951
Postulat Blatter
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Baumberger, Bäum- lin, Béguelin, Bodenmann, Borel François, Brügger Cyrill, Bundi, Bürgi, Carobbio, Caspar-Hutter, Danuser, Dünki, Eg- genberger, Engler, Eymann Christoph, Fankhauser, Fischer- Hägglingen, Giger, Grendelmeier, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Herczog, Hildbrand, Hubacher, Jäggi Paul, Jeanprêtre, Jöri, Kühne, Ledergerber, Leemann, Leuen- berger Ernst, Maeder, Marti Werner, Misteli, Mühlemann, Nab- holz, Neuenschwander, Oehler, Raggenbass, Rechsteiner, Ruckstuhl, Ruffy, Rutishauser, Savary, Schmid Peter, Sieber, Steiger Hans, Strahm Rudolf, Tschäppät Alexander, Weder Hansjürg, Zbinden, Ziegler Jean, Züger, Zwygart (56)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Es besteht ein steigendes Unbehagen über das sich verstär- kende Gerangel unter Uno-Sitzen und Städten, die es werden wollen. Man hat den Eindruck, es werde mit harten Bandagen gekämpft und Entscheide würden auch erpresst. Man fragt sich deshalb, ob es notwendig ist, dass sich die Schweiz um jede neue internationale Organisation bemühen soll, oder ob es nicht besser wäre, hie und da auch freiwillig auf ein Uno- Amt zu verzichten, um so aus der Schusslinie zu kommen und damit auch diejenigen Ämter sicher behalten zu können, de- ren Synergieeffekte offensichtlich sind.
Ferner sind die Verantwortlichkeiten innerhalb der Verwaltung in Bern und zur Fipoi nicht klar. Die Erkenntnisse und die Er- fahrungen aus der Reorganisation «Bauwesen des Bundes» sollten auch in diesem Bereich zur Anwendung kommen. Es wäre deshalb zu prüfen:
ob der Bund nicht entweder direkt als Bauherr auftreten soll (analog Palais Wilson) und die Fipoi erst für die Verwaltung eingesetzt wird, oder
ob es für die Eidgenossenschaft langfristig nicht vorteilhafter wäre, wenn wie bei der WTO die Gebäude inklusive Unterhalt - mit einer Heimfallklausel für den Fall eines Wegzugs versehen - den internationalen Organisationen geschenkt würden, denn Eigentum macht sesshafter als Miete.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 15. Februar 1995 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 15 février 1995 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
94.3537
Postulat Haering Binder Jahresbericht über die Tätigkeit der Schweiz in der OSZE Activité de la Suisse au sein de l'OSCE. Rapport annuel
Wortlaut des Postulates vom 14. Dezember 1994 Der Bundesrat wird eingeladen, regelmässig einen Jahresbe- richt über die Tätigkeit der Schweiz in der OSZE sowie den Jahresbericht des OSZE-Generalsekretärs im Bundesblatt zu publizieren und den Räten zur Kenntnis zu geben.
Texte du postulat du 14 décembre 1994
Le Conseil fédéral est invité à publier dans la Feuille fédérale un rapport annuel sur les activités de la Suisse au sein de l'OSCE ainsi que le rapport annuel du secrétaire général de l'OSCE et de porter ces documents à la connaissance des Chambres.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bäumlin, Béguelin, Bodenmann, Brügger Cyrill, Carobbio, Danuser, de Dardel, Eggenberger, Fankhauser, Goll, Gross Andreas, Hafner Ur- sula, Hämmerle, Herczog, Hubacher, Jöri, Leemann, Leuen- berger Ernst, Ruffy, Vollmer (21)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die innenpolitische Abstützung der schweizerischen Aussen- politik bedarf zusätzlicher Anstrengungen. Zudem ist die Öf- fentlichkeit nur ungenügend darüber informiert, ob die OSZE die Erwartungen erfüllt, die mit der Verabschiedung und brei- ten Publikation der Charta von Paris geweckt worden sind. Analog zu den regelmässig im Bundesblatt veröffentlichten Jahresberichten über die Tätigkeit der Schweiz im Europarat drängt sich deshalb die Erarbeitung und Publikation eines Re- chenschaftsberichts über die Tätigkeit der Schweiz in der OSZE sowie die Publikation des Jahresberichts des OSZE- Generalsekretärs auf.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 22. Februar 1995 Rapport écrit du Conseil fédéral du 22 février 1995
Der Bundesrat informiert bereits heute die Aussenpolitischen Kommissionen ausführlich mittels regelmässiger Berichte. Er ist zudem bereit, die schweizerischen Aktivitäten im Rahmen der OSZE in einem separaten Kapitel des Rechenschaftsbe- richts zu behandeln. Damit erübrigt sich ein zusätzlicher Be- richt
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.
Abgelehnt - Rejeté
94.3379
Postulat Blatter Alpenkonvention. Ratifizierung Convention sur la protection des Alpes. Ratification
Wortlaut des Postulates vom 29. September 1994 Der Bundesrat wird beauftragt, folgende Massnahmen zu tref- fen:
In Nachverhandlungen ist den elementaren Anliegen der Berggebiete, wie sie namentlich von der Regierungskonferenz der Gebirgskantone und der Schweizerischen Arbeitsgemein- schaft für die Berggebiete formuliert worden sind, Nachach- tung zu verschaffen.
Der Bundesrat wird ersucht, die Unterzeichnung der vorlie- genden Protokolle bis zum Zustandekommen einer gesamt- haft ausgewogenen Lösung generell auszusetzen.
Der Bundesrat wird beauftragt, das «Gesamtwerk Alpen- konvention» dem Parlament erst zur Genehmigung zu unter- breiten, wenn gesamthaft ein angemessenes Verhältnis zwi- schen Schutz und Nutzen im Alpenraum, aber auch die Subsi- diarität und die föderalistischen Strukturen des schweizeri- schen Staates berücksichtigt und sichergestellt sind.
Texte du postulat du 29 septembre 1994
Le Conseil fédéral est chargé de prendre les dispositions sui- vantes:
N 24 mars 1995
952
Postulat Grossenbacher
vernements des cantons de montagne et par le Groupement suisse pour les régions de montagne;
attendre qu'une réglementation globale équilibrée soit adoptée avant de signer les protocoles;
attendre, avant de soumettre l'ensemble de la Convention sur la protection des Alpes au Parlement pour approbation, qu'une solution globale tenant dûment compte des impératifs de la protection de l'environnement et de l'exploitation des ré- gions en question, mais aussi du principe de subsidiarité et des structures fédérales de notre Etat, ait été trouvée.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Baumberger, Berger, Bezzola, Binder, Bircher Peter, Bühler Simeon, Bürgi, Caccia, Cavadini Adriano, Chevallaz, Columberg, Comby, Cornaz, Darbellay, Deiss, Dettling, Dormann, Engler, Epiney, Eymann Christoph, Früh, Gobet, Gros Jean-Michel, Hari, He- berlein, Hegetschweiler, Hess Otto, Hildbrand, Jaggi Paul, Keller Anton, Kühne, Leu Josef, Leuba, Maitre, Mamie, Meier Samuel, Oehler, Philipona, Pidoux, Pini, Raggenbass, Rutis- hauser, Sandoz, Savary, Scheurer Rémy, Schmidhalter, Schmied Walter, Schnider, Schweingruber, Seiler Hanspeter, Spoerry, Stamm Luzi, Steinegger, Stucky, Theubet, Tschup- pert Karl, Vetterli, Wanner, Wick, Wyss William, Zwahlen (62)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Alpenkonvention ist im November 1991 von Bundesrat Cotti in Salzburg unterzeichnet worden. Von Anfang an haben vor allem die Bergkantone bemängelt, dass das Vertragswerk ihren Vorstellungen nicht entspricht. Die Schweiz hat in der Folge mehrere Vorschläge gemacht, welche in die Protokolle der Konvention eingebaut werden sollen.
Die Vorsteherin des Eidgenössischen Departementes des In- nern hat vor Monatsfrist an einem Treffen mit Umweltministern erklärt, die Schweiz werde «auf keinen Fall den internationalen Kalender der Alpenkonvention bremsen». Andererseits war vom gleichen Departement noch im Jahr 1991 an der Umwelt- ministerkonferenz in Salzburg die Erklärung abgegeben wor- den, dass der Bundesrat das Ratifizierungsverfahren erst ein- leiten werde, «wenn die laufenden Verhandlungen über die Zusatzprotokolle zu einem für die Schweiz zufriedenstellen- den Abschluss gekommen sind».
Die Vernehmlassung zu den fünf Ausführungsprotokollen der Alpenkonvention hat ein sehr ernüchterndes Resultat ge- bracht. Vor allem bemängeln die betroffenen Bergregionen geschlossen, dass die gutgemeinte Alpenkonvention für die wirtschaftliche Existenz des Berggebietes eine Gefahr bedeu- tet. Das Abkommen ist einseitig schutzorientiert und sagt prak- tisch nichts aus über die Erhaltung und Förderung des Berg- gebietes als wirtschaftlicher Lebensraum seiner Bevölkerung. Zudem werden die demokratischen Entscheidungsstrukturen der Schweiz in Frage gestellt
Immer mehr versuchen Organisationen und Leute aus den Städten und Agglomerationen, mit Forderungen, Gesetzen und Vorschriften oder einer Alpenkonvention über unser Berg- gebiet zu verfügen. Dabei spielt oft eine verhaltene Verachtung mit, die geprägt ist von der alten Arroganz der Städter gegen- über der einfachen Bergbevölkerung.
Die Schweiz und ihre Berggebiete sind jederzeit in der Lage, den Beweis zu erbringen, dass wir eine einseitige Fremdbe- stimmung mit einer Alpenkonvention nicht nötig haben. Bis heute haben wir mit unseren demokratischen Instrumenten der direkten Demokratie selber entscheiden können, wie der Umweltschutz in den Berggebieten gesetzlich festgelegt wird. Ein paar Beispiele sind: Umweltschutzgesetz, Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz, Gewässerschutzgesetzt, Bundesgesetz über die Fischerei, Waldgesetz, die umfas- sende Gesetzgebung auf dem Gebiet der Raumplanung, Richtplanung, Bundesinventar der Landschaften und Natur- denkmäler von nationaler Bedeutung (BLN), Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung (ISOS), Bundesinventar der Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung usw.
Diese umfangreichen eidgenössischen und kantonalen Er- lasse bilden einen sehr wirksamen Schutz des Berggebietes. Und da diese Gesetze alle die Hürde der direkten Demokratie
(Mitsprache des Volkes und der Direktbetroffenen) nehmen mussten, ist es nicht so, dass man einseitig nur den Schutz verankert hat, sondern man hat ebenso auf die in diesen Re- gionen lebende Bevölkerung Rücksicht genommen. Denn die Schutzziele können nur dann verwirklicht werden, wenn die in den Berggebieten lebende Bevölkerung die wirtschaftliche Existenzgrundlage nicht verliert und die Schutzziele auch ak- zeptiert.
In unserem Land besteht aus diesen Gründen keine Gefahr, dass das Berggebiet in Zukunft seinen hohen Wert als Erho- lungsraum verlieren wird. Es wäre bedenklich, wenn wir mit ei- ner einseitigen Alpenkonvention unsere demokratische Selbstbestimmung aufgeben würden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 12. Dezember 1994 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 12 décembre 1994 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Le président: M. Bundi combat cette intervention. La discus- sion est renvoyée.
Verschoben - Renvoyé
94.3533
Postulat Grossenbacher Bewussteres und gesünderes Konsum- und Ernährungsverhalten Amélioration des habitudes alimentaires
Wortlaut des Postulates vom 13. Dezember 1994
Mit dem Ziel einer Verbesserung der Volksgesundheit wird der Bundesrat ersucht, Möglichkeiten zu prüfen, durch eine ver- stärkte Information und Aufklärung, vor allem bei der Jugend, ein bewussteres und gesünderes Konsum- und Ernährungs- verhalten der Bevölkerung zu erreichen.
Dabei sind insbesondere Möglichkeiten im Rahmen beste- hender Institutionen (BAG, Schulen, private Trägerorganisa- tionen usw.) zu prüfen.
Texte du postulat du 13 décembre 1994
Afin de mieux assurer la santé publique, le Conseil fédéral est prié d'examiner les moyens d'améliorer les habitudes alimen- taires de la population, en particulier des jeunes, grâce à une information plus poussée sur les principes de la diététique. Il importe notamment d'étudier les possibilités qu'offrent les institutions existantes telles que l'OFSP, les écoles et d'autres organismes privés.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Nach den neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik vom Juli 1994 werden die Schweizer dieses Jahr rund 36 Milliarden Franken für ihre Gesundheit ausgeben. Das ist doppelt so viel wie im Jahre 1985!
Herr Prof. Dr. J. Somogyi, Universität Zürich, hielt am 7. Ja- nuar 1992 ein Referat an der Harvard Universität Boston mit fol- gendem Thema: «Die Bedeutung der Ernährungsaufklärung für die Volksgesundheit und die Volkswirtschaft».
Dabei hielt er folgendes fest:
Die Ausgaben für die Behandlung und Rehabilitation ernäh- rungsbedingter Krankheiten stiegen in der Schweiz von 1980 bis 1988 um 63 Prozent.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Blatter Alpenkonvention. Ratifizierung Postulat Blatter Convention sur la protection des Alpes. Ratification
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1995
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3379
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 24.03.1995 - 08:00
Date
Data
Seite
951-952
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Pagina
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20 025 505
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