidung dieses Auslegungs- konfliktes, die gleichermassen für britische Betriebsstätten schweizerischer Unternehmen wie für in der Schweiz gele- gene Betriebsstätten eines britischen Unternehmens gilt, be- steht darin, dass in Artikel 11 Absatz 1 die Bedingung der Her- kunft der Zinsen aus dem Quellenstaat aufgenommen wird. Aus denselben Überlegungen erwies sich eine gleichlautende Ergänzung auch in Artikel 12 Absatz 1 betreffend die Lizenz- gebühren als erforderlich.
Gleichzeitg wurde auch eine kleine Anpassung in Artikel 23 Absatz 4 des geltenden Abkommens vorgenommen, wo nun- mehr sowohl auf Absatz 4 als auch auf Absatz 6 von Artikel 11 verwiesen wird. Artikel 11 Absatz 6 enthält nämlich einen Vor- behalt zugunsten des britischen Rechts, nach welchem Zin- sen unter gewissen Voraussetzungen für die Gesellschaftsbe- steuerung als Gewinnausschüttungen behandelt werden. Es rechtfertigte sich deshalb, in Artikel 23 den Vorbehalt von Arti- kel 11 auch auf Absatz 6 auszudehnen.
Finanzielle Auswirkungen
Die vorgeschlagene Änderung des Doppelbesteuerungsab- kommens mit Grossbritannien wird für Bund, Kantone und Gemeinden keine finanziellen und personellen Auswirkun- gen haben.
Flückiger Michel (R, JU) présente au nom de la Commission de politique extérieure (CPE) le rapport écrit suivant:
Situation initiale
En 1993, dans le cadre d'une procédure amiable entre les autorités fiscales suisses et britanniques, une divergence d'interprétation concernant l'imposition des intérêts auprès d'un établissement stable, selon la convention de double im- position de 1977/81 entre la Suisse et la Grande-Bretagne, est apparue.
Le libellé de l'article en vigueur sur les intérêts prévoit que les intérêts touchés par un résident d'un Etat contractant ne sont imposables que de cet Etat. Il ne prévoit néanmoins pas ex- pressément qu'il s'agit d'intérêts provenant de l'autre Etat contractant. Selon les autorités fiscales britanniques, cette dis- position ne restreint pas le droit de taxation exclusif de l'Etat de résidence du bénéficiaire aux seuls intérêts provenant de l'au- tre Etat contractant.
Dans le cas d'un établissement stable d'une société suisse, si- tué en Grande-Bretagne, lequel toucherait des intérêts ayant leur source dans un pays tiers, la seule interprétation possible selon le fisc britannique de l'article 11 alinéas 1er et 3 est que ces intérêts ne peuvent être taxés qu'en Suisse, à savoir dans l'Etat de résidence du bénéficiaire. Pour la Suisse en revan- che, de tels intérêts ne tombent pas sous le coup de l'article 11, mais de l'article 21 alinéa 2 de la convention, et doivent être imposés en Grande-Bretagne.
Comme, en l'état actuel, ces intérêts échappent à toute impo- sition, que ce soit en Suisse ou en Grande-Bretagne, une révi- sion de la convention s'imposait.
Solution
La solution trouvée afin de remédier au conflit d'interprétation évoqué plus haut, qui s'applique aussi bien aux établisse- ments stables suisses sis en Grande-Bretagne qu'aux établis- sements stables britanniques situés sur le territoire suisse,
consiste à insérer à l'article 11 alinéa 1er une condition stipu- lant l'origine des intérêts de l'Etat de la source. Un complé- ment d'une teneur identique s'avérait également nécessaire à l'article 12 alinéa 1er, concernant l'imposition des redevances de licences, ceci pour les mêmes raisons.
Il a été procédé, par la même occasion, à une adaptation de l'article 23 alinéa 4 de la convention en vigueur, qui ne renvoie plus uniquement à l'alinéa 4, mais aussi à l'alinéa 6 de l'article 11. L'article 11 alinéa 6 contient en effet une réserve en faveur du droit britannique, laquelle assimile, sous certaines conditions, des versements d'intérêts à des distributions de bénéfices. Une extension à l'article 23 de la réserve figurant à l'article 11 alinéa 6 se justifiait par conséquent.
Conséquences financières
La modification de la convention avec la Grande-Bretagne pro- posée ici n'entraînera aucune conséquence pour la Confédé- ration, les cantons et les communes, ni sur le plan financier ni sur l'effectif du personnel.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt einstimmig, auf die Vorlage einzu- treten und dem Bundesbeschluss über ein Protokoll zur Ände- rung des Doppelbesteuerungsabkommens mit Grossbritan- nien zuzustimmen.
Proposition de la commission
La commission propose à l'unanimité d'entrer en matière sur le projet et d'approuver l'arrêté fédéral concernant un proto- cole modifiant la convention de double imposition avec la Grande-Bretagne.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen L'entrée en matière est décidée sans opposition
Gesamtberatung - Traitement global
Titel und Ingress, Art. 1, 2 Titre et préambule, art. 1, 2
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 24 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
94.023
Erbschaftssteuerabkommen mit Grossbritannien Double imposition en matière d'impôts sur les successions. Convention avec la Grande-Bretagne
Botschaft und Beschlussentwurf vom 23. Februar 1994 (BBI II 464) Message et projet d'arrêté du 23 février 1994 (FF II 456) Beschluss des Nationalrates vom 1. Juni 1994 Décision du Conseil national du 1er juin 1994
Flückiger Michel (R, JU) unterbreitet im Namen der Aussen- politischen Kommission (APK) den folgenden schriftlichen Bericht:
Vorgeschichte
Das schweizerisch-britische Erbschaftssteuerabkommen von 1956 beschränkt sich im Gegensatz zu derartigen Abkommen mit anderen Staaten auf eine blosse Milderung der Doppelbe- steuerung. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Ermächti- gung der britischen Behörden, die Doppelbesteuerung auf
8-S
Impôts sur les successions. Convention avec la Grande-Bretagne
848
E
21 septembre 1994
dem Gebiete der Erbschaftssteuern einzuschränken oder zu beseitigen, in den fünfziger Jahren eng begrenzt war. Weitrei- chende Änderungen an der britischen Gesetzgebung in die- sem Bereich haben die Revision des Abkommens von 1956 möglich gemacht.
Das revidierte Abkommen stützt sich im grossen und ganzen auf das Musterabkommen der OECD von 1982 zur Vermei- dung der Doppelbesteuerung der Nachlässe, Erbschaften und Schenkungen und übernimmt dessen wesentliche Grundzüge.
Grundzüge und wesentliche Besonderheiten des Abkom- mens
Das Abkommen umfasst auf britischer Seite die Erbschafts- steuer, soweit diese auf den Nachlass einer verstorbenen Per- son Anwendung findet («inheritance tax»), und in der Schweiz die kantonalen und kommunalen Steuern auf Nachlässen und Erbanfällen. Das Abkommen enthält schliesslich eine wich- tige, auf die unterschiedlichen Rechtsauffassungen in den bei- den Staaten zurückführende Sonderregelung im Bereich der Besteuerung des beweglichen Vermögens.
Die getroffene Lösung beruht, je nach den Verhältnissen, ent- weder auf dem Grundsatz der Besteuerung am Wohnsitz oder auf demjenigen der Besteuerung am Belegenheitsort Das Wohnsitzprinzip konnte aber doch weitgehend durchgesetzt werden. Es gilt einerseits im Falle eines einfachen Wohnsitzes für im anderen Staat belegenes Vermögen (mit Ausnahme von Aktien britischer Gesellschaften) sowie für in Drittstaaten bele- genes Vermögen und anderseits, bei Vorliegen eines Doppel- wohnsitzes, für in Drittstaaten belegenes Vermögen, wobei Grossbritannien unter einschränkenden Bedingungen ein subsidiäres Besteuerungsrecht zusteht
Demgegenüber findet in Doppelwohnsitzfällen das Belegen- heitsprinzip für im anderen Vertragsstaat belegenes Vermö- gen Anwendung, wobei auch hier Grossbritannien ein einge- schränktes subsidiäres Besteuerungsrecht verbleibt. Die in dieser Lösung enthaltenen schweizerischen Zugeständnisse gehen weniger weit als diejenigen, die seinerzeit gegenüber Deutschland, den Niederlanden und Schweden gemacht wer- den mussten. Auf jeden Fall bleibt in den vorgenannten Fällen, in denen Grossbritannien ein subsidiäres Besteuerungsrecht zuerkannt wurde, die Steuerhoheit der Kantone vollumfäng- lich gewahrt. Zwar ist die höhere der beiden Steuern geschul- det, aber Grossbritannien vermeidet die Doppelbesteuerung durch Anrechnung der schweizerischen Steuer. Auch in allen anderen Fällen ergibt sich keine Doppelbesteuerung mehr. Finanzielle Auswirkungen
Die Anwendung des Abkommens wird für die Kantone keinen Steuerausfall zur Folge haben, der über den sich aufgrund der Anwendung des internen schweizerischen Rechtes oder der Rechtsprechung des Bundesgerichts im Bereich der interkan- tonalen Doppelbesteuerung ergebenden Ausfall hinausgeht. Die Kantone und die am Abkommen interessierten Wirt- schaftskreise haben dem Abkommen im Rahmen des Ver- nehmlassungsverfahrens mit grosser Mehrheit zugestimmt.
Flückiger Michel (R, JU) présente au nom de la Commission de politique extérieure (CPE) le rapport écrit suivant:
Genèse
La convention de double imposition sur les successions, conclue en 1956 entre la Suisse et la Grande-Bretagne, se borne à atténuer la double imposition, contrairement à d'au- tres conventions du même genre conclues par la Suisse avec d'autres pays. Cette situation est notamment due aux compé- tences restreintes que les autorités britanniques avaient, dans les années cinquante, de réduire ou de supprimer la double imposition en matière d'impôts sur les successions. C'est ainsi que les transformations importantes subies par la législa- tion britannique dans ce domaine ont permis la révision de la convention de 1956.
La nouvelle convention suit dans une large mesure le modèle de convention de double imposition concernant les succes- sions et les donations élaboré par l'OCDE en 1982.
Grandes lignes et principales caractéristiques de la con- vention
La convention couvre, du côté britannique, les impôts applica- bles à la succession d'une personne décédée («inheritance tax») et, en Suisse, les impôts cantonaux et communaux sur la masse successorale ou sur les parts héréditaires. La conven- tion contient en outre une particularité importante provenant des approches juridiques différentes de la Suisse et de la Grande-Bretagne en ce qui concernel'imposition des biens mobiliers.
La solution retenue par les négociateurs se réfère, selon les cas, soit au principe de l'imposition au domicile, soit au prin- cipe de l'imposition au lieu de situation. Le principe du domi- cile a pu être ancré dans une large mesure, d'une part, en cas de domicile simple, pour les biens situés dans l'autre Etat (à l'exception des actions des sociétés britanniques) ainsi que pour les biens situés dans un Etat tiers, la Grande-Bretagne disposant toutefois d'un droit subsidiaire d'imposition dans des conditions limitatives.
Quant au principe du lieu de situation, il est applicable dans les cas de double domicile pour les biens situés dans l'autre Etat contractant, la Grande-Bretagne disposant là aussi d'un droit subsidiaire d'imposition dans des conditions limitatives. La solution retenue va moins loin que les concessions suisses accordées à l'époque à la République fédérale d'Allemagne, aux Pays-Bas et à la Suède. Quoi qu'il en soit, dans les cas pré- cités où un droit subsidiaire d'imposition est reconnu à la Grande-Bretagne, la souveraineté fiscale des cantons n'est pas entamée. C'est certes l'impôt le plus élevé qui est dû, mais la Grande-Bretagne élimine la double imposition par imputa- tion de l'impôt suisse. De même, dans tous les autres cas, il n'exste plus de double imposition.
Conséquences financières
L'application de la convention n'entraînera aucune perte de ressources fiscales pour les cantons suisses autres que celles qui résultent de l'application du droit interne ou de la jurispru- dence du Tribunal fédéral en matière de double imposition intercantonale.
Les cantons ainsi que les milieux économiques touchés par la convention ont approuvé celle-ci à une grande majorité dans le cadre de la procédure de consultation.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt einstimmig, auf die Vorlage einzu- treten und dem Bundesbeschluss über ein Erbschaftssteuer- abkommen mit Grossbritannien zuzustimmen.
Proposition de la commission
La commission propose à l'unanimité d'entrer en matière sur le projet et d'approuver l'arrêté fédéral concernant une convention en matière d'impôts sur les successions avec la Grande-Bretagne.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen L'entrée en matière est décidée sans opposition
Gesamtberatung - Traitement global
Titel und Ingress, Art. 1, 2 Titre et préambule, art. 1, 2
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 26 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Erbschaftssteuerabkommen mit Grossbritannien
Double imposition en matière d'impôts sur les successions. Convention avec la Grande- Bretagne
In
Dans
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1994
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
03
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.023
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 21.09.1994 - 08:00
Date
Data
Seite
847-848
Page
Pagina
Ref. No
20 024 694
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.