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Interpellation Schmidhalter
Dazu kommt noch ein Zweites: Ich weiss nicht, warum man die Statistik über die Finanzzahlungen der Kantone an den Bund bzw. des Bundes an die Kantone eingestellt hat. Ich habe ver- sucht, diese Statistik zu erhalten. Es ist mir gesagt worden, man habe diese Statistik 1990 im Rahmen der Personalein- sparung nicht mehr weitergeführt. Das ist eigentlich schade, denn das wäre eine Unterlage gewesen, die man für die Beur- teilung der Wirkung des Finanzausgleichs gebraucht hätte. Wenn ich von Transparenz spreche, dann heisst das auch, dass man darauf hinwirken muss, eine relativ einfache Lösung zu schaffen. Das ist natürlich - dessen bin ich mir bewusst - viel gefordert, denn der Finanzausgleich ist an sich eine kom- plizierte Materie.
In diesem Zusammenhang erlaube ich mir, zwei Fragen zu stellen:
Gedenkt man auch, die Zahlungen, die durch ein Konkordat geregelt sind - ich denke vor allem an das Konkordat, das die Kantone für die Hochschulen abgeschlossen haben -, in den Finanzausgleich einzubeziehen?
Denkt man auch daran, die Zahlungen, welche die Kantone nach Finanzausgleich - also nach Stärke der Finanzkraft - an den Bund, beispielsweise an die AHV-Kasse oder an die IV- Kasse, zahlen, einzubeziehen? Wir haben auch dort, also ein- mal nicht beim Geld, das die Kantone erhalten, sondern beim Geld, das sie zahlen müssen, einen Finanzausgleichsmodus. Wird das auch einbezogen?
Stich Otto, Bundesrat: Die Interpellation Spoerry haben wir am 28. November 1994 beantwortet In der Zwischenzeit ist selbstverständlich einiges geschehen.
Zuerst will ich die Fragen von Herrn Stucky wegen der fehlen- den Transparenz noch beantworten: Die fehlende Transpa- renz und die fehlende Wirksamkeit sind ja gerade der An- stoss gewesen, das Ganze zu ändern. Deshalb ist ein wirksa- merer und transparenterer Finanzausgleich letztlich das Ziel. Das ist von uns aus gesehen selbstverständlich, das ist der Ursprung, die Antriebsfeder, um dieses ganze Werk in Angriff zu nehmen.
Zur Statistik, die eingespart worden ist: Wir müssen gelegent- lich Stellen einsparen, und wir können nicht mehr alles ma- chen. Dann stellt sich die Frage, was uns am meisten nützt und auf was wir am ehesten verzichten können. Diese Statistik ist halt dem Sparen zum Opfer gefallen.
Ich kann Ihnen aber sagen, dass die Zahlungen, die durch Konkordate für die Hochschulen aufgebracht werden, erfasst werden müssen - auch im horizontalen Finanzausgleich, das ist eigentlich selbstverständlich. Auch die Zahlungen der Kan- tone mit Finanzausgleichscharakter an AHV und IV müssen er- fasst werden. Deshalb wird es insgesamt eine sehr aufwen- dige und schwierige Übung werden - dessen müssen wir uns bewusst sein.
Zur Beantwortung der Fragen der Interpellation Spoerry:
Zur Frage 1: Alle vier paritätisch aus Fachleuten des Bundes und der Kantone zusammengesetzten Projektgruppen tagen seit Anfang Dezember 1994 mindestens im Monatsrhythmus. Das ist also vorgegeben; es muss etwas gehen - und das tut es auch.
Zur Frage 2: Die Projektgruppe 1 untersucht die zahlreichen heute im Verbund von Bund und Kantonen erfüllten Aufgaben auf Entflechtungsmöglichkeiten. Je Aufgabenbereich legt sie den nach sachlichen Gesichtspunkten subsidiaritätsgerech- ten Grad der Einwirkung des Bundes fest. Bei gewissen Aufga- ben müsste sich der Bund künftig auf die Koordination oder auf die Vorgabe von allgemeinen Prinzipien beschränken, während er andernorts die Leistungs- und Finanzierungsver- antwortung voll übernehmen sollte.
Für jene Aufgaben, die weiterhin von Bund und Kantonen ge- meinsam zu erfüllen sein werden, definiert die Projektgrup- pe 3 vorerst die anzustrebende Rolle des Bundes, dann die entsprechenden Zusammenarbeitsformen und neuen Finan- zierungsmechanismen. Als neue Finanzierungsmechanis- men dürften Globalsubventionen, Pauschalierungen, ver- schiedenenorts auch zeitliche Befristung des finanziellen En- gagements des Bundes sowie ein Lastenausgleich des Bun- des zur Mitfinanzierung von Sonderlasten gewisser Kantone
im Vordergrund stehen. Die heute aufwandsbezogenen, pro- zentual festgelegten Bundesbeiträge werden weitgehend ab- zulösen sein.
Vorschläge für die angestrebte Stärkung von Eigenverantwor tung und Eigenfinanzierungskraft der Kantone erarbeiten die Projektgruppen 2 und 4. Die Projektgruppe 2 macht Vor- schläge über interkantonale Zusammenarbeitsformen und ei- nen interkantonalen Lastenausgleich. Die Projektgruppe 4 schliesslich untersucht, wie die heutige problematische Ab- stufung der Bundesbeiträge nach der kantonalen Finanzkraft durch zweckungebundene Mittel zugunsten der finanzschwä- cheren Kantone abgelöst werden kann. Zudem werden Vor- schläge für einen horizontalen Finanzausgleich erarbeitet Je- der Kanton soll in die Lage versetzt werden, die ihm zuge- dachte Eigenverantwortung auch wirklich aus eigener Kraft wahrnehmen zu können.
Zur Frage 3: Ende Jahr sollte das Grobkonzept stehen. An- schliessend muss über die Leitlinien der Neuordnung ein poli- tischer Konsens erzielt und Ende 1996 soll eine Vernehmlas- sung durchgeführt werden.
Zur Frage 4: Die Neuordnung wird mit Sicherheit einen neuen Verfassungsartikel über den Finanzausgleich erfordern. Wie viele weitere Verfassungsrevisionen vorzunehmen sein wer- den, steht noch nicht fest, da verschiedene Aufgabenentflech- tungen wahrscheinlich innerhalb der geltenden Verfassungs- bestimmungen erfolgen können. Ein grösserer Änderungsbe- darf zeichnet sich jedoch bei verschiedenen Bundesgesetzen ab, wo namentlich als Folge neuer Finanzierungsmechanis- men die eigentlichen Subventionsbestimmungen Änderun- gen erfahren werden.
Zur Frage 5: Das Ausmass der längerfristig realisierbaren Ein- sparungen für Bund und Kantone wird vom politischen Willen nach grundlegenderen Reformen abhängen. Einsparungen für Bund und Kantone sind einerseits durch eine Entflechtung der Verantwortlichkeiten und durch eine konsequente Anwen- dung nicht kostentreibender Finanzierungsmechanismen zu erzielen. Andererseits können auch beim interkantonalen Fi- nanzausgleich Mittel eingespart werden.
Zur Frage 6: Wie erwähnt, kann der Fahrplan für die Erarbei- tung der Neuordnung aus heutiger Sicht eingehalten werden. Das Finanzdepartement plant, die Grundzüge der Neuord- nung durch die politischen Parteien bereits im Frühjahr 1996 beurteilen zu lassen.
94.3452
Interpellation Schmidhalter
Vernachlässigung der Berg- und Randregionen infolge Spardruck Mesures d'économies. Régions de montagne et périphériques prétéritées
Diskussion - Discussion
Siehe Jahrgang 1994, Seite 2528 - Voir année 1994, page 2528
Schmidhalter Paul (C, VS): Ex montibus salus, das heisst, aus den Bergen kommt das Heil; das steht auf einem Denkmal am Oberalppass. Ich habe diesen Spruch im Militärdienst mehr- mals gelesen, und ich glaube an diesen Spruch.
Ich habe eine Interpellation eingereicht und eine bundesrätli- che Antwort erhalten. Es ist nicht üblich, aber diesmal hat mir unser Staatsrat eine schriftliche Stellungnahme zu dieser In- terpellation übergeben. Ich wusste natürlich nicht, dass ich bereits heute abend zur Antwort des Bundesrates auf diese In- terpellation Stellung nehmen könnte. Ich habe diese Antwort
Motion du groupe libéral
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N
13 mars 1995
des Staatsrates daher erst heute um 17 Uhr Herrn Bundesrat Stich übergeben können. Aber ich werde sie schriftlich nach- liefern und auf eine Antwort warten.
Der Regierungsrat des Kantons Graubünden hat auch eine Eingabe gemacht. Beide Kantone sind zur gleichen Bilanz ge- kommen, nämlich dass wir mit dieser Sparpolitik im Bergge- biet und in Randkantonen sehr viel verlieren - oder mehr ver- lieren als andere.
Es gibt einen ganzen Katalog: Bei den linearen Subventions- kürzungen tragen wir Mehrlast. Von der Streichung der Bun- desbeiträge bei den Kläranlagen sind wir betroffen. Hinzu kommen: massive Kürzung der IHG-Gelder, Wegfall der Bei- träge an die Gesellschaft für Hotelkredite, Sondersatz für das Gastgewerbe bei der Mehrwertsteuer - er wurde nicht geneh- migt - und Wegfall der Parahotellerie-Statistik. Weitere Stich- worte sind: Bundesbeiträge an die Viehausmerzaktionen im Berggebiet, Klassierung der wichtigen Zufahrtsstrassen zu den Tourismuszentren als schweizerische Hauptstrassen, ein erhöhter Subventionssatz bei den Nationalstrassen, der ge- setzlich gerechtfertigt wäre, Abbau beim regionalen Verkehr, Tarifannäherung, Aufhebung des Autoverlads am Simplon, Herabsetzung der Beiträge bei Lötschberg und Furka, Abbau von Bundesarbeitsplätzen, Schmälerung der Schlechtwetter- entschädigung, keine Abfederung beim Gatt usw.
Beide Kantone haben die gleichen Begehren gestellt; der Kan- ton Graubünden nennt zum Beispiel auch die linearen Bei- tragskürzungen, den Sondersatz Mehrwertsteuer, das Gatt- Abkommen, die Wasserkraftnutzung, die Ausländerpolitik, die Rhätische Bahn, die Strassen usw.
Was muss man unternehmen, um hier Gegensteuer zu ge- ben? Wir brauchen eine neue Regionalpolitik. Diese Erneue- rung ist unbedingt notwendig, Frau Spoerry und Herr Stucky, wir brauchen eine Stärkung des bundesstaatlichen Finanz- ausgleiches und nicht das Gegenteil! Wir brauchen auch eine Neudefinition der Wasserzinsschranke usw.
Wir wollen aber nicht nur jammern, sondern die Gebirgskan- tone bedanken sich auch. Sie haben viel erhalten, und wir er- halten auch viel, aber diese Sparrunden ergeben massive Ein- bussen, und wir erhalten neben dem Zuckerbrot auch die Peit- sche. Wir haben bis heute enorme solidarische Leistungen entgegennehmen können. Ich bin aber überzeugt, dass das Schweizervolk dies auch will, und es wird Ihnen das bei der nächsten Volksabstimmung beweisen, wenn man die Heimar- beit abschaffen will, indem man die Zuständigkeit für die per- sönliche militärische Ausrüstung den Kantonen wegnimmt und dem Bund zurückgibt. Ich bin sicher, dass hier das Schweizervolk zum Guten sehen wird.
Wir brauchen eine neue Regionalpolitik, einen sogenannten New Deal, aber auch wir sollten etwas dazu beitragen. Gebt uns die Möglichkeit, unsere Wasserkraft noch besser auf Lei- stung zu trimmen und unsere Kraftwerke auf eigene Füsse zu stellen! Dann haben wir Mehreinnahmen, die wir nicht erbet- teln müssen.
Unser Kanton hat mit der Rationalisierung des Beamtenappa- rates ein Paradebeispiel geliefert und vordemonstriert, wie man auch im Kanton sparen kann. Wir wollen nicht betteln, wir wollen Probleme lösen, aber wir wollen sie so weit als möglich selber lösen; wir sind nicht nur für Solidarität, sondern auch für Subsidiarität. Wir erbringen mit dem Tourismus enorme Ein- nahmen für das ganze Land, und hier führt natürlich die Mehr- wertsteuer zu höheren Preisen und damit zu einer schlechte- ren Stellung im Konkurrenzkampf. Aber auch unvernünftige Forderungen im Natur- und Heimatschutz sind nicht am Platz Die schöne Landschaft ist das wichtigste Element für den Tou- rismus, und sie ist vornehmlich für das Bestehen im Konkur- renzkampf wichtig. Wir werden Sorge tragen, aber ohne Ein- griffe geht es nun eben nicht. Strassen und Bahnen sind nun einmal Störfaktoren, und ohne diese Störfaktoren kommen unsere Touristen nicht in unser Land; daher ist eine Verhinde- rung auch dieser Werke nicht am Platz. «Geben und nehmen», das wäre die Parole für diesen New Deal in der Regionalpolitik.
Stich Otto, Bundesrat: Im Moment sind wir eigentlich dabei, den Haushalt zu sanieren, und nicht dabei, uns zu überlegen, wie wir weitere Gelder verteilen und Einnahmen reduzieren
könnten. Ich denke, Herr Schmidhalter, der Kanton Wallis kann sich in den letzten Jahren nicht über den Bund beklagen. Wenn ich nur daran denke, was er im Zusammenhang mit den zwei Katastrophen, die Ihren Kanton heimsuchten, an ausser- ordentlichen Leistungen bekommen hat und bekommen wird. Es ist selbstverständlich, dass man hilft. Aber das Helfen hat auch seine Grenzen. Man muss dafür die Solidarität der ande- ren gewinnen.
Wir versuchen jetzt für einmal, unseren Haushalt insgesamt, im Interesse der gesamten Volkswirtschaft, zu sanieren. Es ist nett, dass der Staatsrat des Kantons Wallis noch eine beson- dere Schrift zu Ihrer Interpellation abgibt Aber das ist eigent- lich nicht unbedingt die Art und Weise, wie der Kontakt zwi- schen Kantonsregierungen und Bundesrat funktionieren sollte.
94.3559
Motion der liberalen Fraktion Neue Stellen und Ausgaben. Übersicht Motion du groupe libéral Vue d'ensemble des postes nouveaux
Wortlaut der Motion vom 16. Dezember 1994
Gestützt auf Artikel 22 Absatz 1 des Geschäftsverkehrsgeset- zes verlangt die liberale Fraktion, dass zu Beginn jeder Ses- sion eine Liste erstellt wird über alle neuen Stellen und sämtli- che neuen Investitions- und/oder Betriebsausgaben, die mit den für die Session traktandierten Geschäften in Zusammen- hang stehen. Diese Liste soll dem Verlauf der Sessionsge- schäfte entsprechend nachgeführt werden.
Texte de la motion du 16 décembre 1994
Conformément à l'article 22 alinéa 1er de la loi sur les rapports entre les Conseils, le groupe libéral demande qu'au début de chaque session soit dressé un tableau de tous les postes nou- veaux et de toutes les dépenses nouvelles (d'investissement et/ou de fonctionnement) en relation avec les objets prévus à l'ordre du jour de la session et que ce tableau soit tenu à jour au fur et à mesure de l'avancement des travaux de la session.
Sprecherin - Porte-parole: Sandoz
Schriftliche Begründung
Die Führung der Finanzen des Bundes setzt eine Gesamt- schau voraus, die durch die Arbeitsweise des Parlamentes sehr erschwert wird. Dem Parlament werden die Texte spät und in ungeordneter Reihenfolge zugestellt. Die Papierflut ist beträchtlich. All dies behindert den Überblick über die Konse- quenzen der Entscheide. Es ist beinahe unmöglich, Spar- massnahmen zu fordern oder gar zu realisieren, wenn man sich über die konkreten Auswirkungen der getroffenen oder zu treffenden Entscheide keine Vorstellung mehr machen kann.
Développement par écrit
La gestion des finances fédérales exige une vue d'ensemble que le mode de travail du Parlement rend très difficile. La tardi- vité avec laquelle les textes sont remis aux députés, le désor- dre des envois, la masse des papiers de tous genres nuisent à l'appréhension globale des conséquences des décisions. Il est presque impossible d'exiger, voire de réaliser des écono- mies quand on n'arrive pas à se représenter constamment les conséquences concrètes de toutes les décisions prises ou à prendre.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Schmidhalter Vernachlässigung der Berg- und Randregionen infolge Spardruck Interpellation Schmidhalter Mesures d'économies. Régions de montagne et périphériques prétéritées
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
In
Jahr
1995
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3452
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 13.03.1995 - 14:30
Date
Data
Seite
575-576
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Pagina
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20 025 404
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