467
Petitionen
Fritschi Oscar (R, ZH), Berichterstatter: Die Kommission hat am Schluss ihrer Sitzung alle Vorstösse, die Sie in der Bot- schaft finden, einstimmig zur Abschreibung empfohlen. Ich muss aber offen zugeben, dass dies ohne Diskussion ge- schah.
Im Namen der Kommission muss ich Ihnen also beantragen, die Motion Hubacher ebenfalls abzuschreiben.
Persönlich habe ich zweimal gegen Bundesbeiträge gespro- chen: einmal bei der Wahlkampffinanzierung, das andere Mal bei den Beiträgen für Initiativkomitees. Ich würde jetzt aber nicht dagegen auf die Barrikaden steigen, dass die Motion be- treffend Parteienfinanzierung bestehen bleibt.
Borel François (S, NE), rapporteur: Qu'est-ce que signifie classer une motion antérieurement transmise par le Parle- ment? Cela signifie que l'on considère que le problème sou- levé par la motion a été résolu de manière satisfaisante. Je crois que ce détail a échappé à la commission qui, il est vrai, a accepté ce classement sans discussion, en bloc.
En effet, la motion en question n'a pas du tout trouvé sa solu- tion. Donc je vous recommande de suivre la proposition Huba- cher. Le problème soulevé par la motion n'étant pas réglé, la motion ne doit donc pas être classée.
Abstimmung - Vote Für den Antrag Hubacher Für den Antrag des Bundesrates
55 Stimmen 52 Stimmen
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
Petitionen - Pétitions
94.2001
Petition Balastèr Anna-Maria Eidgenössische Abstimmungen. Rechte und Pflichten des Bundesrates Pétition Balastèr Anna-Maria Votations populaires. Droits et devoirs du Conseil fédéral
Heberlein Trix (R, ZH) unterbreitet im Namen der Staatspoliti- schen Kommission (SPK) den folgenden schriftlichen Bericht:
Mit Eingabe vom 23. April 1993 verlangen die Petentinnen und und Petenten eine gesetzliche Regelung über die Darstellung von Vor- und Nachteilen jeder eidgenössischen Vorlage durch den Bundesrat. Gemäss dieser Regelung soll der Bundesrat erstens die Vor- und Nachteile einer Vorlage sachgemäss und vollständig offenlegen, und zweitens darf er als Gesamtbe- hörde nicht mit öffentlichen Geldern Propaganda machen. Be- schwerden über die Nichteinhaltug dieser Bestimmungen wä- ren an das Bundesgericht zu richten.
Die Staatspolitische Kommission des Nationalrates befasste sich an ihrer Sitzung vom 18. November 1993 mit der Vorprü- fung einer von Nationalrat Rudolf Hafner am 28. April 1993 ein- gereichten parlamentarischen Initiative, welche genau das gleiche fordert wie die Autorinnen und Autoren der vorliegen- den Petition (93.433 Parlamentarische Initiative Hafner Rudolf. Volksabstimmungen. Regelung der Propaganda). Sie hat auch den Initianten angehört
Erwägungen der Kommission
Die Kommission gelangte im Rahmen dieser Vorprüfung zum Schluss, dass die im ebenfalls von der Staatspolitischen Kom- mission vorberatenen Bundesgesetz über die politischen Rechte vorgesehenen Bestimmungen betreffend Abstim- mungserläuterungen und Beschwerdemöglichkeiten (Art. 11 Abs. 2; Art. 77 Abs. 1; Art 79 Abs. 2 und 3) den Problembe- reich ausreichend regeln und kein weiterer Regelungsbedarf besteht. Sie beurteilte die in der Initiative und in der Petition gemachten Vorschläge als zu weit gehend und zum Teil auch als unpraktikabel. So wurde kritisiert, dass in den vorgeschla- genen Formulierungen verwendete Begriffe, wie z. B. «sach- gemäss» und «vollständig» zu viele Interpretationsmöglichkei- ten offenlassen.
Die Kommission wehrt sich im weiteren dagegen, dass dem Bundesrat die Mittel zur Führung einer Informationskampa- gne entzogen werden und der Abstimmungskampf somit ganz den finanzstarken Interessengruppen überlassen würde. Die vorgesehene Beschwerdemöglichkeit an das Bun- desgericht erachtet sie als unpraktikabel, weil dadurch je nach Situation Volksabstimmungen verschoben oder aufgehoben werden müssten. Zudem ist diese Beschwerdemöglichkeit an das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Gewalten- trennung als fragwürdig zu bezeichnen.
Heberlein Trix (R, ZH) présente au nom de la Commission des institutions politiques (CIP) le rapport écrit suivant:
Les pétitionnaires ont déposé le 23 avril 1993 une requête par laquelle ils demandent que soit réglementée au niveau législa- tif la présentation par le Conseil fédéral des avantages et des inconvénients des projets traités au plan fédéral. Selon cette réglementation, le Conseil fédéral devra présenter les avanta- ges et les inconvénients des projets sans omission ni parti pris, et, d'autre part, il ne devra pas puiser dans les fonds pu- blics pour faire de la propagande pour son opinion officielle. Enfin, il serait prévu une possibilité de faire recours devant le Tribunal fédéral si ces dispositions n'étaient pas respectées. Le 18 novembre 1993, la Commission des institutions politi- ques a procédé à l'examen préliminaire d'une initiative parle- mentaire déposée le 28 avril 1993 par M. Hafner Rudolf, conseiller national, dont l'objet est identique à celui de la péti- tion Balastèr Anna-Maria (93.433 Initiative parlementaire Haf- ner Rudolf. Votations populaires. Réglementation de la pro- pagande). Elle a aussi entendu l'auteur de l'initiative à cette occasion.
Considérations de la commission
Dans le cadre de cet examen préliminaire, la commission a es- timé que les dispositions de la loi fédérale sur les droits politi- ques - également examinée par elle - relatives aux explica- tions à donner par le Conseil fédéral et aux moyens de recours prévus (art. 11 al. 2; art. 77 al. 1er; art. 79 al. 2 et 3) sont au- jourd'hui suffisantes, et qu'il n'y a donc pas lieu de compléter la réglementation actuelle. D'autre part, elle a estimé que les propositions que contiennent l'initiative et la pétition concer- nées sont excessives, voire irréalisables. Elle a ainsi objecté que le texte proposé contenait des expressions pouvant don- ner lieu à des interprétations diverses, telles que «sans omis- sion» ou «sans parti pris».
De même, elle a refusé que soient retirés au Conseil fédéral les moyens financiers dont il a besoin pour conduire son activité d'information lors de votations populaires, car cela équivau- drait à laisser les puissants groupements d'intérêts occuper seuls le terrain. Par ailleurs, elle juge que la possibilité prévue de pouvoir introduire un recours auprès du Tribunal fédéral n'est guère réaliste, car ces recours se traduiraient selon toute vraisemblance par des retards dans les votations, ou même par des invalidations. Enfin, elle a considéré que du point de vue de la séparation des pouvoirs, un tel droit de recours n'était pas sans soulever certaines interrogations.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt, von der Petition Kenntnis zu neh- men, ihr aber keine Folge zu geben.
Pétitions
468
N
8 mars 1995
Antrag Maspoli Der Petition Folge geben.
Proposition de la commission La commission propose de prendre acte de la pétition sans y donner suite.
Proposition Maspoli Donner suite à la pétition.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission Für den Antrag Maspoli
78 Stimmen 5 Stimmen
94.2002
Petition Wälchli Philipp Vereinfachung und Verbesserung der Proporzwahlen Pétition Wälchli Philipp Simplification et amélioration des élections à la proportionnelle
Heberlein Trix (R, ZH) unterbreitet im Namen der Staatspoliti- schen Kommission (SPK) den folgenden schriftlichen Bericht:
Mit Eingabe vom 9. Dezember 1993 schlägt der Petent Ände- rungen des Bundesgesetzes über die politischen Rechte vor. Diese sollen Vereinfachungen und Verbesserungen des sei- ner Ansicht nach unübersichtlichen und ungerechten gelten- den Wahlverfahrens für den Nationalrat bringen. Dem Peten- ten geht es z. B. darum, sogenannte «Jux-Listen» zu verhin- dern, indem nur noch Listen eingereicht werden dürfen, auf denen mindestens so viele Namen enthalten sind, wie zwei Drittel der dem Kanton zustehenden Nationalratsmandate ausmachen. Indem auf jeder Liste jeder Name nur noch ein- mal aufgeführt werden darf, sollen «unübersichtlich und kunst- voll» zusammengestellte Listen verhindert werden. Damit in al- len Kantonen die gleichen Voraussetzungen herrschen, soll ein einheitlicher Wahlzettel an alle Stimmberechtigten verteilt werden, auf dem zwei Linien enthalten sind. Die erste Linie ist für eine Parteibezeichnung vorgesehen, die andere für den von der Wählerin oder dem Wähler bevorzugten Kandidaten. Somit hätten alle Stimmberechtigten nur noch zwei Stimmen, und das Panaschieren hätte nach Ansicht des Petenten in al- len Kantonen die gleiche Wirkung.
Erwägungen der Kommission
Die Staatspolitische Kommission des Nationalrates befasste sich an ihrer Sitzung vom 26. Mai 1994 mit dieser Petition und einer dazu eingeholten Stellungnahme der Bundeskanzlei. Die Kommission gelangte zu folgenden Schlüssen:
Die Kommission teilt die Ansicht des Petenten nicht, dass das geltende Wahlverfahren für die Wählerinnen und Wähler zu unübersichtlich ist. Die äusserst geringe Zahl leerer und un- gültiger Wahlzettel (1,4 Prozent bei den Wahlen von 1991, vgl. BBI 1991 IV 672-898) weist darauf hin, dass die Wählenden sehr wohl mit dem Verfahren umzugehen wissen.
Ebenso kann die Kommission dem Argument nicht folgen, dass die Möglichkeit des Panaschierens gemäss aktuellem Wahlrecht eine Ungleichbehandlung der Stimmberechtigten in den Kantonen mit verschiedenen Mandatszahlen darstellen soll: Jegliches Panaschieren schwächt die eigene Vorzugs- partei ausnahmslos im entsprechenden Ausmass. Im wei- teren ist darauf hinzuweisen, dass das vom Petenten befürch- tete «leichte» Entstehen leerer Plätze nach Erschöpfung einer Liste, welches eine Ergänzungswahl ohne Urnengang erfor- derlich macht, in der Praxis bisher äusserst selten vorkam. Die Kommission sieht deshalb hier keinen Handlungsbedarf.
Die vom Petenten vorgeschlagenen Änderungen bringen nach Ansicht der Kommission kaum Verbesserungen des gel- tenden Nationalratswahlrechts, sondern schränken im Ge- genteil sowohl die Möglichkeiten der politischen Gruppierun- gen wie auch der Wählerinnen und Wähler in unnötiger Weise ein. Die Vorschlagsfreiheit der Parteien wird eingeschränkt, in- dem es für kleinere Gruppierungen schwieriger wird, eine Li- ste zusammenzustellen. Für die Wählerinnen und Wähler be- deuten die Vorschläge eine Einschränkung der Ausdrucks- möglichkeiten, können sie doch nur noch zwei Stimmen (für eine Partei und einen Kandidaten) vergeben. Will eine Wähle- rin oder ein Wähler keiner Partei seine Stimme geben und füllt nur die Kandidatenlimite aus, dann würde dies gemäss dem vorgeschlagenen System als Parteistimme für die Partei des Kandidaten zu Buche schlagen. Damit ist die eigentliche Ab- sicht des oder der Wählenden, nämlich keiner Partei die Stimme zu geben, vereitelt.
Heberlein Trix (R, ZH) présente au nom de la Commission des institutions politiques (CIP) le rapport écrit suivant:
Le 9 décembre 1993, le pétitionnaire proposait une modifica- tion de la loi fédérale sur les droits politiques censées amélio- rer et simplifier la procédure d'élection au Conseil national, se- lon lui obscure et inéquitable. Il s'agit, pour le pétitionnaire, par exemple, d'éviter ce qu'il est convenu d'appeler les listes «Jux» en n'autorisant le seul dépôt de listes contenant au moins autant de noms jusqu'à concurrence des deux tiers des sièges au Conseil national à disposition du canton concerné. En n'admettant que la seule possibilité de ne faire figurer sur chaque liste, chaque nom une seule fois, les listes «confuses et artificielles» dues au panachage devraient disparaître. Afin que dans tous les cantons les mêmes conditions soient appli- cables, il y a lieu de distribuer un bulletin de vote uniforme à tous les candidats, bulletin contenant deux lignes: la première, pour la dénomination du parti, la seconde, pour le candidat choisi par l'électeur qui n'aurait ainsi plus que deux voix; ce fai- sant, le pétitionnaire estime que le panachage aurait les mê- mes effets dans tous les cantons.
Considérations de la commission
La Commission des institutions politique du Conseil national a traité cette pétition ainsi qu'un avis qu'elle avait demandé à la Chancellerie fédérale, lors de sa séance du 26 mai 1994. La commission est parvenue aux conclusions suivantes:
La commission ne partage pas l'avis du pétitionnaire relatif à la procédure d'élection en vigueur, qui manque de transparence pour l'électeur. Le nombre très faible de bulletins nuls (1,4 pour cent lors des élections de 1991; cf. FF 1991 IV 658-887) semble indiquer que les électeurs connaissent fort bien la procédure actuelle. De la même manière, la commis- sion ne peut suivre les arguments du pétitionnaire qui voit dans les possibilités du panachage selon le droit actuel un trai- tement inéquitable des votants dans les cantons qui ne comp- tent pas le même nombre de mandats: tout panachage affai- blit proportionnellement, sans exception le parti de préfé- rence. En outre, il y a lieu d'observer que le risque de voir se créer facilement des places vacantes avec élection complé- mentaire sans opérations électorales ne s'est que rarement réalisé. Par conséquent, la commission ne voit en l'occur- rence aucune lacune à combler.
Les améliorations proposées par le pétitionnaire n'apportent guère d'améliorations du droit en vigueur en la matière, aux yeux de la commission; au contraire, ces suggestions sont de nature à restreindre inutilement aussi bien les possibilités de regroupement politique que celles offertes aux électeurs. La li- berté des partis en sera réduite du moment qu'ils sera plus dif- ficile aux petits groupes de constituer une liste. S'ils ne peu- vent donner que deux voix (pour un parti et pour un candidat) de telles propositions représentent une limitation des possibi- lités d'expression des électeurs. Et si un électeur n'entend donner sa voix à aucun parti, mais seulement à un candidat, le système proposé profiterait au parti du candidat porté sur le bulletin de vote. Ainsi, l'intention de l'électeur de ne pas don- ner sa voix à un parti est contrecarrée.
469
Parlamentarische Initiative. Unterschriftsrecht
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt, von der Petition Kenntnis zu neh- men, ihr aber keine Folge zu geben.
Proposition de la commission La commission propose de prendre acte de la pétition sans y donner suite.
Angenommen - Adopté
93.435
Parlamentarische Initiative (Blatter) Unterschriftsrecht bei Referenden und Volksinitiativen Initiative parlementaire (Blatter) Référendums et initiatives populaires. Droit de signature
Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
Wortlaut der Initiative vom 29. April 1993
Gestützt auf Artikel 21bis des GVG unterbreite ich in Form einer allgemeinen Anregung folgende parlamentarische In- itiative:
Im Interesse der Rechtssicherheit und zur Verhinderung von Missbrauch dürfen die Unterschriftenbogen von Volksinitiati- ven und Referenden nur auf den von einer Gemeinde bezeich- neten Amtsstellen rechtsgültig unterzeichnet werden. Da die- ser Gang auf ein Amt für den Stimmbürger beschwerlich ist und er dadurch gegenüber der bisherigen Regelung in der Ausübung seiner Volksrechte benachteiligt wird, ist die Unter- schriftenzahl für Referenden und Volksinitiativen entspre- chend zu reduzieren.
Texte de l'initiative du 29 avril 1993
Me fondant sur l'article 21bis de la loi sur les rapports entre les Conseils, je dépose l'initiative parlementaire suivante, formu- lée en termes généraux:
Afin de préserver la sécurité du droit et d'empêcher les abus, les listes de signatures à l'appui d'initiatives populaires et de référendums ne doivent pouvoir être valablement signées qu'auprès de services désignés par les communes. Etant donné que cette obligation de s'adresser à un service impose une charge au citoyen et lui rend l'exercice des droits populai- res plus difficile que dans la situation juridique actuelle, les nombres de signatures requis pour l'aboutissement des réfé- rendums et des initiatives populaires doivent être réduits en conséquence.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Engler (1)
Heberlein Trix (R, ZH) unterbreitet im Namen der Staatspoliti- schen Kommission (SPK) den folgenden schriftlichen Bericht:
Wir unterbreiten Ihnen gemäss Artikel 21ter des Geschäftsver- kehrsgesetzes den Bericht der vorprüfenden Kommission über die von Nationalrat Blatter am 29. April 1993 eingereichte parlamentarische Initiative.
Die Initiative verlangt, dass im Interesse der Rechtssicherheit und zur Verhinderung von Missbrauch die Unterschriftenbo- gen von Volksinitiativen und Referenden nur auf den von einer Gemeinde bezeichneten Amtsstellen rechtsgültig unterzeich- net werden dürfen. Als Kompensation für diese Erschwerung der Unterschriftsabgabe sei die Unterschriftenzahl für Refe- renden und Volksinitiativen entsprechend zu reduzieren.
Die Kommission hat am 19. November 1993 den Initianten an- gehört.
Schriftliche Begründung des Initianten Einleitung
Mein Vorschlag in Form einer allgemeinen Anregung geht in zwei Richtungen. Einerseits wird das Unterschreiben von Re- ferenden und Initiativen erschwert, und andererseits wird diese Erschwernis durch eine Reduktion der Unterschriften- zahl kompensiert.
Ich bin mir bewusst, dass diese beiden Anliegen auf zwei ver- schiedenen Rechtsetzungsstufen (Verfassung und Bundes- gesetz über die politischen Rechte) geregelt sind und dass man das von mir gewünschte Junktim voraussichtlich so lö- sen könnte, indem beide Anliegen auf Verfassungsstufe gere- gelt werden.
Hinweis auf weitere parlamentarische Vorstösse
Im Ständerat hat Herr Ständerat Petitpierre mit einer Motion (92.5125) verlangt, dass die Unterschriften für Referenden und Volksinitiativen in kantonalen und kommunalen Büros entge- gengenommen werden müssen. Der Ständerat hat die Motion lediglich in Form eines Postulates überwiesen.
Im Nationalrat sind zwei parlamentarische Initiativen einge- reicht worden, die beide verlangen, dass die Zahl der Unter- schriften bei Referenden und Volksinitiativen zu erhöhen sind (92.410 Pa. Iv. Rychen und 92.411 Pa. Iv. Seiler Hanspeter). Die Staatspolitische Kommission des Nationalrates hat beschlos- sen, diesen beiden parlamentarischen Initiativen keine Folge zu geben.
Missbrauch des Initiativ- und Referendumsrechts
Mein Vorstoss und die weiteren erwähnten politischen Vor- stösse sind Reaktionen auf Vorfälle der letzten Jahre, die ein- deutig beweisen, dass mit dem Sammeln von Unterschriften Missbrauch betrieben wird, und dass die Kontrollorgane (Ge- meindekanzleien) vielfach überfordert sind, die Kontrolle ter- mingerecht durchzuführen.
Wir erinnern uns an die peinliche Zitterpartie beim Neat-Refe- rendum. Zuerst erklärte man, das Referendum sei wegen der grossen Zahl von ungültigen Unterschriften nicht zustande ge- kommen; dann hat man plötzlich korrigiert und erklärt, das Re- ferendum sei nun doch hauchdünn zustande gekommen.
Alle, die in die Kontrollarbeit der Gemeindekanzleien Einblick haben, können mir bestätigen, dass sich diese Kontrollen äus- serst mühsam gestalten. Die Zeit drängt jeweils, und zusätzli- ches Personal steht nicht zur Verfügung. Die Unterschriften sind oft schlecht lesbar. Wenn viele Unterschriftenbogen vor- liegen, ist die Kontrolle, ob jemand mehr als einmal unter- zeichnet hat, sehr zeitaufwendig. Dann muss kontrolliert wer- den, ob die unterzeichnende Person tatsächlich stimmberech- tigt ist. Diese zeitaufwendigen Kontrollarbeiten müssen verein- facht und verbessert werden.
Man weiss seit Jahren, dass mit den Unterschriften problem- los Missbrauch getrieben werden kann, indem man den Unter- schriftenbogen mit Namen und Vornamen aus dem Telefon- buch jeweils ergänzt, ohne dass der Betroffene davon Kennt- nis hat und ohne dass die Gemeindekanzlei in der Lage ist, diesen widerrechtlichen Sachverhalt zu kontrollieren und den Namen auf dem Bogen als ungültig zu streichen.
Einen weiteren negativen Punkt bildet der Einfluss des Geldes beim Sammeln von Unterschriften. Seit Einführung des Refe- rendumsrechts im Jahre 1874 zieht sich bis heute der rote Fa- den der Kritik durch den Blätterwald der Schweizer Presse. Uns allen sind Fälle bekannt (Referendum gegen die Parla- mentsreform), bei denen für das Sammeln von Unterschriften und für den Grossversand Geldbeträge ausgerichtet wurden. Die negativen Beispiele könnten beliebig erweitert werden. Seit 1874 versucht man vergeblich, diese Missstände zu behe- ben. Durch die Bevölkerungszunahme, die modernen Kom- munikationsmittel und zahlreichen PR- und Versandorganisa- tionen hat sich die Situation gegenüber früheren Zeiten dra- stisch verschlechtert und zugespitzt; die Behebung der Miss- stände drängt sich heute dringend auf.
Mehr- oder Minderarbeit für die Kontrollorgane
Mit meinem Vorschlag wird die Kontrollarbeit bei der Prüfung der Unterschriften ganz wesentlich vereinfacht. Der Unter-
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08.03.1995 - 15:00
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Data
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