N 8 mars 1995
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Interpellation Oehler
93.3256
Interpellation Oehler Grenzüberschreitender Gewerbeverkehr in der Ostschweiz
Mesures discriminatoires envers les entrepreneurs de Suisse orientale
Wortlaut der Interpellation vom 1. Juni 1993
Die österreichische Regierung hat eine neue Handwerksord- nung in Kraft gesetzt. Diese umschreibt im Rahmen der in Kraft tretenden EWR-Bestimmungen die Bedingungen, welche er- füllt sein müssen, damit ausländische Handwerksbetriebe in Österreich Aufträge ausführen können.
Aufgrund der Voraussetzungen wird es für Schweizer Gewer- beunternehmen namentlich aus dem Baugewerbe schier un- möglich, in Österreich Aufträge ausführen zu können. Umge- kehrt kennt die Schweiz kaum Beschränkungen, welche die österreichischen Handwerksbetriebe am Marktzutritt in der Schweiz behindern.
Ich frage:
Was wird der Bundesrat unternehmen, um die drohende Diskriminierung der Schweizer Unternehmen auf dem öster- reichischen, namentlich dem Vorarlberger, Markt zu ver- hindern?
Ist der Bundesrat bereit, das Prinzip des Gegenrechts durchzusetzen, um so in grenznahen Regionen eine Benach- teiligung der Schweizer Gewerbeunternehmen auf dem Schweizer Markt zu verhindern?
Wann wird der Bundesrat mit Blick auf staatsvertragliche Regelungen Verhandlungen mit der Republik Österreich auf- nehmen?
Texte de l'interpellation du 1er juin 1993
Le gouvernement autrichien vient d'édicter une nouvelle or- donnance qui fait état des conditions que doivent désormais remplir, dans le cadre des dispositions de l'EEE, les entrepri- ses artisanales étrangères qui souhaitent exécuter des com- mandes en Autriche.
Ces conditions sont telles qu'il est désormais quasiment im- possible aux entrepreneurs suisses, notamment à ceux du bâ- timent, de décrocher des contrats chez nos voisins. A l'in- verse, la Suisse ne connaît pratiquement aucune disposition qui empêcherait les entrepreneurs autrichiens d'accéder au marché suisse.
Voici mes questions:
Que va faire le Conseil fédéral pour parer à la menace qui pèse sur les entrepreneurs suisses désireux d'accéder au marché autrichien, notamment dans le Land du Vorarlberg?
Est-il prêt à imposer le principe de réciprocité pour empê- cher que, dans les régions frontalières, les entreprises suisses ne soient pénalisées sur leur propre marché?
Quand entreprendra-t-il des pourparlers avec les autorités de la République d'Autriche en vue d'obtenir un accord entre les deux Etats?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 1. September 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 1er septembre 1993 Anfang dieses Jahres ist in Österreich ein Bundesgesetz ver- abschiedet worden, mit welchem die seit rund zwanzig Jahren
geltende österreichische Gewerbeordnung geändert wurde. Die Änderungen bezwecken insbesondere die Anpassung der österreichischen Gesetzgebung an das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum. Im Unterschied zur Schweiz hat Österreich dieses Abkommen ratifiziert.
Für Schweizer Gewerbeunternehmer, die in Österreich ihre Berufstätigkeit ausüben wollen, war bisher die Bestimmung der österreichischen Gewerbeordnung (Paragraph 14) mass- gebend, wonach sie wie Inländer zu behandeln sind, sofern nachgewiesen ist, dass in ihrem Heimatstaat Österreicher ebenfalls zur Ausübung derselben Tätigkeit zugelassen sind. Die Bestimmung ist bei der eingangs erwähnten Gesetzesrevi- sion nicht geändert worden.
Die in Österreich von In- und Ausländern gleichermassen zu erfüllenden Voraussetzungen sind von Beruf zu Beruf ver- schieden. Bei sogenannten bewilligungspflichtigen gebunde- nen Gewerben - dazu gehören u. a. verschiedene Berufe der Baubranche - sind für die Erlangung der erforderlichen Bewil- ligungen Voraussetzungen festgelegt, welche an sich auch Schweizer Gewerbeunternehmer zu erfüllen vermögen (z. B. Befähigungsnachweis). Konkrete Schwierigkeiten sind bisher nicht signalisiert worden.
Nach Inkraftsetzung des EWR-Abkommens werden zwar EWR-Angehörige im Unterschied zu Schweizer Gewerbeun- ternehmen in den Genuss einiger Erleichterungen beim Nach- weis der Erfüllung der Bewilligungsvoraussetzungen gelan- gen. Sie werden insbesondere von der Pflicht entlastet, einen Befähigungsausweis vorzulegen, da aufgrund des EWR- Abkommens von der Gleichwertigkeit der nationalen Erforder- nisse ausgegangen wird. Schweizer Gewerbeunternehmen sollten aber weiterhin in der Lage sein, die in Österreich gefor- derten Zeugnisse und Nachweise zu erbringen.
Um die den EWR-Angehörigen gewährten Erleichterungen auf Schweizer Angehörige auszudehnen, müssten Verhand- lungen mit Österreich eingeleitet werden. Ob sich Österreich eher als die EG bereit finden wird, mit der Schweiz solche Ver- handlungen aufzunehmen, kann vorerst nicht vorausgesagt werden. Die Schweiz müsste jedenfalls dafür sorgen, dass österreichischen Gewerbeunternehmen hinsichtlich der Zu- lassung auf dem schweizerischen Markt die volle Gegenseitig- keit eingeräumt wird. Dies hängt zum Teil davon ab, ob letzte- res in den kantonalen Gewerbeordnungen vorgesehen ist.
Sollten in der grenzüberschreitenden Gewerbetätigkeit zwi- schen der Schweiz und Österreich konkrete Schwierigkeiten auftreten, ist der Bundesrat bereit, alle Bemühungen zu unter- stützen, um mit Österreich zu globalen oder regionalen Lösun- gen zu gelangen. Kurz nach Bekanntwerden der erwähnten Gesetzesrevision haben sich die zuständigen schweizeri- schen Behörden in Wien über die zu erwartenden Folgen er- kundigt Das Problem ist auch anlässlich eines Wirtschaftsmi- nistertreffens traktandiert worden. Eine materielle Stellung- nahme der österreichischen Behörden steht noch aus. Diese haben sich jedoch zu Expertengesprächen bereit erklärt.
Le président: M. Oehler se déclare partiellement satisfait. Il ne demande pas la discussion.
Delamuraz Jean-Pascal, conseiller fédéral: Excusez-moi d'interférer dans les réseaux complexes de la procédure. En effet, M. Oehler n'a pas réclamé la discussion, il a souhaité que je puisse accompagner la réponse écrite du Conseil fédé- ral de l'époque d'une actualisation de celle-ci, parce que la ré- ponse écrite que nous avions faite date de bientôt deux ans, et depuis lors quelques petits événements se sont produits, no- tamment pour l'Autriche.
Je déclare brièvement à M. Oehler, et d'une manière générale à toute la Suisse orientale, que les problèmes de relations transfrontalières avec nos voisins autrichiens, qui étaient très simples auparavant, quoique quelques-uns étaient encore à résoudre, prennent une allure institutionnelle plus compliquée aujourd'hui, du fait de notre appartenance à deux ordres juridi- ques européens différents: l'Union européenne pour l'Autri- che, l'AELE pour la Suisse. Or, il n'est pas pensable qu'une coopération naturelle, de tous les jours encore une fois, avec l'Autriche soit contrecarrée par l'incompatibilité de nos systè-
Bundesgesetz über die politischen Rechte
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mes juridiques ou, Monsieur Oehler, pire encore, par une ap- plication jusqu'au-boutiste, extrême, que l'on viendrait à en faire dans les administrations publiques.
C'est la raison pour laquelle nous négocions depuis le début de l'année 1994 avec nos partenaires autrichiens. Nous avons encore connu une nouvelle phase de négociations au mois de novembre 1994. Nous ne lâcherons ces négociations que lorsqu'elles auront abouti à des résultats tangibles. La volonté du côté du gouvernement suisse est d'arriver à des solutions utilisables dans le terrain et d'éviter une quasi-discrimination régionale et locale qui aurait des effets très fâcheux, en particu- lier sur toute la Suisse orientale.
Nous ne pouvons pas, naturellement, par ces négociations, nier et corriger le fait que nous relevons, je le répète, de deux systèmes juridiques différents, mais nous devons pouvoir au moins accommoder nos conditions de coexistence, et c'est dans ce sens, Monsieur Oehler, que le Conseil fédéral travaille en ne lâchant pas un pied dans la négociation avec Vienne.
93.066
Bundesgesetz über die politischen Rechte. Teiländerung Législation sur les droits politiques. Révision partielle
Fortsetzung - Suite
Siehe Jahrgang 1994, Seite 663 - Voir année 1994, page 663 Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN
A. Bundesgesetz über die politischen Rechte A. Loi federale sur les droits politiques
Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière
Fritschi Oscar (R, ZH), Berichterstatter: Den alten Kalauer auf Entwurf A des Bundesgesetzes über die politischen Rechte anzuwenden, es handle sich hier um ein totgeborenes Kind, das sich im Sande verlaufen habe, wäre ungerecht und sach- lich verfehlt. Zwar kein totgeborenes, aber mindestens ein ver- schupftes und verstossenes Kind ist der Entwurf A allerdings schon. Der von der Vorlage des Bundesrates abgetrennte Be- schluss B ging in der Wintersession 1993 über die Bühne, während der Entwurf A in der Sommersession 1994 traktan- diert war, dann aber aus dem Programm gekippt wurde. Und seither scheint er sich insofern im Sande der Sessionsplanung verlaufen zu haben, als er stets wieder dringlicheren Geschäf- ten den Vortritt zu lassen hatte.
Dass das Geschäft samt Fahne und einem Teil der Einzelan- träge seit einem Jahr pendent liegt, hat wohl die persönlichen Archivierungsbemühungen mancher Kolleginnen und Kolle- gen hier im Saal einem harten Test unterzogen. Zudem lässt es dieser Umstand vielleicht doch als notwendig erscheinen, dass man einleitend nochmals kurz den Rahmen skizziert, auch wenn ich meinerseits kein eigentliches Votum zum Ein- treten abgeben möchte.
Beim Entwurf A handelt es sich um eine doppelt aufgeteilte Vorlage. Schon der Bundesrat hat sich in seiner Botschaft auf einen Teilschritt beschränkt, indem er alle Revisionspostulate wegliess, welche Verfassungsänderungen zur Folge gehabt hätten. Solche gibt es. Man denke nur etwa an die Frage der Aufhebung der einschränkenden Kantonsklausel bei Bun- desratswahlen, über welche wir in der Sondersession bera- ten haben.
Der Nationalrat hat die Vorlage des Bundesrates dann noch- mals gesplittet, weil er befürchtete, nur schon ein Gesamtpa- ket aller vorgeschlagenen Änderungen auf Gesetzesstufe könnte entweder lange im parlamentarischen Verfahren hän- genbleiben oder gar in einer Referendumsabstimmung schei- tern und stünde für die Nationalratswahlen 1995 jedenfalls nicht zur Verfügung.
Der Beschluss B umfasste deshalb in seinem Kern die Bestim- mungen zum Verfahren bei den eidgenössischen Wahlen: die Regelung der Unterschriftenquoren und der Listenverbindun- gen beispielsweise, um nur die am meisten diskutierten zu nennen. Dabei klangen in diesem Saal zwar Referendumsdro- hungen an. Die entsprechende Frist lief indessen Mitte letzten Jahres ungenützt ab, so dass die diesjährigen Wahlen im Herbst plangemäss nach neuem Recht stattfinden können.
Der Entwurf A beschäftigt sich demgegenüber nun schwerge- wichtig mit den Abstimmungen sowie den Volksrechten, Initia- tiven und Referenden. Dabei wird nirgendwo grundsätzlich anderes oder gar Revolutionäres vorgeschlagen. Die Revi- sionsbedürftigkeit des Bundesgesetzes über die politischen Rechte - im übrigen noch keine zwanzig Jahre alt - blieb in der Kommission vielmehr gerade deshalb unbestritten, weil es durchwegs um blosse Anpassungen geht, und zwar um An- passungen, die sich im wesentlichen durch den gesteigerten Gebrauch der Volksrechte, insbesondere von Initiative und Referendum, ergeben. Um das an einem Beispiel zu belegen: Der «Betriebsunfall», der seinerzeit beim Entscheid darüber passiert ist, ob das Referendum gegen die Neat zustande ge- kommen sei, führte naheliegenderweise dazu, dass der Me- chanismus und die Fristen bei der Sammlung und Einrei- chung von Unterschriften überprüft wurden und dass nun eine Anpassung vorgeschlagen wird.
Mit anderen Worten und um zur Wertung der Vorlage zu kom- men: Wir haben keinen grossen Wurf vor uns, bei welchem über grundsätzliche Weichenstellungen zu befinden wäre. Im Gegenteil: Fast noch ausgeprägter als beim Beschluss B geht es um Anpassungsarbeiten. Aber diese Anpassungen - diese «Pinselrenovation» am Gebäude unserer politischen Rechte - sind nicht nur im Umfeld der Wahlen, sondern auch im Be- reich, der im weitesten Sinne mit den Abstimmungen zu tun hat, notwendig und dringlich. Und wie wir alle wissen: Es ist auch ein sensibler Bereich. Über diesen Grundsatz ist sich die vorberatende Kommission einig, während die Ausgestaltung dieser «Pinselrenovation» in etwa einem halben Dutzend Punkten zu unterschiedlichen Auffassungen führte, die wir nun in der Detailberatung zu bereinigen haben.
Borel François (S, NE), rapporteur: Nous sommes en fait déjà entrés en matière lorsque nous avons voté la partie B de cette modification partielle de la législation sur les droits politiques. Dans la partie B, nous avons modifié la loi en ce qu'elle tou- chait les élections à venir de cet automne. Il ne nous reste maintenant qu'à faire le travail de détail pour les questions qui étaient jugées moins urgentes à l'époque.
Je ne vais pas répéter ce qu'a dit M. Fritschi Oscar, j'insisterai seulement sur une innovation qui est probablement l'innova- tion principale pour les citoyens. Il s'agit des délais qui concer- nent les initiatives populaires.
A juste titre, on se plaint souvent, dans ce pays, qu'entre le moment où une initiative populaire est déposée et celui où le peuple peut enfin se prononcer, il se déroule trop de temps. A tous les niveaux, la loi prévoit que des efforts seront faits pour gagner du temps, ce qui devrait permettre de raccourcir nota- blement les délais. Concrètement, le peuple devrait pouvoir voter deux ans et demi après le dépôt d'une initiative popu- laire, si celle-ci est rédigée en termes généraux, trois ans si celle-ci comprend un texte rédigé de toutes pièces. Eventuel- lement, le Parlement s'accorderait une année supplémentaire s'il entend élaborer un contre-projet, mais nous n'aurions plus ces délais de six, sept, voire huit ans que nous connaissons à l'heure actuelle.
Pour le reste, je vous renvoie à la discussion de détail.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen L'entrée en matière est décidée sans opposition
12-N
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