PTT. Budget 1995
1284
E
13 décembre 1994
es sich bei diesem Nachtrag Il mit zusätzlichen Zahlungs- krediten von 44 Millionen Franken um einen Mini-Nachtrag handelt.
Es geht vor allem um zusätzliche Zahlungen im Rahmen der «Aktion Solidarität», der Aktion der vorzeitigen Pensionierun- gen in den PTT-Betrieben zur Anpassung der Personalbe- stände.
Diese Nachtragskredite werden voll kompensiert. Der budge- tierte Unternehmungsgewinn ist nicht in Frage gestellt, und die einstimmige Kommissison beantragt Ihnen, diesem Nach- trag Il zuzustimmen.
Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit
Gesamtberatung - Traitement global
Titel und Ingress, Art. 1, 2 Titre et préambule, art. 1, 2
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes
25 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
94.052
PTT. Voranschlag 1995 PTT. Budget 1995
Botschaft und Beschlussentwurf vom 19. Oktober 1994 Message et projet d'arrêté du 19 octobre 1994
Bezug bei der Generaldirektion PTT, Viktoriastrasse 21, 3030 Bern S'obtiennent auprès de la Direction générale des PTT, Viktoriastrasse 21, 3030 Berne
Beschluss des Nationalrates vom 5. Dezember 1994 Décision du Conseil national du 5 décembre 1994
Schüle Kurt (R, SH), Berichterstatter: In einem schwierigen volkswirtschaftlichen Umfeld legen die PTT-Betriebe ein ge- samthaft erfreuliches Budget vor. Darin kommt ein klarer un- ternehmerischer Wille zum Ausdruck, der durch die bisheri- gen eindrücklichen Leistungen belegt wird. Hinter den Zahlen steckt ein wieder erstarktes Unternehmen, das im Begriff ist, sich auf die Zukunft auszurichten, sich auch international dem Wettbewerb zu stellen. Gleichzeitig bleiben aber die PTT- Betriebe sowohl im Postbereich als auch im Telecom-Bereich bestrebt, den Versorgungsauftrag, insbesondere in den Mo- nopoldiensten, im ganzen Land und nicht nur in den Zentren vollumfänglich zu erfüllen. Die Unternehmungsführung hat es geschafft, dies die Überzeugung unserer Kommission, die Er- tragskraft der PTT zurückzugewinnen. Die Unternehmungs- führung hat die Produktivität der PTT-Betriebe wesentlich ver- bessert. Durch eine akzentuierte Investitionstätigkeit hat sie die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Unternehmensent- wicklung heute und in der Zukunft geschaffen. Gleichzeitig konnte die Selbstfinanzierung auf 95 Prozent wesentlich ge- steigert werden. Aber auch die längerfristigen Perspektiven lauten günstig, selbst die Post soll bis 1996 wieder schwarze Zahlen ausweisen und eine Ablieferung tätigen können, dies allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie die gemein- wirtschaftlichen Leistungen abgegolten bekommt.
Bei den volkswirtschaftlichen Eckwerten geht der Voranschlag für das nächste Jahr von 2,5 Prozent Teuerung und von 1,5 Prozent Realwachstum aus. Wenn Sie die Prognosen der SBG in der heutigen «NZZ» lesen, dann sehen Sie, dass wir mit diesen Annahmen nicht so schlecht liegen: Die Teuerung wird
hier mit 2,7 Prozent prognostiziert, und beim Wachstum rech- net man mit 2 Prozent. Es ist also in den Zahlen des Bundes im Bereich des Realwachstums eine gewisse Reserve vorhan- den. Das gibt zusätzliche Sicherheit.
Erwartet werden seitens der PTT in einem immer noch schwie- rigen Markt real nur bescheidene Zunahmen der Verkehrslei- stungen, im Postbereich von 0,7 Prozent, im Telecom-Bereich von 2,6 Prozent. Die Märkte eröffnen hier kurzfristig also wenig Wachstumspotential.
Die Erträge sollen gesamthaft um 1,6 Prozent oder 231 Millio- nen Franken ansteigen, auf rund 14,5 Milliarden Franken.
Glücklicherweise haben die PTT den Aufwand in den Griff be- kommen. Er steigt gesamthaft um 200 Millionen Franken oder 1,4 Prozent. Die wesentlichen Posten sind der Personalauf- wand und der Finanzaufwand, insbesondere die Abschrei- bungen.
Zum Personal: Die Bestände in der Belegschaft sind auf die Nachfrage nach den PTT-Leistungen abgestimmt worden, es wird auch 1995 ein weiterer Abbau notwendig sein, und zwar um 3,8 Prozent auf neu noch 59 000 Stellen. Damit wird den unternehmerischen, den betrieblichen, aber eben auch - das verdient Erwähnung - den sozialen Erfordernissen Rechnung getragen. Zentrales Element dieser flexiblen Politik ist u. a. diese «Aktion Solidarität», die sehr erfolgreich durchgeführt worden ist. Durch gezielte vorzeitige Pensionierungen konnte der Bestand angepasst werden, auch wurden Plätze für Nach- wuchskräfte freigemacht
Was die Arbeitszeitverkürzung und den Teuerungsausgleich anbetrifft, haben die PTT die Bundesregelungen übernommen bzw. übernehmen müssen. Es gibt im nächsten Jahr keinen Teuerungsausgleich, die Spitzenkräfte unterstehen auch dem «Lohnopfer». Die Arbeitszeitverkürzung um eine Stunde auf Mitte 1995 wird zur Hälfte auf den künftigen Teuerungsaus- gleich angerechnet. Die Arbeitszeitverkürzung wird in der Form von Ausgleichstagen gewährt, und die Unternehmens- führung legt Wert darauf festzustellen, dass damit kein Dienst- leistungsabbau verbunden sein wird.
Eindrücklich wird im nächsten Jahr der Cash-flow steigen: Von 3,3 auf 3,8 Milliarden Franken, was eine wesentliche Verbes- serung der Selbstfinanzierung bedeutet.
Es resultiert ein Reingewinn von 301 Millionen Franken gegen- über budgetierten 270 Millionen Franken im laufenden Jahr. Dieser Reingewinn wäre, ohne die ausserordentlichen Ab- schreibungen, die mit 450 Millionen Franken eingestellt sind, wesentlich höher ausgefallen. Im laufenden Jahr sind für aus- serordentliche Abschreibungen erst 90 Millionen Franken ein- gesetzt Diese ausserordentlichen Wertberichtigungen sind mit Blick auf den raschen technischen Wandel vor allem im Te- lecom-Bereich nötig, wo Betriebsmittel, Geräte, Anlagen, eben rasch veralten und abgeschrieben werden müssen.
Bei der Gründung der Unisource etwa ist auch im internationa- len Vergleich dieser Abschreibungsbedarf virulent geworden. Die PTT beziffern diese Altlasten auf rund 3 Milliarden Franken, die wir in den nächsten Jahren bewältigen, d. h. wertberichti- gen, müssen.
Die Investitionen der PTT werden auf einem hohen Stand von gut 4 Milliarden Franken verharren; 1993 waren es noch knapp 3 Milliarden Franken. Vermehrt wird in Beteiligungen in- vestiert. Hierfür werden etwa 600 Millionen Franken ausgege- ben, gegenüber 359 Millionen im laufenden Jahr. Es geht hier vor allem um die internationale Ausrichtung, speziell im Tele- com-Bereich.
Auch die PTT-Betriebe werden im nächsten Jahr mit der Mehr- wertsteuer konfrontiert sein. Sie werden mit rund 40 Millionen Franken belastet, weil aus Gründen des Wettbewerbs und aus sozialpolitischen Überlegungen die Mehrkosten nur zum Teil überwälzt werden und überwälzt werden können.
Die Tarifmassnahmen - das ist wahrscheinlich eine Erstmalig- keit - bringen per saldo weniger ein, es gehen 111 Millionen Franken verlustig. Aber auch hier zeigt sich etwa die verstärkte Ausrichtung auf den Wettbewerb, vor allem im Telecom- Bereich. Hier wird vor allem der Auslandverkehr verbilligt, wo die internationale Konkurrenz auch in unserem Land sehr aktiv geworden ist. Im Postbereich gibt es Mehreinnahmen in der Grössenordnung von 80 Millionen Franken. Die gemeinwirt-
SBB. Voranschlag 1995
1285
schaftlichen Leistungen werden noch 479 Millionen Franken erreichen, gegenüber 542 Millionen im laufenden Jahr. Erst- mals wird im nächsten Jahr im Rahmen des sogenannten Drit- telmodells eine Abgeltung von 75 Millionen Franken aus dem Budget des EVED transferiert, zugunsten der verbilligten Zeit- ungsbeförderung durch die PTT-Betriebe.
Die volkswirtschaftliche Bedeutung der PTT geht schon dar- aus hervor, dass es sich um den grössten Arbeitgeber der Schweiz handelt, aber auch daraus, dass ihre Investitionstätig- keit und ihre gesamte Beschaffung im Inland für die ganze Wirtschaft von grosser Bedeutung sind. Die Bruttowertschöp- fung der PTT wird im nächsten Jahr um rund 10 Prozent, von 9,5 Milliarden auf über 10,4 Milliarden Franken, ansteigen, das ist ein massgeblicher Beitrag zugunsten unserer ge- samten schweizerischen Volkswirtschaft. Er zeugt von der Lei- stungsfähigkeit dieses Regiebetriebes, der sich bewusst auf den Markt ausgerichtet hat, der seine Führungsstrukturen op- timiert hat und nun daran ist, sich zukunftsgerichtete unterneh- merische Strukturen zu geben. Diese Fragen werden uns in Zukunft vor allem im Zusammenhang mit der Totalrevision des Postverkehrsgesetzes noch intensiv beschäftigen. In der Zwi- schenzeit geben wir mit der Verabschiedung dieses Budgets der PTT-Führung das Signal, auf ihrem erfolgversprechenden Kurs zu bleiben.
Die Kommission beantragt Ihnen einstimmig, das Budget zu genehmigen.
Ogi Adolf, Bundesrat: Herr Schüle hat praktisch alles gesagt, was es zu diesem doch recht erfreulichen Budget der PTT für 1995 zu sagen gibt. Ich möchte ihm und der Kommission für die mehrheitlich lobenden Worte an die Adresse der PTT dan- ken. Ich werde sie umgehend weiterleiten - selbstverständlich mit A-Post!
Zu den einzelnen Punkten, die Herr Schüle erwähnt hat, möchte ich noch folgendes ergänzen: Beim Ergebnis ist zu sagen, dass hier der Bundesrat eine Korrektur vorgenommen hat, wodurch der budgetierte Gewinn erhöht wird. Für 1995 wurden bei den ausserordentlichen Abschreibungen vom Bundesrat 50 Millionen Franken weniger bewilligt - für 1996 sind es 80 Millionen Franken und für jenes von 1997 dann 90 Millionen Franken weniger. Für die drei Jahre verbleibt aber immer noch ein Betrag von 2,45 Milliarden Franken, was doch - gleichwohl - sehr beträchtlich ist. Aber diese ausser- ordentlichen Abschreibungen sind dringend notwendig.
In bezug auf die Verkehrsentwicklung und die Tarife möchte ich lediglich festhalten, dass 1995 bei der Post eine Nachfrage- steigerung von 0,7 Prozent und bei der Telecom eine solche von 2,6 Prozent erwartet wird.
Am 2. November dieses Jahres hat der Bundesrat bekanntlich die Tarifmassnahmen 1995 gutgeheissen, und ab dem 1. Ja- nuar 1995 werden alle Dienstleistungen der Telecom sowie gewisse Dienstleistungen der Post - wie das Herr Schüle ge- sagt hat - der Mehrwertsteuer unterstellt.
In bezug auf das Personal ist es wichtig festzustellen, dass der Personalbestand ohne Lehrlinge in Biga-Berufen um weitere 2346 Stellen abnimmt. Der Totalbestand der PTT umfasst demzufolge 58 400 Personen. Der Stellenabbau wird aber so- zialverträglich durchgeführt, und ich erwähne auch hier die «Aktion Solidarität» der PTT. Hier ist es interessant zu wissen, dass gegen 3000 Beschäftigte im Alter von 60 bis 65 Jahren von der Möglichkeit des flexiblen Altersrücktritts Gebrauch ge- macht haben. Stellen, die man nicht mehr braucht, zu erhalten wäre verantwortungslos.
Zu den gemeinwirtschaftlichen Leistungen nur folgendes: Die gemeinwirtschaftlichen Leistungen, also Zeitungstransport, Postautodienst, See- und Flugfunk, werden mit 479 Millionen Franken veranschlagt. Das ist ein sehr grosser Betrag. Beim Zeitungstransport ist für 1995 ein Abgeltungsbetrag des Bun- des von 75 Millionen Franken vorgesehen, aber die Vorausset- zung dafür ist, dass die Revision von Artikel 10 des Postver- kehrsgesetzes durchkommt; ich hoffe, dass die Vorlage mor- gen im Nationalrat behandelt werden kann.
In bezug auf den Finanzplan 1996/97 belaufen sich die vorge- sehenen Unternehmensergebnisse schliesslich auf 334 Mil- lionen Franken für 1996 und auf 394 Millionen Franken für
Noch ein letztes Wort zur Gewinnablieferung: Obwohl das mit dem Budget 1995 der PTT nicht direkt zu tun hat, halte ich es für einen wichtigen Punkt 1995 ist im Bundesbudget eine Ge- winnablieferung der PTT von 270 Millionen Franken vorgese- hen. Das zu erwartende Ergebnis 1994 der PTT erlaubt die Pro- gnose, dass die PTT dieses Ziel erreichen werden. Das bringt uns zu folgendem Rechnungsstand: Von 1978 bis 1994 wer- den die PTT dem Bund insgesamt 2,445 Milliarden Franken abgeliefert haben.
Ich glaube, das darf man auch einmal sagen, denn es ist ein sehr erfreuliches Ergebnis, nicht nur für die PTT, dass sie die- sen Betrag abliefern können, sondern sicher auch für die Bun- desfinanzen.
Schüle Kurt (R, SH), Berichterstatter: Ich habe nur beizufü- gen, dass mit einer Teuerung von 0 Prozent budgetiert worden ist. Im Gegensatz zu den SBB, wo wir noch Anpassungen vor- nehmen müssen, ist diese nachträgliche Massnahme des Bundesrates hier bereits berücksichtigt.
Bundesbeschluss über den Finanzvoranschlag der PTT- Betriebe für das Jahr 1995 Arrêté fédéral concernant le budget financier de l'Entre- prise des PTT pour l'année 1995
Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit
Gesamtberatung - Traitement global
Titel und Ingress, Art. 1-4 Titre et préambule, art. 1-4
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 32 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
94.071
SBB. Voranschlag 1995 CFF. Budget 1995
Botschaft und Beschlussentwurf vom 19. Oktober 1994 (BBI V 742)
Message et projet d'arrêté du 19 octobre 1994 (FF V 726) Voranschlag 1995 und Mittelfristplan 1996-2000 der SBB vom 15. September 1994 Budget 1995 et plan à moyen terme 1996-2000 des CFF du 15 septembre 1994
Bezug bei der Generaldirektion SBB, Hochschulstrasse 6, 3030 Bern
S'obtiennent auprès de la Direction générale des CFF, Hochschulstrasse 6, 3030 Berne
Gemperli Paul (C, SG), Berichterstatter: Zum Budget der SBB ist vorerst eine grundsätzliche Feststellung zu machen, die erfreulich ist: Das Unternehmen hat die Aufwandentwicklung recht gut im Griff. Man hat den Eindruck, dass sich die Ver- antwortlichen sehr bemühen, die Defizite nicht ausufern zu lassen.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
PTT. Voranschlag 1995
PTT. Budget 1995
In
Dans
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
In
Jahr
1994
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
10
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.052
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
13.12.1994 - 08:00
Date
Data
Seite
1284-1285
Page
Pagina
Ref. No
20 025 165
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.