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Interpellation Rychen
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 28 novembre 1994 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat.
Le président: M. Berger combat cette intervention. La discus- sion est renvoyée.
Verschoben - Renvoyé
93.3190
Interpellation Rychen Unicef. Aktionsplan zum Schutz der Kinder Unicef. Plan d'action pour protéger l'enfance
Wortlaut der Interpellation vom 19. März 1993
Die Schweiz hat im Rahmen der Weltgipfelkonferenz für Kin- der die Konvention und den Aktionsplan zum Schutz, zur Ent- wicklung und zum Überleben der Kinder in den neunziger Jahren unterschrieben. Unser Land hat sich damit verpflich- tet, einen nationalen Aktionsplan zu erarbeiten und der Uno vorzulegen. Einerseits sind für die in der Konvention genann- ten Bereiche «Familie», «Gesundheit», «Kinder in schwierigen Lebensumständen», «Kind und Medien» sowie «Bildung» Ak- tionsprogramme zu definieren. Andrerseits ist der Anteil der auf «human development» ausgerichteten, vom Bund finan- zierten und unterstützten Entwicklungshilfeprogramme zu überprüfen.
121 Länder haben ihren nationalen Aktionsplan in Vorberei- tung oder bereits vorgelegt (Stand Januar 1993). Bis zum Jahr 2000 soll der Generalsekretär der Uno der Generalversamm- lung jährlich über den Fortschritt der an der Weltgipfelkonfe- renz für Kinder beschlossenen Programme Bericht erstatten. Es wäre wünschenswert, wenn die Vertretung der Schweiz an der Tagung des Unicef-Verwaltungsrates Ende April 1993 si- gnalisieren könnte, dass auch unser Land die Vorbereitungen ihres nationalen Aktionsplanes an die Hand genommen hat und somit ihrer Unterschrift Nachachtung verschaffen wird.
Was gedenkt der Bundesrat in dieser Sache zu tun? Hat der Bundesrat die Erarbeitung eines nationalen Aktionsplanes be- reits an die Hand genommen?
Wie und in welchem Zeitraum möchte der Bundesrat der ein- gegangenen Verpflichtung nachkommen?
Texte de l'interpellation du 19 mars 1993
Dans le cadre du Sommet mondial pour l'enfance, la Suisse a signé la Convention sur les droits de l'enfant et la Déclaration mondiale en faveur de la survie, de la protection et du dévelop- pement de l'enfant ainsi qu'un plan d'action pour l'application de la déclaration mondiale dans les années 90. Notre pays s'est ainsi engagé à élaborer un plan d'action national et à le soumettre à l'ONU. Il convient d'une part de définir des pro- grammes d'action pour les domaines cités dans la conven- tion, à savoir, la famille, la santé, les enfants dans des condi- tions de vie difficiles, les enfants et les médias ainsi que la for- mation. D'autre part, il importe de revoir la part des program- mes d'aide au développement axés sur le développement hu- main, qui sont financés et soutenus par la Confédération.
121 pays sont en train de préparer leur plan d'action national ou l'ont déjà soumis à l'ONU (état janvier 1993). D'ici à l'an 2000, le Secrétaire général de l'ONU adressera chaque année à l'Assemblée générale un rapport indiquant les pro- grès réalisés s'agissant des programmes arrêtés au Sommet mondial pour l'enfance.
Il serait souhaitable que la représentation suisse puisse, fin avril 1993, lorsque siégera le Conseil d'administration de l'Uni-
cef, annoncer que notre pays a, lui aussi, commencé à prépa- rer son plan d'action, ce qui donnerait plus de poids à sa si- gnature.
Que pense faire le Conseil fédéral dans cette affaire? A-t-il déjà commencé à élaborer un plan d'action national?
Comment et à quelle date le Conseil fédéral souhaite-t-il donner suite à l'engagement qu'il a pris?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Binder, Bühler Simeon, Couchepin, Daepp, Dünki, Fischer-Hägglingen, Grendel- meier, Hess Peter, Mauch Ursula, Maurer, Mühlemann, Rutis- hauser, Seiler Hanspeter, Wyss William (14)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 20. September 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral
du 20 septembre 1993
Die Welterklärung zugunsten des Überlebens, des Schutzes und der Entwicklung des Kindes sowie ein entsprechender Aktionsplan für die neunziger Jahre wurden am 30. Septem- ber 1990 an der Weltgipfelkonferenz für Kinder in New York verabschiedet. Auch die Schweiz unterzeichnete die Doku- mente, die den Willen der Staaten zum Ausdruck bringen, dem Wohl des Kindes in ihrer nationalen und internationalen Politik Priorität einzuräumen. Hauptziele von Erklärung und Aktions- plan sind die Ratifizierung des Übereinkommens über die Rechte des Kindes, die Senkung der Kindersterblichkeit, die Bekämpfung der Unterernährung, die Sicherung der Trink- wasserversorgung und die Bekämpfung des Analphabetis- mus. Diese Dokumente sind politische Absichtserklärungen, die völkerrechtlich nicht verbindlich sind.
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegen- heiten führte im Anschluss an die Weltgipfelkonferenz für Kin- der eine breitangelegte Umfrage innerhalb der Bundesverwal- tung zur Umsetzung des Aktionsplans auf nationaler Ebene durch. Das Echo zeigte, dass die Erarbeitung konkreter Mass- nahmenpläne in der Schweiz auf besondere Schwierigkeiten stösst, da für das Kind wichtige Bereiche wie Erziehung, Bil- dung und Fürsorge hauptsächlich in die Kompetenz der Kan- tone fallen. Dazu kommt, dass die Bundesverwaltung über keine Instanz verfügt, die sich allgemein mit den Bedürfnissen des Kindes befasst. Das Eidgenössische Departement für aus- wärtige Angelegenheiten hat sich deshalb auf die Vorarbeiten für den Beitritt zum Uno-Übereinkommen von 1989 über die Rechte des Kindes - eines der zentralen Anliegen der Welter- klärung wie des Aktionsplanes - konzentriert.
Die Schweiz hat die «Kinderkonvention» 1991 unterzeichnet. Nachdem das Vernehmlassungsverfahren zum Beitritt der Schweiz zur «Kinderkonvention» ein sehr positives Resultat er- geben hat, erteilte der Bundesrat am 5. Mai 1993 dem Eidge- nössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten den Auftrag, eine Botschaft zum Beitritt der Schweiz auszuarbei- ten. Diese wird zur praktischen Umsetzung der völkerrechtli- chen Verpflichtungen aus der «Kinderkonvention» in der Schweiz Stellung nehmen und darauf hinweisen, was auf- grund der verfassungsmässigen Kompetenzausscheidung in die Zuständigkeit des Bundes bzw. der Kantone fällt. Die «Kin- derkonvention» konkretisiert auf völkerrechtlich verbindliche Art in einem gewissen Sinne die Anliegen von Erklärung und Aktionsplan. Die Botschaft ist Anfang 1994 zu erwarten. Sie wird erst im Moment unterbreitet, wo die Kompetenzen für die Einhaltung der Verpflichtungen von Konvention und Aktions- plan klar geregelt sind.
Der Aktionsplan sieht auch Massnahmen auf internationaler Ebene vor. Bezüglich der Entwicklungszusammenarbeit hat die Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humani- täre Hilfe (DEH) schon seit mehreren Jahren Massnahmen für eine verbesserte Gesundheit, Ernährung und Schulung der Kinder in ihre Strategien und Aktionen integriert. Zu diesem Zweck unterstützt sie die Anstrengungen der entsprechenden internationalen Organisationen wie der Unicef (Kinderhilfs-
N
16 décembre 1994
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Interpellation Sieber
fonds der Vereinten Nationen), der Weltgesundheitsorganisa tion (WHO) sowie schweizerischer Nichtregierungsorganisa- tionen (Pestalozzi-Stiftung/Hilfe für die Kinder in der Dritten Welt, Kinder der Welt, Fondation Terre des hommes). In Bangladesch unterstützt sie beispielsweise das «Bangladesh Rural Advancement Committee» (Brac), eine Nichtregierungs- organisation, welche sich der Arbeit auf den Gebieten der Schulung, der Gesundheit von Mutter und Kind, der Impfkam- pagnen und der Achtung der Rechte von Minderjährigen wid- met. Brac ist zum Vorbild für viele ähnliche Organisationen in zahlreichen Entwicklungsländern geworden.
Im Rahmen ihrer multilateralen Entwicklungszusammenarbeit leistet die DEH einen gewichtigen Beitrag an Unicef (1991: 18 Millionen Schweizerfranken). Der Kinderhilfsfonds der Verein- ten Nationen bezweckt, die Gesundheit von Müttern und Kin- dern durch eine Reihe von Massnahmen zu verbessern: Impf- programme, verbesserte Ernährung, Trinkwasserzugang, Grundschulung, günstigere Rahmenbedingungen für Stadtkin- der, bessere gesundheitliche Voraussetzungen für die Mütter.
Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait
94.3276
Interpellation Sieber Tabak- und Alkoholmissbrauch. Prävention Prévention de la tabagie et de l'alcoolisme
Wortlaut der Interpellation vom 17. Juni 1994
Im Vorfeld der eidgenössischen Volksabstimmung vom 28. November 1993 über die Volksinitiative zur Verminderung der Alkoholprobleme und die Volksinitiative zur Verminderung der Tabakprobleme (Zwillings-Initiativen) wurde von Geg- nern - zu denen auch der Bundesrat gehörte - erklärt, dass Präventionsmassnahmen zur Verminderung der in diesen Vor- lagen aufgeworfenen Probleme unbestritten und notwendig seien. Ich stelle dem Bundesrat darum folgende Fragen:
Welche Massnahmen hat der Bundesrat seit der Volksab- stimmung über die Zwillings-Initiativen zur Unterstützung von Massnahmen gegen den Alkohol- und Tabakmissbrauch er- griffen?
Ist der Bundesrat bereit, in Zusammenarbeit mit den ent- sprechenden Fachorganisationen eine umfassende Kampa- gne zu starten, welche sich in ihrer Breitenwirkung an die Kam- pagne gegen die Immunschwächekrankheit Aids anlehnt? Falls ja, wann ist mit einer solchen Kampagne zu rechnen? 3. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass eine Null-Promille- Grenze eine der wirksamsten Massnahmen gegen Verkehrs- unfälle unter Alkoholeinfluss darstellt?
Texte de l'interpellation du 17 juin 1994
Durant la campagne précédant la votation populaire du 28 novembre 1993 sur l'initiative populaire pour la prévention des problèmes liés à l'alcool et l'initiative populaire pour la pré- vention des problèmes liés au tabac (initiatives jumelles), les opposants, dont le Conseil fédéral faisait partie, ont déclaré que nul ne contestait la nécessité de prendre des mesures pré- ventives afin d'atténuer les problèmes évoqués dans ces deux initiatives.
Quelles mesures le Conseil fédéral a-t-il prises depuis la vo- tation populaire pour lutter contre l'abus de tabac et d'alcool? 2. Est-il prêt à lancer, en association avec les organisations spécialisées, une vaste campagne, d'une aussi grande portée que la campagne contre le Sida? Si oui, quand compte-t-il le faire?
Ne pense-t-il pas qu'un taux d'alcoolémie limité à 0 pour mille au volant est la mesure la plus efficace contre les acci- dents dus à l'alcool?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bischof, Daepp, Gross An- dreas, Maeder, Meier Samuel, Scherrer Werner, Stalder, Stef- fen, Steiger Hans, Weder Hansjürg, Zwygart (11)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 26. September 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral
du 26 septembre 1994
Alkoholmissbrauch und Tabakkonsum gehören für den Bun- desrat zu den wichtigsten aktuellen Gesundheitsproblemen (siehe Bericht über die Legislaturplanung 1991-1995, S. 110ff.), vor allem wegen deren gesundheitsschädigenden Wirkung und der damit verbundenen Sterblichkeit. In der Schweiz sind jährlich mehr als 13 000 Todesfälle darauf zu- rückzuführen (10 000 allein auf das Rauchen, die wichtigste vermeidbare Todesursache). Die Gesamtzahl der Todesfälle durch illegale Drogen, Aids, Suizid und Verkehrsunfälle wird damit überstiegen.
Bei der Prävention der alkoholbedingten Probleme sollten sich die Massnahmen grundsätzlich auf die Herabsetzung des problematischen Konsums, insbesondere auf die Verminde- rung des chronischen und unangemessenen Alkoholgenus- ses, ausrichten (z. B. am Steuer oder am Arbeitsplatz).
Bei der Prävention des Tabakkonsums sollten die Massnah- men bezwecken, dass die Anzahl neuer Raucherinnen und Raucher gesenkt und die Nichtraucher und Nichtraucherin- nen vor unfreiwilliger Beeinträchtigung geschützt werden. Fer- ner sollte die Zahl der Raucherinnen und Raucher, die das Rauchen aufgeben, erhöht werden.
Zudem hat der Bundesrat mit Beschluss vom 27. April 1994 entschieden, die Revision von Artikel 32bis der Bundesverfas- sung sowie aller anderen Bestimmungen der Bundesverfas- sung, bei denen Suchtmittel betroffen sind, an die Hand zu nehmen (Absinthverbot, Kleinhandelsbeschränkungen durch die Kantone, Verteilung des Reinertrages der Eidgenössi- schen Alkoholverwaltung usw.). Ziel dieser Revision ist es, eine auf die Zukunft gerichtete Verfassungsgrundlage im Suchtmittelbereich zu erarbeiten.
Heute verfügt das BAG zur Prävention von Alkoholmissbrauch und Tabakkonsum über einen jährlichen Budgetbetrag von rund einer Million Franken (alle Massnahmen eingeschlos- sen: primäre, sekundäre und tertiäre Prävention sowie Kam- pagnen). Infolge dieser sehr knapp bemessenen Finanzen und des zu geringen Personalbestandes in den Bereichen Al- kohol und Tabak, ist es derzeit nicht möglich, gegen Alkohol- missbrauch und Tabakkonsum eine ähnliche nationale Medi- enkampagne wie diejenige gegen Aids durchzuführen.
Medienkampagnen sind auch nur Teil der Prävention; sie ge- nügen allein noch keinesfalls. Trotz seines bescheidenen Handlungsspielraumes hat der Bundesrat bereits heute ver- schiedene Massnahmen (Finanzierungsbeiträge) zur Präven- tion des Tabakkonsums und der alkoholbedingten Probleme getroffen. Diese Massnahmen wurden in enger Zusammen- arbeit mit zahlreichen Partnern entwickelt, um so die be-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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Jahr
1994
Année
Anno
Band
IV
Volume
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Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3190
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 16.12.1994 - 08:00
Date
Data
Seite
2483-2484
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Pagina
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20 024 978
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